Missing Link to John Shipton – Julian Assange’s Father

Der Fall Julian Assange und Wikileaks sind ein Justizskandal und ein Lehrstück. Dirk Pohlmann interviewt in dieser Folge von „The Missing Link“ Julian Assanges leiblichen Vater, John Shipton, der wie eine ältere Ausgabe seines Sohnes Julian wirkt. Er kämpft um das Leben und die Freiheit seines Sohnes, leise, kultiviert, unermüdlich. John Shipton war die Hauptperson einer Anhörung zur Pressefreiheit, die von der Linken am 28.11.2019 im Bundestag veranstaltet wurde. Dass keine andere Partei daran teilnahm, ist der Offenbarungseid einer deutschen Politik, die im Heimatland von Hans und Sophie Scholl ohne Rückgrat und Gewissen am reibungslosesten funktioniert. Cui bono?

Der Vernichtungswillen der westlichen Führungsmacht USA und ihrer willigen Vasallen Großbritannien, Schweden und Ecuador lässt nur Menschen aktiv werden, die es mit der Demokratie, der Meinungs- und Pressefreiheit, also der sogenannten „Freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ ernst meinen. Die meisten Abgeordneten des Bundestages gehören offenbar nicht dazu.

30 Jahre, nachdem sich der freie Westen beim Mauerfall als Sehnsuchtsort und Endstation der freiheitlichen Demokratie inszenierte, ist der Lack abgeblättert. Was sichtbar wird, hat erstaunliche Ähnlichkeit mit der UdSSR der Breschnew Zeit. Nur, dass die Dissidenten nicht mehr in die USA fliehen wie Alexander Solschenitsyn, oder Zuflucht in einer US Botschaft suchen wie Kardinal Mindszenty beim Aufstand in Ungarn 1956, sie fliehen jetzt nach Moskau wie Edward Snowden, um den Schergen und Kerkern eines erbarmungslosen Regimes zu entfliehen, das ihren Tod will. Genau das haben Hillary Clinton, Joe Biden, Newt Gingrich, Rush Limbaugh gefordert und sogar Journalistenkollegen wie Bill O´Reilly. Sie wollen dieses Ergebnis, egal ob mit oder ohne Schauprozess.

In der Anhörung im Deutschen Bundestag wurde klar, dass die Supermacht USA und ihr Vasall Großbritannien dem Gefangenen Julian Assange nach dem Leben trachtet, denn psychologische Folter hat tödliche körperliche Folgen, wie der UN Folter-Sonderberichterstatter Nils Melzer erläuterte.

English translation

The case of Julian Assange und Wikileaks is a historical drama, and a miscarriage of justice. In this issue of „Missing Link“ Dirk Pohlmann interviews Julian Assanges father John Shipton, who is an astonishingly similar, only older version of his son. He fights for life and liberty of his son, gentle, cultivated, restless. John Shipton was the main person of a hearing about the freedom of the press held by the Left party in the german parliament, the Bundestag on 28th of November 2019. No politicians from other parties represented in the parliament showed up, a valid confirmation german politicians function flawlessly without a spine and conscience, during and after the nazi reign. Cui bono?

The will to annihilate of the world hegemon under deconstruction USA and it´s willing executioners Great Britain, Sweden and Ecuador is only opposed by people who believe in democracy, freedom of speech and freedom of the press. Most german members of parliament obviously do not belong to this group.

30 years after the „Free Western World“ pretended to be the shining city on the hill and the place of longing for all freedom lovers and democrats the deception eroded and the ugly reality becomes visible. What is disclosed strongly resembles Breshnevs USSR.

Only nowadays the dissidents don´t flee to the USA, like the russian intellectual Alexander Solshenitsyn did, or seek refuge in an US embassy like cardinal Mindszenty during the uprising in Hungary 1956, now the dissidents flee to Moscow like Edward Snowden did, to escape the henchmen and dungeons of a mercyless regime trying to kill them, with or without kangaroo courts in Great Britain and the USA.

Which is what Hillary Clinton, Joe Biden, Newt Gingrich, Rush Limbaugh and many other politicians and even fellow journalists like Bill O´Reilly demanded. Death is the effect of psychological torture, as Nils Melzer, US special rapporteur on torture explained in the german parliament. Death is what the USA wants for it´s dissidents like Assange, Manning and Snowden.

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23 Kommentare zu: “Missing Link to John Shipton – Julian Assange’s Father

  1. KenFM hat lt. Youtube 290000 Abonnenten

    Free Julian Assange – Leserliste
    Ich bin dafür, dass wir hier alle etwas posten als Dank für Leute, die uns warnen. Das Imperium will ein Exempel statuieren. Die Briten sind nur Handlanger. Traurig, ein Riesenstaat, ein paar Tausend reiche und mächtige Menschen sind so klein, dass sie einen Einzelnen fertig machen müssen. Etwas anderes als "raffen" und Menschen, die etwas tun für die Gemeinschaft exikutieren, – mehr könnt Ihr nicht, so winzig ist Euer Selbstvertrauen. Das ist nämlich der wahre psychologische Hintergrund Eurer Gier nach Geld und Eurer Gier nach Macht. Ein ganz winziges Selbstvertrauen. In Wahrheit seid Ihr, die "Elite" ein Häuflein Elend, das eine tief sitzende Angst vorm physischen Tod (vorm Sterben hat) hat wie David Rockefeller, der lieber 7 Herzoperation durchmacht, als Gott zu vertrauen. Julian Assange ist ein einzelner Mensch mit viel Selbstvertrauen, der sein Leben dafür riskiert hat, dass Millionen Menschen die Wahrheit erfahren.
    Bitte schreibt für ihn hier! Eine lange lange Liste.

    • Wo sind jetzt all die Leute, die KenFM abonniert haben und für die Freilassung von Julian Assange sind?
      Sei nicht enttäuscht, Luise, aber genau das ist es.

    • Hier ist z.B. einer, Paula:
      Free Julian Assange!
      Oder soll es mehr Text sein? Wo doch so viele hier und anderswo bereits mit treffenden bis brillanten Worten schon alles gesagt haben, was es zu dieser herausragenden Persönlichkeit, seiner mutigen Aktion und seiner bewundernswert konsequenten Haltung zu sagen gibt. Man könnte das alles nur wiederholen. Und es gibt ja nicht nur KenFM, sondern auch andere alternative Medien und Bewegungen, z.B. change.org, wo man für Julian Assange sich an einer Unterschriftenaktion beteiligen und auch spenden kann.

      Und übrigens, "Gott zu vertrauen": Genau das fehlt mir viel zu oft. Aber nicht nur bei der "Elite" mit ihrem armseligen Menschenbild, sondern gerade auch bei ihren Gegnern und hier auf diesem Forum. Ich verstehe nicht, warum man sich selbst den Weg verbaut zu mehr Zuversicht und Selbstvertrauen, indem man sich ewig aufhält mit den seit Jahrhunderten und Jahrtausenden von Menschen (!) begangenen Untaten und Fehlern, z.B. in der Katholischen Kirche, und sich dann für so herrlich aufgeklärt hält, dass man meint, an gar nichts mehr glauben zu können und zu müssen. Wem nützt solcher Protest? Man schadet sich doch nur selbst. Weil man sich damit schwächt. Wenn man die Existenz jeder Macht jenseits der höchst begrenzten menschlichen Möglichkeiten leugnet, woraus will man da Kraft schöpfen, sich gegen Fehlverhalten anderer Menschen zu wehren? Wenn man außer den Naturgewalten nur dem Menschen Kraft zutraut, dann ist es nur logisch, dass man vor beidem Angst hat. Weil es nur logisch ist, dass man Angst hat vor einem Menschen, den man mit seinem Geld oder mit was auch immer für stärker hält als sich selbst. Weil man keine Phantasie entwickeln kann, was denn jenseits dieser schieren Geldanhäufung möglich ist. Man braucht sich nicht zu beklagen, dass man in diesem Geld- und Machtsystem lebt, wenn man auch sein eigenes Denken in den Kategorien dieses Geld- und Machtsystems gefangen hält.

      Dabei ist es doch so einfach: Es ist zunächst einmal völlig egal, wie man es nennt, ob Gott, höhere Mächte, Naturkräfte oder wie auch immer, ob man der Bibel folgt oder dem Talmud, dem Koran, Buddhas Lehren oder dem Glauben von Naturvölkern oder was auch immer. Warum ist es so schwer, einfach nur zu sehen, dass da etwas ist? Wir, die Natur, das Universum. Und dass das alles, eben weil es da ist, grundsätzlich etwas Gutes ist, dass es also irgendeinen Sinn haben muss. Denn sonst gäbe es das alles ja nicht. Dann ist es nur konsequent, dass man achtsam damit umgeht und das Gute und Sinnvolle bewahren will. Damit ergibt sich automatisch, nach welchen Regeln man sein Handeln am besten ausrichtet. Und damit gewinnt man eine Rechtfertigung für das eigene Tun, die man selbstbewusst den kranken Psychopathen entgegensetzen kann. Weil man sich im Einklang fühlt mit etwas Höherem, mit dem tieferen Sinn von alledem. Und wer will, kann das dann Gott nennen, und wer nicht will, kann es anders nennen, oder er/sie kann ihr/sein Handeln auch einfach nur an dieser Erkenntnis ausrichten (ohne selbstgerecht zu sein, denn dann verlöre man schon wieder den Blick auf das, worauf es ankommt). Wenn sich der Glaube auf die erbärmliche Angst beschränkt, dass man menschlicher Zerstörungswut hilflos ausgeliefert ist, ist man gelähmt vor Angst und starrt auf die "Reichen" und "Mächtigen" wie das Kaninchen auf die Schlange, unfähig, etwas zu tun. Wenn man sich hingegen nicht nur auf seine menschlichen Fähigkeiten beschränkt sieht, sondern sich öffnet für die Überzeugung, dass da noch etwas Höheres ist als die sehr begrenzten, unvollkommenen menschlichen Fähigkeiten mit ihren zahllosen Irrtümern und Irrwegen, dann öffnet man sich einer viel höheren Dimension, aus der mann Kraft schöpft, vor allem die Zuversicht, dass auch den "Reichen" und "Mächtigen" nicht alles gelingt. Weil eben auch sie nur über sehr begrenzte, unvollkommene menschliche Fähigkeiten verfügen und zahllosen Irrtümern und Irrwegen unterworfen sind. Ist denn das so schwer?

    • Zum Beispiel der Finanzcrash:
      Sehen wir einmal davon ab, dass unter denen, die ihn voraussagen und teilweise sogar sein nahes Eintreten zeitlich genau bestimmen, wohl etliche sein mögen, die damit offenbar vor allem Werbung für ihre Vorträge und Bücher machen wollen bzw. für die Kapitalanlagen, die sie gegen Provision vermitteln wollen (im erfreulichen Gegensatz dazu z. B. Ernst Wolff, der ja seriöser Weise einräumt, den Zeitpunkt eben nicht genau vorhersagen zu können). Vor allem aber sehe ich bisher niemanden, der uns sagt, was denn genau alles passiert, wenn es zu diesem Finanzcrash kommt. Stürzen dann alle Gebäude auf der Stelle in sich zusammen, nur weil die auf ihnen lastenden Hypotheken und Bankkredite nichts mehr wert sind? Gibt es dann Massenschlägereien um Nahrungsmittel, weil diese keiner mehr bezahlen kann, obwohl es ja auch dann noch weiterhin Obstgärten, Felder, Wälder, Weinberge gibt und Gemüseverkäufer, Bäcker, Metzger, Landwirte usw.? Begehen dann zig Millionen Menschen in Deutschland kollektiven Selbstmord? Oder löscht der finale Atomkrieg sowieso alles Leben aus? Gilt dann auf einmal nicht mehr der Satz "Not macht erfinderisch"? Wird es denn nicht auch dann, wie in allen früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden, Menschen geben, die sich in der Krise irgendwie zu helfen wissen und etwas Neues entstehen lassen? Warum arbeiten diejenigen, die den Finanzcrash kommen sehen, nicht endlich auch daran, über diesen Tag X hinauszusehen und entwickeln taugliche Konzepte für die Zeit danach? Wie z.B., Herr Ernst Wolff, sieht Ihr demokratisches Geldsystem denn aus? Müssen wir wirklich immer nur diese blödsinnige Angst haben, dass demnächst alles vorbei ist? Wollen wir denjenigen, denen wir die totale Vernichtung zutrauen, nicht wenigstens einen Selbsterhaltungstrieb zutrauen, der auch uns vor dem Schlimmsten bewahrt, sozusagen als "collateral advantage"?

  2. Free Julian Assange – Startnext

    Link: youtube.com/watch?v=FPZz46Sh2EY&feature=youtu.be
    —–

    The slow motion execution of Julian Assange

    Link: medium.com/@JohnWight1/the-slow-motion-execution-of-julian-assange-e19c62c8cd52

  3. Lieber Ken,
    kannst Du so süße, liebe alte Menschen wie den Vater von Julian Assange zukünftig selbst interviewen?
    Wenn Du kein Englisch kannst, was ich nicht glaube, dann nimm bitte einen Dolmetscher dazu.
    Die Leute schauen Dein KenFM, weil Du etwas daraus gemacht hast und weil sie Deine Art mögen.
    Manche Dinge sprichst Du aus. Andere nicht, da nimmst Du Dich zurück, obwohl man sieht, was Du denkst,
    – wie bei dem Spruch "Man kann sich nicht davor drücken." Man sieht das Du am liebsten "reinschlagen" würdest,
    aber nicht kannst oder willst. Genau wie man Putin im Gesicht die Sachen sieht, die er gerne sagen würde, aber nicht sagt.
    Ich bin aber kein Ken und Putinversteher! Wenn Willy Wimmer und Du miteinander sprechen, geht das ohne Luftholen, in einer Geschwindigkeit (wie auf der Buchmesse), dass man das Video nochmal ansehen muss. Aber lieber so, als Interviews ohne Dich. KenFM ist Ken Jebsen. Man muss aufpassen, wenn zu wenig Ken drin ist.😉

  4. Die puritanische Geschichte Amerikas basiert auf Verdrängung und Projektion. Wenn jemand die Frechheit besitzt, diese Abwehr zu konterkarieren, indem er die faktische Boshaftigkeit der selbsternannten GUTEN aufzeigt und der ganzen Welt ihre Monstrosität präsentiert, trifft diesen Agenten im Namen der Wahrheit als Nächsten das Schwert der Projektion. Damit ist nicht das Recht, aber die psychische Abwehr der mordenden Täter wieder hergestellt.

  5. Ja (38:00), deswegen sind Leute wie Julian Assange auch den Neoliberalen ein Dorn im Auge: Seit 40 Jahren wird es den Leuten mehr und mehr verunmöglicht, mit ihrem Leben selbst zurecht zu kommen. Stattdessen werden sie abhängig gemacht von staatlichen Zuwendungen (Hartz IV) und von Krediten, von denen sie immer mehr aufnehmen müssen.

    • Man kann das auch in der Nahrungsmittelindustrie beobachten: Und ich frage mich schon seit Längerem, ob es deswegen auch Kleinbauern immer mehr verunmöglicht wird, gut vom Verkauf ihrer Erträgnisse leben zu können, während man die gigantischen Großagrarier fördert. Soll kaum mehr jemand autark sein können – sollen alle – unwürdig – in Abhängigkeitsverhältnissen "gehalten" werden – wie unmündige Kinder? Ich beobachte auch diesen Trend, auf dem Land in Deutschland bei Neubauten zwar die Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäuser, ja sogar die Einfamilienhäuser größer – aber die Gärtlein darum herum immer kleiner und kleiner zu machen. Dann müssen auch Gutverdiener, von denen es immer weniger gibt, hohe Kredite aufnehmen und sich für die teuren Häuser lebenslang verschulden – haben aber kaum Fläche drum herum. Und dann gibt es da noch diesen unseligen Trend, diese Handtuch-Gärtlein mit Kies statt Erde zu bedecken. Gleichzeitig wundert man sich, dass dann die Insekten auch auf dem Dorf zurückgehen. Auch das Know-How des Hobby-Gärtnerns scheint immer mehr verloren zu gehen – ebenso das Know-How der Hühnerzucht – und außerdem sind die meisten der heutigen eierlegenden Hühner hochgezüchtete Hybriden, die man kaum mehr selbst weiterzüchten könnte. In der nächsten großen Krise werden die meistenMenschen nicht mehr fähig sein, sich selbst wenigstens Kartoffeln oder Rüben zu ziehen oder Hühner und Enten zu halten, im Gegensatz zu einem Teil unserer Großeltern nach dem Krieg, die sich dadurch wenigstens über Wasser halten konnten.

      Mir fällt auch ein, wie die CIA unter Dulles damals Arbenz in Guatemala gestürzt hatte, als dieser die Gebirgsäcker an einheimische Kleinbauern zur Selbstversorgung verteilen wollte. Stichwort: Dulles – und United Fruits, das heute Chiquita heißt… oder Herrhausen – wurde er ermordet, weil er arme Länder entschulden wollte? Sollen alle Länder, alle Menschen abhängig sein? Ist Putin auch deshalb den westlichen Eliten ein Dorn im Auge, weil er fördert, dass möglichst viele Russen Gärten zur Selbstversorgung haben?
      Ist es die Profitgier der Großkonzerne allein? Sollen alle Nahrungsmittel, ja sogar Wasser, künftig gewinnbringend für ganz wenige große Monopolisten produziert werden, die es dann überteuert an die "Sklaven," nämlich an uns weltweite Verbraucher, verkaufen können?
      Die Profitgier scheint vor keinem LEbensbereich halt zu machen.

      Freiheit für Assange bedeutet auch Freiheit für uns alle.

    • "Soll kaum mehr jemand autark sein können – sollen alle – unwürdig – in Abhängigkeitsverhältnissen "gehalten" werden – wie unmündige Kinder?"
      Genau das ist es. Diese Schlussfolgerung drängt sich einem auf, wenn man sich ansieht, welche Schwierigkeiten selbstständig tätigen Kleingewerbetreibenden in Deutschland gemacht werden, von den ohnehin bescheidenen Umsätzen sich und vielleicht auch sogar noch ihre Familie (welch eine Anmaßung!) ernähren zu können. Wie man ihnen eine Vielzahl bürokratischer Hürden und Hindernisse in den Weg stellt, insbesondere alle möglichen Steuern und Abgaben auferlegt, ihnen gesetzliche Verpflichtungen zumutet, deren Erfüllung ihnen ohne Inanspruchnahme der (oftmals ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigenden) Dienste von Steuerberatern und Anwälten und Rechtsanwälten kaum möglich ist, das alles kann nur eine Logik haben: Man will die Selbstständigen im Grunde gar nicht. Es ist ja auch viel bequemer und zur Füllung der unersättlichen Staatskassen schön berechenbar, wenn man Steuern und Abgaben gleich vom Lohn abziehen kann wie bei den unselbstständig Beschäftigten. Das ist auch für die Banken bei der Kreditvergabe "kalkulierbarer". Und bei alledem hält man sie so in Abhängigkeitsverhältnissen, mit denen sich schön widerstandslos regieren lässt. Also hat jeder was davon, der in unserem Staat wichtig ist – nur eben der unwichtige Bürger nicht.

    • Krasser Einstieg, Assange ist den Neoliberalen ein Dorn im Auge und deshalb macht man dann in Folge gleich Werbung für das neoliberale Selbst. Wer hätt's gedacht, jetzt darf der gefolterte Whistleblower noch für die Marktpropaganda herhalten:

      Im Neoliberalismus darfst du dein eigener Chef sein
      von Meagan Day

      Einer neuen Studie zufolge gibt es einen alarmierenden Anstieg einer neuen Form psychischer Belastung. Nennen wir sie „neoliberaler Perfektionismus“.

      Eine neue Studie von Thomas Curran und Andrew Hill, veröffentlicht in der Zeitschrift „Psychological Bulletin“, kommt zu dem Ergebnis, dass der Perfektionismus sich immer weiter ausbreitet. Die beiden britischen Psychologen stellen fest, dass „diese Generation junger Menschen wahrnimmt, dass andere mehr von ihnen verlangen, dass sie mehr von anderen verlangen, und dass sie mehr von sich selbst verlangen“.

      Bei der Identifizierung der Ursachen für dieses wachsende Streben nach Exzellenz nehmen Curran und Hill kein Blatt vor den Mund: Der Neoliberalismus ist treibende Kraft dieser Entwicklung. Die neoliberale Ideologie fördert Konkurrenzkampf, ist hinderlich für Kooperation, steht für Ehrgeiz und verknüpft Selbstwert mit beruflichen Erfolgen. Es überrascht nicht, dass in Gesellschaften mit diesen Wertvorstellungen die Menschen anderen gegenüber sehr bewertend und selber sehr ängstlich gegenüber Bewertung werden.
      (…)
      Meritokratische Werte

      Curran und Hall sehen die Gründe für diesen Wandel in der wachsenden Bedeutung des Neoliberalismus und seiner Verwandten der Meritokratie. Neoliberalismus setzt auf marktorientierte Methoden der Warenverwertung und nutzt alle Möglichkeiten der Kommodifizierung aus. Seit Mitte der 1970er Jahre haben neoliberale politökonomische Regime systematisch Dinge wie öffentliche Güter und Tarifverhandlungen durch Deregulierung und Privatisierung ersetzt. Im Vordergrund stand hierbei das Individuelle und nicht die Allgemeinheit. Zugleich überzeugen meritokratische Werte (die Vorstellung, dass gesellschaftlicher Status in direktem Zusammenhang mit individueller Intelligenz, Tugendhaftigkeit und harter Arbeit steht) isolierte Individuen davon, dass Misserfolg ein Zeichen eigener Wertlosigkeit ist.

      Den Autoren zufolge hat die neoliberale Meritokratie gnadenlose Bedingungen geschaffen, in denen jede Person ihre eigene Markenbotschafterin, alleinige Vertreterin ihres Produktes (sie selbst) und Maklerin ihrer eigenen Arbeitskraft in einem allumfassenden Wettbewerb ist. Curran und Hall beobachten, dass dieser Zustand eine „Notwendigkeit des Kämpfens, Performens und Verwirklichens ins Zentrum der modernen Lebensart stellt“, viel mehr als in vorherigen Generationen.
      (ada)

  6. Wer ein bisschen mehr Zeit übrig hat, dem sei die von der Linken organisierte Hörung zum Thema im Bundestag anempfohlen, wo außer Herrn Shipton z.B. noch der UN-Beobachter Niels Melzer oder Kristinn Hrafnsson von WL reden, mit eindrücklichen Botschaften von Edward Snowden oder Daniel Elsberg:
    https://www.youtube.com/watch?v=0EU8-VthvGg (Wo war eigentlich der deutsche Rundfunk?).

    P.S.: Wo kann man eigentlich mal erfahren, was mit Herrn Pohlmanns angekündigtem Buch passiert ist? (Der "Cliffhanger" wird ein bisschen lang… 😉 )

  7. Das wirklich Erschreckende daran ist, mit welcher Arroganz und Gleichgültigkeit unsere Regierung einfach weg schaut.
    Niemand dort setzt sich ein für Menschen, die unbequeme Wahrheiten zutage fördern. Vielleicht weil man ja selber mal "Opfer" einer solchen Enthüllung werden könnte und weil wir natürlich einer der treuesten Vasallen von "God´s own country" sind. Schämt euch alle! Freiheit für Julian!!!

    • Das Auswärtige Amt hat UN-Sonderberichterstatter Niels Melzer bei einem persönlichen Treffen zum Thema mitgeteilt, man habe seine Berichte zur Folter an Julian Assange 'nicht gelesen'.

      Wir sollten es in "Wahrheitsministerium" umbenennen:
      "Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Ignoranz ist Stärke."

  8. Such an exemplary case of abuse of power and corruption at various levels urgently needs even closer explication.
    All involved vicarious agents and hangman servants should be mentioned here by name, etc.
    That's screaming to heaven. NSDAP – USSR methods 3.0 in fact, just more perfidious.
    The revelation continues.
      Thank you Julian for showing the world what we are dealing with.

  9. Wir ALLE treten zu wenig für die WEGGESPERRTEN ein! Sei es sie heißen Assange oder Gustl Mollath oder Mustermann.
    Nichts passiert, keine Justizreform – wir interessieren uns mehr für das nächste iPhone oder Kinoprogramm!

    Es sei denn sie sind unsere Kinder oder Eltern oder nahe Verwandte oder Freunde – der Rest darf wie Assange vermodern!

    Link: wikipedia.org/wiki/Liste_von_Justizirrt%C3%BCmern_in_der_deutschen_Rechtsprechung

    Ja, Assange ist ein besonderer Fall, doch investigative Journalisten werden oft, wenn nicht wie in Mexiko oder Malta usw. gleich ermordet, weg-gesperrt.
    Da lassen alle Diktaturen (viele sind Deutschland Verbündete, manche in der Nato!) schön grüßen!
    Stellvertretend mal nur zwei Namen: Saudi Arabien und Ägypten.

    Geschichte schreiben die Sieger, auch im Falle Assange!

    Link: youtube.com/watch?v=Lk6JBSuY8ic&t=3260s

    • Guter Punkt mit dem „wir treten zu wenig für die Weggesperrten ein“. Ich meine die Justizreform wird nicht von oben her kommen und uns vermenschlichen, oder (?), denke ich. Vielleicht ist der Würdekompass (https://www.wuerdekompass.org) ja ein Anfang einer Bewegung von unten, dieses Thema in unsere Gesellschaft neu zu pflanzen und uns an der Menschenwürde auszurichten? Das heißt aber auch, dass man nur selber aktiv die Würde anderen geben kann und damit vorlebt, ich glaube nicht dass man sie „einfordern kann“ die Würde, sie ist nach meinem Dafürhalten eher etwas, was man nur geben kann. Leider ist die Würde kaum umgesetzt und „von oben“ leider auch nicht. Auf dieses Thema wurde ich aufmerksam vom YT-Kanal „Mini and me“:

      Gerald Hüther: Momente gelingender Beziehungen (eine neue Beziehungskultur für eine bessere Welt) https://www.youtube.com/watch?v=9lE3nxFQ6u8 (58min) – da geht Hüther auch darauf ein, dass das größte Problem die Struktur ist, die wir als Gesellschaft pflegen und hegen: Hierarchien. Doch ohne ein begreifendes Hineinverstehen in die Angelegenheit kommen wir da wohl nicht weiter zur Menschlichkeit und Würde untereinander.

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