Minima Politika – Zwischenruf zum G20-Gipfel und zum Bundestrojaner

Epigramme von Wolfgang Bittner.


Volksvertretung

Kugelsichere Limousinen,

Leibwächter und Stacheldraht.

So schützen sich

Die Vertreter des Volkes

Vor denen,

die sie vertreten.


Präventiv

Wer nichts zu verbergen hat,

meint der Innenminister,

könne sich ruhig abhören

und seine Computerdaten

ausspähen lassen.

Er merke ohnehin nichts davon.


Aus: Wolfgang Bittner/Kostas Koufogiorgos, 
„Minima Politika – Politische Texte und Karikaturen“,  Horlemann Verlag 2008.

Kürzlich erschien im Westend Verlag Wolfgang Bittners neues Buch „Die Abschaffung der Demokratie“. https://www.westendverlag.de/autoren/wolfgang_bittner/

Siehe auch KenFM im Gespräch mit Wolfgang Bittner: https://kenfm.de/wolfgang-bittner/

7 Kommentare zu: “Minima Politika – Zwischenruf zum G20-Gipfel und zum Bundestrojaner

  1. Michel Eyquem sagt:

    Nehmt euch etwas Zeit und lest dies mal durch:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Postdemokratie

    Das Buch des Cambridge Professors Colin Crouch erschien 2006 und sollte eigentlich allen, die eine Meinung zu Politik haben wollen, bekannt sein …..

    • Alex sagt:

      Dir ist das Buch bekannt, deshalb hast du eine “Meinung” zu Politik und jeder, dem das Buch vorher nicht bekannt war, hat keine Meinung zu Politik. Logisch.

      Übrigens gibts viele Parallelen zur “Restdemokratie”, wie z.B. K. Jebsen es heute nennt und der Bezeichnung von C. Crouch.

    • Michel Eyquem sagt:

      Das ist mal wieder typisch dämlich… Anstatt auf das Problem einzugehen, wirds persönlich.

      was hindert dich daran zu sagen, dass es egal ist, ob man es Post-Demokratie nennt oder Rest-Demokratie: Wie geht man damit um? das wäre die Frage gewesen , aber du drischt lieber Phrasen, ud verlierst kein Wort über das Problem an sich!
      So schaut ijhr aus ihr Geistesgrössen, ihr verdient nichts anderes als die Welt die da kommt!

      (Ausserdem erschien Crouchs Buch 2006 als Ken Jebsen noch Teil des Systems war und auf der anderen Seite stand!)

  2. Olsen sagt:

    Sie kommen in Nadelstreifen
    reden von Demokratie und Freiheit.
    Träume in uns reifen
    wir glauben an ihre Weisheit.
    und taumeln in seliger Ruh
    dem Paradiese zu?

    Ach!
    Ich erschrak…

    Ich schaute zu genau:
    in ihren Augen
    die Fratze vergangen geglaubter Zeiten:

    Der Hass –
    auf vergilbten Bildern – gleich! –
    damals Stampfen – Stiefel – verbrannte Bücher…
    heute süßes Säuseln…

    doch – im Ärmel derselbe Dolch

    schon sticht
    mit Haken bis zum Kreuz
    in den Bauch
    der blanke Stahl

    während sie auf alte Bilder zeigen
    Gemeinschaft – Werte!

    verraten
    die ihnen geglaubt

    Tod

    • Michel Eyquem sagt:

      Ein bisschen weniger melodramatisch wäre ganz nett?

      Schon mal drüber nachgedacht, dass keiner von denen sich an die Macht geputscht hat, sondern ALLE freiwillig in Demokratien vom Urnenpöbel gewählt wurden?

      Sagt dir sicher gar nichts, gell?

  3. Specht sagt:

    Sehr gute Gegenüberstellung! Ich habe das jetzt auch genau verstanden, warum sich diese “Volksverkäufer” immer mal wieder persönlich treffen müssen, so wie auch beim Bilderberger-Treffen. Das ist das Geheimnis des Faschismus(=Bündelei), dass man sich immer wieder konspirativ zusammenfinden muss, um sich auf emotionaler Ebene gegenseitig seiner Hochwertigkeit zu versichern. Immer wieder ein bisschen kuscheln -und auch kontrollieren. Denn einer alleine könnte da doch auch schon mal in Zweifel kommen….oder eigene Wege gehen. Wer von Grund auf ehrlich ist und etwas Gutes im Schilde führt, braucht das alles nicht, denn er kann sich seiner Selbst sicher sein und muss sich vor nichts fürchten. Ein gutes Beispiel dafür ist für mich der junge Grundschullehrer aus Berlin, der ganz allein beim evangelischen Kirchentag in die verlogenen Schweigeminute hineingerufen hat. “Ich schweige nicht- dies ist eine Heuchelei…” usw.

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