KenFM präsentiert: Wie Monsanto seine Risiken auf Bayer abwälzte

Ein Film von Gaby Weber.

Im Juni 2018 wurde die Bayer AG Eigentümerin von Monsanto. Und offensichtlich waren die deutschen Manager stolz wie Bolle. Doch: war das wirklich ein gutes Geschäft? Wenn ja, für wen? Kaum ein Unternehmen steht derart in der öffentlichen Kritik wie der US-amerikanische Chemiekonzern. Seine Produkte, wie das Pestizid Glyphosat, werden weltweit verantwortlich gemacht für das Bienensterben, Krebserkrankungen und die Verseuchung ganzer Landstriche.

Erst im August 2018 verurteilte ein Gericht in San Francisco Monsanto zur Zahlung eines dreistelligen Millionenbetrags. Das ist erst der Anfang, eine ganze Lawine von Klagen ist gegen Monsanto weltweit anhängig, und heute haftet allein die Bayer AG für alle Schadensersatzforderungen gegen den Chemiekonzern.

Hat der Vermögensverwalter Blackrock die Risiken Monsantos auf die Deutschen abgewälzt? Den Fusionsvertrag wollte das Leverkusener Unternehmen nicht herausgeben, er sei „vertraulich“. In dem Film wird er jedoch gezeigt und die Autorin hat den kompletten Vertragstext veröffentlicht. Hier der Link zum Text: http://www.gabyweber.com/dwnld/Fusionsvertrag.pdf

Was wird passieren, falls Bayer als Rechtsnachfolgerin Monsantos mit Schadensersatzforderungen überhäuft wird, für die die Rückstellungen und die Versicherungen nicht mehr reichen? Wird am Ende der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden?

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10 Kommentare zu: “KenFM präsentiert: Wie Monsanto seine Risiken auf Bayer abwälzte

  1. Vielen Dank für den interessanten Beitrag und Film von Gabi Weber.

    Seltsam ist tatsächlich, warum BAYER Monsanto mit diesem Krebs-Klage-Risiko von zu erwartenden 5.000 Klagen in den USA für 60 Milliarden Euro übernommen hat. Interessant dürfte auch sein, wer die „US-Fäden“ im Hintergrund gesteuert hat, wieder einen DEUTSCHEN KONZERN zu schwächen und vielleicht sogar durch die US-Justiz zu vernichten. Welche amerikanische Anwaltskanzlei hat diesen US-Deal begleitet ?

    BAYER wird nach der Monsanto Übernahme von den US-Behörden ausgequetscht werden wie eine Zitrone. Es wird wenig on BAYER übrig bleiben.

    1954 wurde bereits das Gemeinschaftsunternehmen „Mobay“ mit Monsanto in den USA gegründet, der Name setzt sich aus den jeweils ersten Buchstaben der beiden Gründerfirmen zusammen. Das Unternehmen MOBAY produzierte unter anderem Agent Orange für den Einsatz im Vietnamkrieg. 1967 wurde Mobay aus Pittsburgh eine hundertprozentige Bayer-Tochter. Schon allein mit diesem Hintergrund könnten „Agent-Orange“ Geschädigte MOBAY oder BAYER noch heute verklagen.

    Es kann eigentlich nur so sein, dass bestimmte Vorstände und Teile des Aufsichtsrates im Auftrag des „tiefen Staates“ in den USA diesen dubiosen Geschäftsvorgang so eingeleitet haben.

    Die Geschäftsleitung begeht hier bewusst Verrat zum Schaden an der eigenen Firma und sollte mit ihrem Privateigentum wie im „Fall Middelhoff“ haften. So dumm kann man ja nicht sein, von den rund 5.000 Monsanto-Klagen nur allein in den USA nichts gewusst zu haben.

    • WIKI says:

      Mobay was one of the suppliers of the dioxin-contaminated 2,4,5-T used to produce the Agent Orange sprayed in Operation Ranch Hand (1962-1972). Prior to the Gulf War, in April 1990, Mobay and Occidental Chemical Corporation refused to sell chemicals to the Department of Defense for military use (particularly, with thionyl chloride, a chemical needed for the production of SARIN.)

      1992 ging Mobay in Miles Laboratories, einem weiteren Tochterunternehmen von Bayer, auf.

  2. Es war doch für jeden klar das die Verluste des Pleitekonzerns Monsanto den Deutschand angehängt werden oder glaubt jemand die Amis hätten diesen Deal zugestimmt wenn das nicht so wäre, interessant ist aber wieso die EU Kommision Glyphosat als unbedenklich einstuft wenn einem einzelnen bereits 280 Millionen Dollar zugesprochen werden.

  3. wie jeder kluge Investor wird sich BAYER gedacht haben, lass uns mal antizyklisch handeln, bevor es noch die Konkurrenz macht und MONSANTO aufkauft.

    Ganz sicher sind in diesem Sinne auch noch der Reaktor 4 in Tschernobyl und die gesamte Batterie in Fukushima für schnelles Geld zu haben.
    Was brauchts für solche Deals für die letzten Endes der Steuerzahler haftet ?
    Eigentlich recht einfach. Nur das entscheidende Vorstandspersonal beim Übernehmer – z.B. BAYER – zuvor einzukaufen, damit diese im Sinne dem Pleitedeal zustimmen.

    Dann gelingen diese zukünftigen Traumgeschäfte ganz bestimmt auch noch – und Deutschland hat kein Endlager-Problem mehr. Dafür lassen wir gern was springen.

  4. Darf ich mal 1 und 1 zusammenzählen, nur mal so als alte Idee, als er das erste Mal durch die Medien ging und ich von dem Deal erfuhr?
    Also, Bayer will das Unternehmen kaufen, das in den Staaten dafür verantwortlich ist, dass chemische Mittel produziert und in Größenordnungen auf den Markt bring, die Superweeds auf den Feldern sprießen lässt. Da liegt doch nur ein einziger Schluss nahe, die alten Eigner wollen sich der Strafen, die auf Grund der Gesetze bestehen, entziehen und vorher möglichst viel Kapital in ihre eigenen Taschen fließen lassen. Das waren meine ersten Gedanken.

    So wie es sich darstellt, scheint diese, ohne jegliche tiefgreifende Kenntnisse der Rechtslage, getätigte Vermutung sich mal wieder zu bewahrheiten. Was wäre die Folge? Monsanto und damit Bayer ( wird in Zukunft mit einer nicht endenden Zahl von Gerichtsverfahren überhäuft werden, die eine Wiedergutmachung bei den Landwirten der Staaten einfordern. Bayer hat Monsanto für 56 Mrd übernommen, die Regressansprüche werden diesen Betrag wohl bei weitem übersteigen werden und damit den gesamten Deal zu einem Minusgeschäft machen, welches derzeit wohl noch niemand abschätzen kann. Wenn es ganz dumm kommt, würde ich mal sagen, dann hat Bayer nach einer Komplettsanierung der US-Landwirtschaft fertig, es sei denn die Lobbyisten haben irgendwo wieder Schlupflöcher eingebaut.
    Dafür bin ich aber nicht tief genug im Recht verhaftet und lediglich ein „Spinner“, der einen aufgenommenen Faden nur nach seinem Gefühl Recht und Ordnung weiterspinnt.

    • Ok, nach dem Schauen des gesamten Beitrages stehen die Chancen von AG-Gesetz, Politik und too big to fail wohl sehr gut, dass Bayer das überlebt und sein auf diesen bzw. nicht verträglicheren Folgeprodukten basierendes Gewerbe aufrecht erhalten kann. Tja, irgendwie Ernüchterung, denn kann man davon ausgehen, dass diese Praktiken im derzeit existierenden System von unten heraus gestoppt werden? Also, ist es möglich, dass die Landwirte und Bauern, die noch etwas mit wenig Pestizideinsatz erwirtschaften können und auf Grund rückläufiger Einnahmen zu der Erkenntnis kommen, dass eine Ausweitung des Einsatzes dieser Mittel den Strick um ihren Hals nur noch weiter zuzieht, gänzlich auf einen solchen Einsatz verzichten? Dass es anders geht, ist ja nun hinlänglich bekannt und nachgewiesen.

      Wenn also von der Seite und auch von Seiten der Bevölkerung (ich habe noch nie z.B. Glyphosat eingesetzt, obwohl es mir empfohlen wurde) ein Boykott dieser nicht förderlichen Produkte durchgeführt wird, Das würde dann sicher das richtige Zeichen setzen, leider aber auch auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Einerseits tun mir die Betroffenen Leid, andererseits frage ich mich ob dieses Höher, Schneller, Weiter, Mehr, Mehr, Mehr nicht zu der sich im Anlauf befindenden Überhitzung beiträgt. Müssen wir von allem immer mehr haben, mit der Konsequenz, dass wir von Gesundheit, Leben und Zufriedenheit immer weniger haben?

      Natürlich, das muss jeder für sich entscheiden.

  5. Nicht „nur“ die katastrophalen Folgen ihrer Kriege, nein auch alle möglichen Folgen ihres gesamten gewisssenlosen und lebenszerstörerischen Tuns versuchen sie auf Europa und speziell auf Deutschland abzuwälzen – anscheinend mit Erfolg. Die gefährlichste Form menschlicher Dummheit ist die Instinktlosigkeit.

    • Nicht, dass ich Bayer irgendwie verteidigen möchte, aber ich habe schon vor Monaten gewettet, dass man Bayer diesen Kauf noch schnell aufs Auge gedrückt hat, damit man die Kosten quasi auslagern kann. Und diese Hornochsen sind behämmert genug gewesen. Wenn ich ein Arbeiter bei Bayer wäre und nun mein Job verlieren würde, ich liege Amok gegen mein Management.
      Da sitzen in der oberen Etage wohl Dumm und Dümmer zusammen.
      Jahrelang nehmen die Amis den Gewinn mit und kurz bevor der Schadenersatz fällig wird, übernehmen die Deutschen.

    • Ja, genau diese Instinktlosigkeit habe ich gemeint. Kurzsichtige Angeber da oben. Aber den Hauptschaden tragen ja wie üblich „die da unten“.

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