Last Exit

Das Rubikon-Buch „Die Öko-Katastrophe“ belegt, dass die Rettung des Planeten nur durch die Entmachtung der Eliten gelingen kann.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Von Ullrich Mies.

Wer glaubt, jede Generation müsste das Rad der Geschichte neu erfinden, liegt falsch: Viele Aspekte, die in dem Rubikon-Buch „Die Öko-Katastrophe“ angesprochen werden, waren im Ansatz bereits vor 30, 40 oder sogar schon vor 50 Jahren in Fachkreisen bekannt. Viele Wissenschaftler und Schriftsteller wie Carl Amery, Hoimar von Ditfurth, Herbert Gruhl, Klaus Michael Meyer-Abich, Ernst Ulrich von Weizsäcker hatten sich zu ihrer Zeit bereits intensiv mit Umweltproblemen als Ergebnis der westlichen Wirtschafts- und Denkweise befasst. Die US-Regierung unter Präsident Carter gab bereits 1977 die große Umweltstudie — Global 2000 — in Auftrag, deren Ergebnisse im Jahr 1980 präsentiert wurden: über 1.000 Seiten Umweltwissen.

Seit dieser Zeit konnte sich in den Herrschafts-Etagen niemand mehr damit herausreden, er oder sie habe nicht gewusst oder wissen können, wie es um die Gesundheit des Planeten steht. All diese Erkenntnisse aus den 1970er, -80er und -90er Jahren führten bis heute jedoch nicht zum erforderlichen fundamentalen Umdenken. Im Gegenteil, Global 2000 verschwand unter der Reagan-Administration in den Schubladen und es folgte nicht nur business as usual, sondern der Einstieg in die neoliberale Phase des Kapitalismus. Heute steht die Menschheit vor einem umweltpolitischen Desaster, weil sich die Zentren der Macht die letzten 40 Jahre weigerten, ein Wirtschaftssystem zu schaffen, das mit den Reproduktionsmöglichkeiten des Planeten in Einklang steht.

Da die Menschheit aufgrund der gigantischen Versäumnisse der herrschenden Klassen offensichtlich an der letzten Weiche steht, um den Planeten und damit sich selbst noch zu retten, hatten Autorinnen und Autoren, die Herausgeber Jens Wernicke und Dirk Pohlmann sowie das Rubikon-Lektorats- und Korrektorats-Team das Buch in einem großen Kraftakt in nur zwei Monaten auf den Buchmarkt gebracht.

Alle Beteiligten haben sich zur Aufgabe gemacht, auf die Dramatik der Lage hinzuweisen, die keinen Aufschub mehr duldet. Die Fridays for Future-Bewegung und Extiction Rebellion haben das begriffen und setzen die Eliten unter Druck.

Doch leider werden ihre Aktivitäten von den ewigen Bedenkenträgern aus unterschiedlichen Lagern in den Schmutz gezogen, weil die Bewegungen Unterstützung „von der falschen Seite“ bekommen. Entscheidend ist meines Erachtens, dass junge Menschen aktiv werden und für zentrale Zukunftsanliegen auf die Straße gehen, zumal diese Bewegungen keinesfalls homogen sind. Und dass jede Bewegung — egal welchem Ziel sie sich verschreibt — unter den herrschenden politischen Umständen und Machtkonfiguration von Lobbygruppen und Geheimdiensten gesteuert, „begleitet“ und unterwandert wird, ist Fakt. Alles, was den Zentren der Macht ein Dorn im Auge ist, wird zersetzt. Das ist kein Grund, die herrschenden Cliquen nicht unter Druck zu setzen.

Der Sammelband unterscheidet sich von anderen Fachbüchern zur Umweltproblematik vor allem durch seinen radikalen Ansatz: Sämtliche Autoren und Autorinnen sind der Auffassung, dass es mit kosmetischen Korrekturen, mit „Green Capitalism“, diesen oder jenen Reförmchen nicht getan ist. Das gesamte Team ist davon überzeugt, dass der Westen einen kompletten Richtungswechsel seiner ökonomischen und politischen Systeme vornehmen muss.

Dieser ist jedoch nur dann zu bewerkstelligen, wenn die sogenannten Eliten — in welcher Form auch immer — abtreten sowie Machtzentren und politische Systeme völlig neu konfiguriert werden. Die parteienbasierten repräsentativen politischen Systemen des Westens haben ihr Totalversagen im Sinne einer positiven Menschheitsentwicklung im Einklang mit dem Planeten hinlänglich unter Beweis gestellt und befinden sich daher aktuell in ihrer größten legitimatorischen Krise nach dem 2. Weltkrieg.

„Den Planeten zu retten, heißt die herrschenden Eliten zu stürzen“

Die Autorinnen und Autoren des Buchs „Die Öko-Katastrophe“ machen da weiter, wo die traditionellen Umwelt- oder Verbraucherorganisationen wie BUND, WWF, NABU, Foodwatch, Slowfood mit ihrer Analyse und Kritik aufhören. Diese Organisationen leisten zum Teil hervorragende Arbeit. Sie formulieren aber nicht die erforderliche Fundamentalkritik. Diese Verbände wollen offensichtlich mit den herrschenden Hasardeuren noch im Gespräch bleiben. Fragt sich, welche Hoffnungen da an irgendwelche, sich neu formierende Parteispitzen geknüpft werden sollen.

Wer bis in die Spitzen der korrupten Parteiapparate aufgestiegen ist, ist nach manchmal jahrzehntelanger Ochsentour durch die Parteihierarchien menschlich bereits derart deformiert, dass er Teil des Systems geworden ist. Von diesen Parteien sollte niemand irgendetwas erwarten, wenn sie einmal an die Regierung gelangen.

Extinction Rebellion ist da eine Ausnahme zivilgesellschaftlicher Umweltschutzorganisationen. Sie haben dieses System, in dem wir leben, als absolut toxisch entlarvt, das nicht dem Leben dient, sondern Krieg gegen das Leben führt. Genauso sehen das die Autoren dieses Buches. Die Herrschenden führen Krieg gegen diesen Planeten, gegen die Vielfalt des Lebens, gegen das Leben überhaupt und damit auch gegen 99 Prozent der Menschen. Wir halten dieses System für toxisch, lebensfeindlich und die sogenannten Verantwortungsträger in den Zentren der Macht für verantwortungslose Täter, die der Umweltzerstörung, Kriegstreiberei und Angstproduktion dienen. Das Schlimme dabei ist auch, dass die Herrschaftscliquen selbst die Frauen-Emanzipation dazu missbraucht haben, seelisch verkrüppelte Frauen in Führungspositionen — zum Beispiel grün angestrichener Kriegsparteien oder in Kriegsministerien — zu hieven, die bislang friedensunfähigen männlichen Psycho- und Soziopathen vorbehalten waren.

Diese Parteien sind Teil des Problems, nicht der Lösung. Wir müssen den Kapitalismus abschaffen und den mit ihm verbundenen Wettbewerbsterror. Denn Wettbewerb bedeutet im Kern nichts anderes als Krieg eines jeden gegen jeden im Innern und Krieg nach außen gegen Russland und China als große Rivalen der Weltbeherrschungsmacht USA und ihrer Vasallen.

Wir brauchen ein System der Kooperation und nicht der Konfrontation. Kooperation ist mit diesem Kapitalismus und seinen Institutionen wie dem Pentagon, den 17 angeschlossenen US-Geheimdiensten, der NATO und dem gesamten Kriegs- und Vasallenkomplex nicht zu haben, weil es sich um ein strukturelles Gewaltsystem handelt. Von einem strukturellen Gewaltsystem geht Zerstörung aus, nichts anderes.

Das Grundübel, in dem wir stecken, ist eine völlig aus dem Ruder gelaufene, alle Ökosysteme zerstörende Zivilisation. Die Basis dieses Systems ist der Amok laufende marktradikale Kapitalismus, der alle Ressourcen aufsaugt und alles zu Profit macht, was er irgendwie zur Ware erklären kann. Die herrschende Parteien-basierte parlamentarische Demokratie, die nur ein scheindemokratisches Konstrukt ist, dient genau diesem marktradikalen Kapitalismus.

An wenigen Beispielen will ich die ganze Dramatik der aktuellen Situation skizzieren. Dazu einige Ergebnisse aus dem Living Planet Index:

  • Plastikmüll: 2010 wurden zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastik von den Kontinenten und Schiffen in die Ozeane gespült,
  • Korallenriffe: in den letzten 30 Jahren wurde die Hälfte der Korallenriffe in Flachwassergebieten zerstört. Geht die Vernichtungsrate im aktuellen Tempo weiter, werden um 2050 etwa 90 Prozent vernichtet sein.
  • Mangroven: zwischen 30 und 50 Prozent der küstennahen Mangrovenwälder wurden in einem Zeitraum von nur 50 Jahren vernichtet.
  • Biodiversitätsrückgang und Zusammenbruch der Insektenpopulationen: Betrachtet man die globale Biodiversität, das heißt die Populationsdichte tausender Wirbeltierarten weltweit, zeigt der jüngste Index einen Rückgang der Populationszahlen zwischen 1970 und 2014 um insgesamt 60 Prozent. Unmittelbar von Ausrottung bedroht sind nach Angaben der Roten Liste der Weltnaturschutzunion 27 Prozent der erfassten 80.000 bedrohten Arten. Die Population der untersuchten Arten im Tropengürtel von Mittel- und Südamerika ging von 1970 bis heute um 89 Prozent zurück. Die Ausrottungsrate der Arten ist aktuell etwa 1000-mal so hoch wie die geschichtliche Hintergrundsterbensrate der Arten.
  • Regenwälder: werden in einem bislang nicht gekannten Ausmaß vernichtet.
  • Auf die Vernichtung von weit über einer Milliarde Tiere und den Tod vieler Menschen als Folge der Brände in Australien sei nur am Rande hingewiesen.

Das alles ist den herrschenden politischen Akteuren doch bekannt. Und weil sie nichts gegen diese katastrophalen Entwicklungen tun, spreche ich von organisierter politischer Kriminalität, die jede noch so abstruse Verschwörungstheorie in den Schatten stellt. Diejenigen, die sich an angeblichen Verschwörungstheorien und Verschwörungstheoretikern delektieren, — manche werden von der EU finanziert und tragen Professorentitel — müssten sich auf die tief greifenden Verschwörungspraktiken der Machtzentren konzentrieren, wären sie nicht Teil des Problems und zu opportunistisch.

Als nützliche Lakaien sind diese Ignoranten nicht daran interessiert, sich mit den Akteuren des sterbenden Planeten, des bevorstehenden Zivilisationskollapses und der ständigen Angst- und Kriegstreiberei anzulegen. Und die herrschenden Eliten möchten auch noch beim Totentanz des toxischen Systems gerne den Takt bestimmen. Sie werden garantiert noch so lange weitermachen, bis der letzte Fisch gegessen und das letzte Gewässer vergiftet ist, weil sie wie die Junkies an der Nadel des Wachstums hängen und davon ausgehen, nicht selbst betroffen zu sein. So ist es auch kein Zufall, dass sich die Reichen und Superreichen, denen das toxische System dient, bereits ihre Spezialbunker bauen lassen, in denen irgendwann die physische Fäulnis der seelischen folgen wird.

Diskutieren wir über das Falsche?

Aus meiner Sicht diskutieren wir in den westlichen Gesellschaften aktuell völlig verengt. Das ist kein Zufall. Die große Ökologie-Problematik wird reduziert auf die Klimadebatte. Konkreter ausgedrückt: Die große Ökologie-Debatte findet gar nicht statt, sie darf gar nicht geführt werden, weil sonst das ganze System ins Schleudern geriete und möglicherweise auch diejenigen, die ich wohlstandsverwahrlost nenne, nachdenklich würden. Um genau das zu verhindern, wurde der Internetkrieg vom Zaun gebrochen.

Aktuell stehen allein die Fragen im Raum, ob es eine Klimakrise überhaupt gibt und ob sie menschengemacht ist. Das ist ein grandios eingespieltes Ablenkungsmanöver, nichts anderes. Ganze Hassdebatten werden losgetreten, neue unversöhnliche Gräben werden aufgerissen, die emotionalisierte Meute würde sich am liebsten die Augen ausstechen.

Die Geheimdienste wissen, wie man so etwas macht. Sie haben die Aufgabe, die Gesellschaften zu steuern, dissidente Gruppen zu zersetzen — und das im Sinne der „Eliten“.

Die Engführung der Debatte in den Korridor „Klimawandel ja oder nein“, wird gezielt gesteuert. Denn das ganze kapitalistische System lebt davon, dass wir so weitermachen wie bisher, und verkauft uns das als Freiheit.

Diese Engführung ist eine Meisterleistung der psychologischen Kriegsführung und Propaganda, weil allerletzte Gewissheit erst dann erbracht ist, wenn den Menschen in den Küstenregionen das Wasser bis zum Hals steht, auch noch der letzte Gletscher, die Antarktis und die Arktis sowie die Permafrostgebiete aufgetaut sind.

Die Menschheit hat schon heute absolute Gewissheit darüber, wie sehr der Zivilisationsprozess die Natur in einem irreversiblen Ausmaß geschädigt hat. Insoweit ist die Engführung auf die Klimadebatte eine perfekte Meisterleistung der Informationskrieger.

Die große Beschleunigung

Die große Beschleunigung, die die Wissenschaftler um Will Steffen in ihrem Artikel „The trajectory of the Anthropocene: The Great Acceleration” beschrieben haben, bezieht sich auf den fundamentalen Wandel der Zivilisation durch die Entfesselung der Produktivkräfte in Folge der industriellen Revolution ab etwa 1750. Parallel zu dieser Entwicklung von Wissenschaft und Produktion lief ein gigantischer Naturverbrauch, der bis heute anhält und weiter zunimmt.

Die Wissenschaftler stellen in einer großen Vielzahl von Einzelstatistiken mit Exponentialkurven dar, dass der Planet insbesondere ab 1950, mit einer nochmaligen Beschleunigung seit 1970, infolge des zweckrationalen Denkens zum Rohstofflager und Müllplaneten wurde. Aus diesen Statistiken wird deutlich, dass es in dem jetzigen Stil unmöglich weitergehen kann. Da die Erde ein ökosphärisches Gesamtsystem ist, werden sehr viele Kurven auf einmal kollabieren.

Da stellt sich die alleinige Frage: Wie viel Zeit bleibt der Menschheit noch bis zum totalen Kollaps — wenn sie nicht sofort lernt, sich mit der Natur zu versöhnen? Wir sprechen hier über einen Zeithorizont von wenigen Jahrzehnten, innerhalb dessen die Menschheit möglicherweise noch über gewisse Handlungsoptionen verfügt, die uns vielleicht vor absolut fatalen Entwicklungen bewahren. Die Zeichen die wir heute schon sehen, müssen wir nur richtig interpretieren und die erforderlichen Rückschlüsse daraus ziehen. Davon sind wir jedoch weit entfernt.

Aber zumindest einige der jungen Leute haben verstanden, dass ihre Zukunft auf dem Spiel steht. Die Realitäten des Klimawandels zeichnen sich bereits ab. Der Planet wird die Menschheit ausspucken wie einen faulen Apfel, zumindest die überwiegende Mehrheit, wenn sie nicht zur Vernunft kommt.

Überbevölkerung als Problem?

Die Überbevölkerung ist sicher ein Problem — ob sie das größte Problem ist, ist eine ganz andere Frage. Bei einer halbwegs gerechten Verteilung des Reichtums auf der Welt müsste nicht die Hälfte der Weltbevölkerung im Elend leben und das Problem der Überbevölkerung wäre sicher auch nicht mehr so drückend wie heute, weil sich die Menschheit dann nicht so exzessiv vermehren würde.

Nach dem letzten Oxfam-Bericht aus dem Jahr 2019 besitzen 26 Milliardäre auf dieser Welt so viel wie 3,5 Milliarden Menschen. Was ist das eigentlich für eine Welt? Was ist das für ein politisches System, das so etwas zulässt? Das ist nichts anderes als die Inszenierung der Hölle auf dieser Erde.

Ein ganz anderer Punkt ist, ob die Weltbevölkerung, wenn sie weiter so macht wie bisher, tatsächlich im Jahr 2050 auf etwa 10 oder 11 Milliarden kommen wird. Es kann auch ohne Weiteres sein, dass im Laufe der kommenden 20 Jahre die totale Ökologiekrise im Kombipack mit der Klimakrise und neuen Kriegen eine dermaßen hohe Zerstörungskraft entfaltet, dass diese hohe Bevölkerungszahl bis 2050 gar nicht erreicht wird. Alle Zukunftsprojektion beinhalten erhebliche Unsicherheitsfaktoren.

Alles ist bekannt

Alles worüber wir hier reden, ist den Herrschenden lange bekannt. Die ganzen Reformen werden den Menschen aus rein kosmetischen Gründen als Karotte vor die Nase gehalten. Sie dienen als Beruhigungspillen und führen zu gar nichts. Sie verschleppen allenfalls die erforderliche ökonomische politische und kulturelle Revolution.

Der ganze Hype um die E-Mobilität, die hirnrissige CO2-Steuer, die die Steuerlast der breiten Bevölkerung noch weiter erhöht. Selbst wenn die Herrschenden etwas Vernunft annähmen und die Gelder einer CO2-Steuer ausschließlich dem Umweltschutz zuführten, würde das an den Verheerungen der aktuellen Todesökonomie immer noch nichts ändern.

Aber sie werden die Einnahmen aus der CO2-Steuer, die sie der Bevölkerung abpressen, in Militarisierung und Aufrüstung und die Entwicklung eines Polizeistaats stecken.

Das Umwelt-Assessment der EU

Auch in der EU haben umweltpolitische Beschränkungen, die über symbolische Politik hinausgehen, gar keinen Platz. Die neoliberalen Staats- und Regierungschefs und deren Regierungsapparate haben die EU zu dem gemacht, was sie heute ist, das heißt, diese EU ist eigentlich nichts anderes als die Fortführung des Desaster-Kapitalismus auf höherer Stufe. Sie ist das Projekt der Herrschaftseliten, um den marktradikalen Kapitalismus bis zum Exzess zu treiben.

Und nun kommt der Bericht der Europäischen Umweltagentur über den „Zustand der Umwelt in Europa 2020“. Da lesen wir:

„Kurswechsel dringend erforderlich, um dem Klimawandel zu begegnen, die Zerstörung der Umwelt zu stoppen und künftigen Wohlstand zu sichern.“

Da kann man nur sagen: Dumm gelaufen! Der Zustand der Natur in Europa ist die logische Konsequenz dieses Wirtschaftssystems. Aber so deutlich wird das selbstverständlich in diesem Umweltbericht nicht gesagt. Es wird immer noch versucht, den marktradikalen Kapitalismus mit der Natur zu versöhnen, was aber zum Scheitern verurteilt ist. Dennoch lohnt sich der Blick in diesen Bericht. Er zeigt sehr deutlich, dass alle bedeutungsvollen Parameter bereits für 2020 auf rot stehen, das heißt, negative Trends und Entwicklungen dominieren. Dies gilt unter anderem für

  • die geschützten Arten und Lebensräume für Vögel und Schmetterlinge,
  • die Wasserökosysteme und Feuchtgebiete,
  • den Zustand der Meeresökosysteme und der Meeresbiodiversität,
  • den Zustand der Böden,
  • die Verunreinigung durch Chemikalien und Auswirkungen auf die Ökosysteme,
  • den Klimawandel und Auswirkungen auf die Ökosysteme,
  • die Emission von Chemikalien,
  • die Belastung des Oberflächen- und Grundwassers,
  • die Konzentration von Schadstoffen in der Luft,
  • die Lärmbelastung der Bevölkerung und deren gesundheitliche Auswirkungen,
  • die Wasserverschmutzung durch Chemikalien und die Risiken für die Gesundheit.

Und bis 2030 stehen zusätzlich die Treibhausgasemissionen und Reduktionsbemühungen, die Energieeffizienz und die erneuerbaren Energiequellen auf rot.

Alle diese Informationen stammen aus der Feder der EU-Umwelt-Fachbehörde und sind keine Schwarzmalerei „abgedrehter Ökologiespinner“. Das zeigt: Die EU auf der Grundlage des marktradikalen Kapitalismus ist komplett unfähig, die eigenen Umweltstandards auch nur näherungsweise zu erreichen. Das bestätigt sie schwarz auf weiß. Und so steht die Frage im Raum: Was muss noch passieren, damit der Europäische Rat, die nationalen Staats- und Regierungschefs zur Vernunft kommen? Da dies offensichtlich ausgeschlossen ist, müssen die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Während die EU ihre umweltpolitischen Ziele für 2020 nicht erreicht, geschweige denn für 2030, entwirft Ursula von der Leyen als neue EU-Kommissionspräsidenten einen großen Multi-Billionen-Plan für einen „Green New Deal“. Doch der ist nichts anderes als die Fortsetzung der alten Wachstumspolitik in neuen Schläuchen. Auf diese Weise werden die bereits bestehenden Probleme nur noch weiter verschleppt.

Statt Billionen in einen „Green New Deal“ zu werfen, den die Bevölkerungen der EU bezahlen, sollten gigantische Investitionen in Aufräumarbeiten der Altschäden fließen und zur Erneuerung einer naturnahen Landwirtschaft erfolgen. Zudem müsste ein völlig neues Wirtschaftskonzept entwickelt werden, das von den Grenzen des Planeten her denkt. Aber davon ist diese Zivilisation Lichtjahre entfernt.

Hüter eines Systems der Ausbeutung

Der ganze Teufelskreis, in dem wir uns heute bewegen und der die Ökosysteme des Planeten an den Rand ihres Zusammenbruchs geführt hat, begann bereits vor Jahrhunderten mit dem Aufkommen des Kapitalismus. Der aufstrebende Kapitalismus und das mit ihm verbundene zweckrationale Denken erklärte die Natur zum ausplünderbaren Rohstofflager, gab sie der Nutzung und Vernutzung preis. Basis ist bis heute die Ideologie der Neoliberalen, die sich immer noch an dieses Denken klammern, weil sie ihr totales Scheitern nicht zugeben können — sogar um den Preis ihres eigenen Untergangs. Gleichzeitig machen sie den Planeten über die Externalisierung von Kosten zum Müllplaneten.

Das heißt, die neoliberalen Hasardeure haben dafür gesorgt, dass wir mindestens 30 Jahre verloren haben, um die erforderliche ökosoziale Wende einzuleiten. Chris Hedges hat absolut recht, wenn er sagt, dass die herrschenden Eliten im kapitalistischen System zum Zweck der Ausbeutung ausgebildet wurden.

Genau dazu wurde die neoliberale Transformation des gesamten Bildungswesens eingeleitet über Pisa und Bologna-Prozess, um genau die Funktionseliten heranzubilden, die der Fortschreibung des kapitalistischen Systems dienen. Wie richtig die Aussage von Chris Hedges ist, kann man daran sehen, dass Kanzlerin Angela Merkel bereits vor Jahren gesagt hat: Der „Staat ist der Hüter der Ordnung“. Und damit meinte sie die marktradikale Agenda, an der die herrschende Politik so intensiv mitgestrickt hat.

Militär und Klimawandel

Und weil das Militär in seinen Planungen der Zivilgesellschaft häufig um Jahrzehnte voraus ist, hat das Pentagon den Klimawandel längst als Fakt akzeptiert, weil es sich in seiner Handlungskompetenz, in seiner Kernaufgabe, Russland und China zu bekämpfen, generell Kriege zu führen, massiv eingeschränkt sieht.

In einer Studie des Pentagon aus dem Jahr 2003 werden mögliche Ursachen und Effekte eines plötzlichen Klimawandels beschrieben. Klimawandel wird als nationales und internationales Sicherheitsproblem mit potentiellen Auswirkungen auf die Missionen des Verteidigungsministeriums interpretiert. Seit der Zeit sind viele Studien aus dem Militärumfeld erschienen.

Erste Analysen datieren aus dem Jahr 1996, dann folgen die Jahre 2003, 2007, 2014, 2015, 2018 und 2019. Das Pentagon versucht, soweit möglich, die nächsten 20 Jahre vorauszusehen. Die Oberbefehlshaber der sechs Unified Combatant Commands auf 4.000 Stützpunkten in den USA und circa 1.000 internationalen sind angewiesen, alle klimarelevanten Daten zentral zu melden.

Als Hauptrisikofaktoren werden in dem Papier „Report on Effects of a Changing Climate to the Department of Defense“ vom Januar 2019 genannt: Überschwemmungen, Dürre, Desertifikation, Waldbrände, auftauender Permafrost, ferner Wasserknappheit, Kampf um Ressourcen, Hungersnöte, zerfallende Staaten.

In den USA selbst sind bereits viele Militäreinsätze erfolgt, um die Folgen von Hurrikan-Katastrophen, die damit verbundenen Überschwemmungen, Infrastruktur-Zerstörungen zu mildern und bei der Desasterkontrolle zu helfen.

Das Militär ist nicht der Samariterbund der Zivilgesellschaft, damit hier kein Missverständnis entsteht. Nicht nur die Kriegsmaschine der USA, sondern das Militär weltweit stellt sich auf den Klimawandel und die absehbaren Folgen für die militärische Operationalität ein — denn das ist das, was das Militär interessiert.

Ist eine post-globalistische Welt denkbar?

Eine sich ent-globalisierende Welt ist kein Rückfall in die Steinzeit, sondern die Grundvoraussetzung dafür, dass das Leben auf diesem Planeten wieder eine Chance bekommt. Eine Heilung des Planeten führt über die Ent-Globalisierung. Dass diese nicht von heute auf morgen realisiert werden kann, ist klar.

Die Autoren des Buches behaupten nicht, sie könnten den Planeten retten. Sie sind allerdings davon überzeugt, dass die Voraussetzung, diesen Planeten und das Leben auf diesem Planeten zu retten, gleichbedeutend damit ist, die herrschenden Eliten zu stürzen.

Die „Eliten“ werden nicht diejenigen sein, die uns aus diesem Desaster herausführen. Sicher nicht. Das können die Völker nur selbst tun. Sie müssen erkennen, dass sie vom Propagandaapparat der Herrschenden in Schach gehalten werden. Wenn es nicht gelingt, das Steuer herumzureißen, ist aus unserer Sicht vorprogrammiert, was der amerikanische Schriftsteller Roy Scranton „Sterben lernen im Anthropozän“ nannte. Damit meinte er nicht ein einzelnes Individuum, sondern die gesamte Zivilisation.

Die Papstenzyklika Laudato si’ — ein sozialrevolutionäres Dokument

Auf einer höheren Ebene landen wir bei fundamentalen ethisch-moralischen und damit philosophischen Fragen. Diese müssen zugunsten des Lebens beantwortet werden, wenn der Mensch auf diesem Planeten eine Zukunft haben möchte. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass sich der aktuelle Papst in der Tradition des Franz von Assisi, 1182 bis 1228, sieht. Dieser ist in die Geschichtsschreibung nicht nur als Ordensgründer und Heiliger eingegangen, sondern auch als Träger des Humanismus, des ganzheitlichen Denkens mit Respekt vor dem Leben.

Wenn wir einmal die religiösen Aspekte der Enzyklika Laudato si´ außer Acht lassen, so handelt es sich um ein kraftvolles Manifest gegen die Rücksichtslosigkeit unserer aktuellen Wirtschaftsweise, um einen lauten Schrei gegen die Zerstörung des gemeinsamen Hauses oder „unserer Schwester“, wie der Papst den Planeten nennt.

Die Schrift ist ein Manifest gegen Machthaber, gegen Dummheit, Gleichgültigkeit und Ignoranz, gegen Gefühllosigkeit und Zweckrationalismus. Die Enzyklika ist eine einzige Anklage gegen den Wahnsinn unserer Zeit und gegen die selbstverschuldeten Dramen dieser Zivilisation.

Vor allen Dingen schreibt Franziskus, dass diejenigen, die die politische und ökonomische Macht besitzen, offensichtlich darauf erpicht sind, die Probleme zu verschweigen und die Symptome zu verbergen, die bereits überall sichtbar sind.

Das Manifest reduziert sich nicht nur auf den Klimawandel, sondern ist eine umfassende Schau auf die aktuellen Umweltprobleme. Papst Franziskus befasst sich unter anderem mit

  • der Wasserfrage,
  • dem Verlust der biologischen Vielfalt,
  • der allgemeinen Verschlechterung der Lebensqualität und
  • dem sozialen Niedergang.

Der Papst wendet sich auch den weltweiten sozialen Ungerechtigkeiten zu, vor allen Dingen setzt er sich mit der Ignoranz der Mächtigen in Ökonomie und Politik auseinander sowie der Gleichgültigkeit der Öffentlichkeit gegenüber den auf sie zu rollenden Zukunftsproblemen.

Er prangert die Unterwerfung der Politik unter das Technologiedenken und das Finanzwesen an. Vor allem verbindet er die Zerstörung des Planeten und die Ansprüche der Herrschenden auf immer weitere Ressourcen und Wachstum mit der Kriegsfrage, mit der Gefährlichkeit der Zunahme internationaler Konflikte.

Er geißelt Scheinreformen, die uns immer weiter gefangen halten in der aktuellen Krisenzirkulation, und die scheinbar logischen Lösungen, die einzig und allein dazu da sind, auf dem zerstörerischen Weg noch eine Weile weiter zu gehen. Der Papst erteilt all jenen eine grundsätzliche Absage, die glauben, die aktuelle gigantische Krise mit technischen Programmen und Reförmchen lösen zu können.

Trotz aller hervorragenden Dinge, die der technologische Fortschritt im positiven Sinne zur Entwicklung der Menschheitsgesellschaft beigetragen hätte, müsste unbedingt auch die negative Seite der gesamten Technologie-Entwicklung, des technologisch orientierten Denkens gesehen werden. Diese Wissenschaften hätten uns auch in eine große Misere geführt. Vor allen Dingen hätte der Mensch im Laufe seiner Entwicklung nicht vermocht, das technologische Wachstum mit echter Verantwortlichkeit, mit einer Gewissensbildung und ethischen Bildung zu verbinden. Wir laufen Gefahr, dass die Technologie zur Gewalt und zur Macht über den Menschen selbst ausartet.

Die Ideologie der Technik-Logik, der Technik-Rationalität sei in der globalisierten Welt derart dominant, dass sie sowohl nach der Natur als auch nach dem Menschsein selbst greife. In Abschnitt 114 weist Papst Franziskus auf die Dringlichkeit einer kulturellen Revolution hin. Bedauerlicherweise geht Franziskus aber der Eigentumsfrage nicht auf den Grund. Die Eigentumsordnung müssen wir allerdings radikal in Frage stellen, die Ungerechtigkeit, Gewalt und Kriege in sich trägt.

Nach Franziskus befinden wir uns nicht etwa in zwei Krisen nebeneinander, einer Umweltkrise und einer Gesellschaftskrise, sondern in einer einzigen und komplexen Krise, einer sozial-ökologischen Krise. Deren Lösung könne nur im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes gefunden werden.

Wenn man sich dann die sogenannte Christlich Demokratische Partei in diesem Lande anschaut, so verkörpert sie in allem den absolut diabolisch-toxischen Gegensatz zu dem, was Papst Franziskus fordert oder was noch irgendeine Verbindung zum christlichen Denken hat. Die CDU ist ein Sammelbecken von Wachstumsfetischisten, ökologischen Hasardeuren, Kriegstreibern, Polizeistaats-Freunden, Eroberern und Imperialisten. Sie ist die finsterste Reaktion. Nach innen spalten CDU-Politiker die Gesellschaft durch Wettbewerbsterror, Konsumwahn und ungeordnete Zuwanderung, nach außen durch Warenexportkrieg und die Vorbereitung von Angriffskriegen.

Und so ist es auch kein Zufall, dass Aktivisten von Greenpeace im Rahmen einer Satire-Aktion das C aus dem Schriftzug der CDU wegtrugen. Sie hätten auch noch das D entfernen müssen, denn diese Partei hat mit Demokratie genauso wenig zu tun wie mit christlichen Werten. Dann bliebe einzig das U übrig. Eine Union des Krieges nach innen und nach außen. Doch dasselbe gilt für alle Herrschaftsparteien.

Die Menschheit hat es aktuell mit drei von den herrschenden ökonomischen und politischen Akteuren verursachten Großkrisen zu tun:

  1. einer gigantischen Finanzkrise,
  2. der planetaren Ökologiekrise und
  3. der lauernden Kriegsgefahr durch die Welteroberungsobsession der USA und ihrer Vasallen.

Was kann der einzelne tun?

Natürlich muss jeder grundsätzlich sein eigenes Konsumverhalten hinterfragen, wenn ihm oder ihr die Umwelt und der Planet überhaupt etwas bedeuten. Wir, die Autoren, sind auch davon überzeugt, dass das erforderliche neue System nicht auf der Grundlage freiwilliger Selbstbeschränkung basieren kann. Die freiwillige Selbstbeschränkung der Industrie trug ja auch nicht zur Rettung der Umwelt bei, sondern war nur eine Nebelkerze, um immer schön so weiterzumachen wie bisher.

„Den Planeten zu retten“, bedeutet, im eigenen Leben fundamentale Änderungen zu vollziehen und die nie endende Eskalationsspirale der Ansprüche zu verlassen. Wer glaubt, zehn ausgerissene Hühnerschenkel für 2,98 Euro kaufen zu müssen, kann das im Rahmen seiner freien Kaufentscheidung tun. Nur sollte er sich dessen bewusst sein, dass er sich zum verantwortungslos-integralen Teil einer mörderischen Quälfleischindustrie macht. Deren Tentakel führen bis in die Zerstörung der Regenwälder, weil auf den dort vom Leben bereinigten Flächen genau die Futtermittel angebaut werden, die diese Quälfleischindustrie benötigt.

Diejenigen, die in diesem Kontext von der aufziehenden Ökodiktatur reden, sind genau diejenigen, die entweder noch nicht erkannt haben, dass sie in einer realen Kapital-Diktatur leben oder die es sich dort wohlig eingerichtet haben. Auch sie werden irgendwann merken, dass das System an seine Grenzen gekommen ist. In einer Klassengesellschaft sind die Vorteile und die Nachteile immer ungleich verteilt, insofern werden die Reichen und Superreichen Umweltschäden in aller Regel eher kompensieren können, als diejenigen, die schon jetzt nichts mehr zu verlieren haben. Wer immer noch glaubt, nach dem falschen Freiheitsbegriff der Marktradikalen leben zu sollen, macht dies auf Kosten anderer Menschen, der Natur und des gesamten Planeten. Der Begriff Ökodiktatur ist aus meiner Sicht der zweitdümmste Begriff, der nach dem Begriff „Alternativlosigkeit“ Eingang in die Sprache gefunden hat.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass jede basisdemokratische, außerparlamentarische Bewegung absolut wichtig ist. Der Parlamentsbetrieb wurde ja nicht dazu ersonnen, die wirklichen Interessen der Menschen zu vertreten, sondern die Interessen der Oligarchen zu bedienen. Zur Bestätigung dieser Aussage reicht der Blick auf die letzten 30 Jahre und die Erkenntnis, wie sich Deutschland aber auch die EU in ein Eliten-Projekt gewandelt haben. Nur jeder außerparlamentarischen Bewegung muss völlig klar sein, von den Kräften der Finsternis zerrüttet, gespalten und schließlich in ihrer Stoßkraft geschwächt — wenn nicht sogar — zerlegt zu werden. Je stärker eine antikapitalistische Ökologie- und Friedensbewegungen wird, desto stärker nehmen Geheimdienste, Think Tanks der Herrschenden, reaktionäre Gewerkschaften, Herrschaftscliquen in den Parteien und vor allen Dingen die Denunziationskolonnen der herrschenden Medienindustrie massiv Einfluss auf deren Entwicklung.

Maximal problematisch wird es dann, wenn eine Basisbewegung für Umweltschutz und Frieden, wie die Grünen, in die Realpolitik des Parlamentsbetriebes einsteigt. Das geht grundsätzlich schief, weil die Korruptionspraktiken des herrschenden Politikbetriebes immer dafür sorgen werden, dass von den eigentlichen Anliegen einer solchen Bewegung nichts mehr übrig bleibt — diese zumindest keine Chance haben, jemals in praktische Politik umgesetzt zu werden. Das ist die Lehre der letzten Dekaden.

Der ganze Prozess der Entwicklung der grünen Bewegung in Deutschland sollte uns hier Mahnung sein. In dieser Partei haben sich die übelsten Russlandhasserinnen und Kriegstreiberinnen in die Spitze geboxt und übertreffen an Dummheit und Ignoranz sogar ihre männlichen Kollegen. Von dem ursprünglichen Friedenskonzept dieser grünen Bewegung ist im Verlaufe des Korruptionsprozesses nichts mehr übrig geblieben und was den Umweltschutzaspekt anbelangt ist diese Partei längst zur Verteidigerin des marktradikalen Kapitalismus degeneriert. Vor allem muss jede Basisbewegung, die es mit Ökologie und Frieden ernst meint, ihre Forderungen verbinden mit einer fundamentalen Veränderung des politischen Systems, das mit der Parteienherrschaft bricht.

Sicher sind wir uns darin einig, dass individuelle Verhaltensänderungen den Planeten nicht retten werden. Die Einflussmöglichkeiten des Einzelnen in dieser absolut verfahrenen Situation sind zwar begrenzt, das heißt jedoch nicht, dass lethargisches Abwarten statthaft wäre. Ich kann die Menschen gut verstehen, die darüber nachdenken, was sie selbst im positiven Sinne tun können. Ich möchte ihnen nur einige Ratschläge geben:

  1. Werfen Sie alle Paybackkarten und Zeitungsbeilagen mit Sonderangeboten sofort in den Müll. Was für Sie aktuell billig ist, ist für jemand anderen mit Garantie teuer. Diese ganzen Instrumente wurden doch nur erfunden, um Sie zum Shopping anzuregen.
  2. Schließen Sie keine versklavenden Konsumentenkredite ab.
  3. Verzichten Sie auf Folterfleisch aus Massentierhaltung. Die Ära, in der unsere Väter in der Nachkriegszeit stolz waren, jeden Tag ein gutes Stück Fleisch essen zu können, muss vorbei sein. Von „gut“ kann bei diesem Fleisch nun wirklich keine Rede mehr sein. Zudem fördert hoher Fleischkonsum Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bringt Sie letztlich früher ins Grab. Und bedenken Sie, wer viel Fleisch isst, isst den Regenwald gleich mit auf und die Menschen, die von dort vertrieben wurden.
  4. Verabschieden Sie sich vom Gebrauch von Einmalartikeln und verzichten Sie auf jede Art von Plastik.
  5. Reißen Sie alle versiegelten Flächen auf, wo immer Sie können. Manche Vorgärten mit dem vielen Steingeröll ähneln toter Mondlandschaft. Pflanzen Sie so viele einheimische Blumen und Kräuter an, wie es Ihnen möglich ist.
  6. Das Wichtigste zum Schluss: Entziehen sie sich dem Einfluss der herrschenden Massenmedien, wo sie nur können, denn diese sind Herrschaftsmedien. Sie sind die Propagandamaschinen, die die Menschen zu dummen willenlosen Konsumenten erzogen haben, die ihnen einreden, sie könnten sowieso nichts machen, die ihnen die neuen Kriege schmackhaft machen, die sie dazu anregen, neue teure Elektroautos zu kaufen, die ihnen einen Billigflug aufschwatzen und ihnen erzählen, die Klimakatastrophe und die Ökokatastrophe sei eine Erfindung von Spinnern. Das heißt, der wichtigste Akt der Selbstbefreiung geht über Hygienemaßnahmen des eigenen Geistes, um zu erkennen, in welche Manipulations-, Lügen- und Gewaltkonstrukte die Herrschenden und ihre Medien uns einspinnen, um uns nach ihrem Bilde zu formen und vom aktiven Handeln abzuhalten.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien am 15.02.2020 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Bildhinweis: StanislavSukhin / Shutterstock

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21 Kommentare zu: “Last Exit

  1. Hintergründe von XR:
    https://www.youtube.com/watch?v=536qN22jxak
    https://www.vigiliae.org/extinction-rebellion5g-and-their-connections-to-money-laundering-boiler-rooms/

    …wenn auch die meisten Bewegungen vereinahmt wurden….sollten wir doch nicht noch einmal dieselben Fehler machen…..

  2. Schlimm schlimm schlimm wenn man Agenda 21 und Agenda 30 nicht gelesen oder verstanden hat. Hitlers Ermächtigung ist dagegen nur ein Vogelschiss. Und genau diese Leute die die Macht haben diese Machtwerke durch die UN zu jagen sollen wir entmachten mit ihrer eigenen Agenda ?

  3. Sie schreiben es doch oben !!!!
    Zitat: "Aktuell stehen allein die Fragen im Raum, ob es eine Klimakrise überhaupt gibt und ob sie menschengemacht ist. Das ist ein grandios eingespieltes Ablenkungsmanöver, nichts anderes."
    Zitat: "Der ganze Hype um die E-Mobilität, die hirnrissige CO2-Steuer, die die Steuerlast der breiten Bevölkerung noch weiter erhöht. Selbst wenn die Herrschenden etwas Vernunft annähmen und die Gelder einer CO2-Steuer ausschließlich dem Umweltschutz zuführten, würde das an den Verheerungen der aktuellen Todesökonomie immer noch nichts ändern."
    Gehen Sie doch den einen Schritt weiter:
    Schluss mit dem weltweiten Geoengineering! Dann kann man zum Klimawandel forschen!
    Google: Geoengineering oder Geoarchitektur oder Chemtrails. Es gibt so viele Möglichkeiten. Werden die Menschen erst wach, wenn sie keine mehr Luft bekommen? Oder wenn ihre Abwehrkräfte, ihre Lungen so geschwächt sind wie die der Chinesen durch deren versmogte Großstädte. Lesen Sie bitte mal, was in den Chemtrails drin ist: Flugasche. Zusammensetzung unter https://www.beton.wiki/index.php?title=Flugasche
    Ärzte warnen vor den gesundheitlichen Folgen der Flugasche in den Chemtrails:
    https://www.weather-modification-journal.de/%C3%A4rzte-warnen-eine-neue-gesundheitsepidemie-chemtrail-lunge-durch-toxische-chemtrails-die-gehirn-und-lungenprobleme-verursacht/
    Wenn das Corona-Virus weltweit großflächig freigesetzt wird, dann geht das ganz schnell. Alle, die geschwächte Lungen oder Abwehrkräfte haben, werden sehr schnell krank. Soweit die Gesundheit.
    In Saudi Arabien regnet und schneit es wie verrückt. Die Saudi hatten vor rund 10 Jahren in etwa 50 Staudämme. Jetzt haben sie über 200. Woher wußten die, dass es regnen, hageln und schneien würde bei ihnen?
    Hagel https://twitter.com/Wbl_alhya/status/1116404539630997506
    Sturzfluten https://twitter.com/hmalelals7ab/status/1116749813880643586
    Bei Google eingeben kann jeder : Geoengineering Wasserraub Wüstenbegrünung
    https://dudeweblog.wordpress.com/tag/wasserraub/
    Es soll nicht nur CO2 einen Preis, eine Steuer bekommen. Wasser und Luft ebenso. Es soll eine Wasser und eine Luftsteuer geben. Das Frischwasser für Saudi Arabien wird zur Wüstenbegrünung und zum Fracking benutzt. KenFM kann daran nicht mehr vorbei sehen. Bis auf letztes Jahr 2018/2019 hatten wir nur schneearme Winter im Alpenraum. Der letzte Winter 2018/2019 war ein normaler Winter wie früher. Alle haben gestöhnt, weil 1,5 m Schnee lagen. Das ist im Alpenraum normal!
    Ich habe nicht das Gefühl, dass hier einige Leute einen religiösen Wahn um Greta Thunberg ausleben, sondern ich habe den Eindruck, dass die Leute irgendwie hypnotisiert sind. Jeder mit wachem Verstand kann das am Himmel sehen. An jedem wolkenlosen Tag fliegen sie entweder schon morgens früh oder spätestens gegen mittag und nebeln die Sonne zu.

    Die Fridays for Future Bewegung hat überhaupt nichts begriffen. Die lassen sich instrumentalisieren (wahrscheinlich ohne das Wissen der meisten) für den Umbau der Wirtschaft, für die CO2 Besteuerung, für Wasser- und Luftraub durch Geoengineering und die Erstickung von Pflanzen und Menschen, ohne weiter nachzuforschen, woher das kommen kann. Die weltweite Umweltverschmutzung wird nicht bestritten, auch nicht von Wissenschaftlern. Betritten wird, dass die derzeitige Lebensweise der Menschen alleinig verantwortlich für den Klimawandel ist. Wenn die CIA und ausführenden Organe mit Geoengineering aufhören, kann man erst sehen, wie der Planet reagierung und eine Bestandsaufnahme machen. Wann trauen sich all die klugen Männer das endlich laut auszusprechen?

    • Die Fokussierung auf Geoengineering ist die gleiche Rosinenpickerei wie die Fokussierung au's CO2 oder Anderes:

      Ein von konzerneigenen Stiftungen finanziertes Netz nichtstaatlicher Organisationen hat den gesellschaftlichen Widerstand zerstückelt. Die Bewegungen gegen die Globalisierung und gegen den Krieg wurden gespalten. Die Wirtschaftskrise wird nicht mehr in Zusammenhang mit den imperialistischen Kriegen der USA gebracht.

      Infolgedessen wurde der gemeinsame Widerstand zersplittert. An Teilproblemen orientierte Protestbewegungen – zum Schutz der Umwelt, gegen die Globalisierung, für den Frieden, für die Rechte von Frauen, Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen – werden gezielt und großzügig gefördert, um eine Massenbewegung gegen den globalen Kapitalismus zu verhindern.

      Aus:
      Zur Rolle der „Progressiven“ in der Antikriegsbewegung:
      Die „linken Intellektuellen“ des Imperiums fordern Regime-Change
      In Nordamerika und in Westeuropa ist ein auf Täuschung beruhender sozialer Aktivismus entstanden, der vom Konzern-Establishment gefördert und kontrolliert wird.
      von Michel Chossudovsky
      (Free21/NRhZ)

      Abschließende Ergänzung und was gerne unter Vorsatz ignoriert wird, auch in dem Text aus meinem Hinweis, Kapitalismus, Imperialismus, Kolonialismus sind keine "Patente" allein der Angelsachsen. Betrachtet man die Geschichte, wird sehr schnell deutlich, daß sich die herrschenden Klassen aller Nationen sehr wohl alle auf's systematische Ausbeuten verstehen.

    • Box:
      Danke für Deinen Kommentar. Eine gute Ergänzung. Ich versteife mich nicht auf das Geoengineering, absolut nicht, es ist nur ein Teilaspekt, der beim ganzen neoliberalen Krieg gegen den "normalen" Menschen nie deutlich erwähnt wird.
      Die führen Krieg auf vielfältige Art und Weise gegen uns und ich stimme ihren Argumenten absolut zu.
      …..um eine Massenbewegung gegen den globalen Kapitalismus zu verhindern."

  4. Damit kommt Herr Mies zum Schluß, Gott sei Dank, noch auf den Teppich:

    " Werfen Sie alle Paybackkarten und Zeitungsbeilagen mit Sonderangeboten sofort in den Müll. Was für Sie aktuell billig ist, ist für jemand anderen mit Garantie teuer. Diese ganzen Instrumente wurden doch nur erfunden, um Sie zum Shopping anzuregen.
    Schließen Sie keine versklavenden Konsumentenkredite ab.
    Verzichten Sie auf Folterfleisch aus Massentierhaltung. Die Ära, in der unsere Väter in der Nachkriegszeit stolz waren, jeden Tag ein gutes Stück Fleisch essen zu können, muss vorbei sein. Von „gut“ kann bei diesem Fleisch nun wirklich keine Rede mehr sein. Zudem fördert hoher Fleischkonsum Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bringt Sie letztlich früher ins Grab. Und bedenken Sie, wer viel Fleisch isst, isst den Regenwald gleich mit auf und die Menschen, die von dort vertrieben wurden.
    Verabschieden Sie sich vom Gebrauch von Einmalartikeln und verzichten Sie auf jede Art von Plastik.
    Reißen Sie alle versiegelten Flächen auf, wo immer Sie können. Manche Vorgärten mit dem vielen Steingeröll ähneln toter Mondlandschaft. Pflanzen Sie so viele einheimische Blumen und Kräuter an, wie es Ihnen möglich ist.
    Das Wichtigste zum Schluss: Entziehen sie sich dem Einfluss der herrschenden Massenmedien, wo sie nur können, denn diese sind Herrschaftsmedien. Sie sind die Propagandamaschinen, die die Menschen zu dummen willenlosen Konsumenten erzogen haben, die ihnen einreden, sie könnten sowieso nichts machen, die ihnen die neuen Kriege schmackhaft machen, die sie dazu anregen, neue teure Elektroautos zu kaufen, die ihnen einen Billigflug aufschwatzen und ihnen erzählen, die Klimakatastrophe und die Ökokatastrophe sei eine Erfindung von Spinnern. Das heißt, der wichtigste Akt der Selbstbefreiung geht über Hygienemaßnahmen des eigenen Geistes, um zu erkennen, in welche Manipulations-, Lügen- und Gewaltkonstrukte die Herrschenden und ihre Medien uns einspinnen, um uns nach ihrem Bilde zu formen und vom aktiven Handeln abzuhalten."

    Das Schreiben vom Sturz der Eliten ist natürlich einfach.
    Es klingt revolutionär – tatsächlich ist es ein Hirngespinst.
    Als Akutforderung ist es völlig hirnrissig, unverantwortlich und Ohnmachtsgefühle herausfordernd.

    Eine sinnvolle Aufforderung ist "Hol IN DIR die sogenannten Autoritäten, die sogenannten Eliten vom Sockel". Befreie Dich vom Irrglauben, die Experten, die Politiker, die Mediengrößen, die Eliten könnten unsere Gesellschaft bessern. Übernimm selber die Dir mögliche Verantwortung dafür, unsere Gesellschaft zu bessern. Also bessere Dich selber.

    Und hab Geduld dabei und bleib friedlich dabei. Komme, was wolle.

    • Samstag, 27. Juli 2019, 15:57 Uhr
      ~10 Minuten Lesezeit
      Die Verantwortungslüge
      Der Neoliberalismus missbraucht unser Verantwortungsgefühl, um uns die Schuld für sein Versagen aufzuhalsen.
      von Roland Rottenfußer

      „Es liegt an dir“, hören wir landauf, landab. Oder: „Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“ Das klingt so gut und ist so gut gemeint, dass sich sehr viele den Schuh anziehen und sich mit Schuldgefühlen plagen. Unser Verantwortungsbereich scheint immer mehr zu wachsen, während durch die autoritäre Politik der Mächtigen unser tatsächlicher Einfluss nach und nach schrumpft. Der Einzelne wird dazu angehalten, durch ethische Konsumentscheidungen auf eigene Kosten die Fehler von Politik und Wirtschaft zu korrigieren. Von „Eigenverantwortung“ wird immer dann gesprochen, wenn sich die Institutionen aus der Verantwortung zurückziehen. Und wenn sie uns eine Verschlimmerung unserer Situation aufzwingen wollen. Somit ist Eigenverantwortung heutzutage vor allem das Lieblingswort der Verantwortungslosen.
      (…)
      „Verantwortlich“ im Kleinen, machtlos im Großen

      Der Endverbraucher soll also die Fehler kompensieren, die vorher von großen, mächtigen Organisationen begangen wurden.

      Es findet eine Art Crowdsourcing des Verantwortungsgefühls statt. Der wohlmeinende Verbraucher lädt das ganze Elend der Welt auf sein Gewissen: „Wenn ich korrekt einkaufe, gibt es keine Ausbeutung mehr“. Dies könnte ein Fehlschluss sein.

      Die wesentlichen Probleme können nur durch Strukturveränderung und politische Entscheidungen im Großen gelöst werden.
      (…)
      Kampfbegriff der Unverantwortlichen

      Mit Blick auf die von Staat und eingebetteten Medien lancierten Kampagnen kann man feststellen: Eigenverantwortung wird immer dann angemahnt, wenn uns jemand dazu zwingen will, Verschlechterungen unserer Lebenssituation hinzunehmen. Jeder Widerstand wäre ja dann gleichbedeutend mit der Regression auf ein unreifes Entwicklungsstadium. Eigenverantwortung wird von denen angemahnt, die sich aus der Verantwortung zurückziehen wollen, obwohl sie gut dafür bezahlt werden, diese zu tragen. Ein Beispiel: Bei der „Bankenrettung“ 2008 wurde klar, dass Banken zwar ungeniert mit Milliardensummen zockten, aber nicht einsahen, warum sie die Verluste selbst tragen sollten. Dafür hat man ja den Steuerzahler. „Eigenverantwortung“ ist heute vor allem der Kampfbegriff der Unverantwortlichen.

      Unsere Verantwortung steht und fällt mit unserem realen Einfluss auf das Geschehen. Der ist oft kleiner als wir denken. Deshalb greifen auch wohlmeinende Appelle aus der Aktivistenszene oft zu kurz. So lesen wir im Webmagazin „Sein“, „dass ein Wandel nicht durch politischen Widerstand und Gewalt erzeugt werden kann, sondern bei jedem Einzelnen beginnt, in jeder einzelnen Entscheidung, die wir jeden Tag treffen.“ Schade, dass der Autor mit der Gewalt gleich auch den Widerstand entsorgt hat. Die Machthaber können sich nur freuen, dass solche Halbwahrheiten im Volk kursieren. Sie müssen dann nur noch unseren Entscheidungsspielraum auf ein für sie ungefährliches Maß verkleinern — und genau das geschieht.
      https://www.rubikon.news/artikel/die-verantwortungsluge

      Und:
      "Greenwashing ist ein Ablasshandel für die Reichen"
      17. Juli 2018 Reinhard Jellen

      Kathrin Hartmann über einen Ideologie-Apparat

      In Supermärkten und Bioläden ist die Verwendung von Gütesiegeln mit den Prädikaten "umweltfreundlich", "ressourcenschonend" und "sozial verträglich" inflationär geworden. In ihrem Buch Die Grüne Lüge – Weltrettung als profitables Geschäftsmodell geht Kathrin Hartmann dem Selbstbeweihräucherungsbusiness der Mega-Konzerne auf dem Grund, reiste in die Erzeugerländer und legt nebenbei die Grundstruktur einer höchst erfolgreichen, sozialdarwinistischen Ideologie frei.

      (…)
      "Man muss ihnen nicht mit politischer Regulierung kommen"

      – Wie funktioniert es?

      Kathrin Hartmann: Es hat dreierlei Funktionen: Es soll erstens den Konsumenten ein gutes Wissen verkaufen und hält zweitens den Unternehmen die Politik vom Hals, indem sie behaupten, wir kümmern uns selber über das Gesetz hinaus freiwillig darum. Man muss ihnen also nicht mit politischer Regulierung kommen.

      Und das Dritte besteht darin, dass man gute Leute für die Unternehmen findet. Ich denke nämlich, dass es sich mittlerweile herum gesprochen hat, welche Unternehmen massive Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden bei ihren Geschäften in Kauf nehmen, so dass es für sie gar nicht mehr einfach ist, an gute Leute zu kommen, denn wer will schon bei einem Unternehmen arbeiten, dem nachgesagt wird, dass es mit ihrem Milchpulver Babies umbringt.?

      Indem man nun aber den Leuten vermittelt, man könne "von innen heraus" etwas Positives erreichen, gelangen die Konzerne wieder an gute Mitarbeiter für ihre PR- und Nachhaltigkeitsabteilungen. Ich habe bei meinen Recherchen immer wieder solche PR-Leuten und Nachhaltigkeitsspezialisten kennen gelernt, bei denen ich es fast traurig fand, dass sie sich für so eine Arbeit hergeben.
      (…)
      – Hat Greenwashing eine ideologische Funktion?

      Ja. Die gemeinste Folge am Greenwashing ist nämlich, dass es Menschen zu Konsumenten degradiert und die Verantwortung auf sie abschiebt: Sie seien die "Schuldigen", sie kauften die Dinge ja auch. Greenwashing verstärkt so das individuelle schlechte Gewissen und das Gefühl von Machtlosigkeit. Das führt nicht zu Protest oder Widerstand, sondern endet im Supermarkt.
      Das erfahre ich selber auf meinen Lesereisen immer und immer wieder: So viele Leute denken, dass sie als Konsumenten an den Zuständen dieser Welt schuld sind und dass es an ihnen liegt, die Problem via ethischem Konsum zu lösen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr sich dieses Denken durchgesetzt hat.

      "Wir haben nicht mal ein Unternehmensstrafrecht"

      – Wie verhält sich die Politik zu diesem Konzept?

      Kathrin Hartmann: Sie unterstützt es ganz massiv, indem sie zum einen jede Möglichkeit, ordnungspolitisch einzugreifen, beiseite lässt. Die Bundesregierung setzt auf die freiwillige Unternehmensverantwortung und blockiert außerdem das UN Treaty für transnationale Konzerne und andere Unternehmen. Dieses verbindliche Abkommen würde Konzerne zur Einhaltung von Menschenrechten zwingen und außerdem Betroffenen in den Ländern des Südens die Möglichkeit geben, Unternehmen zu verklagen.

      Bei Verstößen könnten Konzerne also auch bestraft werden. Bis heute geht das nicht – wir haben ja nicht mal ein Unternehmensstrafrecht. Geschädigte aus den Ländern des Südens können nur mit großem Aufwand und Unterstützung von NGOs juristisch gegen deutsche Firmen vorgehen.

      Obwohl seit vielen Jahren belegt ist, dass diese Freiwilligkeit der Unternehmen zu gar keinen Verbesserungen führt, setzt die Politik einzig und allein darauf und zwar egal, ob es die Rohstoffstrategie oder das Textilbündnis ist. Dafür zeigen auch Politiker auf den Verbraucher und erklären ihn verantwortlich. Wie Unternehmen in PR pumpt dann die Regierung große Summen in die sogenannte Verbraucheraufklärung, das ist total absurd.
      https://www.heise.de/tp/features/Greenwashing-ist-ein-Ablasshandel-fuer-die-Reichen-4043882.html?seite=all

      Und natürlich, was sonst:
      Im pervertierten Freiheitsbegriff des Neoliberalismus bezieht sich die »Freiheit« einer Person darauf, dass sie sich den Kräften des »freien Marktes« zu unterwerfen hat, also von allen gesellschaftlichen und sozialen Banden »befreit« und somit sozial und gesellschaftlich entwurzelt ist. Scheitert sie auf dem »Markt«, so darf sie dafür nicht gesellschaftliche Verhältnisse verantwortlich machen, sondern muss dies ihrem individuellen Versagen zuschreiben. Die Unsicherheit, ob man in einer konkreten Situation flexibel genug ist, die richtigen Anpassungsleistungen angesichts der Unvorhersehbarkeit des Marktes zu erbringen, führt zu dauerhafter Anspannung und zu einer Intensivierung der Anpassungsanstrengungen. Daher kann eine Person die Haltung eines unternehmerischen Selbst nur um den Preis psychischer Deformationen annehmen. Da die Ideologie des unternehmerischen Selbst auf einem empirisch hochgradig unangemessenen Menschenbild beruht, also der tatsächlichen Beschaffenheit unseres Geistes zuwiderläuft, überrascht es nicht, dass diese Entwicklungen mit zunehmenden narzisstischen und Borderline-Störungen, mit Burn-out, schweren Depressionen und Angststörungen einhergehen.
      Die Ideologie des unternehmerischen Selbst ist mit ihren Folgen einer Individualisierung längst auch in emanzipatorischen Bewegungen wirksam geworden. Dort spiegelt sie sich beispielsweise in Parolen wider wie: »Wer die gesellschaftlichen Verhältnisse verändern will, soll die Veränderungsenergie nicht auf Zentren der Macht richten, sondern mit der eigenen Veränderung beginnen.« Diese frohe Botschaft zur Individualisierung des Glücks – die »Privatisierung der Utopie« (Steve Fraser) – wird sicherlich von den Herrschenden gerne begrüßt. Entgegen einer solchen individualisierenden Konzeption ist Glück jedoch ein Zustand, der nicht allein von unserer individuellen Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung abhängt, sondern wesentlich auch von unseren sozialen Lebensverhältnissen, insbesondere einem Gefühl von Zugehörigkeit, und damit auch von unseren materiellen Lebensverhältnissen. Die vielfältigen Formen einer individualisierenden Psychologisierung von Glück und Selbstverwirklichung, wie sie gegenwärtig wieder hoch im Kurs stehen, tragen zur Stabilisierung der gegebenen Machtverhältnisse bei und führen zu einer weiteren Entleerung des politischen Raumes.
      (…)
      Während der Neoliberalismus die Opfer seiner Transformationsprozesse als für ihre Situation selbstverantwortlich erklärt, hat er es zugleich geschafft, für die politischen und ökonomischen Entscheidungsträger eine »Kultur der Verantwortungslosigkeit« (C. Wright Mills) zu etablieren. Durch die ideologische Behauptung, dass diese Entscheidungsträger nur Sachzwängen und Naturgesetzlichkeiten des globalisierten freien Marktes Rechnung tragen würden, werden die Folgen dieser bewußten Entscheidungen – die Agenda 2010 ist ein prominentes Beispiel – dem menschlichen Verantwortungsbereich entzogen. Der Neoliberalismus hat eine neue Kategorie menschlichen Tuns hervorgebracht, nämlich Taten ohne Täter. Damit hat er den Opfern dieser Taten die Möglichkeit genommen, diese Taten als menschliche Taten zu verstehen, sie Tätern zuzuweisen und aus diesen Taten angemessene Konsequenzen für ein gesellschaftliches Handeln zu ziehen.
      Die systematische Erzeugung von sozial-ökonomischer Unsicherheit lässt in der Gesellschaft zwangsläufig große Empörungs- und Protestpotentiale entstehen und damit politische Veränderungsbedürfnisse. Der Neoliberalismus benötigt daher besonders wirkungsmächtige Methoden, diese Veränderungsbedürfnisse zu neutralisieren und auf Ablenkziele umzuleiten.
      (…)
      Der Neoliberalismus ist sehr erfolgreich in seinem Bemühen, die Opfer seiner Transformationsprozesse dazu zu bringen, sich ihre Situation »als normale Folge von Fehlverhalten« selbst zuzuschreiben.
      (Rainer Mausfeld, Angst und Macht – Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien)

    • Lieber Box, so ein Schwachsinn, den Herr Rottenfußer da von sich gibt ! Und Du zitierst ihn auch noch.
      "„Es liegt an dir“, hören wir landauf, landab. Oder: „Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“ Das klingt so gut und ist so gut gemeint, dass sich sehr viele den Schuh anziehen und sich mit Schuldgefühlen plagen. Unser Verantwortungsbereich scheint immer mehr zu wachsen, während durch die autoritäre Politik der Mächtigen unser tatsächlicher Einfluss nach und nach schrumpft. Der Einzelne wird dazu angehalten, durch ethische Konsumentscheidungen auf eigene Kosten die Fehler von Politik und Wirtschaft zu korrigieren. Von „Eigenverantwortung“ wird immer dann gesprochen, wenn sich die Institutionen aus der Verantwortung zurückziehen. Und wenn sie uns eine Verschlimmerung unserer Situation aufzwingen wollen. Somit ist Eigenverantwortung heutzutage vor allem das Lieblingswort der Verantwortungslosen."

      Selbst Verantwortung für das eigene Handel zu übernehmen heißt gleichzeitig, den anderen die Verantwortung für ihr Leben lassen bzw. ihnen diese zumuten. Und es heißt natürlich nicht, mich schuldig zu fühlen für das, was z. B. Frau von der Leyen, was Herr Sewing, was Herr Oetker macht. Die haben zu verantworten, was sie machen. Und deshalb lehne ich ab, wenn sie versuchen, mir Verantwortung zuzuschieben, die sie loswerden wollen.
      Ich lasse mich nicht "von ihnen anhalten", ihre Fehler zu korrigieren.
      Ich halte ihnen ihre Fehler vor: ich wähle keine CDU, bin kein Kunde der Deutschen Bank und kaufe keine Dr. Oetker Produkte. Wär das nicht fein, wenn das die anderen 80 Millionen Deutschen genauso hielten ? Indem sie z. B. auch keine SPD, keine FDP und keine Grünen mehr wählen würden, ebenso Nestle, Commerzbank usw. boykottieren würden ?

      Warum entwertest Du das, was jedeR von uns ganz konkret tatsächlich tun kann ? Da hat Herr Mies eine vernünftige Menge wertvoller Tips am Ende seines Beitrags zusammengestellt. Das geht zu tun.

      Verrat mir mal, wie Du die Eliten stürzen willst.

      Nochmal: Eine sinnvolle Aufforderung ist "Hol IN DIR die sogenannten Autoritäten, die sogenannten Eliten vom Sockel". Befreie Dich vom Irrglauben, die Experten, die Politiker, die Mediengrößen, die Eliten könnten unsere Gesellschaft bessern. Übernimm selber die Dir mögliche Verantwortung dafür, unsere Gesellschaft zu bessern. Also bessere Dich selber.

      Und hab Geduld dabei und bleib friedlich dabei. Komme, was wolle.

    • Ist ja ganz was Neues. Behauptungen erheben und beschimpfen. Kommt das nur mir so vor, oder können sie ihr Anliegen nicht begründen? Auch sind wir nicht per Du.

    • Josef Gabriel Twickel
      Zitat: "Eine sinnvolle Aufforderung ist "Hol IN DIR die sogenannten Autoritäten, die sogenannten Eliten vom Sockel". Befreie Dich vom Irrglauben, die Experten, die Politiker, die Mediengrößen, die Eliten könnten unsere Gesellschaft bessern. Übernimm selber die Dir mögliche Verantwortung dafür, unsere Gesellschaft zu bessern. Also bessere Dich selber.
      Und hab Geduld dabei und bleib friedlich dabei. Komme, was wolle."
      Sehr gut aufgezeigt. "Ändere Dich und Du änderst die ganze Welt" könnte man das auch nennen.
      Wer das noch nicht probiert hat – nämlich bei sich selber anzufangen, wird das nie verstehen können.
      Der Schlüssel dazu ist, dass man sich selbst gegenüber ehrlich sein muss – auch wenn das erst mal schmerzhaft ist – es wird besser und man lernt dabei , fremde Schuldgefühle nicht mehr als eigene zu empfinden sondern der Blick wird endlich klar!

      Vielen Dank für ihren Beitrag.

    • Der Dieb ruft, haltet den Dieb.

      Die Argumente stehen unter ihrem unbegründeten Kommentar, wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    • Vielen Dank für Ihren Beitrag, M.G.T. !

      Darin schreiben Sie "Wer das noch nicht probiert hat – nämlich bei sich selber anzufangen, wird das nie verstehen können. Der Schlüssel dazu ist, dass man sich selbst gegenüber ehrlich sein muss – auch wenn das erst mal schmerzhaft ist – es wird besser und man lernt dabei , fremde Schuldgefühle nicht mehr als eigene zu empfinden sondern der Blick wird endlich klar!"

      Dieser unser EIGENER, EINZIGER und WIRKLICHER Schlüssel für jede Veränderung auf dem Planeten – dies Bei sich selber Anfangen, dies Ehrlich Sein – kann nicht oft genug in die Debatte gebracht werden.

      Wenn ich die Weltlage als höchst gefährdet sehe und spüre, dann ist doch dran, dass ich selber aktiv werde, um die Gefahr aus dem Weg zu räumen.

      Kann ich das internationale Netzwerk der Reichsten, der Banker und Milliardäre aus dem Weg räumen, stürzen ?

      "1991 in Baden-Baden vom 6. bis 9. Juni / David Rockefeller zu den teilnehmenden Medienchefs:
      "Wir sind der Washington Post, der New York Times, dem Time Magazine und anderen grossen Medien dankbar, deren Direktoren unseren Treffen beiwohnten und sich an ihr Versprechen Diskretion zu wahren, beinahe
      vierzig Jahre lang gehalten haben. Es wäre uns unmöglich gewesen, unseren Plan für die Welt zu entwickeln, hätten wir all diese Jahre im hellen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gestanden. Aber die Welt ist jetzt ausgeklügelter und vorbereitet in Richtung auf eine Weltregierung zu marschieren. Die supranationale Souveränität einer
      intellektuellen Elite und der Weltbanker ist der in den vergangenen Jahrhunderten praktizierten nationalen Selbstbestimmung sicherlich vorzuziehen."

      Und ein weiteres David Rockefeller Originalzitat:
      "Manche glauben gar, wir seien Teil einer geheimen Kabale, welche gegen die Interessen der USA arbeitet; charakterisieren mich und meine Familie als "Internationalisten" und Verschwörer, welche gemeinsam mit anderen weltweit eine integrierte globale politische und wirtschaftliche Struktur schaffen – die einheitliche Welt, wenn
      sie so wollen. Wenn das die Anklage ist, dann bin ich schuldig, und ich bin stolz darauf."
      Memoiren, David Rockefeller erschienen 2002 auf Seite 405 (NY-Times Bestseller)."
      Quelle: https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Bundestag-lehnt-Whistleblower-Schutzgesetz-ab/Die-supranationale-Souveraenitaet-einer-intellektuellen-Elite/posting-1978617/show/

      Ich kann sie nicht stürzen, nicht die von ihnen gekauften Politiker, Militärs, Manager, Wissenschaftler, Journalisten, Juristen, Ingenieure, Informatiker.

      Aber ich kann aufhören, Politiker zu wählen, kann mein Konto z. B. bei der GLS – statt der Deutschen Bank einrichten, kann von Windows zu Linux wechseln, meinen Strom von Greenpeace beziehen, mich in einer BI für den Ausbau von Glasfaserleitungen und den Stop des 5 G Ausbaus einbrigen …

      Meine, unsere konkreten Möglichkeiten sind tatsächlich enorm.

    • Nachtrag. Mal anders herum angefangen. Anstatt zu verzichten, wie wäre es mit, ich hätte gerne:

      Ein öffentliches Verkehrssystem, umweltverträglich und es sollte den Namen öffentliches Verkehrssystem auch verdient haben und nicht immer mehr Autos, die immer mehr Rohstoffe benötigen und immer mehr im Stau stehen.

      Ich hätte gerne einen öffentlichen Zustelldienst, nennen wir ihn Post, und keine fünf Privaten, die einfach die Absurdität des zuvor genannten Punktes noch verstärken.

      Ich hätte gerne einen öffentlichen Telekommunikationsanbieter und keine fünfhundert, die wie die zuvor Genannten alle in Konkurrenz zueinander stehen und das "race to the bottom" verschärfen.

      An diesen simplen drei Punkten können sie bereits erkennen, wieviel "Einfluß" sie haben. Durch Verzicht isolieren sie sich nur.

      Vielleicht noch den: Auch kaufe ich ziemlich wenige Panzer, also die Großen, also gar keine. Trotzdem gibt es die und auch Drohnen und so ein Zeug wie Flugzeugträger.

      Also und, und, und, ….

      Ich kann auch maximalen Verzicht üben. Mich nackt an den Strand setzen und Nachts den Mond anheulen. Dennoch wird das nichts am Verhalten der Machteliten und ihrer Funktionsträger ändern. Und es wird immer weniger ändern, da sie immer weniger auf menschliche Unterstützung zur Durchsetzung ihres Machtanspruchs angewiesen sind.

    • Es freut, dass Sie etwas konkreter werden, Box. Dann wird es für mich auch wieder sinnvoll, zu antworten.

      Ich gehe davon aus, dass Sie unter dem gegenwärtigen Zustand der Weltpolitik und des Planeten leiden. Das tue ich auch. Beide haben wir wahrscheinlich gar nicht so unterschiedliche Vorstellungen davon, wie es besser sein könnte. Aber die Frage: wie kommen wir da hin ? beantwortet offenbar jeder von uns sehr anders. Und das ist gut so. Wir wollen einander respektieren. Oder ?

      Grund: Wir haben beide unseren eigenen Kopf. Ich habe zudem auch Zugang zu meiner Seele. Wie das bei Ihnen ist, weiß ich nicht.

      Das Symptom, dass die Menschen ihren eigenen Kopf und ihre Seele wieder entdecken, breitet sich seit über 100 Jahren vor Allem in der westlich orientierten Welt aus. Hier wurde mit den beiden Weltkriegen und deren Fortführung durch die NATO am radikalsten den Untergang der hergebrachten politischen und religiösen Autoritäten und äußeren Ordnungen herbeigeführt. Und wir erfahren und erleben permanent immer deutlicher durch das nie dagewesene weltweite Informationsangebot die Lügen und die Heuchelei der Machthierarchien. Das fördert die Unsicherheit, die Angst, die Ratlosigkeit, die Resignation, das Chaos unter uns Menschen. Aber es fördert auch den Durchblick, den Zorn, den Mut, die Ehrlichkeit und die Selbständigkeit. Vielfach mischen sich in uns beide Strömungen.

      Wie kann man da das schnelle Entstehen einer neuen, besseren Gesellschaftsordnung erwarten ? Der Kampf beider Strömungen in uns ist in vollem Gang. Angesichts des gewaltigen Elends, das wir gegenwärtig auf unserem Planeten erleben und erleiden – wobei wir ja materiell auf der Sonnenseite sitzen – wird wohl für die Wacheren unter uns überdeutlich, dass das alte hierarchische, autoritär von oben gelenkte Gesellschaftssystem entsorgt werden muss. Es taugte schon vor 100 Jahren nur noch dazu, den ersten Weltkrieg herbeizuführen. Das Verfallsdatum ist weit überschritten.

      Wie werden wir uns als Menschheitsfamilie verhalten, entscheiden ? Die Alternativen sind inzwischen deutlich:

      Der harte Kern der alten Machthierarchien, derer, die glauben, sie wüssten, wo es lang geht und wie wir alle leben sollten, der hat beschlossen die Neue Weltordnung unter ihrem Kommando mit allen Mitteln herbeizukriegen. Ihre New World Order braucht nur noch einen Bruchteil der heutigen Menschheitsfamilie.

      Die Wacheren in der Menschheitsfamilie stellen sich beim Aufbau einer Gesellschaftsordnung von Gleichen, die einander respektieren und schätzen, auf einen langen, gewaltfreien "Kampf mit versöhntem Herzen" mit diesen verblendeten Gewaltmenschen ein.

      Wie kann dieser Neuaufbau und Kampf mit versöhntem Herzen konkret aussehen ?

      Zum Thema Verzicht, das Sie ansprechen:
      Wenn ich recht sehe, habe ich bisher nirgendwo zum Verzicht angeregt.
      (Obwohl ich den an der richtigen Stelle auch sehr befürworte, z.B. Verzicht auf "Tagesschau", ""heute", Spiegel vom Kiosk, Zeit vom Kiosk, Konzertbesuch bei Grönemeyer, Teilnahme bei Fridays for Future und bei "Unteilbar" – Demos…)

      Zum Thema Einfluss, das Sie ansprechen:
      Da sind wir einerseits direkt beieinander: das öffentliche Verkehrssystem, den öffentlichen Zustelldienst, die Telekommunikationsanbieter kann ich ALLEINE in ihrer Gesamtheit natürlich nicht so gestalten, dass sie konkurrenzlos und nur noch ökologisch und zweckdienlich funktionieren. Genauso wenig kann ich ALLEINE die Produktion von Panzern, Drohnen und Flugzeugträgern beeinflussen. Und genauso wenig kann ich ALLEINE die sogenannten Machteliten und ihre Funktionsträger beeinflussen.
      Andererseits denke ich: auch ALLEINE kann ich Einfluss nehmen. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Und wenn VIELE ihr Gutes tun, bin ich nicht mehr alleine, sondern sind wir VIELE. Ich denke, dass wir schon VIELE sind.
      Ich allein kann mein Auto abschaffen, kann meinen Zustelldienst und meinen Telekommunikationsanbieter wählen, der meinen Kriterien am besten entspricht.
      Ich kann verschiedenste Initiativen ergreifen, um auf vielen Ebenen politisch Einfluss zu nehmen. Ich kann mich mit wenigen – und vielleicht auch VIELEN gleich und ähnlich Denkenden zusammenschließen.
      Ich kann wählen und ich kann es sein lassen.

      Tendenz: Alternativen aufbauen – dem System immer mehr Energie entziehen.

      Deswegen hier mein Frage an Sie, Box: welche Möglichkeit, als Einzelner sinnvoll Einfluss auszuüben auf die gesellschaftliche Entwicklung sehen Sie, praktizieren Sie ?

      Oder fühlen Sie sich völlig ferngelenkt und zersplittert von den verschiedensten neoliberalen Influencern ? Zitat: "Ein von konzerneigenen Stiftungen finanziertes Netz nichtstaatlicher Organisationen hat den gesellschaftlichen Widerstand zerstückelt. Die Bewegungen gegen die Globalisierung und gegen den Krieg wurden gespalten. Die Wirtschaftskrise wird nicht mehr in Zusammenhang mit den imperialistischen Kriegen der USA gebracht.

      Infolgedessen wurde der gemeinsame Widerstand zersplittert. An Teilproblemen orientierte Protestbewegungen – zum Schutz der Umwelt, gegen die Globalisierung, für den Frieden, für die Rechte von Frauen, Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen – werden gezielt und großzügig gefördert, um eine Massenbewegung gegen den globalen Kapitalismus zu verhindern."

  5. "Die Autoren des Buches behaupten nicht, sie könnten den Planeten retten. Sie sind allerdings davon überzeugt, dass die Voraussetzung, diesen Planeten und das Leben auf diesem Planeten zu retten, gleichbedeutend damit ist, die herrschenden Eliten zu stürzen."

    Was soll die Rede vom Eliten-Stürzen, wenn weder das Wie des Stürzens noch das D a n a c h in den angezielten Strukturen und Möglchkeiten thematisiert wird – weder im Buch, noch hier, noch sonstwo ?
    .

    Es gilt doch, findig an der intensiven Inszenierung fataler Machtballungs-Prozesse v o r b e i (!) . . .

    . . . nicht zuletzt (!) auf der Basis neu justierter gesellschaftsvertraglicher Regelungen s e l b s t o r g a n i s a t o r i s c h e planeten- wie menschentaugliche W i r k g e f ü g e a u f z u b a u e n , . . .

    . . . um unsere Leben zeitgemäß deutlich vermehrt (!) auf bürgerschaftliche Selbstwirksamkeits-Spielräume für alle Schichten gründen zu können ! !
    .

    W A R U M verstehen sich Analytiker wie Sie, Herr Mies, und Medien wie RUBIKON und KENFM, HerrWernicke und Herr Jepsen …, nicht als PROMOTOREN einer Ziele abklärenden DEBATTEN-KULTUR mit zwar auch frei und zufällig füllbaren Kommentarfeldern – – –
    – – – aber vor allem mit gesellschaftsweit und vorstellungs-plural g e z i e l t e i n g e l a d e n e n D e b a t t e n – T e i l n e h m e r/i n n e n zu einer großen Reihe wohldurchdachter Regelungs- oder Vorgehensfragen ? ! – Einschließlich deren Dokumentation im Dienste weiterer Klärungs-Durchforstung . . . ! ! ?!

    Fangen Sie einfach mal an mit der dieser Tage extrem ins Auge springenden Parteien-Problematik hierzulande und einer ambitionierten Debatte , darüber, wie man das verfassungsmäßig paramentarisch-bürgerschaftlich g a n z a n d e r s j u s t i e r e n könnte, an:
    Und nehmen Sie ggf., wenn Sie mögen, dazu meinen – – (https://debatte21perpektiven.wordpress.com/2020/02/09/problem-1-2-20-gw-entleerte-repraesentation-und-hypertrophierte-parteien-spielraeume-korrektur-volksvertretungsplattform-berechtigungsveraenderungen/) – – oder irgend einen anderen k o n k r e t e n N e u j u s t i e r u n g s v o r s c h l a g als Ausgangspunkt . . .

    Käme dergleichen nicht einmal auf einen Versuch an, statt beim noch so intelligenten Beklagen des Status quo und wolkigen Umsturzsehnsüchten stehen zu bleiben?

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/josef/' rel='nofollow'>@Josef</a> Gabriel Twickel

      Aber vorher vom Elitensturz reden … ?!

    • Ich wollte den wirklich lesenswerten letzten Abschnitt ins Licht heben !
      Was den ganzen Teil davor angeht bin ich ja Ihrer Meinung:
      "Das Schreiben vom Sturz der Eliten ist natürlich einfach.
      Es klingt revolutionär – tatsächlich ist es ein Hirngespinst.
      Als Akutforderung ist es völlig hirnrissig, unverantwortlich und Ohnmachtsgefühle herausfordernd."

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