KenFM-Tipp! HAMBÜRGER Folge 8 – Dirk C. Fleck & Jens Lehrich: „Von Mut und Kleinmut – wer sind wir wirklich?“

Nach einer Pause von sechs Wochen öffnen die zwei Hambürger Dirk C. Fleck und Jens Lehrich wieder ihren Salon für Euch. Dieses Mal geht es um die Frage, warum wir es als Gesellschaft nicht hinbekommen, das gewaltige Potential an Empathie und Liebe, mit dem jeder von uns ausgestattet ist, so zu veräußern und im politischen Alltag zu verankern, dass wir weder zu kontrollieren noch zu manipulieren sind.
Ein anderes Thema dieser Ausgabe ist, wie mutig (oder auch nicht) wir sind, wenn es darum geht, anderen Menschen aus einer extremen Notsituation zu helfen. Die zwei Freunde sprechen unter anderem ebenfalls darüber, wie schwierig sich der Reifeprozess gestaltet, der letztlich zu einem Verantwortungsbewusstsein führt, dass von uns selbst nicht mehr infrage gestellt werden kann. Und wie befreiend es ist, wenn dieser Point of no return endlich erreicht ist.
Kurz: Dirk & Jens sehen sich selbst und unsere Gesellschaft auf einem guten Weg, weil immer mehr Menschen müde werden an dem blutleeren Angebot, das ein erkaltetes Gier-System ihnen macht. Herzlich willkommen in unserem Salon!
Das im Gespräch erwähnte Interview mit dem Obdachlosen Carsten K. aus Berlin findet Ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=7r73lzteKis
Und das Interview auf KenFM mit Rüdiger Lenz & Jens Lehrich findet Ihr hier: https://kenfm.de/m-pathie-jens-lehrich/

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3 Kommentare zu: “KenFM-Tipp! HAMBÜRGER Folge 8 – Dirk C. Fleck & Jens Lehrich: „Von Mut und Kleinmut – wer sind wir wirklich?“

  1. Danke für dies ehrliche Gespräch, das auch ungelebtes Leben, unrealisiertes Selbst, "das ganze Elend" schmerzlich deutlich macht ! Immer wieder die Frage "Warum ?"…
    So ab 19:25 "Es bleiben wirklich von 1000 Leuten 4 übrig. Und warum das so ist, zeigt ja, ist eigentlich der Beweis für das ganze Elend, in dem wir uns befinden. Warum ist dieser riesige pool an Liebe und Empathie, der in jedem Menschen vorhanden ist oder angelegt wurde, oder immer noch arbeitet…warum gelingt es uns nicht…äh…über diese Identität, die sich gut anfühlt, bei uns selbst zu bleiben und auszusteigen aus, aus dieser, aus diesem riesigen Omnibus, in dem wir nur mitfahren und in dem wir gesteuert werden und wo gar nichts in unserer Kontrolle liegt – das verstehe ich nicht, weil das ist das viel schönere Lebensgefühl, ja…"

    Vielleicht können folgende Aussagen von OM Parkin zu Antworten auf solche Warum – Fragen führen: "Jeder innere Ort, an dem wir uns aufhalten, ist ein Wunschort. Ich bin dort, weil ich es wünsche – aus keinem anderen Grund. Ich bin dort, weil ich der Meinung bin, dass es dort mehr für mich zu holen gibt, als an einem anderen Ort. Und deswegen kann nichts in der Welt mich dazu bewegen, diesen Ort zu verlassen.
    Sag dir also die Wahrheit darüber, was es an diesem Ort immer noch für dich zu holen gibt. Und dann sieh, ob das stimmt, ob du dort tatsächlich das bekommst, was du dir wirklich wünschst."

  2. Eine Gesprächsrunde mit einem "ordnenden" Moderator wäre vielleicht etwas sinnvoller. Hier geht es leider kreuz & quer und ist auch durch die ständigen Anglizismen von Herrn Fleck und auch seine hauptsächliche Betrachtungsweise der "Heros" in den USA nicht wirklich hilfreich. Er muss da eventuell etwas aufpassen, dass man ihm nicht "esoterische Quacksalberei" unterstellt und ihn in eine bestimmte Ecke schiebt.
    Denn eine Erklärung, was IN einem Menschen passiert unter bestimmten Umständen, versteht nur Derjenige, der so etwas selber schon erlebt hat – egal in welcher Lebenslage.

    Empathie & Liebe sind ja tatsächlich im Menschen angelegt – nur ist der Mensch halt nicht dazu gemacht, ALLEINE zu leben.
    Sobald sich Gemeinschaften bilden, soll & muss es Regeln geben, auf deren Einhaltung ALLE achten sollten…..und man darf auch den derzeitigen "Standpunkt" der Gesellschaft nicht vergessen – Leider sind die Bedeutungen der Begriffe "Empathie & Liebe" den meisten gar nicht richtig bekannt. Empathie wird gerne mit Mitleid verwechselt, Liebe glaubt man mit mit materiellem Wohlstand erkaufen zu können….
    Nun hier zu den Menschen in Deutschland – Hamburg gehört ja dazu!
    Bei uns Deutschen fällt mir eigentlich besonders ein, dass sie die Voraussetzungen für Liebe & Empathie – nämlich die "Selbstliebe" als etwas ganz Schlimmes betrachten – auch hier fehlt das Wissen um die Bedeutung des Begriffes…..

    Wer sich selbst liebt, kann auch andere Menschen und das Leben mit allem was dazu gehört lieben.

    Ob Charly Chaplin je so gelebt hat, weiß ich nicht…doch angeblich hat er das zu seinem 70. Geburtstag öffentlich gesagt:
    "Als ich mich selbst zu lieben begann… (Charlie Chaplin)

    Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist von da an konnte ich ruhig sein.
    Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.
    Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
    Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.
    Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
    Heute weiß ich, das nennt man REIFE.
    Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben, und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
    Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.
    Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
    Anfangs nannte ich das Gesunden Egoismus, aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.
    Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.
    Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen.
    Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

    Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
    Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.
    Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
    Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN ! "

    Das ließe sich noch erweitern aber grundsätzlich ist Selbstliebe die Basis um mit allem im Reinen zu sein denn GESUNDE Empathie und Liebe ergeben sich daraus.

    Wir Deutschen sind da sehr weit weg von, wir hassen uns und damit auch alles andere, wollen besserwisserisch sein und erniedrigen gerne andere Menschen, andere Kulturen und andere Lebewesen….

    Menschen, die tatsächlich danach leben werden gerne als alles Mögliche bezeichnet, diskreditiert, diskriminiert & diffamiert…..ich befürchte, das ist nicht mehr umkehrbar – dazu sind schon zu viele verkorkst und machen vom eigenen Denken & fühlen wenig gebraucht – als ob es verboten wäre…. traurig aber Realität.

  3. Möglicherweise von Interesse:

    Wie der Mensch korrumpiert wird
    19. Januar 2020 Andreas von Westphalen

    In der kapitalistischen Gesellschaft wird häufig auf die falsche Art der Motivation gesetzt. Dies hat verheerende Folgen

    Nicht nur in Erziehung und Schule ist eine zentrale Grundfrage, was den Menschen motiviert. Auch in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Was motiviert den Menschen zum sozial verträglichen, zum altruistischen Verhalten? Was zum Lernen und zur Arbeit?

    Gemeinhin wird zwischen zwei Formen der Motivation unterschieden: intrinsischer und extrinsischer. So sind Menschen intrinsisch motiviert, wenn sie beispielsweise ein Buch lesen, weil sie hieran ein Interesse verspüren oder einfach Lust darauf haben. Lesen sie hingegen das Buch, weil der Lehrer es verlangt, eine Strafe droht oder eine kleine Belohnung für die Lektüre winkt, so sind sie extrinsisch motiviert.
    Allgegenwart extrinsischer Motivation

    Es ist augenscheinlich, dass derzeit die allgemeine Überzeugung herrscht, dass der Mensch am besten und erfolgreichsten extrinsisch motiviert wird. In der Schule wird für Noten in der nächsten Prüfung gelernt und ein mögliches Sitzenbleiben dient als stete Abschreckung. (Eine weitere Motivation: 40 Prozent der Schüler erhalten Geld für gute Schulnoten und ein knappes Viertel der Kinder bekommt die Mithilfe im Haushalt ausgezahlt).

    In der Berufswelt wird die Arbeit durch das Gehalt bezahlt und mit einer möglichen Gehaltserhöhung oder durch Boni und Beförderung zusätzlich motiviert. Und nicht zuletzt basiert auch die Sozialpolitik auf der Überzeugung, dass der Mensch am besten extrinsisch motiviert werden kann. Mit Zuckerbrot und Peitsche. Entsprechend lautet das Motto: Fördern und Fordern.
    (…)
    Geld wirkt
    (…)
    Liebesentzug und Harsh Parenting
    (…)
    Wie man Hilfsbereitschaft zerstört

    In einem faszinierenden Experiment untersuchten Felix Warneken und Michael Tomasello von der Universität Harvard und dem Max-Planck-Instituts (Leipzig) den Einfluss von extrinsischer Motivation auf die Hilfsbereitschaft von 20-Monate alten Kindern (Beispielsweise versuchte ein Mann, der einen Stapel Bücher trug, erfolglos eine Tür zu öffnen, während die Kinder in ein neuentdecktes Spiel vertieft waren). Nachdem in der ersten Runde der erstaunlich hohe Grad der Hilfsbereitschaft der Kinder geprüft wurde, teilte man diese anschließend in drei Gruppen auf.

    Während die Kinder aus der ersten Gruppe weiterhin keinerlei Reaktion auf geleistete Hilfe erhielten, wurde den Kindern aus der zweiten Gruppe hierfür jedes Mal ein Dank ausgesprochen, die Kinder der dritten Gruppe erhielten schließlich für jede Hilfe eine Belohnung. Nach mehrfacher Wiederholung des Tests wurde dann eine letzte Runde durchgeführt: Alle Kinder wurden wieder mit Situationen konfrontiert, die ihre Hilfsbereitschaft testeten, jedoch sollte diesmal (genauso wie in der ersten Testrunde) kein Kind eine Belohnung oder auch nur ein Lob erhalten.

    Ergebnis: Die erste Gruppe zeigte weiterhin eine sehr hohe Hilfsbereitschaft, die der ersten Testrunde entsprach. Die zweite Gruppe hatte eine minimal verringerte Hilfsbereitschaft. Die dritte Gruppe jedoch, die zuvor jedes Mal eine Belohnung erhalten hatte, zeigte einen fast vollständigen Zusammenbruch ihrer Hilfsbereitschaft.

    Das Experiment demonstriert, dass die intrinsische Motivation nicht nur der Natur des Menschen entspricht, sondern auch besser und dauerhafter motiviert als extrinsische Anreize. Es zeigt aber auch ein fundamentales Problem: Die hohe und intrinsisch motivierte Hilfsbereitschaft des Menschen läuft Gefahr zerstört zu werden, wenn man sie durch extrinsische Motivation ersetzt.

    Der Korrumpierungseffekt

    "Aus einer unbedingten Hilfsbereitschaft war eine bedingte Hilfsbereitschaft geworden", bringt es Richard David Precht auf den Punkt. Daher nennt man dieses Phänomen in der Fachsprache: Korrumpierungseffekt.

    Warneken und Tomasello, die Autoren des Experiments, betonen daher, dass die eigentliche Motivation zur Hilfe in diesem Experiment intrinsischer Natur war, also im Wesen des jeweiligen Kindes lag. Zudem widerlegen die ermittelten Ergebnisse alle Theorien, die behaupten, Kleinkinder legen nur mitmenschliches Verhalten an den Tag, um eine Belohnung zu erhalten. Des Weiteren geben Warneken und Tomasello den Rat, dass Erziehung und Sozialisation auf die natürliche Anlage des Menschen zum Altruismus aufbauen sollte.
    (…)
    Usw.

    (heise/Telepolis)

    Abschließende Anmerkung: Natürlich beruht unser "fehlerhaftes Erziehungssystem" nicht auf einem Mißverständis der menschlichen Natur. Viel mehr weiß "man" sehr genau wie die meisten Menschen im Grunde ab Geburt ticken und das Mensch mit diesem grundsätzlichen Rüstzeug für eine allumfassende Ausbeutung ungeeignet ist.

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