Kraft – Ein Gedicht

Gedicht von Bernhard Trautvetter.

Im Angesicht der immer neuen Gefahr
atmet durch uns Luft,
die schon viele Leben durchflutet hat
Darunter der Leib des Genossen in den Folterkellern der Henker
der den Tod herbeisehnte ehe doch noch die Befreiung kam
Der Patient dessen letzte Hoffnung auf Heilung
dahinzuschwinden drohte jeden Morgen und jede Nacht
Die Mutter, deren Brust dem ebenfalls hungernden Kind
keine Milch mehr gab
Der Rentner, der im Müll nach Essbarem sucht
der die Welt verflucht
Ich, der ich mich sorge wegen der Atomkriegsgefahr
im Garten Erde,
der im heiligen Buch als Garten Eden gedacht
Im Angesicht der Gefahr
strömt durch uns Luft,
die auch noch Lebewesen
in unvorstellbar weiter Zeit aus Ewigkeiten
nach unserer schier unendlichen Mischung aus
Freude und Leid
Kraft einhauchen kann

Und jetzt das…

…Die Last auf den Schultern
der Tränenbeutel Gewicht
bleiern die Füße
starr verbissen,
um Fassung ringend
das Gesicht,
Antlitz von Schatten und Licht,

Das Rückgrat hält gerade
noch Stand.
Das Ich will nicht mehr,
es fühlt sich vom Leben verkannt.

Schweiß treibt
Und dann die Tränenflut
Wie gelähmt über das Schicksal
stehst Du da
und willst doch
nur leben
Liebe nehmen   Liebe geben.

Die Last auf den Schultern
der Tränenbeutel
Gewicht
das Blei in den Füßen
verkündet Dir
die Stärke,
die das Leben
in Dir sieht,
denn es hat Dich
auserkoren,
das alles zu tragen

bis hier her
und weit
über den Horizont
vor unseren Sinnen
hin
aus

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

3 Kommentare zu: “Kraft – Ein Gedicht

  1. Mir ist eigene Kraft immer lieber, als die von sogenannten „heiligen Büchern“ oder den „auserkorenen“. In unsere heutige Lage hat uns nichts anderes gebracht als Feigheit vor Autoritäten, also solchen Menschen, die sich als solche aufspielen – und davon vielleicht vom Staat oder jemand anderem Recht bekommen, von diesem Religionsschwachsinn vielleicht – deshalb gibt es ja schließlich Religion – aber nichtsdestrotrotz gibt es im ganzen Universum keinen Grund für das Niederknien vor „Autoritäten“.

    Es sei denn man will, dass es Autoritäten mit Atombomben gibt… das ist die Konsequenz. Nichts anderes. Also das Gedicht ist in sich widersprüchlich und sagt nichts über Lösungen usw. aus. Es ist ein typisches Hippie-Geheul-Gedicht, von denen es gerade aus „Friedensbewegungen“ viele gibt – die nichts bewegen, weil sie im Geist von Gestern geschrieben wurden. Sie sind verheult und triefen vor Selbstmitleid, sie zeigen keine Perspektive auf und wiederholen nur bürgerliche Sichtweisen der Probleme.

    Ich hoffe literarisch tut sich hier noch was, denn sonst ist das einfach nur peinlich. Jeder 14-jährige Rapper hat mehr drauf und ist sensibler.

    Mir fällt bei sowas immer die Musik von den Ärzten oder den 257ers ein… Naja.

    Also gefällt mir überhaupt nicht, finde ich überhaupt nicht zielorientiert – ist einfach nur das Eingeständis eigener Unkreativität.
    Einfach googlen und ein paar Werke vom poetischen Talent Erich Mühsam bestellen, günstig, antiquarisch, dann lesen und lernen – Viel Spaß – es gibt noch Hoffnung!

Hinterlasse eine Antwort