KenFM-Spotlight: Asfa-Wossen Asserate über europäische Werte in der Außenpolitik

Ausschnitt aus dem Gespräch mit Asfa-Wossen Asserate – in voller Länge hier zu sehen: https://kenfm.de/asfa-wossen-asserate/

Fluchtursachen und Wirkung. Europa steht kurz davor, überrannt zu werden.

Die aktuelle Flüchtlingswelle, die aus dem Mittleren Osten nach Europa schwappt, ist hausgemacht. Wer jahrzehntelang aktiv dabei ist, Diktatoren im Amt zu halten, wer mithilft, demokratische Bewegungen mittels Rüstungsexport im Keim zu ersticken, wer die dafür kassierten Bodenschätze dann als stabilisierenden Faktor für die Region verkauft, muss sich nicht wundern, wenn sich der aufgebaute soziale Druck in den zerfallenden Staaten zu einer Welle der Gewalt hochschaukelt.

Wir führen mit der NATO Ressourcen-Kriege, nur Bombenteppiche machen aus Nationen eben Deto-Nationen und keine Vorzeige-Staaten. Unser Demokratieexport ist in Wahrheit Kolonialismus 2.0. Jeder weiß das, auch wenn die Mainstreampresse stets versucht, Bombenteppiche und Flüchtlingswellen nicht in einen Zusammenhang zu bringen.

Fakten:
Weltweit sind rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Ursachen können mannigfaltig sein, nur oft sind sie erschreckend simpel. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Europa braut sich aktuell ein Orkan der Stärke 10 zusammen. Die Rede ist von Afrika.

Millionen Menschen auf diesem Kontinent werden in ihrer Lebensgrundlage durch westliche Agrar- und Exportpolitik bedroht. Durch westliche Handelsbarrieren und Agrarprotektionen verliert Afrika jährlich das Doppelte dessen, was es an Entwicklungshilfe erhält! Wir helfen nicht. Wir beuten aus.

Dazu kommt ein immer schneller voranschreitender Landraub durch Großkonzerne und Staaten, die Afrika ausschließlich als Rohstofflager betrachten – die USA, China, Saudi-Arabien und die EU. Während die Bevölkerung in Europa schrumpft, wächst sie in Afrika. Wer glaubt, ausgerechnet den Afrikanern den Boden unter den Füssen streitig machen zu können, ohne einen Bumerang-Effekt auszulösen, ist vollkommen verrückt geworden.

Die auch von europäischer Außen- und Handelspolitik massiv produzierten Flüchtlingsströme auf dem Schwarzen Kontinent lassen sich nicht ewig aufhalten. Wenn es den Millionen Vertriebenen gelingt, sich bis an die afrikanischen Küsten des Mittelmeeres durchzuschlagen, kann sie niemand mehr aufhalten. Europa würde überrannt. Und das in die Boote steigen hat längst begonnen. Frontex kann vielleicht 100.000 illegale Einwanderer auffischen. Kommen Millionen, wird kein militärischer Schutzwall diese wütenden, hungrigen, um ihr Überleben kämpfenden Massen aufhalten.

Die Situation auf dem afrikanischen Kontinent ist das Ergebnis neoliberaler Politik. Aufgezwungene Globalisierung, der einseitige Abbau von Handelsschranken, das Unterstützen von Militärdiktaturen mit Waffenexporten im großen Stil, Umstrukturierungsknebel, wie sie von Weltbank und IWF dem afrikanischen Kontinent angelegt werden, haben eine verheerende Wirkung auf Afrika, aber sie werden vor allem Europa zerstören. Ist uns das klar? Europa wird im selbsterzeugten Strudel untergehen.

„Wer Europa bewahren will, muss Afrika retten!“

Zu diesem Ergebnis kommt der langjährige Afrika-Berater deutscher Unternehmen, Prinz Asfa-Wossen Asserate. Nur wer Afrika rettet, kann die angelaufene Völkerwanderung noch bremsen oder stoppen. Der gebürtige Äthiopier weiß, was Flucht bedeutet. Er war der erste äthiopische Asylbewerber in Deutschland und lebte jahrelang als Staatenloser mit dem Recht auf Duldung. Sein aktuelles Buch ist mehr als eine Warnung, was auf uns Europäer zukommt, wenn wir auch in Deutschland weiter blind Merkels Wachstumspolitik unterstützen, die Teil der Fluchtursachen ist.

Wer weiter glaubt, Mutti, die Großkonzerne hinter ihr, die Hochfinanz und die Lobbypresse würden die Situation beherrschen, ist entweder vollkommen blind oder kann sich an die spontanen Grenzöffnungen Marke „Wir schaffen das“ nicht mehr erinnern. Diese Politik mag wie ein Ventil wirken, den synthetisch erzeugten Überdruck im Schmelztiegel Afrika kann sie nicht abstellen. Wollen wir, dass uns das „Haus Europa“ um die Ohren fliegt, wie die vollkommen sichere Atomanlage in Fukushima?

Es wird Zeit, dass wir aufhören, Experten für uns Entscheidungen fällen zu lassen, die diese Experten im Fall X nicht betreffen, aber alles, was Europa ausmacht, massiv gefährden, wie etwa den inneren Frieden.

Im Gespräch mit KenFM appelliert der Autor Asfa-Wossen Asserate an unseren gesunden Menschenverstand. Wollen wir denn nicht erkennen, wie dicht die brennende Zündschnur es bereits ans Munitionslager geschafft hat?

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Ein Kommentar zu: “KenFM-Spotlight: Asfa-Wossen Asserate über europäische Werte in der Außenpolitik

  1. „Wer Europa bewahren will, muss Afrika retten!“

    Diese weise Eingebung setzt voraus, dass Europa sich bereits selbst gerettet .
    Im Bezug auf Armut, soziale Ungleichheit und ein pervertiertes Wertesystem gibst in Europa
    und vor allem in Deutschland genug zu tuen.

    Ich gebe hierzu mal ein plakatives Beispiel:
    Ein „Gut“-Mensch mit seinen Stofftieren und Carepaketen rennt an einen Obdachlosen vorbei um noch schnell zum Bahnhof zu gelangen, denn die Ankunft der Flüchtlinge steht bevor und man will sich ja auch mit 100 Gleichgesinnten in seiner überlegenen Moral sonnen und einfach gut fühlen.
    Der Obdachlose war bestimmt ein einheimischer früherer fauler Harz-IV-Empfänger der sein Elend selbst verschuldet hat und sein Recht auf ein menschenwürdiges Leben und sozialer Teilhabe, hängt
    nur von seiner Produktivität für die Gesellschaft ab, d.h. ob er Arbeiten kann oder nicht.
    Bei Flüchtlingen sehen wir, dass natürlich anders… alles andere wäre ja rassistisch und fremdenfeindlich, hey und ja auch gegen die Menschenrechte. Und später steht dann natürlich noch eine Demo für mehr Toleranz und Gleichheit auf den Plan.

    Jetzt aber den Obdachlosen zuerst zu helfen, Gott behüte er sei deutsch und sieht noch aus wie ein Bio-Kartoffel-Deutscher würde ja bedeuten ein Deutscher .. Deutschland zuerst
    Jetzt mal ehrlich voran erinnert uns alle „Deutschland zuerst“.

    Daher eine Erinnerungspolitische Wende um 180 Grad: Nicht mehr die Erinnerungen aus der Vergangenheit nutzen um eine neue nationale Identität zu unterdrücken und zu verunglimpfen, sondern
    um eine neue zu schaffen, die ohne die Teilung in Rasse und Religion, Arm oder Reich auskommt.

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