KenFM im Gespräch mit: Owe Schattauer (Die Stimme des Zorns)

Die Segel setzt man nicht mit Worten

Owe Schattauer kommt aus einer Familie von Revolutionären. Die Schattauers haben sich nie weggeduckt, wenn es darauf ankam, sondern verhielten sich in der Stunde der Bewährung eher geschäftsschädigend, was die eigene Karriere betraf.

Owe, geboren und groß geworden in der DDR, wollte eigentlich Architekt werden und Brücken bauen. Als noch nicht klar war, dass der im Osten existierende Sozialismus nicht überleben würde, trug Owe S. Uniform bei der NVA. 1989 nahm er dann mit Kameraden an Demonstrationen gegen die SED-Führung teil, in Uniform und ausgestattet mit Protest-Plakaten.

Nach der Verhaftung wurde er von den Kameraden als Anführer benannt und entsprechend verhört. Das Studium der Architektur könne er sich abschminken, stattdessen solle er für den Rest seines Lebens Trecker in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft fahren, so die, die ihn in der Mangel hatten.

Dann fiel die Mauer.

Heute wohnt Owe Schattauer in Mainz, betreibt eine kleine Baufirma. Dennoch tut er das, was er sich als junger Hüpfer in den Kopf gesetzt hatte. Er baut Brücken. Brücken der Verständigung, der Empathie. Owe ist immer weniger auf den eigenen  Baustellen zu finden, sondern verbringt den Großteil seiner Zeit als Friedensaktivist. Er steht auf Bühnen und appelliert an den Wandel. Zwischendurch holt er auf Baumessen neue Jobs für seine Crew rein. Auf den damit verbundenen Autofahrten kommentiert er aktuelle Propaganda per ins Mobiltelefon gesprochenen Videobotschaften. Diese verbreiteten sich millionenfach in sozialen Netzwerken und machten ihn als „Die Stimme des Zorns“ international bekannt.

Und weil ihn das nicht auszulasten scheint, verfolgt der Unternehmer Schattauer parallel dazu seit Jahrzehnten eine Karriere als Protest-Musiker. Deutsch-Rap mit elektrisch verstärkten Gitarren gegen die Ausbeutung durch das System. Er ist kein Fan einer Neo-Liberalen Weltordnung. Er hinterfragt laut die System-Presse, das private Geldsystem, die politische Kaste, die Eliten.

KenFM sprach mit Owe Schattauer kurz nach dessen spontaner Ansage bei der Anti-TTIP-Demonstration in Berlin, warum er es nicht lassen kann, den David gegen Goliath zu machen und wie er sich die Zukunft auf diesem Planeten vorstellt. Wir trafen auf einen Mann, der sprachlich zwischen Thomas Sankara und Muhammad Ali zu verorten ist, und dessen persönliches Ideal dem von Gandhi sehr nahe komm: Sei du selber der Wandel, den du sehen willst.
https://www.youtube.com/watch?v=cuKaU…

https://www.youtube.com/user/117records
https://www.facebook.com/crebellum
https://www.facebook.com/owe.schattauer
https://www.facebook.com/Owe-Schattau…
http://c-rebell-um.de/crebellum/

13 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Owe Schattauer (Die Stimme des Zorns)

  1. Über das Gespräch/Interview hier bin ich ein großer Fan von c-rebell-um geworden. Über c-rebell-um / Owe bin ich auch zu Kilez More gekommen, den ich auch sehr Klasse finde und der eher auch die jüngeren Semester anspricht. Vielleicht bekommt Ihr den jungen Mann ja auch mal vor Mikrofon und Kamera? Das wäre noch mal jemand, der sich traut, etwas zu sagen!

  2. Krasser Typ, dieser Schattauer! Ich kannte den Herren gar nicht und sah und hörte ihn zum ersten mal in Positionen #3 (im Übrigen eine der besten Sendungen dieser Art die ich bis jetzt gesehen habe), und fand ihn schon dort gleichermassen intensiv wie interessant.
    In diesem Gespräch lernt man ihn aber noch viel besser kennen. Bravo – ein Link zum Weiterleiten ist das mal wieder!

    • Krasser Typ, dieser Schattauer! Ich kannte den Herren gar nicht und sah und hörte ihn zum ersten mal in Positionen #3

      Das war bei mir so ähnlich. Aber dann war da noch der Verweis auf sein Werk „Irrtum“. Und das kannte ich, das hatte mich sehr beeindruckt, allerdings vor vielen Jahren. Da war eine Diskussion bei Nachdenkseiten oder Spiegelfechter, wo er zerrissen wurde. So ein Glatzkopf-Ossi, der von der guten alten Zeit träumt, wo jemand, der sein Wort brach, eins aufs Maul kriegte.

  3. Ich grüße Sie beide, und bedanke mich vorne weg für Ihr ehrliches und authentisches Bemühen um das Aufdecken der wahren Gedanken und Absichten unserer sogenannten Eliten. Natürlich spürt fast jeder klar denkende Mensch, dass viele Dinge die in der Welt vor sich gehen nicht dem Menschen dienen, sondern eher dem Geld oder Machterhalt von Monopolisten oder Regierungen. Ich bin seit ca. 3-4 Monaten sozusagen auf Droge Kenfm…. Das hat ganz nebenbei für ein sehr viel entspannteres Verhältnis im Umgang mit unserem Fernsehgerät geführt, aber eben auch zu einem enormen Erkenntnisgewinn in Sachen politischem Allgemeinwissen. Ich bin wie Herr Schattauer ein Kind des Ostens, und auch wie er mit eingebauter Skepzis zu politisch herrschenden Systemen groß geworden. Bei mir war es aber neben einem super Eltenhaus auch die Zugehörigkeit zu einer religiösen Gemeinschaft. Man war stolz darauf ohne Parteiabzeichen im real existierenden Sozialismus Leben zu können, mit all den bekannten und auch nicht zu beschönigenden Nebeneffekten einer Mangelwirtschaft. Was wir/ich aus diesen Umständen heraus aber gelernt haben ist die Wertschätzung aller geschaffenen Dinge und Ressourcen, angefangen von Lebensmitteln bis hin zum Trabbi. Ich habe diese Sicht auf die Dinge immer als Vorzug erlebt und es widerstrebt mir immer wieder wenn Dinge billig produziert, und folglich sehr schnell wieder entsorgt werden. Sie sprachen die westlichen Werte an, die viel mit Konsum und Status, Herkunft und Abschottung in jeder Lebenslage zutun haben. Der Konsumzwang wie auch immer er entsteht, hinterlässt bei den Menschen einen Verlust von Wertigkeit. Und das nicht nur bei Produkten sondern leider auch im sozialen Umfeld, nach dem Motte“ hast Du was, bist du was, oder wie ich immer sage: schneller, höher, weiter…..
    Was ich damit beschreiben möchte ist im eigentlichen auch etwas spirituelles, religiöses. Es mangelt dem modernen, erfolgsorientierten Menschen an Demut vor der Schöpfung, oder wenn Sie so wollen vor der Flora und Fauna und der Schönheit unserer Erde. Wenn es stimmt, dass 50% aller in Deutschland oder der EU hergestellten Lebensmittel nach wenigen Tagen im Laden entsorgt werden, dann müssen wir uns fragen ob das als Fortschritt bezeichnet werden kann. Leider ist so ziemlich jeder den ich kenne, wenn der nicht gerade Rentner ist, vollens mit der Erwirtschaftung seines Lebensunterhaltes oder der Erhaltung des geschaffenen Wohlstandes beschäftigt. Da geht man um 22:00 Uhr ins Bett, auch wenn die aufklärerischen Satire-Sendungen wie zB. “ Mitternachtsspitzen“ oder „die Anstalt“ oder „Pelzig hält sich“ da noch nicht mal angefangen haben. Versuchen Sie mal mit Leuten ins Gespräch zu kommen wenn diese Sendungen total unbekannt sind. Ich kennen nicht wenige Leute in unserm kleinen Ort, die Null Ahnung haben von was ich rede wenn ich z.B.: TTIP sage.
    Vielleicht kommt noch ein: „ach so das“, ja habe ich schon mal gehört… Genau, das Wort hat man gehört, das war es dann aber auch schon…..
    Also, ich teile Ihrer beider Hoffnung auf den schnellen Zusammenbruch des weltüberspannenden Systems, und wünsche Ihnen und uns eine zündende Idee wie wir diesen Vorgang beschleunigen können, und wenn dann hoffentlich auf friedliche Art und Weise….. So wie es sich für zivilisierte Menschen gehört. Beste Grüße…..und bleiben Sie standhaft.

  4. Ich wünschte alle hätten dieses Bewusstsein und würden das System mehr in Frage stellen und seine Meinung sagen!Ich merke und fühle es jeden Tag das dieses System und Unterdrückung immer häßlichere Züge annimmt ich merke es jeden Tag auf der Arbeit und muss feststellen das Leute sich kaum noch trauen irgendwas zu sagen weil alle Angst haben ihre Stellung
    zu verlieren das finde ich sehr traurig weil das sehr einschränkt!!!

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