Dr. Daniele Ganser über die Nato-Osterweiterung

Ursache und Wirkung haben auf der Zeitachse feste Koordinaten. Erst die Ursache, dann die Wirkung.

Geostrategen versuchen immer wieder, U und W zu verdrehen, um im Schatten dieser Täuschung Werbung für Krieg zu machen.

Bevor die Spannungen in der Ukraine zu einem von US-Eliten verdeckt finanzierten Putsch und zum Bürgerkrieg im gesamten Land führten, hatte sich die NATO über Jahre an Russland heran gerobbt.

Diese NATO-Osterweiterung wurde von den USA bewusst vorangetrieben, obwohl man im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands damals fest versprochen hatte, dass sich die NATO um keinen „Inch“ ausbreiten würde.

Nur unter dieser Bedingung hatte Moskau der Wiedervereinigung zugestimmt und die damalige DDR aus dem Warschauer Pakt entlassen, um dieses Militärbündnis wenig später aufzulösen.

Eurasien und die USA hätten eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur auf den Weg bringen können, nur daran war vor allem der Militärisch-Industrielle-Komplex der USA nicht interessiert. Dieser Industriezweig, oder besser Staat im Staate Amerikas, kann ohne Spannung, ohne Feind, ohne Krieg nicht existieren. Seine „Produkte“ benötigen permanenten Krieg, um einen „Markt“ zu haben. Die NATO ist nur ein Werkzeug, das nötig ist, um Tötungsgerät zu verbrauchen.

Die NATO-Osterweiterung sicherte im Kern nur den Bedarf für Rüstungsgüter, made in USA. Ein krankes System.

Zudem kommt in dem 100-minütigen Gespräch (https://kenfm.de/daniele-ganser-august14) das wesentliche Motiv der meisten historischen Lügen zur Sprache: Macht. Macht, die sich vor allem auf den Zugriff von endlichen Ressourcen konzentriert. Ressourcen sind das A und O, um die Kriege der letzten Jahrzehnte zu verstehen.

 

7 Kommentare zu: “Dr. Daniele Ganser über die Nato-Osterweiterung

  1. Es bleibt zu bemerken das die deutsche politik weitert dafuer sorgt das keine NATO soldaten ausser den Deutschen auf dem Gebiet der DDR stationiert sind oder dort verbleiben duerfen. Die deutsche politik weiss also was vereinbart wurde und was nicht. Alle ehemaligen west alliierten halten sich auch daran bis auf ausnahmen. So wurde vor einigen wochen ein konvoi mit US militaerfahrzeugen ohne polizeiliche kennzeiche gesichtet. Um genau zu sein muesste es auf der Nato karte einen weissen fleck oder eine besonderheit fuer das gebiet der DDR geben.

  2. Die durch die NATO-Osterweiterung für Russland einengende und bedrohende Situation ist verstanden. Doch wie läuft denn der NATO-Beitritt eines Landes ab. Die Länder treten doch freiwillig bei, oder? Daher müssten doch eigentlich auch die jeweiligen Beitrittsgründe dargestellt werden um ein ganzheitliches Bild der Osterweiterung zu zeichnen. Da ich in Gesprächen oft mit der Aussage – die treten doch freiwillig bei – konfrontiert werde, wundert es mich, dass diese Frage noch nicht gestellt wurde. Doch vielleicht ist die Antwort auch offensichtlich, nur ich sehe diese nicht. Eine Aufklärung würde mich überaus erfreuen.
    Besten Dank.

    • Die Länder werden eingeladen.

      „Any European state which can contribute to the security and principles of the Alliance can be invited to join. It is up to the country concerned to decide if it wishes to seek membership. On six occasions, between 1952 and 2009, a total of 16 European countries chose to seek membership and were admitted. This process has contributed to peace and security in Europe. Following the December 2015 decision by NATO Foreign Ministers to start accession talks, Montenegro is currently an invitee. At the moment, three further countries aspire to NATO membership : Bosnia-Herzegovina, Georgia, and the former Yugoslav Republic of Macedonia¹. Allies assess each applicant country according to its own merits. A wide range of political, economic and security reforms need to be implemented before any country can join.“

      Quelle: http://www.nato.int/cps/en/natohq/126169.htm

      Die Gründe für einen Beitritt zur NATO werden im Dokument „NATO und
      NATO-Osterweiterung, Pro und contra“ auf Seite 5 und 6 aufschlussreicht dargestellt.

      Link: http://www.sicherheitspolitik-dss.de/ap/ap025000.pdf

  3. „Jenseits des Bug (auch Westlicher Bug genannt) jedoch, jenseits der polnischen Ostgrenze, ist die von Washington betriebene Nato-Ost-Erweiterung und die damit auf fatale Weise gekoppelte Expansion der Europäischen Union ein extrem gefährliches Geschäft. Eine endgültige Hinwendung der Ukraine zum Westen dürfte für Wladimir Putin und die große Mehrzahl seiner Landsleute absolut inakzeptabel sein. Andererseits mutet es wie eine Provokation an die Adresse Moskaus an, wenn NatoOffiziere sich in Georgien und Aserbaidschan tummeln, ja, in Zentral-Asien militärische Übungen veranstalten. Hier geht es doch gar nicht um europäische Sicherheit, sondern schlicht und einfach um die Konsolidierung privater amerikanischer Erdöl-Interessen im Umkreis des Kaspischen Meeres, und zu deren Schutz sollten die neu aufzustellenden Krisenreaktionskräfte Europas doch gewiss nicht mißbraucht werden.“

    Quelle: Peter Scholl-Latour, Der Fluch den neuen Jahrtausends; Eine Bilanz, 1. Auflage 2004.

  4. Zwei Fakten wirken da auf mich in Puncto Bedrohungslage absolut gravierend.

    Zum Einen das vertragswidrige, dreist-gefährliche Auswachsen des Geschwüres NATO in Richtung Osten (und die „Gegenfrage“ wie denn die Amis bitteschön reagieren würden, wenn Westeuropa vom WP einverleibt worden wäre, und der hätte dann noch weit mehr territoriale Fresslust Richtung Übersee?)

    Und zum Anderen – so einfach wie umwerfend: Ach richtig … die Russen sind ja aus Deutschland vollständig ab-ge-zo-gen!
    Das sollte man sich ruhig mal öfters vergegenwärtigen, anstelle dem Weltbomber USA ewig jämmerlich in den engen, dunklen Schacht zu kriechen.

    Aporopos:
    Mehr als Ekel* erregend ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Oberste US-Vasallin doch tatsächlich vor ein paar Tagen neben Herrn Davutoglu stellt (weil ihr das Wasser natürlich selbstverschuldet bis zum Hals steht), und entstandenes Leid durch das Engagement Russlands in Syrien als „entsetzlich“ geißelt.

    Bei so einer unerträglichen Show drohnt dann eine Alarmglocke in meinen Ohren.

    Diese Pseudodemokratin stellt wirklich einen neuen Maßstab an purer Heuchelei und Verlogenheit dar.

    Hey, wie wäre es mit „einer Merkel (1 Me)“ als Maßeinheit dafür?

    * kurz „me.r.kel“ 😉

  5. sehr schön!
    von diesen Themen „in a nutshell“ könnte es noch mehr geben!

    Kleine „appetizer“, die tiefer ins Programm ziehen.. und wer mag kann dann ja bei Bedarf das ganze Video schauen.

    Evtl. wäre dann noch ein „bessere“/übersichtlichere Gliederung der Themen hilfreich?!

Hinterlasse eine Antwort