KenFM-Spotlight: Dennis Hack über das Fernsehen als Parallelwelt

Ausschnitt aus dem Gespräch mit Dennis Hack – in voller Länge hier zu sehen: https://kenfm.de/dennis-hack/

„Kooperation statt Konkurrenz“

Nach diesem Muster ist die Natur organisiert. Doch wer organisiert da? Kann man sagen, die Natur handelt?

Diese Fragen führen unmittelbar in die Philosophie und können daher nicht mit einem eindeutigen Ja oder Nein beantwortet werden. Die Natur bleibt ein Geheimnis und lässt sich nie vollständig in die Karten gucken. Was wir aber beobachten können ist, dass Darwins Deutung von „Survival of the Fittest“ eine sehr primitive Deutung des Wesens der Natur darstellt. Die Natur agiert nicht nach einem kapitalistischen Geschäftsmodell. Es gibt keine Monopole. Es gibt das Gegenteil. Vielfalt, wohin man blickt.

Vor allem der Erfolg der Spezies Mensch ist dem Umstand geschuldet, dass er es über Jahrtausende verstanden hat, untereinander zu kooperieren. Der Mensch kann es mit den Spezialfähigkeiten der Natur nur aufnehmen, wenn er, statt als Solist zu handeln, sich zu Netzwerken zusammenschließt. Das kleinste soziale Netzwerk ist die Familie. Dann kommt der Stamm, eine Ethnie, ein Volk, ein Staat. Nur durch permanente Kooperation wurde technischer Fortschritt, aber vor allem auch sozialer Standard, geschaffen. Parallel entstanden dann aber auch Klassen. Klassen, die rund um den Globus sehr sehr ähnlich funktionieren. Eine sehr übersichtliche Gruppe, die sich selbst als natürliche Machtelite definiert, herrscht über den großen Rest.

2016 besaßen 62 Menschen so viel wie 3,7 Milliarden der Menschen, die sich am Boden der Machtpyramide befinden. Dass diese 62 Menschen mit ihrer Macht vollkommen überfordert sind, kann man leicht daran erkennen, dass ein immer größerer Teil der Spezies Mensch verelendet. Das Machtsystem „Pyramide“ war nie wirklich geeignet, um sozialen Frieden zu garantieren. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Nur, mit dem Zusammenbruch des von den Eliten kontrollierten Meinungsmonopols, fällt der Status Quo immer mehr Menschen auf. Umverteilung wird mehrheitsfähig, nur wie soll man sie umsetzen?

Soziale Netzwerke sind der Schlüssel. Wenn es uns gelingt, das schlummernde Wissen, welches wir alle zusammen besitzen, kollektiv zu nutzen, anstatt die Daten über uns mal wieder nur der Elite zu überlassen, wenn wir Facebook, Google und Co. selber sozial nutzen, statt uns von diesen Eliten-Spionage-Tools ausspähen, vermarkten und steuern zu lassen, dann haben wir eine echte Chance.

Dennis Hack kommt aus einem schwäbischen Familienunternehmen. Das Unternehmen baut seit Generationen Trampoline für den Sportunterricht und internationale Wettkämpfe. Die Marke ist der Mercedes dieser Sportgeräte. Dennis Hack hätte sich zurücklehnen und das Unternehmen einfach weiterführen können. Der Markt ist da, das Produkt ausgereift, die Nachfrage boomt.

Doch Dennis Hack schloss sich, neben seiner Tätigkeit als junger Geschäftsführer, der Friedensbewegung an. Der Vater einer kleinen Tochter stellte sich die Frage, was privater Erfolg wert sein kann, in einer zunehmend von Krieg zerrütteten Welt. Dennis Hack entschloss sich, ein digitales Netzwerk aus der Taufe zu heben, um endlich das Soziale in den sogenannten sozialen Netzwerken in den Fokus zu heben.

Diese Idee ist schnell formuliert, sie umzusetzen ist ein Marathon. Über Jahre hat Hack am digitalen Fundament programmiert, jetzt ist die Idee reif, um sie in und mit der Community umzusetzen: „Human Connection„.

Hack ist ein Macher. Die Idee seiner Arbeit führt in eine neue Gesellschaft, in der alle von allen profitieren. Kooperation statt Konkurrenz. Eine sich selbst organisierende, sozial agierende Bewegung, die sich als Spezies versteht.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://www.kenfm.de/kenfm-unterstuetzen/

4 Kommentare zu: “KenFM-Spotlight: Dennis Hack über das Fernsehen als Parallelwelt

  1. Natürlich – und zum Glück – kann man mit der überwiegenden Mehrheit der Menschen meistens gut auskommen, nicht nur bei den Trampolinspringern. Das grundlegende Dilemma ist aber doch, dass „das Böse“ und die Gewalt auf der Welt strukturell im Vorteil sind, stelle ich so plakativ mal in den Raum. Beispiele:

    – Wenn nur 1% der Mitmenschen gewalttätig sind, schaffen diese es meistens, das Leben der anderen 99% signifikant zu verleiden.

    – Wenn ich mich ein ganzes Leben lang friedlich verhalte und nur einmal kurz austicke und z.B. jemanden erschlage, sind schon mal mindestens zwei Menschenleben quasi zerstört.

    – Innerhalb von Sekunden können so schreckliche Gewalttaten verübt werden, deren verheerende Auswirkungen noch über Generationen hinweg zu spüren sind. Oder auch die Zerstörung der Welt bewirkt werden…

Hinterlasse eine Antwort