KenFM-Tipp! Hambürger Folge 17 – „Wer braucht noch Schule?“ – Lehrerin Stephanie Richter im Gespräch mit Fleck & Lehrich

Nach einer Pause von acht Wochen sind die Hambürger wieder da. Und wie! Zur Folge 17 haben Dirk C. Fleck und Jens Lehrich Stephanie Richter in den Salon gebeten, um mit ihr über unser Schulsystem zu sprechen, das extrem an den Erfordernissen der Zeit vorbei arbeitet und nur sehr schwer reformierbar scheint. Stephanie weiß das aus eigener Erfahrung. Sie ist Lehrerin und war lange an ganz normalen Grundschulen beschäftigt, bis sie gekündigt hat und mit einem Circus durch Frankreich gereist ist, um die Kinder der Schausteller zu unterrichten, wobei auch hier der vorgegebene Lehrplan exakt eingehalten werden musste.

Heute arbeitet Stephanie an einer demokratischen Schule in Nordhessen, in der ein alternatives Konzept umgesetzt wird, das keine „Lernstandserhebungen“ mehr betreibt. „Mich interessiert vielmehr der Lernstand der Erwachsenen,“ sagt sie in diesem Gespräch und genau darüber sollten wir einmal nachdenken. Stephanie, das haben wir feststellen dürfen, ist eine engagierte Kämpferin für eine Schule im Wandel, die sich in der Initiative #BILDUNGGEHTANDERS an vorderster Front engagiert. Man wünschte sich wirklich mehr Lehrkräfte von ihrer Sorte, dann bräuchte uns um die Zukunft unserer Kinder nicht mehr bange zu sein.

Die Hambürger freuen sich über Eure Unterstützung: paypal.me/ahundredmonkeys2020

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5 Kommentare zu: “KenFM-Tipp! Hambürger Folge 17 – „Wer braucht noch Schule?“ – Lehrerin Stephanie Richter im Gespräch mit Fleck & Lehrich

  1. Nun ja. Gespraechsphasen wabern. Wohin ringelt sich die naechste Wurmkruemmung?
    Jens laessts mit dem Versuch enden, der bloeden Corona"krise" einen hoeheren Sinn abzuringen. Schlauer hinsichtlich der Kinderabrichtung oder deren Verhinderung in Schulen bin ich auch nicht geworden.
    Aber vielleicht hatte ich als Voyaeur ja nur einen schlechten Tag.

  2. Es fing sehr interessant an, ich war gespannt – arbeite seit über 40 Jahren in diesem Bereich -, was Stephanie Richter zu berichten weiß, wie sie Schule erlebt und wie sie damit zurecht kommt. Doch leider haben die Herren Fleck und Lehrlich sie viel zu wenig zu Wort kommen lassen, sie zu häufig mit eigenen Gedanken unterbrochen. Weniger Selbstdarstellung dieser Herren, die es gut meinen und deren Gedankengänge durchaus auch hörenswert und als anregend zu werten sind, wäre hilfreich gewesen. Ich kann all die schönen oft gesagten wohlklingenden Worte nicht mehr hören, die ja schon ihren tiefen Sinn haben, jedoch viel zu wenig die systemische Frage berücksichtigt: welche Strukturen in einer Gesellschaft sind zu schaffen, dass Kinder behütet und frei sich entwickeln können.
    Da sind doch Fragen zu klären: Was bedeutet die Gebäudeanwesenheitspflicht der Kinder in den Schulen, was ist mit Lehrplänen bezweckt, warum reagiert der Staat so empflindlich, wenn seine Bildungshoheit in Frage gestellt wird?
    Bei allem Unbehagen habe ich doch aufmerksam die Sendung verfolgt, beeindruckt von Stephanie's Mut und Offenheit!

  3. Die ganze Diskussion erschien mir wie aus der Zeit gefallen, habe nachgesehen ob ich vielleicht eine alte Sendung erwischt habe. Dieses Thema zu diskutieren ohne zu erwähnen wie die Kinder im Moment leiden durch Verbote, Lockdown, Maske usw. wird für mich dadurch unglaubwürdig und oberflächlich. Dann kam doch ein Komment zu Corona: die Eltern mussten ihre Komforzone verlassen, konnten nicht mal einen Kaffee trinken gehen… das ist genau der Vorwurf den man in Mainstream Medien überall liest! Die Eltern waren mit ihren eigenen Kindern überfordert.
    Die Realität am Beispiel einer normalen Mutter während des Lockdowns:
    Morgens um sieben ins Büro, eine Stunde das Notwendigste erledigt. Nach Hause, frühstück machen und Unterrichtsunterlagen runterladen, ausdrucken, mit einem Kind lesen üben und Arbeitsblätter, für das andere Kind die Videokonferenz vorbereiten. Zwischendurch mit der Arbeit telefonieren, Emails beantworten und über Augustus zu recherchieren für die Hausaufgaben. Mittagessen, dann bis vier, weitere Schularbeiten, Konferenzen. Wieder ins Büro nochmal zwei Stunden Wichtiges erledigen. Am Weg nach Hause einkaufen, Essen machen, Kuchen backen mit der Kleinen, mit den Kindern spielen und diskutieren, ihnen versuchen zu erklären was im Moment für ein Wahnsinn abläuft und sie darauf hinzuweisen nicht zu vergessen, dass sie vorsichtig sein müssen was sie zu Lehrern sagen. Um neun Kinder ins Bett, Haushalt, dann PC aufklappen und bis 1 Uhr morgens home office, morgens um 5 vor dem PC aufgewacht, gerade noch rechtzeitig weil abends vergessen wurde die Tonne rauszustellen, noch schnell im Internet ein paar Sachen ordern weil die häusliche Computerausrüstung am zusammenbrechen ist. Später von der Arbeit aus beim Arzt anrufen weil das Kind am ganzen Körper fürchterlichen Hausausschlag, vermutlich weil die Welt der 12 jährigen zusammengebrochen ist, keine Schule, keine Freunde, kein Reiten, keine Juniorband, kein Theater… Anwort der Sprechstundenhilfe: kein Termin möglich wegen Corona, "das wird schon nicht so dringend sein daran wird sie nicht sterben." Was sich eine "normale" Mutter während des Lockdowns (noch mehr als sonst) gewünscht hätte, wäre Zeit für ihre Kinder zu haben.

  4. Wie in allen Dingen sind auch in der Bildung die USA unser großes Vorbild. Unsere Annäherung daran ließ sich bereits seit mindestens 20 Jahren beobachten: Die Qualität der Bildung wurde herabgesetzt und schließlich auf "Kompetenzen" ausgerichtet – ein Vornehmes Wort für "Rezept" oder "Vorgehen nach Handbuch" statt eigentlichem Denken.
    Nun haben wir mit Corona – nachdem das lange immer noch zu langsam ging – wesentliche Fortschritte erzielt, wobei es in der Übertragung von Kontaktschule auf digitales homeschooling noch viel zu wünschen übrig lässt – nach offizieller Darstellung. (Freie, demokratische Schulen sind sicher ein tolles Konzept für Betuchte aber kein Ersatz für die Regelschule).
    In den USA ist man viel weiter. Es gibt die Regelschule für die Armen, wo im besten Falle gerade noch Lesen und Schreiben gelernt wird und die teuren Privatschulen für die Wohlhabenden, die "Eliten". Da wundert es mich schon lange, warum die Privatisierung der – geeigneten, denen mit richtigem Profil – öffentlichen Schulen bei uns nicht vom Fleck kommt.
    Aber wie auf allen Gebieten gilt: "Wir schaffen das!".
    Träume von besseren Schulen sind uralt – siehe Alexander Sutherland Neill's erste Schulgründung in Deutschland 1921 infolge dessen heute noch in England die Summerhill-Schule existiert und weltweit immer wieder ähnliche Versuche unternommen wurden. Glaubt da wirklich jemand, dass die "Eliten", die Inhaber der TOTALEN MACHT jemals solche Modelle für die Massen zulassen würden? Ein paar Träumer, ein paar kleine Modelle gehen gerade noch durch, doch dann "haben wir fertig" mit diesem Thema.

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