Krebs im Wirtschaftsleben

Leistungslose Einkommen machen uns krank

Von Christian Kreiß.

Die Grundidee der folgenden Ausführungen ist einfach: Leistungslose Einkommen, also Einnahmen, für die man nicht arbeiten muss, sind nicht nur asozial und unethisch, sondern machen unsere Wirtschaft krank. Wir haben riesige Ströme von Renteneinkommen in Form von Dividenden, Mieten, Pachten und Zinsen in unserem Wirtschaftssystem: beinahe ein Drittel des Volkseinkommens. Diese Geldströme zahlt jeder von uns jeden Tag, jedes Mal, wenn er einkaufen geht. Dieses leistungslose Geld müsste eigentlich zu den leistungslosen Menschen fließen, also denjenigen, die nicht arbeiten können: zu unseren Kindern, Senioren und Kranken. Dann wäre unser Wirtschaftsleben gesund, das Geld würde im sozialen Organismus wie das Blut im natürlichen Organismus zirkulieren.

Dorthin fließt es aber nicht. Sondern es fließt – weitestgehend willkürlich, weil leistungslos – auf die Girokonten privater Vermögensbesitzer. Diese wissen ab einer bestimmten Menge  nicht mehr wohin damit, kumulieren es immer weiter, in immer neue Anlagen, die zuletzt kein Mensch mehr braucht. Geld und Vermögen vermehren sich selbst immer weiter wie Krebs. Und der endet oft tödlich.

Übertragen auf unsere Gesellschaft: Unser Wirtschaftsleben ist schwer krebskrank und steht vor einer tragischen Bereinigung, sei es durch Depression, Bürgerkrieg oder Krieg – wenn wir nichts ändern. Die ersten Symptome dieser schweren Krankheit sind 2007/ 2008 in Form der Finanz- und Eurokrise aufgeflackert. Sie ist jedoch alles andere als vorbei. Sie hat noch nicht einmal wirklich angefangen.

Den kommenden Crash zu vermeiden wäre extrem einfach: Die krebsartig gewucherten Vermögen auf ein gesundes Maß beschneiden und das Geld den einkommensschwachen Menschen zurückgeben, von denen es stammt. Die leistungslosen Einkommen dahin kanalisieren wo sie hingehören: zu den leistungslosen Menschen. Dann brauchen wir keine über uns hereinbrechende blinde, tragische Bereinigung mehr, sondern dann lösen wir das Problem mit gesundem Menschenverstand.

Unsichtbare Zahlungsströme: Wer zahlt an wen?

Unser gegenwärtiges Geldsystem kaschiert, verbirgt verschiedene Zahlungsströme, die unterirdisch, gewissermaßen unbewusst in unserem täglichen Wirtschaftsleben stattfinden. Ein bestimmter Teil dieser Zahlungsströme soll daher nun dargestellt werden.

Unser täglich Brot

Der Preis eines jeden Produktes, das wir kaufen, enthält Kapital- und Arbeitsanteile. Man kann sich das am Beispiel eines Brotkaufs klar machen. Um das Korn für Brot zu ernten, braucht der Landwirt Boden, Kapital und seine Arbeitskraft. Für den Boden muss der Landwirt Pacht oder Zinsen zahlen, oder, wenn er ihm selbst gehört, entsprechende Eigenkapitalkosten dafür ansetzen, denn er könnte sein Land ja verpachten oder verkaufen. Für sein Betriebskapital, also die eingesetzten Maschinen oder das Saatgut, muss der Landwirt entweder Zinsen zahlen oder entsprechende Eigenkapitalkosten dafür ansetzen. Diese Kosten werden auf das geerntete Getreide umgelegt. So ruht auf jedem geernteten Korn eine bestimmte Summe von Kapitalkosten für Pachten, Zinsen und Eigenkapital.

Das Korn wandert zur Mühle, dort gilt das Gleiche. Die Mühle steht auf Grund und Boden, für den Kosten anfallen. Die Getreidemühle selbst stellt ein Kapitalgut dar, für das auch Kapitalkosten anfallen.

Beim Bäcker passiert das Gleiche. Die Bäckerei steht auf Grund und Boden, benötigt Kapital in Form von Backöfen, Inneneinrichtung, Vorräten usw., wofür wiederum Pacht und Kapitaldienst anfallen.

In der Summe enthält also der Brotpreis einen bestimmten Anteil von Kapitalvergütung. Für jeden Laib Brot, für jedes Brötchen, die wir kaufen, zahlen wir, ob wir wollen oder nicht, ob wir es wissen oder nicht, einen bestimmen Betrag an Geld an die Eigentümer von Boden und Kapital, ohne dass diese Menschen an dem Arbeitsprozess beteiligt sind. Diese Einkünfte bezeichnen die Ökonomen als „Renten“, das sind Einnahmen, denen keine Arbeitsleistung gegenübersteht, leistungslose Einkommen, die man erhält, wenn man Vermögen besitzt.

Da stellen sich zwei Fragen. Erstens: Wie hoch sind diese Geldströme? Und zweitens: An wen fließen sie?

Der Sachverständigenrat der deutschen Wirtschaft (die „5 Weisen“) beziffert die Höhe dieser „Nicht-Arbeits-Einkommenszuflüsse“ oder Rentiereinkommen an die Rentiers für die Jahre 2006 bis 2008 auf durchschnittlich € 518 Mrd. pro Jahr. Das ist sehr viel Geld. Zum Vergleich: Herr Schäuble, unser Bundesfinanzminister, hat jedes Jahr ungefähr 300 Mrd. Euro zur Verfügung, also deutlich weniger. Bezogen auf die Konsumausgaben der privaten Haushalte von durchschnittlich 1.361 Mrd. Euro in diesen drei Jahren beträgt die Abgabenquote der privaten Haushalte an die Rentiers 38%. Auch heute, 2015, gelten ähnliche Relationen.

Im Durchschnitt beträgt also der Kapitalanteil, den wir mit jedem Produkt- oder Dienstleistungskauf zahlen, gut ein Drittel des Kaufpreises. Jeder von uns zahlt also täglich Zinsen, Dividenden und Pachten an die Bezieher dieser leistungslosen Einkommen, auch wenn wir keinen Kredit bei der Bank aufgenommen haben und in den eigenen vier Wänden wohnen.

An wen fließt dieser riesige Geldstrom von über 500 Mrd. Euro pro Jahr? Der größte Teil, nämlich 80%, fließt an die wohlhabendsten 20% der Bundesbürger, denn diese besitzen etwa 80% des deutschen Nettovermögens – das ist Vermögen abzüglich Schulden –, während die unteren 50% der Bundesbürger zusammen so gut wie kein Nettovermögen haben (siehe Abb. 1: Individuelles Nettovermögen nach Dezilen in Deutschland 2002, 2007 und 2012). Das sind auch die offiziell von der deutschen Bundesregierung verwendeten Zahlen. Frau van der Leyen sagte 2013, die untere Hälfte der Bundesbürger besitze ein Prozent des Gesamtvermögens. Es findet also im täglichen Leben eine Umverteilung statt durch leistungslose Zahlungsströme, die von allen zu vergleichsweise wenigen Menschen fließen, gewissermaßen ein Umverteilung „von fleißig nach reich“.

Reichensteuer

Wir haben also in Deutschland (ebenso wie in praktisch allen anderen Ländern) eine perfekt, geräuschlos und höchst effizient arbeitende Reichensteuer. Jedes Mal, wenn wir einen Cappuccino oder etwas anderes für einen Euro kaufen, fließen etwa 20 Cent davon an die oberen 20 Prozent, 10 Cent an das obere ein Prozent. Ob wir es wollen oder nicht, ob wir es wissen oder nicht spielt dabei keine Rolle.

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Abb. 1: Individuelles Nettovermögen nach Dezilen in Deutschland 2002, 2007 und 2012 (Quelle DIW)

Ein zweites Beispiel: Grund und Boden

Nehmen wir an, fünf Familien wohnen in fünf Häusern. Die Familien 3 bis 5 sind nicht Eigentümer ihrer Häuser, sondern bewohnen sie zur Miete. Die Häuser befinden sich im Eigentum der Familien 1 und 2, wobei Familie 1 vier Häuser besitzt und Familie 2 eines, dasjenige, das sie selbst bewohnt. Diese Eigentumsverteilung an Häusern gibt in etwa die tatsächliche Eigentümerstruktur in Deutschland wieder: Bei uns wohnen 56–62% (je nach Zählung) der Menschen zur Miete, die Eigenheimquote liegt entsprechend bei etwa 38–44 %.

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Umverteilung durch Immobilieneigentum

In obiger Tabelle wird stark vereinfacht angenommen, dass alle fünf Familien ein Arbeitseinkommen von 1.000 Einheiten pro Jahr erzielen. Die Miete soll 30 % des Einkommens betragen. Dadurch, dass die Familien 3 bis 5 in Wohnungen leben, die Familie 1 gehören, fließen die Mietzahlungen von diesen drei Familien an Familie 1. Familien 3 bis 5 haben dadurch nur noch ein Nettoeinkommen von 700, Familie 1 dagegen ein Nettoeinkommen von 1.900.

Geht man davon aus, dass wohlhabendere Haushalte eine höhere Sparquote haben, wofür es zahlreiche empirische Belege gibt, so zeigt sich, dass Familie 1 aufgrund der Mietzahlungen etwa 600 Geldeinheiten sparen kann. Familie 2, die weder vermietet noch selbst mietet, könnte demnach etwa 200 Geldeinheiten pro Jahr sparen, die Familien 3 bis 5 hingegen deutlich weniger, vielleicht zwischen 10 und 70 Geldeinheiten pro Jahr, obwohl sie schon wesentlich weniger konsumieren als die oberen Familien. Durch diese Zahlungsströme wird im Laufe der Zeit das Vermögen von Familie 1 praktisch von alleine immer höher, die Ungleichverteilung nimmt automatisch immer mehr zu.

Ein drittes Beispiel: Zinseszins und die Geschichte vom „Josephspfennig“

Wenn im Jahre 0, bei der Flucht nach Ägypten, Maria und Joseph einen Pfennig bzw. einen Cent zu einem Zinssatz von 4 % angelegt hätten, so wäre daraus bis zum Jahre 1750 über Zins und Zinseszins ein Geldbetrag im Wert unserer Erdkugel aus Gold geworden. Eine solche Kapitalvermehrung wäre natürlich nur zu Lasten aller anderen Menschen möglich. Alle Arten von Zinseszins führen im Verlauf langer Zeiträume über die Exponentialfunktion zu explosionsartigem Wachstum, das durch die reale Wirtschaft nicht gedeckt werden kann. Allen Naturwissenschaftlern und Ingenieuren ist das immer unmittelbar einleuchtend, nur den Ökonomen nicht immer.

Exponentiell wachsende Vermögen funktionieren so ähnlich wie eine Bakterien- oder Vireninfektion. Diese unsympathischen kleinen Lebewesen wachsen in unserem Körper häufig eine Weile lang exponentiell. Wenn ihre Menge eine bestimmte Schwelle überschritten hat, bricht das, was vorher kaum wahrnehmbar in uns gewuchert hat, plötzlich als Krankheit offen aus und wird offensichtlich. Ähnlich ist es bei Krebsgeschwüren. Auch bei Krebs vermehren sich einzelne Zellgruppen eine Weile lang weitgehend unbemerkt, im Stillen, exponentiell, bevor die Krankheit offen ausbricht und sichtbar wird. In dem Moment, wo die Krankheit offen ausbricht, ist es oft zu spät. Wir stehen seit 2007 vor solch einer Situation. Die weitgehend unbemerkte, im Stillen vor sich gehende ungehemmte Geld- und Vermögensvermehrung seit 1948 hat durch den Zinseszinseffekt, mit über 500 Mrd. Euro pro Jahr, eine solche Wucht erreicht, dass sie nun als offene Krankheit ausbricht. Und wir stellen plötzlich bestürzt fest: Unser sozialer Organismus ist krank, schwer krank, ist durchwuchert von krebsartigen Gebilden.

Machtkonzentration und soziale Krebsbildung

Durch die soeben geschilderten Umverteilungsflüsse muss die Ungleichverteilung ab einem bestimmten Zeitpunkt also immer stärker zunehmen. Und in der Tat kann man das für fast alle Länder der Welt und in fast allen Regionen der Welt feststellen: Fast überall nahm seit etwa 1980 die Ungleichverteilung sowohl der Einkommen wie der Vermögen zu. Das hat bestimmte ökonomische Auswirkungen.

Steigt die Ungleichverteilung, so steigt normalerweise auch die Sparquote in dem betreffenden Land und damit das Angebot an anzulegendem Kapital. Durch die steigende Fülle an Kapital entsteht tendenziell Druck auf die Zinsen. Genau dies trat in den letzten Jahrzehnten in fast allen Ländern der Erde ein. Kapital war in großer Fülle vorhanden, die Kreditstandards seitens der Banken wurden teilweise dramatisch gelockert, wie zahlreiche Beispiele zeigen und wie ich selbst in meiner Zeit als Investment Banker von 1995 bis 2002 erlebt habe.

Weltweite Blasenbildungen

Weltweit betrachtet hat das in den letzten etwa 35 Jahren exponentiell wachsende Kapitalangebot zu Druck nach unten auf die Zinsen geführt. Die verstärkt wachsenden Kapitalmassen suchten international nach rentierlichen Anlage­möglichkeiten. Diese (über)reichlich zur Verfügung stehenden „vagabundierenden“ Geld- bzw. Kapitalmittel führten zu hohen Investitionen in Sachanlagen aller Art weltweit.

Wo ist das Problem? Sind Investitionen nicht gut und segensreich, weil sie uns einen höheren Lebensstandard in der Zukunft ermöglichen? Nehmen wir den Hausbau: solange die Menschen kein Dach über dem Kopf haben ist der Bau neuer Häuser ein Segen. Wenn jedoch schon alle eine Wohnung oder ein Haus haben und wir bauen immer noch mehr neue Häuser, dann wird das zum Fluch. Das sieht man zum Beispiel an Spanien seit 2007. Die Spanier bauten über viele Jahre viel mehr Häuser als sie brauchten und stecken daher seit 2007 in einer tiefen Depression, weil die ganze Baubranche kollabierte. Der spanische Ökonom Montalvo sprach daher 2008 von einem Immobilientumor in Spanien, eine sehr zutreffende Bezeichnung.

Man kann also des Guten zu viel tun und dann wird es schädlich. Und genau hier liegt die Hauptursache der derzeitigen globalen finanziellen und wirtschaftlichen Verwerfungen. Die wachsenden Kapitalmassen führten über niedrige Zinsen zu weltweiten Überinvestitionen, zu krebsartigen Investitionen in praktisch alle Arten von Anlageobjekten: nicht nur in Immobilien, sondern auch in Unternehmensanteile, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Gold, und vor allem: In reale Produktions­anlagen wie Maschinen, Produktionsgebäude und Infrastrukturanlagen.

Die Weltwirtschaftslage 2016: Ähnlich wie 1929 ist eine tiefe Bereinigung überfällig

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Tatsächlicher vs. nachhaltiger Wachstumspfad (eigene Darstellung)

Die Abbildung „Tatsächlicher vs. nachhaltiger Wachstumspfad“ zeigt den stilisierten Verlauf des weltweiten Wirtschaftswachstums von etwa 1980 bis heute Die untere Linie zeigt das Wachstum der Masseneinkommen und damit den nachhaltigen Wachstumspfad der Nachfrage durch die privaten Haushalte, der aus eigener Kraft, aus nachhaltigem Einkommen möglich gewesen wäre. Die steiler ansteigende, obere, durchgezogene Linie beschreibt den stilisierten tatsächlichen Wachstumspfad der letzten etwa 35 Jahre. Die Lücke dazwischen, der Keil, der sich innerhalb der letzten 35 Jahre bildete, zeigt das durch die gestiegene Ungleichverteilung bewirkte oben geschilderte Zurückbleiben der Masseneinkommen und damit der Massenkaufkraft hinter dem Wachstum des Sozialproduktes.

Ein paar Zahlen dazu aus den USA: Das reale BIP pro Kopf der USA wuchs in den 33 Jahren von 1978 bis 2011 laut Regierungsangaben von 100 auf 173, also real um 73%. Die Medianeinkommen stiegen im gleichen Zeitraum real laut offiziellen Regierungsangaben dagegen nur von 100 auf 105. Das stellt sich die Frage: Wer hat eigentlich die ganzen Burger gegessen? Wer hat die vielen Autos, Bildschirme, Kühlschränke, die produziert wurden, eigentlich gekauft, wenn doch die Massennachfrage nur um 5% gestiegen ist, das Angebot aber um 73%?

Die Antwort ist einfach: Das wurde über Kredite gekauft. Die Leute sind shoppen gegangen ohne eigentlich das Geld dafür zu haben. In den Industrienationen erhöhte sich die reale, inflationsbereinigte Verschuldung der privaten Haushalte von 1980 bis 2010 auf das Sechsfache. Vermutlich weit über 100 Millionen Familien weltweit sowie einige Länder lebten in den letzten 30 Jahren deutlich über ihre Verhältnisse, gaben mehr aus als sie einnahmen und finanzierten diese künstliche Nachfrage durch höhere Verschuldung.

Eigentlich wäre langfristig aber nur die untere Linie des Wirtschaftswachstums möglich gewesen. Denn Massenproduktion setzt Massennachfrage und damit Massenkaufkraft und Masseneinkommen voraus. Auf Dauer können Produktion und Wirtschaft nur wachsen, wenn die Massenproduktion auch abgenommen wird. Dass dennoch die obere Wachstumslinie erreicht wurde, lag an der künstlich überhöhten Nachfrage seitens vieler Millionen von Privathaushalten durch Kredite.

So entstand ein auf Pump und damit auf Sand gebautes Wirtschaftswachstum in Höhe des Keils zwischen den beiden durchgezogenen Linien. Dieser Keil steht nun vor einer Bereinigung. Wie groß dieser Keil in etwa ist zeigen die Zahlen aus den USA: Der Massennachfrage von 105 stehen Produktionskapazitäten von 173 zur Verfügung. Teilt man 105 durch 173 ergibt sich etwa 0,6. Das heißt: zur Befriedigung der Massennachfrage würde eine Kapazität von 60% ausreichen. Es ist also viel zu viel Kapazität vorhanden. Oder anders ausgedrückt: Da ist eine gewaltige Nachfragelücke aufgebaut worden, die nun vor einer Bereinigung steht. Wenn man ähnliche Zahlen wie für die USA auch für die übrigen Industrieländer unterstellt, heißt das: Etwa drei von fünf Produktionsanlagen, Hotels, Restaurants usw. usw. brauchen wir nicht und dürften in den kommenden Jahren stillgelegt werden! Was das für Arbeitslosigkeit und soziale Entwicklungen bedeutet, kann man nur erahnen.

Was tun?

Die Antwort ist eigentlich verblüffend einfach: Wir brauchen nur die falschen und schädlichen Trends der letzten ein bis zwei Generationen rückabwickeln und das Geld dorthin zurückgeben, von wo es auch kommt: zu den Normal- und Kleinverdienern.

  1. Entweder auf einmal durch eine einmalige Vermögensabgabe von etwa 30 Prozent auf alle Vermögen nach Abzug von Freibeträgen von vielleicht einer Million Euro pro Kopf.
  2. Oder durch eine spürbare Erbschaftssteuer von beispielsweise 50% auf vererbte Vermögen nach Freibeträgen von vielleicht ein oder zwei Millionen Euro pro Empfänger. Erbschaften sind ja der Inbegriff von leistungslosen Einkommen. Pro Jahr werden derzeit in Deutschland etwa 300 Milliarden Euro vererbt, davon 100 Milliarden durch das wohlhabendste ein Prozent der Bevölkerung. Die real bezahlte Erbschaftssteuer beträgt zur Zeit etwa 5 Milliarden Euro pro Jahr. Das heißt unser Erbschaftssteuersatz liegt momentan bei ungefähr 1,7%. Das verfestigt die Ungleichheit und die ungleichen Startchancen in unserem Land.
  3. Oder durch eine allmähliche Rückabwicklung in den nächsten 35 Jahren. Anstatt dass immer mehr Geld „von fleißig nach reich“, von den Normal- und Kleinverdienern zu den Vermögenden wandert wie in der Vergangenheit, also einfach das Gegenteil tun: Das Geld „von reich nach fleißig“ fließen lassen. Die Mittel dazu sind im Prinzip auch ziemlich einfach: Die drei Hauptvermögensarten sind zu belasten. Also beispielsweise:
  • a) Eine Vermögenssteuer von 3% des tatsächlichen Marktwertes auf nicht selbst genutzten bzw. bearbeiteten Grund und Boden inklusive Immobilien. Von dieser Steuer wären also nicht betroffen beispielsweise Familien, die im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung wohnen, oder der Landwirt, der seinen eigenen Grund und Boden bearbeitet. Dagegen würde Großgrundbesitz besteuert. De facto wären von dieser Steuer lediglich 10 bis 18% der deutschen Bevölkerung betroffen. Das Argument der Steuerflucht zieht hier nicht, denn Grundbesitz kann sich nicht in die Schweiz absetzen, er ist notorisch immobil.
  • b) Eine Vermögenssteuer auf Unternehmenseigentum in Höhe von 3% des tatsächlichen Markt- bzw. Verkehrswertes pro Jahr nach Berücksichtigung eines Freibetrages von vielleicht 2 Mio. Euro. Diese Steuer müssten maximal 10% aller Bundesbürger entrichten.
  • c) Einführung von umlaufgesichertem Geld, wie z.B. in der kleinen Gemeinde Wörgl in Österreich 1932/33.

Mit den hierdurch eingenommenen erheblichen Mitteln von deutlich über 100 Mrd. Euro pro Jahr könnte man im Gegenzug die Sozialversicherungsbeiträge für die arbeitende Bevölkerung oder die Einkommensteuersätze für Niedrigverdiener senken. Dadurch wäre das oben beschriebene Problem der Unterkonsumtion bzw. der Überkapazitäten gemildert oder gelöst, und wir stünden nicht vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch, sondern hätten das Problem mit Vernunft statt mit Unvernunft, wie es heute geschieht, gelöst.

Das gilt auch für Griechenland oder Spanien. Deren derzeitigen massiven Konjunkturprobleme wären durch die obigen drei Maßnahmen problemlos lösbar. Onassis war bekanntermaßen ein Grieche. Es gibt sehr viele sehr wohlhabende Griechen und Spanier. Wenn man diese stärker zur Finanzierung der Staatsfinanzen heranziehen würde anstatt die kleinen Leute, wie man es heute macht, wären die Konjunkturprobleme in Griechenland und Spanien erledigt. Diese Maßnahmen würden also einen Geldstrom von reich zu fleißig auslösen, anstatt den derzeitigen riesigen Geldstrom von fleißig nach reich weiter zu perpetuieren.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

18 Kommentare zu: “Krebs im Wirtschaftsleben

  1. Der obige Artikel zeichnet sich dadurch aus, dass er von einem vergleichsweise guten Fachmann, aber eben nicht von einem Geldsystem-Spezialisten stammt. Es wird als Lösung nur das gewöhnliche Instrumentarium der Politik gewusst.

    Es gibt folgenden bekannten Satz:

    Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andre werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. ›Stützungsaktion‹, bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleite erkennt man daran, daß die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr.

    Kurt Tucholsky

    Man muss es vielmehr versuchen sich in die genaue Funktionsweise des Geldsystems hineinzudenken, um den Fehler erkennen zu können.

    Banken verleihen Geld, das es nicht gibt.

    Die Politik duldet dieses Betrugsverhalten, weil sie das Bankensystem bequem findet und es irrig glaubt, dass der Bankangestellte auf diese Weise doch glücklicherweise in Arbeit sei. Außerdem wird die Wirtschaft durch das Bankgeschäft immer wettbewerbsfähiger.

    Außerdem hebt der obige Artikel es zu sehr hervor, dass für das Einkommen etwas geleistet werden müsse, was auch nicht völlig falsch ist. Tatsache ist jedoch, dass es beim jetzigen Fehlkonstrukt des Systems mit der Zeit immer schwieriger wird sich mit normaler Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, weil das Einkommen extrem ungerecht verteilt ist und für die Entlohnung normaler Arbeit immer weniger Geld zur Verfügung steht.

    Wenige Reiche haben innerhalb von Jahrzehnten ständig vom Bankenbetrug profitiert und diese kennen die Funktionsweise des Geldes nicht und bemerken daher das fehlerhafte Schlaraffenland eben auch nicht.
    Geld hat nämlich keinen Eigenwert.
    Reiche profitieren überproportional dadurch, dass sie näher am Geld sitzen, zumal die Kaufkraft trotz rasant ansteigender volkswirtschaftlicher Geldmenge infolge der fehlerhaften Geldpolitik und der damit verbundenen Deflation auch noch ansteigt.

    Die Deflation ist eine Folge davon, dass die Geldmenge für die große Mehrheit der Geldverkehrsteilnehmer immer kleiner wird, wodurch die wenigen Oligarchen die Löhne immer mehr nach unten drücken können.
    Diese Vormachtstellung der Reichen nennt man die sog. „Marktüberlegenheit“ des Geldbesitzers.

    Die Politik scheint also die Preisbildung ohnehin nicht verstanden zu haben.

    Der Artikel hätte insgesamt noch ein wenig mehr auf die Ideen Silvio Gesells eingehen können:

    Der Zutritt zum Geld muss diskriminierungsfrei sein.
    Außerdem benötigen wir eine gleichmäßige Umlaufgeschwindigkeit des Geldes.
    Der Zins könnte dazu führen, dass Geld gehortet wird, weil man auf diese Weise Geld verdienen kann. Dies bremst jedoch die fließende Wirtschaft.

    Der Zins führt zudem mit der Zeit infolge des Zinseszins zu immer mehr leistungslosen Einkommen, während gewöhnliche Arbeit immer schlechter bezahlt werden kann.

    Außerdem werden Waren der Realwirtschaft schneller schlecht, während Geld seinen Wert nicht so schnell verliert.

    Dann hätte der Artikel es erwähnen können, dass Banken zu nah am Geld sitzen und künftig nur noch die Geldsystem-Infrastruktur bereitstellen sollten.

    Wenn sie weniger nah am Geld säßen, könnten sie viel weniger Geld schöpfen, würden zudem kaum noch spekulieren und könnten nicht für alle möglichen Einzel-Buchungen horrende Gebühren verlangen.

    Außerdem hätte erwähnt werden können, dass normales Geld sich nicht eignet, um den volkswirtschaftlichen Effekt „Gewinne privatisieren – Schulden sozialisieren“ zurückzuführen.
    Besser wäre es daher, wenn die Politik für jeden Geldverkehrsteilnehmer ein digitales Buchführungskonto einrichten würde.
    Beispielsweise kann der Staat zudem beim jetzigen Geldsystem seine Schulden gar nicht tilgen, weil die Geldentstehung bereits ein wenig sonderbar funktioniert.

    Ferner ist auch die Geometrie der EZB im Zusammenspiel mit den Banken völlig fehlerhaft. Die jetzige Geldpolitik der EZB führt zu einer gefährlichen Umverteilung von unten nach oben, was die Kanzlerin bereits seit mehr als fünf Jahren nicht bemerkt hat.

    Stattdessen lobt die Kanzlerin das WIrtschaftswachstum und das breite Wahlvolk merkt es auch nicht.

  2. Gut, mal ausgehend davon, dass wir auf einem endlichen Planeten wohnen, der endliche und nachwachsende Ressourcen bietet, sollte man einfach mal wissenschaftlich ermitteln, welchen Bedarf hat der durchschnittlichen Mensch eigentlich. Was braucht er von welchen Ressourcen, in welchen Mengen, in welchen Zeitintervallen, in welchen Lebensphasen? Wieviele Menschen sind für diesen Planeten vertretbar, wenn es wieder zum Artenwachstum kommen soll. Wenn das alles mal berechnet ist, kann man Wachstumsobergrenzen und Ressourenobergrenzen definieren und einhalten. Jeder Mensch könnte ein Ressourcenkonto haben. Für die endlichen aber recyclebaren Rohstoffe bekommt man ein einmaliges Guthaben. Für die nachwachsenden Rohstoffe bekomme ich regelmäßig ein Guthaben eingezahlt, dass von der Verfügbarkeit abhängig ist und darauf muss ein Negativzins liegen, da diese Rohstoffe auch eine natürliche Verfallszeit haben. Manche Ressouren brauche ich nicht und tausche sie mit jemanden, der damit etwas anfangen kann, der sie verarbeiten kann. Zwischen den jeweiligen Ressourcen gibt es Wechselkurse. Das Ding ist, das alles von Anfang an begrenzt ist und bleibt und nicht auf Kosten der Natur gewirtschaftet werden kann. Es gäbe auch Wirtschaft…aber mit natürlichen Bedarfsgrenzen und ausgehend vom durchschnittlichen Bedarf des Einzelnen.

    • Warum wird denn immer stillschweigend davon ausgegangen, dass eine Produktionsweise auf Tausch beruhen muss? Es gibt keinen notwendigen Zusammenhang zwischen Produktion und Tausch! Man könnte ja auch mal im Kontext einer kooperativen Produktionsweise nachdenken.
      Mir drängt sich auch der Verdacht auf, dass bei Tauschwirtschaft immer gedacht wird, dass das so funktioniert: Einer hat von etwas zuviel und und tauscht das dann gegen etwas, was er braucht mit jemanden der davon zuviel hat. Aber das ist ja nicht die Realität und auch nicht der Zweck des Tauschens. Aldi z.B. verkauft ja nicht Lebensmittel (=Tausch gegen Geld) weil er davon zuviel hat, er verkauft sie, weil er damit Profit machen will.

    • Hmmm, man könnte jetzt fragen, ob Tausch nicht auch eine Form von Kooperation ist. Es ist ja auch eine Form von „Ich helfe dir und du hilfst mir.“ Selbstlose Kooperation finde ich oft in kleinen Gruppen, bei Menschen die man mag und schätzt. Wenn ich aber Kooperation mit Menschen benötige, die mir Fremd sind, dann werde ich mir schwer tun. In einer Welt, die ohne Wenn und Aber kooperiert, gibt es keine Missgunst, keine Egoismen, volles Vertrauen in Jeden und keine Angst vor Niemanden. Das Problem ist, dass man als Mensch erst eine Entwicklung durchlaufen muss, die einen in diesen Zustand kommen lässt und ganz ehrlich, wieviele Menschen schaffen das in einem Leben? Ich würde mir diese Kooperation auch wünschen aber ich glaube noch nicht daran, weil ich den Weg dorthin noch nicht sehen kann.

  3. Noch was: An alle Kritiker hier. Es geht in der Lehre bzw. in der Bewusstseinsbildung, nie um die eigentliche Sache/Details. Es sollte immer um die Prinzipien/Methoden, die hinter den Dingen stehen, gehen. Nur so schafft man auf eine spielerische und leichte Art und Weise Erkenntnis. Außerdem bilden diese gelernten Prinzipien ein Grundgerüst auf welchem eigener Erkenntnisgewinn statt finden kann. Die eigentlichen Dingen sind nur Mittel zum Zweck. Details im weiteren Sinne meist irrelevant.

    • Versteh ich jetzt gar nicht: der obige Artikel handelt ja gerade von den von Ihnen als „eigentliche Dinge“ bezeichneten Sachverhalte wie zuviel Wohnraum, kreditfinanzierter Konsum, zu bemessende Höhe von Steuern um die es nach Ihnen ja nicht gehen dürfte. Von den Zwecken, für die diese Dinge gemäß Ihrer Ausführungen ja nur Mittel sind handelt der Artikel ja eben gar nicht. Also kritisieren Sie jetzt diesen Artikel?

  4. Super Beitrag. 100% Zustimmung. Es spielt keine Rolle, ob sich hier jemand schon wieder kritisch zu dem Beitrag äußert. Es ist ein Ansatz, der im Einklang mit dem Verstand und dem Gewissen zu bringen ist. Das ist das einzige was zählt. JUST DO IT –> die Macher.

  5. ..Die krebsartig gewucherten Vermögen auf ein gesundes Maß beschneiden...
    Was soll es denn sein, dieses gesundes Maß? Wie hoch ist es denn, dieses gesunde Maß? Dass niemand hier wirklich eine Antwort geben kann, sollte doch schon ein Indiz sein, dass diese Art von Kritik fehlerhaft ist.
    Es ist so eine Art die „Auswüchse“ Kapitalismus zu kritisieren ohne zur Kenntnis nehmen zu wollen, dass diese Auswüchse eben genau die notwendigen Konsequenzen des „normalen“ kapitalistischen Betriebs sind. Zudem wird ständig mit einem
    Wunschbild verglichen, dass sich weigert die tatsächlichen politökonomischen Gegebenheiten im Kapitalismus zur Kenntnis zu nehmen und dann such eben diese Gegebenheiten zu kritisieren. Beispiel:
    Es wird beklagt, dass leistungsloses Geld nicht zu den leistungslosen Menschen fließt …Sondern es fließt – weitestgehend willkürlich, weil leistungslos …. Was heisst hier willkürlich? Das ist gar nicht willkürlich, denn der Fluß des Geldes ergibt sich strikt aus den Eigentumsverhältnissen. Zudem behauptet die Formulierung es sei willkürlich, weil leistungslos! Wie kommt man denn zu so einer faschen kausal Verknüpfung?
    Eine weitere Behauptung im Artikel ist,
    ..Die Spanier bauten über viele Jahre viel mehr Häuser als sie brauchten... Was heisst denn hier „brauchen“? Es wird übersehen, dass die Häuser ja grade nicht gebaut wurden, weil sie zum Wohnen gebraucht wurden, sondern Weil damit auf eine profitable Investition spekuliert wurde. Es liegt hier also eben nicht eine „Fehlsteuerung“ vor, die zum Ergebnis hat, dass nun mehr Wohnraum da ist, als aktuell gebraucht wird; was wäre auch so schlimm daran. Und offensichtlich kommt es darauf ja auch gar nicht an vgl.http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/spanische-obdachlose-und-und-die-krise-dieses-haus-ist-besetzt-1.2002395
    , denn wie sollten sonst Leute auf der Straße landen, wenn eh zu viel Wohnraum da ist. Es wird also nicht der spekulative Zweck dieses Bauens von Wohnraum kritisiert, sondern nur die Auswüchse einer fehlgeschlagenen Spekulation. Der Zweck wird ignoriert unter der stillschweigenden Annahme, dass der Spekulationszweck ja eigentlich den Zweck „gebrauchter Wohnraum“ bedient. Dies ist aber grundsätzlich falsch, denn der die Notwendigkeit von Wohnraum ist hier das Mittel der Spekulation und nicht das Ziel.
    Weiterhin wird in dem Artikel ausgeführt, dass durch die …künstlich überhöhten Nachfrage seitens vieler Millionen von Privathaushalten durch Kredite
    ein ..auf Pump und damit auf Sand gebautes Wirtschaftswachstum.. enstand. Die Formulierung „künstlich“ irritiert mich. Was soll das heißen? Das die Leute die Dinge gar nicht wirklich gebraucht hätten, und nur weils Kredit gab, hat man sich halt noch was gekauft?
    Wird hier in einen Topf geworfen das was Leute brauchen und das was sie sich leisten können? Und meistens können die Leute sich das, was sie brauchen nicht leisten. Das fatale an diesen Konsumentenkrediten ist, dass es die Leute in eine noch stärkere Abhängigkeit von ihrem Lebensmittel Lohn setzt und von diesem jetzt auch noch die Zinsen des Kredits bedient werden müssen.
    Was ist denn hier jetzt der Befund des Autors? Das Wirtschaftswachstum orientiert sich nicht an dem was die Leute sich real leisten können sondern macht sie via Kredit unabhängig davon und das ist schlecht, denn, so der Autor, Das heißt: zur Befriedigung der Massennachfrage würde eine Kapazität von 60% ausreichen
    Der Befund übersieht, den eigentlichen Widerspruch, dass man Profitwachstum erzielen will durch mehr und billigere Produkte, dazu die Lohnstückkosten und damit Lohnkosten senken muss also insgesamt pro Lohnabhängigen (dies inkludiert auch Arbeitsloste,…) weniger zahlt. Und der Kredit ist nun grade die Antwort auf diesen Widerspruch.
    Als Lösung schlägt der Autor nun eine – wie auch immer geartete – Steuer auf Vermögen vor die umzuverteilen wäre. Er übersieht, dass diese Lösung ja gar nicht so wirklich zu seinem Befund passt, denn indirekt fordert er ja, man soll ja nur soviel produzieren,wie die Leute sich leisten können. Also wozu dann Vermögen um verteilen?
    Zu dem wenn man bedenkt, dass in den Preisen der produzierten und für den Konsum bestimmten Waren ja die Löhne aller Lohnabhängigen enthalten sind (auch derjenigen, die Maschinen zur Produktion der Konsumwaren bauen etc.), muss die Summe der Warenpreise ja die Summe der gezahlten Löhne übersteigen, wie stark müßte denn dann so eine Umverteilung sein?
    Würde diese Umverteilung denn dann nicht dem Produktionszweck im Kapitalismus, nämlich Profit, widersprechen? Wäre es dann nicht richtig diesen Produktionszweck zu kritisieren?

  6. Egal, wie man es dreht und wendet – das Kernproblem ist und bleibt die Frage nach dem ‚Eigentum‘ – wer darf wieviel tatsächlich von etwas ‚besitzen‘ und ausschließlich für sich verwenden?!

    Wenn ein Affe sich einen Vorrat an Lebensmitteln stiebitzt und irgendwo bunkert, dann ist der automatisch begrenzt und nicht beliebig erweiterbar, weil
    a) Lebensmittel verrotten
    b) eine gewisse Anzahl Gegen-Stiebitzer das notiert und konterkariert und
    c) 1 Affe eben auch nur 1 Lager verteidigen kann, falls überhaupt.
    1 Affe kann maximal genau 1 Fläche für 1 Liegeplatz besetzen und verteidigen.
    Mehrere Affen können zwar ein gewisses Gebiet ‚erobern‘ und ‚besetzen‘, aber auch dies nicht auf Dauer, denn sobald es Verteilungskämpfe gibt, wird schnell die Grenze erreicht, wo mehr verloren wird als es zu bewahren gibt.

    Dazu kommt erschwerend, dass jeder, der über den Eigenverbrauch hinaus hortet, IMMER ein zunehmendes Ungleichgewicht der verfügbaren Ressourcen fördert, das letztlich IMMER genau das System, auf das er seine Hortung stützt, selber unterminiert, damit destabilisiert und kollabieren lässt.
    D.h.: der überdurchschnittliche Nutzen eines Einzelnen geht letztlich zu Lasten ALLER.

    Und man muss da gar nicht soziologisch sentimental werden, um das zu kritisieren – es reicht eine rein systemische, kybernetische Sicht der Dinge, um dieses Hortungsprinzip ad absurdum zu führen und es gänzlich zu verwerfen.

    ‚Kapitalismus‘ kommt ja ursprünglich aus dem Opfergedanken und seinen Riten.
    Jemand will einen Mehrwert, Vorteil für sich beanspruchen und opfert dafür einer höheren Macht, von der er sich durch das Opfer eine Art Tauschgeschäft verspricht.
    lat.: caput, capitis = Haupt, Kopf – das war mal die Hauptwährung für Tempel-Opfer.
    Menschenköpfe mussten da ursprünglich genauso rollen wie später ersatzweise dafür die Rinderköpfe etc.
    Heute ist das eben virtualisiert in Form von zu versteuerndem (also zu opferndem) ‚Pro-Kopf-Einkommensanteil‘!
    Die ‚Götter‘ von damals sind heute eben die Machtträger Staat und/oder die Finanzeliten.

    Als der dämliche Goldman-Sachs-Chef Lloyd C. Blankfein vor dem Untersuchungsausschuss deklamierte:
    „Wir haben nur Gottes Werk verrichtet!“ – da hat er ausnahmsweise mal die Wahrheit gesagt, weil er damit eben genau die Finanzelite bzw. das Geld selbst zur Gottheit stilisierte und nicht umsonst ist ‚Mammon‘ einer der ältesten ‚Gottheiten‘, die schon lange angebetet worden war (denn die Opfergabe ‚Geld‘ im Tempel wurde damit letztlich selbst göttliches Idol, denn es verheißt die Käuflichkeit göttlicher Macht und repräsentiert sie eben darum selbst!)

    Bevor also das nicht flächendeckend verstanden und akzeptiert und damit abgelehnt wurde, ist auch die Eigentumsfrage nicht lösbar, denn sie ist direkt daran gekoppelt.
    Warum?
    Weil man früher eben Land brauchte, um diejenigen Rinder züchten zu können, mit deren Köpfen sich göttliches Wohlwollen für egoistische Ziele erkaufen ließ!!!
    Und im Prinzip hat sich daran bis heute nichts geändert.

    Mit Umverteilung von Geld ist also gar nichts gewonnen, so charmant das auch erstmal klingen mag.
    Es geht um nichts Geringeres als die Abschaffung von Grundbesitz in Einzelhand ab einer gewissen Größenordnung.
    Und um die Abschaffung der Entkopplung von Geld von faktisch verfügbaren Gegenwerten, – also um die Notwendigkeit die Geldmenge zu limitieren auf Basis real verfügbarer Werte und die individuell verfügbare, besitzbare Menge davon ebenfalls daran zu koppeln.
    Im Gegenzug sind dann aber auch solidarische Pflichten obligat, denn sonst lassen sich größere Projekte nicht stemmen.
    Dagegen wäre ja auch nichts einzuwenden, denn das solidarische Engagement ist dann auch immer eines für den egoistischen Vorteil!
    Aber dafür gibt es ja auch bereits existierende Beispiele.

    Ist aber alles Mumpitz, da, wie bereits in einem anderen Kommentar erwähnt, die Umsetzbarkeit gleich NULL ist.
    Deshalb wird der Crash so oder so kommen, denn nur eine epische Katastrophe kann diese über ein Jahrzehntausend gewachsene Struktur aufbrechen und Raum für alternative Optionen schaffen….

    • Die Jahre vergehen und der Crash kommt immer nächstes Jahr.
      Und wer dann in der besten Position ist (also die jetzigen Herrscher), bestimmen dann was wie gemacht wird.
      Ich sehe schon ein „Goldenes Zeitalter“.

    • @schwarz ist weiß:

      Ich rede hier nicht von einem Crash wie 2001 oder 2008 oder etwa 1929 oder gar 1637 – ich meine einen echten und irreparablen Systemcrash, der uns alle global zum Verlierer macht und es dabei belässt, keine Gewinner dann.
      Dieser Systemcrash speist sich aus der maßlosen Inkompetenz aller Beteiligten/Verantwortlichen auch nur 1 der brisanten Problemfelder auch nur ordnungsgemäß darzustellen, geschweige denn mit pragmatischen Lösungsvorschlägen zu bedienen – von einer bereits angelaufenen Korrektur mal überhaupt keine Rede.
      Wir haben hier aberdutzende von Krisen auf allen Ebenen, Feldern und weltweit aktuell am Laufen und jede für sich könnte bereits der ’schwarze Schwan‘ sein, den die Märkte ja doch so ein bißchen fürchten.
      Aber hier geht es nicht um lokale Einbußen, Korrekturdefizite o.ä. – hier geht es ums Ganze, weil hier ein ganzer Schwarm schwarzer Schwäne existent heranwächst und sobald der ausgewachsen ist korrigiert hier keiner mehr was oder kommt ungeschoren davon.

    • Von Exponential-, Emergenz- und Dominoeffekten muss ich da erst gar nicht anfangen.
      Und ich beziehe dabei auch nicht die eigentlich miteinzukalkulierende Wahrscheinlichkeit von noch nicht erkannten Krisenherden mit ein!
      Die systemische Gleichschaltung aller beteiligten Faktoren verhindert Ausgleichsgewichte und maximiert eine vollumfängliche gegenseitige Abhängigkeit.
      Es reicht also die tipping-point-Dynamik jedes einzelnen Krisenherdes für sich ganz alleine, um nachvollziehbar und evident zu einer Crash-Prognose zu kommen.
      Was wir hier aktuell sehen sind lediglich Nachhutscharmützel aus einer bereits verlorenen Schlacht.

      Leseempfehlung hierzu:
      ‚Die Selbstorganisation des Universums‘ von Erich Jantsch

  7. Da steckt leider nur die halbe Wahrheit drin. Denken Sie das Thema zu Ende. Ja, wir brauchen eine Vermögenssteuer. Freibetrag 1 Million, 100% oberhalb 10 Millionen. Davon sollte eigentlich kein Reicher verhungern. Wir brauchen zusätzlich 100% Erbschaftssteuer. Reichtum nur für die, die Ihn sich erwirtschaften und nur für eine Generation.
    Man könnte das auch „Chancengleichheit“ nennen – das glatte Gegenteil des heutigen Zustands.
    Dazu kommt noch die Abschaffung „juristischer Personen“, also Kapitalgesellschaften, die nicht sterben, nichts vererben, und daher immer fetter werden und ihren Shareholdern die leistungslose Dividende sichern.
    Das Problem: für diese Forderungen bekommen Sie genau 0% Wählerstimmen. Das ist so, weil keiner versteht, was wir tun. Der Weg des Kapitalismus ist der des Kriegs und der Ausbeutung bis zur Vernichtung. Zum Schluss werden sich die Besitzenden automatisch dazu entscheiden, Ihren Besitz plus das, was Sie glauben, noch zu verdienen, mit Gewalt zu nehmen. Dieses Endstadium läuft schon heute. Es sind reiche Länder, die Arabien erst bewaffnen, dann als Feind erkennen und dann bombardieren. Wir sind es, die perfide „Regime Changes“ in Staaten wie Irak, Afghanistan, der Ukraine oder Libyen induzieren. Im Chaos ist nämlich der Zugriff auf die Rohstoffe leicht zu organisieren. Stabile Staaten würden sich wehren.
    Keiner von uns ist heute dazu bereit, nur so viel von der Erde zu nehmen, wie er realistisch erwirtschaften kann. Das ist nämlich verdammt wenig. Manch einer wäre bei der Frage nach dem tatsächlichen Wert seiner Arbeit überfordert, also wie viele Kartoffeln und wie viel Weißkohl er dafür haben will, dass er herum fährt, Papier voll schreibt, in Besprechungen geht oder sinnloses Zeug aus den erbeuteten Rohstoffen fertigt. Keiner von uns ist dazu bereit, den Reichtum der Erde wirklich gerecht zu teilen, weil der Reichtum der Welt schon in ungerechter Weise bei uns aufkonzentriert ist. Und die Sozial Schwachen? Verhungern die, so wie in anderen Ländern? Tun sie nicht! Es geht ihnen im Vergleich mit den Reichen wirklich nicht gut. Im Vergleich mit den Armen anderer Länder geht es ihnen aber extrem gut – eine Frage der Perspektive.
    Der Kapitalismus ist ein gigantisches Verbrechen, das uns allen nützt. Geld ist eine seiner gefährlichsten und wirksamsten Waffen. Geld ist per Definition völlig wertlos. Es kommt als Kredit in die Welt. Der Schuldendienst, also die freiwillige Versklavung bringt den Wohlstand. Ausbeutung anderer ist eine prima Idee, wenn man aus der Nummer als erster raus will. Das System ist völlig irre. Und doch: niemals würden wir es hergeben. Die Idee, das heutige System abzuschaffen ist zwar naheliegend, wenn man Frieden will, aber ihre Umsetzung vollkommen unrealistisch. Bevor wir auch nur eine Sekunde über Gerechtigkeit nachdenken, führen wir lieber Krieg. Der hat auch längst angefangen. Woher käme sonst der Treibstoff für unsere völlig unverzichtbaren, 1,2 Tonnen schweren, 100 PS starken Autos? Gewählt wird „weiter so“. Logisch.

  8. Ömm… dieser Beitrag ohne weiter gelesen zu haben, endete bei mir beim Zitat:
    „Die krebsartig gewucherten Vermögen auf ein gesundes Maß beschneiden und das Geld den einkommensschwachen Menschen zurückgeben, von denen es stammt.“

    Lieber Autor Herr Kreiß.
    Albert Einstein hätte dazu gesagt: „Man kann ein Problem, nicht mit der selben Denkweise lösen wie es entstanden ist.“ und da denke ich, hat Einstein recht und Sie wollen das jetzt wirklich mit und über diesen Beitrag versuchen?
    Gut den ein oder anderen werden Sie bestimmt erreichen, indem er sich mehr Knete erhofft, aber eine Lösung werden Sie damit nicht erreichen, da man das Geld, was man den Reichen abzwackt, sich das die Reichen wiederholen werden – es ist dann nur mehr Geld im Spiel was gedreht wird, aber das Endergebnis ist das Selbe: „Weniger Knete in der Tasche“.
    Was ich mich immer frage, ist, wieso immer davon geschrieben wird, Zitat: „wenn wir nichts ändern“!
    *lach* also ehrlich……was denn bitte sehr?
    Wenn jetzt alle Tauschgeschäfte tätigen würden, landet man wegen Steuerhinterziehung im Knast! 🙂
    Und irgendwie klingt das so, wie eine Metapher dahingehend, als ob sich alle Menschen, kerngesund, schon mal vordem, prophylaktisch verarzten sollen, also vordem Aufprall aus 10 km Höhe bis dann das Flugzeug auf dem Boden aufschlägt. Genau.
    Obwohl es doch eigentlich jedem bewusst ist, dass man die Maschine erst einmal Bruchlanden landen muss, um dann nachzuschauen ob es überhaupt noch was zu verarzten gibt!
    Das diese Bruchlandung so etwas wie Depression, Bürgerkrieg oder Krieg sein können – ich gehe eher „von sein wird“ aus, da haben Sie Herr Kreiß sicherlich recht – das steht aber auch so im Fahrplan des Geldsystems!
    Schönen Abend noch Thomas Borchert

    • „Man kann ein Problem, nicht mit der selben Denkweise lösen wie es entstanden ist.“
      Sehe ich genauso. Außerdem ist es zu monokausal gedacht – Es ist sehr irreführend, wenn man annimmt, einen Mehrfrontenkrieg gewinnen zu können, wenn man nur einen Konflikt von vielen löst.

      Die Gesellschaftlichen Probleme sind tiefgreifend. Die wirtschaftlichen Symptome dieser Probleme müssen zwar gelöst werden, aber die anderen Bereiche menschlichen Lebens dabei auszusparen, halte ich für zu marxistisch gedacht.

    • Bei aller Kritik, die ich nachvollziehen kann, wäre es ein Anfang.
      Sie schreiben sehr richtig, dass es sich um Symptome des kapitalistischen Wirtschaftssystems handelt.
      Die Ursachen liegen im System selbst.
      Da das System sich nicht selbst auflöst – sind mir Teillösungen lieber als gar keine.
      Ob das realistisch ist? Ich glaub es eher, als an den baldigen Sturz des ganzen Systems.

    • Puh… @ nuevo1, nun ja ich hatte ab dem Zitat aufgehört zu lesen und „echt ey“ keinen Plan, was da wieder einmal für ein „Medikament“ als Beitrag geschrieben wurde?
      Gut ich kenne, bevor Herr Christoph Pfluger sein Buch: „Das nächste Geld“ hier vorgestellt wurde, ich mir dieses Werk kaufte und lass, das Geldsystem schon – einerseits irgendwie langweilige Materie, aber verdammt kompakt, sehr gut erklärt und humorvoll verpackt!
      Mehr als Buch über das Geldsystem heute und wie es in der Zukunft sein könne, braucht man eigentlich nicht. Eigentlich…..
      Ich will es nicht versäumen, an dieser Stelle, auch „schwarz ist weiß“ mit in die Antwort die ich geben kann/könnte, zu antworten und ein Teil aus Seiner Antwort als erstes zu präsentieren.
      Ich vernachlässige Sie schon nicht nuevo1.
      Zitat: „Da das System sich nicht selbst auflöst – sind mir Teillösungen lieber als gar keine.“

      Wau, was für ein Zitat, was ein Widerspruch in sich selbst ist und gleichzeitig die wirklich friedliche Lösung mit beinhaltet. Nicht überheblich gemeint, aber faszinierend!!!
      Verstehen Sie?
      Sie sagen, das Sie mit einer Teillösung lieber zufrieden wären und drücken in meinen Augen damit aus „Es kann doch nicht so schwer sein, ein Geld-, Wirtschafts- und Sozialsystem auf die Beine zu stellen, womit man ganz klein, nebst dem wie das jetzige Geldsystem noch vorhanden ist, dass durch das schaffen von Bürgerbanken, anderes Geld usw. –
      ich Ihnen schreiben muss: „JA“ das ist die einzige Lösung, um so etwas wie Depression, Bürgerkrieg oder Krieg verhindern zu können!!!!
      Ganz klar!
      Aber vielleicht sollten Sie auch eines verstehen.
      Ein Geldsystem, dass dafür geschaffen ist, um gezielt Andere auszunehmen, um über das Ausnehmen überleben zu können, stirbt zwar als 2., aber es stirbt – es löst sich daher vom inneren her auf, da, wenn ich Jemanden Vollgas finanziell abgezogen habe, ich aber auf sein Tun & Überleben angewiesen bin, um selbst existieren zu können, dann geht das abziehen irgendwann mal scheiße aus, weil keiner mehr zum abziehen vorhanden ist!!!

      Das was aber keiner verträgt, ist dieser kalte Entzug.
      Ich meine, wenn ich jetzt, keine Ahnung, übers Lotto, ne Million gewonnen hätte und so denke:
      „Ihr könnt mir Mal alle am Arsch lecken, da Rente!“ das wenn der Haufen an Knete, auf einmal keinen Wert mehr hätte – zwischen: „Wie ich muss wieder arbeiten gehen?“ und Panikstimmung ausfallen würde, alias: „Wo bekomme ich was zu Essen her?“

      Das System zerbricht, so sieht es aus!
      Heute erst konnte ich vernehmen, das der Bundestag entschieden hat, dass ab welchen Alter und wie auch immer, „der Staat“ für wie viel % auch immer, den Bürgen übernimmt, das mittellose Bürger oder Familien Häuser bauen können und für die nächsten 30, 40 oder 80 Jahre den Kredit an die Bank zurückzahlen können oder sollen.
      Genau die selbe Scheiße ging vor ca. 15 Jahren in Spanien ab und sorgt für eine Blase, weltweit in allen Bereichen, dass wenn diese platzt, sehr viel Dreck uns um die Ohren fliegen wird!
      Oder anders beschrieben: „Wir leben in einer ganz großen Lüge!“

      Ich denke, dass das nicht das eigentliche Problem ist, sondern das kein weiteres System zur Verfügung steht und das erzeugt eine Explosion bzw. dann gehen die Menschen aus Angst komplett ab!

      Die eigentliche Lösung wäre die Reziprozität, also nicht auf Geld angewiesen zu sein, wo ich wiederum nuevo1 wieder hineinbringen möchte – da es mir eigentlich egal ist, welches politische System an der Macht ist.
      Denn, über die Reziprozität wird je nach Lage, dann die politische Lage angepasst – vom Kapital Namerns Volk – wo Jeder in Seiner Position oder Beruf eine Darseinsberechtigung hat, also auch der Banker…..ömm ich meine Buchhalter, der Unser „Das Recht, auf Leistungsversprechen = Geld“ verwaltet, ohne damit reicher oder ärmer gegen über einen anderen Beruf werden läßt.
      Es nützt von daher nichts, wenn die Politik die Sklaven der Banker sind, gegen die Politik zu kämpfen, sondern man müsste irgendwie, unabhängig von der Politik einfach ein Volks – Geldsystem schaffen – ganz einfach, weil was sollte es Uns interessieren, wenn man schon auf ein anderen System unterwegs ist, also wenn der € abkackt?

      LG Thomas Borchert

    • „…das eigentliche Problem ist, sondern das kein weiteres System zur Verfügung steht…“
      Ja – ich geh da mit Ihnen mit.
      Im Artikel unter:
      „Was tun?“ wäre für mich die gemeinte Teillösung.
      Das würde ihren Satz
      „Ein Geldsystem, dass dafür geschaffen ist, um gezielt Andere auszunehmen, um über das Ausnehmen überleben zu können, stirbt zwar als 2., aber es stirbt – es löst sich daher vom inneren her auf, da, wenn ich Jemanden Vollgas finanziell abgezogen habe, ich aber auf sein Tun & Überleben angewiesen bin, um selbst existieren zu können, dann geht das abziehen irgendwann mal scheiße aus, weil keiner mehr zum abziehen vorhanden ist!!!“ entschärfen.
      Eigendlich sägt das System am Ast, an dem es hängt.
      „Autos kaufen keine Autos“
      Mir wäre ein Wirtschaftssystem in dem man nicht auf Geld angewiesen ist, auch das Liebste.

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