KenFM im Gespräch mit: Milosz Matuschek („Generation Chillstand“)

Selten hat eine junge Generation so viel Zuspruch in der Öffentlichkeit und von der Politik bekommen, wie es heute im Kontext der „Fridays For Future“ der Fall ist. „Endlich mischen sich die jungen Leute wieder ein!“, tönt es aus den Medien, voller Bewunderung über den neuerlichen Aktivismus der Jugend. Manche sprechen gar von einer Wiederauferstehung des „68er-Geistes“.

Doch ist dies eine realistische Bestandsaufnahme zum Zustand der jungen Generation?

Milosz Matuschek, geboren in den 80er Jahren und damit selbst Bestandteil der Generation Y – im Volksmund auch als ‚Millenials‘ bekannt – sieht die Sache etwas differenzierter. In seinem Buch „Generation Chillstand: Aufruf zum Aufbruch in ein selbstbestimmtes Leben“ beleuchtet er in bemerkenswerter Selbstreflektion die Hauptcharakteristika seiner eigenen Alterskohorte. Stets gehätschelt und wohl umsorgt ist laut Matuschek eine Generation herangewachsen, die einen beachtlichen Gehorsam gegenüber all jenen an den Tag legt, die ihnen diese scheinbar paradiesischen Zustände erst ermöglicht haben. So wurde aus der kindlichen Jagd nach Pokémons im Laufe der Zeit eine Jagd nach guten Noten, die sich heute, da die Millenials das Erwachsenenalter erreichen, in einer Jagd nach Diplomen manifestiert.

Man möchte gefallen. Eine zunehmende Akademisierung ist nur die logische Folge dieses beständigen Strebens nach Anerkennung.

Langsam aber sicher erhält das Weltbild zahlreicher junger Leute jedoch einen Riss. Man begreift, dass die eigene Wohlfühloase vielleicht doch noch nicht die Vorstufe zum Paradies ist. Und man macht die schmerzliche Erfahrung, dass sich die eigenen Probleme, bei aller Gefügigkeit, trotzdem nicht in Luft auflösen.

Diese Erkenntnisse kommen im ersten Moment äußerst unbequem daher. Bei kritischer Selbstbetrachtung und ausreichender Lernbereitschaft bergen sie allerdings auch ein immenses Entwicklungspotenzial in sich.

Die junge Generation ist nicht schlechter und nicht besser, als die ihrer Vorgänger. Es liegt ganz an ihr, den stellenweise neu zu beobachtenden Hang zum kritischen Hinterfragen weiter zu befeuern, um so zu beweisen, dass die Hoffnungen, die man neuerdings in sie steckt, auch wirklich berechtigt sind.

Inhaltsübersicht:

0:04:20 Überbewertete Bildungsabschlüsse

0:11:24 Generation Y – eine rebellische und hilflose Gesellschaft

0:21:51 Der „Marshmallow-Test“

0:31:00 Bildung mit Lücken und Selbstzensur

0:39:57 Das System gegen kritischen Journalismus

0:50:14 Tyrannen aus Silicon Valley

0:54:59 Wach bleiben – Werkzeuge für die Selbstbefreiung

1:04:30 Blockchain, Bitcoin und Datensouveränität

1:11:56 Bedingungsloses Grundeinkommen und eine Definition von Arbeit

1:21:30 Ausblick auf ein selbstbestimmtes Leben

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36 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Milosz Matuschek („Generation Chillstand“)

  1. Und wenn Pohlmann, Tilo Jung und sonstwer das alles geil finden, bleiben mehr als große Zweifel.
    Weiß ich denn, ob die zwei Herren ganz sauber sind? Nein, kann ich nicht wissen, also bleiben Fakten,

    stroeer.de/fileadmin/de/Konvergenz_und_Konzepte/tubeone/Stroeer_TubeOne.pdf

    Arbeiten dort also nur Mietmäuler oder schon Maulhuren?

    Und hier ein Hinweis zur Nähe von dem Stroer zu den Grünen:

    epochtimes.de/meinung/gastkommentar/in-arbeit-juergen-fritz-bohrt-tief-wer-steckt-hinter-der-rezo-kampagne-a2909323.html

  2. D1
    Huldigen? Es gibt nur ein Wesen im Universum, dem ich huldige.

    Ich hab gar keine Emotionen bei diesem Thema. Lässt mich ziemlich kalt, weil es mir völlig egal ist, ob fucking Grün regiert oder fucking Blau. Ne klassische Pest/Cholera Wahl 😉

    Kunstrasenbewegung? Mag sein… Aber wenigstens hat sich was bewegt und ich halte Rezo nach wie vor für echt. Der Junge kann nix dafür, dass die Alten keine Ahnung haben, wie’s bei YT so läuft mit den Agenturen. Wir würden ja auch nie auf die Idee kommen, dass Ogilvy hinter Ford „steckt“ und eigene Ziele verfolgt, wenn wir ne Autowerbung sehen.
    Ich bin da ganz bei Dirk Pohlmann. Das Rezo-Vid hat nen Nerv getroffen und sowas kannste nicht planen.

    Klar kann man die Kulturrevolution erwähnen, als besonders gutes Negativbeispiel, wie man den Kommunismus missbrauchen kann.

    • Kann man nicht planen? Und wenigstens hat sich was bewegt?
      Ja, was hat sich denn bewegt?

    • @ Kristana

      Im gegenwärtigen Kontext einer digitalen Revolution, die ich als Kulturrevolution sehe, ist für mich nicht aktuell, wie man die maoistische Kulturrevolution als Beispiel für den Missbrauch des Kommunismus anführen kann. Die Mao-Bibel funktionierte damals ähnlich wie heute das Smart-Phone oder all diese Smart-Things. Wie überhaupt die Digitalisierung und Smart-Technolgy. Und die Jugend verhielt sich mit der Mao-Bibel ganz ähnlich wie sich heute die Jugend mit dem Smartphone verhält. Das Smartphone dient in der selben Weise der „Erziehung“ der Jugend wie die Mao-Bibel, die aus Millionen Chinesen bibelgläubige Schüler machte. Vorläufig ist dies ein Analogie! Ich war ziemlich verblüfft über die Parallelen mit dem Smartphone, als ich das Buch nach so vielen Jahren wegen der Entwicklung in China heute nochmals las: eben bei der Beschreibung des Umgangs mit dem Buch (darüber streicheln = wischen, etc.) und der Wirkung des Buchs.
      An anderer Stelle hier habe ich auf ein Buch von Alberto Moravia aufmerksam gemacht: Die Kulturrevolution in China, Rohwohlt, 1972. Auszüge aus dem 1. Kapitel „Das Buch“ und die Einleitung hier gepostet.
      Wie es scheint, entwickeln sich die Dinge in West wie Ost „digital“ und mit mehr oder weniger sichtbaren Anzeichen einer digital gelenkten Diktatur am Horizont.

    • Und wer arbeitet mal wieder investigativ auf hohem Niveau? (Im Gegensatz zu diesem Aktivistenportal hier)
      Richtig, der hier:

      youtube.com/watch?v=Hhit4U3jT2M

      Hans Jessen???? Er hat es vorher gesehen? Oder mitgearbeitet? Und zufällig genau im Moment der Veröffentlich auf einer internationalen Journalisten-Schulung „benutz“. Als was? Als Propaganda-Vorzeige-Miststück?
      Pohlmann und Exopolitik sind ja so alternativ wie Tilo Jung und Ken Jebsen zusammen.

      Der Staat ist voll im Boot!!!!!!!!!

      Wir werden geleimt bis der Adler quietscht.

    • D1
      Wieso war mir vorher schon klar, dass der Link zu Oliver Janich führt? Ich weiß, Sie kennen sich mit Drogen nicht so gut aus. Ich schon! Sagen Sie mir einfach Bescheid, wenn der Janich mal nüchtern ist, dann guck ich auch mal wieder eins seiner Vids.

    • Tony

      Es ging um die unzählbaren Toten der Kulturrevolution, die von D1 als Argument genommen wurden, warum der Kommunismus gar nicht geht. Deshalb die Bezeichnung „missbraucht“.

    • Was nutzt ein nüchterner Schnellsprecher, wenn er doch die Fakten verdreht?

      Sie sind also Drogenexpertin und können mir sicher sagen, dass Oliver Janich was nimmt?

      100%?

    • @ Kristana

      Hoffen wir, dass diese digitale Kulturrevolution nicht über die Leichen von ebenso vielen – oder gar global zu weitaus mehr – Millionen nicht zur digitalen Diktatur führt.

  3. Echter Punkt mit den Akademikern, die „regimehörig“ oder sagen wir mal völlig auf dem Holzweg sind. Das zeigt sich auch in solchen Aussagen, wo tatsächlich irgendwelche studierten Leute oder Intelektuelle der Meinung sind, daß Assange ein russischer Spion ist oder zumindest sein könnte. Kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Setzen 6!

  4. Lieber Herr Matuschek,
    ich schätze Ihren Drang hinter die Fassaden zu blicken und den wahren Gehalt der Dinge zu erkennen. Auf einem Gebiet würde ich Ihnen aber dringend raten noch hart an der Steigerung Ihres Durchblicks zu arbeiten. Denn letztendlich erteilen Sie ja anderen Ratschläge. Und Ratschläge auf schlecht durchdachtem Fundament sind sehr gefährlich.
    Das Gebiet, das ich meine, ist die Makroökonomie. Aus eigener Erfahrung bestens empfehlen kann ich Ihnen hierzu das Portal Makroskop der Herren Flassbeck und Steinhart. Ist zahlungspflichtig. Allerdings ist momentan die Gelegenheit günstig. Denn bis Ende Juni sind alle aktuellen Artikel und das gesamte Archiv der bisherigen Artikel allen Nutzern kostenlos zugängig.
    Und als Unterdisziplin der Makroökonomie lege ich Ihnen wärmstens eine intensive Beschäftigung mit MMT (Modern Money Theory) ans Herz. Denn ein ganz gravierendes Manko stelle ich immer wieder bei allen Menschen fest, die ein völlig neues Geldsystem als die Lösung aller Probleme vorschlagen: Sie haben keine Ahnung, wie das aktuelle Geldsystem funktioniert. Und genau das erklärt die MMT.
    Ich war auf meinem Weg mir dieses Verständnis zu erarbeiten auch mal ungefähr auf dem Stand, auf dem ich Sie im Moment verorte. Wenn Sie sich mit MMT beschäftigen und diese auch wirklich verstehen (woran ich nicht die geringsten Zweifel habe insofern Sie vorurteilslos herangehen) bin ich mir ganz sicher, dass Sie solche Spielsachen wie Bitcoin nicht mehr als geeignete Lösung für ein besseres Geldsystem propagieren werden.
    Allein die Tatsache, dass gerade den Libertären unter den Neoliberalen dieses Spielzeug so gut gefällt sollte Sie eigentlich schon stutzig machen. Die denken nämlich ausschließlich an ihren eigenen Vorteil. Mit denen ist kein Staat zu machen. Zumindest keiner, in dem die Staatsbürger friedlich, glücklich und zufrieden miteinander leben können.

  5. Da hier alle dabei sind, diese Analyse auf die gesamtdeutsche Generation zu verallgemeinern, muss ich einfach, obwohl ich es nicht wollte, darauf hinweisen, dass dies ein rein westdeutscher Blick auf die 80er Generation ist. Im Osten musste man sich mit Massenarbeitslosigkeit und dem Wegbechen von allem Gewohnten und dem Gefühl der absoluten Orientierungslosigkeit der Elterngeneration auseinandersetzen, sodass die Aussage es handle sich um eine verwöhnte Generation, die alles hatte einfach für den Osten falsch ist. Ich vermute, dass sich Ähnliches auch für die Generation der Arbeiterkinder im Ruhrgebiet sagen lässt und ob Herr Matuschecks Analyse die Kinder der Migranten erfasst, bezweifele ich ebenos. Mir kommt das wie eine kluge Analyse von Beamtenkindern und Kindern aus ähnlich priveligierten Schichten vor.

  6. Zitat: „….das alte System muss ein bisschen kaputt gehen, bevor etwas Neues wachsen kann….“

    Leider Herr Matuschek reicht ein BISSCHEN nicht!

    Das Einfühlen in andere Menschen, in die Gesellschaft, in all die furchtbaren Auswüchse die dieses bellizistische System hervorgebacht hat und hervorbringt kommt nicht zur Sprache.
    Lösungsvorschläge in Richtung selbstfahrender Autos, Bitcoins als Zahlungsmodell für die Zukunft und das Aufsagen von klugen Zitaten anderer Menschen ist für mich noch weit entfernt von einer wirklich spürbaren Erkenntnis die in die Tiefe geht.
    Wer die wirklichen Schrecken erfahren hat und sich den Leiden stellt, geht durch ein tiefes Tal der Tränen.
    Dann ist es nicht mehr möglich sich wieder mit Oberflächlichkeiten und Nebenschaupätzen abzulenken und die Tatsachen geschickt zu verleugnen.

  7. Die Kinder der 80er Jahre hatten alles und sind trotzdem arm geblieben. Arm in ihrer Seele, weil sie nur materialistisches Denken gelernt haben (Prakmatismus, Konzeptdenken). Aufgrund von merkwürdigen Schulprojekten in den 70er Jahren, die nicht den heranwachsenden Menschen im Sinn hatten, sondern die Auflösung des Klassenzimnmers und Einführung von Kurs- und Punktsystemen. Eine von Außen herangetragene Individualisierung führte in die Form der Vereinzelung.

    Obwohl diese Generation viel stärker als andere Generationen die moderne Gemeinschaft suchte, jeben nicht die Idylle eines Ponyhofes, sondern ein gesellschaftlich gemeinsames Arbeiten in Freiheit für den Anderen. Mit der Digitalisierung kam der Vernetzungsgedanke auf. Diese Vernetzung war jedoch nur technischer Natur und vernachlässigte eine Reifung der Seele am anderen Menschen.

    Die Eltern der 80er Generation hatten wenig oder keine Ahnung von Bits und Byts und überliesen ihren Kindern diese Welt. Daraus resultierte eine Spaltung, anstatt ein Miteinander von Erfahrung und moderner Technik zu ermöglichen wurden die Computer zu den wahren Eltern gemacht. Die technische Digitalisierung wurde zum Problemlöser zwischenmenschlicher Einsamkeit. Alles erscheint so einfach, man brauchte nur das richtige Program etc. Eine künstliche Vorstellungswelt baute sich auf, die durch die Eltern gehypt wurde. Ihre Kinder wurden zu Prinz und Prinzessen gemacht und sollten später den ererbten Wohlstand mit der neuen Technologie retten. Eine neue Abhängigkeit?

  8. Ich stolpere auch, wie Kitkat, über die Passage mit der „verhätschelten“ Generation.
    Da höre ich seit Wochen (und kann gut nachvollziehen), dass wir eine traumatisierte Gesellschaft sind, dass die Kids zum Gehorsam getrimmt werden und bis zu 80 Wochenstunden Stress haben.
    Offener Brief an eine Tochter: zeit.de/2011/22/DOS-G8

    Was denn nun? Verhätschelt oder gestresst und traumatisiert?

    • „Verhätschelt“ und traumatisiert geht beides durchaus zusammen. Wohl würde ich es aber anders ausdrücken.

      Gucken wir uns die Gesellschaft an: Die Elterngeneration der ca. 20jährigen (40+) aus dem kleinbürgerlichen und privilegierten Arbeitermileu hat gelernt: Wenn ich brav im Hamsterrad sprinte, kann ich mein (hoffentich) mein Haus abbezahlen, alle paar Jahre ´n neues Auto finanzieren. Auch die meisten Mütter stecken inzwischen in der Mühle (abhängig vom Mann bleiben sie trotzdem oft, da sie meist viel weniger verdienen). „Selbstverwirklichung im Beruf“ heißt der von den Herrschenden dazu kreierte Motivationsslogan. „Beruf“ heißt aber Lohnarbeit, also Arbeitskraftverkauf gegen Lohn, um (auf gewissem Niveau) leben zu können. Lohnarbeit ist immer entfremdete Arbeit. Da sich die Menschen heute weit mehr als nur körperlich an den Unternehmer verkaufen (sie bringen sich seelisch und geistig oft komplett ein), entfremdet diese Arbeit die Menschen komplett von sich selbst. Das kann man auch an den oft völlig irren, kein bisschen der Realität entsprechenden Weltbildern feststellen.

      Der Lohnarbeitsprozess bestimmt also das komplette Leben der Eltern. Er formt sie charakterlich, macht sie von sich völlig abhängig. Die Lohnarbeit ist zudem unsicher geworden. Verlieren sie ihren Job, müssen sie sich neu verkaufen am Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt bestimmt das Leben der Eltern.

      Von der Kindheit ihres Nachwuchses ist dieser Arbeitsmarkt aber komplett abgekoppelt. Wir wollen unseren Kindern „eine unbeschwerte Kindheit“ fern vom „Ernst des Lebens“ (Arbeitsmarkt, Verpflichtungen, Stress) ermöglichen, ihnen also eine „freie Persönlichkeitsentwicklung“ zugute kommen lassen. Wir machen also eideidei mit ihnen in jeder freien Minute. Wir suggerieren den Kindern: Das Leben ist so toll, du bist so frei. Just: Das ist genauso ein Märchen wie das vom Weihnachtsmann.

      Denn erstens benutzen Eltern nicht selten ihre Kinder dazu, ihre eigenen narzisstischen Bedürfnisse zu befriedigen. Motto: „Seht her, was für ein tolles, talentiertes, kluges, begabtes Kind ich habe.“ Ein Versagen des Kindes ist für viele Eltern unerträglich. Darum fördern viele ihre Kinder wie blöde, erwarten von ihnen Leistungen, die sie nicht immer erbringen können. Zugleich sind die Kinder vom Leben der Eltern (Arbeitsmarkt) völlig abgekoppelt.

      Dass die Kinder mehr Accessoire sind, also überbehütet einerseits, überfordert wegen all der Anforderungen andererseits, zugleich aber abgekoppelt vom Leben und Streben der Eltern und Beiwerk, da sie IMMER hinter den Verpflichtungen kommen, die der Arbeitsmarkt den Eltern auferlegt, spüren sie natürlich intuitiv. Und natürlich traumatisiert eine solche Situation Kinder. Darauf reagieren Kinder meist auf zwei gegensätzliche Weisen: Entweder sie werden zu Statusakrobaten, um sich so Anerkennung zu verschaffen (wie ihre Eltern). Oder sie scheitern an den Ansprüchen und ziehen sich zurück, entwickeln vielleicht Suchtverhalten oder „gleiten ab“.

      Daraus dürfte es, psychologisch und gesellschaftlich betrachtet, nur ein Entrinnen geben: Erkenntnis plus Solidarität. Das heißt: Die junge Generation MUSS sich gegen die tief in ihren Verhaltensmustern schon verwurzelten „Alten“ wehren, und zwar nicht vereinzelt (so wie es der Imperialismus mit neoliberalem staatlichem Überbau allen aufoktroyiert hat), sondern gemeinsam und solidarisch. Die Kinder müssen weg vom Statusakrobaten-Dasein, hin zur Gemeinschaft und Solidarität – gegen ihre Eltern. Sonst wird es keine Entwickung aus dieser Spirale geben. Das heißt nicht, dass alle Kinder ihre Eltern bekämpfen sollen. Es gibt ja auch welche, die durchaus bereitwillig mit ihren Kindern gemeinsam lernen und ihnen dabei helfen.

    • Moin Genossin 🙂

      Das unterschreib ich komplett. Vor allem, dass die Jugend sich wehren sollte.

      Ich hatte „verhätschelt“ ganz anders interpretiert. Allein dem Kind zu erzählen, wie frei und toll das Leben ist, ist für mich noch kein Verhätscheln. Das sind doch nur Lippenbekenntnisse angesichts dessen, was man den Kids gleichzeitig zumuted.

      Ja, wenn man es so sieht, geht beides zusammen. Vielleicht bedingt es sich sogar? Vielleicht würden die Kids viel mehr rebellieren, wenn sie die Lüge vom ach so freien Leben nicht verinnerlicht hätten.

      Dann müssten wir aber doch wieder bei den Eltern ansetzen. Was soll man denn so nem Kind sagen? Die Wahrheit über die Beschaffenheit unserer Gesellschaft?

      Mit Wohlfühlkokon gibts keine Rebellion und ohne wirds ne echt harte Kindheit… Verzwickt!

    • Kristina sagt: „Dann müssten wir aber doch wieder bei den Eltern ansetzen. Was soll man denn so nem Kind sagen? Die Wahrheit über die Beschaffenheit unserer Gesellschaft?
      Mit Wohlfühlkokon gibts keine Rebellion und ohne wirds ne echt harte Kindheit… Verzwickt!“

      Tatsächlich schwierig…

      Aber vielleicht könnte wieder die alte Systemfrage helfen? Also, ist diese Gesellschaft (der Kapitalismus) wirklich die beste aller Möglichkeiten für Mensch, Tier und Umwelt? Können wir – als Familie – und da eventl. auch etwas anderes vorstellen?

      UND: Warum haben wir als „einfache Leute“ so wenig Aussichten, aus diesem, unserem Hamsterrad herauszukommen, ganz egal wie sehr wir uns anstrengen? Warum haben andere soviel mehr als wir? Gibt es keine anderen lebenswerten Modell, außer Kleinfamilie + Knochenjob bis ins Grab? Usw….

      Leider von den meisten Eltern wohl eher zuviel verlangt, die doch oft genau so spießig erzogen wurden, wie sie es an ihre Kinder weitergeben. Wo soll es also herkommen?

      Auch der smarte Herr Matuschek träumt noch von einem „Aufstieg“ aus seinem Stand, lehnt seine polnische kleinbürgerliche Herkunft mehrmals vehement ab und kommt erst ganz zum Schluß des Gesprächs zu der Erkenntnis, dass es eventl. schon früher einmal Vordenker gegeben haben könnte, die eine Antwort auf seine Fragen und sein Unbehagen haben. Recht hat er…

      Wobei diese Vordenker natürlich leider immer nur eine verschwindend kleine Gruppe ausmachten, während der Rest der Menschheit schon immer dem Spießertum verfallen blieb.

      Es bleibt also sehr verzwickt… 😉

    • Kitkat

      Die Systemfrage stellen… Bis vor 4 Wochen hätt ich noch gesagt, das ist mit dieser Jugend nicht zu machen. Die waren so kritiklos. Aber seit dem Artikel in den wsws, dass Fridays for Future jetzt den Kapitalismus auf die Hörner nehmen will, hab ich da noch nen Funken Hoffnung.

      Ja dann hoffen wir doch, dass AKK und Kollegen sich weiterhin blamieren, im Umgang mit den U30ern. Plötzlich interessieren sie sich für Politik. Das ist doch schon mal was. Und da die Kids keine Relotiusmedien konsumieren, kann man sie schlechter Gehirnwaschen als die Alten. Schaumer mal, was da noch so kommt.

      Also irgendwie ist die Zeit in der wir leben schon sehr spannend! 😉

    • Die junge Generation MUSS sich gegen die tief in ihren Verhaltensmustern schon verwurzelten „Alten“ wehren…

      Da isser wieder, der alte Mao. Jung gegen Alt, immer von Neuem feste druff.

      Rezo meets Mao:

      Es gibt nur eine richtige Einstellung.

    • Wenn irgendwie machbar, sollte ein Elternteil, mindestens die ersten 6 Jahre zuhause bleiben.
      Mein Motto als Hausmann war immer, für die ersten 3 Jahre: Bindung statt Bildung, dass Kind spielen lassen, ihr nicht Fragen beantworten, die sie nicht gestellt hat. Etwa vom 6 bis zum 12. Lebensjahr ist wichtig: Beziehung statt Erziehung, keinen Druck auf schulische Leistungen ausüben und ab der Pubertät Vertrauen statt Misstrauen, also Kontrolle. Wenn man seine Kinder liebt, (ich habe drei Töchter), wird man eh so handeln.

    • Guten Morgen blauersalamander,
      mir ist nicht klar, was weiter oben von einer Kommentatorin eigentlich gefordert wird.

      „Von der Kindheit ihres Nachwuchses ist dieser Arbeitsmarkt aber komplett abgekoppelt.“ Hä?

      Ist das die alte Ost-Ideologie, dass die Kinder gleich mit 6 Wochen in die Kombinats-Kita gehören? Dann ins Ferien-Lager (!), wo sie weiter auf Linie gehalten werden?

      Ich sehe auch, dass Kinder in die Familien gehören und nicht in Institutionen des Staates, Kirche, Partei o.ä.
      Da bin ich in einer ähnlichen Situation wie Sie. Das ist natürlich kein Modell, was in allen Familien zu leben ist und ich will keinem ein schlechtes Gewissen machen, der seine Kinder nicht selbst betreuen kann.

      Auch wird gefordert, dass DIE Kinder sich wehren MÜSSEN. Das gilt aber für jede Generation, ich habe das getan, meine Kinder werden sich gegen mich wehren.

      Wenn so Beton-Kommunistinnen solche Forderungen raushauen, dann traue ich dem keinen Meter über den Weg.
      Gilt das denn auch, wenn der Sozialismus, also der Rezo-einzig-richtige-Einstellung, zur Doktrin erhoben wurde?

      Ich glaube, da endet dann der Freiheits-Sermon und fällt die Sprechblase schnell in den Leimtopf!

      Freiheit ist für manche nur ein Scheinargument und kein Wert an sich. Es ist moralisches Lippenbekenntnis und Mittel zum Zweck. Wie Klimaschutz oder Migration. Da trieft Moral und am Ende kommt nur Chaos und Vernichtung bei rum.

    • D1 der Kommunistenfresser… 😉

      „Kommunismus (lateinisch communis ‚gemeinsam‘) ist ein um 1840 in Frankreich entstandener politisch-ideologischer Begriff mit mehreren Bedeutungen: Er bezeichnet erstens gesellschaftstheoretische Utopien, beruhend auf Ideen sozialer Gleichheit und Freiheit aller Gesellschaftsmitglieder, auf der Basis von Gemeineigentum und kollektiver Problemlösung.

      Zweitens steht der Begriff, im Wesentlichen gestützt auf die Theorien von Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir Iljitsch Lenin, für ökonomische und politische Lehren, mit dem Ziel, eine herrschaftsfreie und klassenlose Gesellschaft zu errichten.“ Quelle: wiki

      Gegen die „Alten“ wehren heißt für mich gegen das System wehren. Und das müssen die Kids dringend, so sediert wie sie sind. Wir Alten reißen ja offensichtlich nix. Zeit hatten wir genug…

    • K. ist doch v.a. eine praktische Auswirkung auf Menschen. Und da ist es eher zappenduster. Maos Tote sind ja kaum weg zu diskutieren. Da ich allerdings davon ausgehe, dass in Ihrer Sichtweise jene Opfer der Kulturrevolution entweder nichts mit K. zu tun hatten oder man diese für einen höheren Zweck einfach hinnehmen musste, ist eine Diskussion sicher unfruchtbar.

      Und ich zähle mich noch nicht zu den Alten, ich bin da eher so mittel und sehe ein Chance nur in der Vermittlung.

      Wenn Sie für sich zu dem Schluss kommen, bisher genügend Zeit gehabt zu haben, diese jedoch nur am Verdummbeuteln waren, dann mag das als Urteil für sich stehen. Aber warum schweigen Sie dann nicht?

      Den Schuh lasse ich mir allerdings in keiner Weise nicht anziehen. Auch nicht von Stroer-Rotznasen, die sich mit 200 plus x Quellen schmücken. Der Spacken hat wischen zwei check-it-out-Vids noch wie viele Quellen recheriert?

      Top-Chekcer!

      Was wäre der nächste Schritt? Wahlrecht nur für U30 mit blauen Haaren, also der richtigen Einstellung?

    • D1

      Sie interpretieren da immer finsterste Dinge in „mich“ rein. Das macht mich schon ein bisschen sprachlos!

      Weder der Kommunismus, noch der Sozialismus sind Schuld, dass durchgeknallte Machtmenschen eine gute Idee für Diktaturen missbraucht haben!

      Ihr post ist unterirdisch! Ich sehe Beschimpfungen (Spacken) und Diskreditierungen (Rotznasen) und die Verweigerung der Realität. Verbockt isses, die Jugends kanns nicht gewesen sein. Wir sollten der Wahrheit daher tapfer ins Auge blicken und wenigstens dazu stehen, dass „wir Ü40“ es verbockt haben!

      Wenn ich die bösen Unterstellungen, die Beschimpfungen und die Verweigerung von Verantwortung zusammen nehme, mach mir daher viel mehr Sorgen um Ihr Wahlrecht!

    • spiegel.de/spiegel/print/d-46415271.html
      en.wikipedia.org/wiki/Yale-China_Association

      Der Hinweis auf die Kulturrevolution ist mehr als angebracht.

      Und da werde ich zornig, wenn man hier keine Kunstrasenbewegung sehen will und dieser gesteuerten Pseudo-Opposition huldigt.
      Dann müssen Sie sich aber auch nicht mehr über Kleber und die anderen Meinungsbanditen aufregen.

      Die Kritik an meinem Ton ist berechtigt und andererseits auch geschenkt, denn ich verzeihe mir meine Emotionen, ich würde Ihnen díe Ihrigen auch nachsehen.

    • D1
      Huldigen? Es gibt nur ein Wesen im Universum, dem ich huldige.

      Ich hab gar keine Emotionen bei diesem Thema. Lässt mich ziemlich kalt, weil es mir völlig egal ist, ob fucking Grün regiert oder fucking Blau. Ne klassische Pest/Cholera Wahl 😉

      Kunstrasenbewegung? Mag sein… Aber wenigstens hat sich was bewegt und ich halte Rezo nach wie vor für echt. Der Junge kann nix dafür, dass die Alten keine Ahnung haben, wie’s bei YT so läuft mit den Agenturen. Wir würden ja auch nie auf die Idee kommen, dass Ogilvy hinter Ford „steckt“ und eigene Ziele verfolgt, wenn wir ne Autowerbung sehen.
      Ich bin da ganz bei Dirk Pohlmann. Das Rezo-Vid hat nen Nerv getroffen und sowas kannste nicht planen.

      Klar kann man die Kulturrevolution erwähnen, als besonders gutes Negativbeispiel, wie man den Kommunismus missbrauchen kann.

  9. Gut beobachtet, Milosz Matuschek, so ungefähr sieht es aktuell aus bei der Generation Y, vielleicht auch X und Z.

    Zum Thema Bitcoin kann ich wenig, nein, gar nichts sagen, weil ich keine Ahnung habe, wie es funktioniert. Und hier setzt auch meine Kritik ein:
    So gut ein Kryptowährung-System auch sein mag, es besteht die Gefahr, dass möglicherweise nur eine kleine Gruppe von Menschen die Wirkmechanismen kennt und beherrscht und somit wieder eine Elite entsteht, die zumindest die Möglichkeit haben wird es zum Nachteil der anderen auszunutzen.

  10. Ich fände es ja besser wenn Süßmuth und andere alten Regierungsmitglieder und Parlamentarier draußen vor der Tür bleiben würden. An Rezo sieht man, sie werden KenFM nicht mehr lange ignorieren können. Aber die alten User, (ich zum Beispiel), werden KenFM dann ignorieren.
    Was soll denn an deren Gedanken hörenswert sein? Süßmuth habe ich langweilig in Erinnerung.

  11. Na gut….

    Ein wenig mehr vom guten alten „Klassen-Bewußtsein“ könnte ihm vielleicht auch weiterhelfen!

    Aber das ist warscheinlich schon wieder viel zu viel „68er“ für diese Start-Up Leute mit ihren Kicker-Tischen und Gratis-Obst^^, völlig abhängig in ihrer fatalen Bewunderung der „5 großen Player“.

  12. Schuldig an dem Dilemma (und der Käfighaltung) sind die „Vorgänger-Generationen, die uns verhätschelt haben“??

    Ich glaubs ja nicht…

    Also, wer bitte hat denn ständig das „68er Genörgel“ als große Spaßbremse beanstandet, bis diese den Mund gehalten haben?

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