KenFM im Gespräch mit: Markus Bickel („Die Profiteure des Terrors“)

Deutschland ist der viertgrößte Rüstungsexporteur der Welt. Die Geschäfte laufen bombig, denn rund um den Globus finden Ressourcenkriege statt. Ohne den permanenten Fluß dieser Ressourcen Richtung Industriestaaten, würden hier bei uns sehr schnell die Lichter ausgehen. Unsere Produktion, unsere Wertschöpfungskette, unser Wohlstand wären ohne die permanenten Beutezüge im Ausland nicht möglich. Wer das als erster offen aussprach, war Bundespräsident Horst Köhler.

„Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen, negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“

Man könnte es auch noch simpler formulieren: Was die Bundesrepublik nicht auf diplomatischem Weg erreichen kann, löst sie mit Gewalt. Die Bundeswehr als Teil der NATO, ist längst weit außerhalb des NATO-Territoriums kriegerisch aktiv. Was uns als Peacekeeping Operations verkauft wird, ist in Wahrheit knallharter Kolonialismus. Dieser allerdings geht mächtig ins Geld und so gehen immer mehr Staaten dazu über, Gewalt nicht nur selber auszuüben, sondern ausüben zu lassen. Man sucht sich korrupte Regierungen, sieht selber dabei großzügig über Menschenrechte hinweg und verkauft den Machthabern die Waffen, die diese benötigen, um das Ausbeutungsmodell am Laufen zu halten.

Für ein waffenexportierendes Land wie die BRD lohnt sich dieses Geschäftsmodell gleich doppelt. Es erhält weiter Bodenschätze zu Dumpingpreisen, um die heimische Industrie in der Gewinnzone zu halten und kurbelt parallel dazu den deutschen „Maschinenbau“ an.

Speziell Kleinwaffen, die auf den Schlachtfeldern der Welt die meisten Menschen töten, gehen dabei wie geschnitten Brot. Skrupel gibt es in dieser Branche überhaupt keine. Alles, was zählt ist Umsatz und schwarze Zahlen. Dass das blutige Geschäft gerade in Zeiten der „Terrorbekämpfung“ so boomt, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass es in der BRD zahlreiche gesetzliche Schlupflöcher gibt, die es den Exporteuren erlauben, auch in Krisengebiete zu liefern.

Wer in dieser Branche überleben will, braucht solide Kontakte zu den Behörden und die existieren seit Jahren. Ohne Drehtür-Politik und Behördenfilz hätte der deutsche Rüstungsexport keine Chance auf dem Weltmarkt. Dass unser Land hier aber in der Top 5 spielt zeigt, wie viel Blut an den Händen derer kleben muss, die den Verkauf von Kriegsgerät an die Fronten dieser Welt genehmigen. Permanent!

KenFM sprach mit Markus Bickel dem Autor des Buches „Die Profiteure des Terrors“. Das Gespräch offenbart, wie tief unser Land längst wieder in Blut watet. Wer Kriege durch den Export von Waffen erst möglich macht, darf sich über die Folgen, z. B. unkontrollierte Flüchtlingsströme, dann nicht wundern. Es wird Zeit, nicht nur Ross und Reiter zu nennen, sondern endlich auch unser Wirtschaftsmodell zu hinterfragen, das ohne das Exportieren von Killer-Gerät gar nicht funktionieren würde.

Inhaltsübersicht:

00:00:22 Der Autor: Wege und Motivationen zum 2. Buch

00:03:34 Das Zäsurjahr 2014: autonome Einsätze der Bundeswehr

00:05:04 Waffenlieferungen aus der BRD unisono Kriegsverbrechen im Irak?

00:07:58 Die Kurden und ihr Traum vom eigenen Staat

00:13:07 Politiker Sprache: Ertüchtigung der Peshmerga = Waffenlieferungen

00:15:39 Gibt es ein Bundesgesetz, das generell Waffenexporte verbietet?

00:16:51 Ist die deutsche Rüstungsindustrie noch autark?

00:21:09 Militärische Verkaufsveranstaltungen: Häppchen für Tötungsprodukte

00:25:57 Militärischer Lobbyismus

00:27:29 Ein treuer Kunde – Saudi Arabien und das Jemen Desaster

00:35:21 Stabilitätsschwankungen: Vergangenheit & Gegenwart

00:42:26 Der Internationalen Strafgerichtshof – ein neutrales Gericht?

00:45:55 Das 4. Buchkapitel

00:49:30 Waffendrehkreuz Balkan

00:52:44 Ägypten – eine Militärdiktatur mit deutscher Unterstützung?

01:02:44 Waffenexporte – Krieg – Chaos – und dann? Beispiel Libyen

01:06:14 Alte und neue Geschäftsfelder

01:13:01 Bürgerlicher Protest und Rüstungskontrolle

01:17:33 Gibt es kritische Politiker?

01:19:39 Wie denkt die Bevölkerung über Waffenexporte?

01:20:24 Diplomatie, oder Geschäfte?

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13 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Markus Bickel („Die Profiteure des Terrors“)

  1. Prost Neujahr. In Zukunft kommen wir um eine Veränderung des Geldsystems im Sinne einer Ausrichtung an die Endlichkeit der Erde und der Würde des Lebens und der Menschenwürde nicht herum. 🙂 Das Geld, welches sich als purer Betrag in den Computern der Finanzkartelle nach einen undurchschaubaren mathematischen Regelwerk, über Highspeed-Wertpapierhandel und Zinseszins …. in endloser Weise vermehrt, verlangt nach einer nachträglichen realen Wertschöpfung. Das sind die weltweit verordneten Schuldendienste, von denen kein Land ausgenommen ist. Wir haben diese Schulden vielleicht wirklich, aber nicht bei den Finanzkartellen, sondern bei unserem Planeten der ERDE, aus der alles Notwendige realiter und substanziell entwendet, heraus gebaggert oder gesprengt wurde, ohne in irgendeiner Schuldbilanz jemals aufzutauchen. Nur durch eine nachträgliche Wertschöpfung auf Kosten der Erde und der Menschen kann dieses ungebührliche und verstiegene „Falschgeld“ den Status eines wertlosen Spielgeldes (theoretisch) überwinden. Um diese dazu nötige Wertschöpfung, die uns als Wachstumsnotwendigkeit verkauft wird, zu erzwingen, verbündet sich die Reichtumselite wohl wissend mit dem Militär, erschafft und vergrößert ein unermessliches, die Menschheit bedrohendes und terrorisierendes Waffenarsenal und implementiert Überwachungsstrukturen im Zuge von Propagande und eines selbst kreierten „War On Terror“. Dieses geschieht aber alles nur, um die nachträgliche Wertschöpfung, den einzigen Realitätsgehalt ihres rein mathematisch erschaffenen, also betrügerischen Reichtums ab zu sichern. Durch den angsterfüllten Respekt vor der angedrohten Waffengewalt wird die Menschheit produktiv und konsumptiv, d.h. in ihrem Sinne gefügig gehalten. Das ist der Garant für die Realisierung und Wahrwerdung ihres rein betraglich vorhandenen Vermögens. Nebenbei korrumpieren sie mit ihrem Geld die Exekutiven, die Politiker aller Staaten und erpressen die Institutionen und hebeln Gesetze durch streng geheime, hinter verschlossenen Türen entstandene Vertragstexte aus. Klappt das mit der nachträglichen Wertschöpfung zu langsam, kaufen sie mit ihrem inflationären, selbst erzeugten Geld die realen Werte zum Nominalpreis auf, bevor ihr Falschgeld als fließendes Geld zu einer allgemeinen, entweder drastischen oder kaum spürbaren, Inflation und Preiserhöhung führt. Das tun sie, wie gesagt, sukzessive oder mit einem Schlag, je nachdem wie ihre Einstellung zur momentanen Menschheit ist. Ob ihr Sinn nach allgemeinem Elend und Krieg steht, oder mehr nach demütigender Ausbeutung im Kleinen. Der Vater aller Dinge in diesem System ist die angedrohte Waffengewalt, wie es F. Scheidler in seinem Buch deutlichst heraus arbeitet. Nur dadurch ist dieses Geld und der dazugehörige Reichtum gedeckt. — Die Erhaltung der Natur und die Wahrung demokratischer Freiheiten und Menschenrechte verlangt aber das genaue Gegenteil eines erzwungenen Wachstumswahns, nämlich die VERHINDERUNG einer Wertschöpfung, die sich ausschließlich an dem Output einer künstlichen, rein mathematisch erzeugten Betragsvermehrung richtet und auf diese Weise die Erde verbrennt. Die zukünftige Produktion, der Handel, die Wertschöpfung muss sich an der Natur, der Achtung der Menschenwürde, den realen Gegebenheiten und der Erzeugung eines Gemeinwohls ausrichten und nicht nach den Vorgaben einer Falschgelddruckerei und der sie betreibenden kriminellen Vereinigungen.

  2. Ken Jebsen im Gespräch mit Markus Bickel
    Aus unserem Kreis der freien DenkerInnen

    KenFM im Gespräch mit: Markus Bickel („Die Profiteure des Terrors“)
    29.12.2017
    https://kenfm.de/markus-bickel/

    Iran: the seventh country on the alleged US list for regime change
    31.12.2017
    https://off-guardian.org/2017/12/31/iran-the-seventh-country-on-the-alleged-us-list-for-regime-change/

    Liebe freunde,

    Ken Jebsen hat sich mit Markus Bickel, der autor von „Die Profiteure des Terrors“, unterhalten. Und er sah nicht gut dabei aus, weil Markus Bickel den grossen hintergrund nicht sehen will.

    Als Ken Jebsen von den sieben laendern, die unter Obama zur zerstoerung auf der liste standen, sprach, hat Markus Bickel doch deutlich abgewehrt.

    Deswegen habe ich hier den neuen text aus dem Off Guardian mit verlinkt, wo es genau um diese frage geht.

    Iran, Iraq, Lebanon, Libya, Sudan, Syria
    Iraq, Libya, Somalia, Sudan, Lebanon, Syria (planung 2002)
    und als 7. land Iran

    Wir koennen hier Ukraine, Afghanistan, Pakistan, Mali, Niger und wohl auch die Tuerkei bestimmt dazu nehmen.

    Die recherchen von Markus Bickel sind bestimmt interessant und wichtig zu kennen. Aber ohne ein grosses mosaikbild oder ein globales netz der abhaengigkeiten und kollaborationen sind die einzelnen elemente nicht zu verstehen.

    Die kollaboratoren sind immer die lokalen eliten. Und sie fragen nie, was gut fuer die bevoelkerung ist. Sie folgen immer ihren elitaeren „partikular-interessen“ und suchen jene partner, die ihnen dabei zur seite stehen. Unabhaengig davon, was dies fuer die bevoelkerung dieser region bedeutet.

    Die notwendigkeit von, also auch die getriebenheit fuer, den militaerisch-industriellen komplex ist ein teil der sogenannten „Industrielaender“. Und das hat viel mit der getriebenheit im globalen finanzsystem zu tun. Fuer diese akteure existieren tatsaechlich keine alternativen.

    Fuer uns sieht es ganz anders aus. Wir haben viele alternativen. Und der grossteil der bevoelkerungen auch in den sogenannten „Industrie-laendern“ stehen der verschiebung hin zum militaerisch-industriellen komplex ablehnend gegenueber. Auch der sklavischen unterwerfung unter pseudo-reale anforderungen des globalen finanzsystems.

    Es sind alles jokes, virtuelles affentheater. Schauspielbuehnen, wo wir den unterbau und die statischen konstruktionen nicht sehen sollen. Aber wir sehen sie. Wir schauen hinter die maskeraden. Und da finden wir dann billige bretterbuden.

    Es wird zeit, dass auch das KenFM-team und die KenFM-community tiefer graben und die ebene des billigen „Journalismus“ verlaessen. Das gleiche gilt fuer all jene medialen portale, die sich, zumindest in ihrer selbstbeschreibung, der aufklaerung verpflichtet fuehlen.

    Wenn ich von Aufklaerung spreche, dann nicht davon, zu schauen, was die anderen tun. Sondern von der „Ueberwindung der selbstverschuldeten Unmuendigkeit“. Und das sehen wir heute dominant in allen kreisen von „Aussen-Links“ bis „Rechts-Aussen“, wenn es um geld- und finanzsysteme, individuellem reichtum, vor allem wenn es um Oekonomie geht. Die sklavisch freiwillige Selbstunterwerfung.

    Und da haben wir noch viel zu tun.

    mit lieben gruessen, willi
    Asuncion, Paraguay

    • Das meiste sehe ich auch so. Markus Bickel sieht nicht die Hintergründe und tieferen Zusammenhänge, wohl weil er sie nicht sehen will. Dennoch sind seine Ausführungen aufschlußreich, da alles irgendwie zum Gesamtbild beiträgt. Ich bin nicht einverstanden mit seinen (und Ken Jebsens zustimmenden?) Äußerungen über Präsident Assad. Das ist Feindpropaganda! Für Mitteleuropa möchte man sich das syrische Herrschaftssystem nicht unbedingt wünschen, aber für Syrien wird es nichts Besseres geben, so wie es auch für Libyen nie etwas Besseres als Gaddafi geben wird.

      Wie KenFM und Community „die Ebene des billigen »Journalismus« verlassen“ können, habe ich nicht ganz verstanden. Daß die „Aufklärung“ irgendwann an ihre Grenzen stößt, ist mir klar. Denn erstens ist die Menge der aufweckbaren Schlafschafe begrenzt und zweitens haben die Herrschenden schon den Gegenangriff begonnen, den sie in Zukunft mit all ihren Machtmitteln bis zur völligen Unterdrückung der „Aufklärung“ steigern werden. Was dann?

  3. „Es gibt nur ein perspektivisches Sehen, nur ein perspektivisches „Erkennen“; und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Worte kommen lassen, je mehr Augen, verschiedne Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser „Begriff“ dieser Sache, unsre „Objektivität“ sein.“
    Friedrich Wilhelm Nietzsche

    Das trifft auf ausnahmslos alle „Sehenden“ zu, auf Herrn Bickel, auf Herrn Jebsen, auf alle Kommentatoren und sogar auf mich (man glaubt es kaum).
    Deshalb ist der Meinungsautausch so fundamental wichtig. Nur die Mischung gibt ein Bild, aus dem jeder lernen kann.
    Wenn hier Themen „weggelassen“ wurden oder „wichtige“ Zusammenhänge nicht erörtert wurden, so bestätigt dies nur das „perspektivische Sehen“ der Gesprächspartner.
    Interessant wird es, wenn das „perspektivische Sehen“ als Mittel zu Manipulation genutzt wird, wie dies ja aktuell durch die gegen den Frieden gerichtete Propaganda der Massenmedien passiert. Hier sind die Menschen geradezu verpflichtet mehr als nur „persepktivisch“ zu sehen, ihr Überleben wird davon abhängen.

  4. Qualitative Arbeit wie immer. Nur zwei Punkte hätte ich zu bemerken…

    1. Die starre, mainstream-kompatible Haltung des Herrn Bickel Präsident Assad gegenüber ist für mich völlig unverständlich. Ein Schulkind weisst worum es in der Region handelt. „Damaskus hat die Absicht, Syrien künftig zu einem Bindeglied zwischen den Verbrauchern und Lieferanten von Energieträgern in Asien und Europa zu machen.“

    2. Kein Wort fiel im Gespräch über die wahren Fahdenzieher, die eigentlich die großen Profiteure der blutigen „Umstrukturierung“ der Region sind. Israel…

  5. Ein sehr aufschlußreiches Interview. Der guten Ordnung halber fände ich es sehr sinnvoll, wenn mitgeteilt würde, wann dieses Gespräch geführt wurde. Am 29. Dezember veröffentlicht, aber im Verlauf des Gesprächs wird deutlich, dass es vor längerer Zeit geführt wurde. So kann es passieren, dass die Gesprächspartner noch von „Jamaika“ ausgehen, obwohl wir uns schon in der „“Kanzlerinnen-Dämmerung“ befinden. Im Grunde kein Problem, wenn der Gesprächstermin offengelegt worden wäre, aber so wirkt es wie eine kleine Unkorrektheit und man muss seine innere Uhr im Verlauf des Interviews umstellen. Es ist doch kein Problem, wenn deutlich wird, wie lange an solch einem Interview gearbeitet und abgestimmt wurde. Qualität beansprucht auch Zeit. Sorry das klingt vielleicht überspitzt, ich hätte mich auch nicht damit gemeldet, wäre es mir nicht schon ein paar mal aufgestoßen. Aber trotz alledem könnt Ihr Euch glücklich schätzen, wenn es sonst nichts zu meckern gibt.

  6. Herzlichen Dank für dieses Gespräch. Ja, wenn es um das Wohl der deutschen Exportindustrie geht, fallen bei unseren Regierenden seit je her alle moralischen Bedenken. Wir alle sollten beginnen, die Dinge bei ihrem Namen zu benennen: nicht bewaffneter Konflikt, sondern Krieg, nicht Sicherheitspolitik, sondern Militärpolitik, nicht Verteidigungsminister, sondern Kriegsminister … Kein Einlullsprech mehr. Auch Ken Jebsen hat in dieser Hinsicht noch zu lernen.

  7. Bei diesem Interview merkt man sehr deutlich, wie weit noch der Weg ist, ein Umdenken in Deutschland geschweige denn in der gesamten Welt überhaupt in die Wege zu leiten. Ich habe vor ein paar Wochen eine Auflistung der weltweit größten Fonds gesehen, wo die arabischen und Fonds aus Ostasien die Ranglisten angeführt hatten. Da parken und arbeiten Billionen von Geldern, die auf dieser Welt etwas suchen, um weiterhin Profit zu erzeugen. Dieses Geld erzeugt leider so eine grosse Sogwirkung, dass sich Länder wie Deutschland sich dem nicht entziehen können. Sie sind abhängig von diesen Geldbergen. Und diese Abhängigkeiten führen schon so weit Blüten, dass sogar Knowhow verhökert wird in Länder, die noch nicht im Traum daran denken, die Welt am Scheideweg zur Selbstzerstörung zu sehen. Im Gegenteil. Die Zerstörung wird sogar noch beschleunigt dadurch. Verantwortungsbewusste Politik würde ja bedeuten, zu verzichten, so die Auffassung der Meinung heute. Und wenn wir anfangen zu verzichten, wäre die Zukunft ja in Gefahr. Verzichten wir nicht, ist die Zukunft ja trotzdem von aussen in Gefahr. Wie lösen wir dieses Dilemma in einer Welt, die nur so strotzt von Ungerechtigkeit, Wettbewerb,Mißtrauen, Ausbeutung, Gewalt und Revanchismus?
    Ich bin der Meinung, dass diese grossen Probleme nur durch Vertrauen gelöst werden können. Wie erreicht man Vertrauen?
    Indem man offen miteinander redet.
    Wie können wir offenes und ehrliches miteinander Reden erreichen? Indem man einen Weg findet, die Bedürfnisse, Nöte und Wünsche aller Menschen zu hören und anzuerkennen. Ist es möglich, allen Menschen auf dieser Welt gerecht zu werden? Ich denke, es ist dann möglich, wenn Gemeinsamkeiten der Bedürfnisse, Nöte und Wünsche heraus gearbeitet werden können. Diese Gemeinsamkeiten aller Menschen sind so fundamental, dass sie genügend Kraft entwickeln können, Unstimmigkeiten zu beseitigen. In der Mathematik nennt man dies den kleinsten Gemeinsamen Nenner zu finden, auf dessen Fundament dann die Kaskaden von Variationen vorstellbar werden können, die eine vielfältige und interessante Lebensart kreieren kann.
    Ist die Welt heute in der Lage, endlich offen und ehrlich und vorallem vertrauensvoll diesen Dialog zu beginnen?
    Die Chancen dafür sind heute noch nie besser gewesen, weil im Vergleich zur Vergangenheit die technische Vernetzung der Menschen noch nie so hoch war wie heute. Empathisch gesehen allerdings sehr niedrig. Wenn wir es schaffen, die Vernetztheit durch Empathie genauso so hoch hieven, wie es die technische Vernetztheit schon erreicht hat, könnten wir mit dem Dialog beginnen. Aber Empathiefähigkeit fängt immer bei sich selber an. Empfinden wir uns selbst gegenüber ein Gefühl, dass wir uns als ehrlich und wahrhaftig sehen, kann die Selbstempathie auf andere als Spiegel seines Selbst fortgeführt werden.
    Jeder einzelne von uns ist also für die Zukunft mitverantwortlich zu hinterfragen, ob er sich seines Geistes bewusst ist. Wenn diese Antwort dann lautet, ich weiss, was ich fühle und diese Gefühle auch beschreiben und zeigen kann, dann ist mir nicht mehr Bange um die Zukunft.
    Pooler1970

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