Kurze Zwischenfrage

Gedicht von Bernhard Trautvetter.

 

KURZE ZWISCHENFRAGE

Warum schaffen wir es
nicht
die
Zukunfts
Gefährdungen
ab
zu
schaffen!

KEINE ZEIT

 

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Textes.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

4 Kommentare zu: “Kurze Zwischenfrage

  1. ganz einfach, weil kein Mensch aus einem Mangeldenken heraus etwas Positives erreichen kann. Erst die alleinige Aufmerksamkeit für die gewünschte Veränderung wird das notwendige „Energiepotential“ für dessen Realisierung, bündeln. Dann entfällt jedes „aber“ und „nicht“ und verschafft so Klarheit für die richtige Wahl.

  2. Die größte Gefahr für den Menschen uns sein Fortbestehen ist der Mensch selbst.

    Irgend jemand (muß ein Autor gewesen sein) hat mich einmal darauf hingewiesen, daß wir zwar im wissenschaftlich-technischen Bereich ständig Fortschritte machen, uns im gesellschaftlichen Bereich dagegen ständig im Kreise drehen, weil wir im Grunde noch immer in weitgehend archaischen Verhältnissen leben. Schon das römische Bürgertum hielt sich für modern und allen anderen, die sie Barbaren nannten, überlegen.

    Das Adjektiv „archaisch“ (von altgriechisch ἀρχαῖος archaíos) bedeutet ‚altertümlich‘ oder ‚aus der Urgeschichte der Menschheit stammend‘. Der Periodisierungsterminus „Archaik“ (als Kunstepoche) stammt ursprünglich aus der Archäologie bzw. der Kunstgeschichte, wurde allerdings bereits früh auch als historische Epochenbezeichnung (vgl. Zeitalter) übernommen.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Archaik#Wortherkunft_.28Etymologie.29

    Das Archaische in unserer Gesellschaft ist für die meisten Menschen, die darin leben, vermutlich nicht leicht auszumachen. Wer von den Millionen zeitunglesender und tv-glotzender Bürger weiß denn überhaupt, was strukturelle Gewalttätigkeit oder tradierte Gehorsamsbereitschaft bedeuten? Wer kennt die Experimente von Stanley Milgram, die neben der weitverbreiteten und weitgehend unbewußten Gehorsamsbereitschaft vor allem genau diese Tatsache aufgedeckt hatte, daß wir nämlich nicht das sind, wofür wir uns halten? Wer weiß überhaupt etwas von Entwicklungspsychologie und der Todesangst von Säuglingen und Kleinkindern, wenn sie sich drohendem Liebensentzug ausgesetzt sehen? Die strikte Hierarchie unserer Gesellschaft wird vom Durchschnitt größtenteils verneint, die Fatalität des zugrundeliegenden Wirtschaftssystems wird nicht erkannt, sondern im Gegenteil in alle Himmel gelobt – einzig weil es uns Wohlstand beschert, auf wessen Kosten, interessiert uns nicht.

    Das sind aus meiner Sicht die Faktoren, die uns zu Barbaren ganz besonderer Güte machen, nämlich zu Barbaren, die leugnen, welche zu sein. Wir geben uns stolz darauf, eine fortschrittliche und moderne Gesellschaft zu sein, erzeugen aber eine ständig wachsende Ausgrenzung und Verarmung dieser Gesellschaft. Wir geben vor, die Todesstrafe abgeschafft zu haben, helfen aber dabei mit, Millionen in anderen Ländern zu töten. Wir exportieren Waffen in Unrechts-Regime wie Saudi-Arabien, wir beuten die Ressourcen anderer Länder gnadenlos aus, und verwechseln den daraus resultierenden Wohlstand, der nicht einmal allen Bürgern zukommt, mit gesellschaftlichem Fortschritt.

    Warum schaffen wir es nicht, die Zukunftsgefährdungen abzuschaffen? Keine Zeit? Nein, keine Lust, kein Bock, interessiert uns nicht, wollen wir gar nicht wissen. „Keine Zeit“ war schon immer die berühmteste und bekannteste Ausrede. „Keine Zeit“ sagt der Familienvater, der sich am Sonntag endlich mal wieder seinem Lieblingsvideospiel widmen möchte. „Keine Zeit“ sagt der Ehemann, der sich einem unangenehmen Gespräch mit seiner Frau entziehen möchte. „Keine Zeit“ sagt der Vorgesetze, der einen Mitarbeiter nicht anhören möchte. „Keine Zeit“ sagt der Manager, um die unangenehmen Fragen des Journalisten abzuwehren. Jeder hat 24 Stunden Zeit pro Tag. „Keine Zeit“ – das gilt für die Toten, die haben in der Tat keine Zeit mehr.

  3. So kurz und voller Inhalt!

    Da bedarf es keiner weiteren Worte!

    Muß aber natürlich auch etwas dazu sagen ( Angewandte Eitelkeit?) Kann sein!

    Zeit ist das richtige Wort:

    Wer nicht ganz verrückt werden will, schaue mal auf die Seite und belustige sich an den Bildern von Promintenten, Politikern und Mächtigen! Ken Jebsen ist auch dabei.

    http://www.skeyeline.de/art_aktuell.html

    Und nochmal Zeit:
    Krieg , Wirtschaft und Globale Blase! Interessanter Artikel von Bill Holter!

    http://n8waechter.info/2016/02/bill-holter-der-kollaps-spielt-sich-direkt-vor-unseren-augen-ab/

    Warum wir es nicht schaffen? Weiß ich nicht!

    Wieviel Zeit bleibt uns denn noch?

  4. Das Gedicht beschreibt sehr treffend die Merkmale der heutigen Zeit und Gesellschaft. Kurz, prägnant, effizient und unlebendig.
    Wo das Gedicht aber zeituntypisch wird, ist der Schluss. Eine sinnvolle, nachvollziehbare Antwort die zum Text hin schlüssig ist.

    Bravo.

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