KenFM am Telefon: Petra Wild zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch Trump

Am 8. Dezember 1978, sprich vor genau 30 Jahren, starben in Palästina, in der Nähe des Grenzübergangs Erez, vier Palästinenser, nachdem das Taxi, in dem sie saßen, von einem israelischen Militärlastwagen in einen vorsätzlichen Unfall verwickelt wurde. Noch am selben Tag kam es zur ersten Intifada, dem ersten kollektiven Aufstand des Palästinensischen Volkes. Hand aufs Herz: Welches europäische Volk hätte solange gewartet, um sich gegen die permanente Besatzung einer bis an die Zähne bewaffneten Macht zu wehren? 1978 lag die Staatsgründung Israels bereits 30 Jahre zurück.

Die Nakba, die Ethnische Säuberung an den Palästinensern, hatte zwischen 1947 und 1948 rund 800.000 Menschen zur Flucht in die Nachbarländer gezwungen, wo viele bis heute in Flüchtlingslagern mehr hausen als leben. Sie werden geduldet und genau wie in ihrer eigentlichen Heimat Opfer westlicher Geopolitik, die mit der Balfour-Erklärung bis ins Jahr 1916 reicht. Alle Verhandlungen, mit oder ohne Gewalt, haben den Palästinensern nichts gebracht. Sie wurden von allen verraten und verkauft. Israel, das sich gerne als einzige Demokratie in der Region verkauft, faktisch aber als ein Apartheidsstaat bezeichnet werden muss, hat diese Woche einen weiteren Etappensieg errungen.

Die USA, ohne die sich Israel keinen Tag in der Region halten könnte, haben dem Wunsch des Netanjahu-Regimes entsprochen und Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel anerkannt. Donald Trump bereitet aktuell den Umzug der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem vor und stellt sich damit auf die Seite eines Landes, das permanent das Völkerrecht bricht und das bisher 200 UN-Resolutionen gegen die ausgeübte Politik in den Wind schlug. Israel schert sich einen Dreck um Völker- und Menschenrechte und greift als Atommacht ganz bewusst auch noch nach dem Ostteil des illegal besetzen Jerusalem.

Dieser Griff ist eine Zäsur im Kampf des Palästinensischen Volkes um Selbstbestimmung, denn es macht den Traum von einem eigenen Staat endgültig zunichte. Die Palästinenser haben jetzt nichts mehr zu verlieren. Dieser Umstand könnte auch den arabischen Nachbarn zum Anlass genommen werden sich einer aktuell neu ausgerufenen Intifada anzuschließen. Der Kampf um Jerusalem ist weit mehr als der Kampf um das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser. Hier könnte sich die Wut der letzen 100 Jahre entladen. Eine Wut, die auf 100 Jahren Kolonialismus des Westens in der ganzen Region aufbaut.

Jerusalem ist hier der Zünder am Pulverfass Middle East und die Player USA, Israel und Saudi-Arabien, stehen dabei gegen Syrien, Irak, Iran und Ägypten – wobei diese Allianz starke Player im Hintergrund kennt. Russland und China. In diesem möglichen Showdown wird es keine Gewinner geben, aber viele Verlierer. Ganz vorne steht dann aber der Staat Israel, ein Land, das es dank seiner zionistisch-rassistischen Führung geschafft hat der weltweit unsicherste Ort für Juden zu werden. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass immer mehr Israelis dem Land den Rücken kehren und ihre Koffer packen.

„Nächstes Jahr in Jerusalem“ hat sich zum Albtraum eines Volkes entwickelt, das mit einem eigenen Staat die Chance hatte die Toleranz zu leben, die man ihm über Jahrtausende selber verwehrt hatte. Es ist bitter, aber in diesem Fall Hausgemacht. Der Zionismus und sein finaler Griff nach Jerusalem, das chronische in-den-Staub-treten des palästinensischen Volkes, gefährdet das ganze Land. Solange der Zionismus das Judentum in der Zwangsumarmung hält, kann es keinen Frieden in der Region geben.

KenFM sprach heute am 8. Dezember, dem Tag der ersten Intifada von 1978, mit der Islamwissenschaftlerin Petra Wild über die Jerusalem-Entscheidung des Donald Trump und über Gefahren und möglichen Kettenreaktionen, die mit dieser Entscheidung nun in Gang gesetzt werden könnten.

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23 Kommentare zu: “KenFM am Telefon: Petra Wild zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch Trump

  1. Für mich gibt es nur eine Lösung für die Israel-Frage: Alle Länder müssen eine „Willkommens“-Kultur für „ihre“ Juden beginnen. Balfour hatte die Juden loswerden wollen so wie alle anderen Länder auch darüber froh waren, dass „das Juden-Problem“ nun woanders gelöst werden musste (nämlich nicht im eigenen Land). Der Kern des Problems ist und bleibt, dass wir die Juden nie in unserer Kultur integrieren konnten – und das müssen wir als „Menschheitsfamilie“ lösen. Jedes Land kann selber diese Willkommens-Kultur initiieren und pflegen. Jedes Land sollte sich bei „ihren“ Juden entschuldigen und sie auffordern, ins Land zurück zu kommen. Gleichzeitig damit sollte auch jedes Land Israel als Staat aberkennen und den Palästinensern komplett zurückgeben. Die Palästinenser werden vernünftig genug sein, die Juden in ihrem Land zu respektieren, wenn gleiches Recht für alle gilt.
    Zu utopisch? Eure Meinung dazu würde mich interessieren. Danke.

    • Hinzufügen möchte ich noch, dass das Israel-Problem aus dem imperialistischen Kolonialdenken heraus geboren wurde. Heute wissen wir, dass dieser Imperialismus mit seinem Kolonialwesen falsch war. Konsequenterweise muss man heute dahingehend auch die Balfour-Erklärung „widerrufen“ und korrigieren. Alles andere wäre falsch.

  2. Ich muss mich wundern, wenn ich die Beiträge lese. Hier wird eine groß angelegte „zionistische“ (Vielen ist weder der Ursprung noch der historische Kontext dieses Wortes scheinbar bekannt) Aktion vermutet… ich denke nicht, dass Trump hier in erster Linie jüdische Interessen vertreten wollte, sondern vielmehr muslimische bekämpfen! Grundsätzlich bestehen bei Antisemiten und Israel-Kritikern völlig falsche Vorstellungen über den „palästinensischen Staat“. Es gibt und gab unter den Muslimen im Gaza,Westbank oder auf dem Territorium Israels noch nie das nach westlichen Kriterien entstandene Verständnis von einem gemeinsamen Volk, folglich kann es eigtl staatsrechtlich auch keinen Staat geben. Das gesamte Konstrukt einer Zwei-Staatenlösung ist der seit vielen Jahrzehnten andauernde Versuch eine in sich völlig unsinnige 80 Jahre alte UN-Resolution zu bewahren, mangels Mut für andere realistischere Lösungen. Hier die Schuld den „Zionisten zu geben, ist ganz leicht, wird der Sache aber nicht gerecht (Zionistisch handelten übrigens vor Jahrhunderten auch schon z.B. Russland und China).Wer nach 70 Jahren immer noch von „Flüchtlingslagern“ spricht und junge Palästinenser von „ihrer Heimat“unwidersprochen reden lässt, die nicht mal ihre Eltern je gesehen haben, hilft ihnen nicht wirklich…

  3. Das ist m.E. nur die Verlegung der US Botschaft von einer palästinensichen Stadt in eine andere palästinensische Stadt. Jerusalem bleibt in Palästina. Die Hauptstadt bleibt auch Tel Aviv, egal wo die US ihre Botschaft hinlegt. M.E. ein typischer Schachzug von Trump.

    • Ich bin nicht für die sogenannte ‚Zweistaatenlösung‘ wie sie offenbar von Kanzlerin Merkel und der EU favorisiert wird. Ich bin für einen Staat Israel-Palästina oder Palästina-Israel (vielleicht sollte man auslosen, welches Land zuerst genannt wird und welches ‚last but not least‘ genannt wird..).
      Und dieser Staat muss natürlich praktisch 1:1 israelisches Recht bekommen – bei völliger Gleichberechtigung aller Palästinenser und Diskriminierungsfreiheit – oder wollen Sie die Diktatur einer Terrororganisation wie in Gaza oder von offensichtlichen Verbündeten dieser Terrororganisation (wie die aktuelle Regierung ‚Palästinas‘) auch im heutigen Israel?

      Egal von welcher Perspektive man es sieht, es hat eher Unterhaltungswert als wirkliche Relevanz, ob Jerusalem (West) oder Tel Aviv die Hauptstadt Israels ist. Das nun zum Streitpunkt zu machen, egal, von welcher Seite aus, ist pure Symbolpolitik an den Interessen der Bürger vorbei.

    • Mit „praktisch 1:1“ meine ich, dass Israel die Wehrpflicht abschaffen sollte. Das würde natürlich dann auch für einen Staat Israel-Palästina (bzw. Palästina-Israel) gelten.

    • Welche Absicht wird verfolgt?
      Reine Willkür des Trumps, klingt auf seine Person bezogen für sich gesprochen plausibel, aber im Gesamtbild eher zu einfach.
      Das Zugehörigkeitsbewusstsein der Muslime weltweit wieder zu erwecken ist eine Möglichkeit und das hat er wahrlich geschaft.
      Die Frage ist jetzt, nützt das jetzt den Muslimen um diesen Hotspot, wenn Sie den Clash of Religion um Palästina ausfechten oder eher der Waffen- und Bankenindustrie? Klingt so ähnlich wie die Iran-Contra-Geschichte, den Handel mit Waffen und Menschenleben auf beiden Seiten betreiben.
      Hat auch den Vorteil, dass die Ölpreise raufschießen werden und die Frackingindustrie mit absahnt. Und China muss mehr Reserven für Energieimport aufbringen. Nur Russland macht dann auch den Reibach. Aber, das wurde schon mit der Containment-Strategie bedacht. Diese wird bei der Ukraine und in Nordkorea mit kleiner Flamme beschäftigt.
      Wenn wir davon ausgehen, dass die Banken und Kriegsindustrie händeringend einen großen Flächenbrand brauchen, dann klingt es eher plausibel, dass es hier im Orient stattfinden soll, weil mit Ukraine an den Grenzen zu Russland viele europ. Staaten nicht mitmachen und somit Euro-NATO ausfällt.

      Bei Israel hat man die Euro-NATO mit an Board, weil das ja „Staatsräson“ ist, die Verteidigung Israels. Für die jungen ahnungslosen Menschen ist es viel cooler auf Kreuzügen zu ziehen als im kalten Norden gen Osten einzufallen.

      Und war da nicht irgendwie von einer Prophezeihung der Juden die Rede, dass die Entscheidungsschlacht um Jerusalem in diesem Jahrhundert stattfinden soll?

    • Ich möchte keine weiteren Spekulationen zum Besten geben, da hier sehr starke gegensätzliche Kräfte am Wirken sind. Es gibt Pläne und es gibt Gegenpläne. Dabei bleiben wir ohnehin außen vor.

      Ich möchte lediglich noch auf einen Artikel Herrn Meyssans verweisen:

      Bilanz und Perspektiven von Donald Trump
      von Thierry Meyssan

      Es ist ein großer Fehler, Präsident Trump nach den Kriterien der herrschenden Klasse in Washington zu beurteilen, indem man die Geschichte und Kultur der Vereinigten Staaten nicht berücksichtigt. Es ist ein anderer Fehler, seine Handlungen mit europäischen Maßstäben zu interpretieren. So hat seine Verteidigung der Waffenbesitzer oder der rassistischen Demonstranten in Charlottesville nichts mit Extremismus-Unterstützung zu tun, sondern nur mit der Förderung der Bill Of Rights. Thierry Meyssan erläutert die Meinungsströmung, die er vertritt und gibt einen Überblick über seine sehr wichtigen wirtschaftlichen, politischen und militärischen Leistungen. Er wirft auch die Frage der Grenzen des US-politischen Denkens auf und die Risiken, die bei der Demontage des „amerikanischen Imperiums“ entstehen werden.
      Voltaire Netzwerk | Buenos Aires (Argentine) | 5. Dezember 2017
      http://www.voltairenet.org/article198951.html

      Zum Schluß möchte ich noch anmerken, daß Herr Ploppa stets darauf hinweist, daß die Fackel der „neoliberalen“ Ausprägung des Kapitalismus nicht ortsgebunden ist. Er merkt an, daß es derzeit der Fall sei, daß sie weitergereicht wird, an das neoliberal-kapitalistische Europa unter deutscher Obhut.
      So wäre zumindest die Spinnefeindlichkeit des (noch?) EUSA-Establishments gegen die Trump-Administration erklärt.

      Was haben wir als Menschheitsfamilie davon? Bisher nicht wirklich irgend etwas. Die kapitalistischen Großmächte, die Entscheidungsträger im Hintergrund, ihre Institutionen, ordnen die Welt neu.

  4. Derzeit beschießt die Terrororganisation Hamas, die als Teil der „palästinensischen“ Regierung von der UN, von den USA und von der EU de facto anerkannt ist *) , Städte in Israel. Das ist ein terroristischer Akt und nicht weniger als das.
    Trumps Symbol- und Medienpolitik über Jerusalem war wohl ein Signal für die Hamas zum Angriff gegen völlig Unschuldige.

    Der Staat Israel hat schlicht und einfach das Recht und sogar die Pflicht, diese Angriffe zu beenden und zu bekämpfen – allerdings sollte man wirklich auch an die zahlreichen Palästinenser denken, die keine Diktatur einer islamistischen Terrorgruppe wollen und – wenn sie frei entscheiden könnten – am liebsten Bürger Israels würden.

    *) was ein wirklicher Skandal ist – bitte nachlesen, Wikipedia: „Regierung des Staates Palästina vom Juni 2014“ und natürlich Wikipedia: „Hamas“

    • Besten dank für den Hinweis auf, Jimmy Wales, Wikipedia:

      KenFM zeigt: Zensur – die organisierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien

      Gibt es Versuche einer organisierten und gezielten Meinungsmanipulation in unserer Gesellschaft? Im Jahr des Wortes „Fake News“ ist die Frage aktueller denn je.
      (…)
      Der Film führt in ein Netzwerk von Autoren, Journalisten und politischen Akteuren, die sich auf mehreren Internetplattformen organisieren und von finanzkräftigen Stiftungen und sogar öffentlichen Geldern finanziert werden. Ein Netzwerk, das seit Jahren versucht, eine regelrechte Gesinnungsdiktatur voranzutreiben, um damit gesellschaftlichen Dialog und freie Meinungsentfaltung zu verhindern, und das mit der Wikipedia die bedeutendste kostenlose Informationsressource unter seine Kontrolle gebracht hat.

      Damit entlarvt der neue Film von Markus Fiedler und Frank-Michael Speer ein Vorgehen, das jeglichen Verhaltensregeln in einer demokratischen Grundordnung widerspricht und das geistige und politische Klima dieses Landes bedroht.
      https://kenfm.de/kenfm-zeigt-zensur/

    • @Box

      Ich weiß ziemlich genau, dass Wikipedia in Teilen politisch diktiert ist und dies unverblümt bis unverschämt unter dem Deckmantel angeblicher ‚Objektivität‘ auslebt.

      Aber bei offiziellen und unstrittigen Fakten ist Wikipedia schlicht und einfach ein gutes Nachschlagewerk, seien es Geographie, Sportergebnisse und eben auch Fakten über die aktuelle Regierung ‚Palästinas‘ und Fakten über die Hamas. Alleine der Beschuss völlig unschuldiger Bewohner israelischer Städte als ‚Reaktion‘ auf die Scheingefechte eines US(!)-Präsidenten zeigt, welche Art Organisation die Hamas ist – man nennt das ganz objektiv Terrororganisation.

  5. Das Gute am Ereignis dieser Woche ist, dass nun alle wissen, wer die USA de facto regiert (und schon immer regiert hat). Trump hat durch sein auferzwungenes Handeln, den Schleier gelüftet. Die Strippenzieher wissen jetzt, dass man ihnen fortan genauer auf die Finger schauen und sie beim Namen nennen wird, wenn ihre Machenschaften aufgedeckt werden. Sie hassen nämlich das Licht. Der Widerstand gegen diese Leute wird in Zukunft zunehmen. Vielleicht eine Chance, dieses kriminelle System endlich zur Strecke zu bringen. 

  6. Der Elefant im Raum

    thediplomat:

    China reaffirms its support for East Jerusalem as the capital of a Palestinian state.
    Geng reiterated China’s support for East Jerusalem as the capital of a Palestinian state.

    China firmly supports and advances the Middle East peace process. We support the just cause of the Palestinian people to restore their legitimate national rights and stand behind Palestine in building an independent, full sovereignty state along the 1967 borders with East Jerusalem as its capital. We call on all parties to remain committed to resolving disputes through negotiations and promoting regional peace and stability in accordance with the relevant UN resolutions.

    The “relevant UN resolutions” Geng mentioned mainly refers to the 2016 Resolution No. 2334, which demands that “Israel immediately and completely cease all settlement activities in the occupied Palestinian territory, including East Jerusalem.”

    In April, Chinese Foreign Minister Wang Yi met with his Palestinian counterpart Riyad al-Malki in Beijing. During the meeting, Wang voiced China’s “support for the 2002 Arab Peace Initiative, the two-state solution, the establishment of a fully independent Palestinian state on the 1967 borders with East Jerusalem as its capital, and any other help that would ease the Palestine-Israel situation.”

    He then called for the resumption of peace talks between Palestine and Israel “as early as possible.”

    In July, Palestinian President Mahmoud Abbas visited China and met with Chinese President Xi Jinping. During the meeting, Xi put forward a new four-point proposal on the Palestine issue. Not only did Xi reaffirm China’s support for the two-state solution, but offered to provide financial support to Palestine, including “supporting Chinese companies to invest in Palestine and build industrial parks and solar power plants.”

    So far, China has made clear its determination to play a more important role in the Middle East. Trump’s latest decision seemed to have provided China a good chance to realize this goal.

    • Letztlich kommt es auf das an, was den Bürgern präsentiert wird.

      Eine ‚faktische‘ Einstaatenlösung, die aber formal eine Zweistaatenlösung wäre, ist auch denkbar.

      Damit meine ich die Einrichtung von Freizügigkeit (einer offenen Grenze vergleichbar mit der zwischen Deutschland und Frankreich) zwischen zwei nominell unabhängigen Staaten Israel und Palästina, deren Hauptstadt jeweils Jerusalem ist (West und Ost). Die beiden Staaten könnten eine Union bilden wie etwa die EU und einen gemeinsamen Reisepass bekommen, der natürlich die Rechte der beiden bisherigen Pässe kombiniert.

      Das wäre ein echter Fortschritt und würde die Diskriminierungen sowohl gegen heutige Israelis als auch gegen heutige Palästinenser beenden! Israelis könnten somit in Saudi-Arabien einreisen und Palästinenser in die USA.

      Das wäre eine echte Friedenslösung, und die EU ist für solche Dinge Vorbild.

  7. So ganz verstehe ich die Aufregung nicht, genauer gesagt: sie wird künstlich und scheinheilig erzeugt. Trump hat nur realisiert, was längst Realität war. Jerusalem ist die Hauptstadt des zionistischen Siedlerstaates! Wunschdenken und irgendein „Völkerrecht“ spielen dabei überhaupt keine Rolle, sondern ausschließlich die militärische Machtverhältnisse. Erbärmlich sind die notorischen Trump-Basher, die gemäß „Staatsraison“ sonst alle als Antisemiten diffamieren, die Kritik an Israel üben.

    Es gibt keinen „Friedensprozeß“! Folglich kann man ihn auch nicht gefährden. Es wird keine zwei Staaten geben! – Die Ein-Staat-Lösung, die neuerdings in den hiesigen Medien als „Föderation“ auftaucht, wird es auch nicht geben. Man muß kein Prophet sein, um zu sehen, daß der „jüdische“ Staat sich niemals darauf einlassen würde. Die Machtverhältnisse müßten sich schon grundlegend ändern (wodurch?), und dann müßte er mit Gewalt durchgesetzt werden. Das ist nicht in Sicht.

    Welche Lösung gibt es also? Es gibt keine! – Es gibt höchstens eine „Lösung“, die man nur in Anführungszeichen setzten könnte (Vertreibung, ethnische Säuberung usw.), und die ist eher wahrscheinlich als alles andere.

    Ich gehörte zu denen, die in Trump gewisse Hoffnung gesetzt hatten. Die Hoffnung habe ich weitgehend aufgegeben. Wahrscheinlich ist er tatsächlich einfach nur unfähig. Selbst wenn er die Absicht hat(te), den Tiefen Staat zurückzudrängen und die wahren Machthaber zu entmachten, so wird er das wohl kaum schaffen. Wenn überhaupt, wäre es nur mit Hilfe einer breiten revolutionären Volksbewegung zu bewerkstelligen. Die ist genausowenig in Sicht wie der eine Staat in ganz Palästina, in dem alle friedlich zusammenleben.

    Dennoch könnte es sein, daß Trump in Sachen Jerusalem einen (vermeintlich) raffinierten Zug gemacht hat, mit dem etwas ganz anderes erreicht bzw. vorbereitet werden soll als das Scheinbare. Er ist ein „Dealer“ und spielt über Bande. Er hat irgendeinen Plan im Kopf, vielleicht die oben erwähnte „Lösung“ in Anführungszeichen. Ob der Plan gelingt, steht auf einem anderen Blatt.

    • Was Deutschland, Polen und Frankreich geschafft haben (die vor gar nicht langer Zeit in dauernden Kriegen waren), können auch Israel und Palästina bekommen. Für einen Friedensprozess muss man nur bei den EU abschauen. Die EU ist ein Friedensmodell für die ganze Welt. Es ist manchmal einfacher als behauptet.

    • Es ist recht einfach für Deutsche – gemessen an der Geschichte sensationell einfach – nach Israel zu reisen und sich Israel anzuschauen. Was sofort auffällt, ist die wirklich realisierte und von nahezu allen gelebte Religionsfreiheit in Israel, an dem sich viele EU-Staaten wirklich etwas abschauen können. Jerusalem ist mitnichten ein ‚jüdischer Vorposten‘, sondern gerade der israelische Teil Jerusalems ist geradezu das Beispiel für religiöse Vielfalt. In Jerusalem (Israel) stehen wörtlich Synagogen, Kirchen und Moscheen direkt nebeneinander und das völlig friedlich.

      Die Politik in Israel wirkt zu Recht angespannt und ist davon geprägt, dass Israel von harten Grenzen umgeben ist, aber glücklicherweise eng an den Westen angebunden ist. Die Grenzzaunsituation wirkt im Grunde aber völlig sinnlos, da gerade Israel ja zeigt, dass sogar sehr unterschiedliche Religionen kein politisches Problem sein müssen. Ein wirklicher Fortschritt in der Region wären offene Grenzen wie in der EU von und nach Israel.

  8. Ich wage mal meine These so in den Raum zu werfen. Könnte es nicht so sein, dass Donald Trump dies gemacht hat, damit sich Israel um sich und um seine innere Sicherheit kümmern muss und im Gegenzug weniger Ressourcen zur Verfügung hat um in Syrien zu intervenieren. Meiner Meinung nach sucht Trump eine Lösung in Syrien und ist daher auch auf Moskau angewiesen. Die Israelis fliegen Angriffe gegen angebliche Hisbollha Stellungen. Es wird eine Frage der Zeit sein, bis eine israelische Maschine abgeschossen wird. Klar wäre das für Israel ein Kriegsgrund. Solange Israel mit seinen Feinden im Innern beschäftig ist, hat Trump den Rücken frei für Friedensverhandlungen. Ich bin mir bewusst, dass diese selbstverständlich unter Ausschluss von der Öffentlichkeit und unter strengster Geheimhaltung geführt werden.
    Ich stelle es frei, diese These sachlich zu diskutieren, nach dem Motto: These / Antithese

  9. ‚Schleichende Vertreibung‘, ja, und schleichendes Stehlen.
    Das ist die einzige Demokratie in den Mittleren Osten, die nur noch besteht durch jüdische Macht in den USA.

    Wie es möglich ist das Juden, die eine zehn Punkte höhere IQ haben dann durchschnittlich, sich immer wieder in Situationen manoevrieren worin sie selbst schwer geschädet werden, unbegreiflich.
    Jeder vernünftiche Mensch sieht wie die Amerikanische Macht verschwindet, die Erklärungen auch von Führer im Westen machen es deutlich.
    Und auch die Macht der Juden in den USA nimmt ab, es ist Deep State noch immer nicht gelungen Trump ab zu setzten, nie bevor sah ich in USA Diskussionen so viele anti jüdsiche Äusserungen, wie Z.B. bei Unz Review.

    Aber Juden sind nicht die einzige, ich lese gerade ein Buch, eine sehr detaillierte Beschreibung, fast von Stunde zu Stunde, wie Japan mitte 1945 zu Kapitulation kam.
    Es ist fast komisch, jetzt, zu lesen wie bei vor allem Japanische Militäre jede Rationalität nicht mehr bestand.
    Hätte der Kaiser, der nur ein Symbol war bis dann, nicht persönlich eingegriffen, dann hätten vielleicht zehn Prozent der Japaner, zwanzig Millionen, zum Tode gekämpft.
    Homo sapiens, muss sein ‚der irrationale Mensch‘.

    Ich fürchte das Juden Öpfer sind ihrer Identität ‚immer unschuldige Öpfer‘.
    Keynes wusste es schon ‚Ansichten haben in der Welt die grösste Macht‘.
    Aber was sehr gefährlich werden kann sind die durch Deutschland gelieferte U Boote, die Israelische Raketen abfeueren können, mit Israelische Atomköpfe.
    Wie der Israelische Historiker, aus den Niederländen, Martin van Krefeld, oder Crefeld, bei uns schon vor Jahren erklärte ‚Israel kann jede Hauptstadt vernichten‘.

    Jetzt versucht Israel Trump so weit zu kriegen das der USA Iran attackiert.
    Vielleicht hat Iran schon seit 1990 Atombomben, es sollen 90 aus der Ukraine verschwunden sein, Iran habe, wird gesagt, 2005 die Schlösser geknackt.
    Iran ist Berg Gebiet, die Iranier bauten tief in die Berge Räume die Atombomfest sind.
    Wird Iran angegriffen, nach meiner Meining das Ende Iran’s, aber auch das Ende Israel’s.
    Und wahrscheinlich das Ende des Lebens alle höhere Tierforme auf dieser Welt.

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