KenFM am Telefon: Dr. Daniele Ganser über Öl-Pipelines und Krieg in Syrien

„Merkel betreibt Luftaufklärung für Al-Qaida.“

Um was geht es in Syrien? Die Antwort ist so simpel, dass man sich fragen muss, wie es den Massenmedien bisher gelingen konnte, die Bevölkerungen des Westens derart einzuseifen und zu verwirren, dass auch in Deutschland der unmittelbare Zusammenhang zwischen offenen Grenzen, Flüchtlingswellen, „Wir schaffen das“-Politik und dem Krieg in Syrien nicht gesehen wird.

Dieses Interview mit dem Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser bringt die Fakten derart klar auf den Punkt, dass im Anschluss des Gesprächs jeder, wirklich jeder diese angeblich hochkomplexe Gemengelage kapiert hat.

Im Kern geht es im Syrienkrieg um das größte Erdgasfeld der Welt, das sich im persischen Golf befindet. Dieses Feld anzubohren bringt wenig, solange das Gas nicht auf dem Weltmarkt verkauft werden kann. Ein Multi-Milliarden-Geschäft. Katar und Iran planen daher konkurrierende Pipelines, die beide durch Syrien führen.

Als der syrische Präsident Bashar al-Assad sich für den Bau der iranischen Pipeline und damit gegen die der Kataris entschied, wurde in Übersee ein Regime-Change beschlossen.

Der illegale Angriffskrieg ins Syrien ist ein Energiekrieg, bei dem das Team der Aggressoren sich aus den sunnitischen Staaten Katar, Saudi-Arabien und den NATO-Ländern USA, Frankreich, England und Deutschland zusammensetzt.

Das schiitisch regierte Syrien, das geografisch für die Streckenführung von Pipelines Richtung Europa im Weg ist, konnte die Allianz der Überfallenden bisher nur deshalb parieren, da hinter Damaskus neben dem schiitischen Iran auch Russland steht.

Deutschland beteiligt sich, so Dr. Daniele Ganser, erneut an einem illegalen Angriffskrieg, verletzt mit seinen Tornado-Aufklärungsflügen den Luftraum eines souveränen Staates und liefert die Daten dann an die am Boden agierenden „gemäßigten Rebellen“.  Unter ihnen sind u.a. Mitglieder der Al-Nusra-Front, die sich wiederum als Teil von Al-Qaida verstehen.

Wer allein diesen Umstand zu Ende denkt, kommt wie Dr. Daniele Ganser zu folgendem Ergebnis: „Merkel betreibt Luftaufklärung für Al-Qaida“.

Wie lange können die Massenmedien in Deutschland diese unfassbaren Fakten der Bevölkerung noch vorenthalten? Dr. Ganser wird zu diesem Thema am 2., 4. und 5. Dezember Vorträge zum Thema im Babylon Berlin halten, um einen Teil zur Aufklärung beizutragen.

Der Kartenvorverkauf läuft bereits. Der Eintrittspreis beträgt 14 EUR. Kartenvorverkauf unter: http://www.babylonberlin.de/ticketonline.htm

22 Kommentare zu: “KenFM am Telefon: Dr. Daniele Ganser über Öl-Pipelines und Krieg in Syrien

  1. Assad ist ein Engel, er hat zwei große weiße Flügel und wenn er über Syrien fliegt schüttelt er Goldstaub aus seinen Schwingen. Bei aller Kritik, sollte man nicht vergessen, dass Assad ein unfähiger Tyrann ist, dem es nicht gelang den Konflikt friedlich zu beenden. Stattdessen hat er den Konflikt eskalieren lassen und den Eintritt Russlands und Irans provoziert. Und das Märchen von den eingeschleusten Terroristen kann er seinen Kindern erzählen, denn eingeschleuste Terroristen haben keine Chance, wenn die Bevölkerung noch zwischen Staat und Terroristen unterscheiden kann. Aber wie soll sie das, wenn der Assad-Clan seit Jahrzehnten das Land als sein Eigentum begreift? Der Konflikt war von Anfang an auch durch syrische Kurden getragen worden. Man braucht nicht für jeden Durchfall die USA, es gibt genug üble Zeitgenossen, außer US-Geheimdienste und das Weiße Haus.

  2. Ganser bringt es wieder auf den Punkt!

    Die Gesamtzusammenhänge sind wichtig, um zu erkennen warum etwas gemacht oder unterlassen wird. Das Wirken ausländischer Mächte in den Auseinandersetzungen in Syrien wird deutlich, ebenso die Interessenslagen. Aus dem Ausland gelangen Waffen und Kämpfer nach Syrien und befeuern die Auseinandersetzungen.

    Für dieses Deutschland, das völkerrechtswidrig über Syrien mit Soldaten agiert, schäme ich mich. Waffenexporte in diese Region sind ein Verbrechen! Die verantwortlichen Politiker sollten sich vor einem internationalen Gerichtshof verantworten.

    Diese Welt wird wohl keinen Frieden finden, solange Kapitalinteressen die wichtigsten Steuerungsinstrumente sind.

  3. Woher weiß Dr. Ganzer, an wen die Daten der Aufklärungsflüge weitergegeben werden? Nichts als Mutmassung und Unterstellung. Aus der Bundeswehr wird dann gleich noch Frau Merkel und schon ist die Welt für den Naiven und Denkfaulen erklärt. Die Ursachen des Krieg in Syrien sind vielleicht doch etwas komplexer. Zumindest für Menschen, die sich für Ursachen und Zusammenhänge interessieren und über reflexhaftes „Ja-ja-die-USA-wieder“ hinauskommen. In welchem amerikanischen Hinterzimmer wurde eigentlich der „Regime-Change“ in der DDR beschlossen? Warum sollte die NATO einen „Putsch“ in der Ukraine „inszinieren“, um aus der Krim einen Stützpunkt zu machen, um besser Krieg mit Russland zu führen, wenn genau diese NATO den gewünschten Beitritt der Ukraine schon 2008 widersprochen hat. Und zwar genau von denen, die gerne als „Marionetten der USA“ bezeichnet werden. Angefangen bei Merkel. Ganzer redet dann lieber über Tennis oder den Wetterbericht. Über was auch sonst?

  4. Anbei noch eine aktuelle Ergänzung zur Debatte:

    The US War Against the Syrian State Is Not a ‚Pipeline War‘ — It’s Much Worse

    The massive, direct and immediate power interests of the US war state — not the determination to ensure that a pipeline would carry Qatar’s natural gas to Europe — drove the US policy of participation in the war against the Syrian regime
    (…)
    So the US funding for opposition groups in Syria aimed at exploiting the regime’s „vulnerabilities“ had begun under the Bush administration years before any supposed Syrian rejection of the Qatari pipeline proposal. The WikiLeaks documents thus contradict the alleged connection between the pipeline deal and a change in US policy toward Syria. Moreover, despite the reference to Saudi and Israeli intelligence reports that WikiLeaks has obtained, no story has been published based on those leaked documents that supports the „pipeline war“ thesis.
    Furthermore, the pipeline theory ignores the fact that the proposed Qatar-to-Turkey pipeline was always contingent on being able to link up with a larger proposed pipeline — the so-called „Nabucco“ pipeline going through Turkey that was designed by the EU to reduce European dependence on Russian gas. But as The Guardianreported in July 2009, the Nabucco pipeline project „has been mired in disputes and difficulties for two years, raising doubts about its viability.“
    (…)
    If it’s not a pipeline war, why is the US intervening in Syria? The US decision to support Turkey, Qatar and Saudi Arabia in their ill-conceived plan to overthrow the Assad regime was primarily a function of the primordial interest of the US permanent war state in its regional alliances. The three Sunni allies control US access to the key US military bases in the region, and the Pentagon, the CIA, the State Department and the Obama White House were all concerned, above all, with protecting the existing arrangements for the US military posture in the region.
    (…)
    The massive, direct and immediate power interests of the US war state — not the determination to ensure that a pipeline would carry Qatar’s natural gas to Europe — drove the US policy of participation in the war against the Syrian regime. Only if activists focus on that reality will they be able to unite effectively to oppose not only the Syrian adventure but the war system itself.

    http://russia-insider.com/en/us-war-against-syrian-state-not-pipeline-war-its-much-worse/ri16602

    • Übersetzung der obigen Auszüge von Box:

      Der Krieg der USA gegen den Syrischen Staat ist kein „Pipeline-Krieg“ – es ist viel schlimmer.

      Die massiven, unmittelbar direkten Machtinteressen des US-Kriegsstaates – nicht die Bestrebung um sicherzustellen, daß es eine Pipeline gibt die Erdgas von Katar nach Europa befördert – hat die US Politik dazu veranlasst, in den Krieg gegen die syrische Regierung einzusteigen.

      Die Finanzierung der syrischen Oppositionsparteien zielte darauf, die „Schwachstellen“ der Regierung auszunutzen – beginnend unter der Bush-Administration Jahre bevor es irgendeine mögliche Zurückweisung der Pläne einer Katar-Pipeline hätte geben können. Die Dokumente von Wiki-Leaks widersprechen damit der mutmasslichen Zusammenhänge zwischen dem Pipeline Deal und einer Politikänderung der USA gegenüber Syrien.

      Trotz eines Bezugs auf saudische und israelische Geheimdienstberichte, die Wikileaks erhalten hat, wurde kein auf den durchgesickerten Dokumenten basierender Artikel veröffentlicht, der die Pipeline-Krieg These unterstützte.

      Ausserdem ignoriert die Pipeline-Theorie die Tatsache, daß die vorgeschlagene Katar-Türkei-Pipeline immer für die Möglichkeit vorgesehen war, sie mit einer größeren geplanten Pipeline zu verbinden – die so genannte „Nabucco“ Pipeline durch die Türkei, die von der EU entwickelt wurde um die europäische Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern. Aber wie der Guardian im Juli 2009 berichtete, wurde das Nabucco-Pipeline-Projekt „zwei Jahre lang in Streitigkeiten und Schwierigkeiten verstrickt, und hat damit Zweifel an seiner Realisierung genährt.“
      (…)

      Warum interveniert die USA in Syrien, wenn es kein Pipeline-Krieg ist? Die Entscheidung der USA, die Türkei, Katar und Saudi-Arabien in ihrem unausgegorenen Plan zu unterstützen, die Assad-Regierung zu stürzen, lag in erster Linie im ursprünglichen Interesse des US-Permanent-Kriegsstaates, seine regionalen Bündnisse zu sichern. Die drei sunnitischen Verbündeten kontrollieren den Zugang der USA zu ihren wichtigsten US-Militärbasen in der Region, und das Pentagon, die CIA, das State Department und das Weiße Haus unter Obama wollten alle in erster Linie die bestehenden Rechte für das US-Militär in der Region sichern.
      (…)

      Die massiven, unmittelbar direkten Machtinteressen des US-Kriegsstaates – nicht die Bestrebung um sicherzustellen, daß es eine Pipeline gibt die katarisches Erdgas nach Europa befördert – trieb die US-Politik in die Kriegsbeteiligung gegen die syrische Regierung. Nur wenn sich Aktivisten auf diese Realität konzentrieren, können sie sich effektiv vereinigen, um sich nicht nur den syrischen Abenteuern entgegenzustellen, sondern dem Kriegs-System selbst.

      Schliesslich sind es diese Militärbasen, die den USA ermöglichen, die Rolle des Hegemons im Nahen Osten zu spielen….

  5. Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass das Imperium (oder Teile dessen Machteliten) kein großes Interesse an einem funktionierenden Staat Syrien hat, genau so wie beim Irak und bei Libyen, denn deren Regierungen wurden ursprünglich ja auch vom Imperium eingesetzt, haben sich dann aber von dessen Interessen abgewendet. Da ist dann kein Staat vielleicht doch besser, da können die Konzerne des Imperiums dann freier (und profitabler) schalten und walten.
    Andrerseits wäre ein IS im Sinne von Huntington nützlich um den Kampf der Kulturen voranzubringen und den ewigen Krieg (gegen den Terrorismus) aufrechtzuerhalten- ein einträgliches Geschäft nicht nur für den militärisch-industriellen Medienkomplex.

  6. Failed states.
    Failed states ist das Ergebnis der Globalisierungspolitik, wie sie führend von NATO Staaten und NGOs betrieben wird.
    Der Krieg wurde gezielt nach Syrien hineingetragen, entscheidend über Infiltration durch „Flüchtlinge“ aus dem Irakkrieg.
    Dem Vortrag von Hr. Ganser folgend ist die deutsche /852/am Krieg gegen Syrien beteiligt , folglich an der Produktion von Flüchtlingen, und zugleich an der Unterstützung von AlNusra/IS.
    Die deutsche Politik Merkel produziert Flüchtlinge, unterstützt Terroristen und bricht Gesetze und elementarste Sicherheitsvorkehrungen um die Massenmigration nach Deutschland zu ermöglichen .
    Warum sollten nicht Pläne bestehen, die genau auf diese Weise eine Desabilisierung Deutschlands zu betreiben,
    mit z.B. dem Hintergrund ,ein souveänes Deutschland zu verhindern.

  7. Guter Beitrag, wie nicht anders von Herrn Ganser zu erwarten.
    Wie nennt man das wenn hunderte und tausende ausländischer, fanatisierter und bezahlter Kräfte nach Syrien importiert werden? Sicherlich nicht Bürgerkrieg. Darum ist es recht nett, daß das gleich am Anfang erwähnt wird.
    Wahrheitsgemäß wird das auch in Tim Andersons Buch „Der schmutzige Krieg gegen Syrien berichtet.“

    Ich denke die Geschichte mit den Rohstoffen ist ein netter Bonus und spielt auf einer gewissen Ebene auch eine Rolle, aber hauptsächlich geht es wohl um die Hintertreibung einer eurasischen Einigung. Im Grunde reicht es aus daß in Syrien Krieg ist.

    Dabei sind natürlich die hauptsächlich von Saudi-Arabien, mit freundlicher Unterstützung der USA, befeuerten konfessionellen Konflikte außerordentlich nützlich.

    Ebenso die recht komplexe Situation der Kurden (Irak-Barzani-Syrien-YPG-etc.).

    Es geht wohl um die Unterbrechung der Seidenstraße. Auch um den russischen Mittelmeerhafen Tartus. In Syrien generell um die russisch-syrische Nähe. Im allgemeinen eben darum alle Verbindungen nach Westeuropa und Afrika zu kappen.

    Bei diesem Unterfangen ist Syrien zwar ein hauptsächlicher Schauplatz aber nicht der Einzige. An der dargelegten Schranke sind alle Länder entweder mit Krieg überzogen oder durch massive politische Korruption russlandfeindlich bzw. chinafeindlich eingestellt.

    Auf dem Seeweg wird diese Praxis im südchinesischen Meer versucht.

    Im nahen Osten fällt dies bezüglich China nicht so sehr auf da es dort militärisch kaum involviert ist.

    China war wirtschaftlich ziemlich aktiv in den afrikanischen Ländern Libyen und Sudan, man braucht sich diese Länder nur heute anzuschauen.

    Daß die NATO das angerichtete Chaos nicht in den Griff bekommt ist wohl Methode und kein Versehen. So ist eine andauernde Präsenz gewährleistet.

    Zu Afghanistan. Mit der afghanischen Opiat-Ernte lassen sich wunderbar alle erdenklichen Niederträchtigkeiten finanzieren.

    Zu erneuerbaren Energien. Das betrifft die Systemfrage und somit alle Spieler, denn dazu müßten alte „Eliten“ Macht abgeben.

    Eine geschichtliche Anekdote zum Abschluß: Der französischen Bourgeoisie war es im Angesicht einer aufsässiger werdenden Arbeiterschaft gar nicht so unangenehm vom faschistischen Deutschland besiegt und besetzt zu werden.
    Und während die französische résistance in aller Munde ist, hört man von der wesentlich aktiveren, kommunistischen resistenza in Italien kaum etwas.

  8. Danke Euch(Ken und Daniele) für Euren Mut und Euer unermüdliches Dranbleiben und Bemühen um die Aufdeckung der Wahrheit und der Wirklichkeit!
    Während ich diesem Gespräch lauschte, hatte ich die Vision von einem übermächtig großer Hammer, der pausenlos und ohne jedwede Rücksicht und mit immer brutalerer Stärke auf diese Region hernieder saust, sodass unsere Welt überall immer mehr Spalte und Risse bekommt, die sich immer weiterführender und weltumspannender verästeln, sodass sie uns in jedem Moment um die Ohren fliegen könnte.

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