KenFM im Gespräch mit: Leo Gabriel (lateinamerika-anders.org)

Venezuela. Ein Land mit gigantischem Erdölreichtum und zugleich drückender Armut. Ein Land, das sich in einer massiven politischen Krise befindet und dessen Bevölkerung tief gespalten ist. Nirgendwo sonst auf dem Globus tritt das, was man „Ressourcenfluch“ nennt, so offen zutage, wie es aktuell in Venezuela der Fall ist. Wie konnte das passieren? Wie konnte gerade Venezuela zum Armenhaus Südamerikas werden?

Über diese Fragen hat sich KenFM mit Leo Gabriel unterhalten. Gabriel, gebürtiger Österreicher, ist auf dem Gebiet Lateinamerikas eine journalistische Koryphäe. Es dürfte im deutschsprachigen Raum nur wenige geben, die den Kontinent derart gut kennen, wie er.

Gabriel hat nicht nur jahrelang in diversen lateinamerikanischen Ländern gelebt, sondern er war, bedingt durch seine Arbeit, auch immer Teil des Widerstandes der dortigen Völker gegen offenen und verdeckten Imperialismus. Führende Persönlichkeiten wie Evo Morales, Lula oder Daniel Ortega kennt Gabriel persönlich.

Im Gespräch mit KenFM gewährt uns nun eben dieser Leo Gabriel einen Einblick in die Realitäten des lateinamerikanischen Kontinentes. Die dort vorherrschenden kulturellen und politischen Eigenheiten werden dabei ebenso thematisiert, wie der aktuelle Status quo im Krisenstaat Venezuela. Gabriel erklärt uns, woran die bolivarische Revolution gescheitert ist und was es mit dem neuen „Hoffnungsträger“ Juan Guaidó auf sich hat. Weiterhin bringt er Licht ins Dunkle des venezolanischen Ressourcenfluchs.

Wer weiß, vielleicht sollte sich unser Außenminister Heiko Maas, bevor er das nächste Mal nach Sanktionen schreit, mit Leo Gabriel unterhalten. Lernen würde er dabei jedenfalls eine Menge.

Inhaltsübersicht:

0:00:30 Basiswissen zu Lateinamerika

0:26:34 Venezuela – großer Erdölreichtum, großes Elend

0:48:14 Hugo Chávez und die bolivarische Revolution

0:59:04 Juan Guaidó und das gebrochene politische System Venezuelas

1:17:13 Chancen und Perspektiven für Venezuela in einer multipolaren Welt

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10 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Leo Gabriel (lateinamerika-anders.org)

  1. Boah, nee, ich kann dem Herrn Gabriel nicht zuhören. Es ist für mich körperlich anstrengend, ihm zuhören zu müssen.
    Er spricht so schleppend und undeutlich.. ganz unabhängig vom Inhalt. Das Thema hätte mich sehr interessiert.

  2. Gutes Thema, Politik in Lateinamerika ist bei mir auch ziemlich ein verschwommener Bereich, neigt man doch immer wieder zum eurozentristischen Blick.

    Das gute Leben (venezolanisch) = Verbindung von Mensch und Natur, eingebettetsein in einen lebendigen Organismus.

  3. Schade, lieber Ken, dass sie Gabriels Gedanken nicht wie einen Schmetterling fliegen lassen konnten. ihre Stichworte haben ihn zu oft ausgebremst. Sie sind intellektuell einfach zu schnell und zu gut, stellen die richtigen Fragen, aber pressen ihr Gegenüber oft in ihnen nicht fremde, aber rein zeitlich noch nicht erreichte Gedankenstränge, die Gabriel dann oft nur mehr unwillig bedienen wollte. So war mein Eindruck, aber vielleicht irre ich mich auch.
    Ich glaube ja, im Gegensatz zu Ihnen, dass nicht nur der Lateinamerikaner, sondern auch der Europäer einen charismatischen Führer will. Auch der Europäer denkt eher mit dem Herzen, will nicht entscheiden, will einigermaßen gut leben und nicht mehr als seinen häuslichen Bereich verantworten müssen.
    Er will einen Bruno Kreisky, Willi Brandt, Vladimir Putin, Olof Palme oder meinetwegen auch noch Charles de Gaulle, seinen Grill, seinen Sportverein, sein Smartphon, aber nicht selber denken müssen. Die Lämmer (nach Mausfeld), sind nicht emanzipierbar, Wollen eher genügsam sein, sich nicht korrumpieren lassen. Wollen nichts vom Staatsterror in 9/11 und später wissen.
    Sollen sie doch, sagen wir. Sagen aber nicht die Machteliten.
    Die stürzen sie mit ihren Medien in die Vogelgrippe, Eiszeit, ins CO2, in die doppelsinnigen Terrorkriege, in Elektrosmog, in den Impfzwang, in Völkerwanderungen, den Infraschall durch Windkraftanlagen, in den Krebs durch Umweltgifte etwa Radioaktivität durch Atomkraftwerke, neue Begriffe die sie verunsichern sollen, um sie besser kontrollieren und ausnehmen zu können. Und unsere Politiker helfen ihnen dabei,
    "Schöne neue Welt", die definiert jeder für sich und das ist gut so, zumindest, solange sie keinem anderen bewusst schadet.
    Und träumt davon, dass sie mal kommen wird.

    • Mit Wegsehern kann man alles machen, man muss ihnen die Vorgänge nur als unabwendbare Naturereignisse darstellen. "Der Markt", "die Selbstverteidingung", "die alternativlose Entscheidung". Wie im Mittelalter, als alles eben einfach "der Wille Gottes" war. Alles Schicksal, das man dann murrend auf seine Schultern lädt. Hinsehen ist zu anstrengend, da müsste man ja selbst was tun. Es mag bitter klingen, aber die Menschheit braucht offenbar das Leid, um aus dieser Lethargie zu erwachen. Insofern machen die "dunklen Mächte" alles richtig und schätzen die Situation genau richtig ein. Sie sind schlicht die Geburtshelfer des menschlichen Bewusstseins.

    • "Die Lämmer" bei Mausfeld sind das dumme Volk?!

      "Die Lämmer" nach Ortega y Gasset sind die vermassten Eliten, denen das Gemeinwesen gegenüber steht.

      Vorab, damit die Begriffe stimmen:
      "Was Masse ist, wird deutlich, wenn man diesen Begriff dem der Menge gegenüberstellt: Unter Menge versteht man eine Ansammlung von Menschen, die – außer ihrem Menschsein – nichts miteinander verbindet; Masse wird eine größere Anzahl von Menschen genannt, die, wenn auch nur vorübergehend und unter bestimmten …. Voraussetzungen, durch ein Gemeinsames…zu einer Einheit zusammengeschlossen werden. Während Menge also ein rein quantitativer Begriff ist…." (Enzyklopädisches Stichwort, Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen", rororo

      Ortega y Gasset:
      "Die Einteilung der Gesellschaft in Masse und Elite ist daher keine Einteilung nach sozialen, sondern nach menschlichen Kategorien; sie braucht nicht mit der Rangordnung der höheren und niederen Klassen zusammenfallen….Es gibt in jeder sozialen Klasse eine echte Masse und eine echte Elite."
      (Dies findet übrigens ihre Entsprechung in Gramscis Vorstellung des Intellektuellen in allen sozialen Schichten.)

      Ortega y Gasset:
      "Die alte Demokratie wurde durch eine kräftige Dosis Liberalismus und Verehrung für das Gesetz gemildert….Heute wohnen wir dem Triumph einer Überdemokratie bei, in der die Masse direkt handelt, ohne Gesetz, und dem Gemeinwesen durch das Mittel des materiellen Drucks ihre Wünsche und Geschmacksrichtungen aufzwingt."

      Ich sehe die Lämmer in der vermassten Elite, die direkt handelt, ohne Gesetz und dem Gemeinwesen, der Menge, durch das Mittel des materiell Drucks ihre Wünsche und Geschmacksrichtungen aufzwingt.

    • Blauersalamander, stimmt der Schmetterling wurde abgeschmetterlt, ich hab's auch so empfunden während des Gesprächs, aber vielleicht tröstet der Gesamteindruck danach: Obwohl ich mich als nicht unwissend in Bezug auf Südamerika einschätzen würde, fühle ich mich durch Herrn Gabriel doch mitgenommen auf ein höheres Informationsniveau mit Herz.

    • wolfcgn, selbstverständlich hat auch mir das Gespräch was gebracht, nicht zuletzt auch durch seinen Hinweis das Lateinamerika, mehr als Nordamerika und Europa, nicht nur mit dem Kopf, sondern mehr noch mit dem Herzen denkt.

  4. Der Maduro ist besser für Venezuela als Guaido .
    So kommen Gelder aus der alles dominierenden Erdölindustrie auch an das Volk .
    Damit aber ist noch wenig erreicht . Der Wille zum gemeinsamen (ökonomischen) Handeln fehlt . Es gibt keine produktive Initiative . Dieser Mangel wurde im Interview angesprochen und mit der Lösung des "einigenden (starken) Mannes" genannt .Ein starker Mann ersetzt keine gemeinsame kulturelle Tradition .
    Dieser Mangel ist Folge des Imperialismus und der Spaltung der Gesellschaft und auf Generationen wirksam .
    Auch der H. Chavez mit seinen vielen Zugeständnissen an die Imperiale Macht (z.B. wurde Venezuelea weiter mit US Fernsehprogrammen überschwemmt) konnte das Land nicht einen .
    Ein starker Mann ersetzt keine gemeinsame kulturelle Tradition .
    Lateinamerika war für Jahrzehnte und länger der Kontinent für politische Utopien . Der Leo Gabriel hat aus diesem Grund ein Herz für Lateinamerika . Aber die Träume finden keine reale Entsprechung . Simon Bolivar ist letztlich gescheitert und die Realität lässt die Entscheidung zwischen dem kapitalistisch orientierten Kolumbien, wo die , die Geld haben besser leben und handlungsfähig sind und die keines haben auf der Straße oft unter schwerem Drogenkonsum vegetieren ,
    und dem sozialistischen System in Venezuela, in dem diese Armut nicht zu sehen ist aber das gesamte Leben auf das partizipieren an den Erdöleinnahmen reduziert ist .

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