M-PATHIE – Zu Gast heute: Simon Hoffmann – „Krevolution in Flowtopia“

Simon Hoffmann ist Philosoph, Musiker, Autor und Demokratieaktivist. Sein Engagement als Aktivist gilt der Jugend. Ihr eine politische Stimme zu geben, sie in die Entscheidungen der Demokratie zu überführen, ist sein Anliegen. Dazu gehört für ihn maßgeblich die Kommunikation zwischen den Generationen zu diesem Themenbereich. Simon Hoffmann sieht darin eine Bereicherung der Gesamtgesellschaft.

„Als junger Mensch komme ich auf diese Erde und ich finde vor, dass eigentlich alles verteilt ist. Ich finde vor, dass alles entschieden ist, ich finde vor, dass ich weitergereicht werde. Dass ich in ein Schulsystem kommen soll, wo mit mir etwas passiert, was ich vielleicht gar nicht möchte“, sagt Simon Hoffmann im Gespräch. Kinder und Jugendliche werden somit als Objekte für eine fertige erwachsene Welt betrachtet, in der sie sich zu fügen haben.

Erwachsene nehmen Kinder und Jugendliche nicht als das wahr, was sie sind, nämlich als Subjekte mit einem eigenen Blick und einer eigenen Entwicklung auf die Welt, mit einem eigenen Blick auf die Gefühle und mit einem eigenen Wunsch von Leben und Lebendigkeit.

Was Simon Hoffmann in diesem Gespräch aufzeigt, steht im Widerspruch zu dem, was derzeit über die Fridays-for-Future-Bewegung über die Jugendlichen auf uns Erwachsene einwirkt. Sie wollen nicht bloß in einer gesunden Welt aufwachsen. Sie wollen vor allem das innergesellschaftliche Klima der Generationen als einen Entscheidungskörper sehen.

„Wir sind die Jugend von heute und die Gesellschaft von morgen. Und werden morgen die Konsequenzen tragen, für das, was ihr heute entscheidet. Die Zeit ist gekommen, dass die Jugend von heute mitentscheidet, über das, was morgen gilt. Die oberste Prämisse ist das glückliche Kind.“

Mehr über Simon Hoffmann hier: https://demokratische-stimme-der-jugend.de

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22 Kommentare zu: “M-PATHIE – Zu Gast heute: Simon Hoffmann – „Krevolution in Flowtopia“

  1. Herzlichen Dank, dass einem Utopisten, Verzeihung – Krevolutionär, dieser Raum gegeben wird.
    Nach 50 Jahren des Versuchs, die Fehlerhaftigkeit der Entfremdung, d.h. der Trennung von Ratio und Körper, an meine Mitmenschen zu kommunizieren, sind die Verhältnisse leider noch schlechter geworden.
    Durch die Einvernahme der Frauen als zusätzliche Arbeitskräfte, haben auch diese sich dem Patriarchat angepasst und viel an Empathiekraft verloren.
    Und wir sollten uns bewußt darüber sein, dass die modernen Kommunikationsmittel nicht dazu fähig sind, Empathie zu transportieren.
    Empathie erfordert die direkte sinnliche Wahrnehmung eines anderen Lebewesens.
    Die letzte technische Erfindung, welche zumindest teilweise Empathie transportieren konnte, war das analoge Telefon. Dieses Medium kann noch alle individuellen, sprachlichen Eigenheiten übermitteln und unser Hörvermögen nimmt dabei ein menschliches Wesen wahr.
    Digitaltechnik ist nicht dazu fähig, da es alle individuellen Zwischentöne der Stimme wegfiltert und in eine mechanische Computerstimme verwandelt.
    Dasselbe betrifft selbstverständlich auch die digitale Filmtechnik.
    In Verbindung mit der derzeitigen sozialen Distanzierung ist die Empathiefähigkeit auf Null abgesunken.
    Kein Riechen, keine Mimik, keine Berührung, kein Schmecken und keine Gespräche.
    Wie wenig empathisch viele Männer inzwischen geworden sind lässt sich auch daran erkennen, das viele die Erfindung eines Sexroboters als Fortschritt befürworten. Welch grässliches Verhältnis zur Sexualität und den Frauen.
    Her mit der Krevolution!

  2. Man sieht leider auch in den Kommentaren die Generationsmauer, wir jungen Menschen kommunizieren viel mehr über Gefühle als über den Kopf und auch hochtrabende Worte haben nicht mehr die gleiche Bedeutung wie noch bei unseren Eltern, wir kreieren neue Worte nicht weil wir das cool finden sondern weil wir versuchen uns auszudrücken und es sich so richtig anfühlt. In den Kommentaren wir viel vom Kopf aus geurteilt und nicht vom Herz her gefreut das wir uns weiter entwickeln und nicht mehr so sind wie unsere Eltern.

    • „Ihr müsst also in eurer Jugend die Flamme der wahren Unzufriedenheit in eurem Innern wecken; ihr solltet auf radikale Veränderung ausgerichtet sein. Das ist die Zeit um Fragen zu stellen, Entdeckungen zu machen, zu wachsen.“ (Jiddu Krishnamurti)

      raya, wenn Sie schreiben, dass Sie "nicht mehr so sind wie unsere Eltern", dann wäre es vielleicht naheliegender anzunehmen, dass Sie n o c h n i c h t so sind wie Ihre Eltern heute sind; eventuell, waren diese ja in ihrer Jugend ebenso enthusiastisch 'unterwegs', wie Sie sich heute fühlen und glaubten ebenfalls sich 'weiterzuentwickeln'. Es wiederholt sich alles, immer und immer wieder… leider…
      Das Herz ist ganz sicher auf Ihrer Seite, aber der Verstand, der glaubt's nicht mehr…

      "Wie abscheulich das Leben sein muß, erkennt man an dem, was es aus Kindern macht: Erwachsene!"
      (Herbert Müller-Guttenbrunn)

  3. Wie sehr Herr Lenz in alten hierarchischen Leistungs-Systemen denkt, zeigen nicht nur seine Kommentare in denen er kritische Kommentatoren aburteilt und in die "Rechte Ecke" stellt , sonder es kommt auch hier schon in den ersten Minuten zum Vorschein:

    "und ich muss dem Publikum hier erzählen (SEHR WICHTIG !), am gleichen Tag hat auch G. Huether einen Vortrag gehalten und das Publikum hat entschieden – Du hast mehr Applaus bekommen!"

    Leistung vergleichen, spalten, wer ist besser und wer hat den längsten!

    Ich kann M.G.T nur beipflichten:

    Zitat:
    "M.G.T. sagt:
    14. März 2020 at 12:39

    Gruslig…..ich konnte nur mit Mühe die ersten 10 Minuten anhören und habe mich gefragt, wenn der Einstieg schon so grundsätzlich falsch ist, wie sollte dann der Rest richtig werden?"

    • @ Luise

      Leider kann ich ihnen nicht beipflichten – gerade Herr Lenz stellt Niemanden in die rechte Ecke oder überhaupt in eine Ecke…. mit dem "mehr Applaus" – es ist eine Art "Höflichkeitsfloskel" und vielleicht wollte er dem jungen Mann Mut machen? Keine Ahnung – worum auch immer es ging …..

      Mich hat eher erstaunt, dass Herr Lenz diese pausenlose " alle anderen sind schuld am Elend der Jugend" -Story und das unrealistische "Angebot Sprecher für die Jugend" sein zu wollen – so ruhig hingenommen hat…da hätte ich mir mehr Hinterfragen, nachhaken gewünscht….

      Wenn ich es mit jemanden gut meine, weise ich ihn auf eventuelle "Fehler" hin, denn ich möchte ja, dass er da nicht hineinstolpert….zumindest, dass er die Möglichkeit hat, sie zu sehen – was er draus macht, ist seine Sache….

      Und nein, ich finde NICHT, dass "Leistungen vergleichen" nur "spaltet" eventuell bei Menschen, die kein Selbstbewusstsein haben ….

    • "Die Jugendlichen schütteln wild das Haupt, um ihre Nacken besser für das Joch vorzubereiten." (Gomez Dávila)

      Schon aus den Bruchstücken alter mesopotamischer Tontafeln ist zu erfahren, dass "die Alten kopfschüttelnd feststellen, dass die Jugend nichts mehr taugt" und so stürmt auch dieser junge Mann heutiger Zeit mit seinen durchaus nachvollziehbaren idealistischen Forderungen auf die Bühne und wird – wie seit Jahrtausenden – kläglich an den "alten M.G.T.'s dieser Welt" scheitern; welche allermeist die eigene Zwangsschulanstalts-Konditionierung mehr oder weniger klaglos verinnerlicht haben.
      Jedoch auch ich habe das Anschauen des Gesprächs nach einiger Zeit abgebrochen, weil mir dieses ganze kreative-flow-Gerede, welches auch noch stellvertretend für 'seine' ganze Generation gelten soll, doch wesentlich nicht über eine letztlich langweilige Windbeutelei hinauszugehen scheint…
      Denn auch diese junge Generation, so wie all die Generationen davor, ist allgemein weder kreativ noch in irgendeinem Flow, sondern versucht – sich an die 'ungemütliche' Lebens-Umwelt anpassend – so eben über die Runden zu kommen.
      Junge, wie auch ältere Menschen, welche dieses nicht können oder wollen – Gründe dafür gibt's bekanntlich genug – haben üblicherweise das Nachsehen in ihrer ebenso unermüdlichen wie aussichtslosen Diskussion mit dem Leben, so wie es ist.

    • @ tzett
      Zitat:
      "Schon aus den Bruchstücken alter mesopotamischer Tontafeln ist zu erfahren, dass "die Alten kopfschüttelnd feststellen, dass die Jugend nichts mehr taugt" und so stürmt auch dieser junge Mann heutiger Zeit mit seinen durchaus nachvollziehbaren idealistischen Forderungen auf die Bühne und wird – wie seit Jahrtausenden – kläglich an den "alten M.G.T.'s dieser Welt" scheitern; welche allermeist die eigene Zwangsschulanstalts-Konditionierung mehr oder weniger klaglos verinnerlicht haben."

      *Grins* – pauschal kann man sagen – es wiederholt sich alles im Leben – mit kleinen Abweichungen, deshalb braucht die Entwicklung so lange ;o))
      "allermeist Zwangsschulanstalt-Konditionierung" – eine wunderbare Wortschöpfung, die genau so pauschal beschreibt…. Pflichtschulbesuch – wahrscheinlich ein ganz schlimmer Prozess…. man sollte einfach verzichten weil die Kinder ja viel besser wissen, was sie brauchen, wollen und überhaupt…..die EierlegendeWollmichsau wird sicher noch erfunden…
      Zitat:
      "Jedoch auch ich habe das Anschauen des Gesprächs nach einiger Zeit abgebrochen, weil mir dieses ganze kreative-flow-Gerede, welches auch noch stellvertretend für 'seine' ganze Generation gelten soll, doch wesentlich nicht über eine letztlich langweilige Windbeutelei hinauszugehen scheint…"
      Und sehr schön, dass trotz unterschiedlicher Zwangskonditionierung ob mit oder ohne Klagen "langweilige Windbeutelei" als das erkannt wird was sie ist…liegt es eventuell am Alter und der damit einhergehenden Lebenserfahrung?
      Ich sehe es positiv, auch die Jungen werden älter und lernen eventuell dazu?

    • @M.G.T.

      mit dem "Alter und der Lebenserfahrung" ist es so eine Sache… – da möchte ich , so wie angefangen, mit dem verehrten Nicolás Gómez Dávila meinen Kommentar schließen:
      "… (so) ist das reife Alter dennoch das schmutzigste menschliche Lebensalter; dann nimmt der Mensch alle Demütigungen hin, die ihm das Leben auferlegt, und richtet sich in ihnen ein."

  4. Wieder einmal ein sehr inspirierender Beitrag!!! Danke!
    Ich kann Simons Sichtweise unserer augenblicklichen gesellschaftlichen Situation nur voll und ganz bekräftigen.
    Wir wohnen auf dem Land und meine drei Kinder hatten das Glück, hier eine sehr kreative Kindheit erleben zu können. Das änderte sich mit Eintritt in die Schule schlagartig. Plötzlich war langes Sitzen angesagt, später endloses Zuhõren von Lehrermonologen, ständige Konkurrenz wurde gefõrdert und Bewertung fand ununterbrochen statt (sogar stündlich vergebene Zensuren für Mitarbeit!!!). Kreativität war nicht erwünscht und wurde durch äußerst fragwūrdig vergebene Zensuren im Keim erstickt.Oft habe ich gedacht: "Würde ich mir das von meinem Vorgesetzten gefallen lassen?"
    Unsere Älteste fiel mit ihrer sehr empathischen Art überall auf und litt unter jeder Ungerechtigkeit, die sie erlebte – sie brach die Schule ab. Unsere Mittlere sagte mir eines Tages beim Mittagessen: "Mama, sie klauen mir Lebenszeit." Und unser Jüngster findet mit seinen 16 Jahren nicht einen einzigen Lehrer an seiner recht großen Mittelpunktschule, der ihm irgendwie imponieren würde und ihn zum Lernen motivieren könnte. Ganz im Gegenteil, seine Mathelehrerin gab ihm extra eine schlechtere Note im Zeugnis, um ihn zum Lernen zu motivieren, wie sie sagte!! Welchem irrsinnigen pädagogischen Prinzip folgte sie damit?
    Ich bin ganz Simons Meinung: Wir sind an einer Schwelle. Alle bisherigen Bildungsziele haben uns an diesen Punkt gebracht. Wir müssen umdenken!!! Jetzt zählt die Hinwendung zum Anderen.
    Nur mit Kooperation und Mitgefühl werden wir diese Krise überwinden!
    Und das müssen wir überall anwenden, egal wo wir uns befinden. Wir können von Politikern nichts mehr erwarten. Sie sind selbst die größten Opfer dieses Bildungdisasters. Wir müssten es ihnen vorleben!

    • @ ute
      Was bedeutet denn eine "sehr kreative Kindheit"?
      Schule ist "langes Sitzen"? 45 Minuten um Unterrichtsstoff zu vermitteln ist also Zuviel?
      "würde ich mir das von meinem Vorgesetzten gefallen lassen"?
      Was stimmt mit Ihnen nicht? Wenn SIE einen Vorgesetzten haben, haben Sie einen Arbeitsvertrag, Sie bekommen Geld für eine abzuliefernde Leistung! Wenn ihnen der Vorgesetzte nicht passt, wechseln Sie den Job oder machen sich selbstständig – stellen Sie gerne MA ein, die dann in ihrer Firma machen, was die wollen?
      In der Schule sollen & können Kinder lernen – möglichst so, dass sie damit im Leben etwas anfangen können und sie selber dann auch weiterbringen.
      Wann sollen denn Menschenkinder anfangen selber zu denken?
      Haben Sie ihren Kindern NICHT beigebracht wie man spricht? wie man mit den Händen etwas Sinnvolles anfangen kann? Haben Sie ihren Kindern nicht gezeigt, wie man sich wäscht, die Toilette benutzt, sich verhält wenn man mit anderen Menschen zusammen ist?
      Jedes Tier zeigt seinem Nachwuchs, was es tun muss um am Leben zu bleiben – nur der Mensch als Perle der Schöpfung meint, von Geburt an über allem zu stehen und alles schon zu wissen?
      Das Leben ist kein Ponyhof! Denken Sie tatsächlich wenn ihre Kinder nur machen können was sie wollen, lernen sie besser durchs Leben zu kommen?

      Simon ist ein Waldorff-Schüler, da gab es eher keine Zensuren und was auch immer mit Konkurrenz gemeint ist, ein Kind, dass schon Zuhause von klein auf gelernt hat, selbstbewusst zu leben und damit meine ich tatsächlich – sich seiner selbst bewusst zu sein, zu sich zu stehen und man ihm beibringt, dass nichts und niemand perfekt ist, kann sehr gut damit leben, nicht immer "der Größte" zu sein sondern einen Platz NEBEN anderen zu haben OHNE sich schlecht zu fühlen…..

      Wenn ihre Älteste Tochter die Schule abbrach – angeblich wegen Ungerechtigkeit – was macht das Mädchen im Leben? Es gibt keine Lebenslage, die NUR gerecht ist….. Und die 2. Tochter war so super klug, dass sie mehr wußte als die Lehrer?
      Haben Sie Vorschläge wie man die Schule reformieren könnte? Sollte jedes Kind einen Privatlehrer bekommen und dieses "Schreiben nach Gehör" verwenden? Alle nur noch Künstler werden?
      Wollen Sie auch Ärzte für sich, die Schule & Studium für Zeitverschwendung hielten?

    • Man muss nicht Simons Meinung sein, aber er bringt seine ganze Vorstellungskraft oder Sehnsuchtskraft ins gesellschaftliche Geschehen. Das ist unbedingt ernst zu nehmen. Die Erwachsenenwelt oder auch Elternwelt müssen jedoch nicht zum Erfüllungsgehilfe der Jugend werden, denn das würde die Jugend zu Besserwissern ohne Lebenserfahrung machen.

      So wie die Welt heute ist, ist durch Menschenhände geschen, die unter ihren Voraussetzungen das Beste wollten. Das die Dinge heute ganz anders sind liegt an gesellschaftlichen verfestigten Strukturen. Strukturen, die ihren Ursprung im "Kampf- und Überlebendenken" begründet sind.
      Trotzdem haben wir der Welt in seiner jetzigen Form viel zu verdanken, das bedarf der Anerkennung und der Liebe.

      Mit der Annahme wächst dann auch die Gestaltungsdkraft, also das was sich ändern muss aus den realen Umständen heraus und erschöpft sich nicht in Wunschbildern.

      Eltern stehen heute in einer sehr schwierigen Situation. einerseits heißt es Geld verdienen für den Lebensunterhalt und anderseits das Mitfühlen einer medialen und digitalen entmeschlichte Funktionalisierung ihrer Kinder. Ein Spannungsfeld das kaum zum gesunden Leben führt. Das gleiche steht auch für andere Lebensverhältnisse, wie z.B. Armut, Alter, Krankheit etc.

      Deshalb ist es in meinen Augen besonders wichtig die strukturelle Umklammerung des Geld- und Kapitalwesens zu begreifen. Wir setzen heute Geld = Macht = Freiheit gleich und erzeugen das was wir bekämpfen. Wir leben in vielen Bereichen den eigenen Egoismus und fordern nach außen von anderen den Altruismus. Das passt in dieser Weise nicht zusammen.

      Die physische Welt ist genauso wichtig wie die geistige Welt, beides bedingt sich und ernährt sich voneinander. Das Auseinanderfallen ist der größte "Feind" und verlangt nach Gestaltung wie immer das auch aussehen mag.

    • @MGT
      Wie kommen Sie darauf, dass mit mir etwas nicht stimmt? Ich habe einfach eine andere Sichtweise und wahrscheinlich auch andere Erfahrungen als Sie. Kennen Sie das nicht?
      Das Thema scheint Sie so sehr zu bewegen, dass Sie mir Dinge in den Mund legen, die ich nicht gesagt habe.
      Meine Tochter hielt sich nicht für klüger als die Lehrer. Sie war an einem Tag mit 8x 45 Minuten Frontalunterricht inkl. Stillsitzen irgendwann nicht mehr in der Lage, noch weiteren Lehrstoff aufzunehmen.
      Auch habe ich an keiner Stelle gesagt, dass man Kindern nichts beibringen sollte. Und… lassen Sie sich von Ihrem Chef pausenlos beurteilen, im Stundenrhythmus?
      Ja, ich kann mir eine bessere Schule vorstellen:
      Eine Schule, in der Lehrer nur soviele Schüler in ihrer Klasse haben, wie sie individuell fõrdern und begleiten können.
      Eine Schule, in der es wichtig ist, Gemeinschaften zu schaffen und zu pflegen….in der sich Schüler gegenseitig unterstützen, von einander lernen und Verantwortung übernehmen können.
      Eine Schule, in der der Lehrer die Freiheit hat, verantwortungsvoll im Sinne seiner Schüler selbst über die Auswahl der Lehrinhalte zu entscheiden.
      Eine Schule, in der es keine Bewertung gibt, sondern Wertschätzung in Bezug auf individuelle Lernerfolge.
      Eine Schule, die Spaß macht, die Bewegung, Aufenthalt in der Natur und kreative Prozesse nahezu täglich anbietet.
      Ja, ich denke, unsere Kinder sollten machen wollen, was sie wollen.
      Denn wissen Sie, Kinder wollen lernen!

    • @ ute
      Zitat:
      "Wie kommen Sie darauf, dass mit mir etwas nicht stimmt? Ich habe einfach eine andere Sichtweise und wahrscheinlich auch andere Erfahrungen als Sie. Kennen Sie das nicht?"
      Natürlich können Sie eine andere Sichtweise haben, man darf aber auch die eigene Sichtweise mal kritisch beäugen.
      Ich habe aus ihrem Beitrag einfach die Widersprüche rausgelesen und benannt. Schule kann eben nicht in "Wünsch Dir was" umgedeutet werden und es damit ALLEN recht zu machen – so realistisch sollte man doch sein – außer man hat Langeweile und will nur mal was "gesagt" haben ?
      Absolute individuelle Freiheit sind in einer gemeinschaftlichen Bildungseinrichtung in der realen Welt nicht möglich.
      Und wer Schule darauf reduziert, dass andere die eigenen Kinder für IHR Leben fit machen sollen und das so individuell wie erwartet, lebt eventuell in einer eigenen Galaxie?
      Zitat:
      "Meine Tochter hielt sich nicht für klüger als die Lehrer. Sie war an einem Tag mit 8x 45 Minuten Frontalunterricht inkl. Stillsitzen irgendwann nicht mehr in der Lage, noch weiteren Lehrstoff aufzunehmen."
      Aha – vielleicht lag es ja nur an ihrer Tochter oder daran, dass sie bisher nicht gelernt hat, dass das Leben auch mal etwas anstrengender sein kann? Das Leben ist ja generell nicht nur ein Ponyhof, was macht ihre Tochter denn in echten Krisensituationen? Oder glauben Sie wirklich, dass man ( auch für sich selber) Hochleistungen erbringen kann wenn man immer nur "nichts tut"?
      Und was haben Sie gegen "Fronttalunterricht"? Kann ihre Tochter sich besser konzentrieren wenn sie dem Geschehen den Rücken zudreht?
      Zitat:
      "Auch habe ich an keiner Stelle gesagt, dass man Kindern nichts beibringen sollte. Und… lassen Sie sich von Ihrem Chef pausenlos beurteilen, im Stundenrhythmus?"
      "Ausdrücklich gesagt haben Sie es nicht, doch in jedem ihrer Sätze sagen Sie, dass ja alles falsch und zu anstrengend ist, bleiben aber konkrete Vorschläge schuldig und vor allem halten Sie sich offensichtlich nicht zuständig dafür, ihren Kindern auch mal etwas abzuverlangen – das sollen andere machen aber bitte nur wie Sie es wollen.
      Diese angebliche "Beurteilung im Stundenrhythmus" nehme ich ihnen nicht ab – das ist genau so ein Phrasendrescherei wie man sie pauschal als Kaffeeklatsch verbreitet. Diffus und nichtssagend aber Bedeutungsschwanger. Die Zeit hat kein Lehrer in 45 Minuten – außer er vermittelt kein Wissen….
      Zitat:
      "Ja, ich kann mir eine bessere Schule vorstellen:
      Eine Schule, in der Lehrer nur soviele Schüler in ihrer Klasse haben, wie sie individuell fõrdern und begleiten können.
      Eine Schule, in der es wichtig ist, Gemeinschaften zu schaffen und zu pflegen….in der sich Schüler gegenseitig unterstützen, von einander lernen und Verantwortung übernehmen können."
      Aha – was meinen Sie denn, wie viele Schüler ein Lehrer INDIVIDUELL fördern kann? Jeder Kind ist anders, hat andere Voraussetzungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ist der Lehrer Hellseher oder wie soll er herausfinden, was dem einzelnen Schüler liegt oder nicht?
      Wie sollen Kinder eine Gemeinschaft schaffen wenn Sie doch die individuellen Wünsche der Kinder auf Platz 1 ihrer Hitliste setzen? Wie sollen Kinder wissen, wie sie sich gegenseitig unterstützen können wenn sie oder gar die Schule "Leistungen vergleichen und beurteilen" dürfen? Wie sollen Kinder Verantwortung übernehmen können wenn jeder nur macht, was er WILL wenn sie nicht lernen sollen, dass Verantwortung auch bedeutet mal etwas zu tun, wozu man gerade eigentlich gar keine Lust hat?
      Zitat:
      "Eine Schule, in der der Lehrer die Freiheit hat, verantwortungsvoll im Sinne seiner Schüler selbst über die Auswahl der Lehrinhalte zu entscheiden."
      Wer darf da die Entscheidung übernehmen, WAS sinnvoll und im Sinne der (individuelle Sichtweise) der Schüler ist?
      Entscheiden Sie sich ob alle gleich sind oder jeder anders oder ob es nicht sinnvoller ist, Grundsätzliches zu vermitteln und Eltern dann über individuelle weitere Bildung ihrer Kinder etwas tun.
      Zitat:
      "Eine Schule, in der es keine Bewertung gibt, sondern Wertschätzung in Bezug auf individuelle Lernerfolge."
      Wenn man die "Bewertung" als etwas "Böses" ansieht statt als Ist-Zustand des bisher Erlernten und der daraus folgenden Förderung zur Verbesserung, sollte man darauf verzichten. Eine "Wertschätzung" ist hier eher eine leere Worthülse, man kann auch Kinder "wertschätzen" ohne Bestnoten…. das Eine hat mit dem anderen so gar nichts zu tun.
      Zitat:
      "Eine Schule, die Spaß macht, die Bewegung, Aufenthalt in der Natur und kreative Prozesse nahezu täglich anbietet."
      WAS macht denn einem Kind Spaß? Haben alle den gleichen Spaß? Warum können Kinder nicht in ihrer Freizeit den Aufenthalt in der Natur haben – gibt es da Hemmnisse? Und was ist mit den Kindern, die keine kreative Ader haben? MÜSSEN die dann?
      Warum können SIE NICHT ihren Kindern das bieten damit die Kinder in der Schule etwas lernen können mit dem sie im Leben weiter kommen?
      Zitat:
      "Ja, ich denke, unsere Kinder sollten machen wollen, was sie wollen.
      Denn wissen Sie, Kinder wollen lernen!"
      Na dann lassen SIE doch ihre Kinder machen, was sie wollen – wo ist das Problem?
      Der einzige – aus meiner Sicht – richtige Satz, ist der letzte Satz – Kinder WOLLEN lernen – also hindern Sie sie nicht daran und unterstützen sie beim lernen ohne ihnen ständig zu erzählen, dass all das was sie in der Schule lernen Mist ist.

      Ihre Vorstellungen, die Sie hier formuliert haben sind einfach Widerspruch in sich selbst und machen leider nichts besser.
      "
      "

  5. Gruslig…..ich konnte nur mit Mühe die ersten 10 Minuten anhören und habe mich gefragt, wenn der Einstieg schon so grundsätzlich falsch ist, wie sollte dann der Rest richtig werden?

    Schule ist furchtbar? Wer hat dem armen Jungen erzählt, dass man in der Schule für die Gesellschaft lernt?
    Vielleicht bin ich einfach zu alt – nur hatten wir Lehrer, die sogar Pädagogik studiert hatten und nicht ein Einziger hat jemals so einen Schachsinn von sich gegeben. Grundsatz war gerade IMMER: " Du lernst hier nicht für andere sondern für Dich und DEIN Leben"…
    Anpassung wird gelehrt? Vergleichende Leistungen – in wie fern denn? Es dürfen ja schon seit Jahrzehnten aus "Datenschutzrechtlichen Gründen" nicht mal mehr die Zensuren von Diktaten & Klassenarbeiten einzeln bekannt gemacht werden.

    Mit 6 Jahren wird man eingeschult – was ist mit dem armen Jungen passiert bis dahin? Wer wenn nicht die Eltern begleiten ihr Kind und zeigen ihm wie Leben funktioniert?
    Sorry, da ist ein Träumer unterwegs – sicher wurde er leider zu wenig auf seinem Lebensweg durch die Eltern begleitet, gestärkt, gefördert und gefordert – daraus etwas zu machen, ist irgendwann die Aufgabe des inzwischen erwachsenen Menschen so er denn auch die nötige Portion natürlicher Intelligenz zu nutzen wußte und gelernt hat.

    • Ja das ist wirklich gruselig, was die Heranwachsenden aus der Schule berichten…
      Allerdings ist das eine häufige Überlieferung und damit sicher keine einzelne Verirrung.

      Wenn schon das 10 minütige Anschauen eine solche Mühe bereitet – sollen wir die Jugendlichen damit etwa Allein lassen…und das Problem als eine große Ansammlung bedauerlicher Einzelfälle deklarieren?

    • Sehr geehrter Herr M.G.T:!

      >>Gruslig…..ich konnte nur mit Mühe die ersten 10 Minuten anhören und habe mich gefragt, wenn der Einstieg schon >>so grundsätzlich falsch ist, wie sollte dann der Rest richtig werden?
      Sich gruseln ist ein Gefühl, das sei Ihnen unbenommen. Aber, was wäre Ihrer Meinung nach *grundsätzich richtig* ?
      >> Schule ist furchtbar?
      Ja, wenn man es so empfindet – bliebe also zu fragen,warum.
      <<Wer hat dem armen Jungen erzählt, dass man in der Schule für die Gesellschaft lernt?
      Niemand – das hat er auch nicht gesagt. Er sagte vielmehr, dass dies seine Sicht von Schule ist, die ich persönlich mit ihm teile. Bin ich jetzt auch "ein armer Junge" für Sie?
      >>Vielleicht bin ich einfach zu alt
      Nein, dann würde das wohl sicher auch für mich gelten. Es ist vielmehr so, wie es der junge Mann sagt, eine Frage des Geistigen.
      >>nur hatten wir Lehrer, die sogar Pädagogik studiert hatten und nicht ein Einziger hat jemals so einen Schachsinn >>von sich gegeben.
      Dann müssen Sie wohl immer ganz besondere Lehrer gehabt haben. Oder ist es vielleicht so, dass Sie ihre Lehrer ein wenig idealisieren? Da Sie schon älter sind: haben Sie die Zeit des "Rohrstocks" noch miterlebt – ist ja noch nicht so lange her? Manche dieser Generation sind ja bedauerlichereweise noch im hohen Alter der Meinung, dass ihnen das nicht geschadet habe. Der Blick in ein Pschologiebuch könnte da aufklären.
      >>Grundsatz war gerade IMMER: " Du lernst hier nicht für andere sondern für Dich und DEIN Leben"…
      Das hat auch der junge Mann gesagt – vielleicht hätten Sie ihm (länger) zuhören sollen?
      >>Anpassung wird gelehrt?
      Ja, definitv – was denn sonst?
      >>Vergleichende Leistungen – in wie fern denn?
      Inwiefern denn nicht?
      >>Es dürfen ja schon seit Jahrzehnten aus "Datenschutzrechtlichen Gründen" nicht mal mehr die Zensuren von >>Diktaten & Klassenarbeiten einzeln bekannt gemacht werden.
      Und die Schüler halten sich daran? Aber dessen ungeachtet sind Bewertungen ganz sicher nicht nur an Zeugnissnoten fest zu machen, oder?
      >>Mit 6 Jahren wird man eingeschult – was ist mit dem armen Jungen passiert bis dahin?
      Ist das jetzt ironisch, zynisch oder wie gemeint?
      >>Wer wenn nicht die Eltern begleiten ihr Kind und zeigen ihm wie Leben funktioniert?
      Nach meiner Erfahrung haben hier sehr viele Eltern ein Manke, das Sie an ihre Kinder dann weitergeben. Es wäre ideal, wenn es so wäre, wie SIe es hier darstellen.
      >>Sorry, da ist ein Träumer unterwegs
      Warum entschuldigen Sie sich dafür, wenn Sie doch dieser Meinung sind. Ich vermute, weil Ihnen irgendwie klar ist, das dies schlicht abwertend ist. Bleibe vielleicht zu fragen, warum.
      >>sicher wurde er leider zu wenig auf seinem Lebensweg durch die Eltern begleitet,gestärkt, gefördert und gefordert,
      Hätten Sie ihm zugehört, dann wüssten Sie, das er das selber nicht so sieht – ganz im Gegenteil. Oder gehört eine solche Selbsrtaussage für Sie ohnehin in die Kategorie "Träumer"?
      >>daraus etwas zu machen, ist irgendwann die Aufgabe des inzwischen erwachsenen Menschen so er denn auch die >>nötige Portion natürlicher Intelligenz zu nutzen wußte und gelernt hat.
      Und all das trifft Ihrer Meinung nach nicht auf diesen "Träumer" zu?
      Ich persönlich habe einen anderen Eindruck on dem jungen Mann – vielleicht liegt es ja daran, dass ich ihm aufmerksam zugehört habe?

    • @ Phonac
      Zitat:
      "<<Wer hat dem armen Jungen erzählt, dass man in der Schule für die Gesellschaft lernt?
      Niemand – das hat er auch nicht gesagt. Er sagte vielmehr, dass dies seine Sicht von Schule ist, die ich persönlich mit ihm teile. Bin ich jetzt auch "ein armer Junge" für Sie?"
      Selbstverständlich hat er genau das gesagt-> bei 2:38 können Sie das hören.
      Natürlich dürfen Sie sich einreihen wenn Sie meinen, dass Schule nicht für's Leben sein soll sondern nach persönlichem Gusto individueller Wünsche von Kindern statt zu finden hat.
      Im Interview ist ein einziges BlaBla zu hören – lauwarme Luft, schwammige Gefühlsduselei und ganz viel "ich bin ein gefühltes Opfer" ohne etwas beizutragen, was und wie genau denn Schule sein soll & kann….
      Was soll daran "Geistig" sein?
      Zitat:
      "Dann müssen Sie wohl immer ganz besondere Lehrer gehabt haben. Oder ist es vielleicht so, dass Sie ihre Lehrer ein wenig idealisieren? Da Sie schon älter sind: haben Sie die Zeit des "Rohrstocks" noch miterlebt – ist ja noch nicht so lange her? Manche dieser Generation sind ja bedauerlicherweise noch im hohen Alter der Meinung, dass ihnen das nicht geschadet habe. Der Blick in ein Psychologiebuch könnte da aufklären."
      Es ist wirklich schade und außerordentlich traurig wenn man seine Vorurteile mit so viel Oberflächlichkeit und wenig Wissen zur Schau trägt.
      Schon nach dem 2.WK waren solche "Rohrstock-Stories" die absolute Ausnahme – im Ostteil Deutschlands eventuell noch weniger – für den Fall, dass SIE das noch persönlich kennen sollten.
      Nein, ich hatte keine besonderen Lehrer, die waren alle so – die Älteren von ihnen waren strenger, was die Disziplin anging – da wurde nicht eher mit dem Unterricht begonnen bis alle die Stecknadel fallen hören konnten, die Jüngeren fingen schon an, "Kumpel" für die Schüler sein zu wollen…..Erstaunlich war immer wieder – bei Klassentreffen, also im Nachgang, zu hören, dass man sich ziemlich einig war, dass man bei den strengeren Lehrern besser und mehr gelernt hat – was ja auch Sinn & Zweck der Schule ist. Und wer nicht begreift, dass man dort für sich selber und das Leben lernt, hat vielleicht überhaupt den Sinn von Schule grundsätzlich verkannt?
      Psychologie war Bestandteil meines Studiums – machen Sie sich keine Sorgen.
      Zitat: "Anpassung" ist eine Auslegungssache – natürlich kann nicht jedes Kind in einer Gemeinschaft, die der junge Mann angeblich so gerne will – machen, was es selber will, OHNE sich um die anderen Mitglieder der Gemeinschaft zu scheren. Genau wie er "Konkurrenz" furchtbar findet aber "Wettbewerb" haben will – ja, was denn nun? Wettbewerb heißt, sich mit anderen zu vergleichen – wie soll das gehen ohne die Mit-Wettbewerber sehen/bewerten zu können?
      Und man kann es auch so sehen, dass Zensuren eben NICHT dazu gedacht sind, sich gegenüber anderen schlecht zu fühlen sondern einfach nur aufzeigen, wo man gut gelernt hat und wo noch Nachholbedarf besteht – für einen selber!
      Zitat:
      "Aber dessen ungeachtet sind Bewertungen ganz sicher nicht nur an Zeugnissnoten fest zu machen, oder?"
      Was meinen Sie damit? Wie hätte man es denn gerne? Sich selber belügen damit man sich besser fühlt und keinen Grund hat, an sich zu arbeiten oder überhaupt zu erkennen, was man noch (an sich selber) zu tun hat?
      Zitat:
      "Nach meiner Erfahrung haben hier sehr viele Eltern ein Manko, das Sie an ihre Kinder dann weitergeben. Es wäre ideal, wenn es so wäre, wie SIe es hier darstellen."
      JEDER Mensch hat so sein "Manko" – ich kenne Niemanden, der von sich behaupten könnte, dass er perfekt wäre.
      Alle Eltern machen Fehler und trotzdem hat sich die Menschheit über Jahrtausende weiter entwickelt. Nicht jeder hat die Fehler seiner Eltern wiederholt, es gibt eben auch solche Menschen, die aus den Fehlern ihrer Eltern gelernt haben. Aber das sind meistens "Macher" und keine "Maulhelden", die zwar alles wollen und darüber reden – nur eben nicht in der Lage sind, es konsequent auszuführen….
      Zitat:
      ">>Sorry, da ist ein Träumer unterwegs
      Warum entschuldigen Sie sich dafür, wenn Sie doch dieser Meinung sind. Ich vermute, weil Ihnen irgendwie klar ist, das dies schlicht abwertend ist. Bleibe vielleicht zu fragen, warum."
      Warum soll diese Aussage ein Abwertung sein? Das ist ausschließlich ihr ureigenstes Gefühl – eventuell weil Sie sich mit dem jungen Mann identifizieren und selber träumerisch unterwegs sind?
      Meine Aussage bezog sich eher darauf, dass der junge Mann hier als "Demokratieaktivist" vorgestellt wird, der wofür genau spricht? Ich kann da nur hören "ich will, ich will, ich will"
      Schon der Eingangssatz:
      "„Als junger Mensch komme ich auf diese Erde und ich finde vor, dass eigentlich alles verteilt ist. Ich finde vor, dass alles entschieden ist, ich finde vor, dass ich weitergereicht werde. Dass ich in ein Schulsystem kommen soll, wo mit mir etwas passiert, was ich vielleicht gar nicht möchte“, sagt Simon Hoffmann im Gespräch. Kinder und Jugendliche werden somit als Objekte für eine fertige erwachsene Welt betrachtet, in der sie sich zu fügen haben."
      zeigt sehr schön auf, dass es um Oberflächlichkeit geht. Als selbsternannter Philosoph hätte er mal ausführen können, wie ein Kind (wenn es in die Schule kommt) die Entscheidung treffen soll, was nötig zu lernen ist in der Schule und was nicht.
      Schon IMMER sind Menschen geboren worden IN eine bestehende Welt – selbstverständlich ist da was "verteilt" – weder die Welt noch die Gesellschaft hat auf diesen jungen Mann gewartet, damit der ihnen erklärt, das Kinder bestimmen, was wie verteilt werden darf oder was, wer, wie machen kann und darf….
      Was will er denn letztendlich? Anarchie? Jeder macht, was er will? Sieht so seine Ansicht von "Gemeinschaft, Liebe" aus?
      Zitat:
      "Und all das trifft Ihrer Meinung nach nicht auf diesen "Träumer" zu?
      Ich persönlich habe einen anderen Eindruck on dem jungen Mann – vielleicht liegt es ja daran, dass ich ihm aufmerksam zugehört habe?"
      Hm…Ich habe dem jungen Mann auch sehr aufmerksam zugehört – habe mir inzwischen sogar den Rest angetan – doch leider hat sich fortgesetzt, was begonnen hatte….das ist nicht nur Träumerei sondern leider so ganz ohne Selbstreflektion, eine Dampfplauderei und sicher leider ist er ein Produkt dieser Gesellschaft – hypermodern und absolut angepasst – aber eben ganz offensichtlich bemerkt er dadurch selber nicht, dass er genau das verkörpert, was er oberflächlich anprangert.
      Die egoistische Sicht als Kampf zu verkaufen und dann von Gemeinschaft und Liebe zu reden, ist schon gewöhnungsbedürftig…..und ein Widerspruch in sich selbst.

    • @ M.G.T.
      Gewiss ist der junge Man ein Kind dieser Welt – was auch sonst. Aber Sie meinen das ja in einem ganz bestimmten Sinn. Und eben hier scheiden sich wohl unsere Ansichten.
      Es dürfte wohl klar sein, dass er noch Enttäuschungen erleben wird, und feststellen muss, das ein – wie auch immer geartetes Weltbild – nur ein Bild von der Welt ist und eben nicht die Welt selbst. Das liegt im Wesen von Weltbildern – oder anderss gesagt, des Denkens, welches ihnen zugrunde liegt. Und mit 23 Jahren dürfte dies im allgemeinen sicher nicht so konsistent sein, wie es dann vieleicht später ist, soweit jemand sich darum bemüht hat, ein solches widerspruchfrei zu formulieren. Das Problem dabei ist aber letztlich wohl, dass es eine solche WIderspruchfreiheit nicht gibt. Auch das liegt im Wesen des Denkens, das immer trennend ist, weshalb J.W.G. seinen Protagonisten Mephisto auch sagen läßt: "Ich bin der Geist, der stets verneint,…".
      Selbstverständlich sind Menschen schon immer IN eine Wet hineingeboren – das geht nun mal nicht anders. Die Frage ist doch aber hier ganz eindeutig, in welche Welt wir hineingeboren werden.
      Konkurrenz und Wettstreit sind nur dasselbe, wenn wir es als dasselbe sehen wollen. Man kann das auch differnziert sehen – und formulieren -, etwa indem wir sagen, beim Ersten liegt die Betonung im Wesen des Egoismus und im Zweiten, in einer spirituellen Haltung und Sichtweise.
      Sie haben sicher Recht, wenn Sie sagen, die Menschheit habe sich weiterentwickelt. Aber auch dies ist eine Frage der Betrachtungsweise. Aus spiritueller, also *geistiger* Sicht, hat sie das offenbar nur in geringer Weise. Und eben dies scheint mir das eigentliche Problem der – insbesondere "modernen" (westlichen) – Welt zu sein, dessen Kind nicht nur dieser junge Mann ist, sondern gewiss auch Sie und ich.
      Ein Weltbild ist immer eine Frage der Perspektive – Wahrheit, immer nur in einem philosophischen SInn.
      Ich würde sagen: Wahrheit IST.
      Ebenso, wie die Liebe – man kann vieles darüber denken und schreiben, es bleiben immer nur in Worte gefasste Gedanken, die nicht *Liebe* sind, und wol nur im Besten Falle, liebevoll.

    • @ Phonac – 15.03.2020 12:46 Uhr
      Zitat:
      "Gewiss ist der junge Man ein Kind dieser Welt – was auch sonst. Aber Sie meinen das ja in einem ganz bestimmten Sinn. Und eben hier scheiden sich wohl unsere Ansichten."
      Was auch immer Sie verstanden haben oder in meine Antwort interpretieren wollen, erschließt sich nicht ganz.
      Der Beitrag läuft unter "M-PATHIE" und er selber bezeichnet sich als "Aktivist" und will für die Jugend sprechen….

      Da soll und darf man hinterfragen – denn wenn Jugend schon verlangt, dass Alter ihnen etwas schuldig ist, ist es nicht von Nachteil, sich diese Chose genau anzuschauen! Angeblich soll es doch besser werden oder habe ich da etwas falsch verstanden?
      Ich selber habe hier eher den Eindruck, da kommt alter Wein in neuen Schläuchen – Parallelen zu den 68-ern drängen sich förmlich auf!
      Was sich seit dem entwickelt hat – und die heutigen Zustände werden ja lauthals beklagt – ist doch genau die Folge vom damaligen 'Versagen'.
      Damals hat man es genau so gemacht, die Alten fühlten sich schuldig und haben dann machen lassen – ein Marsch durch die Instanzen folgte – möglichst ohne Sinn & Verstand aber mit ganz viel Meinung und dem "runterwirtschaften" gerade von Bildung – denn Forderungen waren ja verpönt.
      Jetzt wird wieder hofiert was das Zeug hält. Denn das, was der junge Mann da von sich gibt, hat weder etwas mit Kommunikation oder Dialog mit der älteren Generation zu tun – es ist ein Forderungskatalog eines 23-jährigen….
      Zitat:
      "Sie haben sicher Recht, wenn Sie sagen, die Menschheit habe sich weiterentwickelt. Aber auch dies ist eine Frage der Betrachtungsweise. Aus spiritueller, also *geistiger* Sicht, hat sie das offenbar nur in geringer Weise."
      Aus "spiritueller/geistiger" Sicht ist der Weg das Ziel und die Menschheit wird auch noch viel länger brauchen um sich weiter zu entwickeln – manchmal geht es wieder einen Schritt zurück und dann wieder vorwärts so ist Leben.
      Natürlich IST Wahrheit so wie Liebe IST und manches ist der Versuch – den Weg dahin kann jeder nur selber gehen.
      Von anderen zu fordern ist nicht das Gleiche wie es zu sein….. und leider sieht der junge Mann das (noch) nicht.
      Denn sonst würde er selber für sich tun und nicht von anderen verlangen….

  6. Simon Hoffmann spricht in beeidruckender Weise die Herzen an. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die Jugend sich allein gelassen fühlt. Eine Jugend, die in ein krankes System hinein geboren wurde und ein Scherbenhaufen vor die Füsse geworfen bekommen.

    Leider mache ich die Erfahrung, dass die Erwachsen-Gesellschaft infantil ist und die Jugend "heilig spricht" und sich aus der Verantwortung stiehlt. Das kann zu einer Emotionalisierung der Gesellschaft und zu einem Generationskonflikt führen. Jugendliche brauchen die Führung der Erwachsenen im Sinne eines logischen Denkens und die Erfahrung von Aufbau- und Sterbeprozessen. Simon Hoffmann spricht das auch an, indem er die emotionale Hilflosigkeit der jungen Menschen beschreibt. Der Idealismus lebt jedoch von der Herzenskraft aber hat keine (besser: geringe) Gestaltungskraft.

    Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere das Geldwesen braucht eine Erneuerung. Derzeit staut sich das Kapital in wenigen Händen und beeinflusst in massiver Weise Politik, Wirtschaft und Recht. Es beraubt gesellschaftliche Gestaltungsfreiheit und nimmt Persönlichkeitsrechte, weil es in allen Bereichen alle Macht zugesprochen bekommt. Es führt die Gesellschaft in eine Lähmung hinein und erzwingt Zwangskonzepte über Abhängigkeit, Mißbrauch und Bevormundung. Das Recht wird im Interesse des Kapitals mißbraucht, die Politik geht den Weg der Bevormundung und Ideologiesierung und gesellschaftliche Kultur/Bildung/Wissenschaft verfolgt ausschließlich dem Vermarktungdsprinzip.

    Ansatzpunkte …
    wären freie Bildung/Wissenschaft/Kultur, rechtliche Gleichheit und direkte Demokratie. Regionalisierung der Wirtschaft und freie Verbraucherverbände als adequate und gleichberechtigte Kräfte in der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Kapital/Geld müssen zinsbefreit sein und erwirtschaftete Überschüsse müssen über freie gesellschaftliche Prozesse in Zukunftsprojekte fließen. Es gibt viel zu tun.

    • sehr zutreffend beschrieben…danke <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/freischwimmer/' rel='nofollow'>@freischwimmer</a>

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