M-PATHIE – Zu Gast heute: Dr. Alexander Unzicker – Physik-Querdenker

„Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur.“

Alexander Unzicker, Kognitionsforscher und Physiker, gilt als Deutschlands Physik-Querdenker Nr. 1. Er sieht die fundamentalen Fragen in der Physik auf einem Nebengleis abgestellt und möchte eben diese wieder in den Mittelpunkt physikalischen Forschens stellen. Er hat einige Bücher zu dem Themenbereich geschrieben und kürzlich ist auch sein erstes gesellschaftliches Buch erschienen, in dem er eine Gefahr für den gesunden Menschenverstand postuliert.

„Ich setze mich mit grundlegenden Dingen auseinander, in der fundamentalen Physik und das ist ja etwas, was heutzutage gar nicht mehr gemacht wird oder in einer ganz anderen Weise“, sagt Alexander Unzicker. Die Physik hat sich sehr verändert. Es kam die Politik hinzu, die Kernspaltung, die Atombombe und die Teilchenbeschleuniger. Unter Hitler wurde das wissenschaftliche Leben einfach kaputtgemacht. Es wurde die naturphilosophische Tradition zerstört.

Macht und Geld haben die Zielsetzung der Naturwissenschaften völlig verändert. Heute werden in der Gesellschaft Banalitäten zum Hauptobjekt des Verstandes erklärt. Die absurden Dinge haben den Alltag der Menschen derart im Griff, dass man am Verstand zweifeln könnte. Benutzen wir den Verstand für die wichtigen großen Dinge, nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch bei gesellschaftlichen und politischen Themen?

Die allgemeine politische Diskussion und die Themen, die in den Nachrichten diskutiert werden, scheinen immer absurder zu werden. Kriegstreiberei und Kriegsvorbereitungen in Mitteleuropa werden heute als völlig normale Nachrichten gesendet und in Talkshows verarbeitet. Man realisiert überhaupt nicht mehr, wie vollkommen absurd und auch tragisch solche politischen Realitäten nach dem Mauerfall und dem Ende des Kalten Krieges sind.

Ja, sind wir den verrückt geworden, uns nach den zwei Weltkriegen wieder auf Krieg einzulassen und seine Möglichkeiten zu diskutieren, als hätte es die beiden Weltenbrände gar nicht gegeben? Diesem irrationalen Gebrauch unseres Verstandes auf den Grund zu gehen, hat Alexander Unzicker dazu bewogen, sein neues Buch: „Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur. Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten“, zu schreiben.

Läuft in diesen Zeiten der Verstand außer Kontrolle? „Die Irrationalität, die hier gerade abläuft, die gefährdet unsere Demokratie“, sagt Alexander Unzicker.

Mehr über Alexander Unzicker, hier: http://alexander-unzicker.de

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

26 Kommentare zu: “M-PATHIE – Zu Gast heute: Dr. Alexander Unzicker – Physik-Querdenker

  1. Ja Herr Lenz, ich weiß nicht ob es wirklich so dumm ist, die derzeitige Gewalt. Wer sagt denn, dass genau diese Konflikte gerade global nicht notwendig sind damit der Mensch (möglicherweise in einer kleineren Anzahl) überlebensfähig ist. Überlebensfähigkeit einer Spezies ist sowieso zeitlich begrenzt. Ich finde es sehr treffend zu sagen „man sollte schon Respekt haben vor das was wir so machen Stichpunkt Sonden im Weltall“. Der Unfrieden oder das nicht friedlich sein beginnt doch damit Menschen für die derzeitige Gewalt zu verurteilen und nicht als den natürlichen Prozess anzusehen den der Mensch macht um Klarheit usw. (wieder)herzustellen.

  2. Vielleicht verstehe ich es auch nicht ganz aber das Simulieren vom menschlichen Gehirn bleibt eine Simulation. Ich verstehe die Besorgnis über die Gefahren sogenannter künstlicher Intelligenz nicht. Es ist irgendwie typisch für den ganzen Wahnsinn den der Mensch in seien ach so wichtigen Gesprächen und Veröffentlichungen an den Tag legt, wenn man von künstlicher von Menschen geschaffener Intelligenz spricht, in einem Atemzug mit etwas das dann über dem Schöpfer hinauswachsen könnte vielleicht. Das ist so lächerlich.

  3. möchte an dieser Stelle noch auf einen Link aufmerksam machen.:

    Es ist ein 1 Std Gespräch mit dem Philosophen Gernot Böhme (sozusagen im Kenfm-Format: Kenfm im Gespräch, mit ebenso hoher Qualität und ganzheitlicher Sichtweise) zur Frage:

    „Hat der Mensch die Technik noch im Griff?“

    Der Philosoph erklärt Norbert Bischofberger (SRF), warum es heute nicht mehr um die Kontrolle der Natur, sondern der Technik geht, und wie wir darauf reagieren sollen.

    https://www.srf.ch/play/tv/sternstunde-philosophie/video/hat-der-mensch-die-technik-noch-im-griff-gernot-boehme-im-gespraech?id=6a56ddad-7e08-40c3-97fa-968bf17283c5

    • Karl Kraus schrieb: „Die Entwicklung der Technik ist bei der Wehrlosigkeit vor der Technik angelangt.“

      Und Einstein meinte: „Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.“

  4. Wenn man die Dinge einmal ganz praktisch betrachtet, ist doch das Grundproblem jeder Gesellschaft als Ganzes wie auch ihrer Gruppierungen die „Gruppendynamik“, oder weniger freundlich ausgedrückt: das Phänomen Hammelherde.

    Was nämlich in der Tierwelt seinen guten Sinn hat, ist auf Menschen nicht so ohne weiteres übertragbar: Der Leithammel, das Alpha-Tier, führt die Gruppe an, und die übrigen Gruppenmitglieder folgen ihm, in abgestufter Rangfolge nach dem griechischen Alphabet als Beta-Tier, Gamma-Tier, Delta-Tier usw. Das letzte ist das arme Omega-Tier, auf dem nach der gruppen-„dynamischen“ Hack-ordnung alle anderen Ranghöheren nach Belieben herum-hacken dürfen. In der Tierwelt sichert diese Gruppendynamik auf der Suche nach Nahrung und im Kampf gegen Feinde das Überleben.

    Wie aber soll sich, wenn solche Gruppenzwänge unter Menschen herrschen, eine gute Idee durchsetzen?

    Denn, vereinfacht gesagt: Das „Alpha-Tier“ ist vollauf damit beschäftigt, seine Vormachtstellung zu behalten und sie dauernd gegen aufstrebende Widersacher zu verteidigen. Ob das „Alpha-Tier“ bei alledem überhaupt dazu kommt, eine gute Idee zu entwickeln, ist zu bezweifeln. Seine rangniedrigeren Zuarbeiter in der Reihenfolge „Beta-„, „Gamma-„, „Delta-Tier“ usw. können wohl noch weniger zu neuen, wertvollen Erkenntnissen gelangen. Denn sie müssen es jederzeit dem mächtigen „Alpha-Tier“ recht machen und dazu die übrigen Gruppenmitglieder in Schach halten. Entwickelt nun von den niedrig gehaltenen eines eine gute Idee, müssen die „Alpha-„, „Beta-„, „Gamma-„, „Delta-Tiere“ zuallererst darauf achten, dass ihnen dadurch ihre Vormachtstellung in der Gruppe nicht streitig gemacht wird. Sie müssen dann eben die gute Idee des rangniedrigeren „erforderlichenfalls“ unterdrücken.

    Eine solche Gruppendynamik mag seine Berechtigung haben dort, wo ein Ziel nur in arbeitsteiliger Zusammenarbeit erreicht werden kann und es auf Eigeninitiative weniger ankommt, z.B. in einer Verwaltungsbehörde oder in einem Unternehmen (dort natürlich nicht nur beim kollektiven Dieselbetrug). Aber in der wissenschaftlichen Forschung zumindest wünscht sich Dr. Unzicker eben nicht ohne Grund Querdenker im Team.

    Erst recht in einer pluralistischen demokratischen Gesellschaft ist es immer eine Gratwanderung, sich einerseits zusammenzuschließen nach dem Motto „gemeinsam sind wir stark“, und andererseits die gemeinsamen Ziele weiterzuentwickeln. Eine charismatische Persönlichkeit, ein „Alpha-Tier“ also, an der Spitze einer Bewegung reißt viele nur deshalb mit, weil es für sie bequemer ist, so jemandem zu folgen als die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Besonders deutlich zeigt sich dies immer dann, wenn eine solche charismatische Person, aus welchen Gründen auch immer, plötzlich nicht mehr da ist. Dann bricht eine Bewegung oft auseinander, weil es zwischen den „Beta-„, „Gamma-„, „Delta-Tieren“ im Ringen um die neue Vormachtstellung zu den typischen Flügelkämpfen kommt und weil ihnen und den übrigen Gruppenmitgliedern nun auf einmal etwas abverlangt wird, was sie nicht gelernt haben: selbst zu denken und eigenständig zu handeln.

    Deshalb sind Massenbewegungen in ihrer Dynamik für die Herrschenden oft berechenbarer als einzelne, die selbstständig denken und handeln, oder hierarchiefreie Gruppierungen, die sich z.B. im Internet bilden.

  5. Ich finde es toll hier einen Physiker zu hören, der, wenn auch zaghaft, so doch auf den geistigen Spuren der zwanziger und dreißiger Jahre unterwegs ist. Warum muss ich kurz erläutern:

    Werner Heisenberg, den ich noch vor Einstein, Bohr und Schrödinger für einen besseren Übersetzer des revolutionären Denkens der damaligen Physiker und des wissenschaftlichen Zeitgeistes halte (seine Biografie lohnt sich, aber noch mehr, was sich im Netz unter „Heisenberg und Goethe“ bei Google finden lässt), hat mal sinngemäß in einem Interview gesagt: er verstehe nicht, warum die damaligen Entdeckungen gesellschaftlich (gemeint wohl. gedanklich-systemisch) keinen größeren Impact gehabt haben. Dieser Satz ist wohlgemerkt aus den Siebzigern.

    Hans-Peter Dürr, Schüler von Heisenberg, hat ihn mal als das gezeichnet, was ich hoffe bald wieder in der Physik, und in der Wissenschaft allgemein, zu sehen; einen „Künstler-Wissenschaftler“.

    Die richtige Dosis an Verbindung des empirischen Geistes und dieser „anderen Art zu denken“, dem Geist an sich, Gott, dem großen Ganzen, der Natur, oder wie man es nennen will, ist die notwendige Voraussetzung für unsere Entwicklung als Homo Sapiens.

    Das war die große Entdeckung von damals und die ist so alt wie Goethe, Keppler oder Plato. Wurde aber erst damals empirisch bewiesen.

    Ich denke Herr Unzicker ist auf einem tollen Pfad, wenn er von Schrödinger spricht, dessen einzig persönliche Publikation ein Feuerwerk dieses Geistes darstellt, dass ihn offensichtlich auch gepackt hat, und es macht mir Freude diesen Geist in der Physik zumindest ein bisschen lebendig zu sehen!

    Danke Rüdiger Lenz und Danke KenFM, danke Herr Unzicker!

    • Diese Dokumentation und dieses Gespräch sind das Beste, was ich je gesehen hab. Auch wenn die Formulierung den Sachverhalt nicht trifft.
      https://www.youtube.com/watch?v=MbV4wjkYtYc

      https://www.youtube.com/watch?v=anU86pXngMs&t=39s

    • Dankeschön für die Links. Ich kenne sie schon, schauen lohnt sich aber! Ich war zu faul hier Links zu posten und hatte das von mir Beschriebene auch eher für meinen ganz persönlichen Spleen gehalten…

      Hier die für mich wichtigen Links und Publikationen zu dem Thema:

      Erwin Schrödinger „Mein Leben, meine Weltansicht“, für mich war es sehr kompliziert und ich musste es oft weglegen. Es lohnt sich aber, da der Geist dieser Publikation eben in den Worten und nicht im Inhalt steckt.

      Werner Heisenberg „Quantentheorie und Philosophie“, ist die leicht verdauliche und unterhaltsame Variante des 30er Zeitgeistes. Es ist fast so, als hätte Heisenberg aktiv nach einer leicht verständlichen Formulierung / Übersetzung dieses elementaren Problems gesucht.

      Hierzu hat er auch noch dies über seine Beziehung zu Goethes Werken eingesprochen, was ich oben schon erwähnte: https://www.youtube.com/watch?v=7P1i7Ref2_Y Achtung: großartig!

      Zu diesem Thema hier noch was aktuelles aus einer Richtung, aus der ich es nicht erwartet hätte, mit Kompliment an die drei Beteiligten! https://www.youtube.com/watch?v=zTSsqN0hBxs

      LGj

    • @ Jörn Broderson

      Danke, dass Sie hier Goethe und Heisenberg vereint haben. Und für Ihren Hinweis auf die „richtige Dosis“.

      „Einseitige Bildung ist keine Bildung. Man muß zwar von einem Punkte aus-, aber nach mehreren Seiten hingehen. Es mag gleichviel sein, ob man seine Bildung von der mathematischen oder philosophischen oder künstlerischen her hat.“ (Goethe)

  6. Wer die Wahrheit sagt, läuft Gefahr, früher oder später erwischt zu werden. Da binde ich mir doch besser sicherheitshalber eine Krawatte um, und tue so als wäre ich von hier. Also, mit meinen Gedanken. Passe mich an. An das System. Erkläre mir den Terror, wie Bush ihn uns erklärt.
    Krieg ist das notwendige Übel, den es braucht, wenn ich keinen Terror haben will….
    Jetzt mal ernsthaft: Unser Wirtschaftssystem fördert den Terror.
    Wissen wir und fühlen uns wohl dabei. Binden uns eine Krawatte um und liefern uns Scheingefechte.
    Um den Islam. Um CO², den Diesel und Schulschwänzer. Über Linke und Rechte. Um die schönere Krawatte. Um die längere Krawatte. Drumherum eben. Drehen uns im Kreis.
    Es wird Zeit für ein demokratisches Wirtschaftssystem.

  7. Sabine Hossenfelder hat bei einem Vortrag an der Universität Stuttgart (https://www.youtube.com/watch?v=99hVAu1k6G8) neben der Problematik der Gruppenforschung, die in der Regel von kurzfristigen, nicht selten fragwürdigen Finanzierungen abhängig ist, auch das Empfinden von Schönheit als Ursache angesprochen.

    • Vielen Dank für den Link!
      Ein sehr interessanter Vortrag und „schöne“ Ergänzung zu diesem Gespräch.
      Dürfte auch selten sein, so eine übersichtige Gesamtschau auf die Physik zu erhalten, von daher sehr sehenswert!

    • interessant, der Beitrag steht schon mehrere Wochen auf meiner in-Ruhe-anschaun-Liste

  8. Ich finde Herr Unzicker hat sehr wohl gesagt, daß in unserer Gesellschaft vieles falsch läuft. Ein Wort an seine Kritiker: Wir sind mittlerweile wirklich dort angelangt, die Wahrheit nicht mehr klar aussprechen zu können, ohne seinen Job zu riskieren. Wer dann noch Familie hat… Nicht alle können das so, wie z.B. Dr Daniele Ganser oder Ken Jebsen.
    Aber vermißt habe ich eine Erwähnung seines berühmten Vaters, Wolfgang Unzicker! Schließlich war der ehemalige Richter, einer der besten und berühmtesten Schachgrößen in der Welt, die Deutschland je hatte!

  9. Vielen Dank für das Gepräch.
    Fand es sehr interessant, nach dem ich vor kurzem das Buch gelesen hatte, Herrn Unzicker mal in so einem Gespräch sehen und hören zu können.
    Finde es auch sehr begrüßenswert, wenn Wissenschaftler auch aus ihrer Disziplin heraustreten können und mit ganzheitlichen Blick auch auf das Große Ganze schauen und ihre Sichtweise und Einschätzungen dazu äußern.
    Interessant fand ich auch die Darstellung, dass zumindest wohl in den Naturwissenschaften Mitte des 20. Jh. aufgehört wurde über das Große Ganze nachzudenken . . . .
    Könnte das mit den Atombomben, dieser totalen Vernichtungsmacht, mit dem Wissen dass der Mensch nun in der Lage ist, das komplette Leben auf der Erde auszuknipsen, zu tun haben? Ist da eine Art Schockstarre eingetreten, die dazu ge-(ver-)führt hat, dass sich die Wissenschaft fast gänzlich in das kapitalistische System eingefügt hat und in bestimmten bereichen Jahrzehnte den Kopf in den Sand gesteckt hat?

    Das Buch fand ich allerding einwenig enttäuschend. Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass das wie eine Zusammenfassung rüber kommt, von dem was man zuvor schon in vielen anderen Büchern (von Teusch, Wernicke, Schreyer, Bröckers, etc.) gelesen hatte und auf den alternativen Medienkanälen rezipieren konnte. Also irgendwie nicht so richtig viel Neues und als Wissenschaftler eigentlich auch nicht so wirklich mutig, auch weil vieles doch nur recht allgemein angesprochen wird, bzw. es vermieden wird für das eine oder andere heute schieflaufende Problem konkrete Zuordnungen zu wagen (wirkt wie bloß nicht anecken?) . Es fehlt mir der kritischen Blick auf die eigenen naturwissenschaftlichen Disziplinen!
    Das man Otto-Normalverbraucher die Birne vernebeln und ihm – wenn er nicht aufpasst – auch das Denken abgewöhnen kann, ist ja irgendwie noch nachvollziehbar . . . Aber was ist mit den Wissenschaftlern, die ja von Berufswegen proffesionelles Denken draufhaben sollten??

    Warum melden die sich so rar und warum lassen diese sich genauso die Birne vernebeln, Hallo ???

    Wenn man nur einen Bruchteil der – in den Wissenschaften – angewandten Methoden, Analysen, Erkenntnisgewinnungen und Möglichkeiten der Schlußfolgerungen, auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, ökologischen und politischen Probleme anwenden würde,
    sollte eigentlich recht schnell und deutlich klar werden, dass wir hier mit vielen Dingen verarscht werden und altbackenen imperialen Systemen mit kruden Theorie von unbegrenztem Wachstum, die zwangsläufig früher oder später gegen die Wand fahren, hinterherlaufen müssen.

    Wo sind da die Wissenschaft?!

    Warum sind es eigentlich vorwiegend Journalisten, die (im Vergleich zur Wissenschaft) mit ein bisschen Methode und entsprechender Recherche, hier vorwiegend aufklärerisch tätig sind?

    Da würde ich mir von Herrn Unzicker mal ein Buchkapitel wünschen, was über das bisher bereits Bekannte hinaus geht und darüber reflektiert, wie es die Wissenschaft fertig bringt, tagtäglich die elaboriertesten Methoden anzuwenden, aber in den gesellschafts- und geopolitischen Dingen scheinbar nach Feierabend keine Birne mehr brennt und nix auffällt?

    • hab mich jetzt am Schluss vielleicht ein bisschen zu schnodderig ausgedrückt, is aber nicht so gemeint, sondern:

      sähe da die Wissenschaft mehr in der Verantwortung, sich an der Aufklärung zu beteiligen und mehr noch . . dem Otto-Normal-Mensch Informationen und schlagkräftige Argumente an die Hand zu liefern, die ihn darin unterstützen wieder mehr Entscheidungskompetenz und Urteilsvermögen zu erlangen (wieder normal Denken eben mit gesundem Menschenverstand) , ganz abgesehen davon, dass dann vielleicht auch wieder eine Auseinandersetzung mit dem großen Ganzen innerhalb d. W. kultiviert werden kann, oder. . .
      Es ist vielleicht nicht ihre Aufgabe, aber in heutigen Zeiten darf man – finde ich – da aber ruhig eine moralische Verpflichtung drinn sehen.
      Nicht nur die Physik ist ein technischer Hochleistungssport, der – nach welchen Interessen – ? gesteuert wird?
      Das ist ja kein Automatismus aus dem man nicht aussteigen könnte. Und es ist auch keine Frage von fehlenden Stellen oder Forschungsgeldern. Das Drittmittelbeschaffungsinstrument hieße „Croudfunding“, Kooperation mit dem Otto-Normalmenschen sozusagen.

    • Durch die Bologna und Erasmus haben sich die Unis selbst lahmgelegt. Nico Semsrott sagte Sinngemäß: Nun ist der Student endlich durch das Bachelor-System international vergleichbar und austauschbar geworden.

      Die Unis haben sich mit viel Geld locken lassen und sind nun zu absoluten Huren der Wirtschaft verkommen. Deswegen sind Studierende inzwischen auch so dumm. Vielleicht Spitze auf ihrem Gebiet aber ansonsten… Nach wie vor gilt: Wer dem Prof oder Dr widerspricht hat ein Problem. Das bekommt man aber schon auf dem Gymnasium beigebracht. Denken ist unerwünscht. Den heutigen Studenten fehlt der Weitblick und das dialektische Denken. Doch ist eben der Student und spätere Forscher das Ergebnis und wird durch Lehrtätigkeit zur Quelle des Problems. Und wie soll ein Student auch heute noch vernünftig Lernen und Arbeiten wenn er nicht genug Geld hat und nebenher zu einem Vollzeitstudium noch arbeiten muss? Wie kann es sein das Studenten in Betrieben arbeiten dürfen (Kassierer etc) und der Betrieb sich die Versicherungen spart und der Staat dabei zusieht das so bewusst Lohndumping betrieben wird?
      Wie krank ist es denn bitte, dass ein Psychologie-Student im Master auf Personalmanagement ODER Gesundheit entschließen muss. Sollte die Gesundheit nicht im Vordergrund stehen und dann sich die Person im Rahmen des Unternehmens dazu fort- und weiterbilden? Auch die Wissenschaftler bewegen sich in ihren Echo-Chambers und sind wahrscheinlich zu Eitel um sich mit anderen Fachbereichen zusammenzusetzen und auseinanderzusetzen. Precht sagte mal das er sich als Philosoph als Brückenbauer versteht, der versucht zwischen Inseln (also z.B. Mediziner und Wissenschaftler) zu vermitteln. Precht lebt aber vermutlich von seinen Lesungen bei Unternehmen besser als in der Uni. Studierte sind leider keine Eliten mehr und jene die welche sind sterben aus oder denken verständlicher Weise an ihr finanzielles Auskommen. Wir zelebrieren die Fachidiotie!

  10. Was die Welt im Innersten zusammenhält! Mich hätte interessiert, was nach den Denk-Isolations-Zeiten bei Dr. Unzicker dazu herausgekommen wäre. Und was ist mit Hans Peter Dürr? Jetzt natürlich auch schon tot, aber noch nicht so lange. Er hatte ja ziemlich eindeutige Aussagen darüber gemacht, was das sein könnte, was die Welt im innersten zusammenhält.

  11. 1. Sind Naturwissenschaftler noch bei Verstand, die Ihren Füller (Laptop) nicht sofort ruhen lassen wenn
    drei 3 Türme fallen, aber nur 2 von Flugzeugen getroffen werden und keine weitere Untersuchung
    erlaubt ist? Ja, wenn einer heute sagt, die Erde ist eine Scheibe dann ist es leicht zu protestieren.

    2. Halten nicht fast alle Naturwissenschaftler und Menschen völlig am materialistischen Weltbild fest?

    3. Fast alle „glauben“ noch sie leben in einer Demokratie. Wie viel mehr Militärbasen der westl.
    Ver-wert(e)ungsgesellschaft in der Welt muss es noch geben, bevor deutlich wird der Mensch hat
    doch noch ein Großhirn? Wie viel mehr Aufklärer neben Aassange , Manning usw. müssen hinter
    archaischen Gittern verschwinden. Wie viel mehr Menschen müssen von „Unseren strategischen
    Partnern“ in Botschaften zerstückelt oder öffentlich gekreuzigt werden?

Hinterlasse eine Antwort