Versagt die Kirche in Corona-Zeiten? Im Gespräch mit Pfarrerin Wolf

Die bewegende Geschichte der Pfarrerin Wolf zeigt, Mensch sein ist immer kompliziert und als Pfarrerin vielleicht auch noch mehr. Ein sehr tiefgehendes Gespräch mit einer Frau, die in Zeiten von Corona Courage zeigt und kritisch mit der Institution Kirche ins Gericht geht.

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6 Kommentare zu: “Versagt die Kirche in Corona-Zeiten? Im Gespräch mit Pfarrerin Wolf

  1. Viviane Fischer erklärt heute in der 32. Sitzung des corona ausschusses
    was sie zu ihrem Engagement motiviert.
    Jürgen Fliege spricht es aus: die Kirchen haben eine Wächterfunktion, eine
    prophetische Funktion.

    Mit gaaanz großem Abstand zu diesen tollen Menschen im Corona Ausschuss
    sage ich, dass mein ganzes Engagement jederzeit religiös in diesem Sinne
    motiviert ist. Auch meinen Vorfahren glaube ich es schuldig zu sein, wie sie,
    einen aufrechten Gang zu gehen.
    Mir wurde ein großer Name gegeben; auch der verpflichtet, auch ihr, einer
    mutigen Heiligen, fühle ich mich jederzeit verpflichtet.
    Im Gespräch mit meinem Mann, sagt auch er, dass er ganz genauso in Gedanken
    an seine Vorfahren empfindet.

    Wir werden jetzt mit noch größerer Freude am kommenden Sonntag die erweiterte
    Adventskantate von Johann Sebastian Bach zum 4. Advent 1716 in Weimar
    erstmals zu Gehör gebrachte 'Jesus bleibet meine Freude' (manchen besser bekannt
    als 'Jesu, Joy of Man's Desiring' draußen auf unserer Terrasse im Duett spielen.
    Und noch einmal Bach in der Bearbeitung von James Last 'Abide With Me'.
    Dazu 'Maria durch den Dornwald ging' und 'Herr send' herab uns deinen Sohn'.
    Beginnen werden wir wie bei den 3 Adventsonntagen zuvor mit 'Wir sagen Euch
    an den lieben Advent'.
    Ein Gottesdienst ohne Gesang ist auch für uns keine Alternative und ohne die
    gelebte Spiritualität unserer großen Künstler, wären wir gänzlich ohne deren
    prächtige Werke.
    Am Weihnachtsfest freue ich mich besonders darauf 'Quem Pastores Laudavere'
    (Den die Hirten lobeten sehre) mit vorzutragen. Die Proklamation 'Gottes Sohn ist
    Mensch geborn, ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn, des Vaters Zorn'
    müsste natürlich mit Pauken und Trommeln und noch mehr Bläsern hinausgerufen
    werden in die Welt. Wir werden uns als Duett aber Mühe geben.
    Tochter Zion (Händel), 'O Freude über Freude, ihr Nachbarn kommt und hört
    (1840 aus Böhmen), dazu 'O du fröhliche, o du selige', das ursprünglich sizilianische
    Fischerlied und natürlich 'Stille Nacht', Weltkulturerbe und in mehr als 300 Sprachen
    übersetzt, dürfen nicht fehlen. Dazu Menuetto pastorale (Joh. Christoph Pezelius)
    als Auftakt.

  2. In diesem höchst interessanten Gespräch zwischen Thomas Fasbender
    und Matthias Matussek geht es auch um Kirche
    https://de.rt.com/programme/fasbender/110099-fasbender-im-gespraech-mit-matthias/

    In Min. 13:48 zur Kirchensteuer. In Min. 19:50 zitiert Fasbender einen
    Franzosen: Das Grundproblem sei (er bezieht sich dabei auf Frankreich),
    dass in einer globalisierten Welt, in der alles allem begegnet, die
    Universalismen zerbrechen. In Frankreich spricht er von dreien:
    die Republik, der Katholizismus und der Sozialismus oder der
    Sozialismus/Kommunismus. Es gebe keinen linken Universalismus,
    keinen christlichen Universalismus, keine Republik mehr als
    Gemeinschaft.
    Im weiteren geht es um das Funktionieren der Demokratie in Deutschland,
    darum, dass nur noch 69 % der Menschen hierzulande glauben, dass die
    noch funktioniert und um die um die Notwendigkeit des Demonstrierens.
    In Min. 32:38 Matussek noch einmal zu den Kirchen:
    "Ich habe mir die Kirchen zur Brust genommen. Ausgerechnet
    zu Weihnachten, wo sie die Kirchen wieder abriegeln wollen. Ja, weil sie
    eben stramm stehen, wenn der Staat es sagt. Das ist so fürchterlich.
    Zu Weihnachten wollen doch die Leute ein bisschen Wärme. Es gibt
    viele Einsame zu Weihnachten, die gehen dann in die Kirche. Die
    Kirchen sind voll zu Weihnachten und da machen die Staatskirchen
    die Tore dicht. Halte ich für eine Unverschämtheit."

  3. Großartig, Herr Pfarrer Pfalzgraf,
    solchen Priestern möchte man gerne begegnen!
    Mein Mann und ich hatten auch das Glück einer solchen Begegnung: Unsere Ehe ist für
    beide die Zweitehe nach dem Scheitern der ersten. Wir sagten uns, die Beziehungsarbeit
    in unserer Spätehe (wo es besonders um gegenseitigen Beistand in Krankheiten geht),
    soll für uns in der Wertung neben der ersten stehen. D.h. wir wünschten uns auch dafür
    kirchlichen Segen – und bekamen ihn! Zwar nicht als Trauung (klar, auch nicht nötig).
    Aber warum, so fragten wir den Geistlichen kann ein Bund zwischen 2 Menschen nicht
    so gesegnet werden wie Weihwasser, eine Kerze, Früchte der Felder. (Man kannte sich
    vorher und wusste von einander, dass wir alle aufrichtigen Sinnes sind, und so ließ
    er sich überzeugen, wofür wir dankbar sind. Großen Respekt also an Sie und Ihre
    Gleich- und Ähnlichgesinnten, Herr Pfarrer Pfalzgraf!

    Zu meiner Überraschung gibt es auf dieser Seite keine weiteren Kommentare.
    Weil es aber so viel zu sagen gibt zum Thema, möchte ich die leeren Seiten füllen.

    Der offene Brief an die deutsche Sektion von Amnesty international, für Julian
    Assange tätig zu werden, löste in mir eine ganze Reihe von Erinnerungen aus.
    Meine aktive Zeit als einfaches Mitglied (1977-1988) fiel in die Zeit von Helmut
    Frenz, ev.-lutherische Bischof, als Generalsekretär der deutschen Sektion.
    Ich suchte und fand dieses:
    http://www.ev-ke.de/kirchenmusik-kulturelles/helmut-frenz-preis.html
    daraus: "Helmut Frenz (1933-2011) war Theologe und Pastor in Deutschland,
    dann Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Chile bis zu seiner
    Ausweisung durch die Militärjunta unter Pinochet, weil er sich für politisch
    Verfolgte eingesetzt hatte. Später wurde Frenz u.a. Generalsekretär der
    deutschen Sektion von amnesty international und Flüchtlingsbeauftragter
    des Landtages von Schleswig-Holstein und der nordelbischen
    evangelisch-lutherischen Kirche. Er war ein Streiter gegen Ausbeutung und
    Verfolgung und für Menschenrechte. Zuletzt wohnte er in Eimsbüttel. An
    ihn erinnert eine Gedenktafel in der Apostelkirche."

    Zum Thema Befolgung der Corona-Maßnahmen im Bereich der Kirche fand ich
    2 rechtliche Erklärungen: 1) Auf der Website einer benachbarten ev. Kirchengemeinde
    heißt es: "Mitunter wird die Frage gestellt, weshalb Gottesdienst und Konfirmandenarbeit anders behandelt werden, als Kultur, Gastronomie und Sport. Das liegt am garantierten Grundrecht auf Religionsfreiheit, das wie die Meinungsfreiheit (Bspl. auch Demonstrationen in Corona-Zeit) für jede Bürgerin und jeden Bürger ganz besonders geschützt ist. Es geht dabei nicht um den Erhalt oder Schutz der Kirche, sondern es geht um ein persönliches Grundrecht. Wegen des Infektionsschutzes gelten allerdings z.Zt. besondere Regeln für den Besuch der Kirche." und 2) auch hier in diesem Dokument wird das deutlich: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/04/qk20200410_1bvq002820.html
    In der Ablehnung des Antrages auf einstweilige Anordnung geht es um das "hohe Gut der Religionsfreiheit"
    (und nicht etwa um ein besonderes Kirchenrecht), das abgewogen wird gegenüber der Gefahr für andere Menschen,
    die ja dann auch am Gottesdienst teilnehmen könnten und diese alle gefährdet würden. Diese Gefahr für das Leben vieler wird abgewogen gegen das Recht auf Religionsfreiheit des Klägers.
    Zitat: "Bei der Folgenabwägung sind die Auswirkungen auf alle von den angegriffenen Regelungen Betroffenen zu berücksichtigen, nicht nur die Folgen für den Antragsteller."

    Zu den Einrichtungen die von den Konfessionen betrieben werden.
    Kath. Krankenhaus.
    Ein Essener Propst war überzeugt davon, dass Kranke schneller genesen würden, wenn
    der Krankenhaus-Küchenchef ein excellenter Koch ist und die Patienten jederzeit frisch
    zubereitete und vorzüglich zubereitete Speisen bekämen und setzte dies durch.

    Die größte Kath. Hauptschule in Essen war dafür bekannt, dass Schülerinnen
    und Schüler, die im Regelschulbetrieb herausgefallen sind, aufgenommen wurden, sie
    dort ganz schnell wieder Zutrauen entwickelten und zu ganz erstaunlichen Abschlüssen
    gelangen konnten (Fachoberschulreife). Das Ergebnis einer Offenheit Angenommensein eines jeden jungen Menschenkindes. Beeindruckt hat mich im besonderen, dass man die Sinti- Kinder (sie sind kath. Glaubens)
    nicht bestrafte oder der Schule verwies, wenn sie ihre Verwandten für ein paar Wochen auf Jahrmärkten
    unterstützten. Sie kamen zurück und holten den Schulstoff nach.

    Sogar in den Grundschulen war das Klima in den Klassen (oder zwischen LehrerInnen und
    SchülerInnen) ganz unterschiedlich, und zwar auch entlang der mehr oder weniger kirchennahen Ausrichtung.
    Da gab es nicht etwa mehr Religionsunterricht, sondern das Schulklima war angstfrei, weil in der Personalpolitik
    sehr viel Wert auf kinderliebe Lehrerinnen und Lehrer gelegt wurde. Dennoch gab es dort auch Probleme, die
    man aber auch umschiffen konnte. Man konnte jedenfalls mit der Schulleitung und evtl. Vermittlung
    des Propstes einiges erreichen.

    Wir leben wieder in einer Diaspora, d.h. unsere Gottesdienste sind nicht so prächtig wie in
    den großen Gotteshäusern z.B. in Essen oder Köln und die Hamburger Hauptkirchen sind
    auch zu weit weg, wo die Kirchenmusik besonders gepflegt wird. In unserer Zeit im Hamburger Umland waren
    wir meist in St. Katharinen und die Kinder freuten sich auf die Elbe im Anschluss daran. Ob kath. oder ev.
    spielte keine Rolle für uns. Es geht um das Miteinander und das Berührtwerden von der Botschaft unseres Glaubens.

    Als wir, also mein Mann und ich, unser Duette-Programm für die 4 Adventsonntage,
    das Weihnachts- und das Neujahrsfest zusammenstellten, stellten wir fest, dass die alten
    Weisen auch noch Aussagen machten, ein Bibelerklärer würde sagen, Aussagen für den
    ehemaligen "Sitz im Leben" der Zeitgenossen.
    Zu unserem großen Erstaunen stellten wir dann fest, dass unsere Eltern noch diese Bräuche und Tabus
    beachteten. Z.B. war ein Ausfluss des einstigen Zinsverbotes im Dorf meiner Kindheit noch spürbar, weil
    n sich gegenseitig ohne Aufpreis, allein auf Gegenseitigkeit aushalf und zurückgab, wenn man wieder flüssig
    war. Mein Vater hat ausser für den Hausbau (Bausparen) keinen Bankkredit aufgenommen. Unter seinen
    Brüdern wurde das so gehandhabt. Auch blieben die Dorfbewohner Zwangsversteigerungen fern, weil man
    sich am Leid eines anderen nicht bereichert und die Familie im Haus bleiben durfte, wenn die Bank keinen
    Interessenten fand.
    Oder der Bereich um die Kirchen und Kathedralen sind nicht eigentlich dazu da, dass der Tourist schönere/parkende-
    Auto-freie Fotos machen kann, sondern Ausfluss des heiligen Bezirks. Wer sich dahin retten konnte, war zunächst
    einmal sicher vor dem Zugriff der Polizei. Das ist ein uralter Brauch. Schon die Urzeitbewohner hatten um ihre Begräbnisstätten herum einen Kreis, der wenn er betreten wurde, Schutzzone war vor Angreifern und Verfolgern.
    Kirchenasyl ist ein Ausfluss davon

    Und die Entschuldung, so lese ich jetzt in einem Text von Prof. Franz Segbers ist ein
    Ausfluss des Sabbatjahres, das Zinsverbot und der Sabbat (Ruhe und Muße, um sich mit
    dem zu beschäftigen, was einem am Herzen liegt, und das ganz unabhängig davon ob
    man reich oder arm ist) sind Ausfluss der 'Ökonomie des Genug für alle' ganz im Gegensatz
    zur neuzeitlichen 'Ökonomie der Knappheit', die angeblich nur durch stetiges Wachstum
    überwunden werden kann. (Man denke an die Vernichtung von tonnenweise Tomaten,
    sogar Vernichtung von Fleisch, um die Preise zu stabilisieren).
    Toppspannend und hier eine kurze Fassung:
    https://www.lifepr.de/pressemitteilung/theologische-hochschule-friedensau/Prof-Franz-Segbers-spricht-am-14-November-2018-zur-Die-Oekonomie-des-Sabbats/boxid/727798
    Hier die systematische Hinführung und Ausführung des Themas:
    http://www.postwachstumsoekonomie.de/wp-content/uploads/2013-01-16_Segbers-Biblische-Sabbatoekonomie.pdf
    Aus einer übersichtlichen Tabelle zur Entwicklungen in Griechenland und in Palästina im Vergleich (Zeit 5/6. – 8. Jh v. Chr): Gesetzesreformen – Zinsverbot – Schuldenerlass – Sklavenbefreiung – Umverteilung von Land
    Kurz: Der Sabbattag bricht die Dominanz der Logik der Ökonomie vor der Lebenswelt. Nicht die Ökonomie soll das Leben bestimmen. Der Sabbat meint mehr als eine Unterbrechung der Arbeit zur Erholung. In der Begrenzung der Arbeit drückt sich ein Vorrang der Ethik des Humanumsvor der Logik der Ökonomie.
    Weitere schöne Sätze:
    Die erste ökonomischrelevante ethische Orientierung lautet:Nicht alles herausholen, ruhen lassen; möglichen Gewinn und Reichtum nicht realisieren.
    Die zweiteökonomisch relevante ethische Orientierung,die das Sabbatjahr lehrt lau-tet: Nicht alles aus dem Boden herausholen.Schützt die Ertragskraft der Schöpfung.
    Die dritte ökonomisch relevante ethische Orientierung des Sabbat-und Erlaßjahres lautet: Befreit euch von den Zwängen des Geldes. Laßt nicht zu, daß das Geld die Zukunft des Menschen verbaut.
    Die vierte ökonomisch relevante ethische Orientierung des Jobeljahres lautet: Wer verarmt ist, bleibt es nicht immer. Wer sich bereichert hat, muß zurückerstatten. Da-mit wird der unendlichen Bereicherung durch zyklische Zurückführung ein Riegel vorgeschoben..
    Es gibt weitere Theologen, die auch Ökonomen sind, z.B. Ulrich Duchrow
    https://franziskaner.net/wp-content/uploads/2014/12/tauwetter14-2.pdf
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Duchrow
    Katholischerseits und nicht so radikal im Sinne des An-der-Wurzel-packens:
    Friedhelm Hengsbach
    https://nbi.sankt-georgen.de/team/friedhelm-hengsbach

    Zum Schluss noch: was in der Ukraine geschieht, ist mehr als traurig.
    Wenn ich an die Pilgerzüge im Sommer 2016 denke, wie die gläubigen Menschen
    aus 3 Richtungen nach Kiew strömten, scheinbar alles liegen lassend und darauf
    vertrauten, unterwegs ein Nachtlager zu bekommen. Ja, da wäre ich gerne mitten drin
    gewesen unter diesen Menschen. Und heute: Maria Jansen und Ulrich Heyden berichten
    darüber. Kirchen, ein Kloster, die Zugehörigkeit zur bisherigen Kirchengemeinschaft,
    und jetzt auch noch die Sprache, werden ihnen genommen.
    Keine Solidaritätsadressen – Keine Proteste!

  4. Diese sehr mutige, aufrichtige, kluge, den Menschen zugewandte protestantische
    Pfarrerin, dazu temperamentvoll und engagiert, gefällt mir.
    Möge Sie mit ihrer Krebserkrankung noch lange leben!
    Noch schöner wäre natürlich so was wie eine Spontanheilung!
    Kai Stuhts Gesprächsführung war gut. Frau Wolf bekam genug Raum, um
    sich und ihre Anliegen darzustellen.
    Zum Bodenpersonal ihrer Kirche hat sie sich kritisch geäußert, ohne
    jemanden herabzusetzen.
    Jesus als Querdenker, das gefiel mir; ebenso ihre Wut, die sie nicht
    einfach unterdrückt, sondern zulässt und in Aktion kommt. kommen lässt.
    Seelsorge – bei den Menschen sein, sehr schön!
    Der Institution Kirche (in meinem Fall die katholische) stehe ich zwar auch kritisch
    gegenüber, würde sie aber nicht abschaffen wollen. Das ist, weil ich die Segnungen,
    die Sakramente, schätze. Außerdem sind meine Erfahrungen mit Kirche positiv.
    Ein Kind Gottes und den Eltern nur anvertraut, das habe ich im Religionsunterricht
    sehr früh erfahren und entsprechend selbstbewusst schon ganz früh auch geäußert.
    Damit war ein unerschütterliche Kern gepflanzt, der um seine Würde und Unantastbar-
    keit wusste, bevor ich etwas von Grund- und Menschenrechten erfahren habe.
    Oft bin ich zornig, denn auch die Kirche hatte weit bessere Zeiten als heute und die
    Erinnerung daran ist halt immer da (es gab Solidarität-Gottesdienste, Dritte Welt-
    Gottesdienste, amnesty international-Gottesdienste).
    Dann fällt mir die katholische Sukzession ein, die besagt, dass
    es das Amt ist und nicht die jeweilige Person, so dass ein Segen von einem unwürdigen
    Amtsträger vorgenommen, dieselbe Gültigkeit hat.

    Wenn das Bodenpersonal, also die Bischöfe und der erste Bischof in Rom und die Gläubigen
    ähnlichen Sinnes sind, ist die katholische Kirche eine wirkmächtige Bewegung.
    Das war so unter Johannes XXIII. Das war eine Aufbruchstimmung, es gab so viel
    Hoffnung: gemeinsames Abendmahl der beiden großen Kirchen in Deutschland,
    der Zölibat hätte fallen können!
    Die damaligen Priester waren ausgebildet von großen Theologen (die auch intellektuell
    viel zu bieten hatten) wie Karl Rahner, Karl Barth, Norbert Greinacher (ein interessanter
    innerkirchlicher Kritiker). Manche Geistliche beider Konfessionen standen den Befreiungs-
    theologen wie Don Helder Camara, Ernesteo Cardenal, Leonardo Boff sehr nahe,
    z.B. Johann Baptist Metz und Dorothee Sölle.

    Mit dem polnischen Papst Wojtyla gab es eine 180 Grad-Wende. Sein ganzer Eifer
    war gegen Sozialismus und Kommunismus gerichtet.
    Nicht wenige Priester verzweifelten an dieser neuen Führung in Rom. Man musste sich
    wegducken, überlegen, was man noch sagen/predigen darf und es gab auch Laiisierungen.

    Heutige Bischöfe wurden in jener Aura in den Priesterseminaren ausgebildet und
    auf einmal haben wir einen Papst Franziskus, der unermüdlich um den Frieden bemüht ist
    und dem die Lebensverhältnisse der Armen im Sinne von Porto Alegre (Prof. Wallerstein)
    besonders am Herzen liegen.

    In diesen Tagen ist mir klar geworden, dass die Geistlichen aus der Joh. XXIII-Zeit
    dazu passen würden.
    So aber haben wir eine Ungleichzeitigkeit, so dass das Oberhaupt und die Bischöfe
    nicht wirklich zusammen passen. (das ist meine ganz persönliche Sicht).
    Da Kirche und Kirchenleitung nicht frei sind von politischen Einflüssen, könnte ich mir
    denken, dass dies Absicht ist, denn was könnte eine Bewegung mehr schwächen als das
    nicht Zusammenpassen von Kirchenvolk und Kirchenoberhaupt.
    Diese meine Erklärung mildert meinen Zorn.
    Die prächtigen Gottesdienste mit wundervoller Musik, Orgel oder Orchester, dazu der
    Gesang einer vollen Kirche, werden mir an Weihnachten fehlen.
    Zu Advent und Weihnachten gestalten wir das zuhause selbst, und zwar intensiver denn je,
    und lassen uns von keinem blöden Radio- oder TV-Substitut abspeisen.

  5. zum Beitrag: KenFM zeigt: Versagt die Kirche?

    Liebe Freunde,
    ich bin katholischer Priester. Die Kirche, und da kann ich nur von der kath. Kirche sprechen, ist gar nicht so systemkonform und regierungshörig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Ich, wie viele andere Priester, gehen einen konspirativen Weg. Selbst im Total-Shutdown haben wir uns an die durch die Freiheitseinschränkung gequäten Seelen durchgeschlichen, wo und wann wir nur konnten, rund um die Uhr: An die isolierten alten Menschen in den Altenheimen, die Sterbenden in den Krankenhäusern, an die abgeschotteten Familien zu Hause … Es gibt sogar die Fälle, wo Priester sich in Altenheimen haben einschließen lassen. Wir machen das wie Don Camillo: Wir achten die Vorschriften und benutzen zugleich ihre Schwachstellen gesetzesgetreu das zu machen, was unsere “göttlicher Job” und unsere Leidenschaft ist. “Ich war krank, und ihr habt mich besucht, ich war im Gefängnis, und ihr wart bei mir, ich war hungrig, und ihr habt mir zu Essen gegeben …” Es gibt Priester und Bischöfe, die ein Paradebeispiel von Feigheit und Unterwürfigkeit sind. Zählen sie im Nachgang der geschichtlichen Betrachtung?
    Wir Priester, die noch etwas couragiert und pfiffig sind, machen das auf unsere Weise und auf “Seien” Weise:
    Wo die Machthaber die Tür verriegeln, klettern wir heimlich durchs Kellerfenster.
    Die ganze Sache wird ausgehen, wie der “Zweikampf Jesus-Herodes”. Jesus became the winner, Herod became the looser.” Und wir wissen das: Das unbestechliche Urteil der Geschichte ist verdammt hart.

    Michael Pfalzgraf

  6. Jetzt, während ich mit meinem Passwort eingeloggt bin, kann ich das Video
    sehen und hören. Ich logge mich aber wieder aus und versuche den Beitrag
    bei Telegram oder chute oder so ähnlich zu finden.

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