KenFM im Gespräch mit: Dirk Pohlmann (Täuschung – Die Methode Reagan)

Wer Gegenwartsgeschichte verstehen will, muss eigentlich nur ins Archiv gehen. Geschichte wiederholt sich. Muster und Methoden, die sich bewährt haben, werden von den Machthabern schlichtweg wiederholt. So ist auch Krieg als Mittel der Politik bis heute ein Werkzeug, das von den Eliten angewandt wird, um den eigenen Vorteil auszubauen oder aber die Gegenseite endlich auf Normgröße zurückzustutzen.

Dieses Spiel der Macht wird von denen gespielt, die die Demokratie nur für einen vorübergehenden Irrtum der Geschichte halten. Finanzoligarchen, die sich im Westen auch gern als Philanthropen verkleiden.

Viel ist von dieser Demokratie nicht mehr übrig, denn dazu müssten die wesentlichen Tools tatsächlich in den Händen der Völker liegen. Das ist nicht der Fall.

Mega-Banken, Globalplayer-Konzerne und die großen Massenmedien gehören letztenendes Privatpersonen und werden von diesen wie Waffen eingesetzt. Natürlich geht es in diesem System nicht ohne Feindbild.

Der Feind der Eliten ist die Wahrheit. Nur durch permanente Manipulation der Massen ist ihr System überhaupt stabil. In einem dichten Netzwerk, bestehend aus Runden-Tischen, Stiftungen, Think-Tanks oder „Bildungseinrichtungen“, bilden sie immerzu die nächste Generation gehirngewaschener Überzeugungstäter heran.

Am Ende des Tages wird dann aber Krieg geführt, und kommt auch dieses Land, Deutschland, als Außenposten der USA nicht ohne Mord und Totschlag im Auftrag der Freiheit aus.

Aktuell wurde Russland wieder zum „Reich des Bösen“ erklärt. Dieser Begriff stammt vom ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan und damit aus den 1980ern. Reagen war ein Kalter Krieger wie aus dem Lehrbuch und hatte sich mit jeder Faser seines politischen Handelns der Täuschung verschrieben. Reagan hasste die UdSSR. Er wollte sie um jeden Preis zerstören.

Dieses Ziel gelang ihm und seinen Beratern. Teilweise. Russland unter Putin ist wieder da. Ist die Ukraine-Krise Zufall? Oder soll unter Obama nur zu Ende gebracht werden, was Reagan nicht mehr gelang?

Die aktuelle Reportage „Täuschung – die Methode Reagan“ des Filmemachers Dirk Pohlmann wurde am 5. Mai auf Arte gezeigt. Dirk Pohlmann ist es in seiner Reportage erstmals gelungen, die US-Machtstrategen von damals vor die Kamera zu bekommen. Er hat es darüber hinaus auch geschafft, mit den Opfern des Imperialismus zu sprechen. Da wären z.B. die Schweden.

Schweden, als damals neutraler Staat, wurde unter Reagan Teil des Schlachtfeldes. Reagan war der schwedische Ministerpräsident Olof Palme ein Dorn im Auge. Olof Palme war wie Willy Brandt oder Egon Bahr ein Mann, der einen dritten Weg gehen wollte. Kooperation statt Konfrontation. Palme wurde später ermordet.

KenFM sprach mit Dirk Pohlmann rund 120 Minuten über das Résumé der Geschichte von damals, und wie wir die Erkenntnisse heute einzuordnen haben, wenn wir erkennen müssen, dass die Eliten auch 2015 nichts aus einem Fast-Atomkrieg gelernt haben. Wir haben unter Ronald Reagan nicht überlebt, da er und seine Berater in den Machtzentren erkannt hatten, dass die Mechanik der Provokation sich bereits verselbständigt hatte, sondern weil wir schlichtweg Glück gehabt hatten.

Der Film „Täuschung – die Methode Reagan“ erhielt am 27.4. auf dem russischen Filmfestival bereits den Preis „Bester ausländischer Film“ und ist in den kommenden Tagen online bei Arte weiterhin anzusehen.

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4 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Dirk Pohlmann (Täuschung – Die Methode Reagan)

  1. „Was wichtig ist, erfahren wir nicht…“

    Kleine Geschichte aus dem Sufismus: Nusreddin sucht seinen verlorenen Ring vor der Hütte. Nach einer Stunde kommt sein Freund vorbei. Nusreddin sagt ihm, dass er seinen Ring sucht. Beide suchen weiter vor der Hütte. Nach einer Stunde fragt der Freund: „Wo hast du ihn verloren?“ Nusreddin: „In der Hütte.“ Der Freund: „Warum suchen wir dann hier draußen?“ Nusreddin: In der Hütte ist kein Licht.“

    Was wichtig ist, erfahren wir, wenn wir wisssen, daß das, was wichtig ist, im Dunklen liegt, und wir es im Licht suchen müssen. Wie etwa in diesem Gespräch durch KenFM und Dirk Pohlmann, die hier Ereignisse und Verhältnisse im Licht betrachten, unerläßlich um „die Welt“ heute zu verstehen.

    Als Optimist würde ich sagen: „Zieht euch warm an, was da so unterwegs ist und sich Journalist nennt, im Bett (embedded) oder nicht.

    Als Pessimist sehe ich da immer noch viel Dunkelheit und zu viele schwarze Löcher:
    Welche Rolle spielen Länder mit Königshäusern? Historisch und bis in die Gegenwart? Welche Rolle spielt der Adel als global wohl am längsten und besten vernetzter Akteur? Natürlich ist der historische Geldadel mit seinem Netzwek engstens damit verbunden. Welche Rolle spielen beide zusammen mit den „Neureichen“ des militärisch-industriellen Komplexes? Welche Rolle spielen alle zusammen mit ihren jeweiligen Regierungen, wenn z.B. Rußland einerseits „einverleibt“ werden soll und andererseits am gemeinsamen Projekt Weltraum mitarbeitet? Wie ist es möglich, daß Regierungen und Unternehmen in anderen Ländern (mit denen man im Wirtschaftskrieg ist), Dinge tun dürfen, die zuhause verboten sind?

    Vor allem: Wie ist es möglich, daß ein Ereignis wie Hiroshima und Nagasaki nicht als das verstanden wurde, was es war. Bis heute.

    • @ Tony: “ Welche Rolle spielen Länder mit Königshäusern ?“

      Gute Frage, ein geistiger „Leckerbissen“ für mich. Habe selbst schon intensiv mich mit dieser Frage beschäftigt, ohne jedoch da schon zu einem abschliessenden Urteil gekommen zu sein. Schätze, es wir in ca. 200 Jahren keine Königshäuser mehr geben, auch wird dann wohl sinnlos sein, von Völkern noch zu sprechen. Der Zeitgeist wird das verändern. Und eigentlich ist der Adel samt Könishäusern ja heute schon ein Anachronismus.

      Vielleicht spielen Königshäuser in dem Sinne eine Rolle, dass sie der allgemeinen Bevölkerung den Wert der Familie, den Wert von Privatheit gegenüber dem Staat, gegenüber der Klasse von Beamtentum vor Augen führen ?
      Seit der Revolution von 1789 gibt es ja im Wesentlichen nur noch konstitutionelle Monarchien, deren Hauptaufgabe in der Repräsentation zu liegen scheinen. Doch wen oder was repräsentieren diese Familien ? Welche Werte sollen sie heute noch vermitteln ? Den der Blutsbande ? Blut ist ein besonderer Saft. Ein Königshaus ist ja einerseits so etwas wie eine Geheimgesellschaft und andererseits ist es Repräsentationsgemeinschaft.

      Das englische Königshaus gibt wohl der Bevölkerung das Gefühl: Wir sind eine Nation ! „Right or wrong – my country!“
      Die englischen Freibeuter standen unter dem Schutz der Krone. Und es waren die Opiumkriege, durch die eben ungeheure Reichtümer aufgetürmt wurden. D ging es nicht um die moralische Frage, ob es moralisch richtig war, die Inder zum Mohnanbau zu zwingen und die Chinesen zu zwingen, die Häfen zu öffnen, sondern das alles war gedeckt durch das Gefühl: UNS gehört die ganze Welt ! Und das ist heutzutage noch verstärkt der Fall bei den Angloamerikanern, nun auch unabhängig von Krönungszeremonien und Trooping The Colour Veranstaltungen, bei denen privater Luxus, also Lichtfülle eine Rolle spielt.

      Abschliessend noch etwas zum Thema des Suchens und des Lichtes. Licht kann auch etwas überstrahlen. Das Licht der Tagessonne überstrahlt z.B. das der Sterne, deren Lichtausstrahlung erst dann sichtbar wird, wenn die Sonne untergegangen ist.

  2. Der Abschnitt über den nuklearen Erstschlag erinnert mich an meinen U-Lehrgang Juli/August bei der Schule technische Truppe des Heeres in Aachen. Im Unterricht politische Bildung erklärte uns ein Stabsoffizier die Option eines nuklearen Erstschlages gegen den Warschauer Pakt. hinterher waren wir alle ziemlich konsterniert.

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