KenFM im Gespräch mit: Rainer Höhling

Rainer Höhling ist ein Journalist vom alten Schlag. Er studierte Orientalistik in der DDR, da er sich von diesem Studium die Möglichkeit versprach leichter ins Ausland zu reisen.
So kam es.

Als Mitarbeiter der Staatlichen Nachrichtenagentur ADN verbrachte Höhling Jahre im Orient. Bagdad und Kairo waren Städte, die zu seinem Zuhause wurden.

Von hier aus unternahm er immer wieder lange Reisen in die gesamte Region, in der zahlreiche Staaten existierten, die Wirtschaftsgüter aus der DDR importierten. Sehr oft landwirtschaftliches Gerät.

Rainer Höhling wurde ein echter Kenner der Region. Er sprach und verstand neben Arabisch auch Farsi und wurde in den frühen 80-igern zufällig Zeuge wie Saddam Hussein mit Unterstützung der USA einen Krieg gegen den Nachbarn Iran anzettelte. Plötzlich befand er sich in einem Land, das Krieg führte. Mit allen Konsequenzen.

Nach dem Mauerfall arbeitete Höhling für westdeutsche Nachrichtenagenturen, um festzustellen, dass in der DDR das Niveau höher war- wollte man im Nahen Osten eingesetzt werden.

Wir sprachen mit dem sich inzwischen im Ruhestand befindenden Journalisten über die aktuelle Pressekrise, die Unterschiede zwischen DDR- und BRD-Propaganda und seine Einschätzung über die Zukunft eines Wiedervereinigten Deutschlands, das als Teil der NATO sich an immer mehr Ressourcen-Kriegen beteiligt.

Es ist höchst spannend einem Mann zuzuhören, der Nachrichten immer auch als das gelernt hat zu decodieren, was sie sind: Instrumente, um Menschen auf Linie zu bringen.

Hätten wir heute in unseren Leitmedien mehr Journalisten vom Bildungsstand eines Rainer Höhling, einem Menschen mit wissenschaftlichem Hintergrund und jahrelanger Auslandserfahrung, der nicht nur die Sprache der Region kennt, in der er arbeitet, sondern auch die Kultur, stünde unsere Siegermächte-Presse deutlich besser da. Glaubwürdiger.

Rainer Höhling ist ein Journalist, bei dem man in jedem Satz das spürt, was man Haltung nennt. Ein fantastischer Gast.

Inhaltsübersicht

Presseagenturen: Wirkmechanismen und geschichtlicher Kontext

Berufliche Möglichkeiten in der DDR: Arbeitsbeginn bei der Nachrichtenagentur ADN

Korrespondent im arabisch-sprachigen Ausland: Bagdad 1978

„Irak ist das Preußen unter den Arabern“

Irak/Iran-Krieg 1980: Erfahrungen aus der Kampfzone und die Berichterstattung zum Krieg

Kulturelle Erfahrungen im Irak und Ägypten

Journalismus: „FakeNews“ und Propaganda damals und heute

Mauerfall: Kenntnisse, Gerüchte, Erlebnisse in den Jahren 1988/89

Syrien und Ukraine: Was geht da vor? Wie wird das enden?

56 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Rainer Höhling

  1. Gutes unaufgeregtes Gespräch mit, für mich auch, neuen Erkenntnissen.
    Das Bild der ehemaligen DDR, auch in Bezug auf die alte BRD, wie es immer wieder in den Mainstreammedien gemalt wird, bekommt schon mächtige Risse wenn man intelligenten Zeitzeugen jener Zeit zuhört.
    Dazu gehört auch, das Menschen die im Ausland gearbeitet und gelebt haben, ein anderes, differenzierteres Bild von Deutschland haben.
    Reisen bildet – sofern man sich mit Land und Leuten beschäftigt und nicht nur am Pool eines All Inclusive-Hotels herumlungert.

    • Hallo Petra ,ich dachte dass dies Problem ziemlich unbekannt ist . Ich kenne es nur aus den Büchern von Erich Fromm -und speziell von Arno Gruen. Ansonsten werden diese beschriebenen Ursachen doch weitesgehend verschleiert und verschwiegen-besonders wenn es wie bei Fromm und Gruen noch in den gesellschaftlichen Kontext gestellt wird .
      Darf ich fragen , welche Quellen Sie für ihre Erkenntnisse benutzt haben?
      Ihre Texte sind immer ziemlich sehr lang-aber dieser ist sehr gut.

    • @ Seneca-Glückseligkeit
      Das hier den Kommentierungen – mich ganz sicher eingeschlossen – alles ein wenig durcheinander ist, muss ich ganz freundlich darum bitten anzugeben, welcher Beitrag gemeint ist.
      Tut mir Leid, wenn manches als zu lang daherkommt. Mir liegt sehr an Integrität und Lauterkeit und da sind Redundanzen oft unvermeidbar vor lauter Sorge bloß nicht in der nicht gewollten und vermutlichen Schublade abgelegt zu werden. Die Bücherschreiberei ist der Kürze auch nicht förderlich.
      Selberdenken hat immer Vorlauf – das gebe ich Ihnen Recht, die Fragen sind aber immer wieder neu und um sie zu betrachten, bedürfen sie der Ex-Zentrik.
      Ich teile aber sehr gern mit, wer mich bewegte, schubste oder zum Widerspruch anregte und wer mit mir zusammen das immer nämliche nicht mehr gelten lassen möchte.

  2. @ Veganislove
    von Werlhof ist insofern sympathisch als sie als eine der wenigen noch dem Differenzfeminismus zuzuordnen ist. Ansonsten ist es so, dass man nach einem Matriarchat nur suchen kann, wenn man im Patriarchat lebt.
    @ Seneca-Glückseligkeit
    Die narzisstische Mutter
    Was das für die Mütter und ihre Kinder für Folgen zeitigt, zählt zu den dunkelsten Kapiteln des Modernen Ensembles. Was auch immer über das Vorhandensein oder Fehlen von Vätern oder anderen männlichen Bezugspersonen in der Entwicklung und Erziehung eines Kindes beklagt und geschrieben wird – hier zeigt sich ja doch nur die traurige Realität einer Erziehung, die zwar gesellschaftliche Tätigkeit ist, aber individuell, verschwiegen, privat in der Abspaltung vollzogen wird und dies in aller Regel von den Frauen, die Mütter sind. Gesellschaftliche Tätigkeit, privat vollzogen – hier zeigt sich schon deutlich die abgespaltene und verheimlichte Seite der Subjektivität: Auch hier wird privat vollzogen, was als verpflichtete, gesellschaftliche Tätigkeit gilt – das Verfolgen des Glücks des Einzelnen befördert das Glück aller, Verpflichtung zum Glück wird also zum terroristischen kategorischen Imperativ. Und dieser Befehl gilt ebenso mit aller Schärfe für die Frauen, die erziehen, darin ihr Glück zu finden und durch das Gelingen der Erziehung (dieser Glücksfindung) zum Glück der Gesellschaft beizutragen. Was immer auch Männer dabei für eine Rolle spielen, diese ist marginal, kann als aktives Zutun vernachlässigt werden, beschränkt sich auf den guten Willen beziehungsweise auf gesetzlich vorgegebene Verpflichtungen (die wiederum je nach ideologischer Konjunktur wechseln können, sich in der Regel aber auf den monetären Zuschuss beziehen) und dient hauptsächlich als role model für gelungene subjektive Unternehmung, falls diese Vorbildfunktion der – fernen – Väter nicht auch noch von den Frauen übernommen wird: erotisch attraktiv, liebevoll und freundschaftlich zum Nachwuchs, erfolgreich in Beruf und Karriere wie auch in der Verfolgung so genannter privater Interessen und der Gestaltung eines gelungenen Lebens. Sollten Männer dennoch durch Verlust der Partnerin oder aus materiellen Gründen des geringeren Einkommens zum Erzieher werden, kommt es zur „Hausfrauisierung des Mannes“, ein Begriff übrigens, der durch Claudia v. Werlhof geprägt wurde.
    Dies alles wird unter dem Begriff des Narzissmus beschreibbar und erkennbar – erkennbar in seiner Brutalität der zugefügten Verwundungen und beschreibbar in der Rückschau auf unsere gesellschaftlichen Verhältnisse ebenso wie in der Eigensicht der Gesellschaft selbst. Narzissmus, damit bezeichnen ich, indem ich den psychologischen und psychoanalytischen Traditionen folge und ihre klarsichtigen Ansätze weiterverfolge, ein zutiefst gesellschaftliches Verhältnis, ein Verhältnis, das das Verhalten der Individuen untereinander und zu sich selbst gesellschaftlich bestimmt. Es ist dies ein Verhalten, das durch ein schweres Liebesversagen ausgelöst wird, wobei Versagen im doppelten Sinn verwendet wird: durch die Unmöglichkeit, selbst eine gelungene Beziehung aufzubauen und aufrecht zu erhalten, und dadurch, dass eine liebevolle Zuwendung an eins selbst versagt wurde und wird, wobei in beiden Fällen das libidinöse Hinundher unterbunden wird und durch die Selbstbezogenheit ersetzt wird. In wenigen Fällen kann diese Selbstbezogenheit gesellschaftlich auffällig und als asozial werden. Zwar wird Narzissmus auch durchaus als notwendiges Durchgangsstadium in der Entwicklung von Kindern und Heranwachsenden gedeutet, in dem sie sich selbst entdecken, an sich selbst Wertschätzung und Gefallen finden, ein positives Selbstbild entwickeln, sich auf sich beziehen und wo das Liebesversagen der Heranwachsenden nicht manifest asozial, der Liebesentzug durch Erziehende nicht so bedrohend ist, aber meiner Meinung nach ist Liebesentzug in der Erziehung durchaus eine narzisstische Wunde, die in funktioneller Übereinstimmung mit den Bewegungsgesetzen der Gesellschaft zugefügt wurde und wird, auch gegen besseres Wissen und Fühlen, in Verfolgung der widersprüchlichen Ziele, dass es den Kindern besser gehen solle als einem selbst und dass die Kinder sich in der Gesellschaft zurechtfinden und mit ihren Anforderungen glücklich zu Rande kommen sollen. Darin, in diesem funktionellen Narzissmus, der den Liebesentzug zur raison d’être der Entwicklung und die Liebe der Mutter (nicht nur der empirischen weiblichen Person, sondern jeder Person, die in der Abspaltung erzieherisch tätig ist, deren Liebe daher artifiziell und abstrakt, ein bloßes ideologisches Erfordernis ist) zur Grundlage der Erziehung macht, spiegelt sich das allgemeine Gebot, dass das Fortkommen des Einzelnen ohne erforderliche Rücksichtnahme auf andere das Fortkommen der Gesellschaft bedinge, dass pursuit of happiness also nicht ein Privileg besonders Glücklicher, sondern eine monströse Verpflichtung aller sei. So wie dem Kind die Liebe der Mutter abhanden kommen muss, damit es sich zum Erwachsenen mausern kann, so muss das Individuum sich von allen anderen absondern und sein Eigenes verfolgen, um paradoxen Zugang zu den anderen zu erhalten: Einübung in den Narzissmus also durch frühe narzisstische Verwundung zum Wohle aller.
    Wie also stellt sich diese narzisstische Beziehung, diese Einübung in blanke Subjektivität dar? Wir finden in der Abspaltung eine Beziehungskonstellationen zwischen Mutter und Kind vor, in denen die Befriedigung der narzisstischen Bedürfnisse der Mutter unter Ausnutzung der Abhängigkeit des Kindes im Vordergrund steht. Diese Befriedigung wieder kann als Rekompensation für das Verschwinden aus der bürgerlichen Öffentlichkeit und in der bürgerlichen Abspaltung gelesen werden. Diese Befriedigung kann aber ebenso entziffert werden als der praktische Ausdruck der ideologisch eingeforderten Liebe, zu Mann und Nachkommenschaft ganz allgemein, als Mutterliebe im Besonderen. Bei beiden Ansichten finden wir aber als Basis immer die ursprüngliche narzisstische Verwundung, die Verweigerung der gesellschaftlichen Beziehungen der Frauen, die Verweigerung ihres gesellschaftlichen Platzes und Ansehens in der Öffentlichkeit, ihr Abdrängen in die Nichtbeachtung, in das Vorausgesetzte, ideologisch als Natürliches Definierte, ihre Bestimmung im Heim und am Herd nicht durch die Hochachtung dieser – wie wir immer betonen, gesellschaftlich notwendigen, aber gesellschaftlich verschwiegenen – Tätigkeit, sondern dadurch, dass diese Tätigkeiten in der öffentlichen gesellschaftlich Tätigkeit des Manns impliziert und definiert ist. Die Beziehungen der Mütter zu den Kindern, wie liebevoll sie in geglückten bürgerlichen Verhältnissen auch erscheinen (oder sein) mögen, zeichnen sich durch diese narzisstische Wundpflege und wohl auch Weitergabe der Verletzung aus, je nach dem die Kinder nun weiblichen oder männlichen Geschlechts seien. Dass dies zunächst auch für Jungen gelten muss, erklärt sich daraus, dass beide, Mütter wie Kinder, im ursprünglich rechtlosen Raum der Abspaltung verharren – aus dem sich die jungen Männer kraft sozialen Geschlechts, die jungen Frauen (wenigstens teilweise) kraft Emanzipation in die männliche Form gesellschaftlicher Subjektivität lösen können (also als Teilzeit-Noumenon den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben versuchen)
    Narzisstisch ausbeuterische Beziehungen – und um solche handelt es sich in der Erziehung – zeichnen sich durch ihren symbiotischen Charakter aus: Das Kind ist für die Mutter sozusagen etwas von ihr Geschaffenes, das sie wie einen unabgegrenzten Teil ihrer selbst erlebt, über den sie beliebig verfügen kann (respektive soll und muss als ihr gesellschaftlich zugewiesene Aufgabe). Sie kann das Kind nicht als eigenständiges Wesen wahrnehmen und in seiner Subjektivität anerkennen, da sich ja beide in der Abspaltung befinden; statt dessen stülpt sie ihm narzisstische Bedeutungen über, die auf ihre eigene, gesellschaftlich handelnde Person bezogen sind; sie idealisiert das Kind und spricht ihm Eigenschaften und Verhaltensweisen zu, die allein ihren (also gesellschaftlichen) Vorstellungen darüber, wie das Kind sein sollte, entspringen. Dass diese Eigenschaften dann in aller Regel die gesellschaftlich erwünschten sind, ist der Normalfall, auch wenn es sozusagen zu Betriebsunfällen kommen kann, die dann in der Kriminalitätsstatistik oder der Pathologie auftauchen. Das Kind jedenfalls hat in solcher Beziehung die Aufgabe, ihr von der Mutter als mangelhaft empfundenes Ich (die ihr einst selbst zugefügte narzisstische Wunde) zu vervollständigen und das Loch im Ich der Mutter wie eine Plombe zu füllen. Zuwendung erfährt es nur, insoweit es den Erwartungen (nämlich den gesellschaftlichen) der Mutter entspricht. Autonomiebestrebungen des Kindes werden unterbunden, bestraft und mit der Erzeugung von Schuldgefühlen belastet und nur soweit zugelassen, wie sie im Dienste der mütterlichen Bedürfnisbefriedigung narzisstisch ausbeutbar sind, also durch Einpassung des Kindes in die Bürgerlichkeit der Mutter Anerkennung durch die Gesellschaft als gute Mutter und so auch Selbstachtung besorgen. Jedes Abweichen von den Erwartungen der Mutter (identisch mit den gesellschaftlichen Erwartungen) wird von ihr als verletzender oder aggressiver Akt, als Ausdruck der Verrats empfunden (an ihr wie an der Gesellschaft, wie ja überhaupt eine bewusst unbewusste Identifikation der Mutter von sich selbst mit den gesellschaftlichen Vorgaben die Crux aller Erziehungstätigkeit ist).
    Innere wie äußere Trennungen aber müssen um jeden Preis vermieden werden. Daher entbrennt ein Machtkampf nicht nur hinsichtlich des Verhaltens des Kindes, sondern auch hinsichtlich der Kontrolle seiner Gefühle und Gedanken. Die Mutter ist davon überzeugt, das Kind besser zu kennen, als es sich selber kennt – das ist das ihr zugewiesene gesellschaftliches Handeln. Besser als das Kind meint sie zu wissen, was es wirklich denkt, fühlt, will und braucht und was es demzufolge zu denken, zu fühlen, zu wollen, zu tun zu bekommen hat. Es reicht ihr aber nicht aus, wenn es sich ihren (das heißt wiederum den gesellschaftlichen) Erwartungen lediglich beugt: Es soll selber wollen, was es soll, sich also ganz und gar mit dem Bild, das sie (als Exekutor) von ihm entworfen hat, identifizieren, und sei es ihm auch noch so wesensfremd. Negative Gefühle wie Verletztheit, Ärger, Wut und Hass sind dem Kind nicht oder nur insoweit, als sie auch für die Mutter einen Zweck erfüllen, gestattet, da sie eine Art von Abgrenzung (von der Gesellschaft) darstellen, die Konflikt und damit zumindest vorübergehend innere Trennung mit sich bringt. Hinsichtlich eigener Gefühle und Bedürfnisse unterliegt das Kind einem regelrechten Denk- und Wahrnehmungsverbot und da es sie weder wahrnehmen noch zum Ausdruck bringen darf, erlebt es diese Gefühle als nicht zu sich gehörig und insofern als unwirklich. Irgendwann wird es sie schließlich gar nicht mehr identifizieren können; statt dessen wird es fühlen, was es meint, fühlen zu müssen, und diese fremdbestimmten Regungen wird es mit authentischen Gefühlen verwechseln oder als schon Erwachsenes als Sublimationen an sich selbst als verantwortungsbewusstem gesellschaftlichem Wesen feiern. Erst dann wird es schließlich selbst handeln dürfen und sollen, den anderen Subjekten in der Öffentlichkeit gegenüber als konkurrenter Unternehmer seiner selbst, in der Abspaltung als Herstellerin und Reproduzentin der nämlichen und gleichen Entpersönlichung.

    Die verallgemeinerte Subjektivität in der Öffentlichkeit und die Abspaltung bilden zusammen eine Totalität in welcher das eine das andere fortwährend hervorbringt – es gibt kein besser und kein schlechter, beide sind unerträglich und untragbar. In der Erwartung mancher, dass Frauen die besseren Menschen sein könnten, schwingt noch die Erinnerung an ein Leben im Genus mit, wie es andere Epochen praktizierten. In unserer dagegen durch und durch sexistischen Welt wird ein Unterschied nur in der Ausstattung an primären Geschlechtsmerkmalen gemacht und der Rest als biologischer Rucksack kategorisiert, dessen gesellschaftliche Bewandtnis im Unbenannten verschwindet.

    • Hallo Petra ,ich dachte dass dies Problem ziemlich unbekannt ist . Ich kenne es nur aus den Büchern von Erich Fromm -und speziell von Arno Gruen. Ansonsten werden diese beschriebenen Ursachen doch weitesgehend verschleiert und verschwiegen-besonders wenn es wie bei Fromm und Gruen noch in den gesellschaftlichen Kontext gestellt wird .
      Darf ich fragen , welche Quellen Sie für ihre Erkenntnisse benutzt haben?
      Ihre Texte sind immer ziemlich sehr lang-aber dieser ist sehr gut.

  3. …Nicht nur die Frauenkulturen als eigenständige gesellschaftliche Organisations-, Wissens- und Wirtschaftsformen wurden dabei zerstört, sondern auch ihre Trägerinnen, die Frauen selbst, wurden in ungeheurer Zahl (für Ägypten Wolf1994) liquidiert. Der Frauen-Mord hat also eine Tradition, die noch weit hinter die Hexenverfolgung zu Beginn der Neuzeit zurückreicht. Auch der „Mythische“ Muttermord ist durchaus als realer zu verstehen(Tazi-Preve1997), waren doch die Mütter diejenigen, die die größte Erfahrung und Weisheit über ihre mütterlichen Kulturen bewahrten, das alte Wissen immer wieder erneuerten und vor allem auch das nun ständig bedrohte Leben ihrer Kinder, Verwandten und StammesgenossInnen zäh verteidigten. Die griechische Sagenwelt ist dafür bis heute ein gutes Beispiel. Denn auch Griechenland erlebte die kurganischen Invasionen und die Etablierung indoeuropäischer Herrscher, die für die Entstehung des griechischen Staates verantwortlich waren, der nicht zufällig die Unterwerfung der indigenen Stämme(„Pelasger“) und die Sklaverei zur Grundlage hatte. Und gerade dieser Staat gilt immer noch als Vorbild des unseren, einschließlich der modernen Demokratie.

    Die traditionelle Geschichtsschreibung lässt diese Enstehungsbedingungen aus und beginnt erst, nachdem überall gewalttätige, kriegerische und hierarchische Herrschaftssysteme als „Norm“ etabliert waren. Die Zeit davor gilt als vorgeschichtlich oder „archaisch“ in einem Sinne, der die Gewalt der Herrschaft mit einer angeblich noch größeren, umfänglicheren und gefährlicheren Gewalt „archaischer“ Zeiten rechtfertigt. (alles v. Werlhof).

    Wir sehen also, dass die Unterdrückung und Gewalt, die wir heute erleben und diskutieren, von uns aus gesehen uralte (7000-jährige) Wurzeln hat und tatsächlich mit der Unterdrückung des Weiblichen sich erst massiv in der Welt ausgebreitet hat. Gleichzeitig damit ging die Überheblichkeit gegenüber der gesamten Natur einher. Wurde die Erde noch bei den Griechen als lebendiges, lebensspendendes Lebewesen, als „Mutterwesen“ verehrt, so hat dies spätestens ab dem 17. Jahrhundert von Europa aus ein Ende damit. Ab Galilei, Francis Bacon, Descartes, begann man
    (die herrschende Männerwelt) die Erde und das ganze Weltall als „Maschine“ zu betrachten, allerdings zunächst noch eine „von Gott geschaffene“, da die Macht der Kirche noch zu groß war. Gleichzeitig befinden wir uns in dieser Zeit auf dem Höhepunkt der Hexenverfolgung in Europa. Aus den Texten von Francis Bacon, einem damals politisch mächtigen Hexenverfolger, der bis heute noch traditionell als großer Denker anerkannt ist: „Man muss die Natur wie mit Hunden hetzten…sie auf die Folter spannen… um ihr ihre Geheimnisse zu entlocken“.

    Tatsächlich ist also nicht nur die Unterdrückung des Weiblichen ein uraltes Herrschaftsprinzip, sondern gleichzeitig damit die Unterdrückung der gesamten Natur und ihrer Gesetze!
    Deshalb- und nicht allein der Frauenrechte wegen- sollten sich alle Menschen um die Aufdeckung unserer wahren Geschichte bemühen und begreifen, dass die heutige „Lügenpropaganda“, die „False-Flag-Opperations“ im Grundsatz nicht eine Erfindung unserer Zeit oder der Amerikaner sind, sondern auch eine mindestens 7000 Jahre alte Geschichte haben! Wenn wir das ignorieren, dann kommen wir nicht zu der dringend notwendigen Klarsicht, die einer vielleicht noch möglichen Heilung dieses Erdenlebens vorausgehen muss.
    Jesus Christus z.B. war ein „matriarchaler“ Mann. Er hat die Frauen zu seiner Zeit als den Männern gleichwertig geachtet, obwohl sie es gesellschaftlich mitnichten waren!

    • Mich stimmen diese intellektuellen Grabenkämpfe immer etwas traurig, und ich frage mich, wer will sich da behaupten?
      Wir können diese ganzen Konflikte nur lösen, wenn wir das Wesen der Natur begreifen und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Natur ist das heiligste Buch, das je geschrieben wurde, doch leider sind viele Menschen, trotz ihres großartigen Verstandes, zu Analphabeten mutiert.
      Erst die gleichwertige Anerkennung, Würdigung und Integration des männlichen und des weiblichen Schöpfungsprinzips in uns Menschen führt zur Heilung und Ganzheit. Eine Herausforderung für jeden einzelnen Menschen, aber auch für die gesamte Menschheit. Solange wir uns als getrennte Wesen erfahren und einsam und verloren durch die Welt irren, frönen wir einem Totenkult, anstatt uns dem Leben zuzuwenden.
      Ich stimme Veganislove zu, dass das Weibliche, insbesondere das Ur-Weibliche als Schöpfungsprinzip, gewaltsam unterdrückt, missbraucht und pervertiert worden ist, und auch heute immer noch wird. Zum Ur-Weiblichen gehören z.B. die Gefühle, die Empathie, die Intuition, die Kooperation und die Gemeinschaftsbildung. Und wenn wir uns die Welt anschauen, dann kommen wir nicht umhin festzustellen, dass es gewaltig an diesen Qualitäten mangelt. Die Welt gleicht eher einem Patienten auf der Intensivstation, bei dem versucht wird, durch eine hoch-technologisierte Apparatemedizin das Leben zu erhalten, was aber auf diese Weise gar nicht gelingen kann, weil das, was als Leben bezeichnet wird, ohnehin nur noch ein Schreckgespenst seiner selbst ist.
      Das Leben in all seiner Fülle, Schönheit und Vollkommenheit lässt sich nur mit allen Sinnen erfassen und begreifen. Und noch immer wollen viele Menschen nicht wahrhaben, dass wir und die Natur eins sind. Jeder Stein, jede Pflanze, jedes Tier und jeder Mensch gehört dazu. Die Entfremdung des Menschen von der Natur ist der Wahn-Sinn, welcher nur durch eine konsequente Rückbesinnung auf die natürliche, sinnliche Erfahrung des Lebens zu heilen ist und dafür brauchen wir die Verbindung zur Natur.
      Ein Mensch, der dies mit allen Sinnen praktiziert und uns hilft das größere Ganze zu verstehen ist z.B. Wolf-Dieter Storl. Ein Mann, der sich mit soviel Liebe, Verständnis und Verbundenheit in das Ganze einbringt, dass nur zu hoffen ist, das dieser Lebensfunke auf viele Menschen überspringt. Mich hat er auf jeden Fall sehr inspiriert.

    • Ich stimme Marikka Schaechtlin hier vollumfänglich zu, was die Frage nach unserem wahren Leben und nach unserer Art von jetzt erzwungen gelebter fragwürdiger patriarchaler Kultur betrifft. Das ist eine wunderbare Ergänzung dessen, was ich eigentlich hier ausdrücken wollte.
      Leider hat sich die Menschheit in eine Situation hinein manövriert, wo es sehr schwierig ist, die vielen umher schwirrenden Fragen zu aller Zufriedenheit zu lösen. Ich z.B. befinde mich dabei mit meiner überzeugten veganen Haltung noch in besonders exponierter und heikler Stellung. Deshalb freue ich mich immer ganz besonders über solche stimmigen Texte wie diesen.

  4. Der Beitrag gewährte mir einen Einblick in die Arbeit der Auslandsjournalisten der DDR. Erstaunlich das erst nach 26 Jahren einblicke gewährt werden, und so die Arbeit der Ost-Journalisten endlich mal ins rechte Licht gerückt werden. Ist mein Bild von der DDR Presse doch noch immer von Schwarzem Kanal und Neuem Deutschland als Zentralorgan geprägt.
    Etwas Störend fand ich KJ mit seinem suggestiven Fragestil, die aus Herrn Höhling Bekenntnisse zu Russland oder gegen Merkel entlocken sollten. Das hat immer ein wenig den Geschmack des Besserwisserischen. Erstaunlich war auch , die etwas vorsichtige Ausdrucksweise von Rainer Höhling, Im Hinblick auf die Arbeit westlicher Journalisten.
    Dennoch fand ich die Einblicke bezüglich Treuhand und Hypoverereinsbank, doch ganz erfrischend, da hier mal einer sagte, wie die DDR über den Tisch gezogen wurde.

    • Ich fand den Fragestil von Ken überhaupt nicht suggestiv, sondern völlig unaufdringlich. Eher hätte ich mir gewünscht, dass er bei der Frage nach der islamischen Lebenskultur auch mal nach der Situation der Frauen dort gefragt hätte.

  5. Ich fand den Beitrag dahingehend interessant, das einmal aufgezeigt wurde, das die Zusammenhänge vielschichtig sind und sich erst durch die Zusammensetzung der einzelnen Teile eine Geschichte ergibt.
    Aus diesem Grund gebe ich folgendes Beispiel:
    Ich möchte jetzt an eure Vorstellungskraft appellieren und euch bitten euch folgende Geschichte vorzustellen:
    Stellt Euch eine Stadt vor in der viele wissbegierige Bewohner leben und den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigt sind als den Lehren der neuesten Erkenntnisse zu lauschen und über die neuesten Erkenntnisse zu debattieren.
    Stellt Euch in dieser Stadt einen großen korpulenten Lehrer vor, der über die Breite referiert, so dass die Menschen förmlich dahin schmelzen.
    Nun stellt euch einen großen Lehrer vor der über die Höhe referiert, so dass die Zuhörer in ihrer Ansicht förmlich in die Höhe wachsen.
    Stellt euch gleich im Anschluss einen weiteren Lehrer vor, der einen langen interessanten Vortrag über die Länge hält, so dass die Zuhörer der Länge nach in Staunen versetzt werden.

    Als die Vorträge beendet sind fangen die Bürger außer sich vor Klugheit über ihre einzelnen Erkenntnisse zu debattieren an und einer ist klüger als der andere und weiß mehr als dieser.

    Nun tritt ein eher unscheinbarer etwas verschrobener Mann aus der Masse, den in dieser Stadt noch keiner groß wahrgenommen hat, und fängt an zu sprechen: „Ihr klugen und gebildeten Bürger dieser Stadt, ich sehe, dass ihr der Bildung in jeder Beziehung ergeben seid, denn ihr bringt eure Zeit mit nichts anderem zu, als etwas Neues zu hören und zu sagen. – Denn als ich umherging und eure Lehrstätten betrachtete, kam ich auch zu diesem Platz, an dem ich den Vorträgen über die Breite, Höhe und Länge lauschte, aber die Synapse zur Tiefe vermisste.
    Ich möchte Euch nun die Kenntnis über den Zusammenhang verkündigen, über den ihr ohne ihn zu kennen debattiert, – Ich verkündige Euch die Synapse die sich aus all eurem Wissen ergibt, – das Wissen über die Tiefe des Raumes von dem Einem unbekannten Gott, den ihr dadurch ohne es zu wissen verehrt, das ihr euch stundenlang mit den Einzelheiten befasst.
    Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, auch wird er nicht von Menschenhänden bedient, als wenn er noch etwas nötig hätte, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt. Er hat aus einem jede Nation der Menschen gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat, dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern von jedem von uns ist. – Denn wir leben der Länge nach als geistig sittliche Wesen in seiner Vorstellungskraft der Höhe und bewegen uns der Breite nach als Gedanken in seinem Hirn als Raum und sind ihm als solche Wesen ähnlich, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: Denn wir sind auch sein Geschlecht.
    Da wir nun als Gottes Gedanken sein Geschlecht sind, sollen wir nicht meinen, dass das Göttliche dem Gold und Silber oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung des Menschen, gleich sei. Denn die Götzen sind Gebilde unserer Vorstellungskraft die unseren Schöpfer beleidigen.

    Nachdem nun Gott in diesem Zeitraum die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er den Menschen jetzt, dass sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, in Gerechtigkeit richten wird, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn aus den Toten auferweckt hat.
    Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater der Schöpfung, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat, dass er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit an dem inwendigen Menschen, durch seinen Geist gestärkt Kraft gebe, damit Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne. Und ihr in der Liebe zu ihm gewurzelt und gegründet seid, damit ihr die Liebe Christi mit allen Heiligen begreifen und auch erkennen könnt, was die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet, bis ihr die ganze Fülle Gottes erlangt habt.
    Dem aber, der über alles hinaus was wir bitten überschwänglich tun kann, und der uns nach der Kraft die in uns wirkt verstehen kann, dem sei in der Gemeinde von Ewigkeit zu Ewigkeit durch alle Geschlechter und in Christus Jesus die Ehre! Amen.

    Frage: Welcher der Lehrer hat den Bürgern am meisten gedient?

    Ich bin der unter Pseudonym schreibende Autor: „Der Hund“ und habe 2016 die Bücher:
    „Scheiße – Voll angepisst!“ und „Scheiße – Voll beschissen!“ veröffentlicht!“

  6. Ein gutes Gespräch. Herrn Höhling kann man wirklich empfehlen, ein Buch über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu verfassen. Es tut immer gut, wenn Sachverstand und vor-Ort-anwesend sein zusammenkommen bei der Berichterstattung.

    An kenfm gerichtet: Es wäre wirklich mal sehr interessant zu erfahren, wie ein Journalist des Fernsehens oder der Presse die Steuerungsmechanismen der Medien a) in der DDR und b) in der Bundesrepublik wahrgenommen hat.

    • Nuevo1 hat unten etwas sehr wichtiges, wahres geschrieben: „So lange eine Frau als Frau unterdrückt wird, wird es auch für Männer keine Freiheit geben. Und es gibt keinen Ort, an dem sich der Mann frei entwickeln würde, aber die Frau ein Sklavendasein führe.“

      Ich erweitere dies noch als Entgegnung zu Ihrem Versuch, mir Fanatismus unterzuschieben(ich kenne dieses von Ihnen verlinkte Gespräch und finde es zu oberflächlich und wenig erbaulich und Daniele Ganser, den ich bisher sehr hoch geschätzt habe, hat mich mit seinem unpassenden Vergleich hier auch einmal enttäuscht):
      Wo immer Leben unterdrückt oder missbraucht wird, kann sich auch keine glückliche, freie Menschengesellschaft entwickeln, keine Heilung dieser kranken Welt sich vollziehen. Wenn Sie das nicht verstehen, dann kann ich Ihnen nur raten, sich mit dieser Problematik, die von den Veganer/innen gelöst wurde, einmal vorbehaltloser zu befassen. Mit Fanatismus/Dogmatismus hat das nichts zu tun. Es hat mit Erkenntnis und Achtung des Lebens zu tun und mit der Konsequenz daraus. „So lange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben“. Tolstoi und in anderen Worten genauso Pythagoras und viele andere große Denker schrieben dies. Ken Jebsen selbst lässt sogar diesen Satz in dem besagten Buch einmal fallen.

    • Ich habe einmal einen Erlebnisbericht von einem deutschen Journalistenpärchen gelesen, die in Pakistan von Banditen gekidnapt worden waren, um Lösegeld zu erpressen, aber dann fliehen konnten. Die berichteten, dass dort die Frauen eingesperrt wie Vieh gehalten wurden. Sie hatten noch nicht einmal ein Fenster zum rausschauen und lugten immer neugierig durch die Bretter-Ritzen ihres Stalles. Nur mal ein Beispiel. In Pakistan sind die Gefängnisse voll wegen der vielen Vergewaltigungen. Aber es sitzen dort nicht etwa die Männer in Gefangenschaft, sondern die vergewaltigten Frauen, die die Verbrechen angezeigt hatten!

    • nuevo1,

      der Kommentar wurde von mir falsch gesetzt, er sollte eigentlich unter das Gespräch. Ich hatte ihn dann nochmal richtig gesendet, was aber nicht veröffentlicht wurde.

      Veganislove,

      was mit Frauen und mit ihrem anderen Anliegen, den Tieren, für Abscheulichkeiten geschehen, ist mir permanent gewärtig.
      Wofür Frau Merkel steht, gibt es nun einmal unterschiedliche Wissensstände.

      Kurz und gut ich finde lediglich ihre Vorgehensweise unvorteilhaft gewählt. Ich denke wenn sie mehr Menschen erreichen wollen sollten sie sie nicht als dumm bezeichnen.

      Herr Ganser vertritt innerhalb des verlinkten Gesprächs den kooperativen Gedanken recht eindrücklich.
      Es ist nun einmal so, wenn sie wollen daß man ihnen zuhört, müssen sie die Menschen dort abholen wo sie sind.

      Im Grunde ist das vorliegende Gespräch (Herr Jebsen, Herr Höhling) dafür ein erstklassiges Beispiel. Wer andere Arbeiten von Herrn Jebsen kennt, weiß wie sehr er sich zurücknimmt.

    • Box: Sie zeigen in Einschätzung meiner Posts erstaunlich oberflächliche psychologische Fehleinschätzungen und Fehlinterpretationen- und- üben Sie eigentlich irgendwo eine Lehrertätigkeit aus?
      Was soll denn z.B. dieser Satz in Zusammenhang mit mir bedeuten: „Wer andere Arbeiten von Herrn Jebsen kennt, weiß, wie sehr er sich zurücknimmt.“? Wie können Sie überhaupt davon ausgehen, dass ich „andere Arbeiten von Herrn Jebsen nicht kenne“? Ich mag Ken Jebsen als Mensch sehr gern, bin froh, dass es ihn überhaupt gibt und schätze seine Arbeit und sein Engagement ausserordentlich hoch ein. Aber deshalb kann ich doch auch einmal einen Kritikpunkt anbringen, zumal dies tatsächlich bisher der allereinzige ist!
      Und was Sie über Ganser hier schreiben trifft auch voll neben dasjenige, was ich kritisiert habe. Am besten, wir lassen das jetzt hier. Ich habe ja meine Kritikpunkte angebracht. So kommen wir nicht klar.

    • Stimmt offenkundig. Wir schreiben aneinander vorbei, vielleicht schätze ich ihre Ausführungen falsch ein, bei meinen, da ich weiß was mein Ansinnen ist, liegt ihre Einschätzung daneben.

      Vermutlich könnten wir noch stundenlang ganze Romane verfassen, was wenig sinnstiftend ist.

      Nichts für ungut, auch wenn es ihnen nicht besonders bedeutsam erscheinen mag, ich schätze ihre Ausführungen hier im Forum durchaus.

  7. Hoch interessant, mal in das Leben eines Agentur-Journalisten Einblick zu haben. Danke sehr!
    2 Kritikpunkte habe ich hier aber doch trotz allem einmal anzubringen.
    1. Von einem „Orientalisten“, der sich in islamischen Ländern viel aufgehalten hat, wo dann auch zwangsläufig von den großen Kulturunterschieden die Rede ist, habe ich unbedingt auch einmal etwas über die Stellung der Frauen in diesen Ländern zu erfahren gehofft. Nämlich über denjenigen Unterschied, die die islamische Kultur am meisten von unserer Kultur unterscheidet und logischerweise in mindestens 2 verschiedene Meinungs-Lager trennt. Leider wird dieser zugegebenermaßen kritische Punkt hier bei Ken FM sowieso niemals berührt und ich kann nicht glauben, dass dies reiner Zufall ist. Den Grund dafür oder die Gründe kann ich nur vermuten, kenne sie aber nicht.
    2. War ich enttäuscht darüber, dass Herr Rainer Höhling nicht ein Fünkchen Kritik an seiner ehemaligen Landsmännin Frau Merkel verlauten lassen wollte.

    • Ich empfand das Gespräch als recht interessant, auch wenn es sich für mein Empfinden nicht weit in die Tiefe begeben hat.
      Herr Jebsen ist in seinen Fragen einige Male auf größere Zusammenhänge eingegangen und Herr Höhling hat dies dann auch in Teilen bestätigt. Zum Beispiel wenn er anspricht, daß progressive Ansätze in den arabischen Staaten stetig durch Angriffe der Kolonialmächte sabotiert wurden.
      Das passt dann auch zu den, auch auf KenFM schon veröffentlichten Bildern, sich frei zeigender, afghanischer Frauen bevor das Land ins Chaos gestürzt wurde.

      Es stimmt schon, dieses Thema ist nicht nur hier sondern auch sonst eine Marginalie. Im Buch „Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann: Der Macher von KenFM im Gespräch mit Mathias Bröckers,“ geht Herr Jebsen, als er über seinen Werdegang berichtet, auf die Thematik ein.

      Ich denke es ist jedem hier bewußt, daß Kanzlerin Merkel nicht dafür gecastet wurde daß sie die Interessen irgendeines Volkes, sondern die einer Clique vertritt.
      Es sei Herrn Höhling gegönnt daß er hier wohl Milde walten läßt.

      P.S.: Ich hätte gerne ein paar Worte auf Farsi und Arabisch gehört, plus die dazugehörige Übersetzung.

    • Box: Ich habe das Buch über den „Fall Ken Jebsen“ selbst zuhause und auch mit Interesse und Vergnügen gelesen, ich finde aber auch hier nicht, dass Ken Jebsen wirklich auf die Unterdrückung der Frauen in der islamischen Welt eingeht. Er beschreibt nur kurz die tatsächlichen gesellschaftlichen Gepflogenheiten und die Vielweiberei und dass seine Mutter wohl deshalb keine Lust mehr auf den Iran hatte, können sich die Leser dann dazu denken. Um wirklich zu begreifen, wie der Islam von der Weltmacht politisch benutzt und missbraucht wird, ist es finde ich nicht ratsam, seine Schwächen einfach vollkommen zu ignorieren. Das, was daran politisch klug sein soll, ist in Wirklichkeit kontraproduktiv und lässt den Dampf im Kessel nur noch ansteigen. Genau das, was man mit dem Totschweigen meint, vermeiden zu können.

      Was Frau Merkel betrifft, finde ich es schon haarsträubend angesichts der Fakten, dass Herr Höhling sogar noch versucht, sie zu entschuldigen. Er vermittelt damit, dass ihr Reden und Handeln alternativlos sei.

    • Es soll doch niemand Gebildetes so tun, als wisse er/sie nicht, dass die Unterdrückung der Frau ein uraltes und wirksames Herrschaftsprinzip ist! Wenn wir jetzt mit allem am Ende sind und sich vor allem der Machtmissbrauch in der Welt als Krankheitsherd herauskristallisiert hat, so ist es doch geradezu fahrlässig, diese grundlegende Problematik in der Menschheitsgeschichte bei der weltpolitischen Diskussion einfach auszugrenzen wie ein zu heißes Eisen! Wie dumm ist denn das?

    • Der Islam, aber auch alle anderen Religionen, sind starre Regelwerke, ähnlich den heutigen Gesetzesbüchern.
      In ihnen ist festgelegt, wie sich Menschen zu verhalten haben und welchen weltlichen Herrschern sie sich unterzuordnen haben. Beispiele sind der kriegerische Prophet Mohammed oder der Römerbrief.
      Das religionsstiftende Buch ist nichts anderes als ein Gesetzestext. Stumpf, trocken, dogmatisch.
      Der Staat gehört mit seiner heutigen Form und den Stufen davor, zu den politischen Kirchengebilden. Er hat sogar eine Inquisition („Verfassungsschutz“, „Geheimdienste“ usw.).
      Das was wir als Religion bezeichnen, hat immer auch Herrschaftsansprüche und regelt die Herrschaft auf Erden, die am Ende mit dem sogenannten „Gott“ gerechtfertigt wird. Aber dieser „Gott“ ist nur Blendwerk, so eine unvorstellbare großartige Sache, wie „Gott“ soll lediglich davon ablenken, dass sich hinter diesem pseudospirituellen Gerede ganz profane Machtgelüste verbergen.

      Kirche und Staat, „(pseudo-)spirituelle“ Religion und politische Religion gehören nicht zur Sphäre der Kultur, sondern zur Sphäre der Herrschaft.
      Sie wurden durch Einzelne verfasst im Dienste Einzelner und sind hochgradig exklusiv. Die Exklusivität nimmt nach Oben hin zu. Die Menschen, die mitgewirkt haben, die Menschen die erwähnt werden sind in einer Klasse über den Menschen, die nur den „Gläubigenstatus“ haben.
      Wie bei der ökonomischen Religion des Kapitalismus, der sich des „Eigentums“ bedient, findet eine Klassenbildung in der Religion statt – es staffeln sich Pfaffen und Priester und weiter nach oben bis zu „Gott“ hinauf die Herrschenden und ihre Handlanger, darunter stehen die „Gläbigen“ als anonymes Heer der Rechtlosen, die nur dazu leben, den trockenen Buchstaben des Religionstextes zu bestötigen – abnicken und innerlich sterben.

      Kultur ist aber das Werk aller Menschen, ihre gemeinsame Heimat, die weder vor „nationalen Grenzen“ halt macht, noch ein Mittel der Herrschaft ist. Kultur ist das große Gegenstück zu Herrschaft und stirbt überall dort ab, wo Religion und Politik „herrschen“, denn der Geist ist frei oder ist gar nicht.
      Wer ist unter den Herrschern der Welt, der es schaffen würde, einem Dichter die Genialität zu befehlen? Oder einem Maler seine Eingebung befielt?

      Religion ist das große „du sollst!“, Kultur ist dagegen kein „du kannst“, oder so, sondern ein Ozean an Möglichkeiten, die davon abhängen, wie der Mensch im Miteinander schöpferisch tätig wird. Religion ist das Prokrustesbett des Geistes, aber in der Kultur ist der Geist Lebendig und befreit sich von diesem abstrakten Spiel der „These“ und „Antithese“ und vom „Du sollst!“.

      Es ist ganz wichtig, das nicht einfach aus einem unbestimmten Gefühl heraus in einen Topf zu werfen, obwohl es natürlich, wie bei allem im Leben, Querverbindungen zwischen Kultur und Religion gibt – aber die sind konfliktaufgeladen. Herrschaft, bzw. ihr Bestandteil, die Religion, und Kultur stehen sich feindlich gegenüber.

    • Hatte was wichtiges vergessen: Veganislove hat andererseits vollkommen Recht, dass der Feminismus sicher auch in der Zukunft eine Rolle spielen wird, wenn es um Emanzipation geht, oder aber es geht nicht um Emanzipation.
      Allerdings ist es auch wichtig, niemanden anzugreifen, der die Unterdrückung aller Menschen durch den Menschen insgesamt ablehnt und emanzipatorisch wirkt.
      Gegen die Herrschenden ist es meiner Meinung nach wichtig Geschlossenheit zu demonstrieren – Ohne uns! Dieses „uns“ füllt sich für mich, mit der Klasse der Abhängigen, der Lohnabhängigen, der Arbeiter und Arbeiterinnen, meiner Klasse, unserer Klasse. Demnach ist es egal, ob man den Imam, den Pfaffen, den Politiker ablehnt, weil er die Männer im allgemeinen oder die Frauen im Speziellen geistig bevormundet. Er hat einfach keine Sonderstellung in der Gesellschaft „über anderen“ einzunehmen.
      Aber nach Innen ist es meiner Meinung nach wichtig auf die Lehren des Feminismus in den eigenen Reihen zu achten – damit wir während des Freiheitsstrebens der Massen eben nicht der Diktatur in der Hülle des Patriarchats zu einer Kontinuität in postrevolutionären Zeiten verhelfen! Denn das ist immer ein Boomerang – Freiheit geht nur, wenn sie allen Menschen zusteht – sobald eine bestimmte Gruppe, aus welchen Gründen auch immer, unterdrückt wird, wird es wieder nach einer gewissen Halbwertzeit, zu einer allgemeinen Diktatur kommen. Solange eine Frau als Frau unterdrückt ist, wird es auch für Männer keine Freiheit geben.
      Und es gibt keinen Ort, an dem sich der Mann frei entwickeln würde, aber die Frau ein Sklavendasein führe.

      Ich möchte noch ein paar gute Bücher zu dem Thema empfehlen:

      Ingrid Strobl „Sag nie, du gehst den letzten Weg“
      Frauen in der Revolution Band 2 „Emma Goldmann“ Karin Kramer Verlag
      Milly Witkop „Der syndikalistische Frauenbund“ Unrast Verlag
      Peggy Kornegger „Anarcha-Feminismus“ Libertad Verlag Berlin Edition schwarze Kirschen
      Barbara Sichtermann „Wer ist wie?“, bzw. „Weiblichkeit“

    • Ich widerspreche der Ansicht entschieden, dass die Unterdrückung der Frau ein uraltes Herrschaftsprinzip ist, zumindest soweit Epochen angesprochen werden, die vor der Moderne liegen. Zu einer solchen Sichtweise kann man nur gelangen, wenn man qua bürgerlicher Universalgeschichte an alle Zivilisationen vor unserer das heutige Weltbild und die heutige Erklärung anlegt und vergangene und untergegangene Welten nach unseren Maßstäben misst und bemisst. Dies ist der Kern der bürgerlichen Ideologieproduktion: das Verschweigen und Unkenntlichmachen der Vergangenheit im Namen einer universellen (Entwicklungs-)geschichte, die auf unsere heutigen Verhältnisse als beste und einzig vernünftige, als Krönung der menschlichen Möglichkeiten verweist und jegliche Transformation, jede Transzendenz und vor allem ein mögliches Ende undenkbar machen will. Die Formationen sind aber aus Epochenbrüchen hervorgegangen, nicht aus ableitungslogischer Entwicklung.

      Die Frauen wurden erst mit dem Anbeginn der bürgerlichen Epoche zu rechtlosen, nicht öffentlichen Objekten gemacht. Zwar konnte die religiöse Epoche darüber streiten, ob Frauen eine Seele haben, ob sie verglichen mit den Männern unvollkommene Wesen seien oder über ähnliche – aus heutiger Sicht – unverständliche Dummheiten, aber eines stand außer Frage, nämlich dass sie über eigene Rechte verfügten und dies im gleichen Ausmaß wie die Männer (ich spreche, wenn ich über die Leute der religiösen Epoche spreche, von den Freien, dies sei aus Verständnisgründen betont). Rechte war in dieser verwichenen Zivilisation substantielle Ansprüche und nicht wie heute abstrakte Normen, die als abstrakte Interessen zu verfolgen sind. So ist es wohl kein Wunder, dass wir im europäischen Mittelalter und im ancien régime (stellvertretend für alle anderen zeitlichen Abschnitte der religiösen Epoche) Fürstinnen, Königinnen, Burgfrauen, Zunftmeisterinnen, Freibäuerinnen und so fort finden, ohne dass in den Quellen die Frage überliefert wäre, wie sie dies wohl geschafft haben als Mutter und als Fürstin, Königin, etc., eine Frage, die wie zum Hohn heute noch jeder Frau gestellt wird, die etwa Bankmanagerin, Ministerin oder Bundeskanzlerin ist (was wohl – aus damaliger Sicht – ebenso als große Dummheit zu begreifen ist, auch wenn dies den Zeitgenossen heute nicht ganz klar ist), die damit wenigstens ideologisch an ihre ursprüngliche Rechtlosigkeit, an ihre Herkunft aus der Abspaltung erinnert wird.
      Die bürgerliche Epoche sah Zeit ihres Bestehens und von Anbeginn an sich repräsentiert durch Männer, die ihre Unternehmungen und Interessen öffentlich verhandelten. Die erste dieser Verhandlungen von Interessen ging um die Anerkennung des bürgerlichen Einkommens, mithin um die Definition von Leuten, die aus der industriellen Produktion lebten (auch wenn diese Produktion zur Zeit der ersten Emanzipation nur in nuce vorhanden war), als nicht ehrlos, um deren gesellschaftliche und ökonomische Gleichstellung mit jenem, die aus agrarischer Produktion lebten, ihr Einkommen aus Grundbesitz und nicht aus Kapitalbesitz zogen. Diese Verhandlung, die durchaus keine Angelegenheit runder Tische, sondern eine Angelegenheit von Kämpfen, Kriegen und Revolutionen war, wurde durch die Konstituierung von Öffentlichkeit, wurde öffentlich geführt. Diese Öffentlichkeit wurde durch Akademien und Gelehrtenkorrespondenz ebenso hergestellt wie durch Flugblätter, Zeitungen, Druckwerke, Verlage, Kaffeehäuser und Diskussionen (wie auch Geheimbünde und Zusammenrottungen) und in dieser Öffentlichkeit wurden die zu verhandelnden Interessen (und gewaltsamen Aneignungen) als natürliche Rechte, als Rechte, die in der Natur selbst wurzelten, ausgegeben und durchgesetzt wie beispielsweise das Recht auf Privateigentum (womit die Unverletzlichkeit des Kapitalbesitzes gemeint war und die Möglichkeit, Grund und Boden anders zu erwerben als durch Erbschaft und Heirat) oder das Recht, Verträge und Verfassungen zu beschließen (womit die Herrschaft des Adels und der Fürsten zu Grabe getragen wurde). Dieser Vorgang schuf den Bürger (bourgeois wie citoyen) als Subjekt und wird als Emanzipation bezeichnet, welche Bezeichnung in Hinkunft für alle gilt, die sich als Subjekt konstituieren werden, also anerkannt mit eigenen Interessen und Unternehmungen öffentlich tätig werden.
      Die besondere Ironie dieser Neuen Welt, die die religiöse Welt des Adels, der Fürsten und der Freien, ablöste, lag nun eben in dieser Subjektkonstitution. Um sich als Subjekt konstituieren zu können, war es unbedingt notwendig, einen Kanon an Rechten zu formulieren, der diese Konstituierung (oder sagen wir lieber gleich Konstitution, um zu zeigen, worum es geht) möglich machte, ihr eine Grundlage gab und sie legitimierte gegen die althergebrachten Rechte des ancien régime. Diese Rechte mussten aber, sollten sie gegen die Ständeordnungen der Fürstenmächte ins Treffen geführt werden, universalen Charakter haben (oder wenigstens dessen Anschein). Aber gegen diese Universalität sprach, dass die Emanzipation, die auf diesen Rechten fußte, keine Gottesgabe war, nicht automatisch in Kraft trat. Emanzipation war und ist ein Erstreiten der Öffentlichkeit, ein Erstreiten der Anerkennung der eigenen Interessen und Unternehmungen als gleich und als konkurrent. Wer in der Neuen Welt der bürgerlichen Ordnung sich wiederfand, tat dies also als Subjekt, emanzipiert, im Besitz der Rechte und Garantien der bürgerlichen Freiheit, in Verfolgung seiner definierten Interessen und Unternehmungen, ausgestattet mit Ideologie und legitimiert mit der Geschichte seiner Emanzipation oder tat dies als rechtlos: beraubt der althergebrachten Rechte, die als überkommen oder korrupt galten, noch unfähig, nicht willens oder nicht im Stande, sich im abstrakten Rahmen der Menschenrechte und bürgerlichen Freiheiten zurechtzufinden. Es war ungültig, sich den Menschenrechten zu verweigern; sie waren ja allgemeine Grundlage und Garantie und legitimierten die gewaltsame Abschaffung der alten Ordnungen. War sich nicht danach verhielt, war an seinem Unglück selbst schuld. Hier wird der moralische Deckmantel der Kant’schen Definition von Aufklärung als dem Heraustreten aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit abgestreift und das neue abstrakte Gewaltverhältnis wird in seiner Schonungslosigkeit sichtbar.

      Diese Selbstermächtigung und Selbstbeherrschung, gefasst in die Worte, dass ein jeder (und beachtet hier das grammatikalische Geschlecht, das gleichzeitig ein gesellschaftliches Geschlecht ausdrückt) seines Glückes Schmied sei, bedeutet die Übernahme einer Weltsicht, in der diese natürlichen Anlagen zu verfolgen die soziale Verpflichtung der Leute sei: einerseits, indem sie der Weisheit und Schöpferkraft der natürlichen Ordnung Rechnung tragen, andererseits, indem sie die Weisheit dieser Ordnung von Naturgesetzen zu erkennen trachten und die menschliche Ordnung danach einrichten. Und sie tun dies als bourgeois, indem sie mit ihren Unternehmungen der (vorgeblich) natürlichen Anlage zu Produktivität und Konkurrenz folgen, als citoyen, indem sie ihre Gesellschaft als den Naturgesetzen verpflichtet legitimieren.
      Die ursprüngliche Emanzipation, die Propagierung und Durchsetzung dieser Weltsicht gegen die Fürsten, wurde zum Leitbild der weiteren Emanzipationen, also zum Leitbild aller, die als Subjekte nach und nach in die Öffentlichkeit der bürgerlichen Welt traten. Allerdings war die Instanz, gegen die die Emanzipation vorgetragen wurde, nun die bürgerliche Gesellschaft selbst. Wer nicht öffentlich agierte, nicht Subjekt bürgerlicher Gesellschaft war, hatte die Rechte und Garantien eben dieser Gesellschaft nicht für sich reklamiert und war infolgedessen rechtlos. Das ist eine der großen Paradoxien der bürgerlichen Gesellschaft. Sie spricht für die ganze Welt, aber nie für andere Menschen. Die müssen schon für sich selbst sprechen, während die bürgerliche Gesellschaft bloß Podium und Bühne zur Verfügung stellt. Sprechen sie aber dann für sich selbst, um Interessen und Unternehmungen zu propagieren, durchzusetzen und zu verteidigen, tun sie dies konkurrent.
      Auf dieser Bühne, auf diesem Podium treten dann mit ihrer Emanzipation jene auf, die nachholend an den Rechten und Garantien der Gesellschaft teilnehmen wollen. So treten auch die Frauen aus der Abspaltung in die Gesellschaft mit der Forderung nach bürgerlichen Freiheiten und Rechten, ohne dabei die gesellschaftlichen, nichtöffentlichen Tätigkeiten (Reproduktion, Rekreation, Pflege und Zuwendung u.v.a.) in der Abspaltung dementieren zu können. Es geht um die ausschließlich im modernen Ensemble gegebene primordiale, ursprüngliche Weiblichkeit der Abspaltung (und Männlichkeit der Subjektivität) und um das Selbstdementi der Abspaltung als Abspaltung, um das Sichselbstverschweigen als abgespalten in einer Gesellschaft, die doch öffentlich von sich behauptet, in und bei ihr hätte ein jedes, wenn es nur wolle, und hätten alle von Natur aus die gleichen Rechte. Selbst wenn sich eine empirische Frau mit eigener Legitimation (Geschichte der Frauen, Geschichte der Frauenbewegung etc. pp) und eigener Unternehmung emanzipiert, also in die bürgerliche Öffentlichkeit eintritt, wird sie das Geschlechterverhältnis der bürgerlichen Gesellschaft nicht abstreifen können, wofür die weiter oben erwähnte Frage, wie sie es als Mutter und Unternehmerin schaffe, beredtes Zeugnis ablegt.

      Unsere Konstitution auf die Leute vergangener Epochen anzuwenden, führt nur dazu, nichts mehr erkennen zu können – außer, was ja Sinn dieser im Erziehungswesen bereits eingedrillten Übung ist, sich, also das bürgerliche Subjekt, bereits zu allen Zeiten zumindest in nuce vorzufinden. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass auf diesem Planeten es wohl nur sehr, sehr wenige Zivilisationen gibt, die durch den westlichen Universalismus noch nicht beglückt wurden, ist der Islam heutiger Zeit ebenso bloße Privatideologie wie die christlichen Religionen, was schon daran ablesbar ist, dass auch dort sich ein jeder, der mag, dazu berufen fühlen kann die einzig wahre Interpretation des Koran im Besitze zu haben. Das ist bürgerliche Subjektivität, bürgerliche Allmacht und konkurrent – Lehre und Praxis des Islam als Unternehmung in die Öffentlichkeit zu tragen.
      War der Schleier oder die Verschleierung in der intakten religiösen Epoche der Zone und den Wegen zwischen den „Häusern“, den zentralen Einheiten von Alimentation, Verwandtschaft und Freiheiten, vorbehalten und in Europa ebenso gängig wie andernorts, so wurde aus den Straßen und Plätzen nach dem Epochenbruch in der Moderne die Öffentlichkeit in welcher man! emanzipiert aufzutreten hat, was die Pflicht und damit Zwang zur Sichtbarkeit einschließt. Verschleierung dereinst stand Würde, Wertigkeit und Ausstattung als freie Frau nicht entgegen – eher im Gegenteil. Durch Ungleichzeitigkeit der zwangsweisen Modernisierung, aber auch dadurch, dass solche heute längst nicht mehr gelingt und immer mehr Modernisierungsverlierer hervorbringt, kommt es so zu Missverständnissen zwischen den bürgerlichen Zentren und der Peripherie oder schlimmsten Übergriffen auf Frauen und Kinder (Stichwort sexueller und seelischer Missbrauch) sowohl hier als bei den – vermeintlich – ganz anderen.
      Zum Geschlechterverhältnis in anderen Epochen empfiehlt sich die Lektüre von
      – Ivan Illich „Genus – zu einer historischen Kritik der Gleichheit“
      – gute Mediävisten
      – Annales-Schule, z.B. Georges Duby – Frauen im 12. Jahrhundert
      Zum bürgerlichen Geschlechtsverhältnis u.a.
      – Roswitha Scholz, z.B. Das Geschlecht des Kapitalismus u.a.

    • Petra,

      besten Dank für diese Darlegung und auch für die Buchhinweise zu einem historischen Thema, zu dem ich bisher keinen Bezug, außer dem Verordneten, hatte.

    • christa bauer und Petra:
      Hahaha! Über Eure Argumentation kann ich wirklich nur noch lachen und habe da keine Lust, mit der Widerlegung überhaupt erst anzufangen! Seit in der Welt ein Gott Vater erfunden wurde und schon davor hatte die Unterdrückung des Weiblichen schon längst begonnen! Eva wurde aus einer Rippe von Adam von diesem Allmächtigen Mann geschaffen, damit Adam sich alleine nicht so langweile. Aber schon davor gab es in Indien das vedische Unterdrückungssystem mit der strengen Kastenhierarchie und einer Unterdrückung des Weiblichen, die es vorher nicht gegeben hatte. Die Matriarchate waren von kriegerischen Reiternomaden aus Innerasien zerschlagen worden. Das war etwa vor 7000 Jahren, genau ist es nicht mehr festzulegen. Seitdem besteht kontinuierlich die Unterdrückung der Frau in der Welt und hat sich stetig mit weiterentwickelt. Ihr schreibt, als ob Ihr noch nie etwas von Hexenverfolgung gehört hättet! Es ist nicht zu fassen! Die weiblichen Brüste galten als „Teufelskugeln“! Was wisst Ihr überhaupt über die Geschichte des Machtmisbrauchs? Anscheinend nichts Grundsätzliches!

    • Ich empfehle dagegen ein relativ schmales Bändchen über “ Die Diskriminierung der Matriarchatsforschung-eine moderne Hexenjagd“ mit Beiträgen von 7 Autor/innen international.

      Beispiel aus dem Beitrag von Dr.Prof. Claudia v. Werlhof, Politologin und „Patriarchatsforscherin“.

      GEWALT UND GESCHLECHT
      Die neue Matriarchatsforschung, die- unterbrochen durch Nationalsozialismus, Kriegs-und Nachkriegszeit – seit den 1970er Jahren wieder begonnen hat, hat inzwischen weltweit den Beweis erbracht, dass alles ganz anders gesehen werden muss, als wir es gewohnt sind. Die Gewalt beginnt sich seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. als ein systematisches Mittel gesellschaftlichen Handelns durchzusetzen. Sie verlässt damit den Rahmen bloß affektiven Handelns und wird zum „Plan“, zum „System“: Diese Gewalt begründet das, was wir später „Politik“ oder „Ökonomie“ nennen werden. Das heißt das, was wir darunter verstehen, setzt Gewaltverhältnisse voraus.
      Von heute aus gesehen sind 7000 Jahre vielleicht ein langer Zeitraum, menschheitsgeschichtlich ist es ein sehr kurzer. Also hat systematisierte, geplante Gewalt erst jüngst die Geschichte zu prägen begonnen. Vom östlichen Mittelmeerraum bis nach Indien, von Ägypten bis nach Ostafrika und von Südost- bis Nord- und Nordwesteuropa beginnt in dieser Zeit eine „Indoeuropäisierung“, „ein komplizierter Wandlungsprozess, der zu einem drastischen kulturellen Wandel führte, wie er sonst nur noch bei der Eroberung des amerikanischen Kontinents anzutreffen ist“( Gimbutas 1994:13). Es handelt sich um die Folgen des Einfalls von sogenannten „Kurgan“-Stämmen aus dem mittleren und unteren Wolgabeckenraum sowie den Wäldern und Steppen nördlich des Kaukasus.
      Die indoeuropäische Gesellschaft basierte auf einem kriegerischen, patriarchalen, patrilinearen und patrilokalen Prinzip, wies eine stark sippenhafte Organisation und eine soziale Hierarchie auf, die den Weg für den Aufstieg einer Kriegerklasse bereitete. Ihre Hauptgötter waren männlich und werden als Krieger dargestellt. Diese Art des sozialen Aufbaus kann sich auf keinen Fall auf matrilinearten(und)matrizentrischen …Prinzipien beruhenden Gesellschaftsformen Alteuropas entwickelt haben. Das Erscheinen der Indoeuropäer in Europa bedeutet daher keine Weiterentwicklung älterer einheimischer Vorstellungen, sondern das Aufeinanderprallen zweier gegensätzlicher Ideologien und Gesellschaftsformen. Die indoeuropäischen Einwanderer waren beritten, mobil und Halbnomaden. Die Gesellschaften, die sie überfielen, waren sesshafte Acker-und Gartenbauern, friedlich, unbewaffnet und mit einer blühenden Zivilisation: Es waren Frauenkulturen, matriarchale Gesellschaften, wie sie überall auf der Welt existierten, eine globale Kultur, von der heute nur noch wenige Reste am Leben sind(vgl. Göttner-Abendroth 1989, 1991; Eisler 1993; Meier-Seethaler 1992; Weiler 1991; Bennholdt-Thomsen1994).

      Die Vielfalt an inzwischen verfügbarer Literatur aus allen Gegenden der Welt lässt keinen Zweifel daran, dass die Muster immer die gleichen waren, ob in Europa, Amerika, Asien oder Afrika; Patriarchal organisierte kriegerische Horden überfallen matriarchal organisierte friedliche (Hoch-) Kulturen, zerstören diese teilweise oder ganz, werden vielleicht im ersten Ansturm noch assimiliert, im zweiten und im dritten(4. Jahrtausend in Europa) nicht mehr(Gimbutas 1994). In dieser Zeit entstehen überall patriarchale Herrschaftssysteme wie z.B. die „Orientalische Despotie“ und das Pharaonenreich(Wolf 1994), die von ungeheurer Grausamkeit und Gewalttätigkeit gekennzeichnet sind und einen enormen Kulturverlust sowie eine totale Verkehrung und Hierarchisierung der gesellschaftlichen Organisationsform sowie der lokalen Ökonomie bewirken. Im Ergebnis wird eine von Männern geprägte und angeführte kriegerische und kulturell primitive Herrenkultur mit Gewalt gegenüber einer friedlichen, waffenlosen, komplexen, egalitären, herrschaftsfreien und wohlhabenden, von Frauen geprägten Kultur gesetzt.
      Dies ist der historische Grundzusammenhang von Geschlecht und Gewalt, wie er unsere high-tech-hochindustrialisierte Gesellschaft und unser Verhältnis zueinander sowie zur Natur bis heute in elementarster Weise prägt. Die gewaltsame Etablierung eines von Männern erfundenen Herrschaftssystems ist im eigentlichen Sinne der Sündenfall unserer Geschichte. Von den historischen Fakten her empfiehlt es sich daher, die Entstehung „patriarchaler“ Herrschaftssysteme nicht mehr systemimmanent, sondern systemexmanent, also aus Sicht einer viel älteren und im wesentlichen „matriarchal“ geprägten Menschheitsgeschichte her zu untersuchen
      (Eisler1993).
      Erst aus dieser Perspektive sind nämlich das ganze Ausmaß des Problems, seine verschiedenen Erscheinungsformen und Entwicklungen, seine heutige Kulmination und Akzellereation zu verstehen und darüber hinaus- paradoxerweise- auch seine Überwindbarkeit.
      usw.

    • Ist dann nur merkwürdig wieso die alten Kulturen der indigenen Völker es strikt ablehnten ihre Kinder zu züchtigen oder andersartige Gewalt gegenüber diesen anzuwenden. Ausserdem legt Arno Gruen in seinen Büchern dar ,und belegt das mit Beispielen der verschiedenen Ethnologen und Wissenschaftler, warum die indigenen Völker die Gewalt ablehnten und stattdessen auf Kooperation und Mitgefühl setzten. Das hat mit dem Geschlecht speziell nichts zu tun.

      Dann wäre auch zu fragen ,warum trotz Emanzipierung und gleiche Rechte von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft die Gewalt weiter auf dem Vormarsch ist -und all die anderen destruktiven Auswirkungen wie Machtstreben und Gier.
      Und wenn die Frauen die besseren Menschen wären ,wieso wachsen dann überhaupt Menschen heran ,die dermassen von Selbsthass geprägt sind wie ein Stalin oder Bush oder all die anderen Charaktere die heute die Welt in diese Lage gebracht haben, da doch erwiesen ist ,dass die wichtigste Prägung die Zeit des Kleinkindes ist . Wenn die Mütter in dieser Zeit ihr Kind mit wahrer Liebe und Fürsorge und Anteilnahme großziehen würden ,dann könnten doch solche destruktiven Charaktere gar nicht erst entstehen!?Oder meinen sie ,dass die Männer die Kinder großziehen?
      Denn es ist ja so ,dass eine Mutter mit autoritärer Charakterprägung und einem Minimum an Mitgefühl dies an ihr Kind weitergibt und ausserdem auf die speziellen Bedürfnisse ihres Kindes überhaupt nicht wird eingehen können .Das wird dann das Kind dazu zwingen ,dass es sich den Erwartungen der Mutter anpasst -und damit ist schon der Weg vorgezeichnet ,der das wahre Selbst im Kind zerstört.

    • Ich wollte mit diesem Beitrag nicht darauf hinaus, dass Frauen die „besseren Menschen“ seien, sondern frühgeschichtliche Fakten mitteilen, die in unserer traditionell vermittelten Menschheitsgeschichte einfach übergangen worden sind und deren Erforschung immer massiv behindert wurde. Die patriarchale Gesellschaftsordnung wurde immer als „von Anbeginn der Menschheit“ bzw. „gottgegeben“ vermittelt, was eben nicht stimmt.
      Sie schreiben ja selber, dass die indigenen Völker laut Arno Grün ihre Kinder noch liebevoller, also natürlicher, aufziehen. Diese Völker sind es ja, die noch die Reste der frühgeschichtlichen Lebensweise bewahrt haben, was bedeutet, dass sie noch in und mit der Natur leben. Und die indigenen Völker sind auch diejenigen, auf die sich diese „Matriarchatsforschung“ immer mit gestützt hat.
      Weibliche wie männliche Nachkommen werden nicht gewalttätig oder „böse“ geboren, sondern sie werden gegebenenfalls von ihrer Umwelt böse oder gewalttätig gemacht. Das wissen Sie doch auch von Arno Grün.
      Die Matriarchatsforschung zeigt nur auf, dass es allem Anschein nach natürlicher und gedeihlicher für die menschliche Existenz ist, wenn „Die Mutter“ im Zentrum der Gesellschaft steht, als „der Vater“.
      Dass es gravierende Unterschiede gibt in den Anlagen und Möglichkeiten von Mann und Frau werden Sie wohl hoffentlich nicht bestreiten wollen. Die zwanghafte Gleichmacherei in der sog. „Genderforschung“, ist auch so ein widernatürliches Konstrukt des „patriarchalischen Systems“. Dieses System hat auch den Glauben mit sich gebracht, Kriege seien etwas Natürliches und es habe sie immer schon gegeben, ja MÜSSE sie sogar immer geben! Darum geht es z.B. auch.
      Aus meiner Lebenserfahrung als Frau kann ich auch bestätigen, dass Frauen keinesfalls von Natur aus die besseren Menschen sind und wer das behauptet, leidet meiner Ansicht nach unter einer Zwangsvorstellung.
      Aber Frauen und Männer sind von Natur aus unterschiedlich. Und die Geschlechterfrage ist heute keinesfalls gelöst, wie oben von zwei Userinnen behauptet wird. Es ist eigentlich heute gar keine der wichtigsten Fragen gelöst. Das einzige, was wir sicher wissen, ist, dass es „So nicht weitergehen kann“, weil gegen die Natur angelebt wird, anstatt mit ihr.

    • Veganislove-da könnte ich in allem mirgehen,was Sie sagen.

      Es stimmt,vieles hat zu tun,dass wir gegen die Natur leben.Aber diese Entwicklung,der Bruch mit der Natur, ist ja lange abgeschlossen.Wir können als Menschheit nicht zurück.
      Darum meine ich ,dass die meisten Probleme mit unserem Wirtschaftssystem zusammenhängen.
      Dieses schafft eine bestimmte Charakterstruktur im Menschen-durch unsichtbare Prozesse subtiler Art . Es entsteht ein bestimmter Gesellschaftscharakter,der ausgerichtet ist auf Konsumieren,fremdbestimmtes Produzieren,Besitz,Materialismus usw.

      All das könnte sich sehr schnell ändern wenn wir ein anderes Wirtschaftssystem hätten,dass statt auf Ausbeutung auf Kooperation setzt . Dann würde sich die Orientierung der Menschen wieder hin zu seiner natürlichen Prägung ausrichten-also hin zu Mitgefühl und Kooperation,Streben nach Entfaltung .Da bin ich mir sicher.
      Und eine solche Entwicklung ist ja im Anfang begriffen,weil der Kapitalismus gerade zerfällt.
      Man denke an die Belebung der alten Seidenstrasse ,die gerade stattfindet.

    • Petra, das sind sehr interessante Ausführungen. Die Brille mit der wir die Welt betrachten, ist immer sehr wichtig, und diese Brille wird manipuliert. Danke insbesondere dafür : „Verschleierung dereinst stand Würde, Wertigkeit und Ausstattung als freie Frau nicht entgegen – eher im Gegenteil.“

      War es Goethe, der noch vom zünftigen Weib am Herde sprach? Ich finde es nicht mehr…

      Andere Perspektive zur „Emanzipation“: Frauen in bezahlter Knechtschaft dienen in erster Linie dazu, mehr Geld in die Staatssassen zu spülen, die Erziehung der Kinder dem Staat zu überlassen… . Mit Selbstverwirklichung, Bildung oder Gleichberechtigung hat das alles m.E. nichts zu tun.

    • So interessant und verdienstvoll die Forschungen zum Thema der Entstehungsgeschichte von geschlechterspezifischer Gewalt auch sein mögen – die Auffassung, dass dies in irgendeiner Form zur Lösung der aktuellen Probleme beitragen kann, ist nach meiner Auffassung illusorisch.

      ‚Gewalt‘ kennt mannigfaltige Formen und der kriegerische Steppenreiter etc. ist nur eine Facette.
      Mich hat schon immer gwundert, warum ausgerechnet der körperlichen Gewalt so ein Premiumstatus zugemessen wird, wo sie doch nur das letzte exformierte Stadium vorher wesentlich subtiler angewandter Gewaltformen ist?!

      Und Gewalt beginnt für mich bereits da, wo jemand versucht (und sei es aus bester Intention, – die nützt mir nur nichts!) mich zu verändern, zu etwas anderem zu machen als eigentlich, weil wesentlich, vorbestimmt, angelegt, stimmig.
      Und geht direkt weiter dort, wo sich jemand dann dagegen verwahren möchte, sei es als Kind bereits oder eben als Erwachsener, wo SOFORT und umstandslos geahndet wird, sei es durch soziale Strafe oder eben justitielle.

      Dieser schier irre und unerträgliche Nivellierungs-, Konditionierungs-, Assimilierungswahn führt zu Kontrollzwängen und dies unterschiedlos bei beiden Geschlechtern!
      Und solange DAS nicht realisiert und geändert wird, ändert sich an der Gewaltproblematik gar nichts.
      Aber eben dafür liefert die zitierte Forschung leider auch keine Antwort.

      Dieser Kontrollzwang entstammt der Angst (und auch hier gibt es viele Formen, die nicht gleich mit dem Begriff assoziiert werden).
      Und solange wir hier auf Angst basierende Kontrollsysteme pflegen (und da gibt es weltweit keine Ausnahmen – indigene Grüppchen mal außen vor gelassen) wiird die Gewalt nicht abnehmen, sondern sogar noch zunehmen MÜSSEN!

    • Seneca-Glückseligkeit: Ja, wir können jetzt natürlich nicht wieder so leben, wie vor 7000 Jahren und wir können auch nicht einfach jetzt als Hochzivilisierte die indigenen Völker 1/1 kopieren. Aber dass in Bezug auf unser Leben irgend ein Prozess „abgeschlossen“ ist, kann ich so nicht sehen. Unser Leben beginnt in unserem Kopf und in unserem Herzen und von hier aus nur kann der erste Schritt zur Veränderung gemacht werden. Dafür brauchen wir aber Klarheit in Kopf und Herz. Wie immer jeder einzelne Mensch zur seiner ursprünglichen Autentizität zurückfindet, kann und will ich niemandem vorschreiben. Aber es ist unabdingbar, sich Klarheit über die Wirklichkeit in jeder Hinsicht zu verschaffen und unsere wahre Menschheitsgeschichte gehört dazu und wirkt auch immer noch in unseren Köpfen und Herzen nach. Wir haben alles in unseren Genen gespeichert. Ich glaube, dass sich erst dann die richtigen Systeme finden, wenn ein gewisser hoher Prozentsatz von Erkenntnis in der Menschheit vorhanden ist. Wir haben ja zur Zeit in der Weltpolitik einen Zustand, wo diejenigen wenigen, die vereinzelt gute Systeme erdenken und verwirklichen wollen, einfach wieder „abrasiert“ werden. Wer in der Politik heute Gutes, Gerechtes durchsetzen will, wird einfach eliminiert, das wissen Sie doch auch. Soz. das „jesus-Prinzip“. Wie kann dies durchbrochen werden? Nur durch Klärung des Bewusstseins der ganzen Menschheit oder wenigstens eines größeren Teils der Menschheit.
      Übriges finde zum Thema auch sehr gut und wichtig, was Marikka Schaechtlin oben geschrieben hat.

    • Nick Mott: Wenn Sie die Entstehung von Gewalt besser oder anders erklären können, als es die Matriarchatsforschung es kann, dann nur zu!
      Ich habe dazu z.B. als vegan lebender Mensch noch zusätzlich eine ganz eigene Erklärung, aber die wird ihnen vermutlich noch weniger zusagen, wie die oben genannte.
      Aber vielleicht können wir uns wenigstens darauf einigen, dass die Krankheit Gewalt durch die menschliche Arroganz und Ignoranz gegenüber der gesamten Natur, sogar gegenüber der eigenen, entstanden ist. Wir können eine künstlich aufgestellte Gesetzmäßigkeit wie diese gewalttätige patriarchale Zivilisation eine ist, nicht verändern, wenn wir ihre Wurzeln nicht erkennen. Genauso, wie jeder einzelne Mensch sich nicht zum eigenen und allgemeinen Vorteil verändern kann, wenn er sich der Selbstkritik verschließt.

    • Nick Mott: Da haben Sie ja mit diesem eugenisch-rassistischen und frauenfeindlichen Werk selbst einen Beweis geliefert für die „nicht-körperliche Gewalt“ des Patriarchats.
      Auch Aristoteles und viele andere Größen des Patriarchats können mit ihrer beschränkenden Überheblichkeit Beispiele liefern für diese nicht-körperliche aber dafür auf die Menschengesellschaft umso verheerender wirkende Gewalt.
      Er hat z.B.- selbst Sohn eines Arztes- behauptet, die Frauen hätten weniger Zähne als die Männer. Anscheinend war er sich darin so sicher, dass er noch nicht einmal für nötig befand, bei seiner eigenen Frau nachzuzählen.

      Diese Gewalt richtet sich natürlich gegen alle, und zwar ganz einfach und primitiv jeweils entsprechend dem Grad der Wehrlosigkeit. Mit der Herabsetzung der Tiere als Nutz-Beute hat das einmal begonnen und sich dann fortgesetzt gegen alles, was sich sonst noch schlecht oder gar nicht wehren konnte.
      Der schier unerschütterliche heutige Glaube an Gewalt kann sich meiner Ansicht nach nur durch das Kriege-Führen ausgebildet haben. Das sadistische Sieger-Verlierer-Denken hat meiner Ansicht nach auch auf das Verhältnis von Männern und Frauen abgefärbt, genauso, wie die erbarmungslose Versachlichung des Tieres auf die ganze Menschheit abgefärbt hat.

    • @ Veganislove
      Aristoteles lebte in einer anderen Zivilisation, der religiösen Formation. Diese Epoche ist vorbei, untergegangen, nur noch Ruine. Es ist durchaus interessant, sich damit zu beschäftigen, einfach, als Beleg dafür, dass die Menschen ihr Leben über überschlägig 6000 Jahre ganz anders praktikabel gemacht haben als wir Heutigen. Die Zeitdauer der Zivilisation der Wildbeuter, die wir noch rudimentär aus dem Animismus zu rekonstruieren versuchen, können wir nicht angeben. Das eröffnet uns den Horizont, dass unsere ver-rückten Gegebenheiten auch enden werden – zumindest die Möglichkeit dazu existiert. Und dies entgegen unserer heutigen Legitimationsideologie, nämlich der Universalgeschichte, die uns lehrt, dass eigentlich alles immer schon so war und auch so sein wird. Die Vergangenheit, die Ruinen, die die Altvorderen hinterlassen haben werden unsichtbar gemacht und von uns Heutigen angeeignet – das nennt man historisches Denken. Und in der Spielart des historisch-kritischen Denkens werden sogar noch die Aussagen, die die Vorfahren über sich selbst machten – und die überhaupt nicht für uns Heutige gedacht waren – entwertet und so einer vorgeblichen Richtigstellung zugeführt: wir berichtigen die Alten und vergewissern uns unserer Überlegenheit, reißen gleichzeitig ihre Welt an uns und lassen sie nicht als das bestehen, was sie war – ganz anders, untergegangen (an sich selbst), nur noch Ruine.
      In der religiösen Epoche geht es um Glaubwürdigkeit. Niemand wäre auf die Idee gekommen, irgendwelche Wahrheiten (im Sinne des Foucaultschen Begriffs der „Wahrheitsproduktion“) durch moderne Erkenntnisverfahren zu überprüfen. Der Bruch mit der Folge, dass der Mensch auf sich selbst zurück geworfen wurde und sich nun anmaßen muss, selbst die Wahrheit zu produzieren, beginnt erst mit der Inquisition (mit nur wenigen Todesopfern) und wird in der Hexenverfolgung des protobürgerlichen Protestantismus verallgemeinert.
      Warum hätte Aristoteles oder andere die Zähne seiner Frau nachzählen sollen. Es hätte an ‚Frau‘ im Sinne von Genus nichts geändert und beinhaltete auch keine Herabwürdigung.
      Wir Heutigen starren mit historisch-kritischem Blick auf die verwichenen Verhältnisse und unterstellen, suchen und „finden“ eine Öffentlichkeit und die Abwesenheit von Frauen dort. Der Witz aber ist, dass es eine Öffentlichkeit in unserem Sinne nicht gegeben hat, auch keine Politik, keinen Staat und keinen Sexismus – nicht zu vergessen auch keine Wissenschaft, sondern andere ganz andere Erklärungen, die das Leben – durchaus erfolgreich – praktikabel machten.

    • @ Petra

      In diesem Sinne, sei an die phänomenalen Fähigkeiten des über 700 Millione Jahre unverändert alle große Artensterben und sonstige Katastrophen überlebenden Schleimpilzes erinnert, der seine ganz eigene Intelligenz an den Tag legt, die heutigen Ingenieuren in manchen Belangen ebenbürtig erscheint, ohne dass er auch nur den rudimentärsten Ansatz eines Gehirns besäße oder überhaupt eine nachvollziehbare Verarbeitungsstruktur, da er nur ein Gallerthaufen mit vielen Zellkernen ist, eine Art ‚Superamöbe‘.

      Der Schleimpilz muss sich orientieren können, er muss Entscheidungen treffen und sich unter ganz variablen Bedingungen behaupten, er hat sogar ein mehrere Tage währendes Gedächtnis, sobald er auf Rhythmen, Perioden, Zyklen trifft und kann vorausschauend seine Aktionen darauf abstellen!

      Unsere Art unsere Welt zu deuten, zu begreifen, zu bewerten und danach zu entscheiden bzw. zu handeln ist beileibe nicht die beste und erfolgreichste!
      und sie wird es auch nie sein können, weil uns paradoxerweise gerade unser gehirn dabei im Wege steht, weil es sich von einem schlichten Input-Output-Generator zu einem Universumssimulator entwickelt hat, der Wirklichkeit und Eigensimulation zunehmend nicht mehr unterscheiden kann und von daher wohl fürchterlich scheitern muss…

    • Wie bitte Petra,Aristoteles lebte in der religiösen Formation?
      Für mich gründet auf dem rationalen Denken des Aristoteles die Kultur des Abendlandes.-unsere Kultur.
      Aristoteles Abhandlungen über Metaphysik,Politik,Eudemische Ethik,Psychologie und so weiter-das ist doch klassisches rationales Denken und Wissenschaft.
      Sehr fasziniert mich seine Schrift „Nikomachische Ethik“,wo ich immer wieder mal drin lese. Das ist wie Musik hören ,wenn ich lese wie er das Wesen der Glückseligkeit beschreibt und dass diese in der Rechtschaffenheit besteht . Da finde ich nichts von Religion(im klassischen Sinn). Man erkennt die tiefe Durchdringung von Sittlichkeit in seinen Gedanken ,-und die Schule dieser Philosophen beeinflusste ihre Zeitgenossen und auch die Politiker-das stelle man sich heute mal vor!?Wann sprach hier zuletzt jemand im öffentlichen Raum von Rechtschaffenheit oder Gerechtigkeit-viele Jahrzehnte muß es her sein.Das sagt doch schon alles ,wie es mit unserer Sittlichkeit steht.

    • Seneca-Glückseligkeit: Mir ist das auch schon aufgefallen, dass „Petra“ einfach irgendwas daherschreibt(oder abschreibt?), was sie oder er selbst nicht in der Tiefe versteht.
      Wenn die lebendige Epoche der griechischen Denker auch abgeschlossen ist, so heißt das noch lange nicht, dass ihr denken nicht bis heute die ganze Welt beeinflusst! Wer so etwas schreibt, hat nicht nur kein Geschichtsbewusstsein, sondern überhaupt kein richtiges Verständnis für die grundlegenden wahren Zusammenhänge unseres gesamten Menschseins!

    • Veganislove-mir sind die Texte viel zu lang und abstrakt ,so dass ich sie nur überfliege und kaum richtig lese.. Ausser weiter oben ,der Text hat mich interessiert bezüglich der nichtliebesfähigen Mutter.

      Ansonsten halte ich nicht viel davon ,wenn Menschen versuchen möglichst viele Fremdwörter zu benutzen um dadurch vielleicht mehr “ intellektuell“ zu wirken .Weiß ich nicht ,-Mancheiner ist auch von sich aus so . Aber für mich zeugt es von mehr Intelligenz und Geist,wenn sich ein Mensch in seiner Muttersprache mit klaren Worten gut ausdrücken kann .
      Ausserdem scheinen mir viele lange Texte zu sehr gespickt zu sein mit fremden Gedanken ,-dann ist das auch uninteressant.

    • Die „nicht- liebefähige Mutter“ ist doch aber ein Produkt dieser ganzen nicht-liebefähigen, hierarchischen Herrschaft-und Kriegskultur. Und das schreibe ich hier nicht irgendwo ab, sondern das habe ich sogar selbst erlebt! Ich habe meine eigene Mutter als Kind und Jugendliche selbst so erlebt und hatte ihr daraus so lange einen Vorwurf gemacht, bis ich verstanden hatte, wie der Krieg und die ganze Nazizeit auf diejenige Generation gewirkt haben muss, die in der Zeit jung waren und eigentlich ihr Leben selbst frei gestalten wollten. Meine Mutter z.B. wollte nach all dem, was sie da selbst erlebt hatte, am liebsten gar keine eigenen Kinder mehr haben und niemand hat das Recht, ihr daraus einen Vorwurf zu machen. Wenn wir nach der Ursache der Entstehung von Krieg und Gewalt suchen und über die Unterdrückung des Weiblichen diskutieren, die Du ja wohl auch eher in Frage stellen willst, ich aber nicht, dann müssen wir auch sorgfältig darauf achten, dass wir nicht Ursache und Wirkung verwechseln!

    • Ich stelle nicht die Unterdrückung des Weiblichen in Frage(es ist sogar so und findet statt),sondern ich meine ,dass es so ist .wie Arno Gruen es sagt-dass die Nichtliebesfähigkeit (ich verwende mal weiter diesen allumfassenden Ausdruck)da herrührt,weil das Kind in seinem Sosein nicht angenommen wird ,weil es nicht um Seiner-Selbst-Willen geliebt wird ,sondern dafür,dass es sich den Erwartungen der Eltern anpassen muß .Wenn ein Kind in solcher Atmosphäre aufwächst,dann verliert es sein wahres Selbst -und das ist der Grund für Selbstsucht oder Selbsthass,was dasgleiche darstellt.

      Der Verlust des Mitleides und die Verweigerung von Schwäche und Schmerz und natürlich auch des wahrhaft Weiblichen resultieren doch aus dem Verlust des eigenen Selbst-das führt dazu ,dass der Mensch sich permanent den Erwartungen anderer anpassen muß,um Bestätigung zu bekommen ,weil er diese aus sich selbst heraus nicht mehr bekommten kann. Auch führt das dazu ,dass solche Menschen anfällig werden für alle möglichen Führer,die ihnen Erlösung versprechen.

      Ja ,Du hast recht Veganislove,das resultiert auch aus einer Gesellschaft die zu Gewalt und Krieg beiträgt.Das findet sich in der Erziehung wuieder.

    • Es gibt ein Buch über die „Schwarze Erziehung“, habe leider den Namen der Autorin nicht auf dem Schirm. Da werden Schicksale von Mördern und Gewalttätern beleuchtet wie u.a. das von Hitler und das des Sexualmörders Jürgen Bartsch. Letzterer wurde z.B. nicht nur nicht geliebt, sondern schon ab Säuglingsalter bei Pflegeeltern massiv misshandelt. Wenn man liest, was der durchgemacht hat, dann kann man nur noch tiefes Mitleid mit Ihm empfinden. Das, was Arno Grün schreibt, ist ja völlig klar und unbestritten.

    • Hallo Veganislove, ich habe hier ein Wort zum Sonntag -aber eigentlich eine Art von Gedicht geklaut und möchte es Dir nicht verheimlichen,aber sicherlich wirst Du es kennen,weil Du scheinst gebildet zu sein,um der Sache selbst Willen-das soll heißen,dass Dein Herz nach Wahrheit sucht und nicht Dein Verstand nach Gewinn und Ehre.

      Der Verfasser heißt Laotse oder Lau Dan oder wie auch immer-denn jede Kultur nennt ihn anders.Er hat wohl um 700 vor Christus im alten China gelebt ,und was er über das Wasser zu sagen hatte, deutet schon sehr frappierend an ,was dieser Mensch intuitiv begriffen hat bezüglich des Wassers,was weit über 2000 Jahre später der großartige Wasser-Naturforscher Victor Schauberger erkannte.Und heute sind wir dank des gewollten Vergessens der Schriften von Schauberger nicht viel weiter-außer der Erkenntnis,dass das Wasser eine lebendige Struktur hat und ein Gedächtnis-eine weibliche Struktur!?

      „Auf der ganzen Welt
      gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser.
      Und doch in der Art,wie es dem Harten zusetzt,
      kommt nichts ihm gleich.
      Es kann durch nichts verändert werden.
      Daß Schwaches das Starke besiegt
      und Weiches das Harte besiegt,
      weiß jedermann auf Erden,
      und niemand vermag danach zu handeln.“

      Das Gedicht deutet auch an ,dass die alten Stammeskulturen des alten China vom Matriachart geprägt waren.
      Diese Erkenntnis habe ich nun erst gelesen in dem Buch „So sprach der Weise“ von Ernst Schwarz.
      Auch ein Buch ,in dem ich immer wieder gern lese,weil es wie Musik ist.

    • Ja, ich kenne Laotse und dies ist tatsächlich eine wichtige Erkenntnis, die in diesem Gedicht ausgedrückt wurde. In matriarchalem Umfeld lebte er wohl nicht mehr(4.od. 3. Jahrh. vor Christo) , aber es gab ja durchgehend einzelne Menschen in allen Zeitepochen, die ungeachtet ihres Umfeldes tiefste Wahrheits-bzw. Naturerkenntnisse hatten und danach gelebt haben. Wie auch Viktor Schauberger, dem ja vom militärisch-industriellen Komplex in USA übelst mitgespielt wurde. Ein Wunder, das Teile seines Lebenswerkes noch gerettet werden konnten. Die Wahrheit lässt sich eben nie und nirgends vollständig ausradieren und sie wird sich zu gegebener Zeit auch unabweisbar überall offenbaren. Die Menschheit kann sich nicht endlos in die eigene Tasche lügen.

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