KenFM-Tipp! Schule macht Kinder krank! – Kindheitsforscher Michael Hüter im Gespräch

Pünktlich zum Schulanfang, der bereits in einigen Bundesländern erfolgt ist, hat sich Margarita Bityutski von RT Deutsch in der Sendung „Der Fehlende Part“ mit dem Kindheitsforscher, Historiker und Gesellschaftskritiker Michael Hüter unterhalten.

In seinem Buch „Kindheit 6.7“ beschreibt er die tiefe Krise, in der sich das gesamte Schulsystem befindet, und erläutert, wie unsere Gesellschaft die geistige Gesundheit der Kinder zerstört.

Michael Hüter plädiert für ein menschenwürdiges Aufwachsen von Kindern, für eine neue Wertschätzung der Familie und für vollständige Bildungsfreiheit. Ein Gespräch, das nicht nur Eltern, sondern all diejenigen interessieren sollte, denen die Zukunft der Menschheit am Herzen liegt.

Das Interview erschien zuerst bei „Der Fehlende Part“ auf RT Deutsch am 09.08.2019: Schule macht Kinder krank! – Kindheitsforscher Michael Hüter im Gespräch

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11 Kommentare zu: “KenFM-Tipp! Schule macht Kinder krank! – Kindheitsforscher Michael Hüter im Gespräch

  1. Unschooling löst das Problem nicht. So wie es gute und schlechte Lehrer gibt, gibt es Eltern, die pädagogisches Talent haben, und solche, denen es fehlt. Nach den Erkenntnissen der Lernpsychologie lernen Kinder umso leichter, besser und deshalb auch mehr, wenn Eltern und Lehrende sie motivieren können, indem sie empathisch auf die individuellen Bedürfnisse ihres Kindes eingehen. Der Lernerfolg hängt aber nicht nur von der Empathie ab, sondern auch von dem, was der Lehrende dem Kind beibringen kann und wie er es ihm beibringt. Auch davon hängt es ab, inwieweit das Kind tatsächlich seinen Bedürfnissen entsprechend gefördert wird. Schon aus diesem Grund wird ein völlig freies Lernen den Bedürfnissen nicht jedes Kindes gerecht.

    • Darüber hinaus kann freies Lernen allein sicher nicht den Bedürfnissen einer Gesellschaft vollständig gerecht werden, erst recht nicht einer Gesellschaft von der Komplexität heutiger Zivilisationen.

  2. Solange versucht wird die ‚Individualisierung‘ zu standardisieren (egal wie), bleibt es ein unauflösbarer Widerspruch der Bildungspolitik und führt zwangsläufig in ALLEN gängigen Modellen zur Benachteiligung entsprechender Prozente.

    Solange versucht wird auszubilden, also an die Ausbildung anschließende wirtschaftliche Verwertbarkeit an oberste Stelle zu setzen, anstatt an einer Kongenialität der Gesellschaft zu arbeiten, wird das alles eine Luftnummer bleiben.

    ‚Kongenialität‘ meint die Gleichberechtigung aller Lebensentwürfe, die gerechte Verteilung von Respekt an alle unterschiedlichen Dispositionen und eine konsensuelle Integration derselben.

    Was passiert statt dessen?
    Normierung, Standardisierung, Zwangsbegrenzung, Angststeuerung zum Zwecke der Reglementierung (lat. mens, mentis = Verstand, Denkvermögen, Vernunft), also der Regelung der Verstandesleistung für die Anpassung an willkürliche Maße derer, die davon profitieren wollen.

  3. Hochbegabung ist angeboren, definiert und wird zum Großteil weitervererbt. Daher ist das was Michael Hüter sagt so nicht richtig! Nicht 98% kommen als hochbegabt auf die Welt, sondern laut derzeitigem Stand lediglich 2-3%!

    Ich arbeite mit hochbegabten Menschen und weiß um die vielen Probleme dieser, sowohl in der Schule als auch im späteren Arbeitsleben. Sie werden schräg angesehen, ausgelacht, ausgeschlossen, gemobbt und bekommen Großteils Fehldiagnosen von ADHS über Autismus und Borderline, bis hin zur bipolaren Störung. Dies alles, da weder Psychologen noch Psychiater geschweige denn Pädagogen das Thema Hochbegabung in ihrer Ausbildung vorfinden, es beruht auf Freiwilligkeit. Da HB Menschen anders wahrnehmen und empfinden, also „ticken“, werden ihre aus Sicht der Normal-begabten „eigenartigen Verhaltensweisen“ fast immer pathologisiert.

    Ich kenne einige dieser Schicksale und versuche mithilfe meiner Arbeit zur Besserung der derzeitigen traurigen Situation beizutragen. Die meisten hochbegabten leben Jahrzehnte lang in einer Identitätskriese und es ist viel Arbeit und kostet viel Zeit und Geduld, ihnen klar zu machen WER sie sind. Wer bereits am Boden liegt, kann nicht mal ebenso eine Hochbegabung annehmen, bei vielen muss man froh sein, wenn sie diese neben einer Psychiatrischen Diagnose stehen lassen (tolerieren).

    Hochbegabte empfinden anders uns sind ANDERS, sie haben es nicht leicht als Minderheit. Jemand der dann mit diesem Begriff so achtlos umgeht, tut sowohl meiner Arbeit als auch allen HB Menschen keinen Gefallen, im Gegenteil! Dabei hat Herr Hüter laut eigenen Angaben selbst einen hochbegabten Sohn, offenbar aber trotzdem kein hinreichendes Wissen.
    Nicht umsonst (der Begriff Hochbegabung zusammengeschrieben ist wissenschaftlich festgelegt), verwendet Gerald Hüther für eines seiner Bücher den Begriff getrennt: „Hoch begabt“, welchen er allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit bewusst gewählt hatte (Polarisieren/Marketing).

    Jedes Kind kommt mir einem Talent auf die Welt, welches es zu entdecken gilt. Heutzutage ist nicht nur die Schule Schuld, dass dieses verloren geht, die Eltern selbst tragen mittlerweile maßgeblich dazu bei.
    Im Übrigen halte ich Ken Jebsen mit großer Sicherheit für hochbegabt!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hochbegabung

    • @Micha Primus

      Den Begriff „hochbegabt“ auf 98 % der Menschen, also auf praktisch jeden anzuwenden, wie Hüter es tut, verbietet schon die begriffliche Logik. „Hochbegabt“ ist nach allgemeinem Sprachgebrauch eine Steigerung des Begriffes „begabt“ und dient zur Unterscheidung der herausragend Begabten von den „nur“ Begabten. Zugleich wird damit Hochbegabung als Ausnahmeerscheinung gekennzeichnet, die nur auf eine Minderheit zutrifft. Denn ginge es lediglich um die Unterscheidung in etwa gleich großer Gruppen von Begabten, Begabteren und weniger Begabten, bräuchte es das zusätzliche Wort „hoch“ nicht. „Hoch“ soll ausdrücken, dass etwas so besonders ist, dass es eine seltene Ausnahme von der Regel darstellt.

      Was Hüter meint, müsste er richtigerweise als „talentiert“ bezeichnen und nicht als „hochbegabt“. Dann ergibt sich ohne weiteres ein Sinn, der auch unmittelbar einleuchtet, ohne dass man hierzu wissenschaftliche Studien kennen muss: dass jeder Mensch mit einem ganz individuellen Talent auf die Welt kommt, ist doch eigentlich eine Binsenweisheit. Und dass deshalb jeder Mensch seinem Talent entsprechend möglichst individuell gefördert werden sollte, ist nur die logische, humanistische Konsequenz daraus. Und deshalb ist es umso wichtiger, diesbezügliche Defizite in der Gesellschaft zu erkennen, um den Missständen abzuhelfen.

      Gerade bei der Hochbegabung zeigt sich sehr anschaulich, wie wichtig es ist, Begriffe klar voneinander abzugrenzen und nicht zu verwirren, wenn man zu den richtigen Erkenntnissen gelangen will. Der Begriff der Hochbegabung muss wegen ihrer ganz spezifischen Problematik reserviert bleiben zur Beschreibung des Sondersachverhalts, den Sie ansprechen.

  4. Etwas zu reformieren bedeutet beispielsweise eine Haufen Kot in Form eines Haufens in die Form einer Pyramide zu quetschen…es bleibt aber Schei….also was ändert sich? Nichts! Dieses Schulsystem, den wir fanatisch unsere Kinder zum Fraß vorwerfen (engagierte Lehrer mühen sich redlich, die Misere zu mildern) verdient den Namen nicht. Es ist ein Unterdrückungssystem und die Vorbereitung auf die Sklaverei (bei uns etwas komfortabler) des Konsums und den Zinses!

  5. Einen Schritt nach dem anderen. Erst muss man erkennen in welchem System wir leben, dann den Kindern erklären welchen Zweck es verfolgt und man mangels (echten) Alternativen, sie dieses durchlaufen müssen, aber nicht verinnerlichen.

    Man steuert also gegen. Die nächste Generationen weicht dann dank erworbenem Wissen die Struktur weiter auf…

  6. Veränderung dieser Misere ist system-initiativ nicht zu erwarten.
    Sie wird auf private Initiativen setzen müssen mit dem Risiko nicht als gleichwertig anerkannt zu werden und durch die Mehrheit der bereits Geschädigten, – die das bestehende System durchlaufen haben, konditioniert wurden und es selbst goutieren -, boykottiert und diffamiert zu werden.
    Das System wird sich sogar noch verschlimmern MÜSSEN, weil die Misere, die das System selbst erzeugt, wächst und damit das gedeckelt werden kann braucht das System noch Unbewusstere, noch Unfähigere, noch Abhängigere als derzeit und deshalb werden die Standards weiter sinken, damit es möglichst unter der Wahrnehmungsschwelle der Depravierten bleibt, dass das System ein Riesenmurks ist.

    ‚Dank‘ der Karrieregeilheit, Statuslüsternheit und Standesdünkelbesessenheit viel zu vieler wird das auch gelingen.

    Eine echte Reform ist so also unmöglich.
    Alternative Lebensweisen, die ein Absetzen aus dem System ermöglichen, sind europaweit denkbar selten möglich bis total verunmöglicht worden – weil das System natürlich daran kein Interesse haben kann und deshalb dieses stigmatisiert, diskreditiert, sanktioniert.

    Und die Hemmschwelle sich und seine Kinder bewusst vorsätzlich dem maximalen Stress der Repression auszusetzen ist verständlicherweise sehr groß.

    Wer also da etwas verändern will, muss eine Antwort darauf haben, wie eine auskömmliche Existenz außerhalb des Systems möglich sein soll und beispielgebend andere erleben lassen können.

    • @Deagel-Beagle
      Ein System kann nicht von innen heraus reformiert werden, wenn die einem System innewohnenden Regeln genau dieses System schaffen und stabilisieren, aber eben kein anderes System zulassen. Ein System kann dann nur aufgegeben und durch ein anderes ersetzt werden.

    • @Deagel-Beagle
      Es war nicht besserwisserisch gemeint, nur freundlich-zustimmend😃

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