Love is what we are here for

Gedicht von Bernhard Trautvetter.

 

Love is what we are here for

Wenn sich Herzlosigkeit weiter Realpolitik nennt
und Militarismus Verteidigung, Sicherheit und Wehrtechnik
die Hilflosigkeit der Atomtechniker weiter Endlagersuche
oder Kapitalismus heißt weiter Soziale Marktwirtschaft
Verantwortliche von Massenentlassungen Arbeitgeber
Fliehende als Asylanten ihrer Würde beraubt
Bombenangriff Luftschlag, vielleicht noch chirurgisch
Schlachtfeld nennen Militärs Theater
und Bewaffnung ist für sie Orchestration
Klimakatastrophe heißen sie Wandel
der Mensch sei sich selbst ein Wolf
Egoismus bringt über die unsichtbare Hand des Marktes Wohlstand für alle
dann gibt es noch Kollateralschäden und friendly fire
Geldwäsche, Weiße Kragen Kriminalität
Freisetzung von Arbeitskräften
Krisen als Konjunkturflaute und Minuswachstum
Waffenbesitz ist Freiheit im Land des amerikanischen Traums
in dem jeder vom Tellerwäscher zum Milliardär werden kann
sonst ist man selber schuld
Ungerechtigkeit ist ein Kampfbegriff der Kommunisten
Opposition, das sind doch alles Terroristen
Die Gesellschaft ist nun einmal so…
Wenn das alles nach alledem immer noch so weiter geht,
wenn wir nicht aufwachen,
das Eis brechen, den Dammbruch Richtung Leben
das schleichende Gift derjenigen, die nicht einmal sich selbst ernst nehmen
nicht mehr schlucken, uns aufbäumen
geschwisterlich wie ein Wald
Wir sind für die Liebe am Leben
die Liebe kennt keinen Betrug
sie kennt die Zukunft der Fruchtbarkeit
Ich liebe Dich heißt ich will alt werden mit Dir
Wenn wir das endlich leben
dann hat das Leben
vielleicht
eine Chance
am Rande
dem Abgrund
zu entkommen
in eine Welt,
für die die Liebe
uns schuf
Der Traum vom wahren Leben
will das Leben mit Leben füllen
hoffe ich

 

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

 

14 Kommentare zu: “Love is what we are here for

  1. Lieber Hofnarr,
    Sie regen mich zu einem Gedicht an:
    NIEMAND SONST
    Gleichgültigkeit gegenüber den Lebenden war schuld
    Eichmann war schuld
    Abwälzung von Schuld war schuld
    George W. war schuld
    Gnadenlosigkeit war Schuld
    Truman war schuld
    Hände in Unschuld
    Pilatus war schuld
    Hass, Blindheit, Kälte und Flucht
    Ich bin verantwortlich,
    niemand sonst, Mutter!

  2. Liebe MitLesende,
    liebe/r Veganislove,
    eine Beschränkung von Liebe auf Fürsorge alleine für unsere Spezies kann es nicht geben, denn die Liebe gibt es nur umfassend, wie es Albert Schweitzer mit seiner Ehrfurcht vor dem Leben meinte.
    Sie bäumt sich in der Tat gegen das Morden und Kränken auf. Aber das geht m.E. nicht mit Hass. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit. Es ist der Liebe nicht gleichgültig, was mit dem Leben geschieht. Aber das heißt auch, dass die Liebe ein Gespür hat auch für die Seele derer, die Angst vor ihren verdrängten Fragen haben, die die Einsamkeit ihrer Kälte nicht wahrhaben wollen, sondern sie als Ausdruck von Reife kultivieren. Das Gefühl für die Seele hält auch bei ihnen eine Öffnung zum Leben für möglich. Ihre Taten lehne ich ab, nicht ihre Seele, die im Kerker kauert, weil diese Menschen innerlich frieren, auch wenn sie das nicht durchkommen lassen.

  3. Ich finde Hass auch wichtig. Hier ein Gedicht aus der historischen Arbeiterbewegung:

    Georg Herwegh
    Das Lied vom Hasse
    1841

    „Wohlauf, wohlauf, über Berg und Fluß

    Dein Morgenrot entgegen,

    Dem treuen Weib den letzten Kuß,

    Und dann zum treuen Degen!

    Bis unsre Hand in Asche stiebt,

    Soll sie vom Schwert nicht lassen;

    Wir haben lang genug geliebt

    Und wollen endlich hassen!

    Die Liebe kann uns helfen nicht,

    Die Liebe nicht erretten;

    Halt du, o Haß, dein Jüngst Gericht,

    Brich du, o Haß, die Ketten!

    Und wo es noch Tyrannen gibt,

    Die laßt uns keck erfassen;

    Wir haben lang genug geliebt

    Und wollen endlich hassen!

    Wer noch ein Herz besitzt, dem soll’s

    Im Hasse nur sich rühren;

    Allüberall ist dürres Holz,

    Um unsre Glut zu schüren.

    Die ihr der Freiheit noch verbliebt,

    Singt durch die deutschen Straßen:

    »Ihr habet lang genug geliebt,

    O lernet endlich hassen!«

    Bekämpfet sie ohn Unterlaß,

    Die Tyrannei auf Erden,

    Und heiliger wird unser Haß

    Als unsre Liebe werden.

    Bis unsre Hand in Asche stiebt,

    Soll sie vom Schwert nicht lassen;

    Wir haben lang genug geliebt

    Und wollen endlich hassen!“

    • ist schon manchmal echt Comedy hier …der eine philosophiert über „Liebe“, da kommt der Nächste schon mit „Hass“ um die Ecke.

      und Synthese? Mutige voran.

  4. Lieber Bernhard Trautvetter! Der schöne Titel hat mich hierher geführt! LOVE IS WHAT WE ARE HERE FOR! Wie wahr!
    Doch mir genügt die Beschränkung unserer Liebe und Fürsorge allein auf unsere Spezies schon lange nicht mehr! Der spirituelle Lehrer Yoganandas schreibt in seinem einzigen anspruchsvollen und lesenswerten Büchlein „Die Heilige Wissenschaft“ u.a. folgendes: „Alle Lebewesen der Schöpfung, vom höchsten bis zum niedrigsten, sind sichtlich bestrebt, drei Zustände zu verwirklichen: Dasein, Bewusstsein und Glückseligkeit.“

    Und die lebende Fürsorge für ALLE Wesen kommt umfassend zum Ausdruck in diesem buddhistischen Gebet:

    Mögen alle Wesen glücklich sein
    und Frieden finden.
    Was es auch an lebenden Wesen gibt,
    Ob groß oder klein,
    Ob sichtbar oder unsichtbar,
    Ob fern oder nah,
    Ob geworden oder werdend-
    Mögen sie alle glücklich sein!

    • Schönes Gebet.

      Ich will da auch nichts kaputt machen.

      Aber – so denke ich, die Natur ist weder gut noch böse.
      Sie ist die Natur. Alle müssen sich ihr unterordnen.
      Wer es nicht macht oder nicht kann, geht zu Grunde.
      Es gab schon viele Lebewesen in der Erdgeschichte, die auch ohne Zutun des Menschen verschwunden sind.
      Waren die Lebewesen nicht mehr bestrebt die drei Zustände zu verwirklichen oder hat der Schöpfer es sich anders überlegt?

    • @schwarz ist weiß: Was Sie schreiben, hat mit dem, was ich schrieb aus meiner Sicht gar nichts zu tun, wenn es denn überhaupt irgendeinen übergeordneten Sinn haben sollte. Ich weiß das nicht, vielleicht können Sie näher erklären, was Sie eigentlich damit sagen wollten. Sie schreiben, die Natur sei weder gut noch böse. Habe ich etwas gegenteiliges behauptet? Und aus welchen Gründen hier auf dem Planeten welche Lebewesen ausgestorben sind, weiß zumindest ich nicht explizit zu sagen. Aber warum heute ständig alle möglichen Tierarten aussterben, das wissen wir. Wir wissen, dass die meisten Tierarten dadurch aussterben, dass wir Menschen in unserer Lebensweise einen Weg eingeschlagen haben, der letztendlich zum Aussterben des gesamten empfindsamen Lebens und womöglich zum Geozid führen muss, wenn das nicht aufhört. Dieser Weg ist nicht der Weg der allumfassenden Liebe, sondern der Weg der allumfassenden Lebensverachtung.
      Und wer mordet, der hat nicht das Gesetz des empfindsamen Lebens aufgehoben, das alle Lebewesen nach diesen drei oben genannten Zuständen streben lässt, sondern er hat diese Lebensformen „nur“ vernichtet.
      Was wollen Sie also eigentlich sagen? Dass die Menschheit keine Verantwortung übernehmen braucht für das Leben auf diesem Planeten? Dass sie keine Schuld an dieser Vernichtung trage ? Meinen Sie das?

    • @Veganislove:
      wie soll ich es sagen?
      Die Schöpfung ist für mich auf der Erde die Natur. Ich bin nicht religiös.
      Die Natur hat das Leben hervorgebracht.
      Ein Gebet ist für mich eine Bitte , ein Wunsch.
      Nach meinem Verständnis ist es naiv, sich von der Natur (mein Gott) etwas zu wünschen.

      Die Menscheit hat sehr wohl etwas mit der Vernichtung und Ausbeutung der Natur und damit auch vieler Lebewesen zu tun – und ist dafür verantwortlich.
      Es geht viel unwiederbringlich verloren.
      Viele Menschen sind darüber nicht glücklich!
      Andere verdrängen es, um nicht unglücklich zu sein.

      Der Natur ist es, so glaub ich, egal.

    • Sie glauben, „der Natur“ sei es „egal“, wie mit ihr umgegangen wird? Ich bin auch nicht „religiös“ im konservativen Sinn. Bin noch nicht einmal getauft, gehöre keiner Sekte an, habe keinen „Guru“. Für dies alles liebe ich viel zu sehr meine innere Freiheit und Unabhängigkeit. Aber ich sehe die Natur als etwas beseeltes an und nicht als etwas, der auch nur irgendetwas gleichgültig sein kann. Gleichgültigkeit ist ja sowieso ein relativer Begriff. In Wirklichkeit gibt es sie nicht, außer in der Theorie, zum Beispiel in der Mathematik.
      Ich liebe das gesamte Leben, nicht allein das menschliche. Das wollte ich nur ausdrücken. Und alles Leben ist für mich beseelt.

    • „Sie glauben, „der Natur“ sei es „egal“, wie mit ihr umgegangen wird?“

      Der Natur geht es nur um den Energieerhaltungssatz.

      Uns, als Mensch, kann es aber nicht egal sein. Wir wollen ja leben.
      Wir sollten alles tun, dass wir unsere Lebensgrundlagen nicht kaputt machen.

  5. @bernhardtrautvetter

    folgende Dinge schossen mir durch den Kopf:

    Demokratie statt Hospitalismus!

    und das Wort Liebe taucht immer wieder als Silbe in unseren Gesetzen auf…. zum Beispiel im Wort: Kriegshinterbliebene aber leider nie in dem wunderbaren Kontext ihres Gedichtes.

    Und ich möchte noch kurz ein eigenes Gedicht zum Besten geben…

    Mutti Merkel

    Unsere Mutter hört unser Schreien nicht,
    sie ist auf beiden Augen blind.
    Die anderen Mieter schauen weg
    Es fällt nicht auf, wenn ein Kind fehlt.
    Durch die Tür dringt Gestank,
    der Tod braucht eine Atemmaske.
    Meine Geschwister verwest oder krank,
    niemand stört sich an unseren Tränen.
    Mutter wir flehen dich an,
    bitte schenk uns deine Liebe.
    Oder willst du das auch ich
    irgendwann bei deinem Herz
    in der Eistruhe liege?
    Schick bitte all die Fremden fort,
    die uns schlagen und noch mehr.
    Sei bitte wieder ein Licht,
    lass unsere Augen nicht hoffnungsleer.
    Riechst du nicht den Gestank
    der sich ausbreitet?
    Wie lang willst du so tun
    als ob keiner von uns leidet?
    Es tut uns leid doch du zwingst uns
    in unserer Angst und Verzweiflung
    Jeder Messerstich ein Weg aus unserem
    Untergang.
    Mutter es tut uns leid
    doch wir waren dir egal.
    Wir weinten schon so lang
    das Leben mit dir war eine Qual.

    Es entstand 2010

    Ich frühe mich sehr über Kritik (aller Leser)!

    MfG

    Hofnarr

    • Ich finde, dass Merkel hier extrem überbewertet wird. Merkel war nie mütterlich und wird es wohl in diesem Leben auch nicht mehr werden. Sie ist für die entsprechenden Mächte(immer) -niemals für uns- ein williges Mädchen(gewesen). Warum sie das alles tut, was sie tut, wird mir persönlich wohl immer ein Rätsel bleiben insofern, als ich es gefühlsmäßig in keiner Weise nachvollziehen kann.

    • Rio Reiser hat groß und tief empfunden! Er war ein echter Shambhalla-Krieger! (siehe bei „Das Mahnwesen“ von Dirk c. Fleck).

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