M-PATHIE – Zu Gast heute: Florian Kirner – Lebenslösungen

Florian Kirner, alias Prinz Chaos II., ist einer der schillernsten Figuren in der linken Szene, wie auch in der Friedensbewegung. Er erzählt in dieser Sendung aus seinem Leben. Wie fing sein Engagement in der sozialistischen Szene an? Was trieb ihn an, sich als linker Aktivist in den verschiedensten Organisationen zu etablieren? Er spart auch nicht mit Kritik an der linken Szene, in der sich manchmal derart unnötig an die Gurgel gegangen wird, wie er das von keiner anderen Partei oder politischen Szene kennt. „Was ist da los?“

Als Scheidungskind hat Florian Kirner lange Zeit geglaubt, dass ihm die Scheidung seiner Eltern nichts ausgemacht hat. Das aber war ein Irrtum, von dem er in diesem Gespräch offen erzählt. Der Tod seines Vaters hat ihn tief verändert. Er erzählt davon so bildhaft, dass man glauben könnte, mitten in dem Geschehen dabei gewesen zu sein.

Florian Kirner ist in diesem Gespräch sehr offen und er erzählt von Missständen, Irrtümern, vom Glück, von seiner Sexualität. Vom Schwulsein, vom Heterosein, ja, als Historiker, von der Geschichte der Ehe und der Abwertung der Gleichgeschlechtlichkeit als politischen Akt. Heute lebt Florian Kirner mit einer Frau zusammen. Für ihn zählt der Mensch. „Wenn ich den gut finde, dann ist mir sein Geschlecht egal.“

Dieses Gespräch ist beides: kurzweilig und intensiv. Hier sprudelt Florian Kirner vor Witz und Charme, vor kluger Selbstkritik und guten Vorsätzen, die einem das Gefühl vermitteln, dass er mitten im eigenen Wohnzimmer sitzt und man sich gerne noch länger mit ihm unterhalten möchte.

Weil er ausspricht, was er denkt und fühlt, manchmal auch mit Wut und Empörung, ist er vielen eine zu aggressive Person – was, wenn man ihm genauer zuhört, gar nicht stimmt. Viel eher ist er ein Mensch, der sehr gefühlvoll und empathisch die leidenden Menschen fühlt. Das wird deutlich, wenn er hier über die Ungerechtigkeit, über den Hambacher Forst und deren Bewohner, redet. Dort hat er wunderbare Menschen getroffen, die ihn zutiefst bewegt haben. Denken und fühlen ist für ihn nicht getrennt, es findet zur gleichen Zeit statt.

Florian Kirner bloß als linken Spinner abzutun, oder ihn mit der Partei der Linken gleichzustellen, wird ihm in keiner Weise gerecht. Er ist hochsensibel und denkt oft viel weiter, als es die linke Denkweise erlauben will. Er ist ein Mensch, der sein Fühlen und Denken lebt. Dabei eckt er an. Doch seine wahre Leidenschaft ist die, aktiv sein eigenes Leben zu gestalten und zu leben. Doch ohne Empathie zu sich und zu den anderen, wie er selbst sagt, ist das gar nicht möglich.

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33 Kommentare zu: “M-PATHIE – Zu Gast heute: Florian Kirner – Lebenslösungen

  1. Danke Angi K.
    Bin Ihren beiden LINKS gefolgt und habe mir erst einmal nur 20 Min.
    Zeit genommen, hineinzuhören und -zusehen.
    Ich werde mir das alles einmal in Ruhe, wenn nötig mehrmals ansehen.
    Nach den wenigen Minuten, kann ich nur sagen, dass mir so viele/s
    begegnet ist, das mir vertraut vorkommt.
    Es scheint so, als ob mir verschiedene Bausteine schon vertraut sind, so dass ich
    erwarten kann, dass ich ein immer vollständigeres Mosaik von etwas Wesentlichem,
    Großen, erwarten kann; und das ohne Drogen oder bewusstseinserweiternde Eingriffe.
    Nochmals danke für den Anstoß, Intuition kennenlernen zu können und zu wollen.

  2. Danke Rüdiger Lenz,
    danke Florian Kirner,
    für das wirklich empathische Gespräch.

    Mir ist aber auch klar geworden, dass ich mich in einer Blase/Wolke befinde, in der ich mich nicht wirklich wohl fühle.
    Mainstream, nein danke!
    Aber hier auf meinen täglichen Spaziergängen durch die Meldungen und Beiträge der alternativen Medien fühle ich mich auch nicht wirklich zugehörig.

    Es sind 3 Dinge:
    1) Homo stylisch, Hetero uncool, selbst unausgesprochen kommt das jederzeit so rüber.

    2) Publikumsbeschimpfung in der Form
    dass andere endlich ihren A…. hochkriegen sollen

    3) kirchenfeindlich
    mit den Ausnahmen Dirk Pohlmann, Robert Fleischer,
    Rainer Rupp, Willy Wimmer und Thierry Meyssan vom
    Voltaire Netzwerk
    Bei allen anderen fiel mir so direkt nichts dazu auf bzw.
    habe ich keine Ahnung. Ken Jebsen, keine Ahnung,
    auf jeden Fall tolerant.

    Zu 1)
    Wenn Klaus Wowereit sagt: „Ich bin schwul und das ist gut so“, o.k.
    Wenn Florian Kirner oder Judith Butler äußern: „Ich bin anders!“ auch schön.
    Aber wenn der Spieß umgedreht wird, und andere, sei es weil sie mit Homo-Beziehungen nicht experimentiert haben (sollte man das denn unbedingt, auch ohne einen eigenen homoerotischen Impuls?). Diether Dehm etwa äußerte sich bei KenFm im Gespräch so, als ob er altmodisch oder nicht auf der Höhe der Zeit wäre mit seinen Frauenbeziehungen.
    Kurz: Ich lasse mich nicht in die Ecke „unfertig“ oder nicht experimentierfreudig stellen
    oder gar dogmatisch oder sonst was. Das lasse ich mir einfach nicht gefallen! Das ist anmaßend!

    zu 2) Der Weltfrieden geht alle an, und die große Mehrheit in der Bevölkerung lässt sich nicht mit diesem Jargon ansprechen: „Ihr müsst endlich Euren A… hochkriegen und auf die Straße
    gehen.“ Wenn diese Mehrheit gewonnen werden soll, muss sie so angesprochen werden, wie sich das für einen kultivierten, gebildeten Menschen gehört.
    Ich bin jetzt seit ziemlich genau 5 Jahren, nämlich seit der Münchner SiKo 2014 nahezu
    täglich im Netz und habe mir wohl eine Hornhaut zugelegt. Dennoch lasse ich mich nicht
    so ansprechen!
    Und wenn mich gelegentlich Freunde fragen: „Was hast Du denn mit diiieesen
    Typen zu schaffen?“ sage ich, den Wunsch, die Politik zu verändern und etwas für den
    Frieden zu tun. Aber wenn ich dann auf so einer Demo bin, fahre ich schnurstracks nach Hause, weil ich mich doch irgendwo unwohl fühle (und mir wünschte, es wären richtig
    viele Menschen jeden Alters und jeden Berufes).

    zu 3)
    Wenn Florian Kirner so einen abfälligen Halbsatz bezüglich der Kirchengeschichte fallen lässt, sozusagen wie bei einem Pferd im Trabe, dann ist das ein Moment, der mich zornig macht. Man kann ja seine Meinung dazu haben, aber sich so zu äußern, ist völlig daneben. Natürlich verstehe ich, dass Menschen, die unter den Dogmen und Vorurteilen der Kirche gelitten haben/noch leiden, wütend sind. Es bleibt ihnen auch überlassen, ob sie für sich entscheiden, ganz damit fertig zu sein. Aber derartige öffentliche Äußerungen zum Thema Kirche sind mir einfach zu despektierlich und zuwider.
    Als geschieden und wiederverheiratet konnten wir keine zweite kirchliche Trauung bekommen, aber unser Bund wurde gesegnet, sogar in einer schönen Kirche und nur zu dritt.
    Wir konnten einen Priester mit der Argumentation überzeugen: „Wenn doch Gegenstände wie Kerzen, Wasser, Felder, Räume, gesegnet werden können, warum sollten wir nicht Gottes Segen für unseren Bund, der uns so ernsthaft ist, wie unsere jeweiligen ersten Ehen, bekommen? Und zur Kommunion gehe ich jederzeit und ohne mich darum zu kümmern,
    ob dazu vorheriges Beichten (seit meinem 18. Lebensjahr schon nicht mehr) nötig ist und
    ob ich wegen dieser 2. Ehe davon ausgeschlossen bin (angeblich sei das jetzt gar nicht mehr so), egal.
    Ich wollte dies eigentlich privat halten, sehe mich aber angesichts dieser undifferenzierten
    Draufschlag-Mentalität veranlasst einmal zu zeigen, was möglich ist und dass Kirche auch sehr menschlich ist. Warum sollte ein Homopaar nicht auch eine/n Frau/Mann der Kirche finden, die einen Bund, wenn er ernsthaft (also nicht bloß als Experimentierreihe gedacht ist) eingegangen ist, bereit ist, zu segnen?

    Und geradezu erschüttert, enttäuscht und zornig, bin ich von der Tatsache, dass es keinen Aufschrei gegeben hat, als Poroschenko in der Ukraine die Spaltung der orthodoxen Kirche erfolgreich betrieben hat. (Das ist nicht nur ein papierener Akt, sondern damit einher gehen Enteignungen von Kirchen, Klöstern, ganz gleich, wie die derzeit genutzt werden).
    Hannes Hofbauer hat darüber geschrieben.
    Ich will mir nicht vorstellen, dass solche, die etwa schreiben, dass die Missbrauchsfälle zum Anlass genommen werden sollen, die Kirche als Ganzes vom Platz zu verweisen, Mehrheiten finden werden. Da würde einfach zu viele Haltebalken ins Rutschen kommen, wie etwa
    die ‚Zehn Gebote‘, so dass wir rauheren Zeiten entgegen gingen. Zudem entstünde ein Vakuum, in das andere Kirchen stießen und unsere Gotteshäuser für sich reklamierten.
    Die Mainstream-Medien schwiegen zu den großen Prozessionen 2016 in der Ukraine und
    jetzt wieder zur Kirchenspaltung. Und die Alternativen reiben sich womöglich genüsslich oder schadenfroh die Hände. Wie beschränkt das doch ist! In den 1960er Jahren fielen alte Zöpfe, wie wohltuend. Danach würde eine Kette von Tabubrüchen in Gang gesetzt, die nicht mehr befreiend, sondern entgrenzend wirkte.
    In der Kirche gibt es ebenso wie in der Politik solche und solche. Ich denke, dass Päpste mindestens ebenso eingemauert sind in Kirchendiplomatie und Kirchenpolitik wie Donald Trump und andere.
    Ich hatte das Glück Ernesto Cardenal einmal in Wuppertal zu erleben, Leonardo Boff in Bonn (Publik Forum-Veranstaltung). Leonardo Boff war Kommilitone von Josef Ratzinger, der ihm
    viel Ärger bereitet hat mit seiner Glaubenskongregation. Beide ‚Befreiungstheologen‘ haben mich tief beeindruckt. Auch Norbert Greinacher hat ständige und heftige Kritik an seiner Kirche geübt, aber er arbeitete daran, dass sich was ändert. Dorothee Sölle, was wurde nicht alles in Bewegung gesetzt, um ihren Auftritt 1983 in Vancouver zu verhindern (mehr dazu s.u.) Was war sie mutig und unerschrocken, und für einen Politischen Sozialismus!
    Auch soll man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, besser die Kirche im Dorf lassen.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass eine Gesellschaft ohne kulturelles Gedächtnis – und dazu gehört auch Religion – roher wird.
    Und wenn das keine Empathie ist:

    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/missbrauchsdebatte-schonungslose-analyse-von-kardinal-schoenborn,RHJWRf2
    https://www.youtube.com/watch?v=PfF_ArkQzFY
    https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-12/oesterreich-schoenborn-ukrainische-orthodoxie.html
    https://www.erzdioezese-wien.at/site/nachrichtenmagazin/kolumnenblogs/kolumne/article/69275.html

    DoRoTHEE SöLLE: »ZIVIL UND UNGEHoRSAM«– 029 –DSH1981. Kirchentag in Hamburg:Ein breites Bündnis von christlichen, alternativen und sozialistischen Gruppen und Parteien rief zu einer ersten großen Friedensdemonstration auf. Die Leitung des Kirchentages und zahlreiche Bischöfe bemühten sich nach Kräften, eine Beteiligung an dieser Demonstration zu verhindern. Dorothee Sölle, die zum Zeitpunkt des Beginns der Demonstration einen Vortrag halten sollte, rief alle Anwesenden zu der Demonstration auf. Tausende von Menschen begleiteten sie und am Ende hatte die Demonstration für alle unerwartet fast 100 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dorothee Sölle hielt solche Aktionen für Ausdruck einer spirituellen Praxis. 1983. Weltversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Vancouver:Dorothee Sölle war um den Eröffnungsvortrag gebeten worden. Glücklicherweise blieben die Be- mühungen aus der EKD (Zentrale der Evange-lischen Kirchen in Deutschland), Sölles Auftritt zu verhindern, ohne Erfolg.

    • Wenn ich sage, ich identifiziere mich mit „meiner“ Religion oder mit „meinem“ Gott, bin ich im Außen. Es gibt aber Gott bestenfalls in mir.
      Angenommen, ich bin mir der Allmacht und den nahezu unbegrenzten Möglichkeiten, die mich als rundum funktionierende Wesenheit Mensch ausmachen bewusst, dann bin ich im Wissen. Ein Wissensbewusstsein, das weit über die mit der Ratio zu erfassende Wahrnehmbarkeit hinausgeht – denn in ihm ist Empathie, Demut, Zuversicht und Vertrauen. In diesem Wissen sind Tod und Leben gleichberechtigt in ihrer Existenz. Glauben hat somit in diesem Moment keinerlei Bestand mehr. In diesem Moment verwandelt sich im übertragenen Sinne Wassser in Wein…

      Glauben kann Indikator sein, ebenso die in den jeweiligen Religionen innewohnenden Avatare – wie Jesus oder Maria aber auch Krishna Murti oder Manitu… Ein Impuls, eine Medizin dahingehend, Frieden, Vertrauen und Zuversicht für den Moment zu finden, vielleicht auch länger. Aber durchaus auch als Begleiter zu sich selbst. Ich habe dafür großen Respekt.

      Den wahren, dauerhaften Frieden kann ich aber letzten Endes nur ALLEIN in mir selbst finden – jenem Selbst, in dem Zerstörung (als Kraft; um Leben zu bewahren und zu beschützen) und Schöpfung gleichermaßen ruhen, die Liebe und die Wut um Veränderung anzustoßen und das Bewusstsein um die eigene Nacktheit und um das unumstößliche Ende in der Zukunft.
      Und zugleich eine enorme innere Kraft, die im Grunde ALLES in meinem Leben verändern kann… warum soll ich diese Kraft in ein Außen packen indem ich mich mit diesem identifiziere? In Konstrukte und nichtmanifeste Wesenheiten, über das und die ich letzten Endes doch keinen Einfluss haben werde? Sie auf mich allerdings schon, wenn ich als funktionierendes Etwas um mein Leben ringe, sozusage ÜBERLEBE ….

      Und aus der Sicht jener Konstrukte und Wesenheiten:
      Wie kann ich Ihr Selbst beeinflussen wenn Sie es selbst bereits getan haben – das Erfühlen und Erfassen Ihres wahren ICH-Sein? Warum sollte ich das tun? Zu welchem Zweck wenn ich diese („göttliche“) Kraft ja in mir selbst erkennen und fühlen kann. Bin ich in meinem wahren Selbst, brauche ich mich nicht identifizieren – mit Nichts und Niemanden Brauche ich nicht manipulieren. Denn ich bin von Natur aus – oder auch Gott gegeben – VOLLKOMMEN. Genau wie Sie….. 🙂

    • Lieber Fontanus

      Zunächst wollte ich Ihren Worten widersprechen, weil ich dachte, dass Sie grundsätzlich, die Wahrnehmbarkeit durch Ratio von dem Wissensbewusstsein trennen, aber dann begriff ich, dass ich genauso wie Sie denke. Die kurze Verwirrung in mir wurde dadurch verursacht, dass ich nicht gewöhnt bin von meinen Mitmenschen direkt, solche Wahrheiten zu hören.
      Ich möchte das, was Sie sagten für mich präzisieren.

      Also ohne Wissen gibt es nur ein rudimentäres Bewusstsein, wenn überhaupt. Wissen bedeutet Verknüpfungen im Gehirn. Sobald das Gehirn des Embryos anfängt, sich nach dem Plan der Gene zu entfalten und mit den Sinnen zu verknüpfen, fängt auch das Wachstum des Wissens des Embryos. Allmählich fängt es an mit seinen Sinnen seine Umwelt zu erfahren und über sie zu lernen.
      Dann wird es geboren, seine Augen öffnen sich und langsam wächst aus dem vorgeburtlichen Wissen und dem späteren wachsenden Wissen nach der Geburt das Wissensbewusstsein. Anfänglich ist das Kind seiner Umwelt schutzlos ausgeliefert, wenn auch von Anfang an mit Mechanismen ausgestattet mit denen es seine Umwelt und insbesondere seine Eltern zwingt, es über alles zu lieben. Sein lächeln, sein Aussehen und sein Geruch. Für all das sind wiederum die Eltern vorprogrammiert, es lieben zu müssen. Über die Biochemie, die durch die Gene eingeleitet wird möchte ich hier aus Platzgründen nicht sprechen.

      Also die Menge des Wissens, das für die Bildung des Bewusstseins zuständig ist, ist unvorstellbar groß und es ist unmöglich sie in das sich neu bildende Bewusstsein in der wahrnehmbarer Form zu integrieren(Wahrnehmbarkeit)
      Zum Wissen, von dem ich hier schreibe, gehören auch alle Gefühle und Emotionen, die das neugeborene Kind im Laufe seiner Entwicklung erfährt. Dieses gemeinsame Wissen(Ratio und Gefühle) über sich selbst ist so gewaltig, dass man das in der ganzen Größe nicht wahrnehmen kann.
      Das ist die Identität, das ist der Geist des Menschen und seine Seele. Diesem Geist (Identität, Seele, Persönlichkeit) wohnt Empathie, Demut, Zuversicht und Vertrauen und das ganze Geheimnis des Selbst inne.
      Ich möchte hier anmerken, dass ich kein Atheist oder Materialist bin, denn worüber ich nichts weiß darüber kann ich nicht so reden, als ob es gebe, oder nicht gebe. Das sollte zunächst im Reich der Phantasie bleiben. Und wenn wir die zwei Bereiche in unserem Leben nicht unterscheiden können, dann ist es Wahn.
      Diese Schlussfolgerung kommt lediglich aus meinem Wissen und Leid, das ich während meines Lebens gesammelt habe. Aber wohlgemerkt aus „Wissen“ und nicht aus „Glauben“

      Zu den weiteren Aspekten Ihres äußerst inspirierenden Briefes kann ich aus Zeitgründen erst später eine Meinung äußern.

      Liebe Grüße.

  3. Hallo Herr Kirner

    Ich finde Ihre Aussage an der Stelle, wo Sie über den Hitler aus der Perspektive seiner pränatalen Phase und späterer traumatisierenden Kindheit sehr interessant. Könnten Sie etwas mehr darüber sagen?
    War Hitler schuld an dem Leid der Menschen, den er, als der wie sie sagen gemachter Dämon „Hitler“, verursacht hat, schuldig? Oder war seine schreckliche vorgeburtliche und nachgebürtliche Trauma daran schuld?
    Sind die Mörder, Vergewaltiger und andere Verbrecher das Ergebnis ihres Traumas?
    Auf Ihre differenzierte Meinung würde ich mich freuen.
    Hochachtungsvoll

    • Gewalttäter als das Ergebnis der erlebten eigenen physischen und/oder psychischen Verletzungen zu sehen ist eine gewagte Vermutung. Demnach müßte es zumindest ein ausgewogenes Verhältnis von Straftaten und Verbrechen beiderlei Geschlechts geben. Aber es läuft genau anders. Frauen werden viel häufiger Opfer von Straftaten und werden viel seltener zu Straftätern und das kann im Zeitalter moderner Waffentechnik nicht an der meist körperlichen Überlegenheit von Männern liegen. Also liegt doch eher die Vermutung nahe, dass traumatisierte Menschen seltener zu Gewalttätern werden? Das ist auch eine gewagte These, allerdings mit einer größeren statistischen Evidenz. Zu berücksichten ist sicherlich wie sich Konkurrenz in einer patriarchalisch ausgegerichteten Gesellschaft gerade auf das Verhalten von Männern auswirkt. Ich stelle immer wieder fest, dass bei schrecklichen Verbrechen immer in der persönlichen Vergangenheit des Verbrechers (leider meist männlich) nach erlebten Traumata gesucht wird. Ich denke man sucht hier an der falschen Stelle. Aber vielleicht sagt Florian Kirner auch noch etwas dazu.

    • @passant, der Moderator in dem Gespräch ist Gewaltstraftäter-Therapeut. Hätte Herr Kirner Unsinn erzählt, der Moderator wäre eingeschritten. Hat Herr Kirner aber nicht. Zu berücksichtigen bei Ihrer persönlichen statistischen Vermutung von traumatisierten Frauen und Männern wegen Gewalt als Ursache von Traumen, muss man etwas über die unterschiedliche Architektur männlicher und weiblicher Gehirne wissen. Dann spielt ein bestimmtes Gen manchmal eine größere Rolle, dann die Trauma- und Gewaltkultur von Personen. Eine gewagte Vermutung ist das übrigens nicht, eher Usus in der Täterpsychologie.

    • Sie sagen:
      „Gewalttäter als das Ergebnis der erlebten eigenen physischen und/oder psychischen Verletzungen zu sehen ist eine gewagte Vermutung.
      Demnach müsste es zumindest ein ausgewogenes Verhältnis von Straftaten und Verbrechen beiderlei Geschlechts geben.“

      Wie sind Sie zu dieser Schlussfolgerung gekommen? Die ist nämlich leider nicht korrekt. Denn nicht allein die Traumatisierung eines Menschen führt zwangsläufig zum Verbrechen. Es sind noch andere Ursachen notwendig, damit sich ein Trauma zu einem Verbrechen entwickeln kann. Nämlich die Umwelt, in der die traumatisierte Person aufwächst, und ob sie männlich oder weiblich ist. Die weibliche Person ist schon wegen einer geringeren Menge an Testosteron der in ihrem Körper ausgeschüttet wird, wesentlich weniger fähig, Gewalt ausüben, als Jungs. Auch wachsen Mädchen wegen der geltenden Sitten, in einer weniger aggressiven Umgebung als die Jungs, die sich besonders in der Pubertät, wegen dem erhöhten Spiegel von Testosteron oft prügeln müssen. So war es früher öfter als heute. Heute greifen die männlichen Jugendliche ehe auf gewalttätige Computerspiele oder Filme aus dem Internet zurück um ihre Aggressionen zu befriedigen.
      Zum Beispiel Bushido. Er wurde Verbrecherreif traumatisiert und obwohl er allen Voraussetzungen nach zum Verbrecher werden müsste wurde aus ihm stattdessen Rapper. Ein Gewaltprädigende, aber selber nicht praktizierend, obwohl man schon gehört hat, dass er seine Frauen nachweislich verprügelte. Hätte er aber keine Möglichkeit gehabt seinen Hass und Gewalt in Form seiner Performance zu kanalisieren, wäre er sehr wahrscheinlich zum Gewalttäter geworden. Zumindest hatte er, statt selber gewalttätig zu werden, zur Gewalt und Hass in seinen Songs aufgerufen. Wer weiß allerdings wie viele Jugendlichen durch seine Predigten selber zu Gewalttaten verleitet wurden.

      „Ich stelle immer wieder fest, dass bei schrecklichen Verbrechen immer in der persönlichen Vergangenheit des Verbrechers (leider meist männlich) nach erlebten Traumata gesucht wird. Ich denke man sucht hier an der falschen Stelle…“

      Ich bin auch interessiert, was Florian Kirner darüber sagt, aber vielleicht erfahren wir nie etwas davon.
      Deshalb meine Frage: An welcher Stelle soll Ihrer Meinung nach, bei den schrecklichen Verbrechen gesucht werden?

    • @RüdigerLenz, auch wenn man eine statistische Gleichverteilung von traumatisierten Menschen beiderlei Geschlechts annimmt, dann erwartet man auch eine annähernd gleichverteilte Reaktion auf erlebte Traumen, die sich durch Verbrechen äußert. Kurz: Das Opfer sucht „Traumabewältigung“ in dem es auch mal zum Täter werden will. Sieht man sich die Geschlechterverteilung von Gewaltverbrechern in Haftanstalten (weltweit) an, dann sitzen 90% Männer ein und diese Zahl habe ich mir nicht ausgedacht. Erwarten müßte man ein Verhältnis von 50 zu 50, vorausgesetzt Frauen und Männer werden gleich oft zu Opfern. Die Schlußfolgerung, dass Gewaltverbrecher eine entsprechende Traumaerfahrung mitbringen und deshalb zum Täter werden birgt die Gefahr, dass Opfer die ebenfalls Traumata erlitten haben ohne diese durch Straftaten zu „verarbeiten“ in Verdacht geraten eine latente Gefahr für die Bevölkerung zu sein (tickende Zeitbombe), womit diese erneut zu Opfern gemacht werden.

    • @passant, richtig ist ja, dass Traumen verarbeitet werden müssen, wenn man sich von diesen befreien will. Das tun die Wenigsten jedoch, da die Meisten der Überzeugung sind, dass alles okay ist. Frauen üben ihre Traumabewältigung in Bezug auf Gewalttaten ganz anders aus. Die Forschung hat a lange weggeschaut, tut sie auch heute noch, da das Augenmerk von Gewalttaten auf die Faust und das Blut gerichtet ist. Traumabewältigungen gehen immer Ersatzhandlungen voraus. Und diese sind bei Frauen andere als bei Männern. Frauen spielen hier viel ausgeklügelter und charmanter die Rolle einer fürsorglichen Frau. Das wird oft vorgetäuscht aber diese Falle gelingt fast immer. Mutter Teresa zum Beispiel war keine Heilige, sie war eine Massenmörderin. Das ist schon lange nachgewiesen, aber die Öffentlichkeit kann das gar nicht in ihr Weltbild lassen. Die Medien handeln sie immer noch als Heilige ab, der Vatikan auch. Es ist eine vollkommen andere Art und Weise, wenn Frauen ihre Gewalttaten ausüben. Sie ist, umgangssprachlich, intelligenter und nicht so „durchschlagend“ wie bei Männern, weswegen männliche gewalt viel eher im Fokus der Öffentlichkeit steht. Auch werden Frauen von Richtern, statstisch gesehen, viel „sanfter“ verurteilt. Es fällt noch immer sehr schwer, wirklich wahrzunehmen, wie Frauen Gewalt ausüben. Doch würde man das, so wäre die Zahl viel größer, als die, die sich die „Statistiker“ herbeisummieren.

    • Damit sie glaubwürdig bleiben müssen Sie Ihre Aussagen differenzieren. Sonst verwirren Sie Ihre Zusauer. Es ist nicht so, dass Traumen grundsätzlich, wie Sie anzudeuten versuchen, nicht verarbeitet werden.
      Jeder Mensch entwickelt seine spezifischen Methoden um eigene Traumen(Verletzungen) zu heilen. Angefangen mit dem schlimmsten Kindestrauma also die Erkenntnis über den eigenen sinnlosen Tod.
      Man soll nicht allgemein alle Menschen als psychisch traumatisiert betrachten und dies als eine verharmloste Volksseuche zu betrachten, wie das Professor Rupert tut, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
      Und wenn die meisten der Überzeugung sind, dass sie nicht traumatisiert sind, dann sollte man nicht versuchen sie extra zu traumatisieren, in dem man ihnen einen Trauma hineinimplementiert.
      Sie sagen, dass die Forschung lange wegschaute und dass sie es immer noch tut, die wahren Ursachen der Gewalttaten zu erkennen. Ich weiß nicht von welcher Wissenschaft Sie sprechen, aber Sie liegen absolut falsch. Sie sollen nur die Wissenschaft betrachten die das „Wissen“ und nicht „Unwissen“ schafft. Daher kommt das Wort: „Wissen“ schaft.

      Hier ein Link zu den führenden Wissen schaffenen Neurowissenschaftler in Deutschland und in der Welt: https://www.google.com/search?biw=479&bih=439&ei=O1phXMLwI8XSkgWJg7qQBg&q=hirnforschung+youtube+singer+gerhard+roth+haynes&oq=Hirnforschung+youtube+Singer%2C+gerhard+roth%2C+hayne&gs_l=psy-ab.1.0.33i21j33i160.5678.9055..11423…0.0..0.163.837.1j6……0….1..gws-wiz…….35i39.BEXlycU5xq4

    • @Rüdiger Lenz
      Lieber Herr Lenz
      betreffs des Mythos der M. Theresa läge mir, als wesentlich Unbeteiligter zu diesem Thema, und im Kontext der sag ich mal wahren sprichwörtlichen Bedeutung der Rolle, die Sie ihr zuschreiben, viel daran, dieses Thema differenzierter/neutraler/belegbarer anzugehen. Für sensible Foren wie diesem, sind letztlich im Raum und im Spiegel der eigenen (ich spreche hier in dritter Person und somit auch von mir) Unwissenheit verbleibende Bewertungen, umgekehrt auch ein gefundenes Fressen für gleichermaßen heruntergerechnete Stigmatisierungen. Wir sind uns möglicherweise darüber hinaus und ungeachtet dessen, einig, dass in diesen Rollen-Zuschreibungen letzten Endes auch nicht die Ursache für das Leiden so vieler Menschen zu finden ist… LG

    • Die Reduzierung auf eine Rolle – egal ob als Opfer oder Täter – bewegt sich immer im Raum des Nichtgreifbarens. Dieses Phänomen wird und wurde nahezu exsessiv im (welt-)politischen Diskurs genutzt und an Wahnsinn grenzend gesteigert, indem von wenigen Instanzen ausgehend, ganze Völker, Nationen und Rassen in diesem Raum des Nichtgreifbarens gefangen gehalten werden.
      Deswegen ist es wichtig, diesen eingrenzenden Fokus zu Opfer und Täter zu überwinden und zunächst bei sich selbst, das wesentlich realere, nämlich die eigene Identität zu entdecken und für sich greifbar zu machen. Erst dann ist auch Aufarbeitung im Außen möglich.

      Genauso auch in der Forensik – ich werde niemandem in seiner Rolle begegnen ohne ihn nicht weiter in seiner Haltung zu bestärken. Denn jeder Täter war im Grunde zunächst Opfer und hat sich mit seiner Rolle identifiziert oder identifizieren müssen. Erst in der (therapeutischen) Begegnung auf subjektiver Ebene – also in der Begegnung, des Menschen, der im tiefsten Innern niemals gestorben ist, ist Veränderung, ist das Fühlbarmachen des Geschehenen und dem Trauma, welches dahintersteht, möglich.
      Ich weiß auch nicht, für was die Unterscheidung in den Rollen gut sein soll, außer für die intellektuelle Auseinandersetzung innerhalb des Konstruktes, die letzten Endes durch die objetive und auf Distanz getrimmte Haltung ins Leere verläuft. Wir sind alle Menschen, die unter dem Strich bestimmter sublimierter rollenspezifischer Haltungen und deren Konsequenzen, dasselbe für Angst, Wut oder Trauer aber auch Liebe empfinden.

    • Opfer und Täter

      Ich weigere mich persönlich den Begriff „Schuld“ als ein Werkzeug unseres gegenseitigen Beurteilens und Verurteilens anzuwenden, denn angesichts unseres derzeitigen Wissens und Fühlens über uns Menschen, sind wir im Stande, nach meiner Überzeugung, einen wahren humanistischen Umgang miteinander zu schaffen.
      Es gibt also keine Schuld, also gibt es in diesem Sinne auch keine Opfer oder Täter.
      Was es allerdings gibt, sind wir Menschen in unzähligen Facetten ihrer Schwächen und Stärken, ihres Leides und ihres Glücks.
      Und wenn es keine Schuld gibt, dann gibt es auch keine Bestrafung, die nur dazu da ist, um noch einmal mehr, eine Gewalt auf denjenigen Menschen auszuüben, die vorher schon selber eine Gewalt erlebten, welche sie schließlich zu der Gewalt führte, für diese sie dann schließlich, noch einmal mit einer Gewalt bestraft wurden.

      So begegnen wir dem Menschen mit Liebe und Empathie und vor allem mit Gerechtigkeit. Ich weiß es ist schwer aus der Gewaltkette der Gewalttäter auszubrechen und zu einem echten Menschen wie zum Beispiel Jesus oder Gandhi zu werden, aber es ist wenigstens zunächst den Versuch des Nachdenkens wert.

      Selbstverständlich bedeutet mein Denken und Fühlen nicht, dass ich die Mörder oder Vergewaltiger in Ihrer asozialen Freiheit lasse, ohne ihre Taten zu beachten. Natürlich ist es die Pflicht der Gesellschaft diese Menschen zu isolieren und so lange dort behalten, bis sie für sie keine Gefahr mehr darstellen. Aber das ist auch nicht alles. Jeder solcher Täter ist ein Quell des neuen Wissens über uns selber und der sozialen Strukturen unter uns, und dient der zukünftigen Prävention und Erschaffung eines besseren Umgangs zueinander.
      Wenn wir vielleicht nur 20% der Gelder, die wir für die Rüstung und Kriege ausgeben, für die neuen Fakultäten an den Universitäten ausgeben, um humanistisches Wissen über Menschen, sein Gehirn und seine Psyche verwenden, schaffen wir langfristig, zukünftige Therapeuten, welche sich in den neu entstandenen Resozialisierungsanstalten um die Menschen kümmern, welche mit der Gerechtigkeit in Konflikt geraten sind.

      Wir müssten dann auch unsere Kindergärten und Schulen mit denselben hochqualifizierten Psychotherapeuten anvertrauen, damit diese mit ihrem Wissen und Fühlen, sofort die sich anbahnende Störung in der psychischen oder physischen Entwicklung des Kindes erkennen und den Ursachen derer nachgehen.
      Vielleicht würden es die 20% des Rüstungsetat nicht reichen, um solch soziale Veränderung durchzuführen, aber es ist genug Geld in der Gesellschaft da. Damit meine ich eigentlich nicht die wirkliche Gesellschaft, sondern die welche außen vor steht, nämlich die Eliten. Statt sich ihr Selbstwertgefühl aus ihrem schäbigen Narzissmus zu schöpfen, sollten die Milliardäre(ich könnte genug Namen nennen) ein neues, soziales und gesundes Verhalten, als Grundlage ihres diesmal gesundes Selbstwertgefühls für sich entdecken.

  4. Hallo Herr Lenz
    Ein sehr interessantes Gespräch. An Ihrer Stelle würde ich allerdings etwas mehr ins Detail gehen wollen und zwar aus reiner Neugier so nah wie möglich an die Wahrheit zu kommen.
    Zum Beispiel an der Stelle an der Herr Kirner beschreibt, wie seine Hand bei der Berührung mit der Hand des sterbenden Vaters von gelben Energielinien überströmt war…. Denn solche Stellen werden immer von den Scharlatanen, Lichtesser und Wunderheiler als Werbung für ihr abartiges Wirken benutzt.
    Ich würde zum Beispiel fragen: Wie meinen Sie das mit den gelben Energielinien? Denn einige von den aufgeklärten Zuschauer würden durch die Aussage über den möglichen ungesunden Zustand der Psyche des Sprechenden irritiert sein.
    Ich würde Herr Kirner fragen, ob er diese Energie, diese intensiven gelben Linien aus der Perspektive der heutigen Erinnerung als existent betrachtet.
    Oder ob er dieses Phänomen lediglich als ein Produkt seines momentanen Geisteszustandes betrachtet, um dem Sterben einen Sinn zu geben?

    Leider scheuen die meisten und auch Sie sich in dieses Gebiet vorzuwagen, was natürlich schade für die Zuschauer ist.
    Man könnte viel mehr über den Menschen erfahren, wenn man sich wagt, an die Grenze seines Wissens und seiner Vernunft zu gehen, um das böse Handwerk der Scharlatane bei der Verbreitung und Konditionierung der Dummheit zu verhindern.
    Aber auch, um das Empathie- und Humanismusfähige Denken und Fühlen zu erweitern.
    Übrigens fand ich Ihr Schlusswort sehr schön und interessant. Dass man Empathie zur sich Selbst entwickeln muss, damit man die richtige Schritte geht. Nur so selbstverständlich ist die Aussage wie sie annehmen ja nicht, dass man sie eindeutig interpretieren kann.
    Also was haben Sie mit dieser Aussage gemeint?
    Hochachtungsvoll

    • Hallo Amadeus – ich habe folgende Erkenntnis zu diesem Thema, da ich mich auch selbst in Aufarbeitung meiner eigenen Geschichte darin wiederfinde:

      Empathie zu sich selbst beginnt dort, wo auch die eigene Geschichte und das eigene Schicksal beginnt – dort wo die bedingungslose Bedürftigkeit (im Kind-Sein) beginnt, also in einem Alter, lange vor den Fragen der Ratio und die Bewertungen über das Ego.
      Die bedingungslose vor allem gefühlsmäßige Anerkennung erfährt man somit immer erst von außen durch die Eltern (vorrangig der Mutter). Dieser Kontakt schafft das Urvertrauen in einem. Dieses Urvertrauen über die nonverbale Botschaft „Du bist willkommen/gewollt“ oder „Du bist gut“ etc.. als Kind ist die Basis um zu wachsen und sich im individuellen Sein zu entwickeln und auszudehnen. Hier liegt auch das Geheimnis der Empathie zu sich selbst…

      Was hier bei dem Gespräch schön herausgearbeitet wurde, ist für mich die Tatsache, dass sich die Suche im Außen und in Ressonanz der Rollen, die im Leben angenommen wurden, sich letztlich (immer) im Kreise und in Auseinsandersetzung der leiblichen Eltern wiederfindet.
      In der Auseinandersetzung mit meiner eigenen (Entstehungs-) Geschichte erfahre ich schließlich (mehr und mehr) auch den Weg, hin zur Anerkennung meiner Selbst und finde letzten Endes dadurch auch Empathie zu mir selbst und auch zu meinen Mitmenschen….

    • Hallo Fontanus,
      danke für deine ehrliche Meinung.
      Ich habe die Frage gestellt, weil ich weiß, dass die meisten Menschen denken zwar, dass sie wissen, was mit Empathie gemeint ist, was aber mit der wahren Bedeutung des Wortes sich nicht deckt. Ich bin ein Befürworter und, könnte man sagen, Aktivist einer klaren Sprache aus der eindeutig klar wird, was gemeint ist.
      Die Entwicklung der Sprache war das wichtigste Faktor der Entwicklung des Menschen schlechthin.
      Die komplexe Sprache, die wir sie beherrschen, ist die Voraussetzung unserer Menschlichkeit, deshalb um es kurz zu fassen, ist es so wichtig, dass wir dafür kämpfen, sie so klar wie möglich anzuwenden. Ich benutze zum Beispiel nie das Wort „glauben“, weil dieses Wort zu der Zeit erfunden wurde, in der die Menschen fast nichts über die Natur wissen konnten, und um überhaupt angesichts dieser Lücken kommunizieren zu können, einen Joker – Wort „Glauben“ erfunden haben.

      Statt „ich glaube, dass es bald dunkel wird“ kann man klartext sagen: „ich denke, dass es bald dunkel wird“ Denn nicht das Glauben, sondern das Denken sollte die Ursache für das Wissen sein.

      Für die Aufarbeitung meiner Geschichte brauchte ich zum Beispiel die Fähigkeit zur Empathie, denn ohne sie konnte ich weder mich als kleines bedürftiges Kind und späterer Erwachsener, noch ein anderes menschliches Wesen verstehen.

      Empathie bedeutet nicht, ein Mitleid mit anderen Menschen zu haben, oder mit ihnen zu fühlen, sondern die Fähigkeit die Kausalitäten im menschlichen Verhalten zu verstehen und erklären zu können. Und das unter der Berücksichtigung der modernen Gehirnforschung um Bescheid über die physischen Grundlagen des menschlichen Verhaltens zu wissen. Ohne diese Kenntnisse ist man immer in der Matrix der Falschheit des Denkens gefangen.

      Und erst dann hat das Mitleid und Fühlen mit anderen Menschen eine dauerhaftes Fundament, und ist nicht abhängig von dem Gruppenzwang der Gesellschaft in der man lebt.

      Sogar einer der größten Denker unserer Zeit Eugen Drewermann, obwohl er aus der Reihe der Kirche kommt, richtet sich in seinen Beurteilungen und seinem Wissen streng nach den neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung. Offensichtlich kann die Vernunft und Wissenschaft mit Religion miteinander in Symbiose leben, solange die Religion die Vernunft und Wissenschaft nicht beeinflusst.

      Die Empathie ist nicht das Ergebnis von der Fähigkeit zum Fühlen, sondern das Ergebnis der Aufklärung, der vielen klugen Bücher, die man gelesen hat, vieler Gespräche mit möglichst verschiedenen Menschen, um ihre Charaktere und Persönlichkeit und dabei eigene Persönlichkeit zu erforschen.
      Auch die eigenen Erfahrungen bei Begegnungen mit eigenem Schmerz und Leid, verstärkt die Fähigkeit zur Empathie. Jemand der den Film Earthlings 2.0 gesehen hat https://www.youtube.com/watch?v=T8vGNBSnoQU
      und weiterhin Fleisch ist, ist ein Heuchler und sicherlich nicht empathisch, auch wenn er es gerne behauptet.

      Sie haben schöne Themen angesprochen zum Beispiel die Anerkennung des Rechts eines Neugeborenen auf Urvertrauen und dann das Recht des Kindes auf das Gefühl willkommen/gewollt zu sein.
      Ich denke viele von uns aus meiner Generation 1956 und anderen, haben damit Probleme zu sagen, dass sie im Geiste dieses Urvertrauens und mit dem Gefühl gewollt zu sein, ihr Leben leben konnten.

      Also die Frage an Sie. Meinen wir dasselbe unter dem Wort „Empathie“ ?

      Liebe Grüße

    • @Amadeus, das Gespräch mit Herrn Kirner war weder ein Verhör noch eine wissenschaftliche Abhandlung. Herr Kirners Meinung, Auffassung und Weltbild ist allein Herr Kirners Angelegenheit. Diese mit den Waffen der Wissenschaften auseinander zu klamüsern, ist gar nicht Ziel des Sendungsformates. Da ich selbst mich mit transpersonaler- mit paranormaler wie auch mit Nahtoderlebnissen auseinandergesetzt habe, gab es für mich keine Einwände. Zumal ich das sehr persönliche Erlebnis mit seinem Vater, der gestorben ist, nicht auseinander zu nehmen habe. Wäre ziemlich respektlos, so etwas, für mich.

    • An Rüdiger Lenz
      Oherrje,
      also Sie haben in ihrer Sendung nichts mit dem Wissen und Wissenschaft zu tun?
      Es geht also bei Ihren Gesprächen um Mpathie und nicht um Empathie? So. So. Jetzt verstehe ich.
      Da Sie nichts mit Wissen also Wissenschaft am Hut haben, sondern wie Sie andeuten, lediglich mit transpersonalen und paranormalen und auch nahtoderlebnissen Denkstrukturen denken, kann es sich hier tatsächlich unmöglich um die schöne Empathie handeln, denn diese eine reine wissenschaftliche Domäne ist.
      Aber was ist das diese Mpathie über die Sie sprechen und Denken? Können Sie das bitte erklären? Und inwiefern hat diese mit ihrem transpersonalen und paranormalen Denken zu tun?

    • Lieber Amadeus –

      Am Anfang allen unseren Seins ist das Fühlen und wir sind da noch nicht zu bewerten, weder als Gut noch Böse, denn es gibt noch nichts, was zu bewerten ist – wir sind lediglich Empfänger für Gefühl und Sinneseindrücke. Und zwar bedingungslos. Wir sind in diesem Stadium des Frühgeburtlichen wie warmes Wachs, in das im Grunde JEDE/R seinen Stempel drücken kann.

      Empfangen wir keine Gefühle (und mehr noch: erfahren wir von Außen Gewalt in jedweder Form), wird der Schmerz, darob durch andere Gefühle ersetzt (in der Gehirnforschung und in anderen auch empirischen Wissenschaften schon längst belegt), wie Wut und Angst oder Lethargie und Erstarrtsein während es innerlich brodelt wie in einem Vulkan … –

      Das ist das Trauma. Warum? Weil wir von Natur aus so beschaffen sind (Empathie braucht am wenigsten Energie weist die Gehirnforschung nach), wenn wir so wollen – wir können es als Frühgeborene (weil hilflos) nur noch nicht für uns selbst reflektieren. Hier funktioniert in erster Linie unser Körper, unser Reptiliengehirn. Bei Trauma geht es immer ums Überleben. Aber wir können unsere Bedürftigkeit trotzdem zum Ausdruck bringen, um diese einzufordern – Weinen, Lachen. Lachen – wer mag keine Babys?

      Mit diesem latent im Leben weitere Traumatas generierenden Trauma wachsen wir auf, denn wir identifizieren uns mit dem was übrigbleibt: Die Angst der Mutter, die Gewalt des Vaters schließlich dann >> das ADHS >> die Pöbelei am Schulhof >> die Sucht >> das Burnout >> die Kündigung >> der Krebs …. wir identifizieren uns mit den Rollen, die daraus erwachsen und/oder die uns auferlegt werden: Das Opfer, der Täter, der Überlebenstypus, der Harte, der Angepasste, der Besserwisser … der Despot, der Psychopat …. (gleiches gilt natürlich auch für das weibliche Geschlecht) etct. pp.

      Sehr prägend sind auch die Abwehrmechanismen, die den Ursprung unseres Fühlens (unseres Schmerzes) bewachen und uns, in letzter Konsequenz ALLEN, das Leben zur Hölle machen (können), indem wir beispielsweise uns und andere zu Objekten machen und indem wir die Welt, plakativ wie Hollywood, in Gut und Böse einteilen.

      Wir funktionieren als menschliche Wesen aber auf sehr vielen Ebenen und das Zusammenspiel daraus gleicht einem Wunder. Ein von Natur aus(!) sehr effizientes und energiesparendes Wunder. Die Essenz daraus ist jedoch relativ einfach nachzuvollziehen, wenn man dafür innerlich bereit ist:

      In unser Siegel passt, wenn man so will, nur unser EIGENER Stempel. Dieser erwächst aus dem gefühlsmäßigen Zuspruch, der (und nur der) uns im Stadium des Frühgeburtlichen zugedacht ist: Geborgenheit, Angenommensein, Gesehen-Sein, warmer körperlicher mütterlicher Kontakt – und das ohne Bedingung. Später dann die explorative Erkundung, das Lernen darüber, wie die Welt in einem und um einen herum funktioniert. Hier kommt auch die Rolle des Vaters zum Tragen …. etc. pp.
      In diesem Kontext des Urvertrauens zur unmittelbaren Umgebung und somit auch zu sich selbst, entwickelt sich schließlich auch die Fähigkeit, Empathie im Denken und Tun zum Ausdruck zu bringen. Empathie kann aber (auch nicht im Nachhinein) niemals über den Verstand zu 100% erfasst werden.

      Andersherum ist Empathie natürlich ein Teilaspekt des Ganzen Menschen, also Psyche und Körper, und somit verbunden auch, in weiterer Entwicklung, der Verstand. Der Gehirnforscher G. Hüther führt das in seinen Vorträgen auf sehr bildhaft schöne und teils witzig charmante Weise aus ….

      Letztlich geht es darum, zu diesem Ursprung, zu diesem ALLERERSTEN Gefühl in unserem Leben zurückzukehren.
      Schriften, wie die von G. Hüther, K. H. Brisch oder F. Ruppert können ein sehr sehr guter Wegbereiter sein – doch letztlich brauchen wir jemanden, der uns DIE Gefühle wiederspiegelt, die in vergangen Tagen in uns abgespalten wurden und die wir über wohlwollende Ressonanz schließlich integrieren können.

      Nur so können wir letzten Endes zu UNSEREM STEMPEL, zu UNSERER IDENTITÄT finden … Auch hier gibt es tausende empirische Studien. Und in diesem Umstand liegt dann auch der Beweis, das wir ALLE (Ohne Ausnahme) die Anlagen in uns tragen, sich zu wahrer menschlicher Größe aufzurichten. Ist das nicht ein Wunder?

      Ergo und auf vereinfachte nichtwissenschaftliche Weise zusammengedampft:
      Nichts ist verloren (nur mehr oder weniger in uns begraben und auf den Tod bewacht), wir müssen lediglich den Stempel, der uns von außen aufgedrückt wurde, durch unseren EIGENEN ersetzen. Wir müssen unsere eigenen inneren alten und jungen Wächter überlisten. Kein leichtes Unterfangen, insbesondere wenn wir in unserer Überlebens-Ratio verhaftet bleiben – in unseren Objektivierungen. Das Wachs ist hart und brüchig. Was bleibt also? Klar: Das Fühlen. Es war ja auch unsere Startbedingung. Nur so wird das Wachs wieder weich … unabhängig von Alter, Geschlecht und Verfassung…

      Glaub mir – unvergleichliche Momente dies zu spüren und auch bei anderen zu sehen und zu fühlen, Es ist ja unser Usprung, unsere Startsofware. Ich weiß wovon ich spreche auch wenn ich mich nur bedingt bis gar nicht wissenschaftlich auseinandergesetzt habe damit … 😉

      Danke Dir für Deine Zeit, schönen Tag und mit besten Grüßen 🙂

  5. In der 7:35 verkündet Florian Kirner, dass er kein Materialist mehr sei. Sofort kommt die Zwischenfrage von Herrn Lenz: Seit wann nicht mehr? Kirner fühlte sich vom Fragenden nicht verstanden, weil er statt direkt zu antworten sofort erklärte, dass er die philosofische Bedeutung des Wortes meine, also nicht etwa geldgierig zu sein, sondern das Sein aus der Perspektive des Bewusstseins zu betrachten. So gesehen sei er der Meinung, dass das Bewusstsein das Produkt des Geistes sei. Ich habe den starken Eindruck, dass er einfach von einer Denkschublade zu anderen schlüpft, statt sich wissenschaftlich mit den Phänomenen zu beschäftigen, und erst dann eine logische Schlussfolgerung zu ziehen. Erst war er als junge Mann von 20 allwissend und ohne etwas zu wissen, also in einer Schublade wie er selber zugibt und jetzt ist er immer noch allwissend, allerdings in einer anderen Schublade. Dabei scheint er nicht zu verstehen, dass zwischen der Denkschublade, in der das Sein das Bewusstsein formt und seiner jetzigen Denkschublade, in der das Geist das Bewusstsein formt kein Unterschied ist. Nach der neuesten empirischen und neurologischen Erkenntnissen ist das Bewusstsein, sowohl das Sein, als auch der Geist. Leute die statt sich mit der Gehirnforschung zu beschäftigen, in die Kirche oder zum Esotheriker oder zum Lichtesser gehen um dort Antworten auf Ihre Fragen zu suchen haben ein Problem mit der Erkennung der Wahrheit. Das ist etwa so, als ob jemand der plötzlich halbseitig gelähmt zum Priester geht um geheilt zu werden.
    Von dem Sein, dem Geist, der Seele, dem Bewusstsein als von verschiedenen Phänomenen zu sprechen ist eine reine Tautologie der Ungebildeten. Man kann doch nicht vom Sein, dem Geist oder der Seele sprechen, wenn man nicht bewusst ist. Zum Beispiel ein Mensch, der jahrelang künstlich am Leben gehalten wird. Ist sein „Sein“ präsent? Und sein Geist auch? Und seine Seele? Soweit wir es wissen nein. Soweit wir es gerne hätten vielleicht ja. Aber sollen wir uns in unserem Verhalten nicht danach richten, was real und möglich ist, sondern danach, wie wir es gerne hätten? Wo ist denn meine Seele, wenn ich unter der Narkose auf dem O.P Tisch liege?
    Kann ich selbst auf die Frage antworten, während ich auf diesem Tisch unbewusst liege? Nein! Also wer kann das sagen? Der Florian Kirner, oder Rüdiger Lenz vielleicht? Oder ein Lichtesser?

    • Ich empfehle die ganze Reihe. Hier die Folge, an deren Anfang und Ende Hans Peter Dürr über Intuition spricht… so hab ich ihn kennen gelernt… https://www.br.de/mediathek/video/auf-den-spuren-der-intuition-intuition-wird-neu-entdeckt-av:5b59c12b5de3d500186b01d1
      Dann eines der – für mich besten Gespräche https://www.youtube.com/watch?v=anU86pXngMs

  6. Ich stimme Ihnen zu 100 % zu. Ich mag diesen Burschen. Seine Gespräche mit Franz Ruppert und Daniele Ganser, sowie das Interview mit Dirk C. Fleck auf Rubikon waren sehr empathisch. Sehr gut gefallen hat er mit auch bei der Zur Sache-Sendung „China – greift der Drache zur Pole-Position“ oder seine vielen Beiträge auf Rubikon. Er gefällt mir auch als Musiker. Auf seinen „Rebellischen Saiten“ gibt es sehr schöne Lieder zu hören. Zusammen mit Anna-Katharina Kränzlein trägt er dort eigene Texte vor im Stil eines Bänkelsängers. Sehr gut gefallen hat mir sein Mut und seine Offenheit über sein Sexualleben zu reden. Chapeau, dazu gehört schon was. Er hat im diesem Gespräch erwähnt, dass er seit zwei Jahren mit einer Frau zusammenlebt. Ich nehme an, weiß es aber nicht, dass es sich hierbei um Anna-Katharina Kränzlein handelt. Die beiden Menschen passen jedenfalls hervorragend zueinander.
    Danke Rüdiger Lenz für das empathische Gespräch.

  7. Tolles Interview!!
    Man erkennt den inneren Lausbuben Florian und erahnt die Qualitäten des gereiften Erwachsenen. Gerade auch im Hinblick, welche Arbeit, welches Abenteuer, dahintersteckt, die eigene WAHRE Identität für sich wieder-zugewinnen. Das ist berührend schön zu sehen und auch zu hören.
    Und da bin ich beim Punkt. Florian (in respektvoller Weise mit DU angesprochen, wir kennen uns nicht) spricht von Identitäten, beispielsweise im Kontext der sexuellen Ausrichtung.
    Ich finde, ROLLE – so Ruppert – trifft es besser. Auch weil der psychologische Kniff, der mit diesem Begriff verbunden ist, nämlich nach Belieben hinein- und wieder rauszuschlüpfen, oft sehr hilfreich sein kann in der Arbeit mit sich selbst.
    Was in der Realität sehr schwierig ist, auch wenn man bedenkt, dass uns im Grunde – möglicherweise bereits bei der Zeugung – bereits Rollen zugesprochen werden können, z.B. als Erbe oder als Alibifunktion für die Elternbeziehung … usw…
    Mit diesen Rollen müssen wir uns meistens idenitifizieren, um zu überleben. In unserer Identität gibt es (logischerweise) keine Rolle. Denn es gibt hier auch kein Überleben. Hier gibt es nur Leben. In der wahren Identität gibt es nur das, was uns als menschliches Individuum ausmacht – mit allen Ecken, Rundungen und Qualitäten…

    Die eigene Identität steht Natur gegeben somit über der Rolle. Die Rolle ist ein Konstrukt des Vestandes und kann ohne die Identität, die dahintersteht, nicht wirklich funktionieren. In meiner Rolle ohne um meine Identität zu wissen, bin ich beispielsweise manipulierbar und kann auch andere manipulieren, weil ich nicht wissen und nicht fühlen kann, wer oder was mich außerhalb dieser Rolle wirklich ausmacht …

    Unsere Gesellschaft zehrt (im Moment noch) vorrangig von den Rollen, die wir als einzelne Menschen im Leben, jeder für sich und in letzter Konsequenz auch für andere, einnehmen. Und somit auch ohne besondere Rücksicht auf die oft verborgene Identität des einzelnen Menschen.

    Davon abzukommen und um die eigene Identität in den Vordergrund zu rücken – das wird das große Abenteuer vergangener, dieser und zukünftiger Generationen sein. In unserer wahren Identität werden wir erkennen, dass wir – als Einzelne und somit konsequenterweise in homogenen Gruppen – unser Leben sehr wohl auch in Eigenverantwortung organisieren, genießen und auch gegebenenfalls, wenn nötig, auf adäquate Weise verteidigen können.

    Einzelne Aspekte dazu offenbahren sich für mich hier bereits sehr schön in diesem Interview. Danke dafür 🙂

  8. Wann lernen auch Menschen wie Herr Lenz, daß es niemals Un-Menschen geben kann.
    Per solcher Definitionen werden heutzutage in vielen Ländern Menschen exekutiert.

    Die Menschlichkeit verliert man nie!

  9. Hatte hier am Ende plötzlich den Eindruck, der Interwiewte hätte die Größere Berechtigung gehabt, das Schlusswort zu sprechen.
    Habe keine Vorstellung, wie das hätte aussehen koennen, um gut zu sein. Aber das des Interviewer war einfach zu aufgesetzt, Obwohl ich bislang oft den Eindruck bisher hatte, der Kirner sei zu aufgesetzt, was oft Sympathie verhindert.
    Aber hier, in diesem Gespraech wirkte er gar nicht mehr so aufgesetzt. Eine Lernkurve?
    Schade, dass ihm nicht das Schlusswort geschenkt wurde.

  10. Ein gutes, und ehrliches Gespräch. Ohne Maske und Schminke – ganz natürlich.
    Schön zu sehen oder eigentlich zu hören, wie man auch dann offen sein kann, wenn man über das eigene Leben sinniert (nicht nur über das der anderen). Wer kann das schon (in dem selbstkritischen Maße)?
    Florian bleibt dabei bescheiden.
    Ich möchte jetzt nicht jede seiner Aussagen analysieren und ins Detail sezieren, aber das, was er so erzählt, ergibt Sinn und ist nachvollziehbar.
    Ich fand’s interessant.

  11. ..Puuh …also bei allem Gesagten & sonstigen Ergüssen …
    Dieser Prinz Sermon Mahem der 82ste, ja ist nicht korrekt .. und?, geht mir echt auf den Zwirn. Aber so richtig.
    Nur meine Meinung ….
    Aber andere finden den Menschen da, dort, so gesehen ..okeeh oder was auch immer. Auch ok! logo.
    Ich wollt das nur mal loswerden ..
    Mich nervt der Typ abgrundtief. Ich komme nicht drumherum ihn als »selbstherrlich« einzustufen.
    Aber wurscht, kann mich ja auch irren. 🙂

    • Es ist ja nicht schlimm, eine eigene Meinung zu haben und sie dann auch zu veröffentlichen!
      Die Welt geht deshalb nicht unter. Irren ist menschlich und nichts menschliches ist mir fremd!

    • Wampir63 sagt
      „Irren ist menschlich und nichts menschliches ist mir fremd!“

      … auch sich vom Blut zu ernähren…… sagte Vampir nach der Mahlzeit.

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