KenFM im Gespräch mit: Hans-Jürgen Krysmanski (Teil 2)

Anders als in den Vereinigten Staaten ist das Thema Elitenforschung in Deutschland noch weitgehend im Winterschlaf. Alle Pyramidengesellschaften wurden und werden von der Spitze her regiert. Alle. Ihnen liegt eine Struktur zugrunde, die an das Militär erinnert. Wer die Massen erreichen und beherrschen will, kann dies nur über die jeweiligen Eliten bewerkstelligen. Die Geschichte kennt die politischen Eliten, sie ist mit den Eliten der Kirche vertraut. Hinzu kamen später die Intellektuellen Eliten, im 20. Jahrhundert die Eliten der Wissenschaft und des Sports. Das 21. Jahrhundert hat eine völlig neue Form der Elite hervorgebracht. Die Geldelite. Es handelt sich hier um ein Machtzentrum, das weitgehend unsichtbar agiert, dafür aber global die Strippen zieht.

Wenige Tausend Superreiche weltweit verfügen über ein permanentes Barvermögen von 500 Mio. Dollar cash – minimum. Einige Hundert unter ihnen Besitzen Milliarden im dreistelligen Bereich. Für diese Menschen haben Gesetze oder nationale Grenzen keine Bedeutung mehr. Sie stehen über dem Gesetz. Nicht selten stellen sie den Gesetzgeber. Die Geldeliten beherrschen die öffentliche Meinung und die internationalen Geldflüsse. Sie besitzen maximale Medienmacht und beherrschen den Finanzsektor. Alles was wir über diese Eliten Erfahren, geschieht im Zuge eigener Inszenierung. Davos oder Bilderberger-Treffen sind die „Bambi-Verleihungen“ der Geldelite, denn auch sie kennen untereinander eine Form der Konkurrenz.

Der Soziologe Hans-Jürgen Krysmanski beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit dieser Klientel, und hat dazu zahlreiche Bücher veröffentlicht. KenFM traf ihn in Hamburg, um mit ihm unter anderem über sein aktuelles Buch „0,1% – Das Imperium der Milliardäre“ zu sprechen. Das Gespräch wird in zwei Teilen veröffentlicht und kann helfen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Es geht um das Gesamtbild, nicht nur um einzelne Puzzleteile.

0,1% – Das Imperium der Milliardäre
http://www.westendverlag.de/buecher-t…

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9 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Hans-Jürgen Krysmanski (Teil 2)

  1. Das „Fussvolk“ soll für die Eliten so etwas sein wie die „Eier-legende- Wollmilchsau“ für die Ernährungsindustrie, indem es so viel wie möglich arbeitet, konsumiert, sich genügend krank machen lässt und Medikamente schluckt, lange genug dahinsiecht und den Krankenbetrieben Geld einbringt und dann aber bei Bedarf auch ohne Mucken bereit sein, massenhaft hinwegzusterben. Es soll sich aber vorher auch immer noch vermehren, ihre blutigen Kriege führen, wenn es an der Zeit ist und es soll bei all dem über nichts tiefer nachdenken. Und last not least soll es seine Eliten für all das auch noch ehren und bewundern.

  2. Wenn ich mit meinem bisherigen Wissen in der Kulturgeschichte der Menschheit zurückgehe, so sehe ich Ägypten(als angeblich erste Hochkultur), aber auch die vedische Kultur in Indien als Patriarchate, die von der Machtfrage beherrscht waren, die sich in den vorgeschriebenen Hierarchien ausdrückte. In der vedischen Kultur war es ganz eindeutig das Kastenwesen und in der Ägyptischen die Pharaonendynastie. Hinter beiden stand aber die Priesterkaste. Beiden Kulturen gemein war schon eindeutig die patriarchale Unterdrückung des Weiblichen, die sich z.B. in Ägypten auch im Gebährneid ausdrückte. Es gibt Abbildungen aus dieser Zeit mit schwangeren Pharaonenherrschern. Mit der Zeit hat sich die zentrale Vorstellung von Macht, das Symbol von Macht gewandelt. Es war seit der Zerstörung und Eroberung der Matriarchate, von denen wir heute nur erst wenig wissen, weil diese Forschung extrem behindert und diskriminiert wird, das Männliche in der Spitze der Machtpyramide, wenn auch neben den Göttern auch immer mal Göttinnen gab. Seit der Herrschaft der Patriarchate ist diese Welt definitiv kriegerisch. Das oberste Herrschaftssymbol
    hat sich gewandelt. Erst war es der Gott mit der Institution Kirche dann bei uns im Mittelalter, dann wurde der strenge, sklavisch verordnete Gottglaube abgelöst durch den nicht weniger sklavisch verordneten Glauben an „Die Wissenschaft“. Und in der letzten Zeit hat sich das Machtsymbol noch weiter an die Oberflächlichkeit geschoben mit dem materielle Reichtum, mit dem Geld. So ist aus einem verinnerlichten Machtglauben an einen „Gott“ mit dem Kapitalismus ein veräußerlichter Machtglaube an das Geld hervorgegangen, der sich in punkto Macht auf allen Ebenen bestätigt hat. Aus dem Glauben an eine „Göttlichkeit“ ist so eigentlich ein Glaube an den „Teufel“ hervorgegangen. Nun ist es an der Zeit, den Glauben an Macht als solchen zu hinterfragen, da er uns an den Rand eines Abgrundes geführt hat, den niemand mehr auszuloten vermag. So denke ich.

    • die Gottgläubige gruppe von Menschen hat ihre Macht noch nie aus der Hand gegeben, weder an die Wissenschaft, noch an das Geld. sie haben beides für sich genutzt.

      man kann nicht von Übergängen sprechen, wenn stets ultraorthodoxe in jeder Pyramidenstruktur ganz „oben“ stehen.

      unser Glaube fusst auf einem Sockel voller Gewalt, dieser Umstand ist nicht heilbar…. ganz im Gegenteil , er breitet sich unaufhaltsam in alle Richtungen aus. es ist nicht anzunehmen, dass je ein gesellschaftlicher Prozess in unserer Geschichte , Grundhaft an diesem sockel gerüttelt hätte.

      die Wissenschaft in ihrer beschränkten Sichtweise, ist nicht in der Lage „Glauben“ zu unterlaufen…manche Menschen haben das sehr früh erkannt und den „Glauben“ für sich nutzbar gemacht. die einzige Frage die sich stellt ist, wie viel Wissen hat diese kleine Gruppe von „Gläubigen“ und wie nutzt diese Gruppe Wissenschaft , um ihren Glauben zu festigen und zu verbreiten?

  3. Ich kann solchen Propheten technischer Superlative so gar nichts abgewinnen. Es erinnert mich an pubertäre Wunschträume (Superauto, Superkräfte, die ein anbetende Traumfrau usw.). Muss grade dran denken, wie wir unser Taschengeld für Profi-Tischtennisschläger geopfert hatten (Hä, Hä) und Vater uns dann mit einem Frühstückbrettchen als Schläger ablederte, das uns Hören, Sehen und Kichern verging. Die ultimative HighTec ist der Mensch, so wie die Natur ihn nach einer Milliarde Jahre Bauzeit heute so abstellt. Nur die Software ist noch buggy, aber das wird noch. So in ein bis zweitausend Jahren, falls nicht zu buggy. Dann wirds in 20 Millionen Jahren erst wieder was.

  4. Superreiche sowie Superarme erscheinen mir wie Pole der globalen Sozialität. Beide wähnen sich außerhalb der Gesellschaft. Die einen drunter, die anderen drüber. Sie sind einander viel verwandter als beide glauben, nur gegenpoliger Natur. In der Mitte die integre Sorte. Sie ist so wie sie ist, wird stets akzeptiert und gemocht ohne sich dafür jemals verstellen zu müssen. Drum herum in Schalen alle Weiteren. Wie ein Planet. Sozialität meint hier nicht die anthropologische Sicht, sondern einen Gegenbegriff zur Realität, der nicht für die physikalische, sondern für die soziale Gesamtheit steht. Eine soziale Wirklichkeit, so, wie sie sich für den Menschen stellt. Wir leben leider immer noch im Geiste alt her gebrachter universitärer Schule nachdem z.B. ein Unternehmen erstlinig ökonomischer und finanzieller Natur sei, statt einzugestehen, das es erstlinig ein soziales Gemeinwesen ist. Es geht eben nicht vorrangig um wirtschaftliche Interessen eines Unternehmens, sondern um die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse. Ob diese in einem gemeinwirtschaftlichen Rahmen erfolgt kennzeichnet nur Bedingungen, jedoch nicht das Wesen einer Unternehmung. Die zunehmende Robotisierung wird dies alles ändern. Wir werden lernen müssen, was dem Mensch vorbehalten bleiben muss, auch wenn Roboter es besser können. Wir werden lernen müssen, den Mensch zu akzeptieren. Ganz egal ob er unter der Brücke schläft, oder in einem Wolkenkratzer. Sehr gefreut hat mich die Erwähnung des Films Contact. Hadden Industries. Unbedingt anschauen!

    • Ich hoffe, Sie behalten Recht mit Ihrem Statement zur Robotisierung, denn dort gibt es Folgendes:

      Zukunftsforscher Ray Kurzweil Unsterblichkeit für alle

      Unermüdlich arbeitet Ray Kurzweil daran, uns den Weg ins ewige Leben zu weisen. Im Jahr 2029, so prophezeit es der amerikanische Autor und Erfinder, werden das menschliche Gehirn und der Computer eine Einheit bilden.

      Er ist dreiundsechzig Jahre alt und freut sich schon aufs nächste Jahrhundert und all die folgenden. Um dann voll bei Kräften zu sein, schluckt er täglich hundertfünfzig Pillen, lässt sich regelmäßig intravenös auffrischen, stählt seinen Körper im Sportstudio und nimmt nur fettarme, gemüsereiche Kost zu sich. Aber wie auch er weiß, reicht das nicht, um das ewige Leben zu erlangen. Darum ist er an der Entwicklung von Maschinen beteiligt, mit denen der Mensch verschmelzen und so unbegrenzt weiterleben kann. Das wird, wenn die entsprechenden Berechnungen aufgehen, in zwei, drei Jahrzehnten geschehen. Der Fachausdruck dafür lautet: Singularity.

      Ray Kurzweil ist kein Spinner. Er hat mit siebzehn einen Computer gebaut, der Musikstücke komponiert. Mit der Erfindung von elektronischen Musikinstrumenten, von Keyboards, Synthesizern und einer Lesemaschine, die Text in Klang verwandelt, mit Computerprogrammen für Lernbehinderte und einem Hedgefonds, der sich Künstliche Intelligenz zunutze macht, ist er reich geworden. Von Bill Gates wird er nicht weniger bewundert und gepriesen als von dem ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore.

      Kurzweil verschanzt sich nicht hinter den Mauern seines Labors. In populärwissenschaftlichen Wälzern, auf multimedial aufgepeppten Vortragsreisen und in Filmen verkündet er die frohe Botschaft der Singularität. Seine Ideen verpackte er für die Leinwand in „The Singularity Is Near“, sein Leben in „The Transcendent Man“. Und jetzt ist er im New Yorker Lincoln Center aufgetreten, und diese Missionsveranstaltung wurde live in Hunderte Kinos übertragen. Mitgebracht hatte er prominente Freunde wie Steve Wozniak, einen der Begründer von Apple, den unterhaltsamen Astrophysiker Michio Kaku und, per Video dazugeschaltet, den holistischen Mediziner, Lebensratgeber und Bestsellerautor Deepak Chopra.

      Musste das Kino als Informationsplattform für eine solche Gedankenreise in die Zukunft auch ein wenig verstaubt wirken, konnten Fragen immerhin über Facebook und Twitter gestellt werden. Doch erst hatte Kurzweil das Wort allein, und wer gekommen war, um Zukunftsluft zu schnuppern, wenn nicht einen Zukunftssturm über sich ergehen zu lassen, wurde nicht enttäuscht. 2029, so die erstaunlich genaue Voraussage, werden Computer und menschliches Hirn nicht mehr zu unterscheiden sein. Nanoroboter von der Größe einer Blutzelle werden allen Krankheiten ein Ende machen. Die Grenzen des Lebens werden fallen. Woher Kurzweil das weiß?

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/zukunftsforscher-ray-kurzweil-unsterblichkeit-fuer-alle-11113916.html

      Was zum Beispiel eher ein Nachteil von Manipulation der „Singularity“, aktuell schon ist:

      What if you could alter a video of anyone to emulate facial and mouth movements that never existed in the source video—by yourself, at home, using a cheap webcam?

      Meet Face2Face. Using RGB input from one video and mapped pixels from a second video, manipulating someone’s face—including distinct facial and mouth movements—has become incredibly easy. A team of researchers recently released a video showing what this looks like in real-time. While the method is still imperfect, it has major implications for future online content.

      According to the team’s publication: “Our goal is to animate the facial expressions of the target video by a source actor and re-render the manipulated output video in a photo-realistic fashion.”

      Using YouTube videos of well-known political figures, the team overlays real-time facial mapping from one camera directly onto the source video, with little to no visual distortion. Even the interior of the mouth is seamlessly recreated, allowing for accurate real-time lip motion.

      http://singularityhub.com/2016/05/13/new-digital-face-manipulation-means-you-cant-trust-video-anymore/

      und hier die „Vision“

      zuvor noch:

      (Schmidt im April 2013 über seine erschütterndsten Erlebnisse)

      „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“

      http://www.bz-berlin.de/deutschland/wer-visionen-hat-sollte-zum-arzt-gehen-die-besten-zitate-von-helmut-schmidt

      Und hier die Vison von Kurzweil:

      Singularity is Near! Full Documentary Michio Kaku | Ray Kurzweil

      https://www.youtube.com/watch?v=8CSNmrunCnA

      Zwei weitere Links zu diesem Thema:

      Einmal auf Deutsch:

      Ray Kurzweil: Die Singularität naht

      https://www.youtube.com/watch?v=F29YOybkiPQ

      Und etwas anschaulicher:

      Transhumanismus – Neue Eugenik: Damit sie Leben können, müssen wir sterben!?

      https://www.youtube.com/watch?v=IlUPNUwbuyE

    • Ich kann solchen Propheten technischer Superlative so gar nichts abgewinnen. Es erinnert mich an pubertäre Wunschträume (Superauto, Superkräfte, die ein anbetende Traumfrau usw.). Muss grade dran denken, wie wir unser Taschengeld für Profi-Tischtennisschläger geopfert hatten (Hä, Hä) und Vater uns dann mit einem Frühstückbrettchen als Schläger ablederte, das uns Hören, Sehen und Kichern verging. Die ultimative HighTec ist der Mensch, so wie die Natur ihn nach einer Milliarde Jahre Bauzeit heute so abstellt. Nur die Software ist noch buggy, aber das wird noch. So in ein bis zweitausend Jahren, falls nicht zu buggy. Dann wirds in 20 Millionen Jahren erst wieder was.

    • @Demo: Ich habe mir das zuletzt von Ihnen verlinkte Video über „Transhumanismus“ mal angeschaut. ich denke, dieser ganze Wahnsinn hat im 17. Jahrhundert erst so richtig Speed aufgenommen, als Galilei verkündete, man solle der Naturerforschung(heute heißt es „Grundlagenforschung“) zuliebe nur noch mit berechenbaren und quantifizierbaren Größen handeln. Haben die Griechen noch die Erde als Lebewesen begriffen, so wollte man sie nun als Maschine sehen und das ganze Weltall ebenso. Da der Einfluss der Kirche noch sehr stark war, sah man es alles als eine von „Gott“ geschaffene Maschinerie, zusammengesetzt aus den „Gottesteilchen“, den Atomen, den angeblich letzten, kleinsten Materieteilchen. Unser bekannten Physiker um Einstein haben ja dann durch ihre Versuche mit Atomzertrümmerung unisono bestürzt ihren gesamten Glauben an die Existenz von „Materie“ aufgeben müssen, da sie in jedem Atom wieder einen eigenen Kosmos entdeckten. Dass nämlich Mikrokosmos und Makrokosmos beide unendlich sind. Dass der „Geist“ der Urgrund allen Seins ist und nicht die Materie. Nicht aus Materie ist Geist entstanden, sondern umgekehrt. Was wir als „leblose Materie“ bisher begriffen hatten, ist in Wirklichkeit letztendlich verdichteter oder „geronnener“ Geist. So sahen sie es dann und so sehe ich das auch.
      Ich weiß nicht, wie lange dieser irre Glaube an den Transhumanismus noch weiter fortschreiten kann. Ich hoffe, dass es nicht mehr lange geht.

    • @ wiebitte: naja. Es gibt so technisch-fragwürdige Entwicklungen. Ein Ende wird erstmal nicht in Sicht sein, solange es Forscher und Forschungsgelder dafür gibt.

      @ veganislove : also bis 2029 wird das mit Sicherheit noch weitergehen – danach erneuern sich die Computer vielleicht schon selbst, mit den Menschen.

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