KenFM im Gespräch mit: Michael Hüter („Kindheit 6.7: Ein Manifest“)

Was haben Johann Wolfgang von Goethe, Alexander von Humboldt, Karl Marx und Leonardo Da Vinci gemeinsam? Richtig, alle haben wesentlich weniger Zeit in Bildungsinstitutionen verbracht, als es heute der Standard ist. Dennoch werden sie noch immer als Genies gefeiert. Das sollte und zu denken geben. Wie kann das sein?

Nun könnte man argumentieren, sie seien eben von Haus aus hochbegabt gewesen. Das stimmt auch in gewisser Hinsicht: Humboldt zum Beispiel erhielt einen Großteil seiner Bildung zu Hause. Er wurde nicht mit einem Jahr in der Kita abgegeben und einige Jahre später mit dem Abiturzeugnis in der Hand von seinen Eltern an der Schulpforte wieder in Empfang genommen. Die Motivation zu lernen war bei ihm intrinsischer Natur und kein von Außen aufoktroyierter Zwang.

Michael Hüter versucht, aus solchen Biographien logische Schlüsse zu ziehen. Er ist der Meinung: So wie wir Erziehung, Familie und das Schulwesen heutzutage interpretieren, ist es kaum verwunderlich, dass unserer Gesellschaft kollektiv die Freude am Lernen vergangen ist.

Sein neues Buch „Kindheit 6.7: Ein Manifest“ ist ein Appell an die Gesellschaft, die eigenen Scheuklappen abzulegen und nach neuen Wegen zu suchen, Kindern eine Kindheit zu ermöglichen, die diesen Namen auch verdient. Glücklicherweise können wir dabei auf einen Wissensschatz zurückgreifen, der weitaus älter ist, als es die letzten Jahrhunderte institutionalisierten Lernens vermuten lassen.

Lernen kann und muss Spaß machen!

Inhaltsübersicht:

0:07:16 Kindern Fragen und Nähe zulassen

0:19:56 Die Schulpflicht

0:25:25 Die Kindheit des Gastes

0:34:35 Ein Schulsystem, das Demokratie und Selbstwertgefühle abschafft

0:46:56 Ware Kind – Die Entwertung von Eltern und Kindern

0:55:15 Die Familie heute

1:15:30 Der unsichtbare Lehrplan und Räume der Angst

1:23:24 Autos, Haustiere, Kinder – Zahlen und Fakten

1:39:21 Länder, in denen Kinder glücklich sein können

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55 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Michael Hüter („Kindheit 6.7: Ein Manifest“)

  1. “Mein Vater, der ein kleines Landgut in Nottinghamshire, einer englischen Grafschaft, besaß, hatte fünf Söhne, von denen ich der dritte war. Ich war ein munterer, aufgeweckter Knabe, auch dem Lernen nicht abgeneigt, darum schickte mich mein Vater, als ich kaum das vierzehnte Jahr erreicht hatte, auf die Universität Cambridge, wo ich drei Jahre lang fleißig und zur Zufriedenheit meiner Professoren studierte. …”
    So beginnt das Buch “Gullivers Reisen in unbekannte Länder” von Jonathan Swift, geschrieben 1726

  2. Selten habe ich so einen interessanten Mann gesehen. Er hat ein unglaublich großes Wissen. Und er spricht wie ein Mann, der in seiner Mitte ruht. Ich würde mich gern mal mit ihm treffen und stundenlang mit ihm plaudern.

  3. Herzlichen Dank für dieses wunderbare Gespräch – sehr geehrter Herr Jebsen, lieber Herr Hüter,
    ich habe viel gelernt:
    – Mir war nicht z.B. klar, in welchem Ausmass Schule ein Machtinstument und in welcher Tradion sie steht – in direkter mit der Hitlerschen Militärdiktatur (genannt 3. Reich).
    – Danke für dieses klare Wort „Total-Beschulung“ – dies Wort allein sagt schon alles.
    – Sind Kinder eigentlich schon Menschen? In der herrschenden Ideologie offenbar nicht, sie müssen erst – „mühsam“ – dazu, durch intensive Aktivitäten v. Politikern und Schule etc., zu einem Menschen „erzogen“ werden. Zugrunde liegt das Menschenbild eines entfremdeten Materialismus, oder als was auch immer man diese Ideologie bezeichnen mag.
    – Schule ist ein zentrales Instument der Spaltung, Manipulation und Kontrolle, das ist mir nicht SO klar gewesen – viele „nette“ Lehrer fangen „im Alltag“ diesen Aspekt unbewußt auf.
    – Wir als Schüler, Studenten, Arbeiter und Angestellte, später sogar auch noch als Rentner werden zu Dienern des Systems, das uns als Mitmenschen entfremdet und zu bloßen Objekten macht, degradiert, abwertet, mißbraucht und benutzt – als nützliche Soldaten (Idioten) sowie Steuer- und GEZ-Gebührenzahler.
    – Ein Ziel der Total-Beschulung sind steuerbare menscliche Roboter ohne Empathie. Die können wir im Alltag in TV und „Politik“ erleben.
    WAS können wir TUN?
    Mehr reden, im Alltag, in der U-Bahn, Bus, Arbeit – viel mehr Kollegen, Bekannte. Freunde denken ähnlich.
    Keine Angst haben – vor Fehlern, Blamage etc. – die meisten Mitmenschen sind eigenlich viel netter als man meint…..

    Beim überfliegen der meisten „Kommentare“ kommt mir der Gedanke, haben die „Autoren“ dieser Kommentare dieses Gespräch erlebt? Vielleicht sollte man ein Forum für zahlende, also unterstützende „Nutzer“ einführen, damit eine etwas konstruktivere Diskussion entsteht.
    Nochmals Danke für dieses tolle und viele Zusammenhänge herstellende Gespräch.
    Zwei wirklich liebe Väter im Gespräch, …. ;-))

  4. ich finde das Gespräch sehr interessant und primär wichtig, das Thema passt super in die Zeit, aktuell und aufwühlend. So richtig gepackt hat mich es als mp3 Download zu hören (mind. 3mal). Habe es mir später noch angeschaut und da fand ich es trotzdem gut aber war mir zu unruhig. (ich bin alt 🙂 ) Schließlich habe ich es dann noch an div. Freundschaften empfohlen bzw. verschickt.
    Danke dafür. . .

  5. Ein sehr gutes und interessantes Gespräch, finde ich zumindest. Das zwischendurch beide Gesprächspartner die Lautstärke erhöhen mussten liegt wohl auch an der österreichischen Gesellschaft, da ist das so üblich anstatt einfach mal den Gesprächspartner in Ruhe ausreden zu lassen.

  6. Mag so sein, wie Sie es sagen. Aber warum bezeichnen Sie so eine Situation mit nicht herher passendem und gleichsam aus einer Mottenwerkzeugkiste stammenden Abwertungsbegriff „dumm“?
    Dumm ist nicht, wenn Synapsen auf die eine oder andere Art verschaltet sind, sondern wenn nicht.

  7. Nockmal an Kreiustana.
    In Sachen „Vorteilssystem“ versus Proftsystem und Bedenken zur „Denke“ eines Vorteils:
    1.
    Ich meine, mit Mausfeld, das wir eine neue Rahmenerzaehlung benoetigen.
    2.
    Sie sollte, zur Abwechslung, keine neue falsifizierende Fiktion wie das mit Herde, Schafen und Hirten sein.
    3.
    Meine Suche geht ueber Erich Thoma mi seinem Wald, sprich Evolution
    4.
    Evolutioonwissenschaftler sprechen von gestreuter individueller Vorteilssuche als evolutionaeres Werkzeug zur Findung der besseren Anpassung von Arten an Umweltveraenderungen.
    5.
    Diese Vorteilssuche hat nichts mit Profit, Egoismus, Konkurrenz zu tun, eher mit einem erkennbaren Symbiosestreben, wenn irgend moeglich (Margulis, Lynn)

    Ein „Vorteil“ aus dem urspruenglichem Sprachsinne, wird heute leicht mit Profit oder Egoismus in Zusammenhang gebracht, weil so der installierte frame ist, eben Egoismus. Aber genau das ist es nicht.
    Dann nicht, wenn „Vorteil“ wie von mir „fuer alle“ postuliert wird, also wie im urspruenglichen und altem Sprachsinne, der immer trotzdem noch in uns allen drin steckt.
    Wenn Sie mittlerweile Diesel Buch vorliegen haben, schauen Sie es mal auf diesen Aspekt hin an.
    Diesel wird nicht muede, in fast jedem dritten Absatz immer wieder auf den persoenlichen Vorteil hinzudeuten, den sein vorgeschlagenes Modell fuer eine funktionierende Gemeinwirtschaft auch fuer jeden Einzelnen hat. Sein Modell wirkt wie die Konstruktion eines (Wirtschafts)Motors. Und ist praktisch ueber den „trickreichen“ Kunstgriff „Vorteil fuer den Einzelnen“ eine neue Rahmenerrzaehlung, die ueber den Seiteneinstieg der Wirtschaft das Denken wie auf leisen Sohlen komplett umfunktionierrn koennte.
    Genau das brauchen wir. Eine Revolution im alten Sinne, eine Art Entmachtung der Machthaber durch gewaltbegleitendem Widerstand ist nicht mehr moeglich. Wuerde in Uranabgereicherten Geschossen wie in Serbien, Irak, Lybien Syrien enden oder gleich ganz wie in Hiroshima oder Nagasaki. Die Daumen vibrieren auf den Ausloeseknoepfen und haben zur Warnung schon Xmal zugeschlagen. Wir haben es nicht mit Zoegerlingen zu tun. Es geht nur, das System von der unerwarteten und von einer unbekaempfbaren Seite UNTER UNWIDERSTEHLICHEM EINBEZUG der derzeitigen Machtlinge aufzurollen.

    • Moin Ursprung 🙂

      Beim letzten Absatz Ihres posts sind wir uns völlig einig. Revolution im alten Sinne funktioniert nicht mehr. Die sind einfach zu gut bewaffnet und ich denk da noch eher an Schall- und Mikrowellenwaffen, die für Aufstände echt gut geeignet sind. Frag mich schon die ganze Zeit, warum Macron dieses Zeugs nicht einsetzt…

      Ich wusste nicht, dass es einen „alten Sinn“ von Vorteil gibt. Das gibt dem Wort dann natürlich auch nen anderen spin. Dann sind wir beide ja doch nicht so weit auseinander mit der Zukunftsvision. Vielleicht ticke ich ein bisschen spiritueller und radikaler, von daher haben wir unterschiedliche Wege zum Ziel. DAS find ich aber wiederum gut. Nur spirituell, oder nur rational zu denken wäre wahrscheinlich schon wieder zu einseitig und würde die Vielfalt auf der Welt nicht korrekt abbilden.

      Hab den Diesel noch nicht bestellt. Hab noch keinen inneren Impuls dazu gehabt. Und der muss sein, damit das Buch auch ankommt und wirkt.

      Momentan les ich „Die Zauberin“. Wer auch immer hier es mir empfohlen hat (sorry hab vergessen wers war), es ist eins der Bücher, die mir zugefallen sind. Dieses Ding wollte einfach unbedingt in meinen Schrank. 🙂

      Saumäßige Tipperei… Wurscht… 😉 Und um 7:00 morgens sowieso kein Problem. Außerdem kann ich zwischen nem Vertipper und schlechtem Deutsch unterscheiden.

  8. Fast alle singen im gleichen Chor, von Politikern über Lehrer und Eltern bis hin zu den Schülern: sie wünschen sich Realitätsnähe, um nicht abgehangen zu werden. Wer andere Wege geht wird aussortiert nicht nur im Beruf, sonder auch im Sozialen. Es braucht schon eine besondere Stärke und/oder Unterstützung dieser gesellschaftlichen Zwangsjacke etwas entgegen setzen zu können.

    In den Schulen wird viel von Freiheit und Gerechtigkeit gesprochen, aber gemeint ist Tolleranz im Sinne von Aushalten bzw. im abstrakten Sinne von Ein- bzw. Unterordnen (das widerum mit abstrakten Rechten belohnt wird). Bildung wird „verwurstet“ unter den wirtschaftlichen Gesetzen der Effizienz und die Effiziens zur rechtlichen Orientierung mißbraucht.

    Freiheit bedeutet jedoch die Möglichkeiten von Entwicklungen vom individuellem Standpunkt aus. Das ist nicht wie so oft mit Beliebigkeit gleich zu setzen. Gerechtigkeit ist nicht Gleichmacherei, sondern menschengerechtes Handeln aus der Situation heraus.

    Um einen Bezug zur „richtigen situativen Wahrheit“ zu bekommen, ist ein kreativer, spielerischer Umgang nötig. Es ist ein ständiges Ausprobieren und Testen von Gleichgewichtsverhältnissen. Wie verhalten und beziehen sich die Dinge im Einzelnen und in Zusammenhängen zu einander. Gibt es ein Zusammenhangsbewußtsein (z.B. künstlich hergestelltes Vitamin vs. sonnengereiftes Vitamin, oder Gruppe vs. Individium)?

    Das gesellschaftliche Zerlegen der Dinge und das beliebige Zusammensetzen ist in gewisser Weise auch ein großes Spiel, aber es wird als wissenschaftliche Grunhdbedigung ideologisiert, denn Wissenschaft und Schule basieren auf Modelle, Grundannahmen etc. und haben in keinster Weise mit Forschung zu tun. Forschung, Bildung und Schule basieren auf Freiheit im individuellen Umgang und nicht im „Funktionszwang einer großen gesellschaftlichen Maschine“.

  9. Zu Andreas,
    ueber diese Herrmann.
    Auf den Punkt gebracht hinsichtlich dieses Themas hier.
    Ein weiterer Kritikpunkt zu dem unsaeglichen Zitat ist die rassistische Verblendung bei dem Spruch ueber das „Volk“: 20 Mio Russen plus weitere andere Voelker bleiben bei dieser ominoesen Herrmannschen Verblendung keines Gedenkens gewuerdigt. Uebelste Nazidenke.

    • @ Ursprung
      Was Eva Herman betrifft, siehe meine Antwort an blauersalamander weiter unten; ich denke nicht, dass sie im politischen Sinne eine überzeugte Faschistin ist, oder mal so gesagt:
      Man kann von deutschen Gerichten halten, was man will; aber von einem Gericht bestätigt zu bekommen, dass man unfähig ist sich verständlich auszudrücken, DAS muss man erstmal schaffen und Eva Herman schaffte das.

      Inhaltlich:
      Klar kann man sagen, die Faschisten haben Mütter familienpolitisch gefördert – keine Jüdinnen, Kommunistinnen, Lesbinnen, Polinnen … sondern gemäß der Ideologie wurden die faschismuskonformen Arierpass-Mütter gefördert.
      Klar kann man das sagen, weil es soweit Fakt ist.
      Aber Eva Herman wollte da irgendwelche „Werte Familie, Mutter, Kind“ reininterpretieren.
      „Werte“, zumindest positive „Werte“, wird bei einer faschismuskonformen Mutter schon an sich schwierig, aber okay, mal angenommen das wäre möglich.
      Wenn man weiterhin auch den Beigeschmack so einer reinrassigen Zucht mal beiseite lässt und auch von den damals favorisierten Erziehungsmethoden mal absieht …
      Selbst wenn man das alles weglässt, bleibt immernoch die Reproduktion von Soldaten übrig.
      Heil Kinder! um die werdenden Jugendlichen dann auf dem Schlachtfeld zu verheizen.
      Der „Wert“ der Mütter und Kinder entsprach dem Nachschub an Kanonenfutter.

      Ein Schelm wer argwöhnt, dass heute weniger Soldaten und mehr Konsumenten gebraucht werden und auch heute potentielle Mütter immer nur dann politisch interessieren, wenn sie auf ihre Gebärfähigkeit reduziert werden.^^

      Auch pauschale Ablehnung von Kinderkrippen kommt mir grenzwertig vor.
      Ja da kann man vieles falsch machen, aber deswegen gleich das Kind mit dem Bade ausschütten?!
      Kinder spielen gerne mit anderen Kindern, nebenbei ist das wichtig für die Entwicklung sozialer Fähigkeiten.
      Also wäre doch die Frage, wie man einen Raum schaffen kann, in dem Kinder mit anderen Kindern spielen können.
      Die innerstädtischen Straßen sind das in Deutschland nicht, die sind für die Gewinne der Großaktionäre der Autoindustrie da, die wenigen Parks für die Hundehalter, der Rest für Büros und Geschäfte, eine Normalverdiener-Wohnung ist mit drei spielenden Kindern schon gut ausgelastet … also wo?
      Okay Spielplatz, ja gut.
      Und vielleicht ein Ort, wo es auch Toiletten, Trinkwasser und vielleicht sogar eine kleine Küche gibt? So eine Art Kinderkrippe? ^^

  10. Andreas, wäre schön, wenn Sie die Quelle zu ihrem obigen Zitat (von Eva Herman?) angegeben hätten.
    In allen Aussagen, die ich von ihr kenne, hat sie sich deutlich von Kinderkrippen, die im Nazi-Deutschland und der späteren DDR die Regel waren, distanziert. Das sie den Wert der Familie betont, ist gerade in heutiger Zeit kein Fehler, in der es den Herrschenden darum geht, den Kraftspender „Familie“ zu zerstören, zu spalten. Eine Familie, die ihre Kinder frühzeitig von der Mutter entfremdet, also in Kinderkrippen gibt, hat sich damit schon zum großen Teil ihrer Energie beraubt. Das lässt sich nachträglich nicht mehr reparieren. Kein Diktator oder Autokrat, ob Hitler, Stalin oder sonstwer, macht hundertprozentig alles falsch, sonst könnte er oder sie auch nicht lange regieren, dass zu behaupten, ist der schwarz-weiß Malerei unserer, eigentlich jeder Regierung, geschuldet.
    Sie sagen: „Eva Herman hatte eine Mutter mit schwer gestörter Beziehung zu ihrem Kind.“
    Im Gegenteil. Wer dieses jahrelange Mobbing des Mainstream so wegsteckt, muss in der Kindheit viel Kraft durch die Familie getankt haben.

    • @ blauersalamander

      “ wäre schön, wenn Sie die Quelle zu ihrem obigen Zitat (von Eva Herman?) angegeben hätten.“

      Wikipedia und ja, Geschichten aus Wikihausen … aber das Zitat ist bestens belegt, u.a. weil Eva Herman im Anschluss auch noch so schlau war, gegen Journalisten zu klagen … das Zitat ist gerichtsfest.

      „Das sie den Wert der Familie betont, ist gerade in heutiger Zeit kein Fehler“

      Doch, auch das ist ein Fehler, aber um beim Thema zu bleiben, selbst wenn es keiner wäre:
      Wenn sie dabei nicht auch betont hätte, dass das „Werte“ des Faschismus gewesen wären – hat sie aber.
      Sie hatte irgendwie den Drang, da unbedingt auch noch Faschismus positiv drin unterzubringen.

      „Kein Diktator oder Autokrat, ob Hitler, Stalin oder sonstwer, macht hundertprozentig alles falsch, sonst könnte er oder sie auch nicht lange regieren“

      Eva Herman sagte „Werte Familie, Mutter, Kind“, zielte also auf ein ganz konkretes Gebiet.
      Da würde man sich normalerweise dieses konkrete Gebiet anschauen:
      Kinderseelen mit Kriegserlebnissen, physische Vernichtung der Väter, physische Vernichtung von noch Kindern in der Hitlerjugend als letztes Kanonenfutter, und zwar für die Herrenrasse, für die deutschen und faschismuskonformen Familien (!!!), da ist von den jüdischen, Gewerkschafter-, Sozialdemokraten-, Kommunisten-, Künstler-, polnischen, russsichen Familien noch gar nicht die Rede.
      Die gründlichste Vernichtung von Familien, welche die Geschichtsschreibung kennt – „Werte Familie, Mutter, Kind“ laut Eva Herman.

      Wie kann man auf etwas derart mehr als nur widersprüchliches überhaupt kommen?
      So:
      Wer in seiner Kindheit verdrängen musste, wie die Eltern das natürliche seelische Potential der (Kinder)Persönlichkeit vernichteten, der macht in der Folge u.a. diese Sachen:

      1. Idealisierung der Täter
      aktuell in dem Moment als Kind Idealisierung der vernichtenden Eltern, später Idealisierung anderer vernichtender Personen, Gruppen, Ideologien – bei Eva Herman Idealisierung der Eltern und später Idealisierung des Faschismus
      2. Lebenslange Suche nach dem, was als Kind fehlte, aber auf eine Art, mit der es garantiert nicht gefunden werden kann
      Eva Herman sucht „Werte“, die sie selber nur diffus formulieren kann.
      Diese „Werte“ sucht sie an Stellen, wo sie nicht existieren können – warum das?
      Würde Eva Herman an Stellen suchen, wo sie ihre „Werte“ finden könnte, dann könnten die dazugehörigen Gefühle wieder hochkommen – und damit der Schmerz, es wurde ja nicht verdrängt, was schön und angenehm ist, sondern was eine Kinderseele überfordert muss verdrängt werden.
      Das Unterbewusstsein verhindert den Schmerz, der als Kind verdrängt werden musste. Und wer so gar keinen Kontakt zu seinen tieferen seelischen Ebenen hat, der merkt davon auch gar nichts.
      3. Lebenslange Suche nach dem, was als Kind fehlte – aber nicht nur an aussichtslosen Stellen, sondern auch noch an stellen, die den idealisieren Eltern ähneln
      Eva Hermans Eltern zerstörten die natürliche seelische Entwicklung der kleinen Eva –>> Verdrängung –>> Idealisierung. Eva sucht nun das, was ihr bei ihren Eltern fehlte, in etwas, was ihren Eltern ähnlich ist.
      Wenn das Ähnliche der Faschismus ist, dann waren ihre Eltern faschistoid.

      Oder anders umschrieben:
      Wer „Werte Familie, Mutter, Kind … “ nicht nur einfach irgendwohin projiziert, sondern ausgerechnet auf etwas projizieren will, das die bisher krankeste Vernichtung von Menschen und auch Familien war, der hat in seiner Kindheit etwas ähnlich krankes erlebt, wahrscheinlich diverse „Erziehung“, Verhinderung der natürlichen Entwicklung der Kinderpersönlichkeit, auch eine Art Vernichtung.

      So weit so üblich.
      Reflektionsfähige Menschen nutzen Symptome zur Selbsterkenntis.
      Das setzt neben seelischer Kraft aber auch die intellektuelle Leistungsfähigkeit, logisch schlussfolgern zu können, voraus.
      Darum ist Eva Herman höchstwahrscheinlich keine überzeugte Faschistin im politischen Sinn, sondern einfach nur furchtbar dumm.

      Und der Vollständigkeit halber: Kinderkrippen.
      Wenn ein Kind von den Eltern Liebe erfährt, dann hat das Kind eine innere Sicherheit und fängt von selber an, sich Stück für Stück Beziehungen zu anderen Menschen zu erschließen, eben auch und gerade zu anderen Kindern.
      Kinder spielen gerne mit anderen Kindern; und zwar so gerne, so lange und so ausdauernd, dass man Kinder oft nur mit einigen Tränchen vom Spielen mit anderen Kindern weg bekommt (ist ja auch widernatürlich das zu unterbrechen, aber in unserer örtlich und zeitlich stark strukturierten Gesellschaft…)
      Und das Spielen mit anderen Kindern ist wesentlich für die gesunde seelische Entwicklung der Fähigkeiten zur sozialen Interaktion mit anderen Menschen.
      Ein Kind, wo bis zum 6. Lebensjahr oder länger eine Glucke drauf hockt, ist sozial verkümmert.
      Aber der Mensch ist ein hochgradig soziales Tierchen, sozial verkümmert zu sein ist regelrecht eine ernste Behinderung.
      Will man Kindern eine Behinderung zufügen?
      Wenn nicht, warum ist man dann _derart pauschal_ gegen einen Ort, wo Kinder mit anderen Kindern spielen können?
      Nein danke, das hat einen Beigeschmack; dogmatische Ablehnung von Kinderkrippen eben auch nur Dogmatismus.
      (und Dogmatismus eine Voraussetzung für Totalitarismus, womit man schon wieder bei der Affinität zu Faschismus wäre)

    • Andreas und Ursprung und alle anderen:
      Warum nimmt man nicht das zur Kenntnis, was Eva Herman zu den Anschuldigungen sagt?
      Sie lebt doch noch und ist geistig in keiner Weise eingeschränkt. Warum sind Interpretationen von Bild, Spiegel, Stern uns. relevanter als das, was sie selber dazu sagt?
      Der Hintergrund ist: Die politisch korrekte Ansicht, dass die Emanzipation der Frau an Berufstätigkeit geknüpft ist, sollte nicht zur Diskussion gestellt werden.
      So lassen sich die Schäflein besser kontrollieren.
      Das bekannte „Fernsehgesicht Eva Herman hätte das anstoßen können, also kam die missverständliche Aussage zu den Familienwerten, vor und/oder in der Nazizeit mehr als gelegen.
      Leider wird das auch in der Alternativszene nicht begriffen.
      Schaut mal in die beiden Links (weiter oben) rein. Die tragen zur Aufklärung bei.

    • @ blauersalamander
      „also kam die missverständliche Aussage zu den Familienwerten, vor und/oder in der Nazizeit mehr als gelegen.“

      „missverständliche Aussage“ ?
      „Familienwerten, vor und/oder in der Nazizeit“ ?
      Das haben Sie so geschrieben.
      Können Sie erläutern, was Sie unter „Familienwerte, vor und/oder in der Nazizeit“ verstehen?

      (Ich habe das Gefühl, hier wird keine WERTvolle Diskussion draus, aber trotzdem zum Rest Ihres Postings:

      „Warum nimmt man nicht das zur Kenntnis, was Eva Herman zu den Anschuldigungen sagt?“

      Sie gehen also davon aus, dass „man“ das nicht täte, also dass ich und ggf. andere Mitdiskutierende das nicht täten.
      Okay, das scheint so Ihre Art zu sein, schon in Ihrem Posting vom 28. März 2019 at 20:23, Zitat:
      „andreas, wenn man keine Ahnung hat, sollte man sich raushalten.“
      Das ist der Versuch sich über den anderen zu stellen, nur leider nicht mit der Qualität der Argumente, sondern mit Ad-Personam-Unterstellungen und das ist übrigens typisch psychopathologisch. 😀
      (Und jetzt beschweren Sie sich nicht, SIE fingen an auszuteilen, da müssen Sie auch einstecken.)
      Zum Thema:
      Die ausschlaggebende Äußerung der Eva Herman ist nun einige Jahre her, diese Person hatte viel Zeit und die ersten Jahre danach hätte Sie für eine substanzielle Erläuterung zu Ihrer Äußerung auch jegliche mediale Aufmerksamkeit bekommen.
      Nun haben Sie teilweise Recht: was Eva Herman seitdem faselt, interessiert mich nicht mehr, die Welt dreht sich weiter.
      Ich bemerke nur, dass die Dame Anhänger in einem Umfeld hat, in dem der Anteil an nationalistisch gesinnten Mitbürgern auffallend ist.
      Und das wäre nicht so, wenn Sie jemals Ihre ausschlaggebende Äußerung dahingehend präzisiert hätte, dass man da _KEINE_ Glorifizierung des 3.Reiches drin sehen könnte – dann hätte Sie nicht diese spezielle Anhängerschaft.

      „Warum sind Interpretationen von Bild, Spiegel, Stern uns. relevanter als das, was sie selber dazu sagt?“

      Aha.
      Wenn SIE wissen, was in Bild, Spiegel, Stern über Eva Herman stand, dann konsumieren SIE diese Medien.

      „Der Hintergrund ist: Die politisch korrekte Ansicht, dass die Emanzipation der Frau an Berufstätigkeit geknüpft ist, sollte nicht zur Diskussion gestellt werden.“

      Hier setzen Sie voraus, dass das „die politisch korrekte Ansicht“ wäre.
      Aber ist Sie das?
      Was ist überhaupt eine „politisch korrekte Ansicht“?
      Gibt es dazu eine „politisch korrekte Ansicht“?
      Warum reiben Sie sich daran, was Ihrer Meinung nach „politisch korrekt“ sei?
      Wir haben Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt, das schließt Eva Hermans Meinungsfreiheit genauso ein wie meine Meinungsfreiheit zu sagen, was ich von Eva Herman halte.
      Ich bin keine Zeitung o.ä. und ich bin nicht „politisch korrekt“ oder sonstwas – ich habe meine Meinung und diskutiere diese mit meinen Argumenten, denen können Sie Ihre Argumente entgegensetzen.
      Zu versuchen Eva-„3.Reich Werte Familie, Mutter, Kinder“-Herman zum Opfer einer Medienkampagne zu stilisieren ist albern, denn diese Person hat aus eigenem Antrieb Äußerungen getätigt, die als Glorifizierung des 3.Reiches aufgefasst werden können.
      AUS EIGENEM ANTRIEB, d.h. wenn Sie schon von „Werten“ faselt:
      Ein Wert ist auch, für das, was man selber verzapft, auch selber die Verantwortung zu übernehmen.
      ScheiXe zu bauen und dann Opfer zu spielen ist kindlich und warum verhält sich ein körperlich erwachsener Mensch kindlich, wenn nicht wegen entsprechender Unreife und wodurch wurde diese verursacht …
      Jeder hat irgendeine Macke und jeder baut mal ScheiXe, aber die einen können und wollen reflektieren und die anderen nicht.
      Wer unfähig oder unwillens ist zu reflektieren, ist als Familienexperte so gut geeignet wie ein Bock als Gärtner.)

    • andreas, ich bin nicht ihrer Meinung, abgesehen von ihrem letzten Satz:
      Wer unfähig oder unwillens ist zu reflektieren, ist als Familienexperte so gut geeignet wie ein Bock als Gärtner.)
      Versuchen sie es doch mal, zu reflektieren.
      Eva Herman ist in der Kerner Sendung grenzenlos vera….t worden. Wie Senta Berger schon leichtsinnig ausplauderte, „machen wir das, was wir abgesprochen haben, ich gehe jetzt, (sinngemäß)“, und blieb sitzen und wartete darauf, dass Kerner Eva Herman raus schmeißt.
      Wenn sie mit ihrem Verstand nicht beurteilen können, worum es da geht, sollten sie ihr Herz zu Rate ziehen. Dann klärt sich vieles.
      Schauen sie sich die beiden Sendungen, die ich oben verlinkt habe, mal an.

    • andreas , hätte ich jetzt fast vergessen:
      Zu meinem Kommentar „andreas, wenn man keine Ahnung hat, sollte man sich raushalten“,
      dass war von meiner Seite schon sehr unfreundlich, entschuldigen sie bitte.
      Das war meine spontane Reaktion auf:
      „Hitlers Familienpolitik war gut“. Damit kennt sie sich ja aus.
      Das ist nicht Eva Hermans Meinung und das könnten sie wissen, wenn sie es wissen wollten.

    • andreas und ursprung:
      Bei der ganzen Diskussion um Eva Herman geht es um eine Einschränkung des öffentlichen Debattenraums, (nach Mausfeld) und ihr kapiert das nicht.

    • @ blauersalamander
      „Das ist nicht Eva Hermans Meinung“

      Schaun mer ma:
      Zitat Eva Herman:
      “ … es war ’ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle. Aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt … “

      Eva Herman: „das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat“
      Also „Hitler“ dürfte gemeint sein, selbst wenn sie Goebbels gemeint hätte, meinte sie auf jeden Fall die Zeit und einen Politiker des 3.Reiches.

      Zitat Eva Herman: „Aber es ist damals eben auch das“
      Wirr ausgedrückt, aber auf jeden Fall „damals“ und „auch das“, also zu Hitlers Zeit, zur Zeit des 3.Reiches.
      Zitat Eva Herman: „was gut war, “
      Was zur Zeit des 3.Reiches – nach E.H.s Meinung – auch gut war.
      Also „Hitler, zu Hitlers Zeit“ und „was gut war“ sind gemeint.

      Zitat Eva Herman: „das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt“
      Also zumindest „Familien“ ist auch zutreffend.

      Es sind zutreffend: „Hitler“ bzw. „zu Hitlers Zeit“, „was gut war“ und „Familien“.

      Meine Aussage zu E.H.:
      “ „Hitlers Familienpolitik war gut“. Damit kennt sie sich ja aus.“
      Das Einzige, was sich in Eva Hermans Äußerung nicht nachweisen lässt, ist dass sie FamilienPOLITIK gemeint hat; was sich nachweisen lässt, ist dass sie „zu Hitlers Zeit“, „was gut war“ und „Familien“ gemeint hat.

      „und das könnten sie wissen, wenn sie es wissen wollten.“

      Sie könnten wissen,
      1. dass Eva Herman „zu Hitlers Zeit, was gut war, Familien“ gemeint hat
      2. dass sie diese Äußerung bis heute nicht abgeändert hat und dass das also
      3. bis heute Eva Hermans Meinung IST,
      wenn Sie es wissen wollten.
      ——————————————————————

      Und zu den von Ihnen bemühten Nebensächlichkeiten:

      „Eva Herman ist in der Kerner Sendung grenzenlos vera….t worden“

      Selbst wenn; es war NICHT irgend jemand anderes, es war Eva Herman die sagte:
      „…Aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte…“.

      “ … und blieb sitzen und wartete darauf, dass Kerner Eva Herman raus schmeißt..“

      Oh je ist vielleicht die Farbe der Schuhe anderer Talkshowgäste auch noch schuld daran, was aus Eva Hermans Mund für Worte kommen?
      Egal wer nach der Äußerung was wie gemacht hat, es war Eva Herman die sagte:
      „Aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte“.
      Für das, was aus Eva Hermans Mund kommt, ist Eva Herman verantwortlich.
      Anderen die Schuld geben zu wollen ist kindisch, wenn Familie funktionierte, entstehen aus den Kindern reife Persönlichkeiten, die in ihrem weiteren Leben für ihr eigenes Tun die Verantwortung übernehmen.

      „Schauen sie sich die beiden Sendungen, die ich oben verlinkt habe, mal an.“

      Hat Eva Herman darin gesagt „der Faschismus hat Familienwerte vernichtet, hat Frauen zu Zuchtkühen degradiert, hat die Kinder traumatisiert, hat die Väter getötet“ ?
      Nein, hat sie auch da NICHT gesagt?!

      Ha ha ha; warum nur kann man das sicher wissen ohne sich was von E.H. anschauen zu müssen?
      Weil:
      Wenn sie das irgendwann irgendwo gesagt hätte, dann hätte sie nicht die faschismus-affine Anhängerschaft, die sie nach wie vor hat. 😀

    • p.s.:
      @ blauersalamander
      „Bei der ganzen Diskussion um Eva Herman geht es um eine Einschränkung des öffentlichen Debattenraums, (nach Mausfeld) und ihr kapiert das nicht.“

      Sie wünschen sich, dass faschistische Ideologie – Eva Herman:“Aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte“ – im öffentlichen Debattenraum uneingeschränkt verbreitet werden kann?

  11. Zu Kristiana, Vorteilsystem:
    „Solidarsystem“ ist ein ungluecklicher Name. Riecht zu sehr nach von jemandem oder der Gruppe aufoktroiert. Das moegen wir nicht, nach Mausfeld.
    Wir all moegen „Vorteil“, wie jede Katze auch.
    Solange „Vorteil“ nicht egoistisch gegen jemanden, sondern FUER ALLE akzeptiert wird, ists doch erst ein Vorteilsystem, sonst nicht. Ein Vorteil fuer einen Einzelnen gegen alle gibts nicht in der Natur.
    Natuerlich bleiben wir alle „in altem Denken stecken“, warum denn auch nicht? Ist uns vertraut und deshalb erstmal naheliegend. Aber es steht uns frei, alte Denkbegriffe zu ergaenzen und somit was zu aendern. Das Profitsystem mit dem Vorteilsbegriff (im Sinne fuer alle) zu ergaenzen, ist meine Anregung, ganz einfach und ganz einfach auch durchfuehrbar. Aber das Kopfkino ist ploetzlich anders und dami auch fast schlagartig die Welt. Weil sich nur die Perspektive, ihre Anschauung von was aendert, kein Naturgesetz neu erfunden werden muss.

    • Wir alle mögen Vorteil… Noch. 😉

      Ich hab das Gefühl, wir beide haben unterschiedliche Visionen einer Zukunft. Für mich ist genau dieses Denken, was uns Vorteil als positiv empfinden lässt, das eigentliche Problem. Ein Frame sozusagen.

      Es können nicht alle Menschen Vorteile haben. Vorteil an sich beinhaltet doch Nachteil schon. Gewinner erzeugen automatisch Verlierer.
      Von daher wäre es doch begrüßenswert, wenn wir mit solchen Begriffen nicht mehr werten müssten.

      Das Bewusstsein muss sich dahin ändern, dass die Synapsen im Hirn anspringen, wenn ich meinem Gegenüber gut tue und nicht erst, wenn mir etwas gut tut.

    • @kristana

      dito !
      das bewusste Sein folgt (fast von alleine) dem `aufwachen` … und jeder erzählt dem anderen von seinem erlebten Traum(a) … mit einem Lächeln

      „Was wäre, würde Würde Sein sein?“

      R …. nein Danke … Evolution

    • rhabarbeer 🙂

      Wir werden jeden Tag mehr! Es ist kaum zu ermessen, wie sehr mich das freut.

  12. Doch, es gibt für ein Kind schlechte Eltern.
    Und das alleine wäre noch gar nicht mal sooo dramatisch.
    Aber wenn das Kind das nicht fühlen darf … vgl. Alice Miller.
    Dabei kommt ein anderer Aspekt von Familie ins Spiel:
    Wenn eine andere Person als die Eltern da ist, in deren Gegenwart das Kind seine Gefühle zulassen darf (die Gefühle, wenn es ungerecht usw. von den Eltern behandelt wird), dann muss das Kind nicht verdrängen.

  13. Ich habe schon mal ein Interview mit Herrn Hüter gesehen, dieses hier nicht. Und halte nichts von seinen Thesen.

    Natürlich sind auch vernünftige Dinge dabei, aber da werden wild alle möglichen Dinge zusammen-geworfen. Das ist für mich intellektuelle Effekthascherei. Es ist ja völlig klar, dass es in unserem spätkapitalistischen Bildungssystem sehr viel zu kritisieren gibt. Aber dann daraus die Schlussfolgerung zu ziehen und generell in der Familie die Rettung zu sehen – soll das ernst gemeint sein? Die Familie als großes Ideal hatten wir in der Vergangenheit schon zu Genüge… Und sehr viele Frauen sind womöglich ganz froh, nicht mehr das Heimchen am Herd zu sein. Viele Kinder, wie „Ursprung“ unten schreibt, sind sicher auch lieber in der Schule als zuhause.

    Außerdem wollen wir doch sicher alle, dass Migranten, die nicht zurückgeschickt werden, hier bestmöglich integriert werden. Wo soll das passieren, wenn nicht zu allererst mal im Kindergarten und der Schule? Wo sollen sie Deutsch lernen – alleine zuhause am Laptop?

    Nein, nein – ich fand diese Kritik hier ziemlich gut:
    erziehungskunst.de/artikel/sachbuch/kindheit-67/

    Und: Es ist nicht objektiv und vielleicht nicht fair, aber ganz ehrlich – Herr Hüter wirkt auf mich einfach nicht vertrauenswürdig. Ich kann mir nicht helfen, aber ich würde ihm keinen Gebrauchtwagen abkaufen und schon gar nicht mein Kind anvertrauen.

    • „generell in der Familie die Rettung zu sehen“

      Den Aspekt der Teilhabe (dass Kinder durch Teilhabe an der Gesellschaft lernen usw.), verstehe ich genau anders herum, denn Teilhabe _an der Gesellschaft_ geht ja eben gerade weit über die Familie hinaus.

      Und selbst wenn man es auf Familie einengen will:
      Auch Familie muss man nicht klein denken, früher waren es die Großfamilien, heute sind Freundeskreise Wahlfamilien; wenn man es an Hüters Grundgedanken orientiert – fragen, was gut für die Kinder ist – kann jede Gruppe von Menschen für Kinder die Familie sein, Empathie vorausgesetzt.

    • Genau. Denn Freunde sind ja vielfach die Entschuldigung Gottes für die Familie. 🙂

      Und es gibt ja ein afrikanisches Sprichwort, so weit ich weiß, welches da lautet:
      Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf.

      Also sicher nicht nur die (darüber depressiv werdende) Mama, den ganzen Tag.

      Es gibt tausend Dinge zu kritisieren an dieser Gesellschaft und am Bildungssystem. Aber es ist aus meiner Sicht aussichtslos, sich nur auf die eigene Familie zurückzuziehen und die Kinder dort vor allem Übel beschützen zu wollen.

    • Das ist lustig: „Ich kann mir nicht helfen, aber ich würde ihm keinen Gebrauchtwagen abkaufen…“

      Nun, das verlangt ja auch keiner :-), aber wie jeder lebendige Mensch möchte Herr Hüter in seinem Anliegen verstanden werden. Und soweit ich ihn verstehe, versucht er u.a. historisch zu breschreiben, dass Schule und Bildung bisher immer einen ideologischen Anspruch hatte den Status quo aufrecht zu erhalten.

      Jede Ideologie ist eine bildhafte Vorstellung wie was zu sein hat. Einerseits brauchen wir die Ideologie um Entwicklungsproßesse zu ermöglichen, anderseits birgt jede Ideologie die Gefahr in eine strukturelle Festigkeit zu geraten, die nicht mehr aufzulösen geht und als Axiom zur absoluten künstlichen Wahrheit wird. Diese abstrakte Wahrheit entfernt den Menschen vom Seinsprozess und behindert jegliche zukünftige Entwicklung.

      Die individuelle Frage müsste lauten, wann ist der persönliche Zustand der „Erstarrung“ erreicht?
      und ab wann wird die gesellschaftliche Ideologie zur Behinderung von eigenen Entwicklungskräften? In gesellschaftlichen Zusammenhänge geschieht dies durch das Prinzip der Gleichschaltung, d.h. Meinungsterror und über persönliche Angriffe in Form von Diffamierungen.

      Das Zusammenleben kann nicht in künstlichen Modellen gedacht werden, sondern braucht den Naturzusammenhang. Es ist ein „göttliches“ Prinzip und dient als Richtschnur einer freiheitlichen Entwicklung. Das was ich als „göttliches“ Prinzip bezeichne ist das Unbewusste was ins Licht getragen werden muss. Experten, Wissenschaftler und Politiker werden das nicht tun, deshalb ist jede Form von Kritik zum Status quo notwendig. Dem gegenüber steht die Kritik an der Kritik, soweit sie nicht konstruktiv um Verständnis ringt, eine Form der Abwehr im Sinne von Stillstand, Bequemlichkeit und Ignoranz.

  14. Zu blauersalamander:
    Vorteilsgesellchaft ist fuer mich wie win-win. Oder wie ein Wald.
    Nein, Forderungen sind Kampfansagen. Wer was hat, Macht und Geld, fuer den sind Forderungen Kriegserklaerungen, ganz logisch.
    Der mit wenig Geld und ohne Macht tut besser daran, den Gegner nicht mit Forderungen zur Abgabe von Guetern zu ueberfordern, solange der alleine den Daumen auf Massenvernichtungsmitteln hat und abrutschen kann. In der Situation sind wir aber, ob Sie es nun moegen oder nicht.
    Die bessere Strategie als Forderungen zu stellen, ist, etwas zu beginnen, dem sich aufgrund der Vorteile, die sich daraus ergeben, auch fuer die Inhaber von Macht und Geld die gleichen und nicht etwa weniger Vorteile als fuer alle anderen auch sich ergeben.
    Warum sollten die dann noch dagegen sein? Ein Vorsprung aus alten Zeiten sei Ihnen gegoennt, sie leben ohnehin nicht mehr lange (wie alle haben ja immer nur wenige, abgezaehlte Jahre) aber alle anderen haben auch Vorteile und deren Neid auf Altreiche ist doch nun wirklich keine anstrebenswerte Lebensqualitaet.
    Also den alten Herrn Diesel ausgraben, ein paar Begriffen modischeren Drall geben und ein bisschen Cyber zufuegen statt Zettelwirtschaft.
    Und dann kann jeder von uns in seinem Umfeld loslegen, je besser er bereits ohnehin vernetzt ist, umso wirksamer. Sogar sofort. Mit einer Initiative, mit der Eroeffnung einers Anderkonto fuer 12 Euro pro Jahr, mit einer App oder Frittenbude ohne Leichenteile, mit einem Foerderverein, z. B. no-scool, andere Lunten, was auch immer. Richtig nach bereits vorhandenem Rezept. Nix muss neu entwickelt werden, die Wurzeln bleiben, wo sie sind, man kann sogar echt so „radikal“ bleiben, wie man bisher war. Nur mit mehr neuem Spass (und dem Beginn einer Vorteilswirtschaft).

    • Also nicht auf die Straße gehen, gelbe Westen anziehen und protestieren?
      Die Herrschenden denken nicht in Kompromissen. Wenn dem so wäre, gäbe es keinen Hunger mehr in der Welt. Sie könnten, ohne auf irgendetwas zu verzichten, den Hunger in der Welt besiegen, wollen sie aber nicht. Ihre Herrschsucht oder ihr Machtwahn verhindert das.
      Die denken nicht auf der Ebene, auf der sie denken, dass gilt es zu beachten.

  15. Lernen kann und muss Spaß machen?

    Wenns keinen Spaß gemacht hat, wars kein Lernen. Dann wars nur ne kurze Info, die sofort wieder vergessen wird. Jedenfalls, wenn man Lernen auf den Bereich Bildung bezieht. Bei Lebenserfahrung ist der Lerneffekt dann ein anderer, aber um den gehts hier ja nicht.

  16. Allen Kommentaren möchte ich zustimmen und ergänzen:
    Eine andere Gesellschaft, ohne ein Primat Wirtschaft, würde so viele Möglichkeiten für alle und alles eröffnen. Weil eine solche Gesellschaft zu gestalten, die Aufgabe einer Volkssouveränität (im Sinne Prof. Maus) wäre, will ich gar nichts
    vorgreifen. Kinder, Bildung, hätte wie alles andere einen ganz anderen Stellenwert.
    Diese Transformation ist die Henne und eine andere Bildung, ein anderes Miteinander,
    ein anderes Gesundheitssystem, eine Demokratisierung aller Bereiche, gerade auch im
    Arbeitsleben wären die Eier.
    Wie kommt man zu einer Transformation? Ich würde sagen, alles was mit Steuermitteln gerettet werden muss, muss schon Auflagen und Bedingungen einhalten, die in diese
    richtige Richtung weisen.

    • Nun, Wirtschaft kann schon primat bleiben. Aber eben Vorteilswirtschaft, nicht Profitwirtschaft. Der Wald ist z. B. eine solche Vorteilswirtschaft. Allen im Wald gehts gemeinsam besser, als wo einzeln zu sein. Also profitieren ja, wenns auch allen hillft. Eigentlich ganz einfach. Jederzeit zu starten. Als Ergaenzung, nicht Revolution. Geht alles in ganz natuerlichem Rahmen. Mit einer uralten Rahmenerzaehlung, nur nicht mehr der des Profites. Diese letzterte ist eine Art karzinogener Entgleisung, die zwar nur in unseren Hirnen entsteht aber womoeglich in Kuerze das materierelle Ende bisherigen typischen Lebens bedeuten koennte. Wenn z.B. in 25 Jahren schon der Sauerstoff ausgehen wird, wenn wie nicht sofort mit der Gifteinleitung in die Ozeane aushoeren. Was wir koennten. Sogar ohne grosse Einschneidungen ins bisherige Leben und wirtschaften.
      Die jetzige Schule wirkt wie ein Booster der oben angefuehrten Denkentgleisung in unseren Hirnen, da hat der Herr Hueter wohl Recht.

  17. Schön zu hören, das das Gefühlte mit etwas Wissen verbunden hier ( und natuerlich Mausfeld und G. Huether usw) hier bestätigt wird.

    Schon mal anderer Stelle bei Kenfm geschrieben: Worin unterscheiden sich Kasernen von Schulen?

    Alles Engagement für etwas Soziales oder hin zu mehr Sozialem wird ja von ganz oben angeordnet bereits mit Waffengewalt bekämpft (siehe Frankreich).

    Doch möchte ich noch anmerken: Bei einigen der wenigen noch nicht ermordeten oder Ihren Lebensräumen beraubten Naturvölkern ohne westlichen Einfluss kann man sehen und lernen, zu was der getragene Mensch fähig ist.
    Eine Gemeinschaft zu haben die sich nicht selbst Ihres Lebensraumes beraubt und voll im Einklang mit der Natur lebt.
    Doch diese Völker (mit all dem sagenhaft wertvollen Wissen über Heilpflanzen usw) werden vernichtet incl. ihrer Lebensräume, und das im neoliberalen Eiltempo von den sog. intelligente Menschen mit seinen ideologischen Schutzhelm und Körperpanzerung (nach A. Lowen). Scheuklappen zu sagen wäre eine verschwenderische Verniedlichung).
    Auch (um mit Roger Willemsen zu sprechen) erlauben wir uns 5000 Jahre alte Kultur in Afghanistan zu zerbomben, aus Geopolitischen und Geldinteressen.

    Die Weissagung der Cree Indianer: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

    Die wenigen da oben haben unsere Kinder verdummt, die Ozeane stark vergiftet, die Regenwälder verschwinden, das Artensterben läuft auf Hochtouren. Zählen wir uns schon mit ??????? Warum nicht?

    50% der Kinder werden bei 2025 Autismus haben. MIT Wissenschaftler: Die Chemiebrühe (Monsanto / Bayer) macht uns alle krank.

    http://naturalsociety.com/mit-scientist-glyphosate-to-cause-autism-in-50-of-children-by-2025/

    Die sofortigen radikalen Veränderungen die angesagt sein müssen können wir uns ( Schutzhelm) gar nicht im geringsten Vorstellen. Wer (außer den Finanzeliten) kann den eine Weltweite Bewegung stemmen?

    • Wir koennten das. Ein bis ins einzelne ausgearbeitetes Rezept schlummert seit 120 Jahren in der Schublade rum.
      Ohne Revolution, Umwaelzung, Neuerfindung. Die „da oben“ mitsamt Ihrem bisher-Profit koennen bleiben, braucht nichts weggenommen werden. Die Nukes koennen auch im Silo bleiben. Wir „von unten“ braüchen gar nicht revolutionieren, sondern Bestehendes nur ergaenzen. Zu aller Vorteil, auch denen von da oben, Bezos und Konsorten.
      Wir ergaenzen nur.
      Aber zurueck zu den Naturvoelkern geht nicht mehr. Wir sind jetzt 8 Milliarden, die koennen wir nur voelkerkundlich nicht mehr alle satt machen. Macht nix, wir haben ja schon die Technologie, die benutzen wir einfach weiter. Und lassen die Naturvoelker und die Bezos auch die Vorteile unseres allmaehlich immer vorteilhafter werdenden Vorteilssystems teilhaben. Kann alles, noch, gerade noch, paletti werden. Aber wir muessens tun. Die da von oben haben doch gar keine Veranlassung. Die haben nur wir.

    • Gut möglich, dass es auch an Schulen und Lehrern liegt. Ich habe sehr früh verstehen müssen, dass man meine Talente nicht fördern würde, und das auf dem Gymnasium. Bildende Kunst, das war wie das lästige Übel, das man am liebsten abgeschafft hätte, so unmotiviert erschienen meine Lehrer. Und die Abimodule kamen einfach zu spät. BK wurde dann noch mit zwei lästigen Naturwissenschaften angeboten, da habe ich kurzerhand entschieden, nach der Realschule abzugehen (auch wenn ich es heute ein wenig bereue).

  18. Ja klar, Schule ist Zwang. einerseits. Wer war nicht in der Schule, hat den Zwang nicht erleben duerfen. Und ist so nicht ein „Schulexperte“ geworden.
    Aber genau deshalb kann das Urteil von Frau oder Herrn Jedermann auch ganz anders lauten als das von dem hier Interviewten, dessen Verachtung sich ja vernichtend anhoert.
    Bei mir wars anders. Ich erlebte die Schule als erheblich anregender, jedenfalls viel besser als ausgerechnet bei den Eltern zu Hause rumzuhocken, die nichts zur Welt beitrugen, zu dem ich Lust hatte. Also draussen in Wald und Flur und selber unter anderen Kindern, wo zwar immer mal Agressive auch dabei waren, war es immer auch viel besser als zu Hause.
    Spaetere Klassentreffen ergaben zwar zu meiner Ueberraschung, dass jene dieSchule tatsaechlich als teils ungeliebten Zwang wie Alptraum in Erinnerung hatten. Es gibt da aber offensichtlich sehr individuelle Unterschiede, wie man als Kind Schule erleben kann.
    Kurz, das Negativbild Herrn Huethers moechte ich hier mit meiner Schulerfahrung deutlichst realtivieren, jedenfalls subjektiv. Und Zensuren kann man auch als Kind schon als interessante Zahlen wie das Stoppuhrergebnis nach dem Hundertmeterlauf im Schulstadion interpretieren.

    • Vielen Dank lieber Ken und Michael Hüter für dieses wunderbare Gespräch!

      Kommentar zu dem in dem Gespräch angesprochenen Film „Elternschule“:

      Der Dokumentarfilm „Elternschule“ hat es bis zur Berlinale geschafft: https://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.html?film_id=201919341
      Tickets können nicht gekauft werden, der Film ist nur für Akkreditierte. Jetzt kann man nur hoffen, dass dort auch kritische Journalisten zugelassen werden…
      Hier die Teilnahmebedingungen: https://www.berlinale.de/de/branche/akkreditierung_/teilnahmebedingungen/Teilnahmebedingungen.html
      Für mich ist unfassbar, dass dieser furchtbare Film einen Filmpreis bekommt. Wie anders ist der Film von Bertrand Stern „CaRabA – Leben ohne Schule“, hier der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=W0dAfLoKMLM
      Ich kann nur hoffen, dass dieser Film genauso gehypt wird, wie der Film „Elternschule“ – doch mir ist schon klar, dass das eine Illusion ist.
      Im Mai hat „CaRabA“ in Berlin Premiere 😊.

    • Bei mir wars rumgedreht. Ich kann ganze Romane des Horrors schreiben. „Das Kind stellt kritische Fragen, das Kind hat Widerworte und eigene Lösungswege, das Kind ist zu zerstören.“ Nur meinen Eltern sei dank, dass diese Psychopathen meine Zerstörung nicht vervollständigen konnten. Aber traumatisiert bin ich bis heute.

    • An Kristiana:
      Ja, esa gibt natuerlich keine identischen Lebenslaeufe, so sind und werden wir individuell, jeder zu seinem individuellen Wert. Waeren wir nicht ins und bisher irgendwie durchs Leben gekommen, haetten wir weder einige Glueckselikeiten erlebt und keine ziehenden Wolken, was fast dasselbe ist. Also, in meiner Schule gab es auzch Ungeheuer. Aber eben auch andere. Bei mir lag die Crux halt zu Hause und die Schule war halt interessanter, trotz einiger Ungeheuer, die doch sportlich nehmen konnte. Auch ein Sprint im Schulsport kann weh tun. Es gab sogar paederaste Ungeheuer in der Lehrerschaft, haben wir erst 25 Jahre spaeter durch Unterhaltungen beim Klassentreffen realisieren muessen. Sehr uebel, der Betroffene war obendrein noch Waise. So impertinent kanns auch zugehen dort. Sie hatten mehr Glueck mit Ihrern Eltern. Bei mir war die Schule nicht das grosse Los, aber halt das kleinere Uebel und ich machte halt was draus fuer mich. Wir sind alle letztendlich unterschiedlich. Waere ja langweilig, wenn nicht.

    • Ursprung

      Ja natürlich. Am Ende sind wir alle nur die Summe unserer Erfahrungen. Und ganz ehrlich… Bei allem Schlimmen, was auf unserem Planeten so abgeht – ohne Vielfalt wärs schon seeeehr langweilig hier. 😉

  19. Im Zuge der Fluchtbewegungen ab 2015 sind 10000 Kinder verschwunden. Systemopfer des Neoliberalismus, die auch gar nicht erst gesucht werden. Die dem Organ- und Sexhandel zugeführt , also dem System geopfert wurden.
    Wenn nicht begriffen wird, dass unser perverses Geldsystem diese Auswüchse erst möglich macht, und moralisches, herzliches Handeln tendenziell immer mehr unmöglich, kann es in unseren Schulen nicht besser werden. Nicht Erziehung, Beziehung muss das Thema sein.

    Vielleicht gelingt es euch mal Eva Herman zu dem Thema Mutter-Kind Beziehung einzuladen.
    (Die 5000 Euro Spende waren für Popp Peanuts, die machen nicht abhängig).
    Wie Hüter sagt: Wir müssen uns zusammenschließen, es stimmt mit oben und unten nicht mehr,
    links und rechts sind von den Mächtigen bespielte Pole zum Zwecke der Teilung der Gesellschaft.
    Nicht Erziehung, Beziehung muss das Thema sein.

    • O. K soweit, gehe da mit vielem konform. Das mit dem Geldsystem oder Zusammensclhliessen und so.
      Ziehe aber noch eine andere Ebene zur Klastellung vor, die zugleich dem „Zusammenschliessen“ eine konkrete Neuerzaehlung wie fast nebenbei verpasst:
      Statt Profitgesellschafts: Vorteilsgesellschaft.
      Das muss Profit ja nicht ausschliessen. Stellt es aber unter einen anderen Rahmen.

      Unter dem Absolutismus war Macht und Ansehen die Waehrung, ein Erfolgling zu sein. War sclimm genug.
      Dann hat „Profit“ die Chose abgeloest. Und das hat zusammen mit den jetzt 8 Milliarden eine potentiert verheerende Wirkung.
      Deshalb jetzt, m. E.: VORTEILSGESELLSCHAFT als zuendendes Schlagwort.
      Aus dem, unter anderem, ein anderes Geldsystem oder auch Schulsystem erwachsen koennte.

    • Die Millionen Opfer des Neoliberalismus und Faschismus können sie gerne auch unter dem Kapitalismus allgemein subsumieren.
      Im Übrigen ist es ein stets beliebter Trick kapitalistischer Zeitgenossen bzw. von Dienstboten, einerlei ob neoliberal oder faschistisch (scheint ohnehin von der Tagesform und der Weisung abzuhängen), eine Gesinnungslosigkeit vorzutäuschen, um Anderen eine Alternative darzustellen.

      P.S.: Lebensborne sind keine Neuheit, darüber können sie nachlesen.

    • Der Begriff Vorteilsgesellschaft sagt ja nichts darüber aus, wer, wann, wie bevorteilt werden soll.
      Dann schon besser Win-win-Gesellschaft.
      Die Forderung muss sein: Die arm-reich-Schere muss sich wieder schließen.
      Wohl wissend, dass das System das nicht hergibt und deshalb abgelöst, mindestens radikal erneuert werden muss. Stichworte: Staatliche Geldschöpfung, 70 bis 90% Steuern für Einkommensmillionäre, geeignete Maßnahmen zur Steuerflucht Verhinderung. Steuerbefreiung bis 24000 Euro Jahreseinkommen für Singles, 40000 für Verheiratete, Kinderfreibeträge von 1000 Euro pro Kind usw.

      Vorschläge gibts ja genug, sie müssten nur umgesetzt werden.

    • Bei Vorteils- oder win-win-Gesellschaft bleiben wir aber in dem alten Denken stecken. Wieder will jemand Vorteile haben, wieder wird auf win gesetzt. Wieder wird der Egoismus gefördert.

      Wie wärs mit Solidargesellschaft. Ohne win und Vorteil. Jegliches Tun zum Wohle der Allgemeinheit, sonst nix. Auch wenns nie einer glauben mag, so ein Leben macht glücklich. Dann könnten wirs auch Glücksgesellschaft nennen.

    • Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. 😉 Aber einfach ist es ja heute auch nicht.

      Hört sich vielleicht schräg an, aber ich setz meine Hoffnungen auf die Sonne. Wenn Dieter Broers Aussagen und die Studien dazu Recht behalten, dann kann ein Megaflare nicht nur unser komplettes Stromnetz zerlegen, sondern auch unser Bewusstsein wieder in gute Bahnen lenken. Stichwort Gotteshelm…

    • „Eva Herman zu dem Thema Mutter-Kind Beziehung einzuladen“

      Betroffene einer tiefer gestörten Mutter-Kind-Beziehung ist Eva Herman, aber ist sie inzwischen auch reflektionsfähig geworden?
      Wenn nicht, kann man Eva Herman trotzdem einladen, zum Thema des Versuches Faschismus wieder salonfähig zu machen – „Hitlers Familienpolitik war gut“.
      Damit kennt sie sich ja aus.

    • @ blauersalamander
      „wenn man keine Ahnung hat, sollte man sich raushalten.“

      Die ausschlaggebende Äußerung ist dokumentiert:
      “ es war ’ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle. Aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt“
      (Eva Herman)

      Und ja, man kann sich mal ungeschickt ausdrücken, passiert. Aber:
      Distanzierungen ihrerseits von dieser Äußerung sind nicht bekannt, also ist davon auszugehen, dass diese Person auch heute noch diese mindestens verklärende Sicht pflegt.

      Sie schlagen diese Person vor zum Thema Mutter-Kind-Beziehung.
      Wie war denn eine jüdische Mutter-Kind-Beziehung unter den angeblichen Werten „Kinder, Mütter, Familie“?!
      Sicher ganz super im KZ.
      Wie war denn eine deutsche Mutter-Kind-Beziehung unter den angeblichen Werten „Kinder, Mütter, Familie“?!
      Sicher ganz super im Luftschutzbunker.
      Und nebenbei; wie war denn eine deutsche Vater-Kind-Beziehung unter den angeblichen Werten „Kinder, Mütter, Familie“?!
      Sicher ganz super, wenn der Vater im KZ oder an der Front war.
      Und wenn der Vater im KZ oder an der Front war, dann war das bestimmt auch ganz super für die Mutter-Kind-Beziehung, ja sicher doch.

      Dazu zu sagen: „Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt“ ist mindestens dermaßen dumm, dass da entscheidende Möglichkeiten für Synapsenverschaltungen im Hirn abgeschaltet wurden – und das können nur die Eltern und nur im frühkindlichen Stadium –>> Eva Herman hatte eine Mutter mit schwer gestörter Beziehung zu ihrem Kind.

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