Lockdown auf Sylt. Corona ist nicht gottgewollt

Von Uli Gellermann.

Hastig zieht die Frau ihre Hosen hoch, es ist ihr extrem peinlich von Passanten an einem Weg in Westerland gesehen zu werden: „Es tut mir wirklich sehr leid, aber ich konnte nicht mehr einhalten.“ Es gibt nur noch wenige geöffnete öffentliche Toiletten in der Sylter Hauptstadt, aber die sind weit weg am Strand. Geschlossen sind die Cafés, die Hotels, die Kneipen und auch deren Toiletten. Das Corona-Regime ist unerbittlich gegen Bedürfnisse aller Art.

Unerbittlicher Zugbegleiter

Unerbittlich auch der Zugbegleiter der Deutschen Bahn auf der Fahrt nach Sylt : „Beim dritten Mal“, sagt er bei der Maskenkontrolle im komplett leeren Waggon auf dem Weg zur Insel, „beim dritten Mal ohne Nase-Mund-Bedeckung müssen sie aussteigen.“ Er freut sich sichtlich: So viel Macht kann er sonst nur bei Schwarzfahrern demonstrieren. So geht es zur Zeit vielen Deutschen: Meist müssen sie buckeln, aber jetzt dürfen sie auch mal treten. Denn die vermeintlichen Anstecker stehen noch unter ihnen. Die von Merkel geliehene Billig-Macht macht die kalte Frau populär.

Kurzarbeit bei „Gosch“

Total unpopulär ist die Kurzarbeit bei den Kollegen, die bei „Gosch“, dem bekannten Fischbrötchen-Händler auf Kurzarbeit sind: „Wir kriegen nur noch 40 Prozent vom Netto, die Trinkgelder sind weg, aber die Miete läuft weiter.“ Resigniert zucken die beiden Angestellten die Schulten. „Da kann man ja nichts machen.“

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Drittel der Jobs in Schleswig-Holstein sind bedroht

Die Sylter Unternehmer fordern eine Zukunft: „Prominente Gastronomen, Hotelbetreiber, Einzelhändler und Ferienvermieter sehen die Destination Sylt bedroht“ schreiben sie und wissen: „Ein Drittel der Jobs in Schleswig-Holstein sind akut bedroht.“ Ein Hotelier, der nicht genannt sein will: „Ich bin so gut wie pleite.“ Warum er nicht genannt werden will: „ Vielleicht gibt es ja doch noch Hilfe vom Staat, da will man ja nicht auf einer schwarzen Liste stehen.“

Keine Privatzusammenkünfte am Strand

Bitte veranstalten Sie keine Privatzusammenkünfte am Strand“ steht im Sylter ‚Corona-Knigge‘ und weiter schreibt die Sylt Marketing GmbH „Das fällt bei den häufigen schönen Sonnenuntergängen sicher alles andere als leicht.“ Tatsächlich gibt es mitten im Winter, neben Schnee und Eis, auch wunderbare Sonnenuntergänge. Aber die massive Panikpropaganda hat auch die Strände erreicht: Immer wieder tragen verängstigte Touristen Masken am Strand.

Fusseln der Maske

Für Touristen und Einheimische fällt in diesem Jahr das „Biikebrennen“ aus: Den traditionellen Fackellauf mit großem Scheiterhaufen gibt es nur noch online. Immerhin hat der Markt in Westerland geöffnet, natürlich nur mit Abstand und Maske. Der Markstand-Inhaber regt sich auf: Ewig die Fusseln der Maske im Mund! Und immer muss man das schädliche Kohlendioxid einatmen, die verarschen uns doch. Und lässt du die Maske weg, kostet es mindestens 20 Euro.

Schaufensterpuppen im Luxushotel

Im Schaufenster des Sylter Luxushotels „Miramar“ täuschen elegant bekleidete Schaufensterpuppen mondäne Gäste vor, die wegen des Beherbergungsverbots nicht kommen dürfen. Im Fenster von „Gosch“ täuscht man nicht: Mit seit Monaten hochgestelltem Stühlen dokumentiert das Unternehmen den Weg in die Pleite.

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Ab sofort in der Schule Masken

Die Pizzabäckerei hält sich mit Pizza-To-Go über Wasser. Die Kundin vor der Tür weiß von ihren Kindern, dass ab sofort in der Schule Masken getragen werden müssen: „Das gilt für alle Schülerinnen und Schüler, egal welchen Alters und für alle Lehrkräfte“, hatte die Bildungsministerin Karin Prien verkündet. Das regt die Mutter auf: Den ganzen Tag Maske, das ist nur schlecht für die Kinder, gesund ist das nicht.“

Fälle häuslicher Gewalt in Nordfriesland

Noch ungesunder kann das Corona-Eingesperrtsein für Frauen und Kinder im Haushalt sein, weiß der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag in seinen Lokalblättern: „Fälle häuslicher Gewalt in Nordfriesland sind krasser als sonst. Opfer stecken im häuslichen Umfeld fest.“ Feststecken: Ein neues Wort für Lockdown.

Sylter Tafel“

Sylt ist nicht nur der Millionärsort Kampen. Sylt kennt auch die ganz gewöhnliche Armut. „Die ist drastisch gewachsen“ sagt die Gründerin der „Sylter Tafel“ Dörte Lindner-Schmidt. Bei der Tafel wird den Armen mit Lebensmittelspenden geholfen, vor allem aber damit, dass man sie wahrnimmt und nicht verleugnet: Früher saßen vor jeder Essensausgabe Mitarbeiter und Gäste bei Kaffee und Kuchen zusammen. Heute muß man auch bei Kälte und Regen in einer Schlange draußen warten. Die Zahl der Gäste ist in der Corona-Zeit deutlich gestiegen: Nicht wenige Sylter haben durch den Lockdown ihr Arbeit verloren.

Ist Corona denn von Gott gewollt?

Der Pastor der dänischen Minderheit auf Sylt macht sich Sorgen um seine Gemeinde: „Viele vereinsamen“, sagt er. Schon seit Weihachten gibt es in seiner Kirche keinen Präsenz-Gottesdienst mehr. Auch wenn die Messe per TV ins Haus kommt, auch wenn er seine Seelsorge per Mail und über das Telefon betreibt: „Die Menschen sehnen sich nach Gesellschaft“. Auf die Frage, ob Corona denn von Gott gewollt sei, antwortet er kategorisch: „Nein!“

In der Luft schwebt das Wort Waterboarding

Auf der Rückfahrt kommt ein Merkel-Klon in der Uniform der Deutschen Bahn vorbei und erwischt den Trinkenden mit der Maske unterm Kinn: „Trinken, dann Maske aufsetzen, trinken, dann aufsetzen!“ In der Luft schwebt das Wort Waterboarding. Ob diese Therapie bei Merkel helfen könnte?

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Artikel erschien zuerst am 24. Januar 2021 auf dem Blog Rationalgalerie

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Bildquelle: K I Photography / shutterstock

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2 Kommentare zu: “Lockdown auf Sylt. Corona ist nicht gottgewollt

  1. Carsten Leimert sagt:

    Witz: Wenn die Corona gottgewollt wären, dann wären ja die Anti-Corona-Maßnahmen (Lockdowns) tätliche Blasphemie und wären auch aus diesem Grunde unzulässig.

  2. RULAI sagt:

    Eine realistische Zukunftsvision: https://t.me/gunnarkaisertv/2483

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