KenFM-Spezial: COEXIST – Der Hinduismus

COEXIST – Eine Produktion von Alexander Knöller

COEXIST soll eine Möglichkeit sein, Religionen etwas besser kennen zu lernen und zu verstehen. Die Sendereihe beansprucht weder Vollständigkeit aller Religionen, noch ein allumfassendes Abbild einer speziellen Religion zu sein.

COEXIST soll vielmehr als eine Tür oder ein Fenster verstanden werden, welches man aufmacht und hindurchschaut, um zu erkennen, dass es auf der anderen Seite etwas gibt, von dem man noch nichts wusste.

Es geht weniger um Politik, als um ein grobes Verständnis von verschiedenen Glaubensrichtungen.

Die Sendereihe ruft zum Dialog auf und soll zu Gemeinsamkeit, Verständnis und Toleranz ermutigen.

Auf dass in der Zukunft aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wird.

Wir leben in einer Welt, die bunt, facettenreich und groß genug ist für alle Menschen, Völker und Religionen.

Der Hinduismus.

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7 Kommentare zu: “KenFM-Spezial: COEXIST – Der Hinduismus

  1. Ich teile Eure Auffassung hier in den Kommentaren, dass die untergegangene religiöse Formation, gleich welcher spezifischen Ausprägung, der Ausdruck der menschlichen Kompetenz (wahrscheinlich die einzig wirklich spezifische) ist, ihre eigenen Sozialbeziehungen zu gestalten und in deren Reflexion eine jeweilige Welterklärung zu erschaffen.

    Mit dem historischen Blick, der für unsere Epoche Leitideologie ist, wird aber unsichtbar gemacht, dass die heutigen Verhältnisse nicht Entwicklung im Wege einer Ableitungslogik des Vergangenen sind, sondern Bruch der Leute mit der Erklärung der vorherigen Formation – nicht aus Lust und Laune, sondern weil die jeweils geltende Erklärung nicht mehr praktikabel ist und an ihren eigenen Unvollständigkeiten und Widersprüchen scheitert. Das ist wichtig, weil damit der Ballast der sogenannten Universalgeschichte wegfällt und man leicht sehen kann, dass es für das Neue und Andere des Hergebrachten und seiner Logik nicht bedarf.

    Die wissenschaftliche Welterklärung ist von der religiösen völlig verschieden und nicht etwa deren Spielart. Wenn ich im Folgenden – für den, den das interessiert – etwas zu den Unterschieden sage, geschieht dies mit dem Hinweis, dass ich als Kind unserer Zeit niemals wirklich verstehen kann, wie die Leute der religiösen Epoche sich selbst wahrnahmen. Ich kann aber die ideologischen Scheuklappen der „Geschichte“ ablegen und die Überlieferungen und Hervorbringungen dieser Leute ernst nehmen und nicht, wie es der „historische Blick“ vorschreibt, uns nur selbst in einer Art Vorgängerversion unserer Formation dort vorzufinden und unsere Verhältnisse auf die Vergangenheit übertragen. Wenn ich im Folgenden Subjekt oder subjektiv verwende, ist damit nicht eine Form der Reflexion, sondern die einzig gestattete gesellschaftliche Handlungsform unserer Epoche gemeint. Subjektiv (gesellschaftlich handeln) im Unterschied zu „objektiv“ (gesellschaftlich behandelt werden).

    Der religiösen Epoche ging eine magische voraus, deren Qualitäten und Inhalte ich hier der Kürze geschuldet, einfach weglasse. Die religiöse Formation war an die Sesshaftigkeit gebunden und zerteilte die Menschheit das erste Mal. Religionen mit ihren Schöpfungsgeschichten und ihren Beziehungen zwischen Göttern und Göttinnen und den Menschen sind hier eine Widerspiegelung, eine fetischistisch verzerrte Widerspiegelung, der Leistung der Sesshaftwerdung selbst: Neue Tiere, neue Pflanzen, neue auf neue Art zu bewohnende Welten wurden geschaffen. Sie hatten auch neue Menschen geschaffen – jene, die auf und aus der neuen Welt lebten, die daran Eigentum und Berechtigungen zur Alimentation hatten, die diese Berechtigungen zu verteidigen und auch auszuweiten suchten, die sich als Herren gegenüber denjenigen definierten, die keine Alimentationsberechtigung aus Eigentum und Wohnsitz hatten, es sei denn über ihre Herren. Freiheit und Verwandtschaft waren zu ausschlaggebenden Merkmalen geworden, die nun die gesellschaftliche Stellung der Leute der religiösen Formation ausmachten. Verwandtschaft organisierte dabei die gesamte gesellschaftliche Ordnung und brachte dabei die entsprechenden Werkzeuge hervor: Rechnung und Schrift, um die Verteilung der Felder und Ernten bewerkstelligen zu können und die Verwandtschaften, Häuser und Dynastien aufzuzeichnen, Architektur zur Bewässerung der Felder und Speicherung der Ernten sowie zur Anlegungen der zentralisierten Verwaltungs- und Kultorte, Religion, die aus der Verehrung der Ahnen und der Gründergeneration sich entwickelte, was sich an vergöttlichten Ahnen, wie wir sie von den römischen Laren und Penaten oder den chinesischen Ahnenkulten vor den Haus- und Totenaltären kennen, oder an göttlicher Abstammung, Verwandtschaft oder Erwählung zeigt.
    Die religiöse Formation stellt gegenüber der magischen einen eklatanten Bruch mit allem vorher Gültigen dar. Nicht nur, dass Begriffe wie Sünde, Plage oder Böses in die Welt kamen. Dies alles ist Folge der Sesshaftigkeit, wenn plötzlich Hochwasser, Dürre oder Heuschreckenschwärme eine Bedrohung darstellen, der durch schlichtes Weiterziehen nicht mehr zu begegnen ist und Krankheiten durch die Beengtheit und Zusammenballung der neuen Wohnsituation alltäglich werden. Die ehedem belebte Natur wurde in Kultur und Wildnis (Wälder, Wüsten, Gebirge) aufgespalten (wie die Leute in Freie und Unfreie), wobei die Wildnis (mitsamt dem Rest der Geister, die zusammen mit den wilden Tieren ein prekäres, bedrohtes, wohl auch bedrohendes Dasein führten) allmählich verschwand, gerodet, kultiviert und besiedelt wurde. Die Götter, die nach den verschiedenen Schöpfungslehren dafür verantwortlich waren, indem sie eine besiedelbare Welt und siedelnde Menschen geschaffen hatten, mussten sich die alten magischen Geister in ihren Kosmos einverleiben. Sie wurden zu nun älteren Göttern, behielten noch Namen, die ihre Herkunft erahnen ließen, wurden aber ebenso wie die neuen Gottheiten von Priesterinnen und Priestern verehrt und standen nicht mehr mit den Menschen auf der gleichen Stufe belebter Naturen mit zahlreichen fließenden Übergängen. Der Kontakt zwischen den Leuten und den Göttinnen und Göttern wurde nun nicht mehr durch Übertritt in eine andere Welt hergestellt, was im Grunde ein jedes tun, einem jeden zustoßen konnte, sondern durch spezialisiertes Personal, das über den Kontakt, nämlich das Opfer, Bescheid wusste und Buch führte.
    Das Opfer, also die Abfuhr materiellen Überschusses an die Gottheiten, war der Ausdruck der Teilhabe der Götter an der neu geschaffenen Welt und ihren Produkten. Sie fordern ihren Anteil ein und das betrifft durchaus die körperliche Hingabe nicht nur geschlachteter und verbrannter Tiere und Feldfrüchte, sondern auch der Menschenleiber; sei es durch rituelle Tötungen wie Gladiatorenspiele, sei es durch zölibatäre Versprechungen oder Weihespiele. So ist das Opfer Ausdruck und Inbegriff des gesellschaftlichen Reichtums, der in der Welt der Verwandten, Freien und Wohnenden hervorgebracht und verzehrt wird. So wie die Gottheiten verzehren und die Menschen daran teilhaben lassen, so verzehren die Leute und lassen die Knechte daran teilhaben. Dabei entspricht das Opfer für die Göttinnen und Götter den Festen für die Leute. Gottheiten, Freie und Unfreie sind so in einer Gemeinsamkeit verbunden, die sich als Heil oder Schicksal ausdrückt, wogegen sich alle fromm verhalten, das heißt, an ihrem gesellschaftlichen Ort und Platz ihre gesellschaftliche Aufgabe erfüllen müssen. Diese Plätze können sich ändern, teils tatsächlich durch Verdienst, das zur Freilassung, oder durch Schande, die zum Ausschluss aus der Gemeinschaft der Freien führt, teils rituell im Zuge von Festlichkeiten. Hier sei an Gelegenheiten wie die Saturnalien oder die Fastnacht erinnert, wo während der Dauer der Feste es zu Rollentäuschen kommen durfte, die durchaus nicht immer lustig für die Herren abliefen, sie bloßstellten oder auch erniedrigender Behandlung aussetzten.
    Die religiöse Formation erstreckte sich über einige Jahrtausende und über die ganze Welt. Dies war möglich, weil die Art der Vergesellschaftung durch Adelshäuser und Religionen überall gleich und erkennbar war. Zwar konnte es zu einem Streit der Religionen über die Macht der Gottheiten kommen, aber die Unfreiheit der Unterworfenen wurde nirgendwo in Frage gestellt. Es ergab sich daher aus der Ausweitung der Unfreiheit und der Tributpflichtigkeit ein Weltsystem, das bei aller angewandten Grausamkeit bis hin zur physischen Auslöschung von Städten und Reichen mitsamt ihrer Bevölkerung insgesamt überschaubar und logisch erschien. Vermittelt wurde dieses Weltsystem durch die Religion, nicht im Sinne von Missionierung, sondern im Sinne von Ausweitung der Untertänigkeiten und der Mehrung der Reiche. Das heißt, dieses Weltsystem stellte sich als eine prozessierende Kaskade von Abhängigkeiten dar, die immer dazu tendierte, letztlich die ganze jeweils bekannte Welt zu erfassen – egal, ob Alexander, die Cäsaren, die Mongolen, die spanischen Habsburger. Dies zeigt auch gleich die Grenzen dieser Formation: War die Welt erst einmal zur Gänze untertan, war auch die innere Expansion durch Rodung und Kultivierung, durch das Verschwinden der Wildnis unmöglich geworden, war der Ausweg der kriegerischen Eroberung nicht mehr gegeben, wie ihn Kreuzzüge (christlich wie islamisch) zur Zivilisierung und Unterwerfung der Ungläubigen angeboten hatten, waren also die materialen Grenzen der religiösen Welt mit der so genannten „Entdeckung“ Amerikas erreicht, musste der innere Antrieb der religiösen Formation versagen. Dies trat noch zur Formulierung innerer Widersprüchlichkeiten der Erklärung durch theologische Fragen hinzu, Fragen, die die Glaubwürdigkeit der Erklärung erschütterten (Universalienproblem, Nominalismus usf.).
    Durch die religiösen Krisen von Renaissance und Reformation wurde im christlichen Europa ein Weg beschritten, der einer anderen Erklärung der Welt, einem anderen Blick der Menschen auf sich selbst und die Umwelt den Weg öffnete. Begleitet war dieser Weg von einer weiteren! Neuschöpfung der Welt.
    Nun wurde eine Welt geschaffen, deren Reichtum nicht mehr durch die Mehrung der Reiche, durch die Zunahme der Tributpflichtigen und die Anhäufung der Schätze anwuchs, sondern bloß durch das abstrakte Wachstum abstrakter Mengen. Diese Neuschöpfung war notwendig geworden, als die Welt sich material nicht mehr ausdehnen konnte. Amerika war entdeckt und die Verfeinerung von Empfindung und Ästhetik konnte über ein erreichtes materiales Maß hinaus nicht mehr weiter getrieben werden. Abstrahierung war das Gebot der Stunde, das von der neuen wissenschaftlichen Erklärung der Formation des Modernen Ensembles erfüllt wurde und ganz selbstverständlich auch in der Kunst, in Literatur, bildnerischer Darstellung und Musik sich breit machte. Reichtum wird nun durch Summen Geldes ausgedrückt, die niemals einem Genuss des Reichtums in Verschwendung zugeführt werden können, nicht weil sie zu groß wären, sondern weil sie unfassbar sind. In jede Richtung ist Wachstum (nicht mehr Vergrößerung – diese verhält sich zu jenem wie Ewigkeit zu Unendlichkeit) nun auf abstrakten, mit gleichmäßigen Skalen ausgestatteten Koordinatensystemen möglich – auch Negativwachstum wird nun nicht als begriffliches Unding erlebt, sondern als durchaus real vorhandenes Phänomen.

    In dieser Welt der unendlichen Möglichkeiten – dies ist das Glücksversprechen der wissenschaftlichen Formation, ein Versprechen wohlgemerkt, das erst gehalten werden muss, keine Sicherheit, schon erlöst zu sein – nisten sich die Subjekte mit ihren Unternehmungen ein. Wieder wurden in einer neuen Welt neue Menschen geschaffen; abstrakte Subjekte, abstrakt wie Wirtschaftswachstum oder Malewitschs Schwarzes Quadrat, in einer abstrakten Welt, die durch Kennziffern erfahrbar wird. Wieder entstand diese Formation beim Untergang der vorigen aus eigener Kontingenz. Kein Anknüpfen an durchgehende Entwicklungen ist zu bemerken, eine neue Welt ist erstanden, die sich in schroffem, gewaltsamem Gegensatz zur alten herausgebildet hat. Eingemeindungen von Elementen der vorigen Erklärung sind zwar durchaus anzutreffen: die Götter aber werden, so ihre Existenz überhaupt angenommen wird, als Ausdruck der Subjektivität der Leute, als Teil deren Unternehmung betrachtet; als private Beziehung, die mit der Erklärung der Welt nichts mehr zu tun hat. Die allgemeine gesellschaftliche Verbindlichkeit ist nun nicht mehr religiöser Natur, die sich in göttlicher Offenbarung und Schöpfung manifestiert, sondern wissenschaftlicher, die nun auf der sich selbst organisierenden Materie, die die Menschheit hervorgebracht hat, und deren Erforschung und Anwendung durch die Leute beruht. Wenn ich dabei behaupte, dass all dies auf Ausgemachtem, auf Übereinkunft beruhe, dass Physik und Psychologie und andere Wissenschaften erst von den Leuten des Modernen Ensembles in die Welt gebracht wurden, um dann auf ihre Gegenstände angewandt wurden, diese also zuerst mit der entsprechenden Wissenschaft konstituierten und dann für wirklich und wahr erklärten, und nicht Emanationen dieser Gegenstände sind, die sich aus ihrer vernünftigen, analytischen Betrachtung in Nachhinein und mit wachsendem Erkenntnisgewinn ergeben, dann klingt dies für moderne Ohren ähnlich ketzerisch wie für die Gläubigen der religiösen Formation, die Menschen hätten Gott nach ihrem Ebenbild geschaffen und nicht umgekehrt. Und doch bleibe ich dabei, dass die Ergebnisse von Physik und Psychologie und anderen Wissenschaften nicht vom Zustand der toten Natur, nicht von der Existenz der Umwelt abhängen, sondern gesellschaftlich gewünschte und erheischte, quasi von vornherein festgelegte sind.
    Das – wenn man so will – Übergreifende ist, dass die Erklärung des Modernen Ensembles, also die Sicht der Leute der bürgerlichen Formation auf sich und die Umwelt, ebenso wie die Religiöse und vordem die magische ein fetischverfasste ist. Wie Magie und Religion ist auch die Wissenschaft nur scheinbar aus dem Vorgefundenen abgeleitet. Und wenn auch in der Wissenschaft selbst und in der Wissenschaftsgeschichte der Ansatz des Konventionalismus durchaus prominent vertreten, das heißt, die Bedeutung des Ausgemachten, der Übereinkunft bei Messung, Beobachtung und Darstellung auch als wissenschaftstheoretisches Rüstzeug anerkannt ist, wird noch immer die Konvention auf das Vorgefundene bezogen. Das Vorgefundene der Umwelt ist aber schon selbst menschliches Produkt. Das wird für unsere Formation sehr schnell klar, wenn wir sehen, wie dieses Vorgefundene benannt wird: als tote Natur, aber als sich selbst organisierende Materie. Schon der Begriff des Organisierens schillert in dieser Verbindung von gesellschaftlicher Handlung und gesetzmäßiger Ordnung, unterlegt also der „Natur“ wesensmäßig anthropomorphe Züge, die aber nur die Selbstunterwerfung unter gesetzliche – und naturgesetzliche – Zwänge widerspiegeln. Diese Benennung ist schon Ausfluss des menschlichen Tätigseins und nicht etwa einer ontologischen Neugier oder einer genetisch oder sonstwie angelegten Lust an Erkenntnisgewinn.

    • Es gibt tatsächlich Gemeinsamkeiten der Erkenntnis, die sich in Religionen wie in der Wissenschaft(Grundlagenforschung) auftauchen, wie das, was ich unten kurz geschildert habe. Religion und Wissenschaft haben darin die selbe Tiefe oder auch Oberflächlichkeit und Anfälligkeit für Irrtümer, je nachdem. Keins von beiden ist ja je letztes Wissen. Ich gebe Ihnen hier noch ein weiteres Beispiel:

      „Im Gegensatz zu der in der naturwissenschaftlichen Biologie und Medizin noch üblichen Denkweise auf der Grundlage von zwei Seins-Formen – nämlich Materie und Geist- definiert die Ontologie alles wirklich Existierende nach drei Seins-Formen: die Materie als das Grundstoffliche, die energetische Substanzialität als das Feinstoffliche und der Geist als das Urstoffliche.
      Mit diesen Feststellungen unserer berühmten Naturforscher* wird die Aussage über die Notwendigkeit einer Änderung der Denkstruktur verständlich. Ja, damit erhalten selbst die manchmal etwas unklaren philosophischen und religiösen Begriffe einen verstehbaren Inhalt: Die in den Religionswissenschaften gelehrte „Trichotomie“ des Menschen (Geist, Seele und Körper) ist also identisch mit den jüngsten und bedeutsamsten Erkenntnissen der Physik, der Ontologie.“
      Dr. med. Werner Hartinger im Frühjahr 1995
      *Gemeint sind u.a. Werner Heisenberg, Max Planck, Einstein, David Bohm mit einigen ihrer Statements zur eigenen Atomerforschung. Grundsätzlicher Tenor: Es gibt keine Materie an sich(Max Planck).

      Philosophie- Religion- Wissenschaft- fließen inneinander und sind nicht voneinander zu trennen, auch, weil hinter allen das selbe Wissen, bzw. Unwissen stehen kann. Und ich meine, sie sollten auch nicht voneinander getrennt werden in unserem Denken.

  2. Interessant ist auch die Gegenüberstellung des Hinduismus mit den Erkenntnissen der sog. „Neuen Physik“ des Westens
    (Einstein, Heisenberg&Co), die der Physiker Fritjof Capra in seinem Buch: Das Tao der Physik“ vornimmt. Daraus ist abzulesen, dass diese „Neue Physik“ des Westens in der fernöstlichen Hemisphäre, wie hier im Hinduismus, also in einer älteren Religion als den unseren(Judentum, Christentum, Islam) schon von Anfang an enthalten war. Nur nicht als Resultat von wissenschaftlichen Untersuchungen wie der Beobachtung Kernspaltung, sondern in Form von mystischen Bildern der verschiedenen Gottheiten, bzw. Ausdrucksformen des einen Ur-Gottes. So gibt es z.B. Shiva, den ewig Tanzenden, der das ewige Leben, nämlich die unentwegte Bewegung, den unentwegten „Tanz“ innerhalb jedes Zellkerns symbolisiert. Dieses Beispiel weist darauf hin, dass wir die Religionen nicht nur als „reines Glaubensdogma“ zu begreifen haben, sondern dass in ihnen genauso Wahrheiten enthalten sind, wie in unsereren grundlegendsten Wissenschaften. Beim genauen Betrachten der Abrahamitischen Religionen finden wir aber, im Gegensatz zum Hinduismus z.B., eine Linearität anstelle eines ewigen Kreislaufs und damit auch ein hierarchisches System, welches z.B. Gewalt und Herrschaft in den Vordergrund rückt. Diesen Gewaltaspekt hat ja Jesus von Nazareth im Grunde aufgehoben, sodass er im Christentum, wenn dieses richtig verstanden wird, gar nicht mehr vorkommt.

    • Linearität (die zu Eindimensionalität, Hierarchie der Logik und folglich Gewalt führt) anstelle von Kreislauf (organisch, analogisch, multidimensional) – hervorragend. Soeben ist mir wirklich ein Licht aufgegangen, Ahimsa.
      Was in den Religionen die Metaphern sind, die Symbole, die Allegorien, das wird in der Wissenschaft Formel genannt oder Modellvorstellung – und die Wissenschaftler glauben an sie: die wissenschaftliche Religion!

      Das Elektronenmodell beispielsweise war anfangs nur als Metapher gedacht. Eine bildliche Vorstellung von etwas, das der Geist nicht sehen und nicht a priori erkennen kann.
      Diese Vorstellung ist jedoch kondensiert und wird heute als die Wirklichkeit betrachtet. Die Folge ist, daß der wissenschaftlich linearisierte Mensch an seine Modellvorstellungen so sehr glaubt, daß von Elektronen, Protonen, Elektronen etc. inzwischen so gesprochen wird, als existierten sie tasächlich; als wären sie harte Fakten.
      Und nicht nur eine Modellvorstellung.
      Und nicht nur eine Allegorie, die auf etwas Tieferes deutet
      so wie Shiva, Vishnu, Brahma.

    • Und weil die fernöstliche Philosophie mit ihren Religionen noch viel näher an der natürlichen Wirklichkeit ist, glaube ich auch, dass die westliche Orientierung, die sich über die Natur-das ewige Leben- hinausheben zu können glaubte, als erste dem kompletten Untergang geweiht ist, auch, oder gerade weil sie schon so lange die gewalttätig Herrschende ist. 9/11 stellt dafür in unauslöschliches Symbolbild dar. Das Lügen-Gewalt-Konstrukt wird als erstes zusammenbrechen.

  3. Ihr seids da Wahnsinn! Ich freue mich gerade mal wieder wie ein Schnitzel über die Einblicke in Religionen, die man besser nicht zusammenfassen hätte können. Und tausend Dank, dass ihr die Menschen wieder mal eher einander näherbringt, als sie auseinander zu teilen. Fetter Reeespekt! & Danke!

  4. Nun ja, Religionen, so stellt sich mir das dar, haben genau die gleichen, oder noch mehr Möglichkeiten wie Medien, Politik, Geld, Wirtschaft oder Werbung, Justiz, usw. in sich gebündelt. Sie lenken alle ab vom Sein. Manche verfahren mittels Schuldzuweisungen, andere verfahren über das Habenwollen, auch Macht ist ein verfahrenswerter weg, nicht zu vergessen Lenkung. Religionen sind nur weil der allergrößte Teil der Menschheit jeweils daran glaubt.

    Wissenschaft ist seit einigen (oder sogar seit sehr vielen) Jahren eine Religion, an die sehr viele Menschen glauben. Wenn sich wesentliche Kernaussagen von Wissenschaften auf angebliche Fakten, wie die Lichtgeschwindigkeit sei konstant, oder die Erdbeschleunigung sei konstant, stützt, ist und bleibt es lediglich ein Glaubenskonstrukt, so wie dies Religionen darstellen.(Punkt)

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