KenFM im Gespräch mit: Milosz Matuschek („Generation Chillstand“) (Podcast)

Selten hat eine junge Generation so viel Zuspruch in der Öffentlichkeit und von der Politik bekommen, wie es heute im Kontext der „Fridays For Future“ der Fall ist. „Endlich mischen sich die jungen Leute wieder ein!“, tönt es aus den Medien, voller Bewunderung über den neuerlichen Aktivismus der Jugend. Manche sprechen gar von einer Wiederauferstehung des „68er-Geistes“.

Doch ist dies eine realistische Bestandsaufnahme zum Zustand der jungen Generation?

Milosz Matuschek, geboren in den 80er Jahren und damit selbst Bestandteil der Generation Y – im Volksmund auch als ‚Millenials‘ bekannt – sieht die Sache etwas differenzierter. In seinem Buch „Generation Chillstand: Aufruf zum Aufbruch in ein selbstbestimmtes Leben“ beleuchtet er in bemerkenswerter Selbstreflektion die Hauptcharakteristika seiner eigenen Alterskohorte. Stets gehätschelt und wohl umsorgt ist laut Matuschek eine Generation herangewachsen, die einen beachtlichen Gehorsam gegenüber all jenen an den Tag legt, die ihnen diese scheinbar paradiesischen Zustände erst ermöglicht haben. So wurde aus der kindlichen Jagd nach Pokémons im Laufe der Zeit eine Jagd nach guten Noten, die sich heute, da die Millenials das Erwachsenenalter erreichen, in einer Jagd nach Diplomen manifestiert.

Man möchte gefallen. Eine zunehmende Akademisierung ist nur die logische Folge dieses beständigen Strebens nach Anerkennung.

Langsam aber sicher erhält das Weltbild zahlreicher junger Leute jedoch einen Riss. Man begreift, dass die eigene Wohlfühloase vielleicht doch noch nicht die Vorstufe zum Paradies ist. Und man macht die schmerzliche Erfahrung, dass sich die eigenen Probleme, bei aller Gefügigkeit, trotzdem nicht in Luft auflösen.

Diese Erkenntnisse kommen im ersten Moment äußerst unbequem daher. Bei kritischer Selbstbetrachtung und ausreichender Lernbereitschaft bergen sie allerdings auch ein immenses Entwicklungspotenzial in sich.

Die junge Generation ist nicht schlechter und nicht besser, als die ihrer Vorgänger. Es liegt ganz an ihr, den stellenweise neu zu beobachtenden Hang zum kritischen Hinterfragen weiter zu befeuern, um so zu beweisen, dass die Hoffnungen, die man neuerdings in sie steckt, auch wirklich berechtigt sind.

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