Lockdowns und Mittelstand: Kommt die Pleitewelle? | Von Christian Kreiß

Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

Wie geht es dem Mittelstand?

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform, die regelmäßig Umfragen im deutschen Mittelstand vornimmt, veröffentlichte am 20.4. ihre jüngsten Umfrageergebnisse: „Danach haben sich die Auftragslage und die Umsätze empfindlich verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex im Mittelstand rutschte auf den niedrigsten Stand seit 2009.“ Die Erwartungshaltung der Unternehmen habe sich gegenüber Frühjahr 2020 leicht verbessert, sei aber „noch meilenweit von den Werten der letzten Jahre entfernt“. Im Winterhalbjahr 2020/21 hätten 34,6 Prozent der Unternehmen einen Umsatzrückgang gemeldet, 2019 habe dieser Wert bei 17,3 Prozent, 2018 bei 15,2 Prozent gelegen. Die schlechteren Umsätze und Gewinne hätten zu einer „sinkenden Resilienz“ geführt, die Eigenkapitalquoten seien durch die Corona-Krise gesunken, „der Anteil der eigenkapitalschwachen Unternehmen (Eigenkapitalquote unter 10 Prozent) nahm […] von 27,4 auf 30,7 Prozent spürbar zu. (1)“

Das Kfw-ifo-Mittelstandbarometer April 2020, das am 10.5. veröffentlich wurde, kommt zu einem etwas besseren Ergebnis. Demnach „schlagen sich die mittelständischen Unternehmen wacker“. Die Geschäftserwartungen hätten sich verbessert und erreichten wieder den Stand von Ende 2018. Die reale Lage dagegen ist demnach noch immer sehr viel schlechter als in der Zeit vor den Lockdowns (2).

Beide Studien stimmen jedoch darin überein, dass der Mittelstand unter den Lockdowns gravierend gelitten hat und noch immer stark leidet. Das spiegelt sich bislang jedoch nicht in den Insolvenzzahlen wieder, denn von Frühjahr 2020 bis 30.4.2021 wurde das normale Insolvenzrecht ausgesetzt und damit viele Insolvenzen aufgeschoben. 2020 gab es ca. 16.000 Unternehmensinsolvenzen. Das war ein Rückgang gegenüber 2019, als es etwa 19.000 gab, um etwa 16 Prozent und der niedrigste Stand seit 20 Jahren (3). Wegen des Insolvenz-Staus gehen die meisten Prognosen nun von einem Anstieg der Insolvenzen auf gut 25.000 2021 aus (4), die Schätzungen liegen zwischen plus 6 und plus 50 Prozent (5). Es wird auch immer wieder die Frage gestellt, ob wegen des Nachholeffekts nun eine Pleitewelle auf uns zukommt.

Insolvenzen und Geschäftsaufgaben

Dabei muss man Geschäftsaufgabe und Insolvenz unterscheiden. Einen Insolvenzantrag stellen normalerweise nur größere Unternehmen mit Schulden, während kleine Unternehmen und Selbständige ohne Insolvenzanmeldung einfach ihr Geschäft schließen. Daher liegen die geschätzten Zahlen für sämtliche erwarteten Betriebsschließungen, also auch die von kleinen und selbständigen Unternehme(r)n, die ohne formalen Insolvenzantrag einfach ihre Tätigkeit aufgeben, um den Faktor 10 bis 30 höher. Nach einer zusammenfassenden Studie des DIW vom 28.12.2020 über umfragebasierte Prognosen, schätzte das ifo-Institut 2020, dass 750.000, also etwa ein Fünftel der deutschen Unternehmen existenzbedroht seien. Nach einer DIHK-Umfrage waren es ein Zehntel oder 350.000 Unternehmen und laut Creditreform gab es demnach bereits 2020 550.000 überschuldete Unternehmen, die zu „Zombieunternehmen“ werden könnten, 2021 sogar bis zu 800.000 (6).

Demnach wären also zwischen 10 und 20 Prozent aller (Klein-)Unternehmen in Deutschland in ihrer Existenz bedroht, also jedes zehnte oder gar jedes fünfte Unternehmen. Diese Zahlen stammen zum großen Teil noch aus der Zeit vor dem Beginn der zweiten Lockdown-Welle im November 2020. Die wirtschaftsschädigenden Auswirkungen des zweiten Lockdowns sind also in den Schätzungen noch nicht enthalten. Berücksichtigt man die Umsatzausfälle seit November 2020, dürften noch mehr kleine und Kleinstunternehmen von einer möglichen Geschäftsaufgabe betroffen sein.

Großkonzerne gewinnen zu Lasten der kleinen und mittleren Unternehmen

Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist die deutlich unterschiedliche Entwicklung zwischen Mittelständlern und Großkonzernen. Während das Geschäftsklima im Mittelstand von 2018 bis zu den Lockdowns im März 2020 erheblich besser war als das der Großunternehmen, ist es durch die Lockdowns genau umgedreht worden. Seit etwa Sommer 2020 ist die Wirtschaftslage der Konzerne erheblich besser als die der Mittelständler, geschweige denn als die der Kleinunternehmen und Selbständigen (7).

Die Lockdown-Politik schädigte und schädigt also deutlich überproportional stark kleine Unternehmen, Selbständige sowie den Mittelstand, während die Großkonzerne relativ gut durch den schlimmsten Wirtschaftsabsturz der Nachkriegszeit kamen. Viele Großunternehmen und vor allem ihre Eigentümer haben im Gegensatz zu den kleinen und mittelständischen Unternehmen durch die Lockdownkrise sogar in großem Umfang profitiert. Ein Blick auf die führenden Aktienindizes der Weltbörsen zeigt, in welchem Umfang die großen Konzerne und ihre Eigentümer an Wert gewonnen haben: Von 18.3.2020 bis 12.4.2021 erhöhte sich das Nettovermögen der US-amerikanischen Milliardäre um 1.616 Milliarden Dollar oder 55 Prozent. Gegenüber Februar 2020, vor den Lockdowns stieg das das Milliardärsvermögen in den 14 Monaten bis April 2021 um 1.360 Milliarden Dollar oder 42,5 Prozent (8).

Das ist meiner Einschätzung nach kein Zufall. Die Lockdown-Politik arbeitete von Anfang an – und tut dies noch immer – den großen finanzstarken Konzernen, die auf hohen Liquiditätspolstern sitzen und ihren dahinterstehenden, in Liquidität schwimmenden Eigentümern in die Hände. In Krisenzeiten kann man ökonomische Macht und Reichtum oft viel leichter und viel schneller erhöhen als in normalen Wachstumsphasen. Nicht etwa trotz Wirtschaftskrise und Niedergang vieler mittelständischer und kleiner Unternehmen können Großkonzerne ihre Gewinne und Vermögen erhöhen, sondern gerade weil viele kleine Konkurrenten geschwächt werden oder zugrunde gehen, sprudeln die Konzerngewinne umso kräftiger.

Das ist ein sehr lukratives Melksystem, bei dem die Politiker gerne und willig mitspielen. Denn die Einflussnahme der Großkonzerne auf die Politik ist ungleich stärker als die Lobby des Mittelstandes oder gar der Selbständigen. Allein die Drohung mit Arbeitsplatzabbau durch ein Großunternehmen lässt die Politiker schnell spuren. Die Politiker sind daher häufig willige Helfer der Konzerne. Immer weiter steigende Milliardenvermögen übersetzen sich über Lobbyismus, Partei- und Politik- “Spenden“ unmittelbar in politische Einflussnahme durch Menschen, die nie demokratisch gewählt wurden.

Kurz: Gerade durch den Niedergang der kleinen Konkurrenten steigen die Gewinne der Überlebenden besonders stark. Das gilt im Großen – Stichwort amazon steigt auf, weil der stationäre Einzelhandel zugrunde geht -, wie auch im Kleinen. Am 4.5.2021 lautete eine Überschrift in der konservativen Welt.de: „Corona-Folgen: Hotels stehen vor dem Ruin – und die großen Aufkäufer warten schon“ (9). Das klingt nach einem guten Deal für die Aufkäufer.

Ähnliches berichtete mir ein Münchner Gastronom von einem Treffen der Dehoga bereits 2020. Mehrere prominente, sehr finanzstarke Großgastronomen erzählten, dass die „paar Millionen Umsatzverlust“ kein großes Problem seien. Im Gegenteil: In der Lockdownkrise gingen zahlreiche kleine Konkurrenten pleite und man könne dann billig an deren „hübsche Standorte“ kommen und so mittelfristig den eigenen Marktanteil und die Gewinne erhöhen.

Wer hat Interesse an Krisen und Lockdowns?

Wir sollten uns von der irrigen Vorstellung lösen, dass alle am Wirtschaftsleben Beteiligten Interesse an Wohlstand, Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung haben. Oft ist das Gegenteil der Fall.

Jeder Tag Lockdown bedeutet für bestimmte Finanzinvestoren und einige Oligarchen wie Bezos, Gates, Musk, Zuckerberg, Brin, Page usw. Milliardengewinne. Jeder Tag Lockdown ist ein Segen für die großen Vermögen, denn dadurch werden viele Kleine in den Ruin getrieben und man kann billig ihre Marktanteile übernehmen. Wie kann man möglichst lange und möglichst harte Lockdowns am besten erreichen? Durch systematisches Schüren von Angst. Als Ex-Investmentbanker bestehen meiner Einschätzung nach große ökonomische Anreize von sehr mächtigen Einflussgruppen, so viel Angst vor Corona wie möglich zu schüren. Je mehr Angst, desto höher werden Gewinne, Einfluss und Macht der Großkonzerne bzw. deren Eigentümer. Da auch die allermeisten Medienunternehmen in der Hand von sehr wenigen, sehr einflussreichen und sehr reichen, häufig Milliardärs- oder Multimillionärsfamilien sind, besteht auch von dieser Seite her ein großer ökonomischer und Macht-Anreiz, einseitig angstbasiert statt ausgewogen über Corona zu berichten.

Was kommt? Ein Blick auf die ökonomischen Anreize

Kommt eine Pleitewelle? In welchem Umfang werden die Insolvenzen nachgeholt? Werden durch die verschleppten Zahlungsausfälle viele weitere Unternehmen mit bergab gerissen? Bleibt eine große Zahl von Selbständigen, kleinen und mittelständischen Unternehmen auf der Strecke? Dazu kommt: Wie, wann und in welchem Umfang werden die in den letzten Monaten und Jahren angehäuften Schulden- und Geldberge auf ein tragbares Ausmaß reduziert werden? (10)

Um darauf eine Antwort zu finden, kann man nach den ökonomischen Anreizen der beteiligten Player fragen. Aus Sicht von Multimilliardären, Konzernen und großen Hedgefonds mit sehr hohen Finanzpolstern ist ein milder und möglichst sozialverträglicher Verlauf einer Bereinigungskrise weniger günstig als ein schlimmer. Je schlimmer Absturz, Pleiten, Arbeitslosigkeit und Elend, desto besser für die großen Player. Ich habe mit Blick auf die Anreizstrukturen bei einigen, auch politisch sehr einflussreichen Akteuren die Sorge, dass die kommende Schulden- und Geldbereinigungskrise nicht wirklich glimpflich ablaufen könnte.

Zum Autor:
Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor an der Hochschule Aalen für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Autor von sieben Büchern: Gekaufte Wissenschaft (2020); Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft (2019); BWL Blenden Wuchern Lamentieren (2019, zusammen mit Heinz Siebenbrock); Werbung nein danke (2016); Gekaufte Forschung (2015); Geplanter Verschleiß (2014); Profitwahn (2013). Drei Einladungen in den Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte (Grüne, Linke, SPD), Gewerkschaftsmitglied bei ver.di, Mitglied bei Christen für gerechte Wirtschaftsordnung. Zahlreiche Fernseh-, Rundfunk- und Zeitschriften-Interviews, öffentliche Vorträge und Veröffentlichungen.

Homepage: www.menschengerechtewirtschaft.de

Quellen:

  1. https://www.creditreform.de/herford/aktuelles-wissen/pressemeldungen-fachbeitraege/news-details/show/wirtschaftslage-und-finanzierung-im-mittelstand-fruehjahr-2021
  2. https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-ifo-Mittelstandsbarometer/2021/KfW-ifo-Mittelstandsbarometer_2021-04.pdf
  3. https://www.crifbuergel.de/pr-events/pressemitteilungen/2021/march/19/deutlicher-rueckgang-der-firmeninsolvenzen-im-corona-krisenjahr-2020-16500-zusaetzliche-insolvenzen-moeglich/
  4. https://www.springerprofessional.de/corona-krise/risikomanagement/2020-wird-das-jahr-der-pleiten/17985496 und https://www.tagesschau.de/wirtschaft/droht-jetzt-die-grosse-pleitewelle-101.html
  5. https://www.unternehmeredition.de/corona/droht-eine-insolvenzwelle/
  6. https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Kurzberichte/PDF/2020/IW-Kurzbericht_2020_Zombiefizierung.pdf
  7. https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-ifo-Mittelstandsbarometer/2021/KfW-ifo-Mittelstandsbarometer_2021-04.pdf
  8. https://americansfortaxfairness.org/wp-content/uploads/2021-04-15-13-Month-31-Year-Report-copy.pdf
  9. https://www.welt.de/wirtschaft/plus230829125/Dorint-Centro-Co-Deutschlands-Hotels-stehen-vor-dem-Ausverkauf.html?sc_src=email_590377&sc_lid=47928323&sc_uid=4he651ORbJ&sc_llid=23458&sc_cid=590377&cid=email.crm.redaktion.newsletter.was_die_welt_bewegt
  10. https://www.rubikon.news/artikel/der-verschuldete-planet

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Danke an den Autoren für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:    ©KenFM21

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10 Kommentare zu: “Lockdowns und Mittelstand: Kommt die Pleitewelle? | Von Christian Kreiß

  1. Ralf Becker sagt:

    Der Fehler bei unserem Geld ist völlig simpel. Beim Hochschulstudium wurde es in der Vergangenheit nie gesagt, dass (Fiat-) Geld etwas Ähnliches wie ein Schuldschein ist.
    Auch heute wird es an Hochschulen meistens noch angenommen, dass Geld eine Art Wertgutschein ist. Insofern müsste es doch sinnvoll sein, etwa für das mit Geld "bewertete" Betriebsvermögen insofern Bilanzen aufzustellen.

    Es gibt bei unserem Geld aber auch keine Schnittstelle zwischen Real- und Finanzwirtschaft. Wir haben vielmehr deshalb Geld, weil es Schulden gibt.
    Von daher müssten wir es eigentlich komisch finden, dass es im Fach BWL immer noch gelehrt wird, wie man Bilanzen aufstellt, weil Geld auch ohnehin nicht die Realwirtschaft abbilden kann.

    Ähnlich war es in der Vergangenheit an Hochschulen nicht bekannt, dass Banken Geld aus dem Nichts verleihen.

    vgl. hierzu: inflationsschutzbrief-de
    GELDSCHÖPFUNG: PROF. RICHARD WERNER WIDERLEGT MAINSTREAM-THEORIEN

    Jedenfalls haben wir ein Geldwesen, wo die öffentlichen Haushalte ständig Steuergelder verschwenden, weil sie dann immer wieder einen Grund haben, sich Geld von den Banken zu "leihen", die das Geld aus dem Nichts schöpfen.
    Wenn die Wirtschaft dann schwächelt, dann machen die öffentlichen Haushalte viel zu oft völlig sinnlose "Schulden" und die Banken haben das benötigte Geld durchaus stets "vorrätig", was bei ihrem Geldschöpfungsprivileg auch nicht anders der Fall sein kann. Und ganz nebenbei ist man als Land auch noch sehr "wettbewerbsfähig", wenn man Personen mit wenig Geld für einen mit der Zeit immer absurderen Bruchteil einer immer schneller größer werdenden volkswirtschaftlichen Geldmenge "arbeiten" lässt.

    Etwa Bayern Ministerpräsident hat es erkannt, worauf es ankommt und daher darf er "regieren".

    presseportal, 04.03.2008
    Söder warnt vor Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit durch Streiks

    Da findet es etwa auch Siggi Gabriel in keiner Weise komisch, dass die SPD (trotz des Interessenkonflikts als Medienkonzern) stets die guten Wahlergebnisse kassiert.
    Wer sich als Politiker nicht für die SPD entschieden hat, müsse doch für sein eigenes Leben eine falsche Weichenstellung gewählt haben.

    Spiegel, 22.09.2014
    Gabriel stellt Trittins Buch vor
    "Der kann alles"
    Da lacht der SPD-Chef: "Er hat sich ja leider einst für die Grünen entschieden und nicht für die Sozialdemokraten – sonst wäre natürlich auch das möglich für ihn."

    Aber wie demokratisch ist eigentlich die SPD?

    vgl. Welt, 22.12.2002
    Wer in der SPD die Fäden zieht

    Ein kleiner Kreis der Alteingesessenen zieht also bei der SPD die Fäden. Dann hat etwa Frau Esken zwar kein Regierungsamt, aber sie kassiert immerhin 25.000 EUR pro Monat.

    Die SPD gewinnt ihre Wahlen aber auch nicht so sehr mit Inhalten. Vielmehr kann sie sich eine geeignete Bürgerpolitik auch gar nicht leisten, weil sie schließlich gleichzeitig ein Medienkonzern ist.

    Spiegel, 12.06.2013
    Millionenaufwand: SPD gönnt sich größtes Wahlkampf-Budget

    Trotzdem sehen die Redakteure der SPD-Medien durchaus keinen Interessenkonflikt darin, dass die SPD nebenbei dermaßen viele Medien besitzt. Wer dann aber als Bürger eine abweichende Meinung hat, oder etwa gegen die Kreditvergaben der Banken "aus dem Nichts" Widerstand leisten möchte, der kann dann eben zusehen, wie er dies dann öffentlich macht. Die SPD-Medien werden diese nicht-konforme Meinung vermutlich viel zu oft eben gerade nicht veröffentlichen und sogar als "Verschwörungstheoretiker" brandmarken.

    Damit die Banken dann auch weiterhin fleißig Geld aus dem Nichts verleihen dürfen, bekommt dann etwa Peer Steinbrück seinen Posten bei der IngDiba oder etwa Siggi Gabriel erhält seine verantwortliche Tätigkeit bei der Deutschen Bank.
    Schließlich soll doch erst gar nicht der Eindruck entstehen, dass man sich als Bank irgendwelche Politiker "gekauft" hätte.

    Während Siggi Gabriel sich selbst doch sinnvollerweise üppigste Vergütungen gönnt, weiß er es gleichzeitig sehr wohl, dass derjenige, der nicht arbeitet, insofern auch nicht essen muss.

    Welt, 21.11.2018
    Gabriel widerspricht Nahles – SPD darf keine „Hartz-IV-Partei“ werden

    Dann schrieb etwa Clemens Schneider bei Prometheusinstitut-de
    "DENKMAL FÜR BIONTECH-GRÜNDER VOR KANZLERAMT:", 7. MAI 2021
    Zitat:
    Der Vizekanzler (Olaf Scholz) geißelt die Annahme, dass der Markt Probleme lösen könne, als Irrglauben.
    Dabei verdanken wir die wichtigsten Auswege aus der Krise gerade unternehmerischen Akteuren:

    Hierzu:
    Die heutige KenFM-Überschrift

    Bill Gates about Vaccines: “The Best Investment I’ve ever made”…

    sieht in dem Engagement von Herrn Gates – anders als Clemens Schneider – doch nicht dermaßen viel Uneigennützigkeit.

    Clemens Schneider hingegen, katholischer Theologie und Stipendiat der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, preist stattdessen die Segnungen des Marktes, bei dem aber die öffentlichen Haushalte mit ihren vielen Schulden ohne jedes Limit bei den Banken mit ihrem Geldverleih aus dem Nichts kilometerhohe Pro-Kopf-Staatsschulden auftürmen, die sie aber vor allem auch später nie wieder abbauen können. Man lässt also Personen "ohne Geld" völlig offensichtlich arbeiten, weil man dann schließlich auch als Land immer "wettbewerbsfähiger" wird.

    Sobald ich also als Politiker hinreichend systemkonform bin, kann ich also auch Spitzenämter bekleiden und werde sogar zu den ARD/ ZDF Talkshows vorgelassen.

    Ähnlich hat dann Armin Laschet wieder eine sehr "konzernfreundliche" Themenarbeit im Angebot und
    er ist damit fast schon unser nächster Kanzler:

    t-online (im Besitz von Ströer), 23.04.2021
    "Wir haben immer gesagt, wir brauchen eine längere Lebensarbeitszeit, wenn wir alle älter werden", sagte Laschet.

    Was aber wäre ein Bankenbetrug mit "Geldverleih aus dem Nichts" wert, wenn Hochschulprofessoren diesen bemerken würden?

    wirtschaftsdienst-eu
    101. Jahrgang, 2021
    Reform der EU-Fiskalregeln nach Corona wichtiger denn je
    Von Achim Truger

    Mir kommt es jedenfalls so vor, als würde der Wirtschaftsweise Prof. A. Truger anstatt den Geldverleih der Banken aus dem Nichts zu benennen, stattdessen auf völlig absurde Weise (nur) die EU-Fiskalregeln reformieren wollen.

    Und was man bei Lobbypedia über den Sachvertändigenrat so liest…
    Der Sachverständigenrat hat die Politik aufgefordert, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. „Flexiblere Arbeitszeiten sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen“, sagte der Vorsitzende Christoph M. Schmidt der WELT AM SONNTAG.

    Also fordert dieses sonderbare Wirtschaftsgremium zwar den gesetzlichen Mindestlohn, die Reform der Ökostromförderung oder etwa die Mietpreisbremse, aber der Geldverleih der Banken aus dem Nichts bleibt unerwähnt.

    Obwohl aber die Inhalte des heutigen Hochschulstudiums verkehrter kaum sein könnten, kann man doch gemäß der Stellenausschreibungen für den öffentlichen Dienst nur dann wichtige Staatsämter besetzen, wenn man die weiterhin durchaus grausam falschen Studieninhalte möglichst auch noch mit der Note "sehr gut" auswendig gelernt hat.

    Irgendwo wird zwar sehr erheblich darauf geachtet, dass nur Bewerber mit entsprechenden Schulnoten die öffentlichen Ämter bekleiden, aber komischerweise ist nicht jeder Bürger mit unserem politischen Spitzenpersonal dermaßen zufrieden. Wie kann das eigentlich sein?

    Focus, 09.04.2019
    Gastbeitrag von Marc Friedrich und Matthias Wei
    Wirtschaftsminister ohne Kompetenz: Wie das Peter-Prinzip Deutschland ruiniert

    Ab einem gewissen Level des Nichtverstehens unseres Geldes hat man dann also auch gewisse Chancen zu den unzähligen Talkrunden, etwa bei Anne Will, eingeladen zu werden.

    Bayernkurier, 13.06.2015
    Markus Söder verlautbart:
    „Wir sind der Anwalt der Fleißigen“

    In Wirklichkeit hat die Kanzlerin aber Mario Draghi sogar verteidigt und für seine beispiellose Umverteilung von "fleißig nach reich" bekam er von Frank-Walter Steinmeier sogar eine Auszeichnung.

    Da hatte Helmut Kohl seine vielen schwarzen Kassen geführt und hohe Geldbeträge wurden von Waffenhändler Karlheinz Schreiber an Wolfgang Schäuble anonym weitergereicht.

    Auf fragwürdigste Weise machen etwa die CDU- oder AfD-Bundestagskandidaten zudem mit gekaufter Facebook-Werbung auf sich aufmerksam. Diskussionen um Inhalte gibt es auch nicht. Da sollte es wenig verwundern, dass völlig absurde Themenarbeiten wie etwa das Märchen vom "Stabilitäts- und Wachstumspakt", "Austerität statt Deficit Spending" und ähnlich dabei herauskommen.

  2. How-Lennon sagt:

    "Je schlimmer Absturz, Pleiten, Arbeitslosigkeit und Elend, desto besser für die großen Player."

    Sollen die paar Monopolisten/Oberschicht wirklich so unterirdisch blöd sein?
    Wenn sich die Massen nichts mehr leisten können, ist doch wohl klar, dass dann auch ganz schnell die Spitze der Pyramide kollabiert – und alles verliert.

    Auf der anderen Seite: Geld verdirbt vielleicht nicht nur den Charakter, sondern macht auch blind.

    • Nomaske sagt:

      Die Spitze, über die diesbezüglich zu reden wäre, ist so überschaubar, die kommen durch.
      Da reden wir nicht von Millionen. Es sind vielleicht eher ein paar tausend.

      Und ob da ein Stricher wie Sorros oder Gates dazugehören, das bezweifle ich eindeutig. Die werden dann auch fallen gelassen.

      Der inner circle kommt durch.

      Und ich wage mal die These, dass wir alle hier keinen Blassen haben, wer das ist!

      Die Namen, die hier so herumgereicht werden, sind uns doch auf dem Silbertablett als Ablenkung feilgeboten worden.

      Wozu? Damit die hinter dem Vorhang ihre Ruhe haben.

      Und dazu gehören Konzernlenker, Diktatoren, kommunistische Bewegungen.

  3. Melezy Przikap sagt:

    Stefan Wehmeier: "Die elementare Logik der Endzeit":

    "Den Geldkreislauf aufrechterhalten ist das Wichtigste, alles andere ist dem untergeordnet. Wenn also die atomare Abschreckung den dritten Weltkrieg als Vater aller weiteren Dinge – d. h. zur umfassenden Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß anzuheben und damit das Zinsgeld wieder in Umlauf zu bringen – verbietet, beginnt ab dem Zeitpunkt, wo der dritte Weltkrieg ohne atomare Abschreckung fällig gewesen wäre (1968), die Endzeit mit Keynesianismus bis zum Exitus, denn es darf nicht mehr zu einer deflationären Abwärtsspirale kommen, aus der die Menschheit ohne Verstand nur mit dem verbotenen dritten Weltkrieg wieder herauskäme. Ist vor Ende der Endzeit der Keynesianismus ausgereizt, kann die letzte Heldentat der "hohen Politik" nur ein Lockdown sein, als Deflations-Notbremse bis zum finalen Crash."

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2021/05/die-elementare-logik-der-endzeit.html

  4. wasserader sagt:

    Die Machtübernahme der Globalisten,
    die NWO, der GreatReset
    laufen über kulturelle und soziale und finanzielle Enteignung der Indigenen Völker/Nationen und deren Wirtschaftsleistung .
    Die Enteignung findet über die Gesetzgebung von globalistischen Vereinen wie der EU statt ,
    über Gelddruckmaschinen globalistischer Vereine wie der EZB
    die als Gegenwert für ihre gigantische Gelddruckerei, die globalistischen Interessen zuspielt,
    das Vermögen des regionalen Mittelstandes und das über Generationen erarbeitete Vermögen indigener Gesellschaften
    in Haft nimmt und die Menschen allgemein über Generationen in Schuldhaft nimmt .

  5. P.Nibel sagt:

    Schade – kann sie nicht!

  6. P.Nibel sagt:

    Ich wollte schon lange mal wissen, ob die Software diesen Smiley kann:
    *<:D

  7. Scarlett Debord sagt:

    Wenn man brutal viel Geld druckt, muss auch jemand hinterher in der Scheiße stecken (Schuldner generieren), sonst hat man Inflation.

    Die Pleitewelle ist keine Nebeneffekt, sondern das Ziel.

    • PeterLau sagt:

      "Man brutal viel Geld druckt" – meinen Sie, die EZB schöpft EUR Aktiva für die EU-Staaten?
      Falls Sie das damit meinen, ist ihre Aussage mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zutreffend. Historisch kenne ich kein Land, dem es bisher so ergangen ist bisher.
      Anders verhält es sich, wenn die Zentralbank über Privatbanken Aktiva beschafft. Anders verhält es sich, wenn die Zentralbank Aktiva über Fremdwährungskredite beschafft.
      Die Aussagen zum Gläubiger/Schuldner Verhältnis beziehen sich also nur auf einen Staat mit eigener Zentralbank, und wahrscheinlich nur wenn die Wirtschaft dieses Landes in der Import/Exportbilanz ausgeglichen ist.

    • Scarlett Debord sagt:

      Wenn die EU-Staaten eine Schuldenunion ablehnen, druckt man Geld und macht Lockdown.

      Ist das selbe, nur das die Leute nicht gefragt werden, dessen Regierungen das alles für eine gute Idee halten und durchsetzen.

      Wer Schulden hat ist niemals frei.

      Wenn es darum geht Menschen zu versklaven ist das hintreiben in die Schuldefalle das komfortabelste Mittel um die Leute auf die Knie zu zwingen.

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