KenFM am Set: Rüdiger Lenz und Prinz Chaos über den humanistischen Konsens, 9.6.2014

Die Mahnwachen existieren inzwischen in über 100 Städten. Nicht nur in der BRD wird jeden Montag FÜR den Frieden auf die Straße gegangen. Aktivisten finden sich längst auch in Österreich und der Schweiz.
Für den 19. Juli, den ersten Samstag nach der WM, ist ein kollektives Treffen aller Mahnwachen in Berlin geplant. In der Hauptstadt wurde die Mahnwache für den Frieden vor Wochen gestartet, denn hier residiert die Regierung.
Am vergangenen Montag standen ebenfalls in Berlin zum ersten Mal zusammen Prinz Chaos II und Rüdiger Lenz auf der Bühne, um einen Dialog zu führen. Es ging u.a. um Aggressionen in der Gesellschaft, Humanismus und die Dynamik von Brot und Spiele, die aktuell als WM daher kommt. Wo führt sie uns hin, die Kultur des Wettbewerbs? Brauchen wir nicht viel dringender Kooperation?
KenFM wird die Mahnwachen weiter begleiten und die Entwicklung bis zum 19. Juli und darüber hinaus dokumentieren. Aktivist wer aktiv ist!

Ein Kommentar zu: “KenFM am Set: Rüdiger Lenz und Prinz Chaos über den humanistischen Konsens, 9.6.2014

  1. Ich empfinde es immer befremdlich, wenn frühere Zeiten glorifiziert werden…Ja, es stimmt, dass wir (ich als Kind der 60iger Jahre) ganz viel draußen spielten, es keine Fernseher gab u.u.u, dafür wurde zu Hause häufig der Rohrstock geschwungen, kriegstraumatisierte Eltern „arbeiteten“ ihre unverarbeiteten Aggressionen und Traumata auf dem Rücken ihrer Kinder ab!
    Prinz Chaos korrigiert diese Glorifizierung der kindlichen Vergangenheit zum Glück ja auch…
    In dem Buch von Lloyd deMause „Hört ihr die Kinder weinen: Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit“, heißt es: „Die Geschichte der Kindheit war ein Alptraum, aus dem wir gerade erst erwachen. Je weiter wir in der Geschichte zurückgehen, desto unzureichender wird die Pflege der Kinder, die Fürsorge für sie und um so größer ist die Gefahr, dass Kinder getötet, ausgesetzt, geschlagen, gequält und sexuell missbraucht werden.“ (S. 12)
    Und wenn wir bei dem Thema „Liebe“ sind, dann sollte wir uns auch darüber im Klaren sein, dass wir durch unsere Eltern in unserer Liebesfähigkeit traumatisiert wurden und auch heute noch tagtäglich Kinder in ihrer Liebe traumatisiert werden.
    Und wenn jetzt der Einwand kommen sollte: Ahja, Trauma, Trauma, Trauma…dieser Begriff sollte doch nicht inflationär benutzt werden…
    Doch genau das sollten er… auch wenn ich natürlich weiß, dass nicht jeder erlittene Schmerz ein Trauma ist.
    Traumata spalten unser Ich: In ein Überlebens-Ich, ein Trauma-Ich und ein zum Glück verbleibendes „Gesundes“-Ich… Unsere Gesellschaft agiert hauptsächlich aus Überlebens-Ich-Strukturen heraus und die ist einzig und allein damit beschäftigt, den Schmerz, die Ohnmacht und die Hilflosigkeit nicht zu fühlen.
    Doch dieses zum Glück verbleibende „gesunde“ Ich ist in der Lage den ursprünglichen Schmerz zu fühlen, es hat sich die Fähigkeit zu Mitgefühl und Empathie bewahrt.
    An dieser Stelle möchte ich auf Prof. Dr. Franz Ruppert und seine Traumaforschung verweisen: http://www.franz-ruppert.de

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