M-PATHIE – Zu Gast heute: Christiane Borowy – Konfliktlösungen

Christiane Borowy ist Diplom-Soziologin, Körperpsychotherapeutin, Coach, Sängerin und sie schreibt regelmäßig für das Internet-Magazin Rubikon. Als Konfliktlösungsexpertin versucht sie, das Spannungsverhältnis des Individuums und der Gesellschaft in Balance zu bringen.

Ein schwieriges Unterfangen, wie sie selbst sagt. In ihrem borowita-Institut bietet Christiane Borowy Gestaltungsseminare mit dem Schwerpunkt „Konfliktlösung“ an.

Kann man alle Konflikte lösen? Nein, sagt Christiane Borowy, man kann aber einen besseren Umgang mit diesem Konflikt erarbeiten. Ganz besonders in den Meinungen oder Weltbildern der Menschen oder Gruppen kann man Lösungen im Sinne eines feindlosen Umgangs miteinander lernen.

Konflikte zu lösen und Frieden zu finden, ist nichts für Weicheier. Dazu braucht es Mut, sich selbst anzugucken, weg von der eigenen Haltung zu gehen. Konflikt ist das, was die anderen haben, sagt sie. Ist immer der andere doof? Natürlich nicht.

In der Konfliktarbeit geht es auch nicht um den anderen. Es geht um meine, also die eigenen Anteile, um mein Wachstum. Denn eine Konfliktlösung zwingt mich zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit mir und den anderen. Wer bei sich bleibt und bei sich schaut, der kann Veränderungen herbeiführen. Zu Beginn rührt das auch immer an der eigenen Substanz und ist unbequem. Daher projizieren viele ihre Anteile am Konflikt in die Außenwelt oder auf einen anderen Menschen. Das sehen wir überall um uns herum. Es ist immer der andere, der schuld ist, der doof ist, der nichts kapiert.

Christiane Borowy geht in diesem Gespräch auch auf das wohl interessanteste Konfliktmodell des österreichischen Professors Friedrich Glasl ein, der in der Friedensbewegung relativ unbekannt ist. Sein Modell erklärt die Konfliktgenese in neun Konfliktstufen, die in ihrer Nichtbeachtung Verhärtungen der Weltbilder erzeugen und zu Feindschaften führen. Christiane Borowy arbeitet in ihren Seminaren auch mit dem Nichtkampf-Prinzip, bei dem die Körper der Konfliktparteien auf räumliche Distanz gehen.

Dadurch wird das Prinzip der Unversehrtheit der Teilnehmer gewahrt, was das Entscheidendste bei der Konfliktlösung ist. Das durchbricht sofort alles, sagt Christiane Borowy.

Weitere Informationen zu den Seminaren findet Ihr hier: www.borowita.de

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21 Kommentare zu: “M-PATHIE – Zu Gast heute: Christiane Borowy – Konfliktlösungen

  1. Ich freue mich sehr, KenFm – bzw. speziell dieses Interview – wieder einmal ausdrücklich loben zu können! – Sehr gutes Interview mit einer ausgesprochen (lebens)-klugen, sehr erfrischenden und auch humorvollen Frau, bei der man sehr viel über KLUGE UND MITFÜHLENDE ALLTAGSPOLITIK lernen kann! – Den Hardcore-Politfreaks, die ausschließlich an politischer Ideologie/Theorie, „harten Fakten“ und Konfrontation interessiert sind, möchte ich doch einmal nahe legen, sich etwas genauer zu besinnen, ob nichts so Einiges was diese Frau sagt, gerade auch für sie und ihr Ansinnen VON ENTSCHEIDENDER BEDEUTUNG IST!

  2. Danke für diese Einsichten in Frau Borowys Arbeitsweise und Charaktereigenschaften.
    Nur ein Bild-Ton-Medium kann ihre Mimik und ihren selbstironischen Humor rüber-
    bringen. Ihre spezielle Offenheit (z.B. ist mir auch schon passiert) würde in Texten womöglich unecht wirken.
    Kein großer Freund von öffentlichen Seeleneinblicken (ganz anders bei allgemeinen Aussagen über die menschliche Seele), hat mich gerade diese Offenheit überzeugt.
    (Eine Offenheit die mich in anderen Fällen/Situationen abgestoßen hätte).
    Das zum Vorschein gekommene Verhältnis von Selbstkritik – Selbstlob kommt
    bei mir als ‚gerade richtig‘ an.
    Die Anwesenheit einer solchen Expertin tut sicher jeder hitzigen Debatte gut.
    Ohne das erwähnte Eskalationsstufenmodell zu kennen, ist es guter Brauch, im
    Falle einer Verärgerung seinen Unmut erst einmal inform einer unteren Stufe
    zu äußeren, so dass man nach oben immer noch nachlegen kann.

  3. Guckt Euch mal die Homepage von Trigon an und stellt fest, dass das alles im Nämlichen verbleibt. Anders gesagt: Sei ein wenig cleverer in der Bürgerlichen Welt und im Kapitalismus. Nichts davon wollen wir loswerden, wir brauchen nur ein paar rosa Tapeten für unser Elend – immerhin besser als vorher.
    Ich persönlich halte nichts von „Praxis“ und „Handeln“ usw., wenn es doch nur das bisher Gepflogene ist. Es geht darum, das „tägliche Leben“ so wie es ist abzuschaffen und nicht Erträglichkeitskomponenten zum Fortleben dieser Zombie-Gesellschaft beizusteuern – und merkantil auszubeuten.

    • Der Gefahr der Selbsthypnose durch Sprache sehe ich Sie erlegen.
      Mit ein bißchen mehr von diesen „rosa Tapeten“, wären sie zum Beispiel in der Lage gewesen, einem Kommentator, den Sie gut fanden, dessen inhärente Gewalt und Gewalttätigkeit, die in jedem seiner Sätze lag – mich jedoch abstieß – nicht auf den Leim zu gehen.
      Was Sie hier immer wieder schreiben, ist für mich hochgradig tautologisch. Sie sind nicht in der Lage, Ihr inneres System abzuschaffen, Sie sind nicht in der Lage, Gewalt zu fühlen, wenn Sie Ihnen begegnet – wie wollen Sie das äußere System knacken?

    • Sehe ich im Prinzip ähnlich, allerdings kann die Entwicklung jedes Einzelnen und das Vorhandensein von Möglichkeiten zur Konfliktlösung auch nicht schaden.
      Diesem „ich fange an und werde ein besserer Mensch und dann wird auch die Welt besser“ kann ich mich nicht anschließen.

    • Ich glaube Sie haben recht, Petra. Es gibt kein gutes Leben im Falschen.
      In unserem System ,das sich immer weiterentwickelt in materieller Hinsicht,ohne dass sich diese Entwicklung am Menschen orientiert-in diesem System wird permanent versucht,die großen Fehler durch kleine Änderungen ertragbar zu machen.

      -Die Digitalisierung ,die vorangetrieben wird,soll den Menschen ertragbar gemacht werden,indem er seine Augen am Computer durch eine Brille schützt,die das schädliche blaue Licht herausfiltert.

      -Die Arbeit und deren zunehmende Entfremdung des Menschen und die Stresshaftigkeit soll abgebaut werden,indem man zwischendurch irgendwelche gymnastischen Übungen betreibt.

      -Der Zunahme von Krebs und den Zivilisationskrankheiten soll entgegengewirkt werden durch die Behandlung der Symptome,nicht etwa dadurch ,dass man die Ursache bekämpft und eine natürliche Landwirtschaft fördert.

      Und so könnte man die Beispiele fortführen-es geht nie darum,ein krankes System in Frage zu stellen.
      Immer wird nur versucht,mit kleinen Veränderungen die Sache erträglich zu halten.

    • „NIE“ 😉
      Siehe Kommentar ganz unten.

      Sie sind offenbar vollkommen allein….
      IMMER und jeden Tag.

    • Was so anfängt, wie im M-pathie-Video beschrieben,
      als erste Schritte, sich der Befreiung anzunähern,
      mündet eines Tages in das, was John de Ruiter
      hier sagt:
      https://www.youtube.com/watch?v=eqZ6Tp7luEM
      How to heal depression.

      Hat irgend jemand von uns die ersten 12 Klasssen
      übersprungen und gleich Abitur gemacht?

    • Noch an P.:

      Wer mit Therapie überhaupt gar nicht erst anfängt, der wird auch nicht bei der Selbsterkenntnis ankommen.

      In der Therapie lernen wir, Gewitter in Nieselregen umzuwandeln. Der Therapeut lehrt uns, einen Halt in den Wolken zu finden.
      Sind dies Schritte getan, können wir erkennen, daß wir der Himmel sind.

  4. DANKE für das gesprächige Gespräch mit der flotten und kompetenten Christiane Borowy! Es war sehr informativ und praxisorientiert, was heißt, dass es wirklich umsetzbar ist im Alltag…..ich werde versuchen, es in kleinen Schritten in meinen Alltag umzusetzen und zu integrieren…..leicht ist das bestimmt nicht…..und das fängt schon beim Autofahren an….. 😉

  5. Jetzt weiter rein gehört…Man kann also streiten und dann hinterher ein Bier miteinander trinken…Man brennt also Autos und Häuser an, plündert Geschäfte Unbeteiligter – man bricht das Recht, welches man dem Anderen nicht zugesteht und hofft bei einem Bier auf Absolution für den verständlichen emotionalen Ausfall seinerseits? Wirklich? Es gibt Konflikte, die künstlich von Dritten erzeugt werden, um Gruppen aufeinander zu hetzen, zu diffamieren und Spannungen zu erzwingen, die dann Tür und Tor für sonstwede irren Machtfantasien öffen sollen oder den staus quo sichern helfen – wie hier die in Dummland BRD, um den USA ihre Basen für Mord in der Welt zu sichern! Hier gibt es nichts zu vermitteln oder wissenschaftlich seziert und unrealistisch transportiert, um zu lösen! Ich halte es für unrealistisch sich mit Söldnern oder relgiös verunstaltenen Kreaturen freundlich auseinander setzen zu wollen! Auge um Auge…anders geht es nicht, da im Hass die Vernunft und die Argumente sowie die Logik so tot sind wie in der Generationenschuld des deutschen Volkes am Versagen der Kriegskunst der Alliierten und der Horden Stalins! Und der Auserwählten-Volks-Fantasien des Stammes der Jünger der Thora! Es ist ein kranker, selbstzerstörerischer Auswurf maßlos selbstüberheblichen Gebarens einer zutiesft in ihrem irren Zwang an Bedeutung gefangenem unbedeutendem Fehlgriff der Evolution!

  6. Hallo! Danke für den Beitrag! Konfliktlösungen? Mh…unser letzter Konflikt (4 Kinder im Alter von 2-10) mit unserem Vermieter und dessen Vater als Hausmeister gipfelte in einem inszeniertem Übergriff des Vater auf mich als Vater der Kinder und anschließender Räumungsklage weil mir nun dieser unbezeugte körperliche Übergriff auf den Vater des Vermieters angedichtet wurde, was bei der Anzeigenerstattung bei der Polizei und vor Gericht aber verworfen wurde. Mit solchen Menschen Konflikte lösen zu wollen, die wegen Geldes eine Familie mit Klein- und Schulkindern aus der Wohnung schmeißen, ohne dass es jemals Mietrückstände oder sonstige Anlässe außer der Geldgier der Vermieter gab, ist nicht mein Ding. Es gibt sogar Anwälte, die diesen Ekelbatzen bei Gericht zur Seite stehen!!! Solche Zeitgenossen verdienen andere „Lösungen“, die den rechtlichen Rahmen sprengen würden. Worte und Argumente sowie wissenschaftliche Beratungen sind hier sinnlos und schädlich, da sie der „Verliererseite“ Verständnis für die armen Millionäre auf Vermieterseite abnötigen würden, was sie nicht verdienen! Das Ende vom Lied: Wir ziehen aus, um unsere Ruhe zu haben und der Vermieter bekommt letzendlich, was er wollte. Was läuft hier falsch? Da hilft keine Bilderbuch-Konfliktlösung! Wenn Kinder in diesem Land mittlerweile Grund zu Wohnungsräumungen sind, dann will ich keine Konflikte gegenseitig lösen sondern einseitig beenden! Wo die Menschlichkeit keine Bedeutung mehr hat, sollte das „Recht“ des Stärkeren greifen. Das wäre dann ich…in unserem Fall!

  7. * * * * Mal wieder eine kleine große(!) Sternstunde auf KenFM * * * * *
    Danke für diese Sendung!

    Soetwas gehört meiner Meinung nach auch in die Schulen (Lernen für´s Leben im Miteinander), um schon junge Menschen aufmerksam darauf zu machen, dass das soziale Miteinander etwas ist, was erlernbar ist und überhaupt ein Bewußtsein dafür zu schaffen. (da kann man sich auch an zwei Fingern schon abzählen, warum in der Wettbewerbs orientierten Ausbildung kein Platz dafür ist. . .könnten ja selbst denkende und kritische Menschen „bei rauskommen“, oder . .

    Wunderbar wie in dem Gespräch immer wieder die Brücke geschlagen wurde, vom kleinen, eigenen in den vertrauten Familien und Freundeskreis bis hin zum gesellschaftenlichen Großen ganzen. . . .so dass das als hervorragende Anregung genommen werden kann, weiter zu denken und in die eigene Gedankenwelt miteinzubauen . . .

    Die neun Stufen ?, da hätte ich ja doch noch gerne mehr darüber gewußt.

    Gibt es Literatur, wo man da auch was nachlesen kann?
    Wäre toll, wenn ihr da noch was bennen könntet . . .

  8. Das Gespräch zwischen Rüdiger Lenz und Christiane Borowy hat mir sehr gut gefallen. Es war sehr informativ und ich kann einiges von dem Gesagten in meinem täglich Leben anwenden. Kleiner Kritikpunkt: Es wird mehrmals von Facebook gesprochen, als sei das eine Seite, welche schon zu unserem Leben dazugehört. Ich bin auf keinem der asozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram unterwegs. Ich bin sogar der Meinung, dass diese Medien viele der Probleme hervorrufen, die die beiden später behandeln müssen.

  9. Man sollte mal eine Sendung zum Thema Gleichgültigkeit machen.
    Das ist meines Erachtens ein gesellschaftliches Problem,das keiner sieht.
    Alles wird einfach so hingenommen-jede Lüge jeden Tag.Wer diese Verdummung und Abstumpfung nicht erträgt,und die Wahrheit sagt,der wird schnell als „Spielverderber „gebrandmarkt.

    Eben lief wieder eine Sendung über Krebs im Fernsehen-moderiert von Ranga Yogeshwar.
    Und wieder stellen sie die uralte,100 Jahre alte Methode der Chemotherapie dort als wahrhafte Therapie dar. Dabei zerstört diese Methode unsere Selbstheilungskräfte und die meisten Menschen sterben nicht am Krebs sondern an der Chemo.
    Außerdem gibt es lange etliche alternative Heilverfahren die wahrhaftig den Krebs heilen helfen-aber das wird verschwiegen,weil es die Profite der Pharmaindustrie bedroht.

    Das ist nur ein Beispiel davon,wie diese ganz offensichtliche Verdummung betrieben wird -und das ist nur möglich,weil die Mehrheit der Menschen total uninteressiert gegenüber dem Leben ist und vollkommen gleichgültig.
    Statt dass ein Shitstorm stattfindet gegenüber einem solchen Fernsehsender,der solchen Stuss verbreitet,sind die Menschen vollkommen gleichgültig. Natürlich wissen die meisten Menschen nichts über Alternativen,aber wenn man versucht ihnen diese nahezubringen,wollen sie es nicht wissen.

    • Ein stabiler, unerschütterlicher innerer Frieden wirkt manchmal von außen wie Gleichgültigkeit.
      Barry Long: „If the watcher remains unmoved, there is no suffering.“
      (Etwa: Wenn der Zeuge unbewegt in sich selbst ruht, dann gibt es überhaupt kein Leiden.)

      Eine Anregung zum Sprachgebrauch:
      —- das KEINER sieht
      — ALLES wird hingenommen
      — jede Lüge
      — jeden Tag
      — total uninteressiert
      — vollkommen gleichgültig

      Bei aller Einsicht in die tatsächlichen Zusammenhänge Ihrerseits: So erschaffen Sie sich eine ziemlich auswegslose Welt, oder nicht? Kein Wunder, daß Sie so sehr leiden und „ständig“ (!) in Aufruhr sind. Erinnert mich irgendwie an die Beziehungsdiskussionen unreifer Erwachsener: „Immer wirfst Du mir das vor …“, schreit sie und glaubt fest daran, woraufhin sie schrecklich leidet. Und dabei hat er das nicht ‚immer‘ gemacht, sondern nur einige Male.

    • In den meisten Fällen,Alias,geht der Mensch ja von sich aus.
      Ich bin es insofern leid,wenn ich merke und versucht wird ,die Wahrheit zu unterdrücken und die Menschen zu reduzieren auf Meditation und Yoga-und der Rest ergibt sich von allein.

      Was sie mir vorwerfen könnten sie auch einem Erich Fromm vorwerfen,der den Menschen versucht zu verstehen,innerhalb seines gesellschaftlichen Kontextes. Ich fühle mich sehr wohl dabei und es ist für mich ein Zeichen von Lebendigkeit ,wenn man sich selbst und die gesamte Gesellschaft hinterfragt.
      Wenn ich frustriert wäre,dann würde ich mich niemals mit solchen Dingen auseinandersetzen.Dann würde ich Ablenkung suchen,im Kommerz und in der Vergnügung.
      Sie scheinen hier eine seltsame Rolle einzunehmen-in Aufruhr ist wer ?Nicht Sie selbst?

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