KenFM im Gespräch mit: Stefanie Landgraf, Johannes Gulde und Jürgen Grauschopf

Alle Infos und Download des besprochenen Films „Wo bitte geht’s nach Palästina“ hier: https://shop.terramedia-online.de

Frieden ist ohne Toleranz nicht zu haben. Toleranz fällt leichter, wenn man die Geschichte der anderen Seite kennt. Krieg hingegen kann nur stattfinden, wenn der Feind so wenig wie möglich gekannt wird. Den anderen kennenlernen bedeutet automatisch, eine Art Beißhemmung zu entwickeln. Warum, liegt auf der Hand. Wer seinem Gegenüber einmal persönlich begegnet ist, entwickelt in der Regel das, was man Verständnis nennt. Der vermeindliche Feind ist eben auch nur ein Mensch, und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, diesem Menschen menschlich zu begegnen. Derartige Begegnungen unter Menschen machen unmittelbare Kriege nahezu unmöglich.

Aus diesem Grund wird von Personen, die es auf Krieg anlegen, alles dafür getan, die Gegenseite möglichst zu entmenschlichen. Begegnungen vor einem Krieg mit dem Feind sind kontraproduktiv für all jene, die z.B. an Kriegen und allem, was sie mit sich bringen, verdienen. Kriege sind keine handelbaren Güter. Sie werden auf Pump finanziert. Kriege sind damit ein gigantisches Geschäft. Um dieses Geschäft am Laufen zu halten, müssen immer neue Gründe gefunden werden. Einer der nachhaltigsten Begründungen für Krieg sind ideologisch motivierte Behauptungen.

Exemplifiziert: Der Feind kennt nicht die selben Werte. Er vertritt eine primitivere Moral und ist ethisch noch in der Steinzeit. Solche willkürlichen Behauptungen werden von den Kriegstreibern dann als DIE Wahrheit ausgegeben.

Friedrich Dürrenmatt schrieb einmal: Niemand vermag grausamer zu sein als jene, die im Namen der Wahrheit handeln.

Wer zwischen Palästinensern und Israelis Frieden möchte, muss dafür sorgen, dass beide Seiten vor allem die Geschichte des anderen kennen lernen. Das ist bis heute kaum der Fall. Sowohl in den israelischen, als auch den palästinensischen Geschichtsbüchern, ist die Geschichte der anderen Seite nicht zu finden.

Die deutschen Filmemacher Stefanie Landgraf und Johannes Gulde haben versucht, das zu ändern, und drehten dazu eine Dokumentation mit dem Titel „Wir weigern uns Feinde zu sein“. Es ging um eine Reise ins Gelobte Land, bei dem eine deutsche Schulklasse die Chance hatte, sowohl das Leben der Israelis als auch das der Palästinenser kennen zu lernen. Diese Begegnungen sorgen auch zwischen den beiden seit Jahrzehnten verfeindeten Gruppen für mehr Empathie. Die zarte Pflanze des Friedens begann zu wachsen.

Das gefiel nicht allen, die diesen Dokumentarfilm später sahen. So wurde dem Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ in Nürnberg unterstellt, er wäre antisemitisch. Ein im Anschluss geführter Prozess gegen diese falsche Behauptung wurde von den Filmemachern verloren. Begründung des Gerichtes: Die freie Meinungsäußerung sei höher zu bewerten als das Verbot einer verleumderischen Behauptung, die vor Gericht jedoch noch nicht einmal bewiesen werden konnte.

KenFM sprach mit den Filmemachern über das Urteil und ließ dabei auch deren Anwalt zu Wort kommen. Es ist unvermeidlich, dass das Gespräch immer, wenn es um die Rolle der Justiz in diesem Fall geht, an Kafkas Roman „Der Prozess“ erinnert.

Als Filmemacher 2013 das erste Mal bei KenFM zu Gast waren und ankündigten, einen Prozess gegen die Verleumdungskampagne führen zu wollen, veröffentlichten sie in diesem Zusammenhang auch besagten Film „Wie weigern uns Feinde zu sein“ auf KenFM, der bisher knapp 40.000 mal geklickt wurde. Im Rahmen des aktuellen Gespräches stellen sie auch ihren kürzlich eröffneten Webshop vor, in dem auch eine weitere Dokumentation, „Wo bitte geht’s nach Palästina“, sowohl in deutscher als auch in englischer Fassung auf DVD und als Download verfügbar ist. https://shop.terramedia-online.de

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