KenFM am Telefon mit Prof. Nikolaus Knoepffler über: Einschränkung der Religionsfreiheit

Gerade hat das Kölner Landgericht das Urteil gefällt, dass die Beschneidung von Jungen aus rein religiösen Gründen strafbar ist. Sowohl im jüdischen, als auch im muslimischen Glauben gilt die frühe Beschneidung der Jungen als traditionelles Ritual. Das Urteil hat erneut eine heftige Debatte ausgelöst. Jüdische und muslimische Gläubige sind empört. Das Gericht aber begründet sein Urteil, dass die Jungen im einwilligungsfähigen Alter sein müssen, also selbst entscheiden müssen, ob sie der Beschneidung zustimmen oder nicht, da diese kultische Handlung irreparabel ist. Sonja Gehner hat mit Prof. Knoepffler, dem Leiter des Ethikzentrums der Universität Jena über die ethischen Aspekte zu diesem Urteil gesprochen.

9 Kommentare zu: “KenFM am Telefon mit Prof. Nikolaus Knoepffler über: Einschränkung der Religionsfreiheit

  1. also ich finde diesen prof.nicht toll.das selbstbestimmungsrecht sollte meiner meinung nach immer über der religionsfreiheit stehen.bei mädchen schlecht und bei jungen gut?und was ist mit der gleichberechtigung?also ich bin gegen die beschneidung.was man mit 14 macht sollte jeder selbst entscheiden.und eine beschneidung soll ein minimaler eingriff sein?wer es glaubt wird es seelig.es heisst doch schon im grundgesetz das niemand dazu gezwungen werden darf einer religionsgemeinde anzugehören.meine lösungsvorschlag ist also beschneidung und taufe erst ab 14.

  2. Menschenbabys sind halt keine Hundewelpen.
    http://www.dober-mann.de/html/beschneiden.html
    >>
    Das neue Tierschutzgesetz sieht folgendes vor:
    Das beschneiden der Rute ist nur noch dann bei Hunden erlaubt, „wenn der Eingriff im Einzelfall nach tierärztlicher Indikation geboten ist oder bei jagdlich zu fährenden Hunden, wenn dies für die vorgesehene Nutzung des Tieres unerlässlich ist und tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen.
    <<

    *imbartkratz* Die Formulierung kommt mir irgendwie bekannt vor.

    Menschenwelpen unterstehen nicht dem Tierschutzgesetz und sind ihren Haltern (Eltern) schutzlos ausgeliefert.
    Wenn ich diesen – wohl eher selbsternannten – "Ethikexperten" richtig verstanden habe, dann bestimmt der Kleintierzüchterverein, was im Wohle des Hundes ist?
    Äh, nee, da hab ich jetzt was verwechselt. Bei Hunden ist das gesetzlich ja eingeschränkt. Zu Recht, wie ich finde.
    Bei Kindern bestimmt das religiöse Rudel, was die gesellschaftlichen Normen sind, und das Kind ist somit rechtlos. Und das findet der richtig?

    Eine katholische Taufe wird man sehr einfach los: Einfach keine Kirchensteuer mehr zahlen.
    Und das ist auch eigentlich eine Sauerei: Die Eltern bestimmen, dass "RK" auf der Lohnsteuerkarte steht. Aber das kriegt man nun wirklich einfach wieder weg.

    Diesem Thema kann ich irgendwie auch nur mit Sarkasmus begegnen.
    Aber, lieber Ken, Du hast Recht: Solchen Menschen wie dem Knoepffler eine Plattform zu geben, sich bloßzustellen, ist auch eine Idee.. Wenn auch eine etwas zynisch fiese ;o)

    Fundstück:
    http://www.broeckers.com/2012/07/26/beschneidungsbefehl-uber-alles/

  3. @Iron Candy

    radikale „Humanisten“/“Freidenker“/“Sekularisten“ wie sie, sind das kernproblem des modernen raubtierzeitalters!

    es ist die distanz von religiöser moral und praxis die es möglich gemacht hat, dass banken und kriegstreiber unsere welt beherschen!

    • Ja Freidenker sind das schlimmste überhaupt… mit ihren Ideen und abstrakten Konstrukten… Sie sind wie die Pest und gehören ausgemerzt….diese AArgghhhROOOOAARR.

      Eventuell ist dir nicht klar das Humanismus primär auf den grundlegenden christlichen Werten beruht und Israel, die USA und SaudiArabien als stark religiös geprägte Staaten die ersten sind wenn es darum geht die in ihren Religionen angeblich zu Grunde liegenden Werte, also ihre eigenen Tugenden mit Füßen zu tretten…

      Dein Kommentar zeigt nur was Religion abzüglich Humanismus ist: eine Herrschaftsideologie die ignorante Schafe züchtet die wiederum ihrerseits ihre dogmatischen, kurzen und geistlosen Formeln verbreiten und logisch denkende Menschen in den fast permanenten Brechreiz zwingen.

  4. Die ganze Diskussion ist ein Skandal. Menschenrechte stehen über allem… kein höheres Dogma als die Grundlage der Aufklärung und des Humanismus.

    Vorallem: „Bei Mädchen ist dass etwas anderes…“. Wo hat der Typ seine Ansichten her? Vom Rat für jüdische Menschenrechte? Einfach nur widerlich dass man hier um seinen zionistischen Amigos nen Gefallen zu tun so pseudowissenschaftlichen Schund erfindet.

    Generell sollte man auch überdenken ob die Religionsfreiheit nicht auch unter die Meinungsfreiheit fallen sollte und man hier den Staat entgültig von seinen religiösen Anwüchsen befreit.

  5. @Robert
    Klar, es gibt die medizinisch wichtigen Beschneidungen. Du hast ne Narkose bekommen, sei froh. Dir fehlt der Vergleich, wie Sex mit Vorhaut ist. Mir fehlt der Vergleich, wie er ohne ist.
    Aber mit der Beschneidung wird eben – mit der entfernten Haut – auch viel Nervengewebe mitentfernt, siehe Artikel unten.

    Die Diskussion um religiöse Beschneidung kommt jetzt ín Schwung. Gründe dafür gibt es wahrscheinlich mehrere; vielen Bürgern war bis dato wohl nicht klar, was religiöse Beschneidung eigentlich im Detail bedeutet usw.
    Spannend hier ist aber wieder mal die Spanne zwischen „Mehrheitsmeinung im Internet“ und den gleichgeschalteten Medien, zu denen man die Parteien hinzuzählen kann (außer Linke und Piraten, glaube ich).

    Hier ein Link, der nix für schwache Nerven ist; den sollten man mal um 20:15 Uhr zeigen, wie auch Kriegsberichterstattung, Bombentote, zerfetzte Soldaten, Strahlenopfer (Ich&DU) usw.

    http://www.youtube.com/watch?v=uTB_tlKpPuY&feature=relmfu

    Der Deutsche Zentralrat der Beschneidungsopfer hat sich mittlerweile auch eingeschaltet 😉

    Und hier noch ein Artikel aus wikimannia.de (oder so)

    Beeinträchtigung der Sexualität
    Bei einer Zirkumzision wird die Vorhaut entfernt, welche normalerweise die sensible Eichel, die wichtigste erogene Zone des Mannes, umschließt und schützt. Ansonsten feucht und höchst sensibel, trocknet diese aus und überzieht sich mit einer neuen, dünnen Haut. Sie wird unempfindlicher. Neben der Desensibilisierung der Eichel fällt das sensible Vorhautgewebe selbst komplett als Lustspender weg. Wird die Vorhaut bis hinter die Eichel entfernt, entspricht das etwa einem Drittel der gesamten Haut am Penis. Das Frenulum (Vorhautbändchen) ist besonders dicht mit Nervenenden besetzt und wird bei den üblichen Formen der Beschneidung meist beschädigt oder komplett entfernt. In Summe wird die Selbstbefriedigung somit als weniger lustvoll erlebt. Der Schmerz bei der Prozedur wurde und wird teilweise als Strafe für eine „sündhafte“ Selbstbefriedigung verwendet: John Harvey Kellogg: „Ein Mittel gegen Masturbation, welches bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung. Die Operation sollte von einem Arzt ohne Betäubung durchgeführt werden, weil der kurze Schmerz einen heilsamen Effekt hat, besonders, wenn er mit Gedanken an Strafe in Verbindung gebracht wird.“ In manchen Fällen führt die Kombination dieser Effekte zu teilweise eklatanten sexuellen Einschränkungen.[1]

    Für manche beschnittene Männer ist die Masturbation fast nur noch mit Hilfsmitteln (wie z. B. Gleitgel, Babyöl oder auch Speichel) möglich. Beim Geschlechtsverkehr fehlt das natürliche Gleiten des Penis in seiner Schafthaut, was das Eindringen erschweren kann. Durch das direkte Reiben an der Scheidenwand kann es Probleme bei einer Trockenheit der Scheide geben.

    Posttraumatische Belastungsstörung
    In einer in Boyle et al. (2002) beschriebene Studie wurden 1577 philippinische Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren vor und nach einer Beschneidung (die entweder mit oder ohne Lokalanästhetikum durchgeführt wurde) beobachtet. Vor dem Eingriff wurde sichergestellt, dass nur Jungen in die Studie aufgenommen wurden, die keine PTBS (nach DSM-IV) aufwiesen. Nach dem Eingriff konnte bei 50 % der mit Lokalanästhetikum und 69 % der rituell (ohne Lokalanästhetikum) beschnittenen Jungen eine PTBS nach DSM-IV Kriterien diagnostiziert werden.

    Peace out,

    Bronco

  6. @ Bronco

    lass mich ein Teil deiner Ausführung wiederlegen =). Ich bin selbst beschnitten worden, jedoch im Alter von – wenn ich mich recht erinnere – 4 oder 5 Jahren. Dies hatte jedoch keinerlei religiöse Gründe da keiner meiner Familie irgendeiner Religion beigetreten ist. An was ich mich noch erinnere ist, dass ich in der Kinderklinik ne Vollnarkose bekam (Schlauch aufn Mund) und dann irgendwann etwas duselig aufgewacht bin. Schmerzen hatte ich danach überhaupt keine, nada, niente =). Bis jetzt (bin 22) hatte ich auch nie Probleme damit. Ich weiss zwar nicht wie sich Sex mit Vorhaut anfühlt, aber, dennoch kann ich nicht klagen^^. Zugegeben mag ne Narkose bei Säuglingen vielleicht nicht angewandt werden (bin dahingehend auch kein Experte) aber dennoch glaube auch ich dass der Schmerz nur kurz anhält

    Macht euch übrigens mal nicht alle ins Hemd, Beschneidungen gibt es seit Jahrhunderten und in Afrika sterben jedes Jahr viele Mädchen daran. Jetzt auf einmal wird dafür nen Fass aufgemacht, tell me why? Auch gehe ich mit der Meinung von Prof. Knöpfler mit, dass diese OP von Fachärzten und nicht von Laien durchgeführt werden sollte. Bei Mädchenbeschneidung stehe ich schon wieder auf der anderen Seite.
    Der beste Fall ist meiner Meinung nach sowieso wenn man die Kinder neutral aufwachsen lässt und sie bei Zeiten selbst entscheiden lässt, ob Religion und wenn ja welche. Jedoch ist das auch wieder nahezu unmöglich in einer religiösen Familie.

  7. Hier ein kurzer Kommentar zum Kommentar des Beschneidungs-Urteils:

    a. Die Beschneidung ist eben überhaupt gar KEIN kleiner Eingriff: auf Lebenszeit (!) empfindet der Beschnittene weniger sexuelle Reizung (Onanie/Sex), denn die Eichel wird in Folge der Verstümmerlung unempfindlicher

    b. Der Ethik-Experte meint, der Säugling/kleine Junge wimmert nach dem Beschneiden vlt. kurz. Vorschlag: Der Ethik-Experte möge sich beschneiden lassen und feststellen, ob auch er nur kurz wimmert. Wieso sollten Kinder weniger empfinden als Erwachsene?
    Immerhin könnte der Ethik-Experte seiner Beschneidung Bedeutungskontext geben und das Erleben des unglaublichen Schmerzes so erträglicher machen; das alles kann der Säugling/Junge nicht. Der Säugling/kleine Junge erlebt es vlt. vielmehr so: „Aaaaaaah, aua, das..tut..so..weh.. was ist..nur mit..diesem unglaublichen Schmerz…, ich weiß nicht was da los ist, Angst-Angst, aber… die um mich herum, die finden das alle toll… vlt. empfinde ich falsch…vlt. bin ich falsch…wenn alle sich so freuen…aaahhh…“

    c. Wenn der Beschnittene im Rahmen der Religionsfreiheit später im Leben zu einer Religion wechseln wollte, wo Unbeschnittenheit Pflicht wäre, könnte er die Religion nicht wechseln. Die Beschneidung ist irreversibel. Das zum Thema „Religionsfreiheit“

    d. Die christliche Taufe heute beschränkt sich meist auf das Beträufeln des Kinderkopfes mit Wasser. Früher wurden die Menschen wohl komplett untergetaucht. Analog dazu könnte das gegenwärtige Beschneidungsritual angedeutet werden, indem der Beschneider rituell mit einem Messer auf die Vorhaut tippt. Später könnte die Beschneidung ab der Mündigkeit des zu Beschneidenden nachgeholt werden – falls gewünscht. Religionssoziologisch gab´s schon immer Wandel in der Religion; also: die Vorhaut ist nicht heilig (oder eben doch)

    e. für Interssierte die Empfehlung der vitalen Disskussionen auf „telepolis.de“, Diskussionsforum, Stichwort „Beschneidung“

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