KenFM im Gespräch mit: Maria Janssen („Hilfstransport – Eine Fahrt in den Donbass“)

Maria Janssen wurde in der Ukraine geboren und wuchs in der Region Donbass auf. Als der von der CIA initiierte Krieg in ihrer Heimat ausbrach, studierte sie in München und war persönlich betroffen. Sie kannte die Orte, an denn innerhalb weniger Wochen aus Nachbarn Gegner wurden. In der umkämpften Region aus den Nachrichten hatte sie ihre Kindheit erlebt. Eine behütetet, friedliche Kindheit.

Für Maria Janssen zerbrach eine Welt. Ihre Heimat hatte sich in ein Kriegsgebiet verwandelt, in dem man sich zu entscheiden hatte. Ukrainer oder Russe! Sie war, wie so viele, beides. Eine Ukrainerin mit russischen Wurzeln, die jetzt in Deutschland lebt, hier geheiratet hatte und sich sorgen um die Menschen in Donbass machte. Spontan entschied sie sich, einen Hilfskonvoi in die Region auf die Beine zu stellen. Die dazu nötige Hilfe ergab sich zufällig, als sie auf einer Demonstration gegen die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), einem NATO-Treffen, Menschen der Friedensbewegung kennenlernte. So fuhr sie Wochen später mit einen kleinen LKW voll mit gespendeten Hilfsgütern in das umkämpfte Kriegsgebiet.

Neben dem Fahrer hatte sich ihr ein Kameramann angeschlossen, um die Reise zu dokumentieren. Entstanden ist eine Reportage, die zeigt, was Krieg in Europa tatsächlich bedeutet. Wer den Preis für eine Politik bezahlt, bei der es ausschließlich um geopolitische Interessen geht und die von unseren Medien als Kampf für die Demokratie verkauft wird.

Maria Janssen mag naiv gewesen sein, als sie sich entschloss, privat die Initiative zu ergreifen, um in einem künstlich erzeugten Bürgerkrieg humanitäre Hilfe zu leisten, ihre Selbstermächtigung beweist aber, was möglich ist, wenn ein Mensch sich erst einmal entschlossen hat, der großen Politik in die Suppe zu spucken. Als FRIEDENSAKTIVIST. Wenn eine junge Frau das kann, was könnten wir alle zusammen leisten, um den Kriegstreibern überall auf der Welt einen Strich durch die Rechnung zu machen?!

Solidarität mit Menschen in Kriegsgebieten, die selbst nicht wissen wer sie benutzt, ist der erste Schritt, dem „Gesetz der Märkte“ und den Tätern im Hintergrund, die verdeckt die Strippen ziehen, etwas zukommen zu lassen, was sie hassen wie die Pest: Aufmerksamkeit!

Maria Janssen konnte nicht auf Ignoranz umschalten, als sie hörte, was in der Ukraine geschah, aber es gelang ihr viele Menschen mit ihrem Engargement anzustecken. Das sich Einmischen für den Frieden ist das mächtigste Werkzeug, das man als Friedensaktivist zum Einsatz bringen kann.

(!) Die Premiere des Films von Maria Janssen und Michael Wiehl „Hilfstransport – Eine Fahrt in den Donbass“ wird im Kino-Babylon Berlin am 25. Oktober 2017 stattfinden (!)

Inhaltsübersicht:

00:04:42 Hilfstransport in den Donbass: Wie alles anfing

00:15:53 Die Medien und ihre Berichterstattung über die Ukraine

00:24:51 Blick in die Geschichte der Ukraine

00:29:21 Aufgewachsen in der Ukraine: Erfahrungen mit dem Zerfall der Sowjetunion und der Weg nach Deutschland

00:41:25 Erfahrungen mit Krieg und der Umgang mit Flüchtlingen

00:54:03 Image und Vorurteil: Was zeichnet „den Russen“ aus?

01:00:26 Das Konzept und das Ziel des Films

01:08:07 Der Status Quo in der Ukraine: Wie der politische Keil zwischen Ost und West wirkt

01:18:31 Erfahrungen als Journalistin eines russischen Mediums in Deutschland (RT Deutsch) und der Blick in die politische Zukunft zwischen Ost und West

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14 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Maria Janssen („Hilfstransport – Eine Fahrt in den Donbass“)

  1. Eine Frau die wohl die richtige Power hat und nicht zu denen zählt, für die das Schminkzeug in der Tasche, das Handy in der Hand und den Cocktail vor sich, wichtig ist.

    Ich habe leider für meine Friedensmission nur Gelächter, viele dumme Kommentare und wenn ich mit Menschen spreche, welche – auch mit Russland – viel Geld verdienen, dann kommen Aussagen, wir wollen nichts mit Ihnen und dem Friedensprojekt zu tun haben, das könnte unser Geschäft schädigen.

    Aber ich bin recht froh darüber, dass es Menschen wie Dich gibt, die Bewegung bringen und vielleicht trifft es dein Einen, oder Anderen im Hirn, dass es wichtige Dinge gibt.

    Der Krieg im Dombass und viele andere Kriege müssen nicht sein !

    Mach weiter !

    Gruß.

    Johannes Visitor

  2. Wieder ein sehr guter Beitrag auf KenFM mit einer sehr interessanten, attraktiven, positiven Frau. Das Einzige was es daran (wieder mal) zu kritisieren gibt, ist das vollkommen ungeeignete Super-Breit-Bild-Format. Ständig werden Ken oder Maria die Stirn abgeschnitten oder das Kinn oder beides gleichzeitig. Ich kann es einfach nicht verstehen warum ihr nicht versteht, daß ein Filmformat, das für Kinofilme erfunden wurde, die breite Landschaften zeigen, für ein Interview vollkommen ungeeignet ist ??

  3. Hier interviewt Maria Janssen eine ehemalige Mitarbeiterin des WDR, nun zwangsläufig als Whistlrblowerin unterwegs, seit sie öffentlich etwas gesagt hatte, was zwar offensichtlich, aber anscheinend nicht im Sinne der Merkel-Politik war. Sehr interessanter Imnsider- Bericht, der auch klarstellt, dass in Deutschland die mediale Berichterstattung im Vergleich z.B. zur holländischen viel mehr unter Kontrolle und viel einseitiger ist.
    https://www.youtube.com/watch?v=cj11el30n3E&t=913

  4. Vielen Dank für das gute Interview mit einer Zeugin, die erlebt hat/erlebt, was tatsächlich passiert, konkrete und tiefergehende Information wie hier aus erster Hand und tatkräftige Hilfe – genau das wird gebraucht.

  5. Hallo Ken, Hallo Frau Janssen,
    danke Ihnen für das gelungene Interview. Das macht Mut! Wir brauchen solche mutigen Deeskallationsaktivistinnen wie Sie, um den Eskallationsaktivisten, die eher im Verborgenen arbeiten, aber die gesamte geförderte Medienmacht hinter sich wissen, etwas entgegen zu setzen. Ich finde es vor allen Dingen wichtig für Vertreter ihrer Generation, da meiner Meinung nach solche Einstellungen vor allen Dingen bei beruflich gut etablierten Zeitgenoss*innen nicht sehr verbreitet sind. Machen Sie weiter so!

  6. Vielen Dank für dieses tolle Interview!
    Der Krieg im Donbass wird in unseren Medien tatsächlich völlig ausgeblendet und totgeschwiegen.
    Ich habe dort, als Westdeutscher, viele Freunde mit denen ich täglich über mein Profil im russischen facebook vkontakte kommuniziere. Meine Freundin kommt aus Gorlovka, nördlich von Donezk. Gorlovka wird nahezu jeden Tag von ukrainischen Truppen beschossen, … , und es werden vor allem zivile Ziele beschossen! Wohnviertel, Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten!
    Humanitäre Hilfe ist dort dringend erforderlich!
    Vor kurzem lernte ich das Aktionsbündnis ‚Zukunft Donbass’ kennen, welches einfach den notleidenden Menschen im Donbass hilft. Raissa vom Aktionsbündnis ‚Zukunft Donbass’ hat schon mehrere humanitäre Konvois in die Region organisiert. In unserem letzten Telefonat sagte Raissa, sie könne noch mindestens drei Transporte in diesem Jahr (2017) organisieren, … , es fehlt nur Geld für den Transport! Dieses Bündnis braucht jede Hilfe die es bekommen kann!
    Ich habe das schon im ‚Forum der Macher’ veröffentlicht, … , hier der Link: http://forum.kenfm.de/forums/topic/aktionsbuendnis-zukunft-donbass/
    Hier noch die Seite des Aktionsbündnisses ‚Zukunft Donbass’: http://www.zukunftdonbass.org/ und hier das Spendenportal: https://www.betterplace.org/en/projects/47001?utm_campaign=ShortURLs&utm_medium=project_47001&utm_source=PlainShortURL
    Wenn ihr was Sinnvolles tun wollt unterstützt das Aktionsbündnis ‚Zukunft Donbass’! Hier wird echte humanitäre Hilfe in einem Kriegsgebiet geleistet!

  7. Meine erste Wortmeldung hier auf dieser Plattform (aber längst nicht mein erster und – gewiß auch nicht mein letzter Besuch, und – daher wohl auch höchste Zeit, daß ich mich hier – endlich auch einmal zu Wort melde).

    Zunächst einmal erst: SEHR GUTE AUFKLÄRUNGSARBEIT, auch diesmal beim Interview mit dieser so lebensbejahenden und auch so lebensnahen Frau!

    Ihr bei KenFm leistet immer wieder hervorragende Arbeit und zwar nicht zuletzt auch dadurch, daß Ihr immer wieder auch relativ unbekannte, aber „dennoch“ klug denkende/klug handelnde Personen zu Wort kommen laßt und damit immer wieder zeigt, daß es auch unter den vielen unbekannten Gesichtern innerhalb der Bevölkerung viele Menschen gibt, die mit sehr wertvollen Beiträgen zur Weiterbildung und Weiterentwicklung unserer Gesellschaft beitragen. – Gerade auch das kann vielen Anderen Mut machen und – je nach Thema – auch immer wieder als ganz direkte Anregung (* siehe auch unten) dienen. – Daher also – macht weiter so!

    – – – – – – – –

    P.S.: Euere Veröffentlichungen sind – jetzt schon – sehr vielschichtig und Alles in Allem auch recht ausgewogen, ich würde Euch aber dennoch gerne dazu anregen, doch auch etwas mehr Beiträge zu bringen, die sich – nicht so sehr – auf die zumeist recht leicht faßbaren vordergründigen (gesellschafts)-politischen Themen beziehen, sondern vielmehr – noch etwas tiefer gehend – gerade auch die weltanschaulichen, philosophisch-psychologisch bedingten Hintergründe und Ursachen unserer vielen Gesellschaftsprobleme zur Sprache bringen!

    (Das nun schon einige Zeit zurückliegende Interview mit Eugen Drewermann weist z. B. in diese Richtung, aber es gibt sicherlich auch noch einige andere Leute im deutschsprachigen Raum, die wertvolle Gedanken hierzu beisteuern könnten; der Hirnforscher Gerald Hüther fällt mir da z. B. gerade ganz spontan dazu ein, auch wenn sein Forschungsschwerpunkt erst einmal eher die „Hardware“ zu sein scheint und gewiß gibt es auch eine Reihe jüngerer Leute mit guten Kenntnissen über diese wichtigen Bereiche unserer Innenwelt.)

    Warum ich das hier sage? – Nun – ich meine, – ja ich bin mir ganz sicher, daß ein wirklich auch dauerhafter zukünftiger Erfolg auch einen möglichst weit verbreiteten Bildungsgrad voraussetzt, der aber – neben einem möglichst guten Verständnis der Außenwelt – stets auch ein möglichst gutes Verständnis unserer Innenwelt – beinhalten sollte, ja – eigentlich sogar muß!

    – – – – – – – –

    * Wäre ich nicht schon in einem „doch schon ziemlich fortgeschrittenen Alter“ (und mit so manchen gesundheitlichen Einschränkungen behaftet), so würde ich mich z. B. sehr gerne als Fahrer für solche Versorgungstransporte melden, wie Frau Jannsen sie nun schon zweimal initiiert und durchgeführt hat, wenn wieder einmal Bedarf daran wäre

  8. Sehr gutes Interview. Frau Jansen ist ein quicklebendiger -ich finde sogar entzückend natürlicher- Mensch. Sie hat eine zutiefst friedliche, helle Ausstrahlung. Schön, dass es sie gibt. Vielen Dank auch an Ken Jebsen, der sie uns hier vorgestellt hat. ich werde jetzt auch öfter RT-Deutsch ansehen und den Film natürlich sowieso.

  9. Sagt ein Mensch:

    „..dass dort auch Menschen Leben (ca. 1:05)…“

    Frau Janssen’s Humanismus ist von einer Art, die sich fundamental unterscheidet von einem Humanismus, mit dem „humanitäre Interventionskriege“ vereinbar sind.

    „Humanitas“ beinhaltete von Beginn an zwei Bedeutungen, die im „Humanismus“ weiter existieren: humanitäre Nächstenliebe einerseits und andererseits ein Humanismus verbunden mit einer Gruppe von Menschen, ausgezeichnet durch Sprache und Verstand zur Beilegung von Disput und die Fähigkeit, miteinander in Übereinstimmung und Harmonie zu leben.
    Griechischer Humanismus, Römischer Humanismus, Philanthropischer Humanismus, ethischer Humanismus, religiöser Humanismus, Renaissance Humanismus – die zweite Bedeutung war immer vorherrschend, in dem Sinne, dass eine „humanitäre Intervention“ erforderlich ist durch diejenigen, welche sich durch Sprache und Verstand auszeichnen – also durch Religion, Wissenschaft, Dogma, Technik, Werte, etc.

    Eine Umkehrung dieses Prinzips findet man in der Philosophie des alten China: In Zuo Zhuan sagt Ji Lang: „People is the zhu (master, lord, dominance, owner or origin) of gods. So to sage kings, people first, gods second“. Neishi Guo says, „Gods, clever, righteous and wholehearted, comply with human.“ (Das Volk ist zhu (Meister, Lord, Herrschaft, Eigner oder Ursprung) der Götter. Für weise Könige also: Das Volk zuerst, dann die Götter. Götter, klug, rechtschaffen und ernsthaft, gehorchen dem Menschen.) Taoistischer und konfuzianischer Sekularismus mit moralischen Elementen – ohne religiöse Autorität oder Deismus!

    Lassen wir einen liberalen Humanisten (im Sinne der „humanitären Intervention“) sprechen:

    Mill, On Liberty, Einführung
    „Es ist kaum nötig zu sagen, daß diese Lehre nur für Menschen in der Reife ihrer Fähigkeiten gilt. Wir sprechen nicht von Kindern…Aus denselben Gründen bleibt die Betrachtung jener rückständigen Zustände der Gesellschaft außerhalb des Rahmens unserer Untersuchung, in denen sich das Menschengeschlecht im Zustand der Unreife befindet… Der Despotismus ist für die Barbaren die legitime Regierungsmethode, vorausgesetzt, der Zweck ist die Verbesserung ihres Zustandes. Freiheit als Prinzip wird erst dann anwendbar, wenn die Menschheit der Verbesserung mit Hilfe freier und gleicher Diskussion fähig geworden ist. Bis dahin gibt es für sie nur implizite Unterwerfung unter einen Akbar, einen Karl, wenn sie glücklich genug sind, einen solchen Führer zu finden.“

    Dagegen:

    „Die Zivilisation ist in den Völkern, die Barbarei in den Regierungen.“
    Victor Hugo

    Mit Frau Janssen wünsche ich mir von meiner Regierung, daß sie aufhört, sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Und mit Victor Hugo sehe ich in den Völkern – vor allem gegenwärtig – mehr Zivilisation als in den Regierungen. Und ich wünsche mir, dass unsere Regierung folgendes Goethe-Zitat im Parlament an prominenter Stelle aufhängt:

    „Sage, tun wir nicht recht? Wir müssen den Pöbel betrügen. / Sieh nur, wie ungeschickt, wild, sieh nur, wie dumm er sich zeigt!“ / Ungeschickt scheint er und dumm, weil ihr ihn eben betrüget. / Seid nur redlich, und er, glaubt mir, ist redlich und klug.“

  10. Ein gutes Gespräch mit einer symphatischen Frau. Den Desinformationskampagnen des deutschen Main-Stream setzt kenfm mal wieder Substanz entgegen und das ist gut so.

    Das Thema Krieg und Frieden ist das absolute Nr. 1 Thema, nicht die Frisur von Herrn Trump oder irgendein Gefasel von Herrn Gauland.

    Ich hätte nie gedacht, das in Europa wieder Krieg ausbrechen könnte. Das Schlimmste ist, die Kriegstreiber sind unter uns und können ihr Handwerk ohne grosse Proteste verrichten. Deutschland führt derzeit Krieg in Afghanistan, in Syrien, in Mali…, von den ausaufernden Waffenexporten ganz zu schweigen. Abgesehen von ein paar hundert Menschen – bestenfalls von ein paar tausend Menschen, die bspw. vor Ramstein demonstrieren scheint das nur wenige zu stören.

    Dieser Beitrag von Frau Janssen stärkt die Friedensbewegung.

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