Lockdowns und geopolitische Machtverschiebungen | Von Christian Kreiß

Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

Die weltweiten Lockdowns im Zuge der Corona-Politik waren erstaunlich einheitlich. Von China über Europa bis Nordamerika, von den Industrieländern im Norden bis zu den Entwicklungsländern im Süden wurden fast auf der ganzen Erde überwiegend drastische staatliche Einschränkungen in Wirtschaft und Gesellschaft vorgenommen. Aber bei den Auswirkungen zeichnen sich doch mittlerweile einige Unterschiede ab. Die bisherigen geopolitischen Machtverhältnisse, die balance of power, werden durch den Umgang mit dem Virus beeinflusst. Diesen Verschiebungen soll im Folgenden nachgegangen werden. Als Ökonom lege ich dabei den Fokus auf ökonomische Machtverschiebungen. Doch alle politische und militärische Macht kann auf Dauer nicht ohne ökonomische Machtbasis funktionieren.

Der Kampf der Titanen: China gegen USA

China begann die Lockdowns und führte ganz besonders drastische Einschränkungen ein. Am Anfang der Corona-Zeit auf Platz eins des Länderrankings mit den höchsten Covid-Positivtests ist die Volksrepublik mittlerweile auf Platz 71 abgerutscht, also nur noch eine Covid-Zwergnation mit insgesamt minimalen drei Covid-Toten pro eine Million Einwohner.1 Offenbar gibt es dort das Virus nicht mehr, wenn man den offiziellen Statistiken Glauben schenken will. Jedenfalls scheint es dort keine nennenswerten Einschränkungen des Wirtschaftslebens mehr zu geben.2 Im ersten Quartal 2020 stürzte die chinesische Wirtschaft wegen der drastischen Lockdowns um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. In den beiden Folgequartalen erholte sie sich jedoch erstaunlich rasch, sodass über die ersten drei Quartale ein Wirtschaftsplus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht wurde.3

Die USA führten erst deutlich später und auch nicht über alle Bundesstaaten hinweg Lockdowns ein. Die US-Wirtschaft wuchs daher im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal noch um 0,3 Prozent, stürzte dann im zweiten Quartal um noch nie dagewesene 9,0 und im dritten Quartal um 2,3 Prozent ab, sodass die Wirtschaftskraft insgesamt in den ersten neun Monaten 2020 um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückging.4 Die US-Wirtschaft fiel also um 4,1 Wachstumspunkte hinter die chinesische zurück. Das entspricht in etwa auch der Wachstumsdifferenz der letzten zwei Jahre vor den Lockdowns.5 Der Aufholprozess Chinas zu den USA scheint sich also weder verlangsamt noch beschleunigt zu haben.

Der Schein trügt jedoch. Zum einen prognostizierte die OECD Mitte September 2020, dass die USA bis Ende 2021 um zwei Punkte Wachstumsdifferenz zusätzlich hinter China zurückfallen würden, der Aufholprozess Chinas sich also durch die Lockdowns beschleunigen würde.6 Zum anderen scheinen die USA noch längst nicht am Ende der wirtschaftshemmenden Anti-Corona-Maßnahmen zu sein, denn die Zahl der positiv getesteten Menschen sowie die Covid-Todesfälle in den USA sind, im Gegensatz zu China, unvermindert äußerst hoch, sodass China in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter ungehindert mit voller Kraft produzieren kann, die USA wegen vieler Corona-Maßnahmen jedoch nicht.7

Auch die Daten am aktuellen Rand deuten darauf hin, dass die USA gegenüber China an ökonomischer Stärke weiter zurückfallen. In China lagen die Autoverkäufe im Oktober mit 2,57 Millionen Einheiten um 12,4 Prozent über dem Vorjahresniveau8, während sie in den USA im Oktober um knapp drei Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen.9 Ein Blick auf 2019 zeigt, dass China die USA bei den Autoverkäufen schon lange vor Corona als Führungsnation auf der Erde überrundet hatten: in China wurden 2019 knapp 26 Millionen Fahrzeuge verkauft10, in den USA etwa 17 Millionen11, in China also etwa 65 Prozent mehr. 2020 wird dieser Vorsprung noch deutlich zunehmen.

Auch im Außenhandel deuten alle Zeichen darauf hin, dass China durch die Corona-Krise die USA noch viel stärker als bisher in den Schatten stellen werden. Die US-Exporte lagen im September 2020 um etwa 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahres, während die chinesischen Exporte im Oktober 2020 um 11,4 Prozent über dem Vorjahreswert lagen.12 Ein Blick auf die absolute Höhe der Exporte zeigt, dass auch hier China die USA schon längst als ökonomische Führungsnation überrundet haben und durch Covid den USA noch erheblich weiter davonziehen werden. Die Exporte Chinas sind mit 237 Milliarden Dollar (Oktober 2020)13 derzeit um über ein Drittel höher als die der USA mit 176 Milliarden Dollar (September 2020)14.

Kurz, auf einigen Schlüsselgebieten hat China die USA ökonomisch schon längst überrundet. Corona dürfte den Vorsprung noch erheblich vergrößern.

Dazu kommt: Die USA haben seit 2008 die Notenpresse in einem historisch nie dagewesenen Ausmaß angeworfen. Die Zentralbankgeldmenge hat sich gegenüber 2007 beinahe verneunfacht und ist damit um ein Vielfaches stärker gestiegen als die reale Wirtschaftskraft. Allein wegen Covid hat die amerikanische Notenbank FED die Geldmenge in wenigen Monaten von gut 4.000 Milliarden Ende Februar auf über 7.000 Milliarden Dollar Ende Oktober15 2020, also um etwa 75 Prozent erhöht. Nicht so in China. Dort ist die Zentralbankgeldmenge nicht annähernd so aufgebläht worden, sondern sehr viel stärker im Gleichklang mit der realen Produktion gewachsen.16 Covid hatte auf die chinesische Notenbankgeldmenge keine nennenswerten Auswirkungen. Dieser Unterschied in der Notenbankpolitik dürfte sich in den kommenden Jahren für die USA rächen. Den USA steht eines Tages ein Geldschnitt ins Haus, entweder in Form von Inflation oder in Form einer Schulden- und/oder Wirtschafts- und Währungskrise. Wenn diese Bereinigungsprozesse in der US-Ökonomie einsetzen, dürfte China noch viel stärker an den USA vorbeiziehen.

Eurozone oder: Wie man sich selbst ruiniert

Vor allem die südlichen Länder der Eurozone haben im Frühjahr beispiellos harte, ökonomiestrangulierende Lockdown-Maßnahmen durchgeführt und diese im Herbst wieder erneuert. Schon die extrem wirtschaftshemmenden Maßnahmen im Frühjahr haben die Wirtschaft des Euroraumes in einen beispiellosen Wirtschaftsabsturz geführt. In den ersten neun Monaten 2020 stürzte die Euro-Wirtschaft um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab17 und damit etwa doppelt so stark wie die der USA. Innerhalb des Euroraums galt dabei: Je härter die Lockdown-Maßnahmen, desto schlimmer der Wirtschaftseinbruch. Die derzeitigen extrem harten Lockdowns werden ebenfalls eine ökonomische und soziale Blutspur hinterlassen. Die EZB rechnet momentan mit einer Wirtschaftsschrumpfung von sage und schreibe 10 Prozent für das Gesamtjahr 2020.18 Dazu kommt: Durch den starken Schuldenanstieg im Zuge der Lockdowns sollen sich die faulen Kredite im Euroraum 2021 auf etwa 1.400 Milliarden Euro beinahe verdreifachen, so dass eine massive Finanz- und Schuldenkrise mit einigen Bankzusammenbrüchen, v.a. in den südlichen Ländern kommen dürfte.19

Kurz: Der Euroraum verliert nicht nur 2020 dramatisch an wirtschaftlicher Bedeutung, sondern wird voraussichtlich auch 2021 von massiven ökonomischen und sozialen Problemen gebeutelt werden. Das dürfte auch zu erheblichen nationalen Differenzen zwischen den einzelnen Euroländern führen, wie wir sie schon bei der Finanzkrise 2008/ 2009 gesehen haben. Aber heute sind die Euro-Länder ungleich schlechter aufgestellt als vor gut 10 Jahren. Kontinentaleuropa verabschiedet sich damit aus der Liga der geopolitischen Akteure durch den extrem unklugen Umgang mit Corona.

Indien: Schießt sich selbst ins Knie

Auch das aufstrebende, von geopolitischen Ambitionen beseelte Indien schadet sich durch einen extrem unklugen, die eigene Bevölkerung und Wirtschaft ruinierenden Umgang mit Corona. Die Modi-Regierung schaffte es, durch ihre drastischen, rücksichtslosen und unmenschlichen Lockdown-Maßnahmen im zweiten Quartal 2020 einen Wirtschaftseinbruch von atemberaubenden 23,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum herbeizuführen und dadurch seine Wirtschaft und seine Menschen so stark zu schädigen wie kaum ein zweites Land auf der Erde. Im April schoss die Arbeitslosenquote auf 23,5 Prozent hoch. Anfang 2020 hatte sie noch bei 7,2 Prozent gelegen.20 Über Nacht wurden bis zu 100 Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit geschickt. In den ersten neun Monaten schrumpfte die indische Wirtschaft um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.21 Für ein Land mit einem so starken Bevölkerungszuwachs wie Indien ist eine derartige Schrumpfung eine blanke Katastrophe. Kurz: die Regierung Modi schadete den geopolitischen Machtaspirationen Indiens ganz ungemein.

Russland: Auf der Gewinnerseite

Die Wirtschaft Russlands schrumpfte in den ersten neun Monaten 2020 um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum22, also etwas weniger stark als die der USA. Angesichts der hohen Abhängigkeit der russischen Wirtschaft von Energieproduktion und –exporten und angesichts des stark eingebrochenen Ölpreises zu Beginn der Corona-Zeit ist das eine äußerst gute Performance der russischen Wirtschaft. Dazu kommt, dass die Schulden von russischen Unternehmen, privaten Haushalten und der Regierung extrem niedrig sind. Russland hat also, anders als fast alle westlichen Staaten und anders als China, keinerlei Anzeichen für eine Schuldenblase. Das größte Land der Erde geht also ohne nennenswerte finanzielle Vorbelastung in die Zukunft und ist daher insbesondere für das Szenario einer kommenden internationalen Schuldenkrise sehr gut gewappnet. Insgesamt dürfte Russland aus der Covid-Krise im Vergleich mit seinen geopolitischen peers gestärkt hervorgehen.

Fazit

Aus chinesischer Sicht war das Corona-Virus unter Machtgesichtspunkten geradezu ein Geschenk des Himmels. China dürfte den Erzrivalen USA durch seinen Umgang mit dem Virus an Wirtschaftswachstum weit hinter sich zurücklassen. Corona wird aus heutiger Sicht vermutlich eine deutliche geopolitische Kräfteverschiebung zu Gunsten Chinas bewirken. Die Nationen des Euroraumes degradieren sich durch ihre Corona-Politik immer mehr zu reinen Peripheriemächten. Kontinentaleuropa verabschiedet sich dadurch mehr und mehr aus dem Reigen der geopolitischen Führungsmächte. Indien fällt im geopolitischen Kräftewettkampf durch eine besonders schädliche und rücksichtslose Corona-Politik der Regierung Modi ebenfalls deutlich zurück. Russland steht, wenn auch nicht so stark wie China, durch seinen Umgang mit Corona auf der Gewinnerseite bei den geopolitischen ökonomischen Kräftekonstellationen.

Die globalen ökonomischen Machtverhältnisse verschieben sich durch Corona deutlich von den westlichen Industrienationen nach Osten, vor allem nach China. Bleibt zu hoffen, dass die USA ihren relativen Bedeutungsverlust und ihre massiven Wirtschaftsprobleme nicht über umfangreiche kriegerische Ereignisse zu lösen versuchen werden.

Zum Autor:

Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor an der Hochschule Aalen für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Autor von sieben Büchern: Gekaufte Wissenschaft (2020); Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft (2019); BWL Blenden Wuchern Lamentieren (2019, zusammen mit Heinz Siebenbrock); Werbung nein danke (2016); Gekaufte Forschung (2015); Geplanter Verschleiß (2014); Profitwahn (2013). Drei Einladungen in den Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte (Grüne, Linke, SPD), Gewerkschaftsmitglied bei ver.di. Zahlreiche Fernseh-, Rundfunk- und Zeitschriften-Interviews, öffentliche Vorträge und Veröffentlichungen. Homepage www.menschengerechtewirtschaft.de

Die Bücher „Geplanter Verschleiß“, „Gekaufte Forschung“ und „Gekaufte Wissenschaft“ von Prof. Dr. Christian Kreiß werden in diesem Zusammenhang empfohlen.

Quellen:

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Gil Toms / shutterstock

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8 Kommentare zu: “Lockdowns und geopolitische Machtverschiebungen | Von Christian Kreiß

  1. effess sagt:

    und mit der größte Brocken für die USA und deren "das-ist-alles-Kommunismus-und-Kommunismus-ist der-leibhaftige-Teufel-Einstellung" kommt erst noch: die globale Kollaborationsplattform, welche die Wissensarbeiter miteinander vernetzt und ein einen globalen Weltmarktpreis für die Arbeitsleistungen schafft.

    … damit umzugehen wird schon in Deutschland nicht ganz einfach – aber den Deutschen sind die Zusammenhänge und die "Alternativlosigkeit" einfach zu erklären und die benötigten Lösungen finden dann die zur Durchführung erforderliche Akzeptanz.

    "Freie Güter" und "Sozialstaat" sind in Deutschland ohnehin weit verbreitet – eine Ausweitung welche die Lebenshaltungskosten von den Arbeitseinkommen entkoppelt (ein Mix aus ~BGE und eine Zunahme "Freier Güter" (bei Mobilität & Wohnraum – und ein Ausbau bei der Bildung, insbesondere bei der Erwachsenenbildung )) ist aus deutscher Sicht nichts völlig Abwegiges und Unvorstellbares…

    … aber in den USA?

    Denn eines sollte doch mittlerweile klar sein: Nach Kapital & Waren wird gerade die Wissensarbeit zu einem globalisiertem Gut.
    Die Lockdown-Krise hat die nächste Stufe der Globalisierung eingeläutet – Michael E. Porter's "Competitive Advantage of Nations" müsste nun neu geschreiben werden: anstelle der regionalen Cluster sind nun die digitalen getreten – und der Wettbewerb im Kontext der Standortfrage verlagert sich von den Unternehmen hin auf die einzelnen Mitarbeiter.

    "Welcher Nation gelingt es, seine Bewohner in eine überlegenenere Situation zu bringen um dadurch den Standort zu sichern?"

    Die Spielregeln haben sich gerade in weiten Teilen um 180 Grad gedreht – nur die Realität hinkt noch hinterher.
    Sei es beim Kapital, welches nun zunehmend direkt von den Notenbanken kommt (und verbunden mit der Transparenz, welcher der Digitalisierung innewohnt) zu ganz anderen Sachverhalten was das "Investieren" anbelangt führen wird…
    … ja: die "Geschichte vom scheuen Reh" ist nun obsolet – und das fremdverwaltete Vermögen verliert seine Berechtigungsgrundlage (und Kapitalkosten schädigen die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes, vgl. oben…)

    oder sei es bei der Finanzierung des Systems, welches in weiten Teilen von den Arbeitnehmern getragen wird (Sozialabgaben, Mieten, Kapitalkosten in den Preisen der Produkte des täglichen Bedarfs…)

    und dann ist da noch die Deutungshoheit über die Nachrichten und die resultierende gesellschaftliche Weltanschauung, welche gerade massivst flöten geht (ich versuche es immer wieder mal wieder mir eine Sendung anzusehen, muss dann aber jedesmal wegschalten…
    …das ist wie RTL2 oder Annalena Charlotte Alma Baerbock: vollkommen inakzeptabel…)

  2. UrImpuls sagt:

    Nun, das mag so sein. Es faellt auf im Text des Authors weiterhin unkommemtiertes wundern ueber die anscheinend weltweit agestimmt aussehende Gleichzeitigkeit des Beginns gleicher Massnahmen.
    Genau das aber sollte zu den eigentlichen Gruenden fuer das Geschehen Anhaltspunkte liefern.
    Ist das nicht viel interessanter, der Ursache nachzugehen, warum ploetzlich mehrere Maschinen in unterschiedlichen Konstruktionsmodellen wie auf einen Schlag zu stottern beginnen?

    • effess sagt:

      Darauf geht Prof Dr. Christian Kreiss, ehemaliger Investment Banker an viel anderen Stellen drauf ein – zb:
      https://www.youtube.com/watch?v=u1XJ5HRb4l4&t=894s

      => die Ungleichverteilung des Produktivkapitals und der resultierenden Kapitalerträge haben ein Maß an Überschuldung produziert, welches nun eben einen Reset benötigt.
      … natürlich darf das Doofvolk dies nicht so verstehen – sondern es ist natürlich "Corona" dran schuld – oder wahlweise die Politik oder einzelne Politiker und die ganze korrupte und korrumpierende Bande die da mit drin hängt…

      Wie spielen hier seit jahren MONOPOLY mit Anschreibenlassen – und nun ist das "Spiel" eben aus.

      Ettliche werden natürlich versuchen, weiterhin am Spiel festzuhalten (natürlich unter Beibehaltung der Eigentumsverhältnisse) und alles tun um dieses neofeudale System mit seiner mediengesteuerten, durch einseitige Berichterstattung medienmanipulierten Scheindemokratie irgendwie weiter durch zu bringen…

      … aber ich habe den Verdacht, die haben den technologischen Wandel, die haben die Digitalisierung und die ihr
      innewohnende Transparenz noch nichteinmal ansatzweise erfasst.

      Die Basis einer überlegenen KI sind überlegene Daten – überlegene Quantität aber auch Qualität an Daten.
      Das zentralistische China mit seinen 1,5 Mrd Menschen wird von nun an die Regeln bestimmen.

      … evtl zielt die Agenda der Plandemie genau in diese Richtung: Zerstörung des Etablierten und anschl. Unterwerfung – oder die Zerstörung des Etablierten soll die Bereitschaft zum Kriegseinsatz fördern.
      Gerade für die USA mit deren senilem Präsidenten geht es gearde um die Beibehaltung der Weltherrschaft.
      … und es ist aus deren Sicht zu befürchten, dass sie ohne einen Krieg gegen einen äußeren Feind in bürgerkriegsähnliche Zustande und ggfls in einen Zerfall der USA schlittern.

      … und wer diese "Story vom menschengemachten Klimawandel" ernst nimmt, der müsste eigentlich noch von ganz anderen Lösungsansätzen ausgehen…
      Ich bin schon gespannt, was bei der Impferei am Ende dann rauskommt: gings nur um Kohle – oder um die Bevölkerungsanzahl…

      die nächsten 24 Monate werden verdammt spannend…

  3. Ralf Becker sagt:

    Mit oder ohne Corona haben wir eine Absurd-Ökonomie.
    Dieser liegt die fehlerhafte Überlegung zu Grunde, dass man doch dann Geld haben müsste, wenn man mit einer Art Schuldschein, der von einer Bank ausgestellt ist, insofern bezahlt.

    Mit Geld ist es jedoch in keiner Weise möglich die Realwirtschaft abzubilden. Wäre es anders, dann würden die westlichen Staaten auch nicht derartige Schuldenorgien feiern (können).

    Irgendwo haben die Länder zwar eine Art Wirtschaftskraft, aber das System ist insgesamt dermaßen absurd, dass es unter dem Strich dann doch wieder kaum möglich ist, die Wirtschaftskraft, etwa auch der großen Akteure wie die der USA oder die Chinas, zu messen oder zu bewerten.

    Vor allem werden wir durch Politiker vertreten, die das System nicht durchschauen (wollen).
    Hier einige Beispiele:

    Der Westen, 24.11.2020
    Gregor Gysi
    „Ich habe mich letztlich dafür entschieden, um als Mitglied des Bundestages endlich noch die Gleichstellung von Ost und West auf allen Gebieten, insbesondere beim Lohn, der Rente und Berufsabschlüssen zu erleben.

    Welt, 19.07.2009
    Gysi – Der Kapitalismus hat auch gute Seiten

    Der in meiner Kommune bzw. in meinem Kreis wohnende Frank Schäffler, der etwa 2,5 Jahre jünger ist als ich, behauptet etwa bei Twitter:
    „Es ist eine Hauptaufgabe des Wettbewerbs zu zeigen, welche Pläne falsch sind.“ F. A. von Hayek

    Familienunternehmer
    · 27. Nov.
    Um diese Werte auch auf Start-Ups zu übertragen bedarf es keiner neuen Rechtsform sondern einer Reform im #Stiftungsrecht.

    29. Nov.
    „Wer Vorsorge betreiben will muss kapitalisieren.“ Über die Grünen als Fortschrittsverhinderer.

    Aber auch unser bayerischer Ministerpräsident, Markus Söder, versteht das System nahezu gar nicht.

    Presseportal, 04.03.2008
    Söder warnt vor Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit durch Streiks

    Junge Welt, 27.01.2020
    »Es geht um Wettbewerbsfähigkeit«: Söder will Unternehmenssteuern senken

    n-tv, 09. SEPTEMBER 2020
    Die AfD meint: "Skandalös"
    Söders Merkel-Date kostete 120.000 Euro

    Zudem fehlt auch unserem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber die Erkenntnis, dass der Absturz der CSU vor allem mit dem gestiegenen Verstehen in der Bevölkerung, dass die derzeitige Politik im Grunde genommen einfach nur absurd ist, etwas zu tun hat.

    Welt, 09.10.2018
    Stoiber nennt Zuzug von Deutschen nach Bayern als Grund für CSU-Absturz

    Ähnlich frage ich mich auch beim NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet, mit welchem Themenwahlkampf er in sein derzeitiges Amt gelangt ist.

    Handelsblatt, 24.01.2020
    Sorge um Zukunft der Autoindustrie
    Laschet wirft deutscher Autoindustrie schwere Versäumnisse vor

    Aber auch unser Arbeitsminister Hubertus Heil fällt durch ein eklatantes Unwissen bezüglich der Funktionsweise unseres Geldes auf:

    Handelsblatt, 29.05.2018
    HUBERTUS HEIL
    Das sind die SPD-Pläne gegen Langzeitarbeitslosigkeit

    FAZ, 10.09.2018
    SPD-ARBEITSMINISTER:
    Heil prüft, Beamte in die Rentenversicherung zu integrieren

    Der CDU-Rückkehrer Friedrich Merz dreht auch meistens an falschen Stellschrauben, wenngleich er die EZB-Geldpolitik jetzt inzwischen richtiger analysiert als etwa Frau UvdL:

    Finanznachrichten, 25.02.2020
    Merz hält Geldpolitik der EZB für kritikwürdig

    Welt, 29.07.2019
    MERZ MEINT
    Zu hohe Steuern gefährden Deutschlands Wohlstand

    t-online, 11.01.2019
    Merz' Wirtschaftspläne: Weniger Steuern, mehr investieren

    Etwa die taz-Journalistin Ulrike Herrmann erklärt viele Zusammenhänge in der Wirtschaft richtig. Sie kennt sich vergleichsweise gut mit Wirtschaftsgeschichte aus.
    Von ihr gibt es zahlreiche YouTube-Videos wie etwa "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung – 05.03.18"

    Dann gibt es eben auch ihre zahlreichen taz-Beiträge wie:
    taz, 5. 11. 2020
    Aber auch die Modern Money Theory war wichtig, weil das Konzept einleuchtend erklärt, warum Staatsschulden im Kapitalismus meist gar kein Problem, sondern zwingend nötig sind.

    taz, 20. 11. 2020
    Der Kreisverband Münster ist bei den Grünen legendär, weil sich dort viele linke Vordenker sammeln.
    Die Idee: Die EZB soll immer dann eingreifen, wenn die Zinsen für einzelne Euroländer in unbezahlbare Höhen schießen, weil die Finanzanleger diese Staaten als unsicher einstufen.

    Trotz einer insgesamt guten Themenarbeit sagt auch Frau Herrmann es nicht hinreichend klar, dass Schuldgeld gar nicht funktionieren kann.

    Dann gibt es folgendes Video:
    Finanzkrise – Wann? Warum? Wie? Und was können wir tun? | Mit Finanzexperten Ernst Wolff

    Herr Wolff denkt in die richtige Richtung, wenn er sagt, dass der Staat etwa die Geldschöpfung kontrollieren müsste.
    Ob aber Geld überhaupt funktioniert, sei einmal dahingestellt.

    Jedenfalls kann es gar nicht funktionieren, dass wir im Schuldgeldsystem deshalb Geld haben, weil wir Schulden haben.

    Habe mich etwa vor einiger Zeit bei den Geldsystem-Piraten auf Facebook an der Diskussion beteiligt:
    Dort waren jedenfalls Gradido und Info-Money auf Skepsis gestoßen:

    Joachim Weiß, den es nicht mit diesem richtigen Namen gibt, schrieb dort:
    Herr Hörmann versteht zudem nicht, dass der Mensch nicht an das Kunstprodukt Geld („Infomoney") angepasst werden kann, sondern dass Geld an den Menschen angepasst werden muss

    Ich wage zu bezweifeln, dass Millionen Unternehmer nun freiwillig in OSBEEE einsteigen (kritische Masse ), zudem der Anreiz für viele viel zu gering ist, sich genossenschaftlich zu engagieren.
    ——————————–
    Meine Meinung:
    Unser heutiges Geld könnte man mit der Division durch Null vergleichen, weil es mit diesem immer mehr Schulden gibt, die niemand jemals zurückzahlen kann.

    Der "Segen des Egoismus" gemäß Adam Smith ist zwar wichtig, aber unser Geld produziert einfach nur immer schneller Ungleichheit und die Finanzwirtschaft entfernt sich auch immer schneller von der Realwirtschaft.

    Vor allem fällt auch das BMF mit einer völlig falschen Themenarbeit auf. Auf der Webseite desselben ist etwa von einer Überbrückungshilfe III bzw. von der Soli-Abschaffung die Rede.

  4. Sebastian Rübesamen sagt:

    Ich bin mir nicht sicher, ob sich da geopolitisch noch irgendwas verschiebt – die Puppenspieler im Schatten operieren doch eh schon global gegen die eigenen Völker und die Marionetten als Vorsteher der nur noch auf dem Papier stehenden Nationalstaaten arbeiten ihnen korrupt zu und verraten schamlos die Interessen derer, die ihnen einst zur Macht verholfen haben. Die neue Normalität ist nach der roten Pille kaum noch zu ertragen.

    • effess sagt:

      "Ich bin mir nicht sicher, ob sich da geopolitisch noch irgendwas verschiebt"

      was heisst "geopolitisch"?

      die Lebensrealitäten der einzelnen Regionen werden sich eben weiterhin massivst verändern – so hat China in seinem 5-Jahresplan neben der Technologieführerschaft auch auf Binnenkaufkraft gesetzt …
      Vermutl. wird China nun schrittweise aufhören, den USD zu stützen und die USA werden zunehmend verarmen.

      … und durch die Digitalisierung wird nun auch die Wissensarbeit zu einem globalisierten Gut – und die Wettbewerbsfähigkeit der Mehrzahl der "Wissensarbeiter" zunehmend maßgeblich von deren Lebenshaltungskosten abhängen.
      Leben vor Ort teuer -> Arbeitnehmer chancenlos.

      Die überlegene, KI-gestützte Zusammenarbeit im "Digital Workspace" ist doch nur noch eine Frage von Zeit – in spätestens zwei-drei Jahren werden sich einige kybernetische Kollaborationsplattformen etabliert haben, welche den Weltarbeitsmarkt unter sich aufteilen.
      Durch die hohe Wiederverwendbarkeit der Artefakte und Optimierungsverfahren bei der Selektion wird die remote-Zusammenarbeit der althergebrachten weit überlegen sein.

      Der Kaiser tritt an den Balkon und verkündet:
      "Ab heute kenne ich keine Nationen mehr – ab heute, da kenne ich nur noch Märkte"…

      … wobei "Märkte" schon zu grob granuliert ist – wir bekommen bald alles personenbezogen hin.

      … inklusive der Mainstreampropaganda, welche demnächst auf individuumgerechtes Framing und individuellen Content passend zu den gesetzten Kampagnen umstellen wird.
      (Palantir-Karp sitzt ja nicht zum Spass im AR von Springer…)

  5. sandra beimer sagt:

    Witziges REingeweidelesen, vorgetragen als Corona-Erzählung. Erinnert mich an den spöttischen Kommentar eines US-Politoboters Anfang 2020, dass manchen Länder halt besser mit einer Pandemie klarkommen als andere. Was auch immer die usa da inszeniert haben, China hat einen hervorragenden Konter quer über die Platte gespielt.

  6. Wildenfelser sagt:

    Was wir hier sehen, erscheint zugleich wie ein internationaler Intelligenztest, den China "hands down" gewonnen hat.
    Auf der anderen Seite auch wieder nicht, denn wenn der Westen die westlichen Gesellschaften nach dem Modell der Massentierhaltung umstellen will, dann ist es natürlich nötig, die Wirtschaft und den "Wohlstand" so weit wie möglich herunter zu fahren. Das ist dann eine dringliche Rettungsaktion für das kapitalistische Herrschaftssystem.

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