KenFM zeigt: Dr. Daniele Ganser: „Medienkompetenz – Wie funktioniert Kriegspropaganda?“ (23.10.2015)

Wie funktioniert Kriegspropaganda und was kann man dagegen tun?

Unter dieser Überschrift lud der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser am 23.10.2015 nach Berlin in das Kino Babylon.

Aufgrund der enormen Nachfrage sprach der Schweizer an zwei zusätzlichen Tagen vor ausverkauftem Saal über die Mechanik der Propaganda. Der Fokus lag natürlich auf der Macht der Massenmedien. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag wenn es darum geht, ein Volk auf einen Krieg vorzubereiten.

Im Vorfeld erschaffen die Massenmedien ein Feindbild. Angst als Hebel, und das Verbiegen der Wahrheit als Ziel. So wurden und werden Kriege medial vorbereitet. Wer sich davor schützen will, gerade dieser Tage, muss ins Archiv der Geschichte. Es geht darum, das Muster der Mechanik zu dechiffrieren, die Techniken uns Ausspielkanäle der Kriegspropaganda zu benennen.

Ganser ist als Historiker, der nur anhand von Fakten argumentiert, längst selbst ins Fadenkreuz der Propagandamaschine geraten. Dennoch beugt er sich nicht dem Druck, der auch – oder gerade – auf Wissenschaftler ausgeübt wird und der vor allem über die zahllosen Kanäle der Rüstungsindustrie die wirtschaftliche Zerstörung der Abtrünnigen zum Ziel hat.

„Für den Triumph der Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“

Ganser tut aber nicht nichts. Er tut viel. In diesen Zeiten, in denen Krieg längst wieder alltäglich geworden ist, gibt es nur noch wenige Wissenschaftler, die ihre Stimme erheben und auf ihr Gewissen hören. Dr. Daniele Ganser ist einer von ihnen.

56 Kommentare zu: “KenFM zeigt: Dr. Daniele Ganser: „Medienkompetenz – Wie funktioniert Kriegspropaganda?“ (23.10.2015)

  1. Wenn das Leben kurz ist und man deshalb das Dessert zuerst essen sollte , wäre es sicher nicht falsch zu sagen : erst den Vortrag ansehen und dann einen Fernseher kaufen ….falls man diesen dann noch möchte 🙂
    Dazu muss ich sagen : seit ich mich mit alternativen Medien, Meinungen und Berichten auseinander setzte besitze ich keinen Fernseher mehr( hat auch gar nicht weh getan)……..der würde mich nur vom Dessert ablenken.
    Unterhaltungssendungen schaue ich trotzdem….aber gezielt und online…ohne Werbung die mir meine Lebenszeit unnötig verkürzen würde.

  2. Ein sehr guter Vortrag von Daniele Ganser. Ich war dabei. Wer das Gesagte einmal aufgenommen hat und sich seine Meinung aktiv selber bildet, wird in die Lage versetzt hinter die Kulissen zu blicken. Wir -der Westen-, die wir die Welt mit Kriegen überzogen haben, sind nicht die Guten. Jeder kann dazu beitragen das dies publik wird. Kriegstreibern und Waffenexporteuren muss das Handwerk gelegt werden. Ken Jebsen, sein Team und Daniele Ganser sind diesbezüglich Aktivisten, denen unser Dank gebührt.

  3. Dass die Türme atomar gesprengt wurden (im Zusammenspiel mit den mehr als deutlich zu sehenden Brandbomben zur Zerstörung der oberen Stockwerke) halte ich auch für völlig offensichtlich. Aber es stehen ja trotzdem noch viele Fragen offen. Auch ganz wesentliche: Erfolgte die Sprengung als eigentliche Tat oder – das vermute ich – als Resultat von Erpressung (etwa mit der Behauptung, dass in den Nordturm ein Atomsprengkopf geschossen wurde, dessen Detonation ganz New York vernichten würde)?
    Es ist plausibel, dass die US-Regierung auch diese Variante nicht veröffentlichen will. Und viele andere Fragen sind ja auch unklar. Ich habe den klaren Eindruck, dass Medienpropagandisten da mehr involviert sind als es meist behauptet wird. Ich vermute, dass skrupellose Medienakteure sogar Erpressungspotential haben gegenüber der US-Regierung. Es gibt ja sicher einige ‚Leichen‘ im Keller, die die Medien derzeit verheimlichen oder an deren Fake sie beteiligt waren. Und es gibt viel Zusammenspiel zwischen Medien und Armee in den USA. Das sind natürlich nur vage Theorien, aber ich denke, in diese Richtung muss ermittelt werden.

  4. Unter der Überschrift „Wenn der Staat lügt: Desinformation im demokratischen Rechtsstaat“ untersucht Professor Dr. Kirsten Schmalenbach die Frage, „ob und gegebenenfalls wann der Staat die Öffentlichkeit „belügen” darf.“ Erschienen ist der Beitrag im Jahr 2005 in der Neuen Zeitschrift für Verwaltungsrecht, NVwZ 2005, 1357.

    Professor Dr. Kirsten Schmalenbach geht dabei vor allem auf den Eingriff in Verfassungsprinzipien und Grundrechtspositionen ein und stellt die Rechtfertigungsfähigkeit staatlicher Desinformation dar. Im Ergebnis stellt sie fest, dass „nach der derzeitigen Rechtslage die Desinformation durch den Staat in der Regel verfassungswidrig ist“.

    Ich empfehle diesen Beitrag besonders den nach Medienkompetenz strebenden jungen Menschen.

  5. War wieder und wie immer sehr spannend. Auf weitere 500 000 liebes KenFM Team.
    Wir haben es in der Hand.
    Teilen liken und wie ich es so oft tu. Mit so einer Begeisterung weiter erzählen das jeder Neugierig wird und mit der Zeit ,zum Glück , auch kritisch.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz und ich habe gerade mein Handy weggepackt bis Montag. Timeout 😀

  6. schöner Beitrag und gute Tips!

    Ich habe einen gleich mal in die Tat umgesetzt und bin nach langer Zeit der Abstinenz mal auf die Seite von SPON gegangen.
    Was drängt sich mir da ganz Oben auf? Passend zum aktuellen Märchen der russischen Schuld an den Flüchtlingsbewegungen und überhaupt ist ein größeres Essay über Syrien.
    Ich habe mir dann gleich mal „Assad, IS, Rebellen: Die Fakten zum Krieg in Syrien“ http://www.spiegel.de/politik/ausland/krieg-in-syrien-alle-wichtigen-fakten-erklaert-endlich-verstaendlich-a-1057039.html
    zu Gemüte geführt.
    Ironie on/ Ich war voller Vorfreude, endlich einmal diese Gemengelage in der Levanthe einfach und verständlich erklärt zu bekommen./Ironie off

    Gleich im 2. Slide, zu den Schlüsselereignissen, springen mir die Zeilen:
    „März 2011 – In der Stadt Daraa verhaften die Behörden Kinder und foltern sie, weil sie regimekritische Slogans an Hauswände gemalt hatten, die sie aus TV-Berichten über den Arabischen Frühling kannten. Die Eltern fordern ihre Freilassung, doch die örtlichen Behörden reagieren mit Spott: „Macht neue.“ Prompt gehen Hunderte Bürger auf die Straße. Damaskus schickt Panzer und Soldaten.“ etc.pp. in die Augen.

    „Aha“, denke ich mir „der Klassiker: Kinder!“.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/krieg-in-syrien-alle-wichtigen-fakten-erklaert-endlich-verstaendlich-a-1057039.html#sponfakt=2

    Nun erinnere ich den Tip von Daniele Ganser und beginne zu recherchieren:
    Google (oder DuckDuckGo) aufrufen und „Daraa Kinder Folter Syrien“ eingegeben:
    http://www.google.de/?gws_rd=ssl#sout=1&q=Daraa+Kinder+Folter+Syrien

    Nun zum ältesten Zeitungsartikel (die meisten sind aus den Jahren 2013-2015): FAZ.net vom 24.03.2011 – also ziemlich nah dran.
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/massaker-in-daraa-syrien-erklaert-demonstranten-den-krieg-12711.html

    Da schreibt Markus Bickel unter der Überschrift: „Syrien erklärt Demonstranten den Krieg“ folgendes: „Am vergangenen Freitag waren in der Stadt an der Grenze zu Jordanien Proteste ausgebrochen, weil die Behörden mehrere Schulkinder verhaftet hatten. Die sieben bis elf Jahre alten Kinder hatten freiheitliche Parolen an Häuserwände gesprüht. Der Versuch, die Demonstrationen gewaltsam zu beenden, trieb jedoch täglich mehr Leute auf die Straße. Nach Angaben des Damascus Centers for Human Rights Studies waren allein bis Mittwoch in Daraa 36 Menschen getötet worden.“ (Hervorhebung von mir)
    Endlich eine Quelle – aber nur für die getöteten Demonstranten in der Folge der behaupteten Verhaftung und Folter der Kinder. Im weiteren Verlauf heisst es dann noch „zitiert HRW einen Bewohner der Stadt“ und „Augenzeugen zufolge bereits 20.000 Menschen auf der Straße.

    Dann zu Wiki, um zu sehen, welche Quellenlage sich dort zeigt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dar%CA%BF%C4%81
    „Darʿā war Ausgangspunkt der ersten Proteste gegen die Regierung Baschar al-Assads und damit auch Anstoßpunkt für den Bürgerkrieg in Syrien. Im Februar 2011 wurden 15 Kinder in Darʿā festgenommen und beschuldigt regimekritische Parolen an das Schulgebäude gemalt zu haben.[6] Die Eltern der Kinder berichteten, dass ihre Kinder im Gefängnis geschlagen und gefoltert worden seien.[7]
    Im Bereich der Al-Omari-Moschee kam es daraufhin im März 2011 zu Protesten und in dessen Folge zur Erstürmung der Moschee durch Sicherheitskräfte. Dabei gab es mehrere Tote und Verletzte.[8] „

    Da war sie wieder , die Story.
    Diesmal mit den angeblichen Eltern als Zeugen (hmmm) und 4 Links in den Fußnoten:

    Lea Frehse: Daraa. In: Süddeutsche Zeitung, 19. September 2015, S. 10.
    Raniah Salloum: Vier Jahre Krieg in Syrien: Es begann mit einem Kinderstreich. Spiegel Online, 15. März 2015.
    Joe Sterling: Daraa: The spark that lit the Syrian flame. In: CNN, 1. März 2012; abgerufen am 15. März 2015.

    Eskalation zwischen Demonstranten und Regime. (Memento vom 25. März 2011 im Internet Archive) In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. März 2011.
    Dieser link funktionierte bei mir nicht daher; habe ich einen anderen gesucht – der aber der in Bezug genommene Artikel sein muss:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/syrien-eskalation-zwischen-demonstranten-und-regime-1608119.html
    Diese Quelle ist ganz interessant, weil sie obwohl nur einen Tag vor Markus Bickels Bericht veröffentlicht, mit keinem Wort die Kinder erwähnt – dafür aber wieder als Quellen „nur“ Augenzeugen. (Autor: F.A.Z./her. )

    Ich erwarte ja von Wikipedia NIX, aber diese Quellen aus dem Jahr 2015 (!) habe ich mir gar nicht erst angesehen und erzeugen bei mir nur ein KOPF-> TSCH

    Inzwischen bin ich schon überzeugt, dass die Geschichte eine klassischen Kriegspropagandalüge sein muss.

    Aber ich google noch Markus Bickel – scheint ein honoriger und ernstzunehmender Journalist zu sein – aber stützt sich natürlich auch nur auf Hörensagen:
    „Neben Ägypten ist Syrien das wichtigste Land Deiner Berichterstattung. Wie berichtet man über diesen Konflikt, vor allem wenn man zurzeit kaum selbst hinfahren kann?
    Ich versuche, es über die Nachbarländer zu machen. Ich bin häufig im Libanon, aber auch im Nordirak und in Gaziantep in der Türkei, wo die Gegenregierung ihren Sitz hat. Dort treffe ich Aktivisten, Flüchtlinge und Oppositionspolitiker. Dadurch fehlen mir zwar die direkten Drähte zum Regime, aber was dort gesagt wird, bekomme ich über die Syrische Nachrichtenagentur SANA mit oder Freunde, die Syrien weiter bereisen und in Regierungskreisen verkehren. Klar: Es ist ein Berichten vom Rande des Konflikts und nicht aus seinem Herzen, aber ich sehe mich auch nicht als Kriegsreporter, sondern versuche, Zusammenhänge darzustellen und einzuordnen.“
    Quelle: http://www.alsharq.de/2014/interviews/gegen-den-mainstream-interview-mit-faz-nahostkorrespondent-markus-bickel/

    Nun aber zu der einzigen scheinbar halbwegs belastbaren Quelle: Damascus Centers for Human Rights Studies.

    Hier: http://www.dchrs.org/english/news.php?aboutus
    Auf dem Home – Bildschirm fallen einem als erstes massenhaft verletzte, verschüttete oder gar tote Kinder ins Auge.
    Das ist sehr schrecklich – deswegen habe ich die About Us Seite verlinkt.

    Wo die ihren Sitz haben, konnte ich mangels Zeit nicht rausfinden aber folgendes hat mich eher davon abgebracht diese Organisation als Quelle ernstzunehmen: „DCHRS is registered in Washington D.C in the United States as a non-profit NGO holding 501 c 3 Tax-exempt status.“
    Ich wollte noch Frau Karin Leukefeld per Mail nach dieser obskuren NGO befragen – sie hat zu denen bestimmt was zu sagen – aber eigentlich hat mir das gereicht und ich habe enttäuscht mein Selbstexperiment „Leitmedien konsumieren“ beendet.

    Danke, Herr Dr. Ganser für die Anregung zu dieser aufschlussreichen Reise in die Kriegspropaganda. 😉

    • Super @Haddock !!! Das nenne ich mal eine echte Vorzeige-Recherche, ohne Wenn und Aber und bar jeglicher Ironie. Dafür ein großes DANKESCHÖN!!!

      Ich bin schon lange zu der Überzeugung gelangt, daß die meisten „Augenzeugen“ bei solchen Gelegenheiten, ob sie sich jetzt als Menschenrechtsorganisationen oder sonstwas ausgeben, us-gesteuert sind. Nicht umsonst hab ich schon vor Jahrzehnten Vance Packard und Neil Postman gelesen, um einen Vorgeschmack dafür zu erhalten, was uns an massenmedialer Beeinflussung, insbesondere über das Fernsehen noch so alles bevorsteht. Nachdem mir das alles klargeworden war, habe ich eiligst und erschrocken darüber, wie wenig man sich sonst dagegen wehren kann, Radio und Fernseher entsorgt. Das war vor gut 35 Jahren 🙂

      http://www.irwish.de/bin/Packard.zip
      http://www.irwish.de/bin/Postman.zip

  7. Engangierter mutiger Mann. Meine Meinung ist, dass die Menschen die Frieden auf unserem Planeten haben wollen auch gleichzeitig Verzicht üben „müssen“. Für die Meisten trifft der Begriff „müssen“ ersteinmal zu. Das es nicht so sein muss steht auf einem anderen Blatt. Ohne Verzicht …ohne teilen…ohne Kooperation und Verständniss wird es nie Frieden auf diesem Planeten geben. Unser Lebensstandard in „unserer“ westlichen Gemeinschaft fordert 80-90 % der Verbrauch der Ressourcen-heraus. Materialismus gegen Religionen….Ein System wo alles vom Geld abhängig ist, kann doch nicht von sich behaupten es hätte moralische Werte? Woraus bestehen denn unsere westlichen Werte? Worauf stützen sie sich? Wir solllten unsere Standards überdenken. Aber wer will schon teilen und davon etwas abgeben? Stattdessen schaut man lieber weg und wartet auf den großen Crash.

  8. Kommentar zum Artikel: KenFM zeigt: Dr. Daniele Ganser: „Medienkompetenz – Wie funktioniert Kriegspropaganda?“ (23.10.2015)
    Artikel

    Auch von mir ein riesiges Dankeschön für die Bereitstellung dieses hochbrisanten Vortrags von Dr. Daniele Ganser, auf den ich erst durch die Lektüre seiner Doktorarbeit über die NATO-Geheimarmeen in Europa aufmerksam wurde – nein, stimmt nicht ganz: durch das erste Gespräch, das Ken Jebsen mit Herrn Ganser geführt hatte. Dem Vortrag über Medienkompetenz ist im Grunde nichts weiter hinzuzufügen, doch könnte für den „Einsteiger“ in das Thema der Realitätskonstruktion und der Hintergründe, wie die Wahrnehmung riesiger Menschenmassen von einigen wenigen überhaupt möglich ist, durchaus interessant werden, weitere Informationsquellen zu erforschen.

    Zuerst einmal sei festgestellt, daß die Manipulation der Wahrnehmung nicht wirklich neu ist, im Gegenteil, sie ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Bereits Schamanen und Medizinmänner bei früheren oder auch heute noch existierenden sog. Naturvölkern scheinen darüber mehr zu wissen als der Durchschnittsbürger, der kaum je auf die Idee kommt, an seiner Wahrnehmung zu zweifeln oder sich überhaupt mit ihr zu befassen. Doch schon im Tier- und Pflanzenreich scheint Täuschen und Tricksen an der Tagesordnung, was immer mal wieder gerne als Rechtfertigung für die Massenmanipulation durch Massenmedien herangezogen wird, so wie die Gewalttätigkeit einiger Schimpansen in Zoos oder auch in Urwäldern zur Rechtfergigung von Gewaltbereitschaft und Kriegen herhalten müssen.

    Ich kann mich noch gut an mein erstes Buch über Medienmanipulation erinnern. Das war von Karlpeter Arens und der Titel lautete schlicht: „Manipulation Kommunikationspsychologische Untersuchung mit Beispielen aus Zeitungen des Springer-Konzerns“. http://www.irwish.de/pdf/Arens_Manipulation.pdf Das Buch wurde 1971 geschrieben, da war ich gerade 11 Jahre alt, und natürlich hab ich es erst ein paar Jahre später gelesen, nachdem ich mich vom Einfluß meines repressiven Elternhauses befreien konnte. Im Vorwort stand auch gleich, wovon dieses Buch handelt:

    Die vorliegende Untersuchung soll mit ihren verschiedenartigen Frageansätzen einen interdisziplinären Beitrag für ein besseres Verständnis der politischen und sozialen Rolle manipulativer publizistischer Prozesse und ihrer subtilen Verankerung in systembedingten sozialen Mechanismen liefern.

    Und weil Vorworte gewöhnlich dazu dienen, die Erwartungen an den eigentlichen Buchinhalt zu erhöhen, steht da auch noch der folgende Absatz:

    Wieviel unbemerkte herrschaftsgebundene Ideologie und manipulative Beeinflussung liegt beispielsweise in der von jedem gestandenen Journalisten bei der Information über einen möglichen Arbeitskampf geradezu stereotypisiert vorgenommenen Verbindung des Begriffs »Streik« mit den Vokabeln »drohen« und »Gefahr«. – »In der Metallindustrie droht Streik!« oder »Streikgefahr in der Metallindustrie!«: Hinter diesen scheinbar sachlich-objektiven Überschriften steckt in Wahrheit die Diskriminierung eines verfassungsmässig verbrieften Rechts der von Besitz und Verfügen ausgeschlossenen Arbeitnehmer, steckt eine autoritäre Abwehrhaltung gegen den offenen Austrag von gesellschaftlichen Konflikten und steckt eine wirtschaftsromantische Demokratiefeindlichkeit, die den Menschen zum Objekt einer mythisierten Wirtschaft degradiert. Man mag es als wirtschaftliche Notwendigkeit oder demokratische Anpassung an die Bedürfnisse und das Verständnisniveau der Leser drehen und wenden wie man will: Unter dem institutionalisierten Druck der verlegerischen Profitorientierung, die redaktionell sowohl eine konsumgerechte Informationsauswahl und Informationsaufbereitung als auch eine nahtlose Anpassung an die Interessen der Werbewirtschaft – d.h. an die Moral der Warengesellschaft – impliziert, hat sich hinter dem Anschein der qualifizierten Informationsleistung die journalistische Zielformation praktisch auf eine ökonomische Aufgabe, die marktkonforme und marktstabilisierende Verkaufsleistung, verschoben.

    Zugegeben, das Buch ist nicht wirklich leicht zu lesen, aber doch einleuchtend in der angewandten Gründlichkeit, mit der der Autor Zusammenhänge aufdeckt, die auch heute noch einer breiten Bevölkerungsmehrheit weitgehend verborgen bleiben. Das wird in folgendem Zitat besonders deutlich:

    Wie ungenügend der herrschende Begriff von Manipulation durch sachliches Verständnis für den realen manipulativen Zusammenhang der Gesellschaft gedeckt ist, wird deutlich, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß Manipulation – als Steuerung der Individuen auf prärationale Verhaltensweisen wider ihre eigenen objektiven Interessen und Bedürfnisse – sich in unserer Gesellschaft ja nicht unter direkter äußerer Terroreinwirkung vollzieht, sondern von den Individuen in subjektiver Freiheit nach verinnerlichtem sozialem Leitwert und konditionierten Vorurteilsreaktionen auf gelernte Signale hin selbsttätig vollzogen wird.

    Das herrschende System der social control, das sich im Bürger durch ein seinem Verstand vorgeschalteten Normensystem als Selbstzensur repetiert, funktioniert nur solange, wie der manipulativ korrumpierte Souverän sich die Ausbeutung seiner Sehnsüchte und seines Bewußtseins nicht vergegenwärtigt und seine subjektive Freiheit durch sichtbare oder erkannte Manipulation nicht zur Farce wird. Die Aussicht auf wachsende kritische Einsicht der Individuen in die manipulativen Techniken der sozialen Strategie ist zweifellos gering. Nicht nur, weil die Menschen bei der Abwesenheit von spürbaren von außen aufgenötigten Zwängen in der etablierten Gesellschaft jene Glücks-, Freiheits- und Befriedigungsmöglichkeiten erleben, die ihnen durch Erziehung, Sozialisation und Reklame als präfabrizierte Leitbilder eingeimpft worden sind, sondern auch, weil mit der Entleerung (und Verharmlosung) des Begriffs Manipulation zur stereotypen Schablone die Realität der Manipulation gegen begriffliche Erkenntnis ebenso abgedichtet wird wie gegen konkrete Erfahrung.

    Der überragende Vorzug der unsichtbaren Verhaltenssteuerung durch verinnerlichte Moral, Abwehrmechanismen und konditionelle Reize liegt für die gesellschaftlich herrschenden Gruppen darin, daß die Individuen in der Befangenheit ihres falschen Bewußtseins bei der Begegnung mit kritischer Reflexion und Aufklärung, die ihr Problembewußtsein in der Regel überfordert, selbständig jene erlernten Abwehrmechanismen einleiten, die sie gegen unliebsame Realität und ihrem Selbstwertgefühl zuwiderlaufende Einsichten schützen.

    Ergänzend zu den komprimierten, aber dennoch sehr ausführlichen Darstellungen von Arens möchte ich den bereits in den vorangegangenen Kommentaren erwähnten Paul Watzlawick empfehlen. Sein bereits 1967 erschienenes Buch „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“ http://www.irwish.de/pdf/Watzlawick_Wie_wirklich_ist_die_Wirklichkeit.pdf

    klärt auf unkonventionelle und amüsante Weise darüber auf, was die sogenannte Wirklichkeit tatsächlich ist. Denn sie ist keineswegs das, was wir naiv „Wirklichkeit“ zu nennen pflegen, sie ist vielmehr das Ergebnis zwischenmenschlicher Kommunikation, was Watzlawick mit vielen verblüffenden Beispielen belegt.

    Aus dem Vorwort:

    Dieses Buch handelt davon, daß die sogenannte Wirklichkeit das Ergebnis von Kommunikation ist. Diese These scheint den Wagen vor das Pferd zu spannen, denn die Wirklichkeit ist doch offensichtlich das, was wirklich der Fall ist, und Kommunikation nur die Art und Weise, sie zu beschreiben und mitzuteilen. Es soll gezeigt werden, daß dies nicht so ist; daß das wacklige Gerüst unserer Alltagsauffassungen der Wirklichkeit im eigentlichen Sinne wahnhaft ist, und daß wir fortwährend mit seinem Flicken und Abstützen beschäftigt sind – selbst auf die erhebliche Gefahr hin, Tatsachen verdrehen zu müssen, damit sie unserer Wirklichkeitsauffassung nicht widersprechen, statt umgekehrt unsere Weltschau den unleugbaren Gegebenheiten anzupassen. Es soll ferner gezeigt werden, daß der Glaube, es gäbe nur eine Wirklichkeit, die gefährlichste all dieser Selbsttäuschungen ist; daß es vielmehr zahllose Wirklichkeitsauffassungen gibt, die sehr widersprüchlich sein können, die alle das Ergebnis von Kommunikation und nicht der Widerschein ewiger, objektiver Wahrheiten sind.

    Wer sich vor der Lektüre dieses zugegeben nicht nennenswert weniger anstrengenden Werkes erst einmal einen Überblick verschaffen möchte, dem sei ein Audio-Vortrag Watzlawicks zum Thema empfohlen:

    https://www.youtube.com/watch?v=krIqjUUlfC8

    • den Erkenntnissen aus dem Vorwort kann ich nur beipflichten. Die Sprache stellt eine fundamentale Gewichtigkeit dar in ihrer Auswirkung auf unsere vermeintliche Realität. Spannend dass die vielen „Glückstrainer“ und Motivationstrainer dieser Welt dies zwar in ihren Seminaren gut verkaufen können, aber die Erkenntnisse daraus für das alltägliche Leben blieben aus. Damit zu arbeiten kann urplötzlich ein Gewahrsein eröffnen, das buchstäblich das Leben verändert. Wahrscheinlich wird die Untersuchung diesbezüglich unterlassen, weil Sprache als Kommunikationsmittel eine zu hohe Aufmerksamkeit erfordern würde erstmal genau zu prüfen, was denn der Mensch wirklich mitteilen möchte und was es mit ihm selbst macht.

      Wie im Auszug aus dem Wortwort ersichtlich werden könnte, wurde auch da das Wörtchen ist genutzt. Nun, wenn es heute an Aktualität kaum eingebüsst hat, dann weil alles zu jeder Zeit konstant und immer wiederholden mit dem Wörtchen IST geschrieben wird, obwohl es in Wahrheit gewesen war. Dies war die erste Manipulation die bisher nur wenigen Menschen aufgefallen war.

      Wenn jemand davon spricht oder schreibt dass etwas so ist – gerade jetzt – in diesem Augenblick, obwohl es vor 5 Minuten geschehen war, verleitet dazu, die Menschen glaubhaft zu machen es gäbe einen Jetzt – Zustand. Selbstverständlich gibt es diesen Zustand auch. Allerdings gelingt es nur wenigen Menschen (budh. Mönche und ein paar Anderen) in diesem Zustand zu verweilen, denn darin „ist“ jeder Zeitfaktor unmittelbar aufgehoben. Letztendlich hat es auch mit Physik zu tun. Wer sich mit der Quantenphysik ein wenig beschäftigt wird dem sicherlich auf die Spur kommen dürfen.

      Die Erfahrung hierüber jedoch bedarf des Gewahrseins eines jeden Einzelnen um es wahrhaftig zu erleben. Ein jedes Begreifen „Denken“ wird es kaum auslösen können.

      Auf alle Fälle hat mich obige Ergänzung sehr erfreut, weil es mir Hoffnung schenkt, dass dieser Schüssel hoffentlich bald auf breiterer Ebene erkannt werden darf.

  9. Wobei man schon sehr viel kennt aus anderen Vorträgen von Herrn Dr. Ganser, dennoch sehenswert. Mir persönlich gefällt an Herrn Dr. Ganser sehr, dass er die Teilnehmer nicht in eine trübe Stimmung entlässt, sondern abschließend immer noch etwas positives vermittelt. Super Mann!

  10. Hallo noch mal, ihr habt ja alle Recht!!! Euro Arbeit in aller Ehre. Die ganzen Lings u Erklärungen sind super, nur die die sich hier in dem Forum befinden wissen doch schon das sie von den Medien verascht werben sonst wären sie doch nicht hier!!! Es ist toll das ihr euch die Finger wund schreibt, aber wäre es nicht effektiver wenn jeder von uns diese Punkte dem WDR oder anderen Instuitionen des Öffentlich-Rechtlichen Fernseh schreibt. Wenn die jede woch hunderte u bald tausende solcher Briefe bekommen, müssen auch die Irgendwann reagieren. Herr Ganser hat ja Recht wenn er sagt wir müssen vergleichen, aber aber am besten wäre sich den Scheiß garnicht mehr Anzuschauen (außer als Wiederholung im Internet). Wenn keine Einschaltquoten mehr da sind, eure Briefe ihnen zeigen das ihr den mist nicht mehr sehen wollt, dann passiert vielleicht mal etwas. Nur so kann Gewaltfreier Protest funktionieren!!!
    MFG René

    • Ich würde mir das auch wünschen. Aber ob es etwas bewirkte?
      Da gerade die grossen Medien im Mainstream Aktiengesellschaften sind, und teilweise auch so gross sind, dass sie Konkurrenzprodukte gleichfalls besitzen, sind sie nur noch beschränkt von den Inhalten, die sie so drucken, abhängig. Einige mehr, andere weniger oder gar überhaupt nicht mehr…
      Aber vermutlich schreiben einige, die sich hier die Finger wund tippen, auch Beiträge in (Mainstream)-Zeitungsforen. Vielleicht bewirkt das ein Bisschen was.

    • Profile photo of Systemgegner Systemgegner sagt:
      11. Februar 2016 at 07:01

      Hallo noch mal, ihr habt ja alle Recht!!! Euro Arbeit in aller Ehre. Die ganzen Lings u Erklärungen sind super, nur die die sich hier in dem Forum befinden wissen doch schon das sie von den Medien verascht werben sonst wären sie doch nicht hier!!!

      Das stimmt sicher in gewisser Weise. Andererseits gibt es z.B. bei manchen Foren oder Plattformen eine Zensur. Das habe ich bei einem sehr bekannten Videoportal auch mal erlebt. Das heisst, wenn ich etwas öffentlich schreiben möchte, kann es zunächst sinnvoll sein, dies in dem Rahmen zu tun, der das auch sehr tolerant zulässt.

      Es ist toll das ihr euch die Finger wund schreibt, aber wäre es nicht effektiver wenn jeder von uns diese Punkte dem WDR oder anderen Instuitionen des Öffentlich-Rechtlichen Fernseh schreibt.

      Wenn die jede woch hunderte u bald tausende solcher Briefe bekommen, müssen auch die Irgendwann reagieren.

      Das ist ein guter Gedanke. Die Thematik in der Aufklärung von wertvollen oder wertverzerrter Berichterstattung findet hier zunächst einen guten Boden – warum?

      Menschen finden sich gerne zunächst mit Gleichgesinnten zusammen und möchten auch das Gefühl der Bestätigung haben.

      Dazu z.B. auch ein sehr gutes Beispiel das Interview KenfM mit Dieter Dehn:

      Min: 31:35 – 32:03Ken Jebsen: “ Ich hab immer angenommen, vielleicht war ich naiv, dass .. Künstler .. vor allem Künstler sind, weil sie besonders sensibel sind. Sie haben sich ihre Sensibilität erhalten und sie haben auch eine Verantwortung; vor allem wenn sie Lieder machen, die kein Schlager sind – nichts gegen Schlager – aber wo ich das Gefühl habe, jaa, die weisen auch drauf hin .., dass ist nicht nur darum geht .. das Fußball läuft, Bier billig ist und man schnell auf der Autobahn fahren kann. Dazu zähle ich Herbert Grönemeyer, dazu zähle ich auch Reinhard Mey, dazu zähle ich auch natürlich Konstantin Wecker, aber wenn Sie jetzt sagen, die müssen ja nicht mutiger sein, als die Anderen, hab ich dann was falsch verstanden?“

      Min: 32:03 – 32:26 Dieter Dehn: “ Ja. Ich denke, man sollte.. der Mensch kann nie höher springen, als der eigene Arsch. Das liegt an der Physik. … Und Menschen werden stärker, wenn andere mit dabei sind. Niemand ist individuell; holt sich selbst individuell wie Münchhausen am eigenen Stupee aus dem Sumpf der Feigheit. Da müssen andere mit bei.“

      Min: 32:27 – 32:29 Ken Jebsen: “ Aber was haben die Geschwister Scholl gemacht? Die haben sich doch auch keinem angeschlossen?“

      Min: 32:30 – 32:57 Dieter Dehn: „Wir reden immer wieder von ’nen paar wenigen Ausnahmen. Und das wird, alle 10 Jahre mal , alle 20 Jahre mal .. gibt’s das. Im Wesentlichen haben wir es mit Menschen zu tun, die so feige sind wie ich. Und die brauchen politische Organisationen. Auf Ihre Frage vorhin, warum ich mich politisch organisiert habe: weil ich tendenziell eher feige bin. Und weil ich andere brauche, in der Situation, wo sie mir das Kreuz brechen wollen. Und das ist es gut, wenn man organisiert ist.. “

      https://www.youtube.com/watch?v=qM5oESBYVaY

      Dieser kurze Ausschnitt beschreibt im Wesentlichen, was ich auch denke, Systemgegner.

      Viele Menschen sind tendenziell eher feige, brauchen eher die Gemeinschaft, bevor sich etwas entwickeln und verändern kann.

      Abgesehen von der Feigheit, braucht es auch mehrere Menschen mit Konsens um Petitionen, Aktionen, Demonstrationen ins Leben zu rufen, die in der Masse Wirkung zeigen.

      Und da ist KenFm sicher eine bessere Anlaufstelle, als der WDR.

      Denn der WDR ( Vermutung: tendenziell eher Mainstreamprogramm, mit wenigen Ausnahmen inhaltlicher Art) wird kaum so eine breite Solidarität verschiedener Ansichten in den Kommentaren ermöglichen, wie KenFM, möchte ich behaupten.

      Vergleiche dazu :

      http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/wdr_dok/videomyescapemeineflucht100.html

      Dort ist zwar der Link für Kritik. Aber die öffentliche Kritik ( welche als Diskussionsgrundlage dienen könnte) gibt es dort nicht aufgeführt – warum nicht? lässt sich nun spekulieren…

      Herr Ganser hat ja Recht wenn er sagt wir müssen vergleichen, aber aber am besten wäre sich den Scheiß garnicht mehr Anzuschauen (außer als Wiederholung im Internet). Wenn keine Einschaltquoten mehr da sind, eure Briefe ihnen zeigen das ihr den mist nicht mehr sehen wollt, dann passiert vielleicht mal etwas. Nur so kann Gewaltfreier Protest funktionieren!!!
      MFG René

      Die Meßbarkeit von Einigkeit und Zugehörigkeit ist in einem Forum stärker, als einzelne oder dutzende Briefe an den WDR zum Beispiel.

      Denn der WDR wird ( mit großer Wahrscheinlichkeit) nicht öffentlich kommentieren : „ah jetzt haben wir Brief nr. 500, oder Brief nr. 10.000 erhalten“ – ( siehe dazu den genannten Link)

      Es ist aber sehr wichtig, dass die Menschen nicht nur annehmen können, dass Ihre Äußerungen Gehör finden können, sondern auch Feedback erhalten.

      Damit sich eine Dynamik entwickeln kann. Wenn keine Rückmeldungsoptionen möglich sind, lässt sich etwas ( ein Beitrag) zwar konsumieren oder Briefe schreiben, aber die Wirkung des Konsums oder der geschriebenen Briefe ist schwer meßbar.

      Grundsätzlich finde ich die Idee mit den Briefen gut. Es ist, vermutlich, für viele User auch eher gut, sich auszutauschen..

      ist aber auch schwer jetzt fest zu machen – denn wer schreibt jetzt in den Kommentar : „ja.. ich habe einen Brief geschrieben“ und dann schreiben es 50 weitere auch = der WDR hat mindestens 50 Briefe erhalten – und was hat sich danach verändert?

      Das sich etwas ändern kann, wenn die Briefe gelesen werden, ist denkbar – aber wie gut ist es meßbar??

    • @Systemgegner: Die Idee, quasi mit einer Flut an Emails die Systempresse zu fluten, um die dortigen Verantwortlichen zu einer wahrheitsgetreuen Berichterstattung zu bewegen, klingt auf den ersten Blick zwar ganz gut, dürfte aber nur geringe Erfolgsaussichten haben. Unerwünschte Emails werden gewöhnlich gelöscht, und zwar ebenso gelöscht wie unerwünschte Kommentare auf den Online-Portalen der betreffenden Zeitungen. Die wollen das doch gar nicht wissen! Die Verantwortlichen sind ihren Transatlantik-Vereinen verpflichtet, die Angestellten ihren Vorgesetzten. Wer bezahlt die Miete, wer die nächste Rate für’s Haus oder für’s Auto? Eben. Glaubst du im Ernst, da würde einer aufmucken? Nie im Leben! Wer aufmuckt, fliegt raus. Allerdings möchte ich dich damit nicht davon abhalten, es dennoch zu versuchen, Mitstreiter zu gewinnen und so einen gewissen Stechmücken-Effekt zu produzieren.

      Zeitungen gehören Privatunternehmen, die Gewinn machen wollen. Die Zeitungen sind nicht, wie viele heute noch immer zu glauben scheinen, Informationsquellen, sondern Reklameblätter, die man mit Geschichten auflockert, damit die Reklame nicht so auffällt. Die Zeitungen verdienen ihr Geld nicht mit dem Verkauf ihrer Produkte, sondern mit den Werbeeinnahmen. Das Geld, das vom Leser für den Erwerb einer Zeitung verlangt wird, muß der Leser nur deshalb bezahlen, damit er das Gefühl hat, die Zeitung stelle einen eigenständigen Wert dar, nämlich den der unvoreingenommenen Berichterstattung. Diesen Wert besitzt sie aber nicht wirklich, denn in Wirklichkeit wird die Zeitung dazu verwendet, Werbung an den Mann zu bringen, Schleichwerbung noch dazu, denn Reklameanzeigen werden gerne im Kontext eines vorangegangenen oder auf der nächsten oder selben Seite stehenden Artikels platziert. Du liest also gerade was über Betrug bei VW, und auf der nächsten Seite wirbt BMW für seinen neuen WasWeißIch-Sprinter mit garantierten Abgaswerten etc. Oder andersherum: Einer Zeitung liegen diverse Reklame-Aufträge vor, und der dort Verantwortliche überlegt sich, welche Artikel dazu wohl passen könnten.

      Zeitungen und Privatfernsehen sind Institutionen, mit denen das Establishment die zu melkenden Schafe und Kühe – alle Nicht-Besitzenden, also alle die nicht über Produktionsmittel oder Kapitalsammelbecken verfügen – direkt manipuliert. Und die Öffentlich-Rechtlichen sind Institutionen, mit denen die Polit-Mafia, die wiederum dem Establishment gehorcht, direkt manipuliert. Und du und dein Blog oder deine Facebook-Seite sind … nichts.

      Für viele Zeitungen wäre es günstiger, ihre Zeitung zu verschenken, weil die Preise für die Zeitungen nicht die Kosten für den Absatz einspielen. Dennoch wird die Zeitung weiterhin verkauft statt verschenkt, denn hinter dem Zeitungspreis steckt ein alter psychologischer Trick:

      Wenn du für etwas Geld ausgegeben hast, hältst du es für wertvoller, als wenn man es dir geschenkt hätte. Noch weiter heruntergebrochen: Wenn du in irgend etwas investiert hast, sei es Geld, Energie, Aufmerksamkeit oder Zeit, besteht eine Verbindung zwischen dir, also deinem Selbst, und der Sache, in die du investiert hast. Du kannst diese Sache nun nicht mehr so einfach loslassen, ohne dabei einen Verlust zu empfinden. Das gilt auch für Haltungen, Einstellungen, Weltbilder etc. oder auch für Produkte und Hersteller bzw. Firmen, die mit dem Produkt verbunden sind. Überall da, wo du bereits investiert hast, bist du quasi gebunden und möchtest es behalten. Dieser Trick ist nicht wirklich verwerflich, denn er wird z.B. auch in der Therapie angewendet. So erhob damals die Anlaufstelle für Drogensüchtige in meiner Stadt einen kleinen Beitrag z.B. für die Teilnahme an einer Therapie, mit der man sich das Rauchen abgewöhnen können sollte. Wenn ich dafür etwas bezahle, dann bleibe ich eher bei der Stange, als wenn ich die Therapie umsonst erhielte.

      Da ich das alles auch nicht immer gewußt habe, möchte ich an dieser Stelle ein weiteres Buch empfehlen, das mir vor vielen Jahren als Zugang zu diesen ganzen Tricks diente. Es handelt sich um „Die Psychologie des Überzeugens“ von Robert B. Cialdini, einem Psychologie-Professor an der Arizona State University:
      http://www.irwish.de/pdf/Cialdini_Psychologie_Überzeugens.pdf (18 Megabyte)

    • Warum habe ich mit diesen Reaktionen gerechnet? Weil sie immer so sind!!! Es sind immer die gleichen Argumente die man zu hören bekommt wenn man etwas bewegen oder machen möchte!
      Macht es Sinn oder nicht !!! Dieser und Jener haben dazu das geschrieben!
      Freunde wenn jeder so Denkt, passiert gar nichts!!! Ob es im Endeffekt etwas bringt oder nicht kann man doch immer erst im nach hinein sagen. Klar löschen sie diese Mails, aber Briefe z.B kann man nicht Löschen. Die sind erst mal da und sie produzieren Arbeit. Zeitungen Finanzieren sich über Ihre Auflagen, wenn Sie keiner mehr kauft müssen die Verlage umdenken! Fernseh- Finanziert sich auch über Werbung, die Gebühr für Werbeblocks errechnet sich durch die Einschaltquoten zu der jeweiligen Sendung die gerade läuft……usw. Schreibt Ihnen ich habe früher immer ihre Zeitung gelesen, Ihre Sendung geschaut aber wegen diesen und jenen Gründen mache ich das jetzt nicht mehr. Klar wenn das 100 machen, bringt das nichts. bei 1000 vielleicht auch nichts, aber bei 10000 sieht das schon anders aus!
      Und was kostet es an mühe? Einen Brief oder Mail zu schreiben! Das meinte ich, ihr schreibt euch hier die Finger Wund.
      Wenn es nichts bringt? Na und hat doch nicht viel mühe bereitet!!! Aber die Herrschaften wissen da ist eine breite Masse die sich das nicht bieten lässt!
      Schaut euch mal die Friedensdemo in Berlin oder auf Rammstein an. KenFM hat jetzt glaube ich 500000 User. Nachdenkseiten und andere Foren auch etliche 10000 und bei der Demo bekommen wir 2000-3000 Leute zusammen weil jeder so denkt wie ihr. Bingt das was? Nein mit 2000-3000 nicht aber mit 5000000 sähe die ganze Sache anders aus.
      EinFreund schrieb mir zu meinen Info Ständen in Köln die gleichen Argumente. Dabei weiß er gar nicht wie ich diese Aufziehe. Große Foto Plakate aus Syrien die den Kreislauf, Bomben-Zerstörte Städte-Tote und Verletzte Flüchtlingsströme zeigen, dazu daneben die gleichen Bilder aus dem 2 Weltkrieg, denn Bilder sagen mehr als Worte!
      Dazu noch eine Knackige Überschrift und ein paar aufgelistete Fakten, z.B was uns die ganzen Kriegseinsätze kosten (denn was Interessiert den Bürger am Meisten, die Kosten die Ihm entstehen !?!)
      Bringt das etwas?! Ist mir schnuppe ob ich 10,100 oder 1000 Leute erreiche, aber ich fühle mich gut dabei weil ich etwas getan habe!!!
      MFG Rene

    • 1. finde ich den Austausch unglaublich belebend (ich lese viele der hiesigen Kommentare). Es ist wie Wasser für eine sonst vertrocknenden Pflanze.

      2. Die Wahrheit und Zusammenhänge, die hier dargelegt werden, findet „Abnehmer“, die das in die Welt hinaustragen. Das ist bereits Aktivismus.

      3. Ich schreibe HIER, weil ich denke, es bringt tatsächlich MEHR als dem WDR einen Beschwerdebrief zu schreiben.

      Denn:

      Zum Irak-Kriegsbeginn habe ich eine Petition an den Petitionsausschuss gegeben – und eine STANDARD Antwort erhalten! Einen Dreizeiler mit Verweis und anschließendem Zitat der Uno-Resolution 14XY, die den Angriffskrieg auf den Irak legitmiert haben soll. Auf meinen -stellvertretend für eine ganze Interessengruppe versandten- im BRIEF dargelegten Sachverhalt und Fragen wurde NICHT eingegangen.

      …und letztlich stellt der WDR zur Beantwortung der Briefe vielleicht einen Deppen mehr dafür ein, diese zusätzlichen 5 Briefe pro Tag zu beantworten – Beschwerdebriefe allein kriegen das elitär-korrupte System einer Medienmacht mit Deutungshoheit nicht platt..vielmehr ist imho öffentliche Aufklärung hilfreich. Und das machst du mit bildgewaltigen Info-Ständen hervorragend!

      Lasst euch nicht entmutigen – Veränderungen müssen sich erst durchsetzen und dazu permanent artikuliert werden. Inzwischen sind wir so viele, dass wir Wände gemeinsam einrennen können.Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

  11. Von mir ebenfalls Lob an dem Vortrag. Vor allem die Ansprache an die Jugend hat mir sehr gefallen.

    Was mir jedoch vollkommen missfallen hat ist, dass tatsächlich TELEPOLIS als eine tolle Alternative Zeitung/Platform dargestellt worden ist.
    Herr Ganser, ich bitte Sie! Als Friedensforscher ein solch rechtes Pegida-Toilettenpapier, welches gegen Flüchtlinge hätzt und durch und durch radikalisierend wirkt, zu preisen, ist doch schon fast eine Blamage.

    Ich hoffe Sie nehmen TELEPOLIS aus ihren doch sonst durch & durch fabelhaften Vorträgen wieder raus. Als ich das heute gesehen habe, musste ich erst einmal schlucken. Vorallem weil es die anderen Alternativen Medien die sie in ihrer Präsentation abgebildet haben schlecht darstehen lässt.

    Vielen Dank,
    einer ihrer vielen jungen Fans (21)

    • Was genau hat Dich denn an TELEPOLIS derart verärgert? (ôô)

      Ich lese dort seit vielen Jahren regelmäßig, fast täglich.
      Klar bin ich nicht immer einverstanden mit dem, was Rötzer, Mühlbauer oder Nowak manchmal so von sich geben.
      Aber genau das ist doch der Punkt: TELEPOLIS ist nicht einseitig. Da schreiben auch ganz viele tolle Autoren.

      Ich abooniere auch COMPACT.. Warum? Weil ich wissen will, was drinsteht ;o)
      Da tut sich was.. Um nicht zu sagen, da braut sich was zusammen. Das ignorieren zu wollen fände ich dumm.
      Außerdem stehen da auch mitunter recht kluge Beiträge drin. Nachdenkenswert.

      Selbst bei Sascha Lobo scheint sich was zu tun:
      http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-zu-donald-trump-wir-schlittern-in-die-schreispirale-a-1076632.html
      „Und ob außer Trump, AfD und dem seinem Politgespür hinterherirrlichternden Seehofer diese neuen, politischen Kommunikationsformen auch durch Kräfte aktiviert werden können, die andere Maßstäbe haben als nur den 2016 digital gewordenen Stammtisch. Menschlichkeit zum Beispiel, um mal etwas Absurdes zu nennen.
      Wow.

      Verdammung ist nicht der Weg zur Erkenntnis. Ganz im Gegenteil.

    • Telepolis als rechtes Seite? Ich lese bereits seit Jahren – hin und wieder – Artikel auf TELEPOLIS und mir ist nicht aufgefallen, dass hier gegen Flüchtlinge gehetzt wurde. Verwechselst du TELEPOLIS vielleicht mit Compact?

      Wäre dir sehr verbunden, wenn du das nachreichen würdest.

    • Ups, das tut mir jetzt leid!!!
      ToKa, du bist ganz richtig mit deiner Vermutung… ich habe im Affekt einfach Telepolis mit Compakt verwechselt.
      Ich nehme alles wieder zurück! Habe noch nie einen Telepolis artikel gelesen. Kann also dazu keine Aussage machen.

      Das COMPACT Magazin habe ich jedoch schon einige Male durchgelesen.Das Blat hat mich doch sehr schockiert, waldbaer.
      Ich bin der Meinung, dass man solch rechtes Gedankengut, welches sich als links ausgibt, nicht mit zu den alternative Medien zählen kann, da es rechte Häze schon seit Jahrzenten gibt, wie auch den Wunsch der Rechten, die Linken mit in den Dreck zu ziehen.

      Mein erster Kommentar tut mir sehr leid, kommt nicht wieder vor. Sorry an Telepolis & dessen Leser & Leserinnen. Ich schaue es mir demnächst einmal genauer an.
      Schade, dass es hier keine Löschfunktion für eigene Kommentare gibt..

    • Bitte nicht schon wieder in dieses leidige rechts-links-Thema abgleiten.
      …und das hier keine beiträge gelöscht oder gar bearbeitet werden können, ist sehr gut!

  12. Der Vortrag den ich unter dieser Überschrift erwartet hatte, hat „Mausfeld – Warum Schweigen die Lämmer“ bereits gehalten.
    Ich fand es jedoch gut auf Klassiker wie „Propaganda“ von Barneys zu verweisen. Was mir etwas fehlte war die Herausarbeitung von Prinzipien. Die Beispiele waren ja treffend aber was wichtig ist um Kriegspropaganda zukünftig zu erkennen und nicht nur wie ein Historiker erst im Nachhinein zu realisieren, ist es nötig zu wissen was der Wirkmechanismus ist.
    Also typische Narative zu erkennen z.B.:
    – Leid von Kindern Frauen und Alten, die uns plötzlich interessieren
    – Massaker die einen Aufschrei auslösen
    – Bedrohung durch die Irratinalität des Gegners, das Herabwürdigen des Gegners
    – Plötzlich gefährliche Nationen mit angeblich neuen Waffenpotentialen
    usw.

    Arthur Ponsonby hat schon 1928 das Buch: „Falsehood in War Time“ geschrieben. Darin beschreibt er sehr systematisch die verschiedenen Erzählungen, die sehr Wirkungsvoll waren aber im großen und ganzen gelogen. Darauf basierend hat Anne Morelli 2004 in ihrem Buch „die Prinzipien der Kriegspropaganda“ genau das getan was ich im Vortrag von Dr. Ganser vermisst habe, sie nahm die Beispielbasis von Ponsonby und arbeitete die Prinzipien heraus.
    Matthias Brökers hat dazu auch einen Artikel auf Telepolis geschrieben:
    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42386/1.html
    Darin geht es hauptsächlich um Propaganda während des Kriegs und nicht ausschließlich um die Propaganda in Vorbereitung zu Kriegen. Die Prinzipien waren folgende:

    1. Wir wollen den Krieg nicht.(wir müssen aber leider eingreifen um Massaker zu verhindern)
    2. Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.(Irak hat WMD, Lybien und Syrien schießt auf die eigene Bevölkerung)
    3. Der Führer des Gegners ist ein Teufel.(Putin, Assad, Ahmadinedschad, Hussein, Gaddhafi, Milosovitch…)
    4. Wir kämpfen für eine gute Sache.(Against an Axis of Evil)
    5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.(ABC-Waffen im Irak, Lybien, Syrien, Personenminen im Kosovo)
    6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.(Brutkastenlüge, MH17, Ethnische Säuberungen vs. Kollateralschaden, Flüchtlingsströme)
    7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.(Wir Gewinnen schon seit Jahren, Gefallene kommen nicht ins TV)
    8. Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.(American Sniper, fast jeder dritte Hollywoodfilm)
    9. Unsere Mission ist heilig.(…And God bless the united States of America)
    10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.(Snowden, Manning, Assange)

    Allein an den Kriegen mit Deutscher Beteiligung hätte man all das zeigen können.
    sei es durch die Posse die zum Krieg 1871 geführt hat, zum 1. und 2. WK oder die Kriege auf dem Balkan, vor Somalia im Libanon, Mali und nun Irak.

    • Danke an Bill Hicks für diese Ergänzung. Man sollte bitte auch das Propagandamodell von Chomsky und Herman berücksichtigen, das sich vor allem an den ökonomischen Interessen an einer verzerrten Berichterstattung abarbeitet:
      Die fünf zentralen Prinzipien sind: 1. Die Eigentümerstruktur (= Konzentration/Verflechtungen der Konzerne), 2. Die Einnahmequellen des Mediums, 3. Die Quellen (Journalisten greifen oft nur auf Pressemitteilungen zurück), 4. Reputationsverlust durch Behandlung ‚kritischer‘ Theman („Flak“-Feuer) sowie 5. der latente bis offene Antikommunismus als Hintergrundideologie.

      Quelle: https://goo.gl/t6qoQd

      Das Propagandamodell wird auf Deutsch z.B. im Buch „Media Control“ (http://goo.gl/9Xofmf) von Chomsky vorgestellt und im mit Edward Herman verfassten Buch „Manufacturing Consent“ (etwa: Fabrikation von Zustimmung [durch die Masse]) elaboriert: https://goo.gl/tMGZPe

    • @ignaz
      Stimmt Chomskys „Manufacturing Consent“ ist wohl eines der wichtigsten Beiträge zum Thema Medienversagen.

      Ich bin der Meinung das es sich nicht Hauptsächlich um Medienmanipulation oder gar Lügenpresse handelt, sondern um massives Massenmedienversagen. Ich will damit nicht behaupten das es nicht direkte Eingriffe von Geheimdiensten oder Lobbygruppen alá Atlantikbrücke in der Berichterstattung gibt, von der Kommerzialisierung und Propagierung kapitalistischer Denkmuster ganz zu schweigen.

      Aber der Fehler ist nicht das es diese Gruppen und Interessen gibt, das kann man ja nicht verhindern, sondern das so viele Journalisten sich darin ergeben und schreiben was gefühlt genehm ist im von der Politik gestaltenten Zeitgeist, oder wie Gramsci meinte die kulturelle Hegomonie anbeten, es selbst vielleicht nicht einmal reflektieren. Was unerträglich ist, ist die unglaubliche Bequemlichkeit echte Fragen nicht zu stellen und wie sie schon sagten lieber auf Agenturmeldungen und Natopressesprecher Verlautbarungen zu hören und diese unkritisch und unkommentiert weiter zu verbreiten, ökonomische Zwänge halte ich da meist für Ausreden, denn Portale wie KenFm beweisen ja das die Leute durchdachte und Hinterfragende Medienbeiträge nachfragen.

      Chomsky hat sich ja eher den Systemimanenten Faktoren gewidmet das Massenmedien gar nicht anders können als die herrschende Ideologie zu reproduzieren, zumindest solange ein Journalist von Verkaufszahlen seiner Artikel abhängig ist und vom Segen seines Redakteurs und der Wiederum von Anzeigen und Zugang, der durch Einschleimen bei den Mächtigen erkauft wird durch gefällige Presse, siehe Doktorarbeit von Uwe Krüger.

      Chomsky und viele andere gingen ja auch noch auf ein weiteres Problem ein. Die Masse an Nachrichten, News wie sie Dr. Ganser nannte, welche wirklich wichtige Debatten ins Abseits drängen, sei es durch voyeuristische Ekelshows oder Spektakel-Narkotikum nach dem Muster Brot und Spiele. Hier bin ich auch anderer Meinung als Dr. Ganser, wie kann man geistig unterbegabte, überbezahlte, sportlich befähigte Werbetafeln und das ganze Spektakel, Marketing und das äußerst blutige Geschäft dahinter als Berieselung und Erholung relativieren. Selbst Quentin Tarrentino äußerte einmal das er überrascht war über das Deutsche Kino zur Zeit des 2. WKs, das hauptsächlich aus Heimatfilmen bestand, also seichter Unterhaltung, auch das ist eine Form der Kriegspropaganda. Wer fühlt und begreift denn in unserem Land das wir uns seit Jahren im Kriegszustand befinden.

      Selbst beim Irakkrieg 2 war die Nachricht, dass die IAEO kontrollieren konnte und keine Beweise für WMD vor dem Krieg finden konnte, vorhanden. Aber es ging im lauten Marktgeschrei und Kriegsgebrüll unter. Fast alles wichtige wird ja berichtet, wie sonst könnten wir es wissen und darüber diskutieren, aber die Medien versagen mit trauriger Regelmäßigkeit zum Zeitpunkt, wo es wichtig wäre die Debatte so zu gestalten, das Fehler wie Kriegsabenteuer politisch nicht durchsetzbar wären.

      Ein weiteres gutes Buch zum Thema ist „Mira Beham – Kriegstrommeln“. Was sich darin herauskristalisiert, ist, dass es bisher immer so war, dass die Lüge die den Krieg entfachte schneller um die Welt geht, als die viel Komplexere Wahrheit, die eventuell ein Eingreifen verhindert hätte. Heute haben wir mit dem Internet fast Echtzeit und Globale Abdenkung und dennoch scheint es gut vorbereiteten Lügnern immer noch zu gelingen die Öffentliche Meinung so zu überrumpeln sodass kaum noch einer was gegen Krieg sagen kann ohne als „Putinversteher“, „Terroristenfreund“ oder „Yoga-Matten Pazifist“ verunglimpft zu werden.

  13. Hallo zusammen

    Ich schätze Daniele Ganser’s Arbeit ebenfalls sehr, besonders seine klare und einfache Art, Zusammenhänge zu erklären. Es ist selbstverständlich, dass er sich bei Aktualitätsthemen (zB. IS/Syrien) vorsichtig äussert und als Historiker einfach versucht, die entscheidenden Fragen herauszukristallisieren und Vergleiche zu ziehen.
    Ich finde aber, beim Thema 9/11 ist er zu unpräzise, bzw. hat nicht genau genug hingeschaut, das möchte ich im Folgenden kurz begründen, auch wenn 9/11 jetzt nicht das Hauptthema von Ganser’s Vortrag war:

    Richtig ist, dass 3 Türme zerstört wurden. Was Ganser und ganz viele 9/11 Forscher aber völlig ausser Acht lassen, ist, dass ALLE Gebäude des World-Trade-Centers zerstört wurden, nicht nur die 3 Türme. Das WTC bestand aus 7 Gebäuden, auch wenn WTC 3, 4, 5 und 6 keine Türme waren. Das kann man sehr gut nachvollziehen auf Luftbildern des Ground zero, bzw. Karten, welche die Gebäude zeigen, als sie noch standen. Es wurden insgesamt sieben Gebäude zerstört, und bei allen muss der genaue Hergang geklärt werden, nicht nur bei den drei Türmen. In WTC 6 z.b. klaffte ein riesiges, erklärungsbedürftiges Loch (siehe Luftbilder Ground zero). Auch wichtig ist: Die zwei Haupttürme wurden anders zerstört, als WTC 7, dessen Einsturz tatsächlich eine klassische Sprengung vermuten lässt. Ganser sagte dazu richtig: Die beiden Haupttürme sind „pulverisiert“ worden. Wie können 180’000 Tonnen Stahl „pulverisiert“ werden? Wo sind die Türme hin? Denn sie kamen nicht wirklich unten an, eben: „pulverisiert“ ist richtig beobachtet. Kann eine Sprengung DAS verursachen?
    Auch sieht es Ganser offenbar als erwiesen an, dass diese zuvor von Flugzeugen getroffen wurden. Ich denke, da hat er noch nicht genau genug hingeschaut: Ist es wirklich möglich, dass Flugzeuge (im Grunde dünne Aluminiumschläuche) bei ihren Einschlägen komplett in diesen Gebäuden, deren Fassaden aus 1 Meter dicken Stahlträgern bestanden, verschwinden können? Ist wirklich möglich, was uns diese Einschlagsszenen zeigen? Oder müssten die Flugzeuge nicht eher einfach an der Fassade zerschellt sein, statt rückstandslos hindurchzurauschen und Löcher zu hinterlassen? Ausser während der Einschlagsszenen sieht man auch keine Flugzeuge oder deren Trümmer auf den Bildern. Ich vermute, diesen Einschlagsszenen ist nicht zu trauen.
    In diesem Sinne möchte ich auf einen Film und einen Vortrag hinweisen, die ich für sehr bemerkenswerte und wichtige Beiträge in der 9/11- Debatte halte. Trotzdem es darin auch Widersprüche gibt, weil sie sich auf verschiedene Aspekte konzentrieren.
    Zu den Flugzeugen (?) eine Dokumentation, die sich mit digitaler Videotrickserei beschäftigt und diesbezüglich Fragen stellt:
    https://www.youtube.com/watch?v=gORu-68SHpE
    Und zur tatsächlichen „Pulverisierung“ der beiden Haupttürme ein Vortrag von Frau Dr. Judy Wood, die sich mit struktureller Mechanik sehr gut auskennt und ebenfalls sehr interessante Fragen aufwirft:
    https://www.youtube.com/watch?v=vadSaWyiozg

    Beste Grüsse zusammen, auch ans KenFM-Team.

    • Bei einer entsprechend ausgeführten Sprengung kann natürlich schon eine ‚Pulverisierung‘ passieren. Einiges deutet meines Wissens auch auf eine atomare Sprengung hin. Wichtig: Es kann natürlich auch eine Kombination aus atomarer und ‚herkömmlicher‘ Nanothermit-Sprengung durchgeführt werden. Herkömmliche und atomare Sprengung schließen sich nicht aus.
      Hierzu gibt es folgende recht wenig beachtete, aber meiner Meinung nach eindeutig ermittlungsrelevante Geschichte:
      http://911research.wikia.com/wiki/Sakher_Hammad
      Hier geht es um einen Sakher Hammad und eine Katherine Smith.
      – Katherine Smith stellte an Immigranten illegal Führerscheine aus
      – Einer dieser Immigranten, Sakher Hammad, hatte einen Zugangspass für die Katakomben des World Trade Centers einige Tage vor 9/11 (atomare Sprengungen werden aus den Kellergeschossen gezündet)
      – Dieser Zugangspass wurde offenbar nicht auf offiziellem Weg vergeben, sondern von einer ‚Denko Mechanical Ltd.‘, die nicht(!) offiziell beauftragt war
      – Katherine Smith wurde auch nach Aussagen des FBI einen Tag vor dem Gerichtstermin per Autobombe umgebracht
      – Sakher Hamad wurde mittels einer (sehr hohen) Kaution freigelassen.

      Hier gibt es einige Ansatzpunkte und auch Bedarf für Ermittlungen: Wer ist ‚Denko Mechanical Ltd.‘ und wer zahlte die Kaution? Was macht Sakher Hamad jetzt? Usw.

    • @Michael Kanellos:

      Ich versuchs kurz zu machen, weil 9/11 hier nicht das Hauptthema ist. (Hätte nicht damit beginnen sollen;-)
      Aber ganz im Sinne der Medienkompetenz: Das Schwierige, bzw. das Problem mit dieser Geschichte, die sie hier verlinkt haben, ist, dass man einfach nichts davon überprüfen kann. Primärquellen gibt es nicht. Sie hängt sogar in wesentlichen Teilen einfach an Aussagen des FBI, dem gerade in Fragen um 9/11 mit grosser Skepsis zu begegnen ist. Meiner Meinung nach ist da sogar auch Desinformation in Betracht zu ziehen. Auch sind wir bei dieser Theorie (nicht abwertend) schon weit beim „wie“ und beim „wer“, aber soweit ist die Debatte (leider) noch nicht. Man muss sich erst mal darauf verständigen, was passiert ist, was wir überhaupt gesehen haben. Und zu diesem Zweck schienen mir die beiden Beiträge, die ich oben verlinkte, geeignet.
      Wenn ich einfach nur nehme, was auf den Bildern der Zerstörung des WTC, die wir alle kennen, zu sehen ist, dann kann ich als Unbeteiligter daraus noch keine Theorie schliessen, sondern bloss Fragen ableiten. Frau dr. J. Wood formuliert zwar zum Schluss ihres langen Vortrages eine Theorie, die man selbst jetzt auch schwerlich überprüfen kann, aber relevanter sind ihre dargelegten Beobachtungen, die man tatsächlich selbst nachvollziehen kann. Und so verhält sich das auch mit den sehr fragwürdigen Einschlagsszenen.

    • Ich halte die Smith-Hamad-Geschichte sicher nicht für eine Theorie, denn das FBI macht ja hier eine Aussage, die mit der offiziellen Version unvereinbar ist. Eher ist anzunehmen, dass hier Ermittlungen abliefen, obwohl sie von etwaigen Vertuschern nicht erwünscht sind. Es ist in den seltensten Fällen eine ganze Organisation korrumpiert. Ich nehme das daher als Fakten an. Hier geht es um offiziell nicht autorisierte Zugangspässe wenige Tage vor den Anschlägen in kritische Bereiche des World Trade Centers, die sich im Besitz einer Person fanden, die mittels eines illegal erstellten Führerscheins unterwegs ist. Eine Komplizin wird ermordet, bevor sie vor Gericht aussagen kann. Die einzige Frage hier ist meines Erachtens, warum da nicht massivst ermittelt wurde. Das wirft Fragen auf, und legt die Theorie nahe, dass hier eine Spur ist.

    • PS: Mit dem obigen ‚unvereinbar‘ meine ich: Wenn das FBI die offizielle Version stützen wollte, hätte es diese frappierende Sache nicht sogar vor Gericht gebracht. Also ist hier anzunehmen, dass das pure Fakten sind, der Mord ohnehin, aber auch der Ausweis.

    • Hm..Ich merk‘ schon, dass ich diesbezüglich noch etwas nachlesen muss. Das sind gute Argumente. Möglich auch, dass verschiedene Techniken zum Einsatz kamen, um diese Gebäude zu zerstäuben. Man sieht halt bei diesem Vorgang auch zig-tonnenschwere Gebäude-Elemente, die sich während des Falls, nicht mehr angebunden an den Rest des Turms, in Staub auflösen. Das lässt mich zweifeln, ob sowas eine Reaktion auf eine Sprengung sein kann. Ich wusste schon, dass einige Stockwerke vor diesem Ereignis wegen Renovationsarbeiten gesperrt waren, ist natürlich möglich, dass da eine Sprengung, oder eine teilweise Sprengung (Hilfssprengung) vorbereitet wurde. Einige Beschädigungen der verbliebenen Stahlträger lassen vielleicht einen Einsatz von Nanothermit vermuten. (Die Schmelz-Spuren). Von dem Mord wusste ich nichts, zugegebenermassen.
      Dass das FBI aber imstande ist, falsche Fährten zu legen und irrezuführen, halte ich halt auch für denkbar. Um das Ereignis 9/11 taten die das ja kaum was anderes, plakativ ausgedrückt. Und da die offizielle Story nicht zu halten ist…wer weiss?
      Das Ding mit der Atombombe, oder Mini-Atombombe, kann mich nicht so recht überzeugen. Ich hätte auch nichts über eine darauf folgende Verseuchung gelesen. Aber je nach dem, wenn die tief im Boden ist..? Andereseits standen die Türme im Hudson River, durch einen Deich geschützt, der nicht zerstört wurde. Passt irgendwie nicht so recht. Schwer zu beurteilen; wir werdens hier nicht auflösen können.
      Bleibt nur am Ball zu bleiben, aber auch skeptisch zu sein und genau hinzuschauen…

      Grüss‘ dich, war interessant!

    • Wie 9/11 ablief ist ja inzwischen aufgeklärt, bekannt und bewiesen, dank eines unfreiwilligen Zeugen und Spezialisten, der im Zentrum der Vorbereitungen war und der für seine Veröffentlichung viel riskiert hat. Es ist physikalisch die einzig plausible und denkbare Lösung. Alles andere ist Ablenkung, bewusst oder unbewusst:

      https://www.youtube.com/watch?v=vNuKAdGlxFo (Original)

      https://youtu.be/LLmAkt7otlo?t=7m37s (Deutsch)

      Sein Buch ist hier:

      http://www.mediafire.com/download/p8kdj6mhzcaccr6/9-11thology-third_truth_v4_full.zip

  14. Durch Ganser habe ich zum ersten Mal überhaupt vom WTC7-Einsturz erfahren und mir sofort ein Video dazu angeschaut. Dann war die Sache mit der Sprengung eindeutig.
    Immer, wenn ich in eine Gruppe von Menschen frage, „Wusstet ihr, dass am 11. Sept noch ein drittes Gebäude in New York eingestürzt ist?“, weiß es maximal ein Einziger. 1-2 andere sagen: „Ja ja, das Pentagon“.

    Gibt noch mehr gute Aufweckbeispiele, die leicht nachzuprüfen sind, gegen die man einfach nichts sagen kann. Die man sich ohne Verschwörungstheorien nicht erklären kann.

    Zum Thema Medienkompetenz (als User):
    1. Suchen Sie sich die Infos selber
    2. Nehmen Sie ein digitales Timeout
    3. Lesen Sie Bücher
    4. Hören Sie Musik
    5. Hören Sie Vorträge
    6. Du sollst nicht fernsehen
    7. Meiden Sie News
    8. Konsumieren Sie Radio & Zeitungen kritisch
    9. Prüfen Sie die Quelle
    10. Seien Sie die positivste Person, die Sie kennen
    – Ich schätze, dass fast jeder Mensch diese bei sich wiedererkennt, wenn er möchte. Auch „inkompetente“ Mediennutzer.

    Ganser geht viele gute, eindrucksvolle Beispiele durch. Und zwischendurch kommt sowas wie: „Das ist zB Kriegspropaganda. So läuft das. Bleiben Sie wachsam.“

    Mir fehlt aber noch bisschen absolut Grundlegendes.
    – Empfänger. Eine Nachricht oder ein Argument kann absolut unterschiedlich aufgenommen werden. Man kann erst ARD, dann RT schauen und trotzdem ausschließlich RT als Schwachsinn und Propaganda abtun. Oder Ken, einfach wegen seiner Art zu sprechen, für nen Wirrkopf halten.
    – Sender. Kann der überhaupt neutral sein?
    Weil es nur eine Handvoll Medienkonzerne gibt. 1/3 davon Ölfirmen, 2/3 Rüstungsfirmen. (Welche sind das eigentlich? Gibts gute Erläuterungen oder Schaubilder mit Unterfirmen usw? Danke)

    • Mir fehlt aber noch bisschen absolut Grundlegendes.
      – Empfänger. Eine Nachricht oder ein Argument kann absolut unterschiedlich aufgenommen werden. Man kann erst ARD, dann RT schauen und trotzdem ausschließlich RT als Schwachsinn und Propaganda abtun. Oder Ken, einfach wegen seiner Art zu sprechen, für nen Wirrkopf halten.
      – Sender. Kann der überhaupt neutral sein?
      Weil es nur eine Handvoll Medienkonzerne gibt. 1/3 davon Ölfirmen, 2/3 Rüstungsfirmen. (Welche sind das eigentlich? Gibts gute Erläuterungen oder Schaubilder mit Unterfirmen usw? Danke)

      zu dem Punkt Empfänger: Ganser sagt ja mehrere Male im Vortrag, dass an der Ansicht „Feuer“ oder „Sprengung“ ein ganzes Menschenbild hängt.

      Das möchte ich gerne mit einem kurzen Beitrag von Paul Watzlawik ( hinsichtlich Konstruktivismus) untermauern:
      https://www.youtube.com/watch?v=3dkrIN3Is1U&list=PLDAA3B34A7307B44D

      Die Grundpfeiler für die Ansicht von Dingen, kommen durch das Umfeld, die Erziehung, die Schule und eigene Erfahrungen zustande. Und können sich auch bis zu einem gewissen Punkt verändern.

      Was richtig oder falsch ist, wird geprägt sein, vom persönlich herrschenden Menschenbild.

      Sehe ich die Dinge eher wie George Friedmann, oder z.B. Daniele Ganser? Und welches Menschenbild hängt dahinter?

      Bei Friedmann ist die Sichtweise von strategischen, stütztenden, imperialen Gedankengut geprägt.
      Bei Ganser ist die Sichtweise von gutem Menschenverständnis und Kommunikation geprägt. Der ausdehnende, imperiale Gedanke spielt dabei keine zerstörerische Rolle. Sondern es geht Ganser um friedliche Kommunikation miteinander.

      Und unter diesen Gesichtspunkten kann RT oder ARD geschaut werden:

      – welche Inhalte zeigt ARD z.B. heute?

      Beispiel: Berichte vom 10.02. oder 08.02.

      Bericht : tagesthemen 08.02 :

      https://www.youtube.com/watch?v=azL2rQy7rb4

      Dort wird betont, dass es „russische Bomben“ gewesen sind. Das ist der Berichterstattung wichtig- kein anderes Land ( USA z.B.) wird erwähnt, welches bombardiert… verdächtig „wachsam bleiben“..

      “ wie Assad und Putin das syrische Volk behandeln…“

      diese Aussage kommt ziemlich am Anfang – inhaltlich wird transportiert, dass die Türkei die Flüchtlinge in Syrien halten möchte, aber medizinisch versorgt… –

      Zitat tagesthemen: Minute 2:40 – 2:57 :

      An der Grenze erzählt man sich, das Assad-Regime gewinne mit Unterstützung der russischen Luftwaffe, nicht nur in der Stadt Aleppo täglich an Boden. Inzwischen sollen Assads Soldaten nur noch etwa 20 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt sein. Das dürfte weitere Syrer zur Flucht bewegen.

      Damit wird der Bericht geschlossen und zu Caren Miosga übergeleitet, hier nochdas

      Zitat tagesthemen: 2:58 – 3:05

      Ja und deshalb wirbt Angela Merkel auch dafür, man möge doch ein Herz haben und diese Flüchtenden aufnehmen.

      Was hier, in den ersten 3 Minuten komplett fehlt: welche Rolle spielt die USA dabei, im Syrien-Konflikt? Oder England?

      Den Tagesthemen war wichtig, zu betonen, dass Russland Bomben wirft .. und was sich an der Grenze „erzählt“ wird… eine Erzählung á la Stille Post ? Da kommt selten das raus, was am Anfang gesagt wurde.

      hier z.B. andere Links zu Syrien:

      Why the US, France and Britain are destroying Syria
      https://www.rt.com/op-edge/324853-us-france-britain-syria/

      Das kommt nicht in den Tagesthemen vor, das diverse Länder bombardieren. Jemand, der nur die Tagesschau schaut, wird evtl. ausblenden, dass mehrere Länder Bomben abwerfen und glauben “ Ah… der böse Russe“ ( ganz so, wie Ganser es im Vortrag beschreibt)

      Zum direkten Vergleich bei Erdogan, bei RT-Berichterstattung ( etwa auch 3 Min. lang)

      Zitat RT-Deutsch , 10.02.2016:
      Hat Erdogan die EU mit Flüchtlingen erpresst? Verhandlungsprotokoll zum 3 Milliarden-Deal geleakt
      https://www.youtube.com/watch?v=CTaox1-QqYY

      Dort wird weder von bombardieren Ländern gesprochen, sondern Bezug auf den Deal genommen, wonach Erdogan die Grenzen geschlossen halten sollte.

      Der ursprüngliche Aspekt dabei war, diesmal Zitat vom Spiegel:

      Zitat : Spiegel, 29.11.2015 – 18:35 Uhr

      Zusammenarbeit mit der Türkei. Merkel muss die EU-Außengrenzen sichern, anders ist die Flüchtlingskrise nicht zu bewältigen. Dabei setzt sie auf die Türkei. Die Türken sollen die Zuwanderung nach Europa reduzieren, im Gegenzug erhalten sie Geld für die Flüchtlingslager (drei Milliarden Euro), Visa-Erleichterungen, neuen Schwung in den EU-Beitrittsverhandlungen. Es ist Merkels Initiative, es wäre ihr Deal. Am Ende dann soll, so der Plan der Deutschen, ein Flüchtlingskontingent für die EU vereinbart werden. Problem: Die Kanzlerin begibt sich in die Abhängigkeit des türkischen Präsidenten Erdogan. Der Autokrat weiß die rund zwei Millionen Flüchtlinge in seinem Land als Druckmittel zu nutzen.

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlingskrise-kanzlerin-merkel-verhandelt-mit-tuerkei-a-1065108.html

      Und aktuell heisst es dann wieder: Merkel ( lt. Tagesthemen, Vgl. 08.02.2016 zu Spiegel, 29.11.2015 ) ist für die Flüchtlinge; im November schreibt der Spiegel so, als wären die Flüchtlinge nicht mehr aufzunehmen…

      Also, das ist, was Medienkompetenz auch ausmacht ( für mich):

      – eine Quellenrecherche und Bekanntmachung der Informationen ( Sharing)

      Was oft fehlt, wo ich SpeckCheeseMac zustimme:

      die Einordnung der Informationen.

      – wer beurteilt nun, ob das wichtige Informationen, nachprüfbare Fakten oder Bullshit gewesen ist?

      Was die beiden Medien „Tagesthemen“ oder den „Spiegel“ angeht, so finden sich dort widersprüchliche Aussagen ( wie schon erwähnt, siehe Zitate 29.11 zu 08.02. im Hinblick auf Merkels Standpunkt).

      Bei RT Deutsch wie auch den Tagesthemen ( 10.02./ 08-02) fehlt bei beiden Berichten die umfassende Information, wer alles in Syrien bombardiert ( wenn man wirklich jetzt Inhalt für Inhalt vergleicht).

      Aber es gibt Unterschiede:

      RT-Deutsch setzt die 3 Minuten ein, um gezielt auf das Thema „3 Milliarden-Deal“ zu fokussieren.

      Die Tagesthemen setzen 3 Minuten ein, um von den Grenzen über die russischen Bomben und Assad ( mehrfach im Bericht erwähnt) am Schluß überzuleiten, dass Merkel nun bittet, man möge die Flüchtlinge aufnehmen.

      Das ist ne ganz unterschiedliche Art, wie 3 Minuten genutzt werden, um eine politische Weltanschauung zu veröffentlichen. Denn RT wie auch ARd/ Tagesthemen haben beide eine Tendenz. Das hat jeder, der eine Meinung äußert letztlich.

      Und jeder kann die Sinnhaftigkeit von Berichten überprüfen, wenn er sich 3 Minuten bei RT oder ard z.B. anschaut.

      – Wo ist der Ursprung des Konflikts ( um bei Ganser zu bleiben, dem Sandkastenbeispiel : “ wer hat zuerst mit Sand geworfen, oder mit der Schaufel gehauen?“)
      – Wird auf den Ursprung Bezug genommen?
      – wie werden die Berichte aufgearbeitet?
      – wenn über Bombardierungen berichtet wird: werden alle Parteien genannt, oder wird jemand weggelassen ( verschwiegen) ?
      – Wem nützt es, wenn der Fokus über den Milliardendeal gelegt wird / wem nützt es, wenn gesagt wird, dass Russland Syrien stark bombardiert??

      Da würde ich dann anfangen, einzuordnen, im Sinne Gansers: welche Aussagen oder Handlungen sind eher für den Frieden gedacht und welche eher für den Krieg?

      Wer z.B in der Rhetorik seiner Berichterstattung auf das Wort „Bombardierungen“ verzichtet, der ist zumindest nicht daran interessiert, Kriegsvokabeln zu gebrauchen.

      Um die „Ganser-Einschätzung“ frei zu interpretieren beim Bericht zum 3 Milliarden Deal Tagesthemen/ RT:

      Tagesthemen: “ Eher nicht“
      RT: „Eher ja“

      Vergleicht selbst, oder lasst euch auch inspirieren und postet hier und anderswo unterschiedliche Berichte mit eurer Einschätzung…ich bin sicher, so etwas kann im Netz die Diskussion um wertvolle oder wertverzerrende Berichterstattungen günstig beeinflussen.

    • Dass die offizielle Geschichte des 11. September ein Sack voll Lügen ist, gilt in der alternativen Gemeinde als erwiesen. Doch was geschah nun wirklich? Eine neue Serie von Enthüllungen eines ehemaligen Mitarbeiters der russischen Geheimdienste schockiert selbst jene, die gedacht hatten, längst hinter den Schleier zu blicken. Wie genau wurden die Gebäude des WTC zum Einsturz gebracht? Die Analyse eines Fachmanns für nukleare Sprengungen kommt zu einem schockierenden Ergebnis.

      https://www.youtube.com/watch?v=EhRZkJckijA

    • 150kT, welches schockierende Ergebnis? Ich habe mir das schon mal angeschaut, weil es so in szene gesetzt wird. Angeblich sollen Atomsprengkörper unter den Türmen gewesen sein.
      Doch was macht ihn da so sicher, wo ist der Beweis? Kannst du das kurz auf den Punkt bringen?

    • Na wenn du dir das schon mal angesehen hast, solltest du es eigentlich wissen. 😉

      Jeweils 50 m unterhalb der Fundamente der drei Türme wurden – nicht nur angeblich – 150 Kilotonnen TNT thermonukleare Sprengköpfe (8 mal Hiroshima; also keine Mininukes) gezündet. Es handelte sich also um unterirdische Atomexplosionen, die physikalisch anders wirken als die oberirdischen. Die gesamten unteren 350 m der Türme wurden komplett pulverisiert (hunderttausende Tonnen hochbelastbarer Stahl), wie man in zahllosen Videos sehen kann. Das ist energetisch und physikalisch ausschließlich durch eine unterirdische nukleare Explosion erreichbar. Ebenso, dass ground zero noch Wochen später glühend heiß war, obwohl es ständig gekühlt wurde. Auch das ist mit jedem herkömmlichen Sprengstoff, einschließlich Nanothermit, undenkbar.

      Warum die atomaren Sprengköpfe dort waren und woher der Autor das weiß (also nicht annimmt sondern weiß) und vieles mehr, das geht aus dem Videointerview hervor (hier die gekürzte deutsche Zusammenfassung):

      https://youtu.be/LLmAkt7otlo?t=7m37s

      Noch besser und sehr ausführlich wird das gesamte 9/11 Projekt einschließlich Pentagon und wer dahinter steckt in dem besprochenen Buch beschrieben:

      http://www.mediafire.com/download/p8kdj6mhzcaccr6/9-11thology-third_truth_v4_full.zip

      Im übrigen haben hohe, eingeweihte FBI-Beamte die nukleare controlled demolition bestätigt.

  15. Hallo Zusammen, ja wieder mal ein hervorragender Beitrag Von Herr Ganser, die Themen sind zwar nicht neu aber die Art und Weise wie Herr Ganser es immer wieder schafft schwere Themen einfach und Komplex zu vermitteln ist schon eine wahre Freude. Das gilt im Übrigen auch für Willy Wimmer, Albrecht Müller und CO. Also wer mal die Möglichkeit hat auf einen Vortrag in seiner Umgebung zu gehen unbedingt wahrnehmen!!!
    @werde Rose, ja das frage ich mich auch. Aber wenn du mal schaust zu welchen Beiträgen die Meisten Kommentare geschrieben werden merkst du schnell dass die meisten User die ganzen zusammenhänge noch gar nicht richtig verstanden haben. Die meisten hängen sich an das Thema Silvester-Nacht Köln auf weil das ja auch stark in den Mainstream Medien vertreten ist. Leider kommen die wirklich wichtigen Themen zu kurz. Naja aber ich hoffe das wird noch!!! Aktuell gibt es bei den Nachdenkseiten wieder viele Beiträge und Kommentare über dieses Thema
    @Rebell, wer von uns sollte etwas über den Wahrheitsgehalt dieses Videos sagen können? Im enddefekt ist es doch mystisch über das ein oder andere Video zu diskutieren. Die Faktenlage ist doch so etwas von nieder schmetternd und klar von Herr Ganser vorgestellt worden dass es doch kaum noch einen Zweifel geben kann. Auch was die Beweislage zum angeblichen Pentagon Anschlag und dem Absturz des vierten Flugzeuges betrifft.
    MFG Rene

  16. Einer der schönsten Vorträge, was die Fülle an Informationen angeht, die persönlichen Rückzugsmomente beim Medienkonsum berücksichtigt, ehrliche Wertschätzung kritischen Journalisten wie z.B. Ken Jebsen und vielen anderen gegenüber äußert,… und… das ganz große Bonbon:

    Den Vergleich anbietet. Ermuntert zu vergleichen; Welches Mainstreammodell ( z.B. ard) empfiehlt : „ja… lest auch mal quer bei KenFM?“ haha… das ist in meiner aktuellen Vorstellung ein Dauergrinsen.

    Sollte tatsächlich von den öffentlich-rechtlichen mal die Einladung zum KenFM erfolgen, dann hätte sich die Medienlandschaft bis dato schon arg verändert.

    Momentan wird ja gerne draufgehauen, wenn es irgendwie geht.

    Ich finde es super, wie gut die Vernetzung der alternativen Medien erfolgt. Das zeigt, dass auch hier sich Strukturen herausbilden, die nicht mehr auf einzelnen Säulen stehen ( seperate, unabhängige Unternehmen).

    (Nebenbei: Auch was KenFM hier mit den Gastautoren auf seiner Seite anbietet, gefällt mir sehr gut )

    Dadurch, dass Ganser auch im Video einige Beispiele für alternative Medien anführt, nutzt er die zu erwartende Öffentlichkeitswirksam des Netzes positiv aus. Denn dadurch bekommen viel mehr Menschen Ideen alternative Medien zur Information und zum Vergleich zu nutzen.

    Find ich genial.

    Es wird nur eine Frage der Zeit sein, dass die Mainstreammedien Farbe bekennen, wie sie die Geschichtszusammenhänge noch darstellen wollen, wenn es immer mehr kritische Menschen gibt.

    Und da allein bei 9/11 schon genügend Beweise für Ungereimtheiten vorliegen, kann ich mit Zuversicht annehmen, dass da noch eine Wende in der Informationspolitik kommen wird.

    -> Eine kleine Welle gibt es schon…

    Auch der berechtigte Vergleich zum Spiegel mit der Talkshow Positionen passt.

    Die kritische Gemeinde wächst …

    Der Unterschied, den die Massenmedien durch das Fernsehen hatten, schmilzt dahin.

    Denn die 15 Minuten Informationsaustausch ( z.B. Tagesschau), werden durch inhaltsschwere Inhalte von z.B. diesem Vortrag von über 120 Minuten im Vergleich gesetzt.

    Wo fühle ich mich mehr informiert? Wo fühle ich mich ehrlicher informiert?

    Wo wird mir geraten, beide Seiten zu sehen, bevor ich urteile?

    Da ist dem KenFM-Team in Zusammenarbeit mit Daniele Ganser etwas ganz großes gelungen.

    Meinen aufrichtigen Dank.

    • Ich kann das als Leser manchmal nicht mehr ernst nehmen, was da teilweise in den Mainstreammedien geschrieben wird. Nach dem Mauerfall am 9.11. und dem Ende des Sowjetkommunismus, das wir auch den USA zu verdanken haben, wäre es vielleicht wirklich zu viel verlangt, den US-Militärstrategen auch noch ihr Feindbild Nummer 1 zu nehmen. Vielleicht wäre es sogar unfair. Sie haben den Mauerfall ermöglicht (etwas, auf das die Koreaner bis heute warten), das ist besser als es vorher war. Die Grenze ist aber da erreicht, wo wirklich Krieg droht.
      An den Fakten kommt aber auch die Mainstreampresse nicht vorbei: Russland ist gar keine kommunistische Diktatur mehr, sondern besetzt allenfalls ein übergroßes Territorium, das eine Wirkung wie ein riesiges Sperrgebiet hat (die Putin-Regierung will keine Flüchtlinge aufnehmen, was ich wirklich für skandalös halte – Russland ist in Syrien massiv beteiligt!). Dieses Problem kann man aber gerade nicht lösen, indem man auf Abschottungskurs geht und Putins Sanktionsspiel mitspielt, sondern vielmehr indem man möglichst viel Öffnung und Handel etabliert.

    • Hallo, Werde Rose.

      Der erste Artikel auf den du verlinkst ist doch Schrott. Dort wird absolut NICHTS gesagt. Es werden Äpfel mit Birnen verglichen und es werden versucht Zusammenhänge herzustellen, die keine sind. Typische Propaganda. Wen interessiert dieser Mist noch?
      Wenn es ernst wäre mit der Aufklärung müsste man zu jeder „wichtigen“ Erkenntnis die Daten von beiden Seiten haben. Erst dann kann man Vergleiche anstellen, Zusammenhänge verstehen und ein Fazit ziehen. Dieser Artikel ist einfach nur schlecht. Wie nah wir einem Krieg sind? fragst du. So nah, wie wir den Grad der Spaltung, der Aufhetzung und das Glauben von Lügen zulassen.
      Ich versuche mich nicht instrumentalisieren zu lassen. Ich habe keine Feinde. Aber ich sehe sehr wohl Menschen um mich herum und in anderen Ländern, denen es an Wissen und Aufklärung fehlt und die daher leichte Beute für Kriegstreiber sind. Aber auch den Kriegstreibern fehlt es leider an Bewusstsein.

  17. Ich kenne nur ganz wenige digitale Formate, welche mich veranlassen, 2 Stunden gebannt vor dem PC zu sitzen und jedes Wort zu verinnerlichen. KenFM und Dr. Daniele Ganser sind zwei davon. Dieser Vortrag wird geteilt bis der Rechner raucht. Besten Dank an das KENFM-Team und Dr. Daniele Ganser für die wichtige Arbeit, für die Wahrheit.

    Was WTC7 anbelangt, so habe ich eine Aussage bei Youtube von Larry Silverstein gesehen, wonach er gesagt hat, das WTC7 müsse gezogen werden. „Pull It“. Kennt jemand etwas über den Wahrheitsgehalt dieses Videos?
    https://www.youtube.com/watch?v=p34XrI2Fm6I
    Auch bei „Alles Schall und Rauch“ gibt es einen Bericht darüber. Dort allerdings funktioniert der Link zum Video nicht mehr.
    LG Rebell

    • Das kann ich nur unterschreiben. Ihr seid eine super Truppe, quasi die Helden des (gewaltfreien) Widerstands!

    • Ich befasse mich schon lange mit Herr Ganser, ich lese mich schon lange in die Geschichte, und ich finde es mutig wie Herr Ganser wie er sich hinter die Friedenspropaganda stellt und ausspricht was Sache ist. Ich habe einen Freund mit dem ich mich immer wieder austausche, er lebt in Berlin, ich als Migrant in Schaffhausen in der Schweiz. Danke für Ihren Mut, Ihren Intellekt und dass sie die Wahrheit sagen. Danke, Dr. Daniele Ganser, Gruss Markus

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