Mensch, Schauspieler! | Von Toralf Laibtzsch

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Die Reaktionen auf die Schauspieler-Aktion #allesdichtmachen zeigen, dass die Medien als eingeschworener Kampfverbund zur Unterstützung der Corona-Maßnahmen agieren.

Gotteslästerung

Prominente glauben zuweilen und mit Recht, dass sie größere Freiheiten und mehr Einfluss haben, egal, was sie tun und sagen. Sie haben eine große Schar an Fans und Followern, manche so treu ergeben, dass sie wie Jünger überall hin folgen. Ja, Prominente können in der Tat etwas bewegen. Und gerade in Zeiten wie diesen erwartet man auch von ihnen, dass sie sich äußern und Richtung geben. Nur eben bitte richtig.

Sonst kann es heikel werden, ganz heikel. Es kann Aufträge kosten, es kann die Karriere beeinträchtigen, vielleicht beenden. Auch Prominente können auf dem Altar der Pandemie geopfert werden, wenn sie ins falsche Horn blasen. Corona frisst auch Promis wie einst die Revolution ihre Kinder.

Die Horde renitenter Schauspieler hatte es in geradezu blasphemischer Weise gewagt, auf die sie fütternde öffentlich-rechtliche Hand zu spucken und Kritik zu üben an Maßnahmen und staatshöriger Corona-Berichterstattung. Gut möglich, dass der eine oder andere Tatort-Kommissar bald in den vorzeitigen Ruhestand oder in den Innendienst versetzt wird.

Unter den reichlich 50 Abtrünnigen sind auch einige A-Promis, Schwergewichte also, die mit ihrer Fan-Gemeinschaft durchaus das Potenzial haben, einige zum Nach- und Umdenken zu bewegen. Das könnte gefährlich werden für die Verantwortlichen in Politik und Medien.

Zu den VIPs unter ihnen gehören sicher der gebürtige Dresdner Jan Josef Liefers und dessen Stiefbruder Martin Brambach, der begnadete Ulrich Tukur, dessen Film- und Fernsehschaffen Seiten füllt, ganz abgesehen von unzähligen Auszeichnungen und einer beeindruckenden Discografie. Richie Müller und Felix Klare gehören dazu, Nadja Uhl, Volker Bruch, Thorsten Merten oder der Österreicher Nicholas Ofczarek. Es sind zu viele, denen man danken müsste.

Liefers, bekannt vor allem als Autopsie-Professor und Münsteraner Tatort-Partner von Axel Prahl sowie aus unzähligen Filmen wie Knockin’ on Heaven’s Door oder Uwe Tellkamps Der Turm, ist wohl schnell zum Gesicht des Schauspieler-Aufstands geworden. Der Mann, der auch ein Asyl für Edward Snowden befürwortet, kennt sich aus mit Widerstand. Er sprach schon auf der legendären Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November 1989 — wenige Tage vor dem Fall der Berliner Mauer. „Neue Strukturen müssen wir entwickeln, für einen demokratischen Sozialismus.“, mahnte er seinerzeit an.

Das Imperium schlägt zurück

Das WDR -Infotainmentmagazin „Aktuelle Stunde“ zeigte exemplarisch, wie man mit solch widerborstigen Frechdachsen aus dem eigenen Stall umgeht. Diese Häretiker, die nicht wie der Schuster bei seinen Leisten bleiben wollen, sich nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Mensch zeigen, und die es wagen, am Allerheiligsten zu kratzen: am Selbstverständnis der Medienmacher von Meinungsfreiheit und -vielfalt.

Und so beginnt die Sendung auch gleich mit den markigen Worten „Rechte Netzwerke, Corona-Leugner und AfD feiern die Schauspieler …“. Eigentlich könnte man hier abschalten, denn die Botschaft ist vermittelt.

Dann wird der „allseits bekannte“ Medienjournalist Stefan Niggemeier zitiert, der sich über die „eklige Ironie“ empörte. Das musste mal gesagt werden. Denn Niggemeiers Stimme hat Gewicht. Nicht gesagt werden musste, dass der Zuspruch auf der Webseite und der Ansturm auf selbige so überwältigend waren, dass sie zusammenbrach.

Nach Niggemeier kommt ein „Spezialist“ zur Deutung der unfassbaren Vorgänge zu Wort: der Medienwissenschaftler Alexander Sängerlaub. Dieser verkündet dann in Trainingsjacke und Mütze vor seinem Laptop sitzend, wie „stumpf und einfach formatiert“ die Auftritte der Schauspieler doch gewesen seien. Nicht nur inhaltsarm, sondern auch künstlerisch minderwertig.

Sängerlaub, dessen utopisches Politikmagazin „Kater Demos“ Wikipedia zufolge das erste deutsche Politikmagazin ist, das dem „konstruktiven Journalismus“ zuzuordnen ist — aha, jetzt wissen wir es — und das sich zur Aufgabe macht, komplexe politische Themen politikverdrossenen Menschen zugänglich zu machen, ist auch in leitender Funktion beim Berliner Thinktank Stiftung Neue Verantwortung aktiv. Er veröffentlichte dort Studien über Fake News und unsaubere journalistische Arbeit sowie — kaum überraschend — über Rechtspopulisten. Zuletzt war er als „Experte“ für den Bundestag zum Thema „Meinungsbildung und Meinungsmanipulation“ aktiv.

Keine Frage, der Mittdreißiger Sängerlaub ist trotz seiner bescheidenen Lebenserfahrung der Spezialist fürs Mediale schlechthin. Und so einer hat dann auch zur Schauspieler-Aktion erhellende Gedanken: „Als ob es so eine Art Meinungskorridor gibt in den Medien, die alle über das Gleiche berichten, als ob es keine Kritik im Land zur Pandemiebekämpfung geben würde, das ist ja alles nicht der Fall“, so Sängerlaub. Die Video-Botschaften würden „der Komplexität des Themas gerade nicht so richtig gerecht“. Aber vermutlich liegt es am schlichten Naturell und dem begrenzten Intellekt von gestandenen Persönlichkeiten wie Ulrich Tukur oder Jan Josef Liefers, die Komplexität der Pandemie nicht in einem Zwei-Minuten Video zu vermitteln.

Als Nächstes äußert sich die Politik. Ein Einspieler zeigt Jens Spahn, der ob der Ereignisse reaktionsschnell verkündet, dass überall kontrovers debattiert würde und er das auch gut fände. Dass wir schließlich in einer Demokratie leben und nicht in Weißrussland, und dass freie Meinungsäußerung zu unseren freiheitlichen Werten und Grundrechten gehöre, hatte er nicht ausgeführt. Üblicherweise kommt so ein Satz meistens noch im Anschluss.

So was passiert, wenn man den Schauspielern das Drehbuch wegnimmt

Viele aus der Show-Branche — wie viele, weiß man nicht, aber ganz gewiss sehr viele — kritisieren natürlich die Aktion. Stellvertretend kommt der, wie zuvor schon Niggemeier und Sängerlaub, allseits bekannte Regisseur Adolf Winkelmann zu Wort. Der weist für alle, die es noch nicht wussten, darauf hin, dass Schauspieler ja üblicherweise einen klugen und durchdachten Text bekämen, den sie dann auswendig lernen würden. Aber wehe, sie bekämen diesen Text nicht mehr und äußern sich womöglich als freidenkende Subjekte selbst. Dann könne es eben schlimm werden. „So was passiert, wenn man den Schauspielern das Drehbuch wegnimmt“, konstatiert Winkelmann.

Ab Minute 4:00 wird dann Jan Josef Liefers zur „Grillparty“ der Aktuellen Stunde zugeschaltet.

Kollegenschwein Liefers

„Ich will ehrlich sein mit Ihnen“, beginnt Moderator Martin von Mauschwitz das Interview „wir haben uns heute geärgert über Sie …“, als würde er mit einem unartigen Kind sprechen, das seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.

Seit 14 Monaten, so Mauschwitz, würde ein Riesenteam von vielen guten Leuten bis zur Erschöpfung arbeiten, um die Menschen im Land über die Pandemie möglichst gut zu informieren. Und nun käme er daher, Liefers, ausgerechnet Liefers, der Börne aus dem Tatort, der allseits beliebte Schauspieler, der WDR-Kollege quasi. Und der würde das nun alles in den Dreck ziehen, alle seien gleichgeschaltet und regierungstreu, wie käme er denn dazu?

Liefers versucht zu erklären, aber es gelingt ihm nicht, den Finger aus der Wunde zu bekommen, die er den Medienmachern offensichtlich zugefügt hat … Denn die fühlen sich zu Unrecht angegriffen. Jeden zweiten Tag kämen Kritiker zu Wort. Die Regierung würde doch so „hart“ kritisiert.

Im Übrigen sei es auch nur die eine Sache, dass „wir jetzt in den Medien bisschen sauer sind über Sie“, so Mauschwitz. Viel schlimmer ist ja etwas anderes: „Mit dem Video bedienen Sie ja auch exakt das Narrativ, die Erzählung, der Corona-Leugner und dieser rechtsextremen Lügenpresse-Schreihälse. Und die feiern Sie jetzt im Netz richtig ab.“. Und setzt vorwurfsvoll nach: „Sind Sie wirklich so naiv?“

Einfach nur naiv

Nach dem Motto, „Im Stehen Pinkeln macht man nicht, denn das hat auch Adolf Hitler gemacht“, werden Liefers und Kollegen nun klar verortet. Oder — zu ihrer Entlastung — zumindest als Naivlinge hingestellt. Doch der so Angegriffene wehrt sich.

Schauen Sie … jetzt sagen Sie naiv zu mir. Wissen Sie, wann das letzte Mal jemand zu mir gesagt hat ‚Sie sind naiv‘? Das war ein Mitglied des Zentralkomitees in der DDR in der Schauspielschule.“

„Da sind wir weit von weg“, unterbricht ihn der Moderator. „Aber so war‘s ja“, fährt Liefers fort. „die Frage klingt genauso … Ich wollte es einfach mal sagen.“ So weit weg davon scheinen wir dann doch nicht mehr.

Die erschreckende Erinnerung wird aber nicht weiter vertieft. Derartige Parallelen will man auch nicht hören. Die sind fehl am Platze, daher gleich wieder zurück zum willkommenen Framing, das jedem droht, der fundamentale Kritik übt. „Sie haben es doch mit dem Video bedient … Sie haben es mit dem Video doch bedient …“, kommt der Vorwurf gleich doppelt und nachdrücklich, als würde er sonst den störrischen Liefers nicht erreichen können.

„Wir haben nichts ‚bedient‘ … Wir haben einfach unsere Sache gemacht, die wir machen wollten. Uns hat ja keiner aufgefordert: ‚Könnt ihr uns mal bitte bedienen‘“ … und fragt irritiert zurück: „Was ist jetzt der Vorwurf genau?“

Moderator Mauschwitz erklärt es ihm: „Wenn man es genauso macht, wie diese sogenannten Querdenker es vorgeben, dann weiß man, was passiert.“ Sprach es und wechselte zum nächsten Punkt: die Intensivstationen … und die vielen hart arbeitenden Menschen, die einfach nur verhöhnt wurden. Denn „Was anderes als Verhöhnen ist es, wenn man denen sagt „‚Ach guck mal, das sind ja so Untertanen‘“.

Gefährlich nicht, aber despektierlich

Der zunehmend verblüffte Liefers möchte wissen, wer denn das behauptet habe, bekommt aber dann klar vermittelt, dass sich diese Frage doch eigentlich erübrige. „Das kommt in dieser Aktion in vielen, vielen Videos raus … Die Leute werden doch veräppelt … Da müssen wir doch nicht darüber streiten, oder?“, so die klärende Antwort des WDR-Moderators.

Nun, streiten will Jan Josef nicht, aber etwas besser verstehen möchte er schon, was sich im Hirn seines Interview-Partners und WDR-„Kollegen“ abspielt: „Finden Sie das so gefährlich oder despektierlich und dass man so was nicht machen darf?“

Mauschwitz weist zwar dezent darauf hin, dass eigentlich er es ist, der hier die Fragen stellt, lässt selbige aber zu. „Gefährlich ist das nicht … aber despektierlich schon, weil ich sehe, was auf den Intensivstationen passiert … Und da sind da ein paar wohlsituierte Schauspieler und die sagen ‚Ach komm, wir hauen mal einen raus!‘… Wie müssen diese Menschen sich fühlen?“

Das war jetzt mal Klartext:. Also wenn es der Münsteraner Tatort-Star jetzt noch nicht kapiert hat? Hat er nicht. Er ist verwirrt: „Also was hat das … Also jetzt bin ich ratlos… Ich kann Ihnen nicht mehr folgen. Wie bringen Sie denn das in Verbindung mit den Intensivstationen und der Arbeit, die die Menschen dort machen, und den Patienten, die da liegen? Das verstehe ich überhaupt nicht.“

„Die Corona-Maßnahmen…“, erklärt Mauschwitz nun seinem offensichtlich begriffsstutzigen Schüler, „ (…) es geht ja um die Corona-Maßnahmen. Und wenn wir diese Maßnahmen nicht machen, dann laufen die Stationen da noch voller.“ Sagt es und beendet das Kapitel mit dem schwierigen Fall.

Erwähnen, Sagen und Benennen gestattet

Am Abend hat Liefers einen weiteren Auftritt. In der ARD-Talkrunde 3 nach 9 ist er zu Gast und mit ihm der frisch-erkorene Kanzlerkandidat der CDU/CSU Armin Laschet. „Wie geht es Ihnen denn jetzt?“, fragt in geradezu mitfühlendem Tonfall Tagesschau-Moderatorin Judith Rakers den zugeschalteten Liefers, als spräche sie mit einem Kind, das vor wenigen Stunden beim Ladendiebstahl erwischt worden war und nun realisiert, dass das Konsequenzen hat. Eigentlich nicht zu fassen, wo es doch aus gutem Hause stammt und es ihm an nichts fehlt.

Liefers wirkt in der Tat gezeichnet und angespannt. Man sieht ihm die Schwere des Tages an. Seine Antwort ließe sich auch mit einem „den Umständen entsprechend noch ganz gut“ übersetzen. Aber er habe seine Punkte und die würde er auch weiter vertreten. So gebe es eben auch Trauer und Leid auf der Seite derer, die unter den Maßnahmen litten … Das käme zu kurz und das ginge ihm nahe.

Dann kommt Laschet zu Wort. In gediegenem Tonfall zeigt er väterliches Verständnis für den verlorenen Sohn. Es sei berechtigt, auch die anderen Opfer zu benennen, die Kinder, die seit über einem Jahr nicht richtig zur Schule gehen könnten, die Älteren, die in Einsamkeit gestorben seien, weil sie keine Besuche mehr empfangen konnten, die Suizid-Opfer … Ja, die müsse man auch erwähnen dürfen, das müsse man sagen dürfen … in einem freien Land.

Erwähnen, Sagen und Benennen ist gestattet. Damit muss es dann aber auch gut sein.

Vorsicht Querdenker — Vorsicht falsche Seite

Außerdem, so Laschet weiter, müsse man aufpassen, nicht alle gleich in die rechte Ecke zu stellen. Von den 50 sei kein einziger „rechts“, betont er. Bei den weitgehend promifreien Querdenker-Demos ist das natürlich etwas anderes, da ist es augenscheinlich im öffentlich-rechtlichen Medienwald wie auch unter Politikern völlig legitim, eine rechte Gesinnung zu unterstellen. Und von denen distanziert sich auch Liefers. Noch ist also nicht alles verloren.

Die Querdenker-Keule scheint auch das schärfste Schwert bei der Generalabrechnung mit den prominenten Leinwandgesichtern. Da kann man sie kriegen. Ulrike Folkerts, die inzwischen die Corona-Maßnahmen wieder „absolut richtig“ findet, sei jedenfalls weit davon entfernt, „Querdenkern und Rechten Argumente in die Hände zu spielen“ und findet es „furchtbar, dass man mir das unterstellt.“ Wohl vor allem deshalb sei die Aktion „unverzeihlich“.

Den Schauspielern war allerdings durchaus bewusst, dass der Sturm aus dieser Richtung kommen könnte. Deutlich wird dies im Beitrag von Jens Wawrczeck. „Wenn ich Theater spiele, darf im Zuschauerraum in der rechten Hälfte niemand sitzen. Dann kommt der Beifall nur von links. Allerdings, wenn man dann unten steht, ist das ja andersrum. Dann sitzen die Leute nur rechts. Und dann darf da auch niemand sitzen. Das Theater muss ganz leer sein. Dann kommt kein Beifall von der falschen Seite. Und dann fühle ich mich sicher.“

Auch Christian Ehrich hat in seinem Clip über den „Beifall von der falschen Seite“ nachgedacht:

„Falls irgendwann die Theater wieder aufmachen (…), dann werde ich beim Theaterbesuch, wenn das Stück vorbei ist, aufstehen und ganz nach links rüber wandern. Und dann erst klatschen. Dann können alle ganz klar sehen, wo ich stehe. Das ist für die Schauspieler auf der Bühne möglicherweise irritierend. Für die kommt der Beifall von rechts. Aber, um die geht es ja nicht. Es geht um die anderen Zuschauer, dass die ganz klar sehen, wie ich dastehe. Niemand soll denken, ich würde von rechts applaudieren. Und am besten wäre es, wenn es alle so machen würden. Wenn das Stück vorbei ist, wenn der Vorhang fällt: aufstehen und rüber marschieren. Vielleicht können sogar die, die sowieso schon links sitzen, auch aufstehen, als Zeichen, und noch weiter nach links gehen, ins Foyer ausweichen. Dann können alle unmissverständlich, richtig stehend klatschen. Bleiben Sie gesund, und kommen Sie auf die richtige Seite!“

In einem späteren Interview beschreibt Ehrich die reflexartige Reaktion der Medien: „Lustigerweise oder tragischerweise zeigt das genau die Situation, in der wir jetzt sind. (…) Wenn man inhaltliche Kritik äußert und diese im Nachhinein von rechts beklatscht wird, ist die inhaltliche Kritik dann unberechtigt? Dass ich mich jetzt erklären muss, das Video wie meine Haltung, ist Teil des Problems.“ Ehrich ist kein Gegner der Maßnahmen an sich. Viele hält er für richtig, den Podcast von Christian Drosten mag er.

Auch der mutmaßliche Kopf des Projekts, der Münchner Filmemacher und Geschäftsführer der Firma „Wunder am Werk“ Bernd Wunder, bekennt: „Wir sehen uns in eine Ecke gestellt mit rechten Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern und Corona- und Pandemieleugnern. Nichts liegt uns Ferner. Es gibt im aktuellen Spektrum des Bundestages auch keine Partei, der wir ferner stehen als der AfD.“

„Schauspieler, die bei dem Projekt mitmachten, werden zum Teil als rechtsradikal beschimpft und verunglimpft. Sie müssen um ihren guten Ruf fürchten und wahrscheinlich auch um künftige Rollenangebote“ (1).

Für Meret Becker waren das offensichtlich auch die Gründe, ihr Video zurückzuziehen. Beifall von der falschen Seite, das sei das Letzte, was sie gewollt habe … Und die Gefährdung ihrer beruflichen Existenz sicher auch nicht.

Das Nachspiel vom Schauspiel

„Die Bild-Zeitung zitierte einen inzwischen gelöschten Tweet des WDR-Rundfunkrats Garrelt Duin von der SPD, der Konsequenzen gefordert hatte: ‚Jan Josef Liefers und Tukur verdienen sehr viel Geld bei der ARD, sind deren Aushängeschilder. Auch in der Pandemie durften sie ihrer Arbeit z.B. für den Tatort unter bestem Schutz nachgehen. Durch ihre undifferenzierte Kritik an ‘den Medien’ und demokratisch legitimierten Entscheidungen von Parlament und Regierung, leisten sie denen Vorschub, die gerade auch den öffentlich-rechtlichen Sendern gerne den Garaus machen wollen. Sie haben sich daher als deren Repräsentanten unmöglich gemacht. Die zuständigen Gremien müssen die Zusammenarbeit – auch aus Solidarität mit denen, die wirklich unter Corona und den Folgen leiden – schnellstens beenden. Viele Grüße, ein Rundfunkrat‘“ (2).

Es ist in der Tat die Frage, ob die Seite, auf der man als Schauspieler und Mensch zu stehen glaubt, (noch) die richtige ist, und ob diejenigen, die sich so demokratisch geben, es auch wirklich sind. Dazu bedarf es mehr als des Nachdenkens über Pandemie-Maßnahmen. Es ist ein Nachdenken über Machtstrukturen, Profitinteressen und das grundsätzliche Verständnis von freiheitlichen Werten und einer Demokratie, die noch nie Basisdemokratie war.

Corona spaltet die Gesellschaft, auch die der Schauspieler

Der Schauspieler und Präsident der Deutschen Filmakademie Ulrich Matthes konnte sich in der 3sat-Sendung Kulturzeit minutenlang über die Abtrünnigen echauffieren. Gleichermaßen wütend, enttäuscht und konsterniert sei er. Er habe kein Verständnis für all das und redet sich die Wut aus dem Leib, zuweilen kaum zu stoppen von Moderatorin Cécile Schortmann, die ihn mehrfach unterbrechen muss.

Da würde der Eindruck erweckt, die Maßnahmen wären oktroyiert, eine Corona-Diktatur im Gange — für Matthes völlig absurd. Es stimme auch nicht, dass es keine Kritik gebe. Auf allen Kanälen würde kritisiert, auch scharf. Dass die Kritik — gerade aus dem Kulturbereich — dabei auf völlig taube Ohren gestoßen ist, fände er zwar auch nicht gut, aber als „Untertan“ habe er sich dennoch nie gefühlt. Ihm wurde seine kritische Meinung nie abgeschnitten.

Offensichtlich hat Matthes seine Film-Rolle als Propagandaminister Joseph Goebbels im Spielfilm Der Untergang nicht geholfen, um fundamentale Angriffe auf Demokratie und Grundgesetz zu erkennen.

Der Rahmen für öffentliche Kritik ist ganz offensichtlich eng gesteckt und begrenzt sich auf Umfang und Ausgestaltung von Maßnahmen: zu hart, zu weich, zu wenige, zu viele, zu lang oder zu kurz.

Das Grundsätzliche zu hinterfragen und hinter den Vorhang dieses Theaters zu schauen, gelingt Matthes nicht.

Ganz intensiv: Von Betten und Patienten

Auch Matthes bemüht die angespannte Situation auf den Intensivstationen und die vielen Menschen, die gestorben seien, mehr als 80.000 inzwischen. Gerade angesichts dieses Leids empfinde er die Aktion als besonders zynisch gegenüber den Opfern, ihm käme dabei „die Galle hoch“.

Dass die Situation auf den Intensivstationen keineswegs so prekär ist, wie sie uns immer wieder vermittelt wird, haben zuletzt Sahra Wagenknecht und vor allem der Journalist Robert Fleischer in beeindruckender Weise aufgezeigt. Die Intensivbettenbelegung hat sich in den vergangenen zwölf Monaten praktisch kaum verändert, der Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen ist zudem bescheiden gering, und die Zahlen des DIVI-Intensivregisters sind durch Mehrfachzählung infolge der Verlegung von Intensivpatienten zudem aufgebläht.

Was sich geändert hat, ist die Zahl der verfügbaren Intensivbetten. Denn diese wurden massiv abgebaut, auch und gerade zu einer Zeit, als die „Zweite Welle“ im Herbst von den meisten bereits erwartet wurde. Fleischer zeigt anschaulich, dass eine Auslastung der Intensivstationen von 75 Prozent im ökonomischen Interesse der Krankenhäuser liegt und diese daher je nach Lage Intensivbetten auf- und abbauen, um diese Grenze nicht zu unterschreiten. Denn nur dann erhalten sie nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz staatliche Förderung. All das weiß Matthes sicher nicht. Aber Wissen ist eben auch eine Holschuld.

Was er wissen sollte: Die mehr als 80.000 angeblich an Covid-19 Gestorbenen sind eben lange nicht alle Covid-19-Opfer. Vermutlich ist es sogar nur ein ganz geringer Teil von ihnen, wenn man bedenkt, dass die allermeisten sehr alt und vorerkrankt waren. Aber genau diese Art der Kritik hat nie die Eintrittskarte für den öffentlichen Debattenraum erhalten.

Dass der eine Schauspieler zukünftig nicht mehr mit dem anderen spielen wird, ist zu vermuten. Wie sonst überall in der Gesellschaft findet die Spaltung auch unter den Schauspielern statt.

Auf „breite Kritik“ sei die Aktion bei vielen Kolleginnen und Kollegen gestoßen. Christian Ulmen schämte sich sozial-medial und Elyas M’Barek sah nur den hilflosen Zynismus der Beteiligten. Andere fanden es nur „peinlich“ und konnten vor Entrüstung kaum glauben, was da vor sich gegangen war. Nora Tschirner hat offenbar eine besonders hohe Meinung von den Akteuren, denen sie Zynismus und Handeln aus Langeweile bescheinigt (2). Da fehlt einem die Fantasie für den nächsten gemeinsamen Spielfilm unter Schauspieler-Kollegen.

Satiriker Jan Böhmermann geht noch weiter und meint, dass die Videomacher nicht alle Nadeln an der Tanne hätten und ruft mit #allenichtganzdicht dazu auf, diese für „bekloppt“ zu erklären. Kein einziges Video hätte seiner Meinung nach die Berechtigung, angeschaut zu werden. Stattdessen solle man sich zur Meinungsbildung mal die ARD-Doku über die Intensiv-Station 43 der Berliner Charité ansehen. Dann wüsste man Bescheid.

Ebenso meinungsüberlegen fühlt sich der frühere VIVA-Moderator Tobias Schlegl, seines Zeichens im Nebenberuf Notfallsanitäter und damit prädestiniert für die „richtige Wahrheit“. Die Zyniker könnten sich „ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben“, twitterte er.

Worum es geht

„Es geht um die Art, wie Staat und Bürger interagieren, und um die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen“, heißt es auf der Website der kritischen Schauspieler:

„Es geht darum, dass Kritik am Lockdown ein legitimer Standpunkt ist, der sich mit Argumenten und Fakten untermauern lässt.

Es geht um den Blick auf die Schäden, die die Corona-Maßnahmen auf vielerlei Art anrichten.

Es geht darum, dass Kinder und Jugendliche um einen wichtigen Teil ihres Lebens betrogen werden.

Es geht darum, über den eigenen Tellerrand zu schauen.

Es geht um eine Rhetorik von ‚Wir‘ und ‚Gemeinsamkeit‘, die schon deswegen falsch ist, weil offensichtlich nicht ‚wir alle‘ da ‚gemeinsam‘ drinstecken, sondern in sehr unterschiedlichem Maße: Die Schere von Arm und Reich geht immer weiter auf.

Es geht am Ende auch um den bekannten Slogan: Leave no one behind.

Wir sind bei all jenen, die zwischen die Fronten geraten sind. Den Verängstigten, den Verunsicherten und Eingeschüchterten und jenen, die verstummt sind.

Uns geht es darum, endlich offen, respektvoll und auf Augenhöhe miteinander zu reden.“

Besser könnte man es nicht ausdrücken. Und dem ist nichts hinzuzufügen.

Man kann nur hoffen, dass sich die mutigen Schauspieler ihre Aufrichtigkeit bewahren, dass sie nicht reihenweise umfallen. Denn es mag eine Zeit kommen, in der auch sie gefragt werden, wie sie sich damals verhalten haben. Wahrheit braucht manchmal eine Zeit, um ans Licht zu kommen. Aber diese Zeit wird kommen.

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.n-tv.de/politik/Kopf-von-allesdichtmachen-ist-unbekannt-article22510487.html n-tv.de: „Das Theater muss leer sein“ — Kopf von #allesdichtmachen ist unbekannt. Von Barbara Mauersberg, 23. April 2021.
(2) Ebenda.
(3) #allesdichtmachen: Mehrere Schauspieler distanzieren sich von eigener Aktion | ZEIT ONLINE Zeit Online: #allesdichtmachen — Mehrere Schauspieler distanzieren sich von eigener Aktion. Schauspielerinnen wie Ulrike Folkerts und Meret Becker bitten um Verzeihung: Sie hatten mit Clips unter dem Hashtag #allesdichtmachen die Corona-Politik kritisiert. 23. April 2021

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Danke an den Autoren für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien am 27. April 2021 im Rubikon – Magazin für die kritische Masse

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Bildquelle:     Maxx-Studio/ shutterstock

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13 Kommentare zu: “Mensch, Schauspieler! | Von Toralf Laibtzsch

  1. Rechts ist keine Gefahr in Deutschland, die erst noch aufkommen könnte, wenn man Rechts befeuere. Rechts, das sind die ganzen mächtigen Politiker und deren Entourage der Besserverdienenden, die alle gemeinsam die Unterdrückung der Masse brauchen, damit sie in den Posten bleiben, in denen sie gerade sind.

    Deshalb ist das politische Wort rechts, Querdenker, Klimaleugener oder jetzt Coronaleugner deren scharfes gemeinsames Schwert. Nicht etwa um recht zu haben, sondern um die ganze Meute unten zu halten. Diese Begriffe sind das was sie sind, ein Herrschaftsinstrument. Sie werden auch genau deswegen in den Debattenraum lautschreiend eingebracht, um die anderen draußen zu halten.

    Genau so konstruiert man Weltbilder, Narrative, die die Wirkung eines Vereines, eines Verbundes, ja einer Oberschicht haben, um ausschließlich nur in ihrem Interesse zu agieren. wer da ausschert, wird von Seinesgleichen autoritär an den Gruppenethos erinnert. Diese Erinnerung ist eine Warnung, "wenn du nicht wieder reumütig einscherst, dann bist du ab genau jetzt einer von den anderen und wir machen dich zum Mitglied dieser nur für unsere Interessen bestehenden Club der Untertanen.

    Und genau das ist nun ganz offensichtlich mit den Schauspielern geschehen.
    Ich schreibe es noch einmal: Das korrupteste was ein Mensch eingehen kann, ist ein Lohnverhältnis einzugehen, denn genau damit macht man sich zum Lohnsklaven dieses ganzen Systems; die Schauspieler sind da ja nur ein kleiner Teil von. SIE machen gerade alle mit, die Richter nun schon auch.

    Das ganze System ist ein Schauspiel für die Untertanen, es ist eine Untertanenfabrik. Und das können sie nur aufrechterhalten mit Menschen, die fest glauben, dass das System nur ihrem Wohl dient und die da oben keine Gauner und Verbrecher sind, vor denen die da oben die Untertanen ja zu Schutz verpflichtet sind.

    Ich kann nur hoffen, dass ein paar der beteiligten Schauspielerinnen und Schauspieler nun derart kognitiv erschüttert sind, dass sie noch mehr hinterfragen und die rote Pille schlucken; ich bin da ziemlich zuversichtlich, dass genau das geschehen wird. Die Diskussionsbomben des offiziellen Pandemie-Narratives werden sie als das erkennen, was sie sind. Es muss noch härter kommen in diesem Land, sonst bemühen sich noch immer zu wenige um ihre eigenen Wege, aus der Lethargie herauszukommen.

    Merkel und ihre Wächter über Leben und Tod müssen noch mehr unternehmen. Am Besten wäre, Merkel ruft den Supernotstand aus und die Wahlen können nicht stattfinden. Gleichzeitig finden weitere Ermächtigungen statt. Denn für die Zukunft der neuen Normalität benötigt der Staat auch nicht mehr so viele Einflüsterer und Helfer für den ganzen Betrug.

    Was auf uns alle zukommt kann man erahnen, wenn man sich Serie "Westword 1,2 und 3" anschaut. In die Richtung wir hingerudert. Die Narrative dazu sind schon geöffnet und die Digitaltechnolgie ist schon da.

    Die Elite sagte immer schon: Das was wir machen können, das werden wir machen. Wir werden es nur aus einem Grund machen, weil wir es können.

    Alle die noch in den alten Weltbildern von Politik und Gemeinschaft glauben, sollten ihre Fesseln erkennen.

    • Outlaw sagt:

      Alles klar gesagt Hr.Lenz ! Leider haben noch zu viele Bürger den Gutglauben an Staat und Regierung ,doch dieser hat seine Saat gesät und die Gier folgt dem Größenwahn ,welcher der Planstrategie ganz anderer Mächte unterlegen ist .Denn sie können nicht zwei Göttern dienen ,wie das Wort der Wahrheit schon sagt ,doch ihre Arrogenz und die Gierkrankheit nach dem Mammon gleicht einer Möhre ,die man einem Esel hinhält . Das zeigt das wahre Bild ,von dem diese sich aber kein Bild machen können .Wie Psalm 92 schon sagt ist die Verblendung ein Verfall ,dem sie hingegeben werden ,da sie das Wort und die Gesetze des Herrn mißbrauchen .Man könnte also sagen die Politik folgt den 3 Affen .Nicht sehen -nicht hören ..und nicht Wahrheit sprechen ,denn sie föglen ihrem Vater !
      P.S.92: 6-10
      Über die Werke deiner Hände juble ich. 6 Wie groß sind deine Werke, HERR! Sehr tief sind deine Gedanken. 7 Ein unvernünftiger Mensch erkennt es nicht, und ein Tor versteht dies nicht. 8 Wenn die Gottlosen sprossen wie Gras[1] und alle Übeltäter blühen, ⟨dann nur,⟩ damit sie vernichtet werden für immer. 9 Du aber bist ewig erhaben, HERR! 10 Denn siehe, deine Feinde, HERR, denn siehe, deine Feinde werden umkommen. Es werden zerstreut werden alle Übeltäter

      Die Gefahr ,durch bekannte Schauspieler auf Wahrheiten hingewiesen zu werden ,gleicht einer Offenlegung ihrer fatalen offensichtlichen Absichten und ein neues ,vielleicht erschreckendes Bewustsein unter dem Volk des Gutglaubens .Das musste um jeden Preis verhindert werden ! Aber mal abgesehen ,ob das böse Spiel in Richtung Endzeit spielt (was gut möglich sein könnte ) ,ist ein Versagen der Regierung offensichtlich,doch diese Blöße darf man sich keinesfalls eingestehen ,und die Reaktion ,welche immer mehr Gut-Schläfer erwachen lässt,zeigt ,dass man bereit ist über Leichen zu gehen .

      Alle denken zu kurzsichtig und werden nach ihrem Handeln vor dem Richter stehen ,dass mussten bereits alle Welt-Ordnungs-Herrscher am eigenen Leib erfahren ,selbst Nebukadnetzar ,der schon eine besondere Ausnahme war .
      Vielleicht gelingt es aber der Menschheit das Rad noch zu drehen ,ob man es dann Gnade nenne kann ? Viele Seelen warten ,dass sich etwas ganz gewaltiges ändert ,denn auch diese Zeit wird kommen . Wäre dies der Fall ,stehen wir erst ganz am Anfang .

    • P. Nibel sagt:

      Moin, Herr Lenz – das Thema "was kann man Künstlern zutrauen?" hatten wir ja schon einmal bei den Musikern. Wahrscheinlich kennen Sie die Geschichte von "Crossroads"?

      Die alten Bluesmusiker erzählten, dass es irgendwo in Midwest-USA eine einsame Kreuzung gibt, zu der ein Künstler gehen muss, wenn er ein STAR werden will. Wenn er dort wartet, wird sich irgendwann der Teufel zeigen und ihm einen Deal vorschlagen, so wie bei Faust:
      Der Künstler bekommt vom Teufel den Schlüssel zu den Herzen der Menschen, sodass sie ihn lieben und verehren werden und einen unwiderstehlichen Drang verspüren, dem Künstler all ihr Geld zu geben.
      Der Künstler muss dafür das Lied Satans singen – mit anderen Worten die Menschen in Versuchung führen, ihre Menschenwürde preiszugeben, denn dann ist ihre Seele zum Teufel!
      Jeder Mensch kann ein Künstler sein, aber ein Star kann nur der werden, der in Crossroads war und den Deal eingegangen ist.

      Der Musikvideo-Produzent Rudi Dolezal leakte, dass er einst die Gelegenheit bekam, Michael Jackson zu interviewen, und zwar direkt nach dessen Konzert. Auf die Frage, ob es nicht am nächsten Vormittag günstiger für Jackson wäre, als direkt nach dem Konzert, antwortete sein Gesprächspartner: "Ja, aber nach dem Konzert hat er noch seine Nase – es dauert zwei Stunden, ihm das Ding anzusetzen!".
      Wenn Sie bei Satan unterschrieben haben, können Sie der allerletzte Zombie sein, aber ihre Fans werden Sie für den King of Something halten, denn es wirkt der "des Kaisers neue Kleider" – Effekt.

      Worauf ich hinaus will: Sind Sie sicher, dass es sich bei der roten Pille, die sie geschluckt haben, nicht doch bloß um Extasy gehandelt hat? 🙂

    • Loveisthekey sagt:

      Michael Jackson hatte keinen Pakt mit dem Teufel. Sonst wäre er nicht kurz vor seiner geplanten Welttour vergiftet worden. Auf dieser Tour wollte er über die Schweinegrippe aufklären, die zu dem Zeitpunkt noch lange nicht vom Tisch war. Er kam auch oft mit dem Gesetz in Konflikt wegen regierungskritischer Musikvideos, die so nicht gezeigt werden durften. Er war der letzte Künstler, der für uns gesprochen/gesungen hat!

      https://www.youtube.com/watch?v=t1pqi8vjTLY

    • Horst Kaiser sagt:

      Sehr geehrter, lieber Herr Lenz,
      wenn ich für einen Moment den komplexen Kontext (die von Paul Schreyer analysierten Pandemie-Planspiele und die NWO-Phantasien der Davos-Clique sowie spezielle Interessen von Big-Money und Big-Pharma) ausblende, so dürfte Konsens bestehen, dass es bei den verschiedenartigen “Corona-Maßnahmen” – angesichts der grotesken Unverhältnismäßigkeit all der Verordnungen – sich nicht um Gesundheitsschutz handelt.

      Macron sprach recht offenherzig vom Krieg, und wir dürfen wohl die These zur Diskussion stellen, es handle sich um einen Krieg: nicht gegen Corona, sondern gegen die Bevölkerung bzw. die Gesellschaft. Dieser Krieg war geplant und wird planmäßig geführt. Statt die geheimen Ziele zu ergründen, sollte man die freiheitsberaubenden, ja staatsterroristischen Maßnahmen nach der Formel interpretieren: Der Weg ist das Ziel.

      Die Kritiker und Gegner dieser repressiven, mit allen Techniken des Psychoterrors operierenden Wahndemiker sind recht heterogene Teile der Bevölkerung, die gerade in Deutschland großenteils im Familien-, im Berufsstress oder in einer konsumistischen Ablenkungsblase lebten und noch leben und nun mit der wichtigen Unterstützung von politisierten Experten und kritischen Intellektuellen ohne Masterplan erst Schritt für Schritt erlernen müssen, wie man illusionslos, unter Berücksichtigung der asymetrischen Machtverhälnisse solidarische, zugleich auch die Angst kollektiv verarbeitende Formen des Widerstands organisieren kann. Dabei wird es immer wieder zu Enttäuschungen kommen, wenn einzelne nicht sich als “heldenhafte Kämpfer” bewähren. Aber statt zu bedauern, dass nicht in jedermann ein Che Guevara steckt, und dann moralisierend fruchtlose Strafpredigten zu halten, sollte man aus Kampferfahrungen lernen.
      Die Künstler haben in ihren satirischen Videos sehr präzis das zentrale Problem der “Corona"-Maßnahmen aufs Korn genommen: die verfassungswidrige Unverhältnismäßigkeit all der Freiheitsberaubungen. Sie haben damit einen sehr wichtigen Schritt getan: sie haben ein Tabu gebrochen, indem sie die sorgsam eingehegte Sphäre eines weitgehend dem apolitischen, gesellschaftsblinden Divertissement verpflichteten Kunstbetriebs überschritten haben. Die hysterische Reaktion der Coronoiker und die Mobilisierung aller Hetzmeuten-Reserven machte deutlich: sie haben damit einen schwachen Punkt getroffen. Selbst die gepemperte Umfrage, wonach nur etwa 30% der Zuschauer eher zustimmend reagiert haben sollen, verdeutlicht, dass es im Kampf um die Verschiebung der asymetrischen Machtverhätlnisse auch kein schlechter Schachzug war.

      Was kann man aus der Tatsache lernen, dass nun doch einige weiche Knie bekommen haben? Man muss sehr realistisch sich bei ähnlichen Aktionen die Konsequenzen bewusst machen, d.h. wie in einem strategischen Spiel die nächsten Züge des Gegners erraten und seine eigenen entsprechend planen, will man nicht nachher, überrumpelt und unter Angstdruck, nur ungeschickt dem Gegner in die Hände spielen. Man muss auch überlegen, wie man reagieren kann, wenn es eng wird. Man muss sich fragen, welche Belastungen kann man auf sich nehmen. Und man muss ggf. auch überlegen, wie man die Belastungen sowie die sozialpsychologischen und Existenzängste durch solidarische Organisationsformen mindern kann. Dass einige der protestierenden Schauspieler diese Vorausschau nicht haben walten lassen und dann gar die potentiellen Bundesgenossen wie Petrus unter dem Druck der Söldner verraten haben, schmerzt sie nachträglich wahrscheinlich noch mehr als uns. Gut wäre es, einen Weg zu finden, auf dem man ihnen helfen könnte, zum aufrechten Gang zurückzufinden.

      Grundsätzlich möchte ich an die lange Diskussion erinnern: die Verelendungstheorie setzt auf den psychologischen Mechanismus einer Radikalisierung des Kampfgeistes unter verschärftem objektivem Druck. Die Ritter Coronas setzten auf einen entgegengesetzten Mechanismus: die Kapitulation unter der Last verschärften Staatsterrors. Tasächlich haben der späte Marx und Rosa Luxemburg hellsichtig erkannt, dass allein erhöhtes Leiden sowohl barbarische Amokaktionen als auch engagierte hellsichtige Befreiungsenergien mobilisieren können. Der – nicht sehr solidarische Wunsch – es mögen die ängstlichen Mitstreiter durch eine Verschärfung der Pressionen kampftüchtiger und aufgeklärter werden, ist sicherlich aus ungeduldiger Enttäuschung zu verstehen. Aber Not macht nicht nur erfinderisch, sondern Not kennt auch kein Gebot. Bill Gates legte einmal seine Karten offen, als er betonte, zur Durchsetzung seiner weltbeglückenden Durchimpfungskampagnen müsse ein großer Druck aufgebaut werden: "It must [oder “will”?, ich erinnere mich nicht mehr 100%ig des Wortlauts] be very painfull".

      Ihnen und dem mit Ken Jebsen zusammenarbeitenden Team der geduldigen Aufklärer danke ich für Ihr furchtlos-unermüdliches Engagement in diesen schwierigen Zeiten.

      Mit freundlichen Grüßen

      Horst Kaiser

  2. MendelssohnMoses sagt:

    The New Davidsbund

    Please excuse my writing in English – I cannot write so difficult a language as German properly, while nevertheless understanding it perfectly well.

    I have followed Allesdichtmachen closely, and find it extremely creative. And moving.

    One could refer to the one-minute clips as the new Xenien and to 2021 as the new XenienJahr- or perhaps one might say that those who have the GUTS not to withdraw their film, are the new Davidsbündler?

    Indeed, this has been mooted in posts put up by readers on theatre websites in France where Allesdichtmachen has aroused considerable interest.

    Allow me to seize the occasion to express my admiration for Ken Jebsen, for the Ken FM Website overall, and for the remarkable quality of the contributors' essays – whether or not one agree with everything is neither here nor there.

    In a nutshell, Ken FM is probably the finest political-strategic website in Western Europe.

    • Hartensteiner sagt:

      Well…. maybe this is the German version of the French "danser encore" 🙂 There are remnants of culture which manage to rise up to the what we originally understand when we think of it. (Some people remember… "Kultur" …. 🙂
      https://www.youtube.com/watch?v=SyBEMRyt6Qg

    • Outlaw sagt:

      In times of IT, it ´s good that the "service people" also use this! An unknown danger for the mammon elites when the peoples get together. The French anti-mutant flash mobs have also attracted attention in Germany. If actors are not allowed to play / work or appear, protest at demonstrations and have to be subject to a government, the people need them no longer. It would be the end of democracy. The government understood that and this reaction was a shot backwards for me. The fear is now probably showing its real grimace.
      May be you are interested in www.corona-ausschuss.de ?

  3. Outlaw sagt:

    Alternaive?
    Hi ,ich bin wie ein Out -law. Arbeite seit über 40 Jahren mind.12 Stunden am Tag und zahle rund um die Uhr Abgaben und Steuern .Und trotz Mutanten oder andern Tunten mit Strahlerlächeln und Dauermaßnahmen, kämpfe ich mich täglich durch ,selbst wenn die Grenzen geschlossen und die Quarantänewölkchen über den Wohnungen schweben .
    Sogar bei Ausgangssperren bin ich rund um die Uhr für das" kranke Wesen "unterwegs. Schon fast 2 Jahre drohen sie mit Spritzen und Tests für Maßnahmen ,aber ich bin immer für sie da .Seit 10 Jahren ohne Urlaub ,manchmal ohne Lohn und lange schon bereit ,nach öfteren gesetzlichen Preiskürzungen ,da die Minister des Gesundheitswesen sehr krank sind, weit unter Mindestlohn zu arbeiten . Und nun sogar mit Masken ,auch wenn ich mit der Brille nichts mehr sehe ,egal ..scheißegal ,immer bereit für einen Abstrich zur Sicherung einer totalen Corona- Kanzlerin .Neulich wollte ich von der Bank meine Zusatzrente abholen ,bekomme ja keine Unterstützung,wir müssen doch sparen .Nach 4 monatiger Corona-Hinhaltung ,ich bettelte schon bei Freunden ,musste ich fast die Türen einschlagen ,dann bekam ich etwas .Bares = Rares durfte ich aber nicht bekommen ,"Coronagefahr "! Gut so ;vielleicht hätte ich noch 3 Monate warten sollen ? Von Überweisung kann ich mir zwar nichts vom Bäcker holen ,ohne Karte ,ohne Handy .Immerhin habe ich schon gut abgenommen ,dank unserer Sonnenscheinminister .Ich bin voll dabei ,zwar kraftlos und vielleicht bald wohnungslos ,aber es macht Spaß;endlich sauberer Himmel ! Nur immer wieder diese Rechten ,erst die Omas und Opas oder die Kinder auf den Demos und erst diese Schrägdenker und nun noch die Geradeausdenker ;das macht mir Angst . Man weiß ja nie wer um die Ecke …kommt.Jetzt fangen auch noch die Schüler an,wollen keine Maske und keine Impfung ,und meine Nachbarn ,immer mehr schließen sich denen an .Nachher sind alle rechts und links steht keiner mehr …und die Regierung ? Vielleicht müsste sie sich rechts untermischen und umbenennen .Sie bräuchte rein gar nichts verändern ;einfach nur den Namen? Oder etwas Öko oder Bio …..so wie Biogrünrechte .Die Medien würden sicher alle gut mitmachen und die bösen Rechten mit den Querschenkern würden dann alle BioRecht wählen ,dann wäre alles Bingo. Dann könnten die Regierungsmutanten eine Coronafeier abhalten mit Maskenstrippparty und den rechten EU-König ausrufen. Des königs Junker freut sich schon. Wenn noch nicht verhungert ,gäbe es vielleicht eine Stelle als Korkenzieher-Mutant oder Coronabieröffner für mich ?
    Unterstützen wir jede Coronamutantenbewegung .Da werden wir gesichert ! Ich mach jetzt mal zu .Gute Nacht Marie :-))

  4. Nomaske sagt:

    Ob der Liefers uns vielleicht verarscht? Dies hier stammt aus dem Frühjahr 2020, Kokolores war schon da und Liefers mit One und Gavi am Impfdrücker!

    https://www.lifepr.de/inaktiv/one-deutschland/Neues-ONE-Video-Prominente-setzen-sich-fuer-Impfungen-weltweit-ein/boxid/795713

    Zitat:

    "Zum Start der Weltimpfwoche am 24. April veröffentlicht die Entwicklungsorganisation ONE ein neues Video…"

    Unsw. und so fucking fort!

    Liefers miitendrin statt nur dabei.

    Ich ahne, welcher spin da noch kommen wird.

    • P. Nibel sagt:

      Um Himmels Willen!
      Nachdem ich mir den Link angeschaut habe, tut es mir Leid, dass ich in meinem Kommentar so freundlich über Liefers geredet habe – das hat er wirklich nicht verdient!

  5. wasserader sagt:

    Da machen Künstler, was wir von Künstlern auch erwarten können – sie üben ein wenig Politikkritik .
    Kritik am defakto installierten Kriegsrecht, begründet mit einer Pandemie, die medizinisch wissenschaftlich nicht nachvollziehbar ist .
    Ein wenig längst notwendige Kritik .
    Und dann kommt die Welle, die Welle der Empörung aus Qualitätsmedien und Politik .

    Das Ausmaß der Empörung und Hetze gegen die Schauspieler markiert den Standort der Politik .
    Alternativlos verfahren in Richtung Abgrund und Diktatur .

  6. P. Nibel sagt:

    Liefers wurde bekannt in Hochstapler-Rollen wie "Münchhausen", weil er dafür eine Naturveranlagung hat.
    Das qualifiziert ihn tatsächlich als Gesicht von #allesdichtmachen!
    Diese Schauspieler können doch politisch gar nichts anderes, als sich von "Rechts" zu distanzieren und etwas anderes bleibt auch von dieser Kampagne nicht hängen. Fernsehkommissare fördern die Obrigkeitshörigkeit, und wie obrigkeitshörig die Menschen sind, sieht man ja jetzt. Es gibt kaum etwas, das so staatstragend ist, wie Fernsehkommissare – sie sind inzwischen wichtiger für die Macht, als die katholische Kirche!
    Schauspieler sind nicht "Links", nur weil sie sich permanent von "Rechts" distanzieren – sie sind "Divers" und divers steht für die Spaltung der Gesellschaft. Von den Spaltern erhalten sie ihr Geld und alles, was sie tun, dient der Spaltung!

    Das ganze Gehetze gegen "Rechts" dient nur dem Zweck, dass niemand sich traut, mal darüber nachzudenken, wie denn eine Gesellschaft aussehen könnte, in der die Spaltung überwunden ist!
    "Divers" wäre sie auf jeden Fall nicht…

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