KenFM-Spotlight: Prof. Rainer Mausfeld über die Atomisierung des Selbst

Ausschnitt aus dem Gespräch mit Prof. Rainer Mausfeld – in voller Länge hier zu sehen: https://kenfm.de/rainer-mausfeld/

Wenn es einer sehr kleinen und übersichtlichen Gruppe von Menschen gelingt, die Massen global und über Jahrzehnte für die eigenen Ziele arbeiten zu lassen, kann das nur dann erfolgreich bewerkstelligt werden, wenn diese Eliten die Techniken der Gehirnwäsche auf allen Ebenen konsequent zur Anwendung bringen. Schon der Umstand, dass Völker sich für Krieg begeistern lassen, zeigt die Macht dieser Technik.

Seit dem römischen Prinzip „Teile und Herrsche“ haben sich die Werkzeuge der Gehirnwäsche extrem verfeinert. Ein großer Teil der sogenannten Sozialforschung wurde im Auftrag der Eliten finanziert, um den Menschen als Wesen, das nur im Kollektiv überleben kann, im Anschluss in seine Bestandteile zerlegen zu können, ihn gefügig zu machen.

Der Grad der Manipulation ist viel größer, als die meisten von uns auch nur ahnen. Aber gerade darin liegt die Macht dieser Elitentechnik. Massenmedien sind dabei eines der wichtigsten Werkzeuge, um die Realität zu verschleiern und unsichtbar zu machen. Wer darauf aufmerksam macht, wird vom System gnadenlos attackiert, lächerlich gemacht und ausgegrenzt. Das finale Ziel ist immer die Vernichtung derer, die die Tarnung der Eliten auffliegen lassen.

Der Soziologe Prof. Rainer Mausfeld hat sich intensiv mit den Techniken der Verschleierung und des Gefügigmachens auseinandergesetzt. Seine auch im Netz veröffentlichen Vorträge, u. a. mit dem Titel „Warum schweigen die Lämmer“, wurden zu Blockbustern in Netz.

KenFM sprach mit Rainer Mausfeld über den Status Quo einer auf den neoliberalen Kurs eingeschworenen Gesellschaft, die sich in gegenseitigen Lagerkämpfen an die Gurgel geht, während die Geldeliten weiter die Strippen ziehen. Die Manipulation ist extrem perfide, denn sie beleidigt den Menschen an sich, der nicht wahrhaben will, dass er wie Vieh zur Schlachtbank geführt werden kann und wird, indem man ihn mit den pervertierten Techniken der Demokratie davon abhält zu sehen, in welcher Situation er sich tatsächlich befindet.

Die Zeit des Erwachens steht unmittelbar bevor. Sie wird nicht ohne Schmerzen zu haben sein. Die Medienrevolution ist wie eine Geburt. Wir müssen da durch, um ein autarkes Leben wirklich beginnen zu können.

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27 Kommentare zu: “KenFM-Spotlight: Prof. Rainer Mausfeld über die Atomisierung des Selbst

  1. Mir erscheint es wichtig, eine Unterscheidung bezüglich des Begriffes „Selbst“ zu treffen.
    Das absolute Selbst kann nicht atomisiert werden, sondern nur das relative Selbst. Das absolute Selbst liegt jenseits der dualistischen Gegensätze. Es ist die Quelle aus der wir Weisheit schöpfen können und es steht mit jedem Teil der Wirklichkeit in gleichwertiger Beziehung.
    Das relative Selbst ist an die Person gebunden, welche sich innerhalb der Dualität erfährt. Es ist sozusagen das besondere Selbst des Individuums. Das absolute Selbst kann steuernd und regulierend auf das relative Selbst einwirken.
    Das Potential des Selbst kann sich innerhalb der Dualität entfalten, es kann aber auch nicht verwirklicht werden. Entscheidende Faktoren sind der freie Wille und die Bereitschaft zur Veränderung und Weiterentwicklung. Freiheit geht immer mit Verantwortungsbereitschaft einher.

    Ein verlässliches Selbstwertgefühl entwickelt sich nicht durch Macht- und Gewinnstreben, sondern durch Selbstbeachtung. Also durch die nach innen gerichtete Aufmerksamkeit und Wahrnehmung dessen, was im eigenen Inneren vor sich geht und durch die möglichst ehrliche Reflektion, was das Geschehen im Außen mit uns selbst zu tun hat und durch die Heilung geistig-seelischer Verletzungen. Dadurch kann das Selbstwertgefühl von äußeren Faktoren losgelöst werden und somit auch von den falschen Identifikationen.

    Die Machteliten verkörpern nicht nur das geringste Selbstwertgefühl, sondern auch die stärkste Abkopplung vom absoluten Selbst. Sie sind am tiefsten in die Dunkelheit herabgesunken.

    • Ja, so ist es einmal schön klar beschrieben. Aber ich frage mich immer, wie den Menschen die Angst vor dem eigenen Suchen genommen werden könnte. Ich glaube, das ist das größte Problem. Das, was in den Schriften über Buddha mit „Anhangen“ bezeichnet wird.

  2. In der sonst ausgezeichneten Analyse des Hr. Mausfeld
    wurde wieder einmal der politische Kampfbegriff „Rassismus“ in den Vordergrund gestellt.
    Es gibt keinen Rassismus, aber es gibt, wie auch im Beitrag gut herausgearbeitet, den Wunsch nach Identität, der zwangweise Abgrenzung beinhaltet. Die Zerstörung von Identität gebirt zwangsweise neue Abgrenzung und neue Identifikation. Die Identifikation wird vom internationalen Kapital vorgegeben, ebenso dazu die Feindbilder : Z.B Nation , Selbstbestimmung . Und wer nun die Selbstbestimmung einer Nation will, die wiederum die Regelung der Zuwanderung strikt zu regeln hat, wird von der Politik der Globalisierer „Rassist“ benannt. Der heute in der Politik und den Medien verwendete Begriff Rassismus bezieht sich auf den Willen, geografische Grenzen abzuschaffen und nicht auf den Rassismus, den es per Definition bei Menschen nicht gibt, – beim Menschen gibt es keine Rassen.

    • Natürlich gibt es Rassismus.
      Rassismus ist kein politischer Kampfbegriff sondern Realität.
      Er kennzeichnet sich dadurch, das man Menschen nicht als Individuen, sondern als Angehörige einer Gruppe sieht.

      Rassismus wird nicht mehr biologistisch, sondern kulturalistisch zu begründet.
      Statt von Rasse, wird von Volk, Ethnie oder Nation gesprochen und unterschiedlich beurteilt.

      Auch Hautfarbe, Sprache oder Religionen werden vom Rassismus instrumentalisiert.

    • @s.i.w.
      Es ist ein aktuelles Problem, dass politische Kampftruppen immer wieder mit beliebigen Umdefinitionen klare Begriffe zu Kampfbegriffen machen. Rasse ist biologisch geprägt und hat weder mit Nation noch mit Kultur zu tun. ihre Definition istbewusste Irreführung.

    • Ich finde es aber schon lange blödsinnig, dass jetzt bei der menschlichen Art nicht mehr von „Rasse“ gesprochen werden darf, bei Tieren aber noch immer. Wo ist da der Unterschied? Das ist doch nur ein sprachpathologisches Überbleibsel aus der Nazizeit! Oder kann mir das jetzt jemand wissenschaftlich logisch erklären?
      Der Ausdruck „rassistisch“ ist noch salongfähig, aber nicht der Ausdruck „Rasse“. Ist das logisch? Klar gibt es Rassismus, aber es gibt auch die menschliche Rasse und innerhalb derer die verschiedenen Rassen. Menschen sind nun einmal von Geburt an verschieden veranlagt, was nichts mit Wertigkeit zu tun hat.

    • Ein Problem sehe ich weniger in der Definition des Begriffes, sondern im dem, was Rassismus bewirkt.
      Es ist wohl eher eine Schutzbehauptung zu sagen, dass es Rassismus nicht geben kann, da es keine menschlichen Rassen gibt.

      Eine Art von Rassismus ist auch Frauenfeindlichkeit.
      Der Song „Woman is the nigger of world“ von John Lennon ist für mich ein klarer Beleg dafür.
      Von Ungleichbehandlung vom Mann und Frau brauch ich gar nicht reden.

      Wie würden Sie den gruppenbezogene Ausgrenzung, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit bezeichnen?
      Haben Sie dafür ein besseres Wort, was nicht in die Irre führt?

      Die Selbstbestimmung einer Nation gab es noch nie. Auch die Regelung von Zuwanderung wurde schon immer von den Eliten bestimmt.
      Die Politik wirft Nebelkerzen um ihren Rassismus im Verborgenen zu betreiben.

      Ich empfehle den Artikel von Jakob Reimann vom 16.09.2015 im Freitag.
      „Rassismus als Motor des Kapitalismus“
      „Globale Ungerechtigkeit. Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, ist zutiefst rassistisch. Er funktioniert nur mit einer Einteilung von Menschen in erste und zweite Klasse.“

      P.S.
      Lesen sie sich mal die UN-Rassendiskriminierungskonvention (ICERD) von 1965.

    • Schöner Hinweis auf das Lied von John Lennon! Kannte ich noch gar nicht. Ein weiterer Grund der dunklen Mächte, so jemand ermorden zu lassen. Auf George Harrisson wurde übrigens auch ein Mordanschlag verübt von jemand, der in seine Farm eingedrungen war, der aber misslungen ist. Angeblich, weil Harrisons Frau ihn mit einem Schürhaken verteidigt habe. Später ist er an Krebs gestorben. Freidenker mit großem Einfluss werden systematisch beseitigt oder irgendwie sonst zum Schweigen gebracht. Schon lange, um nicht zu sagen, schon immer.
      „Wer die Wahrheit sagt, wird gekreuzigt“.

    • „Ich finde es aber schon lange blödsinnig, dass jetzt bei der menschlichen Art nicht mehr von „Rasse“ gesprochen werden darf, bei Tieren aber noch immer.“
      Das man bei „Nutztieren“ danach unterscheidet, hat etwas mit dem Nutzen (wie das Wort schon sagt) oder den Eigenschaften zu tun. (Züchtung, oft kann man auch hier von Ausbeutung sprechen)
      Bei Tieren in freier Wildbahn, spricht man von Unterarten. Selbst da wird der Begriff Rasse nicht verwendet.
      Die Klassifizierung des Menschen in „Rassen“ war (ist) kulturell, geschichtlich und sozial bestimmt.
      „Das Eigenbild bestimmt das Fremdbild“
      Die Einteilungen in „Rassen“ waren und sind auch stets mit gesellschaftlichen und politischen Interessen verbunden.
      Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun.

    • @siw

      „Die Selbstbestimmung einer Nation gab es noch nie. Auch die Regelung von Zuwanderung wurde schon immer von den Eliten bestimmt.“
      Damit leugnen sie Demokratie, in eine Demokratie hat das Volk in allen Belangen der Maßstab der Politik zu sein. Dass wir heute wiet davon entfernt sind, ist ein anderes Thema.

      Wenn sie unabhängig vom Begriff „Rasse“ auch Ausgrenzung und Diskriminierung unter Rassismus subsummieren,
      ist die ungerechte Verteilung von Vermögen heute der gesellschaftswirksamste Rassismus.

    • Ich habe keine Lust mehr, mit Ihnen argumentativ herumzustreiten „schwarz ist weiß“, denn ich weiß ja nun aus Erfahrung , wie unproduktiv das abläuft. Rasse ist in der Biologie allgemein bei allen Lebewesen ein ganz normaler Ausdruck gewesen bis in die Nazizeit. Und ich kann darin auch heute noch nichts anstößiges oder verkehrtes finden.
      Ich bleibe dabei: das heutige Sprechverbot für „Rasse“ in Bezug auf Menschen ist traumatisch-pathologisch motiviert und hat an sich überhaupt nichts Diskriminierendes, denn „Rassen“(z.B. „schwarze“, „weiße“, „gelbe“) haben sich ursprünglich von Natur aus gebildet.

    • Liebe Veganislove,
      Sie haben nach den Gründen gefragt und ich habe geantwortet. Sorry.
      Dann suchen Sie doch selber nach Antworten.
      Es geht mir nicht um ein Sprechverbot – wir sind sind nicht mehr auf dem Wissensstand, bis zur Nazizeit – auch was die Biologie und die Forschung auf diesem Gebiet betrifft.
      Aber das können sie ja alles selber nachlesen.
      Von mir aus können Sie Menschen auch weiter in Schwarze, Weiße, Gelbe und Rote einteilen, was ich als kleines Kind auch so gesehen habe. Also kein Grund zu bocken.

      Hallo Wasserader:
      Natürlich haben wir keine Demokratie und wir hatten sie auch noch nie.
      „Wenn sie unabhängig vom Begriff „Rasse“ auch Ausgrenzung und Diskriminierung unter Rassismus subsummieren,
      ist die ungerechte Verteilung von Vermögen heute der gesellschaftswirksamste Rassismus.“
      So ist es – und das weltweit.

    • Der Begriff „Rasse“ ist wegen Missbrauchs in Verruf gekommen, genauso wie „entartet“. Ich lasse mir logische Sprache nicht durch vorübergehende oberflächliche und unlogische Aufgeregtheiten verzerren. Das „kindliche“, unselbstständige verorte ich eher bei jenen, die sich brav danach richten. Ich kenne diese Diskussion über all die seit damals verbotenen Worte schon sehr lange und ich finde sie nach wie vor schwachsinnig. Es gibt auch Leute, die regen sich über das das Wort „Demut“ auf und behaupten, das sei nur ein veralteter Ausdruck aus der Kirchengläubigkeit. Wenn man sich schon über Sprachgebrauch streiten muss, dann ist tiefere Verständigung erst recht nicht mehr möglich. Das ist der typische deutsche Hygiene-Wahn. Hauptsache „sauber“, egal, was dabei verschütt geht.

  3. Ja, präzise klärende Begriffe von Herrn Mausfeld über den „Neoliberalismus“: Das Unterlaufen des geistigen Immunsystems, Fehlindentitäten erzeugen. Das Selbst zu einem Bündel verwertbarer Kompetenzen zerlegen. Das alles muss klar sein, wenn über „Atomisiereung des Selbst“ diskutiert wird- nach der „Entwurzelung des Selbst“. Diese Diskussion halte ich jetzt für die wichtigste und drängendste von allen! Der Kampf geht um „Herz und Hirn“.
    Genannt werden hätte meiner Meinung nach dazu auch die Entwurzelung aus der Natur und ihre Zerstörung durch die Menschen, die Denaturierung des gesamten menschlichen Lebens. Es bleibt dann nur noch die Verwurzelung im menschlichen Sozialsystem, welches aber von Staats wegen ja nie in der Geschichte offen, ehrlich und gleichberechtigt betrieben wurde, sondern immer nur ein offen oder versteckt unterdrückerisches war im Sinne der Gewaltherrschaft.
    Die Diskussion über die betrügerische Geldschöpfung wird jetzt mit der Zeit zu oberlächlich. Wir müssen an die Wurzel der Menscheitsentwicklung, bzw. der Degeneration der Menschlichkeit. Dazu gehört auch z.B. die Klärung des Begriffes „Satanismus“. Wir brauchen mehr Diskussionen mit Psychologen, Philosophen und Geschichtswissenschaftlern. Ich habe auch hier noch nicht den Eindruck, dass es schon genügend Menschen gibt, die umfänglich und zusammenhängend genug erkennen, was wirklich abläuft. Die „Atomisierung“ des Selbst hat leider schon überall mit eingewirkt. „Spießigkeit und Traditionalismus“, die ich immer anprangere sind Resultate davon.

    • Wie wäre es z.B. , wenn anstelle vom Streben nach Erhaltung alter Traditionen das natürliche Streben nach Hege und Pflege der Natur stünde aufgrund von natürlicher Achtung vor dem Leben? Mit der Anerkennung und Pflege bestehender Traditionen treten wir das perverse Untergangssystem nur immer noch weiter fest und reiten uns nur immer noch tiefer hinein!

  4. Gehrinwäsche?
    Genauso gut und viel, viel einfacher funktioniert es, wenn die Masse einfach nur…. dumm ist.
    Gehirnwäsche durch gleichgeschaltete Medien mit Meinungsmache und Manipulation konnte nur diesen Erfolg haben, weil der grosse Haufen nun mal immer schon blöde war.

    Ihr redet euch die Welt immer schön, die Menschen sind eigentlich alle gut und unschuldig und nur ein paar Böse sind an allem Schuld. Das ist kindisch, albern und vor allem unproduktiv. Genau so. mit dem Ignorieren der Realität garantiert man, dass sich nie was ändert.

    • Erziehung und Bildung – wer schreibt vor, wie sie auszusehen hat, wie und was wird vermittelt, was sind die Lernziele,…usw. Hier liegt in D seit Generationen schon der Hase im Pfeffer!
      Die Neurowissenschaften berichten von Frühprägung, Lernbereitschaft, Motivation, Erfahrung, Ausprobieren, eigenständigem Lernen, Teamarbeit, …Lob und Beurteilung, uvm.
      Was wird vermittelt? ideologisch geprägte Schulbücher u. Lerninhalte, Frontalunterricht, grosse „Klassen“, Noten, Leistungsdruck /-stress, Verkürzung und Intensivierung der Ausbildungszeit, Spezialisierung, Anpassung,..
      >>> Ausbildung der Lehrpersonals
      >>> Lehrpläne
      >>>Lernzentren (überdimensionalisiert)
      >>>Kürzung der Kosten
      >>>politische Infiltration

      Man erzieht sich seine Kinder zu seiner Gesellschaft…

    • @ TDVolland
      So einfach ist das nicht mit der Dummheit. Sie übersehen, denke ich, dass die Sichtweise der Menschen auf sich selbst Ergebnis eines an Ihnen ausgeübten Gewaltverhältnisses ist, dass der originäre Kern unserer sogenannten Gesellschaft ist und das empirische Individuum zum bürgerlichen Subjekt macht.
      Dies Frage danach ist von zentraler Bedeutung für das Verständnis des Modernen Ensembles, da sie direkt an die gesellschaftlichen Bewegungen, Aussagen und Handlungen rührt und die Basis für das Selbstverständnis der Mitglieder der Gesellschaft abgibt. Die Frage ist vor allem insofern virulent, als sie mit dem positiven Selbstverständnis der Gesellschaft und ihrer Mitglieder oder besser Bestandteile kollidiert, da Subjektivität keine Errungenschaft der Leute, sondern ein an ihnen ausgeübtes Gewaltverhältnis ist; Gewaltverhältnis sowohl dort, wo sich Subjekte konstituieren, als auch dort, wo sie durch diese Subjektivität anderer in einen Zustand von Rechtlosigkeit versetzt werden. Aus diesem Zustand können sie sich wieder nur befreien durch Emanzipation, also durch die Konstitution als Subjekt selbst, womit das Gewaltverhältnis nicht aufgehoben, sondern nur affirmativ und zustimmend besetzt wird. Die Gewalt wird nun durch Selbstbeherrschung und Beherrschung seines Metiers auf sich selbst bezogen und positiv gedeutet, also vernünftig. Das geht dann so weit, dass selbst jene, die den Umsturz bestehender Verhältnisse und die radikale gesellschaftliche Neuordnung auf ihre Fahnen geheftet haben, dies auch nur als Emanzipation revolutionärer Subjekte sich vorstellen können – wie dies hier auch Herr Mausfeld tut.

    • „dumm“ ist der falsche Begriff – schlimmer noch: Der Einzelne war untätig! Das ist das Problem – mit der Akzeptanz eines mythischen Wesens „über dem Selbst“, mit der Akzeptanz von Menschen, aus dem selben Holz geschnitzt wie man selbst, als politische Führer, Eigentümer, Chefs „über sich“ hat sich der Mensch in Klassen aufgeteilt, von denen die eine die Existenz der anderen nicht anzuzweifeln scheint.
      Und diese Untätigkeit, die Schuld durch Schweigen und Abnicken, haben sich die Menschen aufgeladen, weil sie beherrscht werden und das irgendwo als „Ordnung“ rechtfertigen – eine völlige Verdrehung der Tatsachen, wenn man bemerkt, welch ganz besondere Ordnung Krisen, Krieg und Knäste ins Leben der Menschen bringen…

      Und deshalb setzt eine Aufklärung auch den Raum voraus, in dem jeder einzelne Mensch das Gelernte umsetzen kann. Was brächte eine Aufklärung, wenn Gesetze von Gestern verhindern, dass aus dieser Aufklärung Taten folgen würden?

      Aus diesem Grund ist Aufklärung alleine kein Weg.

      Der unterdrückte Mensch muss einiges parallel entwickeln: Bewusstsein für sich als Wesen und Persönlichkeit / Selbst. Bewusstsein für die Klasse, auf die er herabgedrückt wird und Bewusstsein für die politische Religion, an die er glaubt – der „Feind im Inneren“, der ihn schon geistig ausliefert, noch bevor jemand Gehorsam von ihm forderte.

      Eine Revolution muss eine ganzheitliche Angelegenheit sein, sie muss von diesem mythischen Irrglauben von den Jakobinern über unsere Roten von Heute abweichen. Es geht bei der Revolution vielmehr nicht um die Zerschlagung und das damit verbundene Großmäulertum, sondern darum sich selbst und die Mitmenschen, das eigene soziale Netz, zu erkennen und in den Stand zu setzen, die Belange des Lebens SELBST in die Hand zu nehmen.
      Dort wo Autoritäten walten und ein Göttchen im Himmelchen schaltet, da muss das Selbst atomisiert werden, weil es ja gar keine Betätigungsmöglichkeit hat!
      Das Selbst ist wie ein Muskel – er muss sich reiben, angestrengt werden und an allen Ecken und Enden spüren, was abgeht, betätigt werden!
      Aber in einer Welt wo die Eltern dem Kind beibringen auf andere, statt auf sich selbst zu hören, wo Pfaffen, Lehrer, Betreuer, Ausbilder, Professoren, Chefs, Eigentümer, Vermieter, Polizisten, Richter, Politiker, uns dann die Entscheidung für alles aus der Hand nehmen – da kann weder Verantwortung noch Selbstbewusstsein wachsen!

      Und nur aus diesem Kontext heraus, sind die Perversionen der innerartlichen Gewalt, der Psychopathie, der Einsamkeit, des Verlorenseins und der Entwurzelung erklärbar, die ich heute in allen Gesichtern lesen kann und auch selbst empfinde.

      Lösungen finden wir nur im Abbau der Autorität, in der Freien Gesellschaft, wie sie beispielsweise Rudolf Rocker skizziert, aber eben anders als Marx nicht als Dogma, sondern als gelebte Offenheit.
      Die Lösungen, die Trump, AFD, der Staat und die Herrschenden im Allgemeinen anbieten, sind uns seit Jahrtausenden bekannt:

      Mehr Kontrolle!
      Mehr Machtvollkommenheit!
      Mehr Zentralisierung!

      Wo das hinführt ist die „Dummheit“, die wir so sehr verachten – eben diese „Dummheit“, diese Geistesschlaffheit, die sich einstellt, wenn der Geist und der Körper in der Routine des Hörigendaseins gefangen ist – jeden Tag. Wie ein unbetätigter Muskel baut er sich ab.

      Und nochmal speziell zum Entwurzeltsein: Viele hier weinen immer um einen wichtigen Aspekt ihres politischen Glaubens. Die Nation, „Deutschland“ – sie verklären, was die Herrschenden als Knast geschaffen haben, zum Sinnbild ihrer innigsten Wünsche. Eine Art Paradies, das es zu erreichen gilt. Doch das alles ist ein Trugschluss – die Heimat des Menschen – sind Menschen!
      Wir haben keine Heimaten im Sinne von „Land“, „Ort“ – selbst die Natur ist nicht *für* uns, sondern lediglich irgendso ein Neutrum, welches auch gut ohne uns kann – und genau ist es mit der Loreley, Felsen im Gebirge und den Tannenwipfeln im geliebten Waldstück – das ist nicht unsere Heimat – das sind alles einfach nur Orte, wo wir stattfinden, aber sie geben uns das Gefühl der Geborgenheit nicht. Säuglinge in die Hände der Natur übergeben, ohne menschliche Nähe… sie würden es nicht lange machen, es sei denn man schenkt Walt Disney glauben.
      Säuglinge in der Hand einer liebenden Gemeinschaft – egal wie sie aussieht – und aus diesem Säugling kann ein wunderbarer Mensch werden.
      Also wo leben wir nun lieber – in der Gemeinschaft unserer Mitmenschen, egal wie die nun aussehen, oder aber auf einem Stück Land… beides gehört nicht zusammen, denn zwischen beiden besteht sogar eine Feindschaft: Wir müssen alles dem Boden abtrotzen – wir bekommen nichts geschenkt!
      Die harte Arbeit des Bauern als Geschenk umzudeuten ist nur den bürgerlichen Ideologen des Faschismus vom Schreibtisch aus einfach gefallen – weil es nicht ihre Lebensrealität war – weil sie sich diesen Mangel an Erfahrungshorizont einfach durch abstraktes Denken synthetisiert haben, kamen sie bei völlig falschen Vorstellungen heraus, die emotionsgeladen wirkten, aber innerlich tot und realitätsfremd waren.
      Und da müssen viele raus: Zu denken, da stünden die östlichen Horden vor den Toren und wöllten *uns* unser Land klauen – die meisten leben zur Miete – wir haben gar kein Land, keine einzige Hand davon gehört uns – wenn die Reichen es wollen, müssen wir verschwinden.
      Ja und noch mal zu den östlichen Horden: Die Kulturentwicklung im Mitelalter stoppte und stagnierte mit wachsender Machtvollkommenheit und Zentralisierung. Und die war nur möglich, indem man den Menschen einen Feind präsentierte – und zwar die östlichen Horden, die irgendwas ständig plündern wollten.
      Der einzelne hat dann den Fehler gemacht, darauf zu hören, und die Schätze, die ihm einst gestohlen wurden, von den Reichen gegen andere Vasallen von anderen Reichen zu verteidigen…. das Ende vom Lied war Katharsis überall – Gryphius hat es uns schön besungen.

      Wichtig ist es, dass wir als Bevölkerung der Welt uns nicht mehr für irgendwelche Herrschenden gegeneinander auspielen lassen: Dass wir erkennen, dass die anderen auch nur Menschen sind – und dass weder deren Herrschende, noch unsere Herrschende unser „bestes“ wollen, sondern, natürlich, das ihre.

      Der Kampf muss sich gegen die Eliten richten, jene in unserem Kopf und jene „weltlichen“, und das muss auch immer bei denen passieren, die uns als Feinde präsentiert werden – denn schließlich haben die Herrschenden der „anderen“ auch nichts anderes im Sinn, als ihren Profit, sie schreiben das Wort nur anders, etwa „Prophet“.
      Wie dem auch sei, wer „sie“ auch sind – wir dürfen uns nicht mehr für „die da oben“ die Köpfe einschlagen.

      Und aus all dem resultiert, dass wir, die wir hier schreiben, aufbauen müssen, was uns der Staat vorenthält, lernen müssen, was der Chef auf der Arbeit fü eine Funktion hat und ihn wegrationalisieren – Verstehen, dass der Pfaffe nur unsere Ängste gegen uns ausspielt, dass der Banker das gleiche nur wirtschaftlich tut und daraus die Konsequenz ziehen, das tägliche Leben umzugestalten. Nicht mehr Bürokratien sollen uns beherrschen, sondern die freiwillige Verbindung mit den Menschen, die uns begegnen, sollen die Bedürfnisse befriedigen. Nicht mehr Einzelne sollen über Millionen herrschen, sondern die Einzelnen sollen sich in Gruppen tatsächlicher Bekanntschaft und Verbindung selbst verwalten.
      Und dafür die nötigen Voraussetzungen zu schaffen: Geistig, strukturell und wirtschaftlich usw. das ist die wichtigste Aufgabe für die Zukunft der Menschheit, ansonsten droth ein neuer Rückfall in die Barbarei, wie es zum letzten Mal im Dritten Reich war. Nur eben noch schlimmer, denn anders als wir „lernen“ die Herrschenden aus der Geschichte und aus gemachten Fehlern.

    • TDVolland: Ja. Diese Art Blödheit, sich selbst immer mit dem Verweis „nach oben“ reinzuwaschen, sollte aber auch als Charakterfehler betrachtet und benannt werden und nicht einfach nur als Unfähigkeit.

    • Linus

      Wenn sie meinen, das sei in DE ein Problem so sagt uns das nur, dass sie noch nie in America waren….
      Die Vorstellung ein Staat, IRGENDEIN Staat, könne an gebildeten, intelligenten, selber denkenden Bürgern ein Interesse haben, der ist ein völliger Narr!

      Petra

      „So einfach ist das nicht mit der Dummheit. Sie übersehen, denke ich, dass die Sichtweise der Menschen auf sich selbst Ergebnis eines an Ihnen ausgeübten Gewaltverhältnisses ist, dass der originäre Kern unserer sogenannten Gesellschaft ist und das empirische Individuum zum bürgerlichen Subjekt macht.”
      Sorry, aber all ihre tollen Phrasen, so wahr sie zumindest z.T. auch sein mögen, ändern nichts am Grundproblem, und das ist nun mal die Dummheit. Ich übersehe da gar nichts, denn Dummheit schränkt nun mal das Sehen und Lernen ein.
      Sie übersehen auch, dass dies immer so war und niemals nicht so war. Das „empirische Individuum (wird immer) zum bürgerlichen Subjekt“ weil es in einer erschütternd grossen Mehrheit stets zu dumm ist, diese Entwicklung bei sich selbst zu schauen zu durchschauen.
      Wir Menschen sind alle habgierig, egoistisch und aggressiv. Das lässt sich nicht ändern.
      Wenn sie sich mal umsehen wie es IMMER ausgeht, wenn eine „radikale gesellschaftliche Neuordnung … durch…die Emanzipation revolutionärer Subjekte” erfolgt ist, so sehen sie stets dass trotz dieser „Neuordnung“ dann meist bereits in zweiten Generation, ausnahmslos in der dritten, wieder dasselbe Verbrecherpack an der Macht ist, nur der Name der regierenden Partei hat sich dann geändert.

      Ich will sie an ihren kindlichen Illusionen nicht hindern, aber sie daran erinnern, dass es bisher immer so war, dass „gut gemeint“ sich stets als das Gegenteil von „gut“ erwiesen hat.

      Ich habe nichts gegen Revolutionen, ich halte Thomas Jeffersons Satz für richtig, dass der Baum der Freiheit regelmässig mit dem Blut von korrupten Politikern gegossen werden sollte… nur, trotz all des Blutes habe ich den Baum der Freiheit immer nur ganz, ganz kurze Zeit blühen gesehen.
      Und ich verstehe Leute die meinen, solche extrem kurzen Zeiten, die dann schnell von der Realität der Ökonomie und der Realität der Dummheit wieder eingeholt und zu Nichte gemacht werden, die sind das viele Leiden nicht wert….

      Und Nuevo:

      „Der unterdrückte Mensch muss einiges parallel entwickeln: Bewusstsein für sich als Wesen und Persönlichkeit / Selbst. Bewusstsein für die Klasse, auf die er herabgedrückt wird und Bewusstsein für die politische Religion, an die er glaubt – der „Feind im Inneren“, der ihn schon geistig ausliefert, noch bevor jemand Gehorsam von ihm forderte.”

      Ja, aber wenn sie sich mal der dazu nötigen Therapie auseinandersetzen merken sie sehr schnell, dass eben auch da nur eine kleine Minderheit zum Wachstum fähig ist. Man kann das alles fürs persönliche Wachstum benutzen, aber für gesellschaftliche Änderung? Welch alberne Idee!

      Damit wir uns nicht missverstehen, jeder der meint er könne etwas zum Positiven bewegen, hat Recht. Wer meint er könne damit tatsächlich etwas ändern, derv
      träumt allerdings…

  5. Die Antideutschen, die ja bereits von den Wikipedia Artiken zu KenFM und Danien Ganser bestens bekannt sind, randalieren seit einigen Tagen nun auch beim Artikel zu Rainer Mausfeld. In einem ersten Schritt wurden von den Usern Berichterstatter und Jonaster großflächig Teile des Artikels gelöscht. Das betraf vor allem, die Teile, bei denen es um die Manipulations-Methoden der Eliten ging. Ich bin gespannt wann dort der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ auftaucht.
    —————————-
    Apropos Wikipedia;
    Wann könen wir den mit den neuen Film „Zensur“ von M. Fiedler rechnen? Ich bin schon ganz hibbelig und im Babylon ist er ja leider nicht mehr im Programm ;(

    • Die Bonzen machen den Fußball kaputt, nicht die Hools. Bei einem so kranken „Fußball-Kapitalismus“ muss man doch am Rad drehen – es ist einfach eine unbewusste Reaktion auf die beknackten Umstände im eigenen Leben.
      Auf Hools als „Fehlidentitäten“ zu zeigen ist falsch.
      Den Beherrschten die Schuld zu geben, heißt nur, sie weiter den Herrschenden auszuliefern – das finde ich persönlich feige. Nach unten treten, nach oben buckeln… das ist gestriges Verhalten und wird keine neuen Formen zutage fördern.

    • nuevo1,
      „… Bei einem so kranken „Fußball-Kapitalismus“ muss man doch am Rad drehen – es ist
      einfach eine unbewusste Reaktion auf die beknackten Umstände im eigenen Leben…“
      Also sind es Fehlidentitäten!?!

    • Klar wird der ganze Leistungssport- und Fußball ganz besonders- dazu benutzt, Fehl-bzw. Massenidentitäten zu bilden, die man dann umso besser lenken kann. Ich war mal auf dem Ku-Damm in Berlin, als Deutschland Fußballweltmeister geworden war. Uns kam das da so vor, als ob die Klappsmühlen der Nation alle auf einmal Ausgang und Trinkerlaubnis erhalten hätten!

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