KenFM am Telefon: Willy Wimmer zur Selbstanzeige bei Mercedes-Benz wegen illegaler Absprachen

Als am 14. April 1912, gegen 23:40 Uhr, der Luxuskreuzer Titanic einen Eisberg touchierte, lief der Betrieb an Bord noch lange, sehr lange so weiter, als ob nichts geschehen wäre. Das Ende der Geschichte ist bekannt. Die Titanic sank und nahm den größten Teil ihrer Passagiere mit auf den Grund.

Ein ähnliches Szenario könnte vor uns liegen. Während die Nation in den Sommerferien weilt, macht der Erfinder des Automobils, Mercedes Benz, mit einer Selbstanzeige auf sich aufmerksam. Es geht um illegale Absprachen mit den anderen großen Autobauern BMW und der Volkswagengruppe, zu der unter anderem Audi, Porsche und Seat gehören.

Im Falle eines Schuldspruchs hätte die deutsche Autobranche ein ernsthaftes Problem. 10 % des Jahresumsatzes könnten als Strafe verhängt werden, aber was noch schlimmer ist, Millionen Kunden könnten einen Schadensersatz fordern, wenn sich z. B. herausstellt, dass ihre teuer bezahlte Euro-Norm 5 oder 6 gar nicht dem Standard entspricht. Schon jetzt fordern deutsche Spediteure 100 Millionen Schadensersatz.

Warum hat sich Mercedes selber angezeigt?

Wieso gibt der Konzern an, Gesprächsprotokolle zu besitzen, die ihn und die Konkurrenz belasten?

Handelt es sich hier wirklich nur um einen Industrieskandal bei dem die Betroffenen plötzlich ihre Gewissen entdeckt haben oder ist hier unter Umständen etwas völlig anderes im Spiel?

Das Drücken der Aktienkurse, um die Unternehmen über ausländische Großbanken aufkaufen zu lassen.

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(!) Veranstaltungshinweis (!)

Vortragsveranstaltung mit Willy Wimmer und Wolfgang Bittner in Berlin

„Der Einfluss der USA auf Europa – Die USA-EU-Russland-Krise“

4. Oktober 2017
Kino Babylon/ Rosa-Luxemburg-Straße 30/ 10178 Berlin
19.00 Uhr

Eintritt: 12,- EUR
Tickets hier.


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Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

41 Kommentare zu: “KenFM am Telefon: Willy Wimmer zur Selbstanzeige bei Mercedes-Benz wegen illegaler Absprachen

  1. Kartelle, die seit Jahrzehnten mit Wissen der Politik existieren, soll ich jetzt kritisieren?
    Das Drehbuch läuft spätestens seit 9/11 – und das sind Profis.
    Wenn jetzt nicht ein Umdenken in der EU-Politik erfolgt und endlich eigenständige Politik gemacht wird, in dem man sofort vorbehaltlos Gespräche mit RU aufnimmt und Nordstream 2 baut, dann ist alles zu spät und sämtliche Abgeordnetengehälter sind nichts anderes als Steuer-Abgaben an die Schutzgeld-Mafia.

    Mein besonderer Vorschlag für einen wirkungsvollen Gegenschlag wäre, wenn die EU sämtliche Finanztransfers mit Steueroasen sofort verbietet. Dann ist das weltweite Kriegsspielen, – finanziert aus Steueroasen-, beendet und die Billionen-Vermögenden könnten dort endlich ihr Erspartes auf den Caymans re-investieren und ihren Lebensabend auch dort verbringen.
    Denn wo der Lebensmittelpunkt ist, da ist auch der 1.Wohnsitz.
    Und der Lebensmittelpunkt ist die Gier nach Profit.
    Für eine marktkonforme Demokratie gibt es dann keine Prokura mehr durch ein x alle 4 Jahre.

    • Mit anderen Worten… sie haben auch nicht die gernigste Ahnung was man tun könnte?
      Ihre Vorschläge sind in der real existierenden Welt lächerlich. Ich hoffe sie wissen das?

      Genauso gut können sie erwarten, dass der grosse blöde Haufen in wenigen Wochen bei der Wahl eine Regierung wählt, die „Real-Politik“ macht. Die den USA, der NATO, der EU und dem EURO die Gefolgschaft aufkündigt, und mit gleichgesinnten anderen europäischen Regierung eine neue Art der Gemeintschaft aufbaut. Und mit den „Feinden“ in Russland so enge Wirtschaftsbeziehungen eingeht, dass die Idee eines Krieges an sich bereits lächerlich ist.

      Fü wie realistisch halten sie diesen Plan? Sehen sie? Und Alternativen?

      Und nun erinnern sich noch daran, dass die US Aussenpolitik bei dem perversen Versuch seine vergehende Vormachtstellung auf der Welt mit ALLEN Mitteln, wohl auch einschliesslich eines nuklearen Krieges, zu verhindern versuchen wird!

      Willkommen in der Realität!

    • lieber Michel Eyquem
      Sehe ich ähnlich, und schlage ja hie und da in meinen Kommentaren Wahlboykott statt Demonstrationen vor.

      Allerdings kann ich mit dem Ausdruck Urnenpöbel nichts anfangen.
      Unter Pöbeln verstehe ich eigentlich ungehobelte Umgangsformen, z B. Cohn Bendit im Gespräch mit Frau Schmalz. Man kann ja nicht von niederer Intelligenz sprechen.
      Es ist halt nur ein durchsetzen der eigenen Meinung mit rabiaten Mitteln.
      Dieses kann ich bei Wählern eigentlich nicht feststellen.
      Es ist doch wohl eher Naivität, oder auch ein Vertrauen auf bestehende Ordnung, die die Menschen zur Wahl gehen lässt.
      Das dieses Vertrauen noch vorhanden ist, oder sagen wir besteht, sehe ich als kulturellen Fortschritt.
      Wäre ein grundsätzliches Misstrauen da, würde es meines Erachtens keine Harmonie in der Gesellschaft geben. Man kann das auch als Dummheit der Masse bezeichnen, ist mir aber zu Menschenverachtend.

    • @M.E.
      Die Position von „Fantastin“ ist schon richtig.
      Wenn die aktuelle Politik radikal versagt, scheint bei akzeptierter aktueller Politik die notwendige Änderung radikal und unrealistisch.
      Es ist Teil der PR der Politik , andere Meinungen und Positionen als radikal und unrealistisch einzuordnen . Es ist das Elend der Mainstreamkritik und der Linken , tief im Fettnäpfchen der PR der Globalisierungsfaschisten zu stehen .

    • @ Michel Eyquem
      entweder sind KARTELLE abzulehnen – oder nicht. Denn nicht nur Industrie-Kartelle existieren seit Jahrzehnten, – die nun plötzlich dazu benutzt werden Politik zu machen.
      Es gibt auch Schweige-u. Unterstützer Kartelle bei der Steuerflucht, wobei Politik – Banken – Juristen beteiligt sind, Milliarden in Steueroasen zu verschieben. Das steuerflüchtige „Geld“ der „private Kapitalmärkte“ ist dann kurzfristig „beunruhigt“ (Merkel), wenn Staaten ihre private Finanzierung nicht mit Verhöckern ihres Staats-Eigentums belohnen.
      Bei sinkender Rendite wird wieder abgezogen zur nächsten Baustelle.
      Aber grundsätzlich ist das offshore-Geld illegal.

      Wie einfach die Politik dabei mithilft, zeigt die Verordnung der hessischen Landesregierung unter RP Koch und WM Weimar, die für Steuerfahnder festsetzte, dass private Großbanken, die dem Finanzamtsbezirk II Frankfurt zugeordnet sind, ab einer Summe von ca. 350.000,- € Vermögenstransfer-, NICHT mehr von Steuerfahndern behelligt werden durften. So hab ich in Erinnerung.
      Der Steuerprüfer Schmenger und 5 weitere Steuerfahnder widersetzten sich der Verordnung und wurden in der Folge als Paranoiker zwangspsychiatrisiert und entlassen. Nach ca. 10 Jahren wurden sie rehabilitiert, Schadenersatz gabs wohl nicht.
      Das ist auch ein KARTELL, nur fallen da keine Aktienkurse wie zzt. bei MB. Im Gegenteil, bei BlackRock steigen die wahrscheinlich. Und die Politik scheint immer beteilgt zu sein, auch bei MB.

    • Fantastin

      „entweder sind KARTELLE abzulehnen – oder nicht.“

      Es interessiert weder die Kartelle, noch die Hedgefonds, noch nicht mal die Politiker ob irgendjemand (und seien es Millionen!) findet Kartelle seien abzulehnen.

      Politisch korrektes Gut-Menschen-Denken hat nicht den geringsten Einfluss auf die tatsächlich existierende Realität.

      DAS ist meine Kritik an ihrem Kommentar!
      Was sie schreiben, das ist alles gut und schön und richtig….
      Nur eben auch völlig bedeutungslos!

      Und da sie jetzt noch mal genauso argumentieren scheinen das nicht verstehen zu können?

  2. Danke ! Gutes Interview, mit dem wie immer klar sehenden WW.

    Ich persönlich finde diese ganze Zuspitzung erfreulich. Ich bin überzeugt, dass korrupte und dumme Politiker in den Einheitsparteien das Volk seit der Kohl Ära, bewusst oder schlafmütztig an der Nase herumführen, anstatt Politik zu machen die den Bürgern dient. Leider funktioniert das seit nun 30 Jahre problemlos, weil, wie oft genug gesagt, der Urnenpöbel zu blöde ist, irgendwas zu merken.

    Es gibt das Problem der perversen Russland Sanktionen, für es keinerlei Rechtfertigung gibt, die Deutschland schaden, den Frieden in Europa gefährden und NUR den US Interessen dienen.

    Es gibt den Aufmarsch der NATO Armee an der russischen Grenze.

    Und nun den Wirtschaftsterrorismus, veranstaltet von Machthabenden in den USA die mit einem Idioten wie Trum im OVal Office jetzt natürlich leichtes Spiel haben. Immerhin sitzt Hilary die offene Unterstützterin dieser Verbrecher nicht dort, wie von Anfang an, ein nur schwacher Trost…

    Bürger, die nicht Voll-Idioten wären, würden allein wegen eines einzigen dieser Themen (es gibt sicher mehr, geschenkt…) bei den in wenigen Wochen anstehenden Wahlen nicht wie üblich eine der fünf Einheitsparteien wählen, die allesamt NICHT klar und unmissverständlich strikt gegen solche Zustände Politik machen.

    Ganz im Gegenteil…
    Der Urnenpöbel wird wie immer zu zwei Drittel brav zur Urne marschieren und dabei über 90% Politiker wählen, die die jetzige Politik fortsetzen.

    Nun, dann wünsche ich diesem Volk, das dies verdient, eine wunderbare Wirtschaftskrise und einen sicher noch angenehmeren Krieg, bzw als Alternative ein paar Millionen mehr Flüchtlinge.
    Selbst einem Volldeppen sollte doch einsichtig sein, dass die USA ihre Rückstufung aus der Position der einzigen Super Power MIT ALLEN(!) MITTELN zu verhindern versuchen werden?
    Nein, so banalk es ist, es überfordert wohl doch wie üblich den Volldeppen Normal-Bürger…

    • Möglicherweise ist der von ihnen so gescholtene Urnenpöbel gar nicht so blöd.
      Wen sie schreiben,

      Selbst einem Volldeppen sollte doch einsichtig sein, dass die USA ihre Rückstufung aus der Position der einzigen Super Power MIT ALLEN(!) MITTELN zu verhindern versuchen werden?

      könnte es ja auch der Instinkt sein, dass alles andere als ein mit den Amis nur noch viel schlimmer werden könnte.
      Das wir zur Zeit im großen Stil abgekocht werden, weiß selbst meine Schwiegermutter und die ist 93 Jahre,

    • @ Socke4612
      Ich kann den Zorn von Michel verstehen. Warum?
      Machen wir doch mal eine grobe Analyse der prozentualen Aufteilung der Bevölkerung. Wir haben die 1% der Eliten, dann sind die 10% Arbeitslose sowie Hartz4 Ausgebeutelten, folgend mit 30% die Hungerlohn Abgezockten,
      dem Eliten gegenüber sind die -sagen wir auch grob 1%- der Friedensbewegung die gegen das Ausbeutesystem der Eliten sind.
      So nun können wir abschließend ausrechnen welche große Gruppe noch übrigbleibt, die die Mehrheit ausmacht, somit das System „abwählen“ kann.
      Ca. 58% der Bürger der Mittelschicht, die eine feste Arbeitstelle haben, verbeamtet sowie im öffentlichen Dienst sind.
      Dass die unteren 40% kaum ihr Recht wahrnehmen können auf Bildung sowie Aufklärung mangels freie Zeite, ist absolut logisch.
      Die Ironie jedoch ist, 58% haben das Recht und die Zeit sich zu bilden bzw. haben schon akkademische Bildungen, aber machen es nicht und wenn, dann folgen sie der „Aufklärung“ von ARD, ZDF, Zeit, Süddeutsche, Spiegel, FAZ uvm.
      Damit ist doch schon klar gegen wem diese Schicht treten werden.
      Eine weitere Ironie ist, die die von Unten in die Mittelschicht geschafft hatten, begehen dieselbe Dummheit. Hat sehr wahrscheinlich mit den Herdentrieb zu tun.

      Der Ausdruck „Urnenpöbel“ ist nicht korrekt. die Unteren 40% gehen überhaupt nicht mehr wählen.
      Es sind die (Ein)-Gebildeten Mittelschicht die dieses Ausbeutesystem mit ihrer Arroganz sowie Ignorranz am Leben erhalten.

    • Ob es wirklich 1 % Eliten gibt das währen bei 80 Mil. Menschen 800 000 Superreiche bzw
      Milionäre.

      Im Arbeitsmarkt
      Das heißt 2/3 der Bevölkerung also 60 Mil. Menschen
      10 % Arbeitslose 6% Hartz 4 = 12 Mil. Menschen
      bleiben
      48 Mil. Menschen in Arbeit
      Geringverdiener Scheinselbstständige ca 40 % = 19,2 Mil Menschen

      28,8 Mil. Menschen in normal bis gut bezahlten Jobs.

      Rentner 20 % = 16 Mil. Menschen
      Nicht Wahlberechtigte also Kinder 20 % = 16 Mil Menschen

      80 000000 Menschen
      64 000000 Wahlberechtigt.
      45 % Nichtwähle = 28,8 Mil Wähler
      bleiben
      ——————-
      35,2 Mil Wähler

      ca 40 % CDU mach 14,0 Mil Menschen
      ca 25% SPD mach 8,8 Mil Menschen

      Das heißt 22,8 Mil Menschen wollen diese Regierung.
      Hier haben wir die Situation, dass ein ¼ der Bevölkerung ¾ der Bevölkerung dominieren.

      Geht man davon aus, das der größere Anteil der Wahlberechtigten mit diesen Verhältnissen nicht einverstanden ist, so haben wir mittlerweile eine kritische Masse von ca 40 Mil Menschen.

      Diese Zahlen sind bekannt und man versucht diese Masse von Menschen zu sedieren.
      Da ist von TV bis Amazon das ganze Spektrum an Ablenkung nötig.

      Sollte sich die Situation durch die Außenpolitik verändern, ( Sanktionen gegen Rußland oder Kartellabstrafungen ), stehen wir vor dem großen Knall.
      Ob dass wirklich in unserem Interesse liegen kann.

    • In der Tat, das verhält sich meiner Beobachtung genau so, abgesehen von den Zahlen:

      So nun können wir abschließend ausrechnen welche große Gruppe noch übrigbleibt, die die Mehrheit ausmacht, somit das System „abwählen“ kann.
      Ca. 58% der Bürger der Mittelschicht, die eine feste Arbeitstelle haben, verbeamtet sowie im öffentlichen Dienst sind.

      Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit waren im April etwas über 32 Millionen Menschen in Deutschland fest angestellt:
      Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (April 2017): 32.026.000
      statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Beschaeftigung/Beschaeftigung-Nav.html

      Hinzu kommen die Selbständigen, das sind 2017 fast 1,4 Millionen:
      de.statista.com/statistik/daten/studie/158665/umfrage/freie-berufe—selbststaendige-seit-1992/

      Bei den Arbeitslosenzahlen ist der Bundesagentur eher nicht zu trauen, bei den Beschäftigtenzahlen werden sie sich dagegen wohl kaum selber ins Bein schießen und die Zahlen absichtlich herabsetzen.

      In hierarchischen Gesellschaften besteht die erste Bürgerpflicht darin, so weit wie möglich die Hühnerleiter hinaufzuklettern, um sich Macht und Einfluß zu sichern. Dieses Bestreben, das wie gesagt vor allen anderen rangiert, dient zudem der Angstbewältigung: Je mehr „Pöbel“ ich unter mir weiß, desto später bin ich „dran“, wenn’s eng wird. Man fühlt sich immer irgendwie, egal in welcher Gesellschaftsschicht, zu denen hingezogen, die man für erfolgreicher und besser als sich selbst wähnt. Das ist in unseren europäischen, aber auch in den asiatischen Gesellschaften, noch früher ebenso in den großen afrikanischen Königreichen schon immer so gewesen. Einzig bei Naturvölkern, von denen es heute kaum noch welche gibt, hat sich diese extreme Hierarchie- und Obrigkeitshörigkeit nicht herausgebildet. Alle Zivilisationen dagegen, egal wie lange wir zurückgehen, weisen dieses Merkmal auf.

      Die Zeit und Energie, die man benötigt, um sich selbst ein Bild zu machen, will man sich nicht auf die Massenmedien verlassen, finden auch die Wohlhabenden und Besserverdienenden nicht. Sie haben meist Besseres zu tun. Auch ein Behördenleiter oder ein Manager mit einem Jahresgehalt über 100.000 Euro hat keine Zeit, denn er ist getrieben vom Geldverdienen und Macht ausüben. Je weiter man nach oben schaut, desto geringer wird zudem das Interesse, an dem Ast zu sägen, auf dem man sich’s gut gehen läßt. Da „oben“ verringert sich aber auch die Empathiefähigkeit, denn man muß, je mehr Geld man auf sich selber vereinigt, rücksichtsloser vorgehen, weil andere ja auch was davon abhaben wollen. Die muß man raußboxen, koste es, was es wolle.

      Kürzlich habe ich das Buch »Wie man reich wird – Ansichten und Einsichten eines Multimilliardärs« gelesen – angeblich von Donald Trump geschrieben, vermutlich aber eher von einem bezahlten Schreiber nach Trumps Vorstellungen verfaßt. Allein schon das Cover läßt erahnen, worum es in diesem Buch geht: Es zeigt Trump in seinem pompösen Büro, wie er sich halb über seinen vollen Schreibtisch beugt und seine rechte Hand einen abschußbereiten Revolver formt: Dabei macht er ein Gesicht, als ob er gerade losbrüllen würde: »Ich bring dich um, du Schwein, das Geld gehört mir!«

      m-vg.de/mediafiles/Cover-2D/9783898799102.jpg
      irwish.de/pdf/Trump-Wie_man_reich_wird.pdf

      Vermutlich hat man ihm irgendwann geraten, das Cover etwas harmloser zu gestalten, es gibt noch mehr Versionen. Das Buch strotzt nur so vor Egomanie und Narzißtischer Selbstüberschätzung, man hätte ihm auch den Titel ICH ICH ICH und nochmal ICH geben können, das wäre weitaus treffender. Alle anderen sind dümmer als er. Er ist der Klügste, Rücksichtslosese, der Beste. Hätte Trump das Buch mit seinen eigenen Worten geschrieben, es würde vermutlich kaum Käufer finden. Die Eitelkeit dieses Mannes tropft regelrecht aus den Seiten: »Ich persönlich finde, dass mein Haar gut aussieht, aber ich habe nie behauptet, es sei meine größte Stärke. Ich sagte Pat und Matt, ich sei einfach nicht dazu bereit, meinen Stil zu ändern. Ich kämme mein Haar schon seit langer Zeit so, und daher kann ich das auch weiterhin tun. Die Quoten von The Apprentice sind enorm hoch, und vielleicht würden sie sinken, wenn ich plötzlich mein Aussehen veränderte.«

      Ein Kapitel ist mit den Worten überschrieben: »Pflegen Sie Ihr Ego«: »Wie Sie wissen, ist es mir nie schwer gefallen, mich an diese Regel zu halten. Aber hören Sie zu: Ich habe gute Gründe dafür. … Streben Sie nach Ganzheit. Das ist ein intelligenter Zugang zum privaten und zum beruflichen Leben. … Statt die direkte Konfrontation mit einem Tyrannen oder einem Psychopathen zu suchen, ist es manchmal viel wirkungsvoller, wenn Sie Ihr Wissen für sich behalten und hinter den Kulissen entsprechend agieren.« So geht es das ganze Buch hindurch. Ich hege berechtigte Zweifel daran, daß sich in diesem Machwerk auch nur eine einzige aufrichte Zeile finden läßt.

      Doch genug von Trump. Ich mag ihn nicht, und ich weiß auch, warum. Obama mag ich auch nicht, überhaupt keinen der US-Präsidenten. Genaugenommen mag ich sogar sehr viele Leute nicht, aber das ist ein anderes Thema. Worauf ich eigentlich hinauswill, ist die Verachtung, die viele Wohlhabende für die unter ihnen befindlichen Gesellschaftsschichten pflegen. Je höher man kommt, desto weniger würde sich der Betreffende dazu herablassen, mit einem Unterschichtler zu reden. Es gibt Ausnahmen, sicher, aber dennoch lassen alle dich spüren, daß du nichts bist, Dreck, unwichtig, austausch- und ersetzbar, Pöbel, Mob, Sozialschmarotzer und dergleichen. Es ist mir egal, wer andere Menschen derart in den Dreck zieht, ob angesehen, ob kriminell, ob elitär oder intellektuell abgehoben. Allein schon die Äußerung einer solchen Haltung ist in meinen Augen verwerflich und zeigt einen Mangel echten Menschseins.

      Abgesehen von den wirklich Reichen – in deren Augen ist ein Millionär, aber auch ein Multimillionär oder ein einfacher Milliardär nicht viel mehr als ein Wurm – sind auch die „nur“ einstelligen Milliardäre meist genauso von massenmedialen Propagandawellen durchdrungen wie die kleinen Leute. Da kann ich keinen großen Unterschied erkennen. Deren Leben verläuft oft auch nicht viel anders: Morgens zur Arbeit, in die eigene Firma, in die Bank oder bei den Kleinen in die Fabrik oder in die Versicherung oder zu Karstadt, abends nach Hause, zuvor vielleicht noch schnell was gegessen (die einen im teuren Restaurant, die anderen bei McDonalds), und dann ab vor die Glotze, oder in die Kneipe, oder in ein Brahms-Konzert oder in den Puff … Alle, die sich im Hamsterrad befinden, drehen am Rad, auf die eine oder andere Weise sind sie alle so in ihrer Rolle eingespannt, gehen so sehr darin auf, daß sie längst selbst glauben, die Rolle zu sein und nicht mehr der Darsteller.

      Sehr aufschlußreich hinsichtlich der Rollen, die wir alle spielen, wobei wie erwähnt die meisten im Laufe der Zeit vollkommen zu vergessen scheinen, daß sie nicht wirklich die sind, für die sie sich tagtäglich ausgeben, fand ich das Buch »Wir alle spielen Theater – Die Selbstdarstellung im Alltag«, das Erving Goffman, bereits 1959 geschrieben hatte:

      Die soziale Welt ist eine Bühne, eine komplizierte Bühne sogar, mit Publikum, Darstellern und Außenseitern, mit Zuschauerraum und Kulissen, und mit manchen Eigentümlichkeiten, die das Schauspiel dann doch nicht kennt. Das Bild ist alt; und es geht Goffman auch nicht darum, dieses Bild ein weiteres Mal zu entwerfen. Vielmehr steht sein so eingängiges Buch unter einer durchaus bestimmten Erkenntnisabsicht. Daß unser Handeln in Gesellschaft stets in sozialen Rollen erfolgt, kann eine bloße Konstruktion der Wissenschaft, es kann aber auch ein Stück unserer Existenz sein. „Soziale Rolle“ kann, in der Sprache der Philosophie, ein Terminus oder aber eine Kategorie sein. Goffman geht es, neben anderen und spezielleren Thesen, um den Nachweis, daß die Selbstdarstellung des Einzelnen nach vorgegebenen Regeln und unter vorgegebenen Kontrollen ein notwendiges Element des menschlichen Lebens ist. Der Sozialwissenschaftler, der dieses Element in seine Begriffe hineinstilisiert – Rolle, Sanktion, Sozialisierung usw. –, nimmt nur auf, was die Wirklichkeit ihm bietet.

      Karl Mannheim hatte in seinem Buch Ideologie und Utopie den „totalen Ideologieverdacht“ erfunden. Erving Goffmans Buch belegt in immer neuen Anläufen einen totalen Rollenverdacht. Es stellt damit ein paar Fragen, die der Autor in der gelassenen Art seiner Darstellung zwar andeutet, aber mit einer wahrscheinlich täuschenden Distanziertheit dann doch unformuliert läßt. Das eine ist die Frage nach dem Selbst, das sich auf so verschiedenartige Weise darstellt, indes immer darstellen muß. Goffman spricht mehr von den Zwängen als von den Chancen, in denen menschliches Verhalten steht, so daß mancher sein Buch ernüchtert aus der Hand legen mag, ohne einen Blick zu gewinnen für die Möglichkeiten, aus der totalen Institution Gesellschaft auszubrechen.

      Goffman durchleuchtete schon damals die US-Amerikanische Gesellschaft auf seine ganz eigene Weise. Er nahm kein Blatt vor den Mund und sprach aus, was sich die meisten heute noch immer nicht trauen: Wir alle haben eine Vorderseite, die wir in der Öffentlichkeit, der Bühne darstellen, und eine Rückseite, unser privates Zuhause, wo wir uns mehr oder weniger so geben können, wie wir wirklich zu sein glauben. Das zeigt sich schon an den Klamotten, die wir gewöhnlich wechseln, bevor wir von einem zum anderen gehen: Zu Hause tragen wir womöglich keine Schuhe und laufen im Sommer vielleicht nur in der Unterhose herum. Draußen würden wir das niemals wagen, die Schamesröte steigt uns ja schon ins gesicht, wenn wir mit zwei nicht zusammengehörigen Socken erwischt werden oder mit einem verkehrt herum getragenen Tshirt, ganz zu schweigen von einem offenen Hosenlatz.

      Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich glaubt, über andere stellen zu müssen, weil er meint, was Besseres zu sein. Nicht jeder kann wie unser Michel Bequem einfach das Land verlassen und es sich irgendwo, wo es angeblich ganz anders sein soll, niederlassen. Ich weiß nicht, wo er lebt und ob dort die Leute aufgeklärter sind und weniger verarscht und ausgebeutet werden als hier. Gerade in Asien sind Armut und Ausbeutung meines Wissens nach noch weitaus brutaler als bei uns. Vielleicht gehört Michel ja zu den Ausbeutern dort, wer weiß das schon?

      irwish.de/Site/Biblio/Goffman/Theater.htm
      irwish.de/pdf/Goffman-Theater.pdf

    • @Son snow

      Der Gebrauch des Begriffs Urnenpöbel ist garstiger als sie denken.
      Er hat nichts mit dem was man normalerweise als Pöbel bezeichnet zu tun, und hat ganz gewiss nichts mit irgendeiner Unterschicht zu tun.

      Zum Urnenpöbel gehören schlicht und einfach alle die wählen gehen. Ob sie das nun tun, weil sie zu halt dumm sind um ihr Dasein als nützliche Idioten zu durchschauen, oder ob sie es durchschauen und zynischerweise aus einem einzigen Grund wählen, und zwar die Partei, die ihnen auf welche Art und Weise auch immer nach der Wahl ein paar Euro extra aufs Konto verspricht.

      Der Urnenpöbel ist der verachtenswerte Teil des Volkes der in seiner Dummheit die widerlichen Zustände erst möglich macht und der alle möglichen Änderungen verhindert.
      Leider handelt es sich dabei um die Mehrheit, deshalb ist Demokratie ja auch nicht illegal.

  3. Rendite, Rendite und zwar in Geld und dies so viel wie möglich. Ein anderer Nutzer merkte bereits an, daß die deutschen „Premiummarken“ ohnehin bereits mehrheitlich in aller möglicher Hände sind.
    Mercedes, BMW, Audi, VW, jedes Jahr ein neues Modell, so hochpreisig daß es sich ohnehin nur Jene auf dem Globus leisten können, die es in diesem System zu etwas gebracht haben.

    Nebenbei bemerkt und dies ist wohl das Wesentlichste, mit der Ingenieurskunst ist es nicht weit her, viel mehr wird enorm viel Energie aufgewandt für allerlei Tricksereien und dies bei einer obsoleten Technologie, die Mensch, Tier und Umwelt vergiftet und im Rahmen des immer neu, die Müllberge weiter anwachsen läßt.

    Autoland ist abgebrannt – wir haben ein Elitenproblem

    Deutschland ist eine Autonation. Bekanntlich nehmen wir Deutschen die Begeisterung für die ingenieurstechnischen Meisterwerke unserer Premiumhersteller bereits mit der Muttermilch auf. Umso verstörender ist der nun ans Licht gekommene „Kartellskandal“ für unser nationales Selbstverständnis. Kann es etwa sein, dass die geballte deutsche Ingenieurskunst vor allem dafür eingesetzt wurde, ohnehin zu lasche Grenzwerte trickreich zu umgehen und Kunden, Zulieferer und Behörden zu betrügen? Geht es Audi, BMW, Porsche, Mercedes und VW etwa nicht um die Qualität ihrer Produkte und die Zufriedenheit der Kunden, sondern nur um die nackte Rendite? Regelmäßige Leser der NachDenkSeiten wird es kaum überraschen, dass man diese Fragen ohne Wenn und Aber bejahen muss. Das ist alles nicht wirklich neu. Doch wenn man nun liest, dass die Spitzen der deutschen Wirtschaft ihre Konzerne wegen „lumpiger“ 80 Euro Materialkosten zu einer Art „Automafia“ gemacht haben, kommt man dennoch aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ja, Deutschland hat ein Elitenproblem. Nicht nur die Autokonzerne, sondern wir – als Gesellschaft – müssen uns umorientieren. Ob uns die Politik dabei helfen kann, ist jedoch mehr als fraglich. Von Jens Berger.
    (…)
    Elitendämmerung
    Offenbar sind die Eliten der deutschen Wirtschaft in einem Denkgebäude gefangen, das mit dem gesunden Menschenverstand nicht mehr greifbar ist. Wir haben es mit einer Parallelgesellschaft zu tun, die ihre eigenen Werte und Normen entwickelt hat, die auch mit unseren Gesetzen nicht mehr in Einklang stehen. Kaum wer würde sich wohl darüber wundern, wenn ein Amazon- oder eBay-Verkäufer es mit der CE-Kennzeichnung seiner billigen Importwaren nicht ganz so ernst nimmt. Aber dass die Crème de la Crème der deutschen Industrie Zulassungsnormen für ihre Premiumprodukte freier interpretiert als jeder Raser ein Tempo-30-Schild, ist doch … wenn auch nicht überraschend, dann doch zumindest ernüchternd.
    Jetzt „nur“ auf die Eliten der Industrie zu schimpfen, wäre jedoch zu kurz gegriffen. Denn die Politik hat wirklich alles in ihrer Macht Stehende getan, um den Autokonzernen derartige kriminelle Taten durchgehen zu lassen – ja, man hat sie sogar dazu animiert.
    (…)
    An ihren Taten sollt ihr sie messen. Doch was die Bundesregierung in den letzten Jahrzehnten in Sachen Umwelt- und Verkehrspolitik tatsächlich umgesetzt hat, ist bestenfalls lächerlich, schlimmstenfalls skandalös. Tonnenschwere SUVs können immer noch dank Dienstwagenprivileg voll von der Steuer abgesetzt werden – je schwerer, schneller und teurer, desto mehr Steuern lassen sich sparen.
    (…)
    Alternative Elektromobilität?
    Wer einmal erahnen will, wie weit Deutschlands Premiummarken technisch zurückliegen, dem sei ein Besuch in Norwegen, Österreich oder Frankreich empfohlen. In Norwegen wurden in diesem Jahr erstmals mehr Elektro- und Hybridautos zugelassen als Fahrzeuge mit konventionellem Verbrennungsmotor. Das liegt natürlich an den niedrigen Stromkosten im Land der Fjorde, aber auch an der Infrastruktur. In unseren westlichen, nördlichen und südlichen Nachbarländern liegt der Anteil von Elektroautos bei den Neuzulassungen im Schnitt doppelt so hoch wie Deutschland. Das ist auch kein Wunder, da ausgerechnet im Autoland Deutschland Elektroautos nur unzureichend gefördert werden.
    Während Deutschlands Premiummarken Milliarden in betrügerische Manipulationen gesteckt haben, hat das südafrikanische Wunderkind Elon Musk mit seinem Tesla-Konzern vom Silicon Valley aus die Branche im Alleingang revolutioniert. Richtig ist jedoch auch: Elektroautos ergeben nur dann einen Sinn, wenn der Strom umweltfreundlich erzeugt wird und genau das ist im Kohleparadies Deutschland noch nicht einmal gegeben. Je tiefer man in das Thema einsteigt, desto hoffnungsloser wird es.
    (…)
    Aber was soll´s, die Parallelwelt der Automafia funktioniert ja auch weiterhin blendend. In branchennahen „Fachzeitungen“ wie AutoBILD oder Auto Motor und Sport werden auch weiterhin nach dem Motto „schneller, schwerer, teurer“ die Innovationen deutscher Premiumhersteller über den grünen Klee gelobt und Kritik an der Branche als Geplärre der üblichen Grünfinken belächelt. Das Management wird sich auch weiterhin feiern lassen, weiterhin die Kunden und die Zulieferer betrügen und dafür weiterhin von den Aktionären beglückwünscht werden. Und die Politik wird weiterhin ihre schützende Hand über die Machenschaften legen und den Lobbyisten jeden Wunsch von den Lippen ablesen.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=39335

    Ist es nicht ziemlich irrelevant für dieses Verbrechen, ob es nun von einem Bundesland oder einem Hedgefond betrieben wird?
    Die Leidtragenden sind Alle und die Umwelt in der sie leben.

    • Diese skrupellose Vorgangsweise haben Hedgefonds als Teil des Neoliberalismus in die Politik , also auch in das Bundesland getragen – nicht umgekehrt und nicht gleichanteilig .

      Zum Elektroauto : Vor Kurzem wurde ein Studie veöffentlicht , in der festgestellt wurde , dass ein Elektroauto 8 Jahre fahren müsse , um die durch die Produktion und Entsorgung des Elektroautos (Akkus) verursachte Mehrbelastung gegenüber dem Verbrennungsmotor kompensiert ist .
      Es mag auch Gegenstudien geben , aber hiermit ist das Grundproblem aufgezeigt :
      Elektro ist eine andere Technologie , der Umweltschaden aber ist kaum geringer .
      Neben dem Akkuproblem wird das Problem der Energiebereitstellung nur umgelagert – vom Auto zum Stromproduzenten .
      Mobilität ist weltweit der Hit der vergangenen Jahrzehnte und was Anfangs Freiheit war wird nun zum Zwang . Es ist keine Rede von der Verringerung von Mobilität , nur eine Änderung der Technologie ist im Gespräch .
      ME ist es aber gerade die Verringerung der Mobilität , die Zukunftsweisend ist .
      Zukunftsweisend auf Grund der keineswegs unbegrenzten Energiereserven als es auch ganz wesentlich eine Frage des Lebensstils ist , mehr in Ruhe – weniger in Bewegung zu sein .

    • „Neben dem Akkuproblem wird das Problem der Energiebereitstellung nur umgelagert – vom Auto zum Stromproduzenten .“

      Ich versteh’s auch nicht. Wenn die Kiste den Dreck nicht aus dem Auspuff bläst, aber dafür mit Kohlestrom aufgeladen wird, was hat dann die Umwelt davon? Rauchen halt wo anders die Schornsteine.

      Naja, der letzte, der die Wüste mit Solarzellen zupflastern wollte (Gaddhafi), wurde geköpft.
      Wie sagte doch die sympathische Hillary: We came, we saw, he died, HAhaha!

    • Ich frage mich, was soll diese ganze heuchlerische Unschuldsduselei? Wer die Werkzeuge des Teufels, Fiatmoney sowie Kriegsterrormaschinerie benutzt, quasi mit seiner Seele dafür unterzeichnet hatte, soll sich doch nicht wundern, dass die AGB des Teufels unlautere Bestimmungen beinhalten.
      Selbst der Teufel hat seinen Teil der Abmachung eingehalten, er gewährte eine schöne Wohlfühlzeit auf Kosten Anderer.
      Doch wenn es an der Zeit ist sein Tribut einzulösen, dann wird der Himmel mit sein Wehklagen angeschrien.
      Nur der Heuchler kann so bigott sein.

    • @ volume
      … Die westlichen Werte .
      Die haben den Gaddafi mit dem Messer penetriert und dann , der Scholl Latour hat das mW behauptet , auch noch gepfählt — und schallendes Gelächter darüber .
      Und keine Kritik in den MSM dazu .
      (auch wenn ot)
      Das erste Mal als es mir im Zusammenhang mit den westlichen Werten Kalt über den Rücken lief war die medial verbreitete Behandlung des Saddam Hussein .

    • Ich sehe das ähnlich wie alle Vorkommentatoren hier. Herrn Wimmer schätze ich sehr, v.a. wenn es um die Analyse von militärischen Konfliktszenarien geht. Aber hier hat er sich ein wenig verrannt, finde ich. Noch ein Punkt, der hier noch nicht genannt wurde: Er beschreibt die großen Autobauer quasi als Garanten der sozialen Marktwirtschaft in der Vergangenheit. Das halte ich für völlig falsch – das Auto war schon immer das falsche Konzept, und die Großunternehmen haben sich schon immer auf Kosten der Allgemeinheit und der kleineren Unternehmen bereichert.

    • @ wasserader:

      Die politischen Führer waren seit es sie gibt noch nie unschuldig und stets auf’s Engste mit den wirtschaftlichen Führern und ihren Mechanismen, die sich natürlich im Laufe der Zeit gewandelt haben, z.B. exzessive Drehtür, verwoben.
      Die BRD als Beispiel, ist seit ihrem Bestehen eine Anscheindemokratie, nur heute und gerade heute, wird dies alles sehr schnell, durch die Vernetzung, zu Tage gefördert.
      Und so offenbart sich zu annähernd jedem geschichtlichen Ereignis, da die Entscheidungsträger im Hintergrund Berücksichtigung finden, eine völlig andere Sichtweise zum „warum so und nicht anders.“

      @ alle:

      Der Umstieg von Verbrennungmotor auf Elektromotor ist natürlich keine Lösung für den völlig aus dem Ruder gelaufenen Individualverkehr, bereits in den 90ern des vergangenen Jahrhunderts, gab es in Los Angeles eine Fahrzeugdichte von 90 auf 100 Einwohner.
      Aktuelle Zahlen habe ich nicht geprüft, aber es werden wohl kaum weniger geworden sein und offen gestanden ist dies bei dieser Absurdität auch nicht relevant wie groß der Wahnsinn bereits geworden ist.

      Die Lösung für das Transportproblem, auch im Güterverkehr, wäre Jene die nicht in Angriff genommen, viel mehr bekämpft wird, da es die (zerstörerische) Profitmaschine entgleisen läßt.
      Ein gut ausgebautes, öffentliches Transportsystem. Vorzugsweise Magnetbahnen.

  4. Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie wir sind? – So lange wir noch im Tiefschlaf sind auf jeden Fall. Und dann wachen wir auf, sehen 9/11, den Tiefen Staat, die Geheimdienste, die ganzen Strukturen dahinter und fragen uns… was zur Hölle ist hier los?

    Es ist nur eine ganz kleine Minderheit, vielleicht 1% der Bevölkerung, die sehr viel Macht haben und total psychopathisch sind. Nur die halten uns ganz schön auf Trab. Gerade weil die Menschen keinen Krieg, Morde, Ungerechtigkeit, Ausbeutung … wollen, deswegen muss man sie mit ständiger Propaganda beschallen, dass sie das nicht merken.

    • Brzezinski nannte das übrigens „Tittytainment“, der wusste schon vor 20 Jahren, wohin die Reise geht/gehen soll.

  5. @ Felix:
    „Es mag ja sein, dass ich unrecht habe. Das stört mich auch nicht.
    Was mich stört ist Ihre arrogante Art.
    Warum äußern Sie nicht Ihre Gedanken? Stattdessen beleidigen Sie mich hart, obwohl Sie mich gar nicht kennen.
    Mit diesem Verhalten sind Sie hier aber in bester Gesellschaft. Da können Sie um die Wette Klugscheißen und frech werden.

    Mit Ihrem dämlichen Kommentar ist Kenfm für mich endgültig gestorben. Hackt doch weiter auf einander rum.“

    Einfach mal überlegen, was die 27.000 PR Mitarbeiter des Pentagon den lieben langen Tag so machen 🙂
    Vlt. Leute aus Foren oder von Websiten vertreiben, deren Inhalt ihnen nicht gefällt? 😀

    Der User ist identisch mit TDVolland, der hier vor paar Montagen genau das gleiche gemacht hat, also einfach cool bleiben, die echten Nutzer sind ganz anders.

    • @ Felix,
      nicht gleich auch noch den redaktionellen Teil von KenFM in die Tonne treten. Der ist wirklich Klasse.
      Ok, das Diskussionsforum wird ziemlich stiefmütterlich von der Redaktion behandelt. Allein schon der mangelnde Komfort. Ab und zu wird auch mal ein User gesperrt. Oft die falschen, die sich von Maulwürfen zu Wutausbrüchen hinreißen haben lassen. Die Maulwürfe bleiben mit ihren mehr oder minder subtilen Störmanövern meist unbehelligt. Es handelt sich dabei meist um Vielposter, die nichts anderes zu tun haben. Ist wahrscheinlich zu aufwendig für die Forenmoderatoren deren ganzen Sermon zu kontrollieren.
      Ja, vermutlich hat Katherine recht mit dem was sie sagt.
      Es könnte aber auch sein, daß sich hier ein paar User mit derartig heftigen Persönlichkeitsstörungen herumtreiben, daß sie dringend professioneller Hilfe bedürften. Für solche Leute sind solche Diskussionsforen ja attraktiv. IRL werden die in der Regel sehr schnell von jedermann gemieden.
      Also ich hab mindestens drei auf der Liste, die ich in diese Kategorie einordnen würde. Und ich bin nur sporadischer Leser hier. Einem davon, dem Auffälligsten habe ich das grade in einem anderen Thread ungeschminkt unter die Nase gerieben. Dieser Beitrag wurde vom Moderator kommentarlos entfernt. Wahrscheinlich bin ich jetzt angezählt. Auch recht, dann laufe ich wenigstens nicht mehr Gefahr mich von Geistesgestörten provozieren zu lassen.
      Zu Michel Eyquem kann ich nichts sagen. Kann mich an nichts erinnern was der gepostet hätte. Ist erst seit zwei Monaten dabei.
      Hab grad seinen obigen Kommentar von heute 2:57 gelesen. Klingt nicht nach Maulwurf. Eher nach absolutem Wutbürger, der seine dämlichen Mitmenschen nicht mehr ertragen kann. Solche Leute teilen natürlich auch wahllos in alle Richtungen aus.

    • Lieber Herr Schürer,
      ich stimme Ihnen da vollkommen zu. Auf meiner Liste stehen inzwischen vier Namen, deren Kommentare ich nicht einmal mehr lese. Antworten sowieso nicht.
      Eyquem ist nicht erst seit 2 Monaten aktiv. Er schrieb früher als T.D.Volland.
      Schade, daß er sich nicht vom Namensgeber (Montaigne) ein bißchen Demut und Respekt abgeschaut hat.
      Auf diese Art werden auch gute geistesgeschichtliche Namen ruiniert.
      Michel Eyquem de Montaigne: „Anmaßung ist unsere eigentliche angeborene Krankheit.“ – Essais
      Sowie: „Die tödliche Krankheit des Menschen ist seine Überzeugung, er wisse.“
      Und noch ein drittes Zitat: „Die Dummheit ist eine böse Eigenschaft. Aber sie nicht ertragen können, sich darüber aufregen und ärgern, ist eine Krankheit anderer Art, die der Dummheit nichts nachgibt und die gerade so unleidlich ist.“
      Hier noch mehr von Montaigne, leider nicht so leicht rüberzukopieren:
      ttp://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10603333_00013.html

    • Ich wage doch sehr zu bezweifeln, dass jemand der im 16.Jh lebte im 21. noch dieselben Werte hätte?

      Übrigens gab es damals auch noch keine Psychologie, man kann ihm manchesein er Meinungen also nicht übelnehmen und selbstverständlich ist es denkende Menschen möglich, gerade aus den Fehlern anderer zu lernen. Es ging dem Mann darum SELBER zu denken, und nicht darum. ob seine Meinuing denn die Wahre, oder gar die einzig Wahre sei.
      Ihr Zitat:
      „Die Dummheit ist eine böse Eigenschaft. Aber sie nicht ertragen können, sich darüber aufregen und ärgern, ist eine Krankheit anderer Art, die der Dummheit nichts nachgibt und die gerade so unleidlich ist.“

      Seit ungefähr 100 Jahren weiss man, dass es der Gesundheit abträglich ist den Ärger, zB über Dummheit, runter zu schlucken, anstatt ihn auszuspucken.
      Und sie vergessen, dass wir hier in einem Foum sind, in dem erfreulicherweise über einige der wesentlichen Probleme geredet wird, die unsere Zukunft ganz entscheidend und zu unserem Nachteil verändern können/werden, und nicht in einem philosophischen ZIrkel in dem über möglicherweise nicht existierende ewige Werte nachgedacht wird.

  6. Hallo Socke….

    Alles richtig ausser:
    „Leidtragend wird der Arbeiter bei VW, BMW, oder eventuell auch bei Daimler sein.“

    Leidtragend wird der deutsche Steuerzahler sein, denn der muss im Falle jeder Alternativlosigkeit und Systemrelevanz bekanntermassen die Rechnungen bezah len.

    Man kann sagen Auslöser dafür sind die Politiker, die mit den Managements dieser Konzerne und nicht zu vergessen, der „Arbeitervertreter“ in denen, zusammen gearbeitet haben. Das ganze Gesindel das da unter einer Decke steckt, hat das verursacht, wenn da nicht…..
    Ja, wenn da nicht auch der ihrer Meinung nach „Leidtragende …. der Arbeiter bei VW, BMW, oder eventuell auch bei Daimler“ wäre…

    Denn diese pivilegierten Mit-Abzocker waren es doch die alle in Gruppe jener zwei Drittel der deutschen Spiessbürger gehören, die bei jeder Wahl zu über 90% eine dieser fünf Einheitsparteien wählt, die das alles politisch ermöglicht? Gerade dieses widerliche linke Spiesserpack der Facharbeiter dieser drei Konzerne waren es doch, die am Lautesten aufkeiften, weil von ihrer Arbeit auch die soziale Hängematten Penner der HartzIVer mit durchgefüttert werden!

    Nein, nein… ihr Suche nach „Unschuldigen, Leidtragenden, in diesem Zuammenhang die können sie sich abschminken.
    Ich kann ihnen gar nicht warm genug empfehlen wie angenehm das Leben weit, weit weg von Deutschland ist, wo man gemütlich am Strand über solche Zustände lesen, and danach darüber spotten kann. Ich beobachte diese ganzen Entwicklungen sehr genau…. und mit zunehmend wachsender Schadenfreude!

    Ihr bekommt alle nur das, was ihr auch verdient!

    • Natürlich sind es die Steuerzahler, die zur Kasse gebeten werden.
      Der Satz von den Mitarbeitern war nur stellvertretend gemeint.
      Ich nehme an dass haben sie auch so verstanden.
      Was mir wirklich auf die Nüsse geht, ist die Tatsache, dass Blackstone bzw Blackrock in jedem Bluechip Unternehmen in der Vorstandsetage sitzen.
      Die Kaufen sich mit ihren Dollarblüten über den Aktienmarkt ein.

      Besser man schreibt die Außenstände ab und macht die Tür zu.
      Dann kann Trump und Co. noch so viel lamentieren.

      Allerdings weiß ich nicht, ob sich die Marines auf den Nato Basen in Deutschland dann ruhig verhalten. Denn die sind ja leider der Knüppel, da haben wie in Europa zu kuschen.

  7. Angst

    Die meisten Menschen, soweit mir bekannt und daher natürlich nur (ein-) geschätzt, mögen die Angst nicht (zumindest nicht in ihrem eigenen Inneren, bei anderen vielleicht schon). Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, daß die meisten Menschen Angst vor der Angst haben. Tatsächlich stellt Angst jedoch den elementarsten Überlebensmechanismus dar, und nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei Tieren. Das erinnert mich an eine kleine Geschichte, die ich weiß nicht mehr wo gelesen habe und, soweit ich sie noch erinnere, hier freihändig erzählen will:

    Eine Naturkatastrophe auf einer Insel, ich glaube, es war ein Vulkanausbruch, führte dazu, daß alle Vögel von der Insel flohen. Da sie aber weit und breit kein Land finden konnten, um sich auszuruhen, landeten viele davon auf einem Schiff, daß weit draußen auf See ankerte. Die Mannschaft begann sich schon über die willkommene Schmauserei zu freuen, als ein alter Seebär die Leute zurückhielt und warnte: »Laßt die Vögel in Ruhe, die sind durchtränkt mit Angst.« Na und, meinte die Besatzung, wir haben Hunger und wollen uns einige davon braten. »Davon würde ich dringend abraten. Seht ihr denn nicht, daß sich auch Raubvögel darunter befinden, die ihre gewohnte Beute nicht anrühren? Was glaubt ihr wohl, warum die Raubvögel sich zurückhalten?« Vielleicht weil sie satt oder weil die anderen in der Überzahl sind, meinte die Besatzung. »Nein, sie halten sich zurück, weil sie sich nicht vergiften wollen. Die Angst, die die Vögel hier auf unserem Schiff landen ließ, setzte in den Vögeln Giftstoffe frei, und die Vögel wissen ganz genau, daß sie sich in einer solchen Situation nicht gegenseitig fressen dürfen. Deshalb wiederhole ich: Haltet ein und laßt die Vögel am Leben, sonst werdet ihr euch vergiften.« Natürlich haben einige Besatzungsmitglieder sich nicht daran gehalten und dennoch ein paar Vögel gegessen. Sie sind allesamt qualvoll gestorben.

    Wir Menschen aber nutzen die Angst und Not unserer Mitmenschen gnadenlos für unsere eigenen, oft fragwürdigen Bestrebungen aus, um uns zu bereichern, um uns überlegen fühlen zu können, um uns wichtig zu machen und um den eigenen Schmerz, die eigenen verdrängten inneren Nöte unter Kontrolle zu halten. Die westliche Medizin mit ihren mächtigen Pharmakonzernen erfindet ständig neue Krankheiten, um Profit zu machen, so z.B. die in der Öffentlichkeit kaum bemerkte Herabsetzung von Grenzwerten bei Blutuntersuchungen. Diese Grenzwerte legen z.B. fest, wer zuckerkrank ist und wer nicht. So generiert die Herabsetzung der Blutzuckerwerte um nur ein paar wenige Punkte regelmäßig Millarden an zusätzlichem Profit. Aber auch die Versicherungsvertreter und -makler machen Profit mit der Angst der Menschen, die sie nicht selten selbst erst hervorrufen, um dann das geeignete Gegenmittel anzubieten. Versicherungen sind jedoch in der Hauptsache Kapitalsammelbecken, die absolut kein Interesse am Wohlergehen ihrer Kunden haben, sondern einzig und allein am Profit interessiert sind. Das gilt ebenso für Autobauer, die Lebensmittelindustrie, die Presse und nicht zuletzt für die Regierung und ihre Organisationen. Auch die ganz »normalen« Konsumenten werden über ihre Angst, Anerkennung zu verlieren, dazu verleitet, Dinge zu kaufen, die sie nicht wirklich benötigen. Die Politik macht ihren Wählern Angst vor Terror und begründet damit die Ausweitung ihrer Kontrollmöglichkeiten. Kaum jemand in der Bevölkerung will wahrhaben, daß Regierungen diesen Terror selbst inszenieren, um ihre Machtbefugnisse ausweiten zu können. Denn Macht sättigt nicht, sie macht immer nur Lust auf noch mehr, wie auch bei allen anderen Suchtstoffen zu beobachten ist.

    Das eigentliche Problem jedoch ist nicht »da draußen«, sondern steckt in jedem einzelnen von uns. Die Welt »da draußen« ist letztendlich »nur« ein Ausdruck dessen, was wir alle sind: Da draußen sehen wir in den Spiegel dessen, worin wir uns in unseren Haltungen und emotionalen Befindlichkeiten gleichen. Nicht die Anderen sind das Problem, wir sind es: Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie wir sind. Unsere gewöhnlich verleugnete Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autoritäten, wie sie von Milgram und anderen unbestreitbar nachgewiesen wurde, macht dieses System überhaupt erst möglich. Weitgehend autonome Menschen würden sich all das, was wir uns tagtäglich gefallen lassen, niemals bieten lassen! Wir glauben, daß wir getrennt von der Welt leben. Wir grenzen uns ab, erschaffen unsere ganz private Komfortzone und fürchten uns davor, sie zu verlassen. Wir suchen Hilfe »da draußen«, die richtige Pille vom Onkel Doktor, die richtige Suggestion vom Hypnotiseur (oder von Politikern, Presseorganen und anderen Scharlatanen), oder vom »Wissenschaftler«, der etwas erfindet, das uns alle rettet, oder sogar von Außerirdischen (eingeschlossen der Götter und Gottessöhne), die einst kommen werden, um uns mit einem Schlag von allen Übeln zu befreien.

    Das wird nicht geschehen, weil es nicht möglich ist. Niemand kann dich ändern, außer du selbst. Und auch du kannst niemanden ändern außer dich selbst. Gewöhnlich hält man mir an dieser Stelle entgegen, daß man doch zumindest andere dazu zwingen kann, das zu tun, was man von ihnen verlangt. Aber ändert man die Menschen dadurch wirklich? Oder treibt man sie nicht vielmehr noch weiter in den Teufelskreis von Macht und Gehorsam hinein, von Selbstunterwerfung und der Erzwingung von Unterwerfung anderer?

    Zugegeben, es erfordert Mut und Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Man benötigt volle Zuversicht in die eigenen Handlungen. Doch wie ist es darum bei den Menschen bestellt? Die meisten mußten nicht nur in ihrer Kindheit, sondern auch im weiteren Verlauf ihres Lebens die Erfahrung machen, daß ihre Handlungen und Entscheidungen absolut gar nichts bewirken. Martin E. P. Seligman berichtet in seinem Buch »Erlernte Hilflosigkeit – Über Depression, Entwicklung und Tod« darüber, wie die wiederholte Erfahrung der Wirkungslosigkeit eigener Anstrengungen quasi zur Selbstaufgabe führt – zur erlernten Hilflosigkeit. Jeder hat diese Erfahrungen mehrmals gemacht, niemand in unserer Gesellschaft blieb bislang davon verschont.

    Wir nehmen die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern so, wie wir sind. Unsere Wahrnehmung der Dinge um uns herum ist eine vermittelte und keine unmittelbare, wie die meisten noch immer zu glauben scheinen. Das, was an sensorischen Reizen unser waches Bewußtsein erreicht, ist gefiltert durch unsere Gedanken, Gefühle und Überzeugungen, die zusammen unseren Vorrat an Vorurteilen bilden. Nichts gegen Vorurteile! Auch wenn sie in unserer Gesellschaft durchweg negativ konnotiert sind, so erfüllen sie doch eine wichtige Aufgabe, nämlich die Ersparnis von Denkarbeit. Wir kommen mit Hilfe unserer Vorurteile weitaus schneller zu einer (vor allem uns selbst) überzeugenden Vorstellung der uns umgebenden Welt, als wenn wir jedesmal unseren gesamten Vorrat an Vorurteilen und Erkenntnissen nach Fehlern durchforsten müßten. Letztlich dienen unsere Vorurteile in der Hauptsache unserer Suche nach Vorteilen gegenüber anderen.

    Ich möchte euch an dieser Stelle ein Geheimnis offenbaren – nicht im Sinn eines geheimgehaltenen Wissens, das nur irgendwelchen Meistern bekannt ist, sondern vielmehr als eines verborgenen Wissens, daß der Aufmerksamkeit der Menschen gewöhnlich entgeht:

    Unsere Vorurteile, unsere Wahrnehmungsfilter, die wir gewöhlich unser ganzes Leben lang nicht bemerken, lassen uns die Welt individuell erfahren. Sie bewirken aber auch, daß wir nur die Menschen und Ereignisse in unser Leben lassen, die zu unserer Innenwelt passen, mit denn wir uns also kompatibel wähnen. Diese Erkenntnis führt zu einer weiteren: Wenn wir uns bewußt und gezielt verändern, verändert sich auch die Welt »da draußen«, denn für jeden ist die Welt genau das, was er davon wahrnimmt. Wenn wir uns verändern, nehmen wir die Welt anders wahr. Wenn wir die Welt andes wahrnehmen, verändern wir uns.

    Die Jahrtausende alte indische Göttin Maya ist Sinnbild dieser Erkenntnis: Ihr Name lautet ins Deutsche übersetzt Illusion: Sie täuscht uns eine Welt vor. Hindus, Schamanen aus allen Kulturen, die Druiden Europas wußten das schon lange vor unserer Zeit: Wir nehmen die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern so, wie wir sind. In unserer Zeit ist diese Erkenntnis unter der Bezeichnung »radikaler Konstruktivismus« bekannt. Einstein, neben Watzlawick und von Glaserfeld einer der Begründer dieser philosophischen Richtung, schreibt: »Wir nehmen die Natur nicht so wahr, wie sie tatsächlich ist, sondern so, wie unsere Methoden der Wahrnehmung sie darstellen.«

    Wir nehmen die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern wie es für uns nützlich ist, sie wahrzunehmen

    Nein, das wird jetzt kein weiterer Solotanz unter einer neuen Überschrift. Ich möchte hier einstweilen enden und den Leser auf die zahlreichen Werke hinweisen, die über Wahrnehmung und Aufmerksam bereits geschrieben wurden. Watzlawick hatte ich bereits erwähnt, aber auch David G. Myers bietet in seinem Buch »Psychologie« aufschlußreiche und leicht verständliche Darstellungen dieser umfangreichen Thematik, zudem reichhaltig illustriert. Im Literaturverzeichnis finden sich zahlreiche weiterführende Werke. Mit Sicherheit weiß der eine oder andere Leser dieser Zeilen weitere Literatur anzuführen. Nicht zuletzt möchte ich noch Günther Haas mit seinem Buch »Vom Lohnsklaven zum Visionär: Bedienungsanleitung für ein besseres Leben« erwähnen, der damit ein sehr hoffnungsfrohes Buch geschrieben hat. Einige meiner Ausführungen in diesem Beitrag sind seinem Buch entnommen.

    • palina… welch ein erfreulicher Lichtblick, ein intelligenter Kommentar.

      Man würde sioch ja nicht so ärgern, wenn es denn nicht alles eigentlich ganz einfach zu verstzehen wäre, gell?

      Ein schönes Wochenende wünsche ich

  8. Ich hab da eine andere Theorie:

    Nachdem VW als Kronzeuge im LKW-Skandal aufgetreten ist, musste Daimler 1,1 Milliarden zahlen während VW bzw. MAN straffrei ausging.
    Handelt es sich hierbei um eine Retourkutsche? Vielleicht gab es Anzeichen dafür, dass dies bald auffliegt und man wollte diesmal straffrei davonkommen? Ist in der Süddeutschen zu lesen, dass Daimler das ja so gelingen könnte.

    @James Elsener

    Danke für dein Statement. Ich fahre auch nur Benzens, jedoch wird der w204 mein Letzter sein. Mal gucken, ob ich in zehn Jahren noch einen fahrbereiten finde!
    Grüße vom Bodensee in die Schweiz!

    • Sie sind Komiker?

      „Nachdem VW als Kronzeuge im LKW-Skandal aufgetreten ist, musste Daimler 1,1 Milliarden zahlen während VW bzw. MAN straffrei ausging.“

      Sie halten diese Konzerne anscheinend für Konkurrenten?

      Sie sind echt witzig, Die Intelligenz eines Mario Barth und eines Dieter Nuhr in einer Person….

    • Es mag ja sein, dass ich unrecht habe. Das stört mich auch nicht.
      Was mich stört ist Ihre arrogante Art.
      Warum äußern Sie nicht Ihre Gedanken? Stattdessen beleidigen Sie mich hart, obwohl Sie mich gar nicht kennen.
      Mit diesem Verhalten sind Sie hier aber in bester Gesellschaft. Da können Sie um die Wette Klugscheißen und frech werden.

      Mit Ihrem dämlichen Kommentar ist Kenfm für mich endgültig gestorben. Hackt doch weiter auf einander rum.

  9. Das Gespräch mit W.Wimmer war wieder einmal sehr aufschlussreich.
    Warum gibt es darüber hinaus keine Diskussion, wie die globale ausbeutende Tyrannei , hinter der letztlich bestimmte Gruppen und letztlich auch bestimmte Personen stehen, markiert , angeklagt und beseitigt werden kann .
    Warum hat der Staat diese Schwäche, in der er nicht mehr in der Lage ist, zum Vorteil seiner Mitglieder und Wähler zu sein und wer tritt für seine Stärkung ein und wer für seine weitere Schwächung.
    Der starke Staat, ein positiver Ersatz für den Staat ist nicht in Sicht , hat grosse Anteile direkter Demokratie und wesentlich : Souveränität über entscheidende Teile der Gesetzgebung als auch der Finanzangelegenheiten .
    Ein im Interesse des Volkes geführter Staat hat kaum Bedarf an Polizei und Militär.

    Die Probleme , die nun die deutsche Autoindustrie erfasst haben sind Folge der seit den 1980er Jahren dominierenden Globalisierung unter (wirtschafts)liberalem Diktat. Allgemeinwohl wurde durch Gewinnmaximierung ersetzt und diese wird per WinkeladvokatenIndustrie durchgesetzt.
    Je weniger dem Einzelnen Bedeutung zugemessen wird, um so aufgeblähter wurde die Menschenrechtsindustrie und je mehr den Menschen existenzielle Sicherheit genommen wurde umso stärker wurden Sozialshow und Sicherheit als Bevormundung und Schikane des Staates . Der Staat vertrat zunehmend die Interessen des Kapitals und es gilt nun diesen Staat für die Menschen rückzuerobern .
    Die Basis dieser Rückeroberung ist Aufklärung, und hier wiederum das klare Verständnis des Begriffes Aufklärung. – also so ziemlich genau das Gegenteil von dem von den MSM und der Politik verwendeten „Aufklärung“ die nichts als politische Indoktrination beabsichtigt.

    • Da hilft man gern…

      „Warum hat der Staat diese Schwäche, in der er nicht mehr in der Lage ist, zum Vorteil seiner Mitglieder und Wähler zu sein und wer tritt für seine Stärkung ein und wer für seine weitere Schwächung.“

      Ganz einfach. Weil der Urnenpöbel zu blöde ist, darüber nachzudenken was seine eigene Interssen sind, und welche Parteien, bzw Politiker, er wählen sollte, damit diese für die Bürger arbeiten und Politik machen.

      Sie haben übrigens ganz Recht, das alles begann in den 80ern als die blöde Masse einen fetten kleinen Spiessbürger für die nächsten 18 Jahre zum Kanzler machte, einen der wahrlich seinesgleichen war.
      Und die Rechnungen für diese Zeit, die kommen halt jetzt gerade rein.

    • Vielleicht ist es ja gar nicht die Aufgabe des Staates, zum Vorteil seiner Wähler zu arbeiten?
      Auch wenn Er es versucht zu suggerieren.
      Der Staat ist doch der Steigbügelhalter und das Personal des Großkapitals.
      Das Personal ist schon wählbar – aber man sollte sich die Stellenbeschreibung anschauen.
      Im übrigen hallte ich Autokonzerne für Banken mit ner großen Garage im Hinterhof.

  10. Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht genau, was ich von dieser ganzen Geschichte halten soll. Einiges klingt für mich plausibel, bei anderen Punkten bin ich mir noch nicht sicher.

    Zwei Fragen:

    – Wenn also Deutschland dieser wirtschaftlichen Erpressung nachgibt und quasi einen Krieg gegen Russland durchwinkt – so habe ich das verstanden – dann werden die amerikanischen Anwaltskanzleien im Gegenzug ihre Klagen zurückziehen? Selbst wenn man unterstellt, dass diese Firmen oder die Justiz direkt auf Geheiß der Regierung (oder anderer Mächtiger im Hintergrund) agiert: Wie soll das dann offiziell kommuniziert werden, dass man die Klagen wieder zurückzieht – aus welchem Grund? Oder werden diese dann eben verhandelt und durch die amerikanischen Gerichte abgewiesen?

    – Sollte Deutschland darauf nicht eingehen: Dann hätten doch amerikanische Großinvestoren, die an deutschen Autobauern beteiligt sind, auch erhebliche Verluste. Oder ist das einkalkuliert und sie werden von anderer Stelle (evtl. der Rüstungsindustrie?) entschädigt?

  11. Kartelle und Absprachen, wer hätte das gedacht.
    Nun, das ist nichts neues.
    Nur was haben amerikanische Anwalt-Kanzleien damit zu tun.
    Nun zeigt sich, dass Aktienanteile von Blackstone als Kampfmittel eingesetzt werden. Leidtragend wird der Arbeiter bei VW, BMW, oder eventuell auch bei Daimler sein.
    Geht es denen schlecht, geht es auch der Zulieferindustrie schlecht. Das sind Schläge in die Wurzeln unserer Wirtschaft.
    Schau ich dann noch das Interviewe auf RT mit dem Vizepräsidenten der IHK, Volker Treier, über die Gaslieferungen per Nordstreem an, so wächst meine Antipathie gegen unsere anglikanischen Freunde immer mehr.
    Ich hoffe, dass Herr Wimmer, so wie wir alle, nächstes Jahr wirklich noch Ferien machen können.

  12. Wie? Keine russischen Hacker am Werk? Wo bleibt die tägliche Dosis der „Russenhacks“?
    Jetzt wo das Schmucksstück der dt. Werteindustrie getroffen worden ist, müssen das die Russen gewesen sein, dann können die Deutschen noch mehr Vorwärtspräsens betreiben.

  13. Ich glaube, da liegt Herr Wimmer nicht ganz richtig.

    Die Aktionärsstruktur von Daimler ist bereits dergestalt, dass die Firma mehr Aktionäre ausserhalb Deutschlands hat als innerhalb (https://www.daimler.com/investoren/aktie/aktionaersstruktur/).

    Bei BMW sieht die Sache ähnlich aus. Die Mehrheit der Aktionäre kommt von ausserhalb Deutschlands. BMW hat jedoch durch die grossen Anteile, die die Familie Quandt/Klatten an der Gruppe hält eine wahrscheinlich ruhigere Aktionärsstruktur als Daimler (https://www.bmwgroup.com/de/investor-relations/aktie.html).

    Ungemütlich wird es für die drei Grossen in Deutschland auf jeden Fall, denn es wird sehr schwierig werden, schlüssig darzulegen, welche Abmachungen die Festlegung von Industriestandards zum Ziel hatten.

    Ich habe noch beim Daimler g’schafft und meine Daimler-Benz AG hat nicht mehr viel gemein mit der heute dem absoluten Shareholder-Value verpflichtete Daimler AG.

    Herzliche Grüsse sendet aus dem Schweizer Jura

    James Elsener

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