KenFM-Spotlight: Peter Gauweiler über die Angleichung von Wirtschaftsräumen

Ausschnitt aus der Sendung KenFM Live [1] – in voller Länge hier zu sehen: https://kenfm.de/kenfm-live-1-ist-die-union-am-ende/

Ist die Union am Ende?

Diese Frage ist bewusst offen formuliert und wurde in einem neuen KenFM Format, KenFM Live, an vier Personen gerichtet, von denen zwei ihr Leben in der Politik verbracht haben.

Willy Wimmer und Peter Gauweiler.
Beide sind von Haus aus Juristen und haben ihr politisches Leben in der CDU und CSU verbracht. Der gemeinsame Widerstand gegen den Jugoslawienkrieg mit deutscher Beteiligung 1999 ließ sie zu politischen Verbündeten werden. Auch in Fragen zu Merkels Flüchtlingspolitik bekommt man von ihnen ähnliche Antworten. Gauweiler gab im Streit um den Umgang mit Russland und dem Euro-Kurs der Kanzlerin alle seine politischen Ämter auf und arbeitet nur noch als Rechtsanwalt. Willy Wimmer ist als ehemaliger Vize der OSZE und bis heute auf diplomatischem Parkett tätig. Ihm geht es um den Erhalt den Friedens.

Zwei weitere Gäste der Runde, die im Raum München vor Publikum aufgezeichnet wurde, waren Prof. Dr. Petra Plininger, Bildungsreferentin der Katholischen Arbeiter Bewegung (KAB), die Internationales Steuerrecht lehrt und sich für direkte Demokratie stark macht, sowie Günter Grzega, der die Sparda Bank München zur größten Genossenschaftsbank Bayerns ausgebaut hat und Banken wieder als reine Dienstleister sehen möchte, nicht als Global-Player, denen es nur um den nackten Profit für Großinvestoren geht.

Ist die Union am Ende?
Hat sie je angefangen, eine echte Union zu sein, und was ist der Kern einer solchen Vereinigung? Spielt Ethik und Verantwortung für die Zukunft der „Generation Enkel“ überhaupt eine Rolle?

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6 Kommentare zu: “KenFM-Spotlight: Peter Gauweiler über die Angleichung von Wirtschaftsräumen

  1. Es kann nur eine Union von Menschen geben – aber nicht von „den“ Italienern und „den“ Griechen.
    Menschen sind individuelle Personen, die, wenn sie Beziehungen miteinander unterhalten, eine Union bilden könnten. “ ‚Die‘ Griechen“ ist ein abstrakter Begriff ohne eine reale Entsprechung, denn die eine Ecke „Griechenlands“ ist ganz anders, als die nächste Ecke und das aus gutem Grund: Andere Menschen zeitigen andere Kultur- und Lebensformen.
    Aber unter dem abstrakten Begriff der Nation schmilzt alles Menschliche dahin und wird in einer politischen Metaphysik ertränkt. Das haben die Menschen noch nicht kapiert, dazu sind sie irgendwie zu gläubig oder verballert. Dass man keine wahre Union erhält, wenn man sie den Menschen überstülpt, dass da nichts von Innen kommt, von Herzen, weil die Worte der Reichen und Herrschenden NICHTS im echten Alltag der Menschen bedeuten. Der Einzelne wird nicht oder nur im negativen Sinne von diesem komischen Europa berührt und will es dehslab auch nicht tragen.
    Er trägt schon die unproduktive Bürokratie des Staates und die parasitische Klasse der Unternehmer und Reichen auf seinen Schultern, jetzt auch noch dieses „Europa“… dieses „Brüssel“ … diesen „€“.

    Wenn man die schlimmen Probleme unserer Zeit angehen will, muss Organisationen aufbauen, die so funktionieren, dass sie den Auffassungen, die die heutigen Probleme hervorgerufen haben, widersprechen und als weithin sichtbare Beispiele für den Alltag anderer Menschen motivieren in dieser Richtung aktiv zu werden, wer das noch nicht ist.
    Allen Beispielen voran muss die Wirtschaft föderalisiert werden, und zwar in kollektivierten Betrieben nach dem aktualisierten Beispiel der Spanischen Revolution von 1936.
    Wenn wir es schaffen eine horizontale Struktur in einem Betrieb aufzubauen, die auf gegenseitiger Hilfe fußt, deren Entlohnung entweder erst gar kein Geld ist, oder vielleicht unter allen Arbeitern gleich hoch ist, dann zeigen wir damit, dass man anders leben kann – man braucht keinen Nutznießer, keinen Kapitalisten, keinen Boss – die Geschichte ist nicht arm an Beispielen für diese Tatsache.
    Aber nur durch konstruktive Beispiele kann man die Massen inspirieren und Nachahmungstäter motivieren. Diese Diskutiererei macht mich wahnsinnig. Meine Kräfte stagnieren, weil sie nicht genutzt werden und ich sehe Bonzen, die mit dem Geld anderer Leute spazieren fliegen… da kochts in mir – alles könnte so nett sein, aber nein. Zu viele lassen sich diesen Scheißdreck gefallen und deshalb sind die wenigen Revolutionäre isoliert.

  2. Die Natur bevorzugt Vielfalt, Vielgestaltigkeit, Vielschichtigkeit etc. und NICHT Uniformismus, Einseitigkeit, Normenbrei.
    Das hat SEHR gute Gründe.

    Jeder, der diesem zwangsverordneten, völlig undurchdachten und absolut schädlichen Unisono-unifom-(Quasi)Unitarier-Schwachsinn das Wort redet ist im günstigsten Falle uninformiert, ansonsten halt hochgradig schwachsinnig.

    Anstatt mit der Vielfalt leben zu lernen, soll die Einfalt regieren.
    Sehr schlau, das.

    Etwas wie den Euro einfach zwangsweise zu implementieren ist ungefähr so als würde man zwangsweise einen beliebigen anderen Wertekanon verpflichtend einführen auf Basis reiner Willkür und ohne Konsensbildung – wen oder was erreicht man damit denn?
    Das ‚Bessere‘ wird ständig als das Hohe Ziel ausgelobt, aber gleichzeitig jeglicher Beweis dafür schuldig geblieben.
    Das wirklich ‚Bessere‘ verbessert die Stabilisierung des dynamischen Gleichgewichts des GANZEN und nicht einzelner Subteilchen, die dies wiederum auf Kosten anderer Subteilchen tun und somit mittelfristig eben das GANZE schädigen, indem sie es destabilisieren helfen.

    Die Politik wie Wirtschaft krankt genau daran.
    Die Privilegisierung von ‚Besserem‘ für Einzelne kann NIEMALS für das GANZE auf Dauer von Vorteil sein.
    Kann man eigentlich leicht verstehen, scheint aber schwer verdaulich zu sein…

  3. Guten Morgen Box,

    habe mich zufälliger Weise letzte Woche intensiv mit Ayn Rand beschäftigt. Da sie sich ja mit ihr auskennen, wollte ich sie fragen, ob sie Atlas Shrugged gelesen oder die Verfilmung gesehen haben (Trilogie auf Englisch). Ich habe mir alle drei Teile angesehen, weil das Buch ja antiquarisch gehandelt wird und recht teuer ist. Habe auch Interviews über sie gesehen und andere Quellen wie Wiki über Mrs. Rand gelesen.
    Wie ich in einem alten Beitrag mal mich selber ein wenig beschrieb, bin ich 20 Jahre intensivst Selbständig gewesen und war der Typ Risikomensch, der sehr wenig Angst hatte und immer daran glaubte, dass mein Egoismus auch anderen automatisch zu Gute kommen wird. So wie Ayn Rand es von den Menschen fordert. Eine zweite Hauptforderung von ihr ist, dass der Staat sich gefälligst aus der Wirtschaft raushalten und möglichst den Erfolgsreichsten (den Quasie-Monopolisten) des Landes keine Steine in den Weg legen soll. Die Protagonisten handeln nicht aus Machtgier, sondern nur der Sache wegen. Sie sind also nur daran Interessiert Eisenbahnlinien und Stahlwerke aufzubauen, weil sie Eisenbahnen und Stahl besonders geil finden und nicht um Reich und Einflussreich zu werden. Sie wollen auch selber darüber entscheiden, wer wovon profitieren soll und die Allgemeinheit und deren Bedürfnisse ist denen auch egal. In den drei Filmen ist es ja nun so, dass nach und nach diese egoistischen Macher von der Bildfläche verschwinden und sich in ein abgeschirmtes Tal verkriechen und die Folge davon soll sein, dass dann ganz Amerika, was mittlerweile sozialitische Züge angenommen hat, zusammenbricht. So soll gezeigt werden, dass ohne die Randianer eine Gesellschaft zum Zusammenbruch verdammt ist.
    Als ich das sah, habe ich mich selber darin gesehen, wie ich 20 Jahre anscheinend Randianer gewesen bin, ohne auch nur einen blassen Schimmer von Ayn Rand zu haben. Ich habe mich auch nie ideologisch mit dieser Idee beschäftigt. Es war einfach in mir drin. Ich bin ein sehr penetrant neugieriger Mensch und ziemlich wissbegierig in sehr vielen Bereichen.
    Meine Hauptantriebsfeder war auch an sich immer die Sache selber und weniger, Macht und Reichtum zu erlangen.
    Ich war in 20 Jahren in 4 total unteschiedlichen Feldern aktiv und zuletzt in der Gastronomie, bis ein Eingriff des Staates mich in die Insolvenz brachte vor knapp 6 Jahren, nämlich das Rauchverbot. Ich besaß zuletzte zwei große Billard Cafes.
    In den letzten 6 Jahren der Insolvenz und des Füße stillhaltens (und das ist mir wirklich sehr schwer gefallen, weil es die ganze Zeit gejuckt hat ohne Ende in den Fingern) habe ich nun versucht, ein wenig mehr mit mir selber zu beschäftigen.
    Ich habe sogar 20 Therapiestunden besucht, wo es darum ging, zu erkennen, was ich für Ziele habe und was ich machen soll, wo ich mein Wissen und meine Energie kanalisieren soll. Das Ergebnis der Therapie war verheerend. Ich war leer. Und das komische dabei ist, dass ich in meiner geistigen Schublade viele Ideen gesammelt habe, die sogar einigermaßen funktionieren würde. Selbst Beziehungen zu alten Mitstreitern und anderen Randianern sind vorhanden und Geld für neue Projekte aufzutreiben ist auch überhaupt kein Problem für mich. Aber ich habe überhaupt keine Lust mehr, irgendetwas wieder neu aufzubauen. Was ich in letzter Zeit verstärkt betreibe sehen sie ja hier in diesem Forum. Ich bin auch etwas aktiver geworden in Sachen Frieden und unterstütze die eine oder andere Demo. Ich entwickele Ideen, wie zuletzt bei Rebellunion 25, wo ich versuche das Bedingungslose Grundeinkommen zu verfeinern (wer sich dafür interessiert, kann ja mal da lesen kenfm.de/rebellunion-25/). Aber irgendwie kann ich mich nicht fokusieren.
    Ist das eine Nach.- oder Nebenwirkung meines Randianismuses ???? Habe ich mich auch in das Tal verkrochen ???
    Ist es überhaupt wichtig, sich zu fokusieren ????
    In diesem Forum gibt es wirklich sehr viele schlaue Köpfe, mit denen ich wirklich sehr gerne diskutiere und auch viel lerne.
    Ich vermisse nur ein wenig, dass die Personen hier manchmal ein wenig zu unpersönlich sind und wenig über sich preisgeben. Ausser meinen Namen, bin ich eigentlich immer bereit, auch von mir zu erzählen, damit bestimmte Aussagen von mir dann auch für authentisch gehalten werden können. Unser Forum ist eigentlich recht übersichtlich und angenehm frei von Bashern, weshalb ich hier mal die Redaktion von kenfm dafür loben möchte, wie sie das hinbekommen. Ich fühle mich hier wirklich wie zu Hause, nämlich sicher. Danke

    pooler1970

    • Hallo pooler1970,

      ich habe „Atlas Shrugged“ nur in Auszügen gelesen und einiges über die Person Ayn Rand. Das liegt daran, daß ich recht spät auf das Buch aufmerksam wurde, was wohl wiederum daran liegt daß die Gefolgschaft hauptsächlich in den Vereinigten Staaten und weniger in Europa zu finden ist.

      Ein Buch wie Atlas Shrugged löst bei mir heute einen ziemlichen Widerwillen aus, es ist mir nicht möglich es zu lesen.
      Daß die Geschichte dieser Tage verfilmt wird spricht Bände über die allgemeine Verfasstheit der Gesellschaft.

      Die von Frau Rand vermittelte Kultur ist meines Erachtens durch die Dominanz der US-Kultur im Imperium zur Popkultur avanciert. Bedauerlicherweise ist sie ein globales Phänomen.
      Überall kann man dies beobachten, in der Unterhaltungsindustrie, ebenso wie in Beruf und Alltag.

      Im Grunde ist es ein Mythos, denn wie weit wären die vorgestellten Protagonisten ohne die Arbeit zahlreicher anderer Hände gekommen?
      Parasitär erworbener, märchenhafter Reichtum steht bitterer Armut gegenüber.

      Möglicherweise war ich früher selbst Randist, ohne jedoch den Begriff gekannt zu haben. Wie sollte es auch anders gewesen sein, ich wurde ja dazu erzogen.

      Ohne Verbindungen und mit unzuverlässigen Weggefährten bin ich ein paar mal gescheitert.
      Mit Egoismen, Phlegmen und Feigheit läßt sich nichts bewerkstelligen.
      Diese Erkenntnis drängte sich mir ab den 90ern und ab den 2000ern immer stärker auf.

      Wie man früh anders beginnen kann, erfährt man z.B. in Erwin Wagenhofers „Alphabet: Angst oder Liebe.“

      MfG

    • Hallo Box,

      danke für ihr Statement.
      Ich habe selber zwei Kinder, die enorm unter Leistungsdruck stehen. Meine Tochter macht gerade Abitur und kämpft um ihre 1.0 Notendurchschnitt, weil sie unbedingt Chirugin werden möchte. Alles andere hat für sie gerade keine Priorität. Ich helfe ihr zwar dabei so gut ich kann und versuche ihr gleichzeitig aber auch andere Werte zu vermitteln, wogegen sie sich manchmal heftig wehren tut. Es tut richtig weh mitansehen zu müssen, wie ein Ziel (das Erlernen eines Wunschberufes), Menschen dazu zwingt, diesen vorgeschriebenen Bildungsweg zu gehen, der sie dann zu Zombis macht. Und komischerweise war ich nicht einmal der Anlass für den extremen Ehrgeiz meiner Tochter, sondern meine Exfrau, ihre Mutter. Nachdem ich 2010 Pleite ging, hat sie ständig meinen Kindern gepredigt, nicht meinen Weg zu gehen, sondern durch Fleiss und Anpassung einen soliden und sicheren Beruf anzustreben.
      Diese unterschiedliche Auffassung war auch der Hauptgrund für unsere Scheidung.

      Im übrigen, Trump und sein voraussichtliches Kabinett sind bekennende Randianer.
      Hier ein Link dazu
      recentr.com/2016/12/14/trump-und-sein-gruselkabinett-sind-fans-von-ayn-rand/
      Aufgrund dieses Artikels bin ich überhaupt auf sie gekommen.

      pooler1970

  4. Ich finde die Einführung des Einheitsgeldes war zu Ende gedacht. Die Architekten hatten schließlich einen Plan.
    Das Gleichhobeln durch den Euro war „gut“ gemeint, jedoch nur für bestimmte Kreise.

    Herr Gauweiler weiß das auch: „Europa muß mit einer Stimme sprechen und zwar mit der von Joschka Fischer.“ Er hebt es wohl nur aus Herzensgüte auf die Ebene des Unvermögens.

    Tolkien beschreibt den Euro recht treffend:

    „Einen Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“

    Und warum Tolkien? Der wurde auch schon einmal mit der elitenverliebten, alle anderen Menschen verachtenden, Ayn Rand in Relation gesetzt:

    „Es gibt zwei Bücher, die das Leben eines 14-jährigen Bücherwurms verändern können: ‚Lord of the Rings‘ und ‚Atlas Shrugged‘. Das eine ist eine kindische Fantasie, die häufig eine lebenslange Obsession mit seinen sagenhaften Helden hervorruft, welche zu einem emotional verkümmerten, sozial unerfüllten Erwachsenendasein führt, der Fähigkeit beraubt, mit der echten Welt umgehen zu können. In dem anderen kommen Orks vor.“
    –John Rogers

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