Missing Link to Ulf Svensson

Die meisten KenFM Zuschauer haben es nie erlebt, die älteren haben es wohl bereits vergessen: Es gab wirklich einmal eine Zeit gab, in der linke Ideen die internationale politische Diskussion dominierten.

In den späten 60er Jahren erlebte die „freie westliche Welt“, wie sie sich selbst gern nannte und nennt, eine unbeabsichtigte, immer größer werdende Krise, hervorgerufen durch den Angriff der USA auf ein kleines Land in Indochina: Vietnam. Der Vietnamkrieg, von den USA nie offiziell erklärt, erzeugte eine Protestwelle in allen westlichen Demokratien.

Fast überall war es die Jugend, die gegen ihr jeweiliges Establishment protestierte, dass den Krieg angefangen hatte oder ihn unterstützte. In Deutschland wurde dieser Protest zum Namensgeber einer ganzen Generation, der 68er. Der Protest der 68er war mehr als Widerstand gegen eine ungerechtfertigte militärische Operation, er wurde zu einem kulturellem Bürgerkrieg, der auch in der politischen Sphäre stattfand, die damals von der mächtigsten, aber nicht einzigen Supermacht dominiert wurde, den USA. Ihr Gegner war die Sowjetunion, eine Supermacht, die von Betonköpfen angeführt wurde und keinesfalls als Vorbild taugte, auch wenn sie das den Rest der Welt glauben machen wollte.

Der Angriff der USA auf Vietnam, als schnelles Abenteuer geplant, verwandelte sich in einen endlosen Konflikt, der für die USA zunehmend ein Krieg gegen sich selbst wurde, der die Glaubwürdigkeit der westlichen Welt und der US dominierten NATO fundamental in Frage stellte. In den meisten Ländern demonstrierten die Studenten gegen ihre Regierungen. In Schweden führte der sozialdemokratische Ministerpräsident Olof Palme die Demonstrationen an, und neben ihm marschierte der nordvietnamesische Botschafter. Ein Bild, das sich vielen US Politikern einbrannte. Sie interpretierten das als Verrat. Richard Nixon bezeichnete Palme später immer wieder als „Dieses schwedische Arschloch“.

Schweden gehörte zur westlichen Welt, aber es war nicht Mitglied der NATO. Aber eine mächtige schwedische Elite war durch Geheimdiplomatie, wie wir heute wissen, seit den frühen 60er Jahren zum inoffiziellen NATO Mitglied geworden. Wäre es zu einem sowjetischen Angriff auf die europäischen NATO Staaten gekommen, hätte diese Elite versucht, Schweden in einen unsinkbaren Flugzeugträger der USA zu verwandeln. Auf der anderen Seite gab es aber auch Kräfte, die den USA den Zugang zu den schwedischen Flughäfen verweigert hätten, solange die Sowjets Schweden nicht direkt angegriffen hätten.

Niemand arbeitete so sehr wie Olof Palme dafür, Schweden wirklich zu einem blockfreien und neutralen Staat zu machen. In seiner Regierungszeit wurde „Schweden“ zu einem Begriff. Das Land stand für die Suche nach einem „Dritten Weg“ zwischen Kapitalismus und Kommunismus, für einen unabhängigen Sozialismus, der ideologisch weder zur NATO noch zum Warschauer Pakt gehörte.

Der Begriff „Sozialdemokratie“ hatte damals wegen Olof Palme eine ganz andere Bedeutung, die nicht vergleichbar ist mit der Worthülse, die sie heute ist. Die heutige Sozialdemokratie ist eine mitleiderregende Ruine, die auf den endgülitigen Abriss wartet.

Schweden hingegen war damals ein Vorbild von internationaler Bedeutung, es besaß Einfluss, man kann sogar sagen Macht. Die stammte nicht aus Gewehrläufen, sondern aus den verwirklichten Idealen eines unzweifelhaft friedlichen, zivilisierten Landes, in dem der Staat korruptionsfrei seine innenpolitischen Aufgaben in einem Ausmaß übererfüllte, der weltweit einzigartig war.

Schweden übernahm außerdem auch eine internationale Rolle, es war sozusagen der Anführer der Blockfreien, der sich die Abschaffung von NATO und Warschauer Pakt und eine weltweite nukleare Abrüstung zum Ziel gesetzt hatte.

Das sozialdemokratische Schweden war das Vorbild für Dubceks „Prager Frühling“ im kommunistischen Machtbereich, im Westen auch als „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ bezeichnet. Schweden unterstützte weltweit Befreiungsbewegungen, vor allem Nelson Mandelas ANC, damals von den USA als „kommunistische Terrororganisation“ bezeichnet, aber auch Rebellen in Angola und Mosambik, die Palästinenser und viele mehr. Schweden besaß selbst im Ostblock und seinen Alliierten hohes Ansehen, Palme wurde in Kuba mit allen Ehren empfangen, und als er Nicaragua nach der Machtergreifung der Sandinisten besuchte, war die gesamte nicaraguanische Regierung am Flughafen angetreten, um ihn zu ehren.

Palmes unabhängige Außenpolitik und sein hohes internationales Ansehen waren insbesondere konservativen US Regierungen, aber auch einer konservativen Elite in Schweden ein Dorn im Auge. Sein unabhängiges, blockfreies, sozialistisches Schweden wurde zum Ziel einer Operation der psychologischen Kriegführung, die letztlich 1986 im Mord an Olof Palme gipfelte.

Mit dem Tod Palmes war auch die Rolle Schwedens als moralischer Supermacht beendet.

In einer Reihe von Interviews mit schwedischen Intellektuellen wird Dirk Pohlmann in „KenFM International“ die verlorene Zukunftsperspektive Olof Palmes erkunden und den hinterhältigen „Regime Change“ Putsch gegen das von ihm dominierte Schweden zur Sprache bringen.

Der erste Interviewparter dieser Reihe ist Ulf Svensson, ein dezidiert linker Diplomat, der unter Palme (aber nicht nur unter ihm) Direktor des Ministerbüros für Sicherheitspolitk und Abrüstung war. Svensson verwirklichte Olof Palmes Vietnampolitik und war unter anderem 1983 für die Konferenz zur Gemeinsamen Sicherheitspolitik verantwortlich, die erstmals führende Politiker der USA, der Sowjetunion, der NATO und des Warschauer Paktes, aber auch blockfreier Staaten, sowie Friedensaktivisten und Friedensforscher zusammenbrachte. Die „Gemeinsame Sicherheitspolitik“, die im Auftrag von Olof Palme vor allem von Egon Bahr entwickelt wurde, und die von Michail Gorbatschow vehement unterstützt wurde, wurde durch das Eindringen angeblich sowjetischer U-Boote in schwedische Gewässer zu Fall gebracht. Heute wissen wir, dass es keine sowjetischen U-Boote waren, sondern amerikanische, britische und italienische Mini-U-Boote, die Teil der psychologischen Kriegführung von CIA Chef Bill Casey gegen die europäische Sozialdemokratie waren. Svensson war außerdem schwedischer Diplomat in Jugoslawien unter Marschall Tito, ein weiterer blockfreier, sozialistischer Staat, der sich im Fadenkreuz der USA befand.

Seine Erfahrungen aus der politischen Arbeit für Olof Palme an genau den Themen, mit denen Schweden den Zorn der USA auf sich zog, ist ein guter Anfang für die Erkundung einer verlorenen Welt linksintellektueller Meinungsführerschaft und der Methoden, mit denen das erreicht wurde.

Englische Übersetzung

Most of our viewers have either forgotten or never experienced a world, in which left-wing ideas influenced the international political discourse. But it once existed.

In the late 60s the unity of the western world, or the „free world“, as it liked to call itself, experienced the unintended and ever growing fallout from the attack of the USA on a small country in Indochina. The Vietnam War, although officially never declared, became the starting point of a tidal wave of protests in the western democratic countries.

It was mainly the young generation protesting against an establishment which had started or supported this war. In Germany a whole generation received its name from these events, as the protest of the „68er“ soon became much more than demonstrations against a military operation. It became a cultural civil war in the political sphere, dominated by the then most powerful, but not the only existing superpower, the USA, which had the Soviet Union as its adversary, a superpower led by concrete blockheads, which was not the alternative role model it pretended to be.

The US attack against Vietnam turned out be an attack on itself, a war against the credibility of the western world in US dominated NATO countries. In most nations the students demonstrated against their governments. In Sweden it was the Social Democratic Prime Minister Olof Palme, who led the demonstrations against the Vietnam war, marching with the ambassador of North Vietnam beside him. A picture US politicians would never forget. Richard Nixon used to call Palme „that Swedish asshole“.

Sweden belonged to the western world, but it was not an member of NATO. A powerful Swedish elite was, however, as we know now, by means of clandestine diplomacy „a secret member“ of NATO since early 60s. Had there been an attack of the USSR on Europe, this Swedish elite would have tried to make Sweden an unsinkable aircraft carrier for the USA although not yet attacked by the Soviets. On the other hand, parts of Sweden was seaking a true neutrality, which would deny the US access to Swedish air bases if not attacked by the Soviets.

But no one was stronger than Olof Palme in bringing the concept of true neutrality and non-alignment to life. Under his rule Sweden became a worldwide household name, the symbol for a „third road“ between capitalism and communism, an independent socialist policy between the ideologies of US led NATO and the USSR led Warsaw pact.

Social Democracy then was very different from the ruin it is today. Olof Palme´s Sweden had an unsurpassed international importance and influence, which even meant power to some degree. Sweden was a role model. It´s power came from the ideas and the social democratic reality of a truly peaceful country in which the state fulfilled it´s obligations in it´s domestic policy to a degree not known anywhere else.

But it also fulfilled an international role, as the world´s ideological leader of the non-aligned world, urging the abolishment of NATO and Warsaw Pact, and nuclear disarmament.

The social democratic Sweden became powerful as the role model for the „Prague spring“ uprisal of the then soviet ruled Czechoslovakia, helping independence movements worldwide, especially the ANC of Nelson Mandela in South Africa, but also the leftist rebels in Angola and Mosambique, the Palestinians and many more. Palme was hailed in Cuba, and when he visited Nicaragua after the Sandinistas took over, the whole government was lined up at the airport to greet him.

Palmes independent and successful policies made him the target of the USA. In the end, a US led psychological warfare operation of Ronald Reagan, aimed against the non-aligned, independent, socialist Sweden led to the murder of Olof Palme.

And with the death of Palme Sweden ceased to be the moral superpower of the world.

In a series of interviews with Swedish intellectuals „KenFM International“ host Dirk Pohlmann will explore this forgotten world and the US led heinous „regime change“ coup against Olof Palme´s Sweden.

The first interview is with Ulf Svensson, a left-leaning diplomat under Olof Palme and Director of the Foreign Ministry’s Office of Security Policy and Disarmament. Svensson implemented the Vietnam policy of Olof Palme and was responsible for the „Common Security“ conference in 1983, which brought together politicians from USA and USSR, from NATO, WP and non-aligned countries as well as security scholars and peace researchers. The „Common Security“ policy, developed mainly by Egon Bahr on request of Olof Palme and strongly favoured by Michail Gorbachev, was stalled by the submarine incursions into Swedish waters of allegedly soviet submarines, which recently turned out to be submarines under US and British commad. Svensson was also a Swedish diplomat in Yugoslavia, then under Marshal Tito another important non-aligned state in the crosshairs of the USA.

Svenssons experience from working at the core policies of Sweden under Olof Palme, which directed the ire of the USA at the Scandinavian country is a good starter for the exploration of a lost world of left-wing intellectual leadership.

51 Kommentare zu: “Missing Link to Ulf Svensson

  1. „Mit Reagans Machtantritt ändert sich die Strategie der USA im Kalten Krieg grund-
    legend: Angriff statt Verteidigung. Sein geheimes „Komitee für Täuschungs-
    operationen“, dessen Existenz in dieser Dokumentation zum ersten Mal von Zeit-
    zeugen bestätigt wird, plante brillante und perfide Geheimdienst-Operationen –
    gegen die Sowjets, aber auch gegen die Entspannungspolitik des schwedischen
    Ministerpräsidenten Olof Palme.
    Mit seinem Machtantritt im Jahre 1981 bestimmt Ronald Reagan die Strategie der
    USA im Kalten Krieg neu: Angriff statt Verteidigung. Sein „Komitee für Täuschungs-
    operationen“ ist neben der Aufrüstung eines der wichtigsten Instrumente im Kampf
    gegen die Sowjetunion. Gasleitungen werden mit eingeschleusten Computerchips
    und Trojanern sabotiert, Flug- und Seemanöver vor dem wichtigsten Stützpunkt
    der Sowjets in Murmansk durchgeführt. Das Ziel: Verunsicherung und Demütigung
    bei gleichzeitiger Demonstration von Stärke und technischer Überlegenheit.
    Diese Aktionen bringen die Welt an den Rand des Atomkrieges. Als in den 80er
    Jahren der schwedische sozialdemokratische Ministerpräsident Olof Palme mit
    Willy Brandt und Egon Bahr seine Strategie der gemeinsamen Sicherheit vor-
    schlägt und Schweden nicht mehr als „unsinkbaren Flugzeugträger“ der Nato zur
    Verfügung stellen will, macht er sich nicht nur die konservativen Machteliten im
    eigenen Land zum Feind. Sein Ansatz ist auch Reagan schon früh ein Dorn im Auge,
    denn ein Einlenken der Sowjetunion im Wettrüsten des Kalten Krieges wäre für
    seine Strategie kontraproduktiv. So werden die Annäherungsgespräche sabotiert
    und die Person Palme diskreditiert. Im Februar 1986 wird Palme von einem unbe-
    kannten Täter ermordet.
    Der Film zeigt die Bedeutung der geheimen Kriegsführung der USA im Kalten
    Krieg unter Bezugnahme auf hochkarätige Zeitzeugen und exklusives Filmmaterial.
    Einmal mehr wird deutlich, dass die USA zur Durchsetzung eigener Interessen
    auch vor der Souveränität demokratischer Staaten nicht Halt machte. Eine Thematik,
    die gerade in Anbetracht der aktuellen politischen Lage und der jüngsten Geheim-
    dienstskandale von beachtenswerter Aktualität ist.“
    https://www.youtube.com/watch?v=rc0jThe2F4Q

  2. Hat es einen früher einfach nur mit einer erklärungsarmen Trauer erfüllt, wenn wieder eine Seele der Freiheit mit unbeugsamen und korruptionsresistentem Willen von der Weltbühne verschwand, so ist es heute ob der Informationsmöglichkeiten unübersehbar, dass sich die Dinge global immer und immer wieder auf ähnliche Weise erledigen. Das es sich nicht um einen lokal verlorenen Kampf um Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit gehandelt hat, sondern um einen widerwärtigen, von außen geführten Dolchstoß, der eine begonnene Bewegung zum Erliegen gebracht hat. Das macht unglaublich wütend. Gleichzeitig geht eine unerträgliche Ohnmacht mit dieser Erkenntnis einher, da es nahezu unmöglich scheint eine geeinte Kraft gegen einen vermeidlichen Verursacher und damit Gegner zu richten.
    Doch ist es wirklich wichtig, welche Personen oder Organisationen hinter all dem stecken? Man verstrickt sich immer tiefer im Dschungel möglicher Vermutungen und Hypothesen über konkrete Gegner. Wir werden diese niemals definitiv bestimmen können.
    Ich denke, wie es hier in den Kommentaren auch bereits angedeutet wurde, müssen wir den Geist, NICK MOTT nennt es weiter unten die
    „potentiell angelegte Geisteskrankheit, die bei passenden Umständen, Gelegenheiten zum Ausbruch kommt“ erkennen und ausschalten. Das die Umstände dafür passend sind, dafür wird seit Jahrhunderten gesorgt.

    SCHWARZ IST WEISS sagt: „Im Kapitalismus wird alles zur Ware. Wohnraum, Wasser, Nahrung, Kultur, Bildung, Gesundheit, Arbeit usw.“
    Alles, was wir uns freiwillig gegenseitig geben, alles, was wir teilen oder schenken könnten, alles, was aus Liebe, Mitgefühl, Freude geschehen könnte, soll nur im Austausch von Geld und unter Konkurrenzbedingungen möglich sein. Wir folgen einem Geist, welcher uns vergiftet, der uns all das nimmt, was uns zur Quelle unserer Selbst und letztlich zu einem wahren Haus Gottes auf Erden führen könnte. So sehr sind wir dieser Geisteskrankheit verfallen, dass wir im gegenseitigen Einschlagen auf einander nicht gemerkt haben, wie eine kleine superreiche Minderheit mit unserer Mithilfe die ganze Welt im Zaum hält. Wir haben uns einreden lassen wir müssten um unserer Existenzberechtigung willen arbeiten, anschaffen für ein System, welches niemals den Menschen und seine Entwicklung im Sinn hatte. Wir sind so sehr von ihrer Droge Geld abhängig, dass wir keinen Weg sehen uns davon zu befreien. Und bald haben sie mit unserer Hilfe die Technik uns auszulöschen.
    Es ist genau jener Geist den Goethe in Faust sprechen ließ:

    „Ich bin der Geist, der stets verneint, und das mit Recht (mittlerweile mit §), denn alles was entsteht, ist wert das es zugrunde geht. Drum besser wär’s das nichts entstünde, so ist denn alles was ihr Wut, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element.“

    Links, Rechts, Mitte gibt es nur, weil diese vermeidlichen politischen Positionen dafür garantieren, dass wir uns weiter ausbeuten und in die Irre leiten lassen. Etwas anderes soll und darf nicht entstehen.

    Ein Konstruktivist hat mal gesagt: Das was gemacht ist, bestimmt das, was noch gemacht werden kann.“

    Wenn man überlegt, was wir unter uns für eine Geisteshaltung hervorgebracht haben und was diese an Veränderung zulässt, sehen wir wie wahr diese Aussage ist. Einen neuen Anfang zu machen ist genau deshalb so schwer. Es ist ein Kampf gegen alle, die noch erkrankt sind.
    Egal wie dieser Kampf geführt wird. Eines sollte man sich vor Augen halten: Jede Entwicklung braucht einen Kern. Dieser Kern ist im kleinsten Element der Einzelne, aber muss für eine Überlebenschance in der Regel ein Land sein mit dessen Hilfe man eine Gesellschaft auch ernähren kann. Die heutige Globalisierung ist deshalb für die Geisteskrankheit so wichtig, damit eben kein Kern der Gesundung mehr entstehen kann.
    Und damit sei allen, die so vernehmt gegen den Begriff National wettern, gesagt: Ohne einen Kern, nämlich einer Nation, die sich konträr entwickelt zur Geisteskrankheit, wird es keine Veränderung auf diese Welt geben. Ebenso, wie sich ein Konzept nicht ohne einen Gedanken, eine Frucht nicht ohne Saat entfaltet. Wir müssen aufhören uns dem heutigen Automatismus von Nation = Rassenwahn und Militarismus zu unterwerfen.
    Alles, was sich da derzeit auf dem politischen Parkett finden lässt, ist keine Lösung und schon gar nicht die AFD, weil sie der Geisteskrankheit kein Ende setzen werden.

    Schweden hätte damals ein wirklicher Anfang sein können für eine globale Entwicklung. Die Einheit, Gemeinschaft der Schweden ist ebenso wie die der Deutschen in Gefahr. Die Nation ist deshalb so wichtig, weil sie eine Gemeinschaft von Menschen darstellt, die an einem Ort, mit einer Sprache, einer Kultur zusammengewachsen ist, also Zugehörigkeit empfindet und aus dieser heraus etwas Neues entstehen lassen kann. Ob Deutschland, Schweden, England, Frankreich oder sonst eine Nation ist vollkommen gleich. Das Wahre und Gute wird sich am Ende von allein globalisieren und erst dann braucht es keine Nationalität mehr und wir können uns auf unsere gegenseitige Zugehörigkeit als Menschen verlassen. Vorher aber nicht!

    • Lieber Außerkontrolle,
      das haben Sie sehr schön geschrieben. Sie sprechen mir aus der Seele. Die wahren und notwendigen Veränderungen müssen von innen nach außen stattfinden. Beginnend in unserem Herzen und sich stetig nach außen fortsetzend. Zunächst müssen die kleinen Einheiten gesunden und aus diesen entwickeln sich dann auch größere gesunde Einheiten. Die heutige Globalisierung, die nur auf Missbrauch, Manipulation und Verirrung basiert, hat die Welt auf den Kopf gestellt und schwer krank gemacht. Die zunehmende Entfremdung und ein fehlendes Zugehörigkeitsgefühl sind wider der Natur und bilden das Einfallstor für die destruktiven Kräfte. Sie allerdings zu bekämpfen halte ich für wenig sinnvoll, weil das, was wir bekämpfen, binden wir in gewisser Weise an uns. Wir werden es dadurch nicht los. Es erscheint mir richtiger, dem System die Energie zu entziehen und die Aufmerksamkeit auf die positive, konstruktive Veränderung zu richten. Wenn wir bei uns selbst damit anfangen, kann sich die schöpferische Kraft zunächst bei uns selbst stärker entfalten und wenn immer mehr Menschen dies tun, dann führt es auch zu einer starken, positiven Bewegung im Außen. Und so wie Sie auch schreiben: das Wahre, das Gute wird sich am Ende von allein globalisieren.

      Am See

      Oft, während ich hier sitze, immer öfter wundert
      es mich, warum wir nicht aufbrechen –
      Wohin?
      Es genügte, wenn man den Mut hätte, jene Art
      von Hoffnung abzuwerfen, die nur Aufschub bedeutet,
      Ausrede gegenüber jeder Gegenwart,
      die verfängliche Hoffnung auf den Feierabend
      und das Wochenende, die lebenslängliche
      Hoffnung auf das nächste Mal, auf das Jenseits-
      es genügte, den Hunderttausend versklavter
      Seelen, die jetzt an ihren Pültchen hocken, diese
      Art von Hoffnung auszublasen: Groß wäre das
      Entsetzen, groß und wirklich die Verwandlung.

      Max Frisch

    • „Und damit sei allen, die so vernehmt gegen den Begriff National wettern, gesagt: Ohne einen Kern, nämlich einer Nation, die sich konträr entwickelt zur Geisteskrankheit, wird es keine Veränderung auf diese Welt geben.“

      Genau – die „Veränderung“ wird aber eine negative sein. Sie wird über alle Menschen und jede Vernunft hinwegziehen, wie sie das immer getan hat, gedeckelt durch die Nationalflagge, die sich bequem jedem Unrecht anpasst.
      Wer sich die Geschichte der Kulturschöpfung ansieht, wird bemerken, dass sie mit zunehmender „nationaler Stärke“ stagniert und heute ja gänzlich zum Erliegen gekommen ist.
      Das wusste schon Nietzsche. Und sieht man sich die frühen Germanen an, die nichts derartiges wie eine Nation kannten, dann waren sie schon mit ihrem „Thing-Haus“ demokratischer, als heutige Deutsche sind, die überhaupt keinen Anteil mehr, an der sie betreffenden Politik nehmen und auch nicht das Recht dazu haben. Wo ist da der Vorteil?

      Die „Nation“ ist nur ein abstrakter Begriff, der den Menschen eingegeben wurde, um sie von ihren Mitmenschen und ihren eigenen Bedürfnissen zu trennen, damit sie leichter beherrschbar sind. Weiter nichts.
      In ihren Grenzen wird alles menschliche einem ekelerregenden „Mittelmaß“ angepasst, man schimpft das dann „Allgemeinheit“. Jede Persönlichkeit wird innerhalb dieses Knastes plattgemacht.

      Die alberne nationale Einigkeit ist nur ein Dekret von Oben, aber nirgendwo kann man rationalen Geistes behauptet, eine Nation entspringe einer natürlichen Ursache oder der menschlichen Kultur.
      Wann bitte hat denn mal eine Kultur vor einer Grenze halt gemacht? Wenn man sich ein wenig auskennt, in Malerei, Architektur und selbst den Sprachen, dann bemerkt man eigentlich schnell, dass da keine nationalen Grenzen existieren… und wenn ja, dass dann die Kultur wegfällt.

      Nietzsche hatte ich schon erwähnt, jetzt kommt Schopenhauer:

      „Jede Nation spottet über die anderen, und alle haben Recht.“
      Weil nämlich nach Schopenhauer der „Individualcharakter“ das Wichtige ist, und der sogenannte „Nationalcharakter“ nur Ergebnis einer willkürlich Vermassung darstellt.

      Aber wer gerne dem geliebten Spengler in den „Untergang“ folgen will … bitte – man kann nicht behaupten die Geschichte hätte nie gewarnt.

    • Liebe Marikka,
      hatte eine längere Antwort an Sie gerichtet gerade abgeschickt und Sie taucht einfach nicht auf und ist auch nicht mehr zu bearbeiten.
      Da fehlt mir jetzt gerade die Muße das alles nochmals zu formulieren.

      Vielen Dank auf jeden Fall für ihre Worte und das wunderbare Gedicht!
      Wir liegen nicht so sehr weit auseinander.

    • Nuevo1
      Ich denke, Sie haben vollkommen missverstanden, was mir an Nationalität wichtig ist.
      Sie unterlegen meinem Text ein traditionelles, recht ausgelutschtes und immer wieder gleich verstandenes Konstrukt „Nation“, mit allem, was da so zu gehört.

      „Die alberne nationale Einigkeit ist nur ein Dekret von Oben, aber nirgendwo kann man rationalen Geistes behauptet, eine Nation entspringe einer natürlichen Ursache oder der menschlichen Kultur.“

      Habe ich das irgendwo gesagt?

      Entleeren Sie diesen Begriff von all seiner historisch – politischen Bedeutung und ersetzen Sie ihn durch Gemeinschaft (Nichts anderes waren auch die von Ihnen erwähnten Germanen) Diese soll nicht dazu dienen sich grundlegend gegenüber anderen Menschen abzugrenzen und eine Ideologie auf ewig dingfest machen. Wir brauchen einen Raum, um uns vor dem Einfluss derzeitiger Macht Strukturen zu schützen und um gleichzeitig in Ruhe etwas Neues entwickeln zu können. Wenn wir uns irgendwann darauf verlassen können, dass Menschen sich nicht mehr nur um ein bisschen Macht und Geld wegen gegenseitig den Schädel einschlagen wollen, dann braucht es keine Nation mehr.

    • Lieber Außerkontrolle,
      vielleicht erscheint die Nachricht noch. Wenn die Kommentare einen Link enthalten, werden sie manchmal etwas länger geprüft. Ich hatte es auch schon, dass der ganze Kommentar weg war und zwei Tage später doch noch erschien.

    • DEUSSEMPERMAJOR
      Wollen oder können Sie keine sinnvollen Fragen stellen? Ich vermute fast letzteres, da auf meinen Text hin nur schwerlich eine Verbindung zu den Nürnberger Prozessen zu ziehen ist. Wenn ich mir dazu anschaue auf welchem Niveau Sie mich hier mit „AußerkonTROLLe“ anschreiben, lässt mich das fast vermuten, dass Sie hier falsch sind. Eine solche Grundhaltung anderen Kommentatoren gegenüber ist auf dieser Seite schon deshalb nicht üblich und ziemlich unwürdig, weil sie genau der Art von Menschen entspricht, die nur an Spaltung, Verbreitung von Häme und Spott und eben nicht an echter Auseinandersetzung interessiert sind.
      Oder war das ein Versehen?

    • Außerkontrolle,
      „… Doch ist es wirklich wichtig, welche Personen oder Organisationen hinter all
      dem stecken? Man verstrickt sich immer tiefer im Dschungel möglicher Vermut-
      ungen und Hypothesen über konkrete Gegner. Wir werden diese niemals definitiv
      bestimmen können…“
      Doch das werden wir! Und warum? Dazu Ihr Text:
      „… was uns zur Quelle unserer Selbst und letztlich zu einem wahren Haus Gottes
      auf Erden führen könnte…“
      +
      „… da auf meinen Text hin nur schwerlich eine Verbindung zu den Nürnberger
      Prozessen zu ziehen ist…“
      Es geht um Schuld und dessen Aufarbeitung, dazu ist es wichtig “ welche Personen
      oder Organisationen hinter alldem stecken“ oder sehen Sie das nicht so?

    • DEUSSEMPERMAJOR
      Es wundert mich ja nun doch, dass Sie tatsächlich nochmals fragen und noch mehr, dass Sie glauben ein TROLL sei dazu in der Lage Ihnen eine adäquate Antwort zu geben. Sei es drum, hier die selbige.

      Sie verstehen nicht, warum es für mich nicht mehr so wichtig scheint …“ welche Personen oder Organisationen hinter all dem stecken?“
      Dazu folgendes: Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit den unterschiedlichsten Merkwürdigkeiten und „Schweinereien“ dieser Welt. Und natürlich habe ich mir oft die Frage gestellt wer hinter welchen Machenschaften steckt, wer oder was ein Interesse daran hat, dass sich auf dieser Welt nichts wirklich zum Guten wendet. Antworten habe ich, so wie andere auch, gefunden, aber ohne Aufklärungsinteresse entsprechender Behörden und Strukturen bleiben alle Antworten nur Vermutungen, wenn auch gut begründete.
      Natürlich wüsste ich auch jetzt gern noch eine Antwort darauf, wer z.B. den 11. September organisiert und durchgeführt hat. Ich fürchte allerdings ich werde kaum eine bekommen. Ob es um die wahren Hintergründe zum Mord an Kennedy, Olaf Palme geht, die tatsächlichen Ursachen der beiden Weltkriege, der Kriege in Jugoslawien, Irak, Syrien etc. etc., auf nichts haben wir eine wirkliche Antwort bekommen. Nicht, dass diese nicht existieren würden, nein, sie bleiben einfach geheime Verschlusssache. Ende und aus. Und so wird es weiter gehen, weil die Gesetze dazu gemacht sind solche Dinge unbeantwortet zu lassen. Und nebenbei, die Nürnberger Prozesse waren sicherlich auch kein Instrument der Wahrheitsfindung und der Verurteilung aller tatsächlich Schuldigen, dafür waren auch hier die Schuldverstrickungen im Zusammenhang beider Kriege viel zu groß und für die Öffentlichkeit nicht sichtbar.

      Was bedeutet das für uns, die dauerhaft im Dunkeln gelassenen?
      Es bedeutet m.E., dass die Diskrepanz, entstehend aus dem Erkennen der vermeidlichen Wahrheit und den real existierenden Verhältnissen, uns in Ohnmacht und auf Dauer in Krankheit versetzt. Daher erscheint es doch sinnvoller, effektiver und gesünder zu sein an einem Gegenentwurf der innerpersönlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse zu arbeiten anstatt nach Schuldigen zu suchen, die sich perfekt abgesichert haben und derer man nicht habhaft werden kann. Ich habe es schon häufiger hier formuliert:
      Neben der Notwendigkeit auf individueller Ebene auf eine neue Bewusstseinsstufe zu gelangen sollten wir den unentwirrbar scheinenden Macht Kartellen ihr Werkzeug, nämlich das Geld, entziehen. Die Fixierung darauf ist das Grundübel unserer kollektiven Geisteskrankheit. Damit haben wir, wie Jesus es vorausgesagt hat, aus dem Haus Gottes (welches aus meiner Sicht im Miteinander und Eins-sein durch die Kraft der Kooperation (Liebe) besteht) eine Räuberhöhle gemacht. Es ermöglicht einigen Wenigen Macht auf alle Menschen und auf allen Ebenen auszuüben.

      Gelingt uns das, dann fallen die gesuchten Schuldigen über kurz oder lang wie Fallobst aus den Bäumen bzw. aus den Verwaltungsstrukturen der Macht. Damit allein ist natürlich noch nicht alles erledigt, aber das ist m.E. Grundvoraussetzung dafür, dass es überhaupt richtig los gehen kann.
      Der Zusammenbruch des Geldsystems kommt so oder so. Nur müssen wir uns nicht wieder die falschen Gründe für dessen Zusammenbruch aufschwatzen lassen und anschließend die Zeche zahlen über Kriege und/oder Enteignung (dazu gibt es bei Kenfm ja viele Beiträge). Wenn es soweit ist sollten wir eine Alternative in den Händen halten und einfordern.
      Wir müssen also unsere ganze Kraft darauf richten in uns selbst eine Veränderung zu suchen und gleichzeitig POSITIVE Konzepte für eine andere Gesellschafts- und Wirtschaftsform.

      Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage bezüglich der Suche nach Schuldigen. Und ich möchte hinzufügen: Selbst wenn die Schuldigen dann (unter o.g. Neuentwurf einer Gesellschaf) sichtbar und greifbar wären, tendiere ich bei aller Wut eher dazu, diese eben zu „Geisteskranken“ und daher für schuldunfähig zu erklären. Ich halte es da mit dem Christus-Prinzip der Vergebung, obwohl und gerade weil ich für die Amtskirche nichts, aber auch gar nichts übrig habe. Ich weiß aber,dass dieser Mann, egal, wer er gewesen ist, recht hatte. Vergebung funktioniert, vor allem dann, wenn unsere Gemeinschaft nicht weiter auf Macht und ihrem Instrumentarium Geld aufgebaut ist.
      In diesem Sinne…

    • DEUSSEMPERMAJOR
      Vielen Dank für den Video-link. Kurzer, guter Beitrag, wobei mir die Einsichten zum Thema Selbst im Zusammenhang mit der Quantenphysik bereits seit längerer Zeit bekannt sind.

      Zu: „Vergebung macht erst dann Sinn, wenn die Taten von den Tätern anerkannt und
      somit aufgelöst werden können. Wenn es aber kein Interesse an der Wahr-
      heitsfindung mehr gibt, werden die Täter unverhohlen weitermachen.“

      Diejenigen, die bereits neue Wege entwickeln, diese gehen oder es zumindest versuchen, haben bereits lange nach Wahrheiten gesucht, sonst hätten sie sich nicht dazu entschieden etwas anders zu machen. Die Wahrheitsfindung muss dadurch nicht enden, es braucht nur eine neue Praxis oder zumindest eine Vorstellung davon.
      Wenn den Tätern ihr Machtmittel entzogen wird, können sie gar nicht weitermachen. Wer Macht ausüben will der braucht ausführende Organe, die aber ohne Bezahlung nicht gehorchen werden. Es braucht Sklaven, die nicht merken, dass sie eben solche sind, was wiederum auch nur mit dem Streben nach Geld funktioniert.
      Täter dingfest machen, sie bestrafen, ist eine Sache. Das diese eine Einsicht bezüglich ihres Unrechtverhaltens erlangen wird man über das Strafen wohl nicht erreichen. Sie können dieses Empfinden möglicherweise nur erreichen, wenn sie sich selbst in einer vollkommen neuen, besseren Welt erleben und spüren wie destruktiv ihr Handeln gewesen ist.

    • Außerkontrolle,
      „… Sie können dieses Empfinden möglicherweise nur erreichen, wenn sie sich
      selbst in einer vollkommen neuen, besseren Welt erleben und spüren wie de-
      struktiv ihr Handeln gewesen ist…“
      Glauben Sie an die Inkarnation?

  3. „linksintellektueller Meinungsführerschaft und der Methoden, mit denen das erreicht wurde.“

    Aus den Fehlern der 68′ müssen wir heute definitiv lernen!
    Wenn es den Menschen glücklich machen würde, wenn er vom „Linksintelletuellen“ am Gängelband gehalten würde, statt vom „Rechtsintellektuellen“, dann wäre das ja eine feine Sache. Aber mir ist egal, unter wem ich schuften muss, ohne am gesellschaftlichen Reichtum teil haben zu können – und ob das dann da oben „Intellektuelle“ sind, macht die Sache auch nicht besser.
    Die 68′ Bewegung und ihre nachfolgenden sozialen Bewegungen haben sich selbst zerlegt – sie wurden hier in Deutschland von einer Mehrheit zu einer Minderheit, weil sie sich durch die Ereignisse um die RAF usw. in sinnlose Gewaltdiskussionen spaltete, in sogenannte Pazifisten und die Befürworter des bewaffneten Kampfes.
    Auf der anderen Seite wurden die Arbeiter mit ihrer wirtschaftlichen Aktion auf dem Arbeitsplatz ignoriert. Man wollte den Arbeitern auf dem Arbeitsplatz „Bewusstsein“ beibringen! Die akademischen intellektuellen Schwafler und Aristokraten wollten den Arbeitern dahingehend „Bewusstsein“ beibringen für ihre bolschewistischen Zukunftspläne wählen zu gehen und der jeweiligen Partei zu gehorchen – die Eigeninitiative der Arbeiter wurde in der breiten Masse ignoriert, bzw. als „konterrevolutionär“ bezeichnet, weil sie an der heiligen Partei vorbeigehen könnte!
    Und heute – nach dem die ganzen großen, heiligen, unfehlbaren „Linksintellektuellen“ (ich kotz gleich bei dem Wort) erfolgreich in der Regierung des „Feindes“ aufgegangen sind, da wundern sich die Leute wie das passieren konnte?

    Nun, wer heute wieder der „Führerschaft“ der „Linksintellektuellen“ das Wort redet, der kapiert wohl nicht, dass selbst „Linksintellektuelle“ Menschen sind, Alle Menschen werden von politischer, wirtschaftlicher, wei auch immer gearteter Macht über andere zu einer neuen Klassen, die die anderen gängelt, ansonsten würde sie nichts darstellen – so die Abstiegsangst, die das Szenario inszeniert. Das Resultat: Machterhalt. Und dieser Machterhalt, auch wenn er sich „links“ nennt, ist immer diktatorisch – wird nach einer gewissen Halbwertzeit immer kommen und hat immer zur Folge, dass die Menschen unterdrückt werden.
    Und aus der Perspektive der einfachen Menschen ist es egal, wer dich unterdrückt – ob nun Linker oder Rechter… deshalb ist der Typus von Gesellschaftsorganisation falsch, der die Beherrschung des Menschen durch den Menschen überhaupt zulässt. Auch das wurde bei den 68′ nicht verstanden, obwohl eigentlich andere bereits das Paradebeispiel dazu geliefert hatten.
    Linke und Rechte, die um die Macht buhlen, auf den Schultern der Arbeiterklasse, sind keine Lösung!

    Der Mensch muss anfangen an sich selbst zu glauben und sich auch selbst um seine Gesellschaft zu kümmern. Der Machterhalt im „linken“ Staat ist keine Lösung, sondern nur die Verewigung dieser kapitalistischen Diktatur. Und das hat ja das Aufgehen der 68′ im Staat gezeigt.

    Im Falle Schwedens muss man auch wissen, dass es damals dort eine kraftvolle anarcho-syndikalistische Bewegung um die SAC gab. Diese Gewerkschaft peilte zunächst die Abschaffung des Staates an und zwar, weil der Staat immer wieder dem Unternehmer, niemals aber dem Arbeiter zur Hilfe eilt. Schwedens Machterhalt war also entweder konfrontativ oder deeskalieren möglich. Die Sozialdemokraten machten damals der SAC einen Sozialstaat vor, der ihre Mitglieder weichkochte, und ihnen durch Partizipation entgegenkam. Das Resultat war eine Verbürgerlichung der schwedischen Arbeiterbewegung und damit ihr Aufgehen im sogenannten „Sozialstaat“. Das schwächte das Vertrauen der Arbeiter in ihre eigene Organisation, deren bürokratische Führungsriege sie wieder einmal – entgegen der anarcho-syndikalistischen Prinzipien – verraten hatte. Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass die Eigenbeteiligung der Einzelnen am gewerkschaftlichen Kampf wahrhscheinlich nicht groß genug war – es gehören immer zwei Seiten zu so einem Konflikt, die beide höchstwahrscheinlich Schuld am Ausgang waren. Wie dem aber auch sei – dadurch, dass die Menschen sich auf den Machterhalt einigten, konnte der Staat und mit ihm der Kapitalismus in Schweden überleben. Nachdem dann die Feigenblätter weg waren, in Form von „Linken“, die den Menschen den Staat als sozial und fortschrittlich vorgaukelten, konnte man endlich auch in Schweden zur Tagesordnung übergehen.
    Die Situation dauert bis heute an und ist Teil unserer weltweiten Probleme, die durch die Herrschaft des einen über den anderen hervorgerufen werden, nicht dadurch, dass der angeblich „Falsche“ am Drücker sitzt.

    • Es gibt wohl heutzutage kaum ein bedeutsameres Thema als das, was mit Kants „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!,“ zu Tage gefördert wird.

      Immer noch der wesentlichste Teil der Gesellschaft genügt sich dabei zu tun, was ihm gesagt wird das er tun soll.

      Der positive Aspekt dabei ist, da das heutige Personal in verantwortlicher Position denkbar selbstsüchtig und ungeeignet ist, daß das mit einem gehörigen Widerwillen geschieht und auch gehörig unterlaufen wird.

      Die anderen lehnen das Konzept der Machtausübung über andere aus der Erkenntnis der Geschichte und des Gedankens zur Kooperation ab.

      Dann gibt es noch jene dazwischen.

      Neben der Beleuchtung um die Wirkweisen der Strukturen der Macht, heute wie damals, ist es meines Erachtens dringlich in Zukunft verstärkt positive Projekte zu fördern.

      Geburtswehen oder Agonie ist unsere Entscheidung.

    • Lieber „Geburtswehen“!
      Und wichtig finde ich nicht nur die Unterstützung von Projekten, sondern, dass man auch aktiv Anteil nimmt und auch eigene Projekte startet, die bewusst Kapitalisten und den Staat außen vor lassen und stattdessen die Zwischenmenschlichkeit in den Vordergrund stellen.

  4. Vielen Dank für diese Rückblende in die Zeit meiner frühen jugend, in der Schweden der Inbegriff für eine fortschrittliche Gesellschaft und Vorbild humanistisch eingestellter Menschen war. Links zu sein war damals tatsächlich ein Massenphänomen, wie man sich das heute überhaupt nicht mehr vorstellen kann. Ich war damals der illusionären Ansicht, daß die CDU aussterben würde, weil kein nachwachsender Mensch diese antidemokratische Partei mehr wählen würde.
    Mit Reagan, Thatcher und Kohl begann der Roll-back in den Neo-Konservatismus bis hin zum Neo-Liberalismus a la TTIP und Militarismus a la Ukraine und Syrien unserer heutigen betrüblichen Tage.

    Interessant auch, daß es 1981/82 eine False Flag Operation gab, die ein ganzes Land weg vom Weg des Friedens hin zum NATO-Kurs brachte. Das wußte ich noch nicht.

    Was sind das nur für Verbrecher, die die ganze Welt so drangsalieren? Wenn sich irgendwo eine Bewegung hin zum Besseren bildet, kommt irgendwann, wenn die Bewegung stark wird, die Sabotage, die das wieder kaputt macht.

    Und das Schlimmste ist, wir haben heute viel zu wenige Politiker in Europa an der Macht, die der Vision eines geeinten und friedlichen Kontinents folgen. Glücklicherweise ist Putin so ein vernünftiger Politiker, Wäre er so dummdreist wie die Kriegstreiber, wären wir alle längst zu Staub zerfallen.

    Den Schweden kann man nur wünschen, daß sie der NATO nicht beitreten. Deutschland sollte da auch so schnell wie möglich raus.

  5. Auch von mir ein dickes dickes Lob an Herrn Pohlmann für dieses Interview. Leider mit der Erkenntnis, dass weit und breit kein Politiker in Sicht ist, das Erbe von Palme und Bahr weiterzuführen.
    Ich verstehe nicht, warum ausgerechnet Schweden und Deutschland den Pfad der Entspannung verlassen haben. Obwohl die innersten Kreise wahrscheinlich wußten, dass die Uboote nicht russischer Herkunft gewesen sind.
    Warum ist Merkel und ihre Regierung so erpicht darauf, auf Konfrontationskurs mit Russland und dann vielleicht noch später mit China einzugehen ? Ist der Waffenhandel und die Energiepolitik das Wert ?
    Was hat die USA in der Hinterhand, soviel Druck auszuüben ?
    Wir wissen, dass Russland schwach ist. Warum muss Russland noch weiter bekämpft werden ?
    Die Angst vor dem Weltkommunismus kann es nicht sein, denn jeder halbswegs intelligente Mensch weiss, dass Zentralismus und Gleichmacherei zum Stillstand führt und letztendlich zum Untergang.
    Ist es die Angst der Eliten und Mächtigen, ihre Macht zu verlieren ?
    Das denke ich auch nicht, denn in Kooperation mit Russland und China ist doch der Gesamtweltmarkt viel größer und die Möglichkeiten für gute Geschäfte ebenso.
    Ist es die Angst vor der Überbevölkerung ?
    Ich denke nein, denn in wohlhabenden Gesellschaften sinkt die Geburtenrate in der Regel.
    Ist es die Angst davor, dass Menschen in Freiheit nicht mehr lenkbar sind ?
    Ich denke nein, denn der freie Mensch hegt eher den Wunsch in Hamonie zu leben statt seinem Nachbar auf den Deckel zu hauen.
    Ist es die Angst vor generellen Schlechtartigkeit des Menschen ?
    Ich denke nein, denn Neugeborene sind der beste Beweis dafür, dass in jedem Mensch Güte und der Wunsch nach Liebe steckt.
    Was soll also mit allem bezweckt werden ?
    Ich glaube mittlerweile, dass alles überhaupt keinen Zweck oder Sinn besitzt.
    Ich glaube, dass wir in dieser heutigen Situation deshalb so tief drin stecken, weil die Entwicklung des Menschen in den letzten paar Hundert Jahren so rasant von statten gegangen ist, dass wir die Kontrolle darüber verloren haben.
    Wir befinden uns in einem Chaos, der nur sehr schwer zu entknoten ist.
    Wo Menschen zu Macht und Reichtum gekommen sind, die gar nicht damit umgehen können und einfach überfordert sind.
    Wo Menschen sich zu Herrenmenschen entwickelt haben, weil deren Menschenbild noch nicht weit genug entwickelt war, dass Jeder das Recht auf ein menschenwürdiges und individuelles Leben hat ohne Angst haben zu müssen, auf Grund von Nachteilen versklavt und mißhandelt zu werden.
    Wo Menschen verlernt haben, selbst Verantwortung für ihre Existens zu übernehmen und eher darauf hoffen, von einem Gott oder einer allwissenden Elite geführt zu werden.
    Und genau diese Punkte sind genau die Weisheiten, die wahrscheinlich einen Olof Palme zu seiner Überzeugung geführt haben, seine Idee der blockfreien und unabhängigen Ländern zu fördern, damit wenigstens im kleinen Kreise der unterschiedlichen Völker sie die Chance bekommen hätten, komplikationsfreier und einflußärmer ihre eigene Entwicklung in ihrem eigenem Tempo fortzuführen, damit nicht so ein großes babylonisches Chaos epischen Ausmaßes entsteht.
    Nur leider konnte er seine Mission nicht selber weiterführen, aber seine Idee ist nicht gestorben.
    Es liegt an uns, diese Idee am Leben zu erhalten und und letztendlich auch zu verbreiten, damit wir eine Chance bekommen, das Tempo rauszunehmen und ein wenig zur Besinnung zu kommen.
    Dann haben wir auch eine Chance, diesen chaotischen Knoten zu entwirren.

    pooler1970

    • Es geht nicht nur um Waffenhandel und die Energiepolitik.
      Es geht immer um Profit. Egal womit. Alles wird zur Ware.
      Energie ist zwar wichtig, aber es geht um alles was verwertbar ist – bis zur hin zur Arbeitskraft.
      Im Kapitalismus wird alles zur Ware. Wohnraum, Wasser, Nahrung, Kultur, Bildung, Gesundheit, Arbeit usw.
      Macht und Reichtum ist der Zweck. Richtig unabhängige Länder gibt es nicht. Darf es nicht geben.
      Das käme einem Verzicht gleich.

    • Hallo schwarz ist weiß. Mit Energiepolitik und Waffenhandel impliziere ich natürlich, dass man damit natürlich auch Profit macht. So wie mit Wohnraum, Wasser, Nahrung, Kultur, Bildung, Gesundheit, Arbeit usw auch. Ich will hauptsächlich auf den Kontext der Verirrung unserer gesellschaftlichlichen Entwicklung aufmerksam machen und dass aus Gründen der Überforderung. Ich denke nicht, dass Mr. REAGAN ausschließlich an den Profit dachte, als er seine Agenda begann, sondern einfach durch durch die Situation und die Gelegenheit der Schwäche der UdSSR den finalen Schuss setzen zu wollen auf ein verfeindetes System. Auch ohne Hochrüstung wäre der Zerfall der UdSSR unausweichlich die Folge von Misswirtschaft durch Zentralismus und Gleichmacherei die Folge gewesen. Vielleicht etwas später aber unaufhaltsam. Ich behaupte als These, dass diese negative Entwicklung des gesamten Zusammenhangs nicht ein Gesamtmasterplan gewesen ist, sondern einfach den Folgen von Dummheit, Kurzsichtigkeit und Überforderung unserer menschlichen Entwicklung Rechnung trägt. Und diejenigen, die das erkannten und dem entgegenwirken wollten wurden eliminiert nicht aus Angst den Profit zu verlieren, denn auch ein Herr Palme war dem Profit nicht abgeneigt, sondern wegen Verlustes der Orientierungsfähigkeit der zivilisatorischen Entwicklung. Als Beleg für meine These will ich anführen, dass zum Beispiel das Star Wars Programm in den 80iger Jahren nicht auf Profit ausgelegt war, sondern rein ein Manöver der Einschüchterung gewesen ist, der trotz vieler Unmachbarkeitsstudien als Propagandamittel sehr viel Geld gekostet hatte und somit den Geist der Verirrung in sich trägt. Es sollte mit Star Wars die Unverletztbarkeit einer Nation simuliert werden, die aber nicht mal im Ansatz realistisch gewesen ist. Für alle, die es hier noch nicht kennen, mit Star Wars meine ich natürlich das SDI Programm zum Schutz der USA durch laserbemannte Satelliten, die anfliegende Nuklearsprengköpfe im Weltraum abfangen sollten und nicht den Film Star Wars.
      Pooler1970

    • Es braucht keinen ‚Masterplan‘ und auch keine seit Jahrtausenden aktive ‚Geheime Verschwörungsgemeinschaft‘ – es reicht schlicht das Mem ‚Macht‘ für alle defizitären Geister, die es seit Menschengedenken gibt und die die ersten sind, die sich auf vorhandene kompensatorische Machtmittel stürzen.
      Das Mem ‚Macht‘ ist wie ein Retrovirus eine potentiell angelegte Geisteskrankheit, die bei passenden Umständen, Gelegenheiten zum Ausbruch kommt.
      Und da es eine ununterbrochene Kette von Defizitären wie Gelegenheiten seit mindestens 5500 Jahren gibt, gibt es halt auch eine scheinbare ‚Tradition‘ von Machtmißbrauch, die sich in der Idee von Machteliten manifestiert, die ordensgleich seit Jahrtausenden ihren Unfug treiben.
      Die braucht man aber gar nicht.
      Und DAS ist das Problem: der Feind sitzt direkt inmitten unter uns.

    • Nick Mott: Sie beschreiben es, wie ich es auch sehe. Unsere Spezies ist wohl die erste und einzige, der es durch die die Möglichkeit der Entwicklung von „Kopfkino“ ermöglicht wurde, ihre Art Macht derart zu missbrauchen, dass sie nicht mehr das Mittel zum (guten) Zweck ist, sondern zum Zweck an sich geworden ist. Das ist das Einzige und Grundlegende, was uns von allen anderen Tieren unterscheidet: Die Möglichkeit, uns schuldig zu machen.
      Angenommen, die „One-World-Order“ würde tatsächlich im Sinne dieser heutigen durchgeknallten Geldelite zustande kommen: Wäre diese Elite dann glücklich und zufrieden? Mitnichten!

  6. Man höre, staune und lerne. Hier ist Zuhören Pflicht und Lohn zugleich. Eine voll angezeigte Initiative von Dirk Pohlmann genau zur rechten Zeit. Herzlich Dank auch an Ulf Svensson. Hervorragend!! Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Gespräche.

    • Stimmt, unknow74! Man schreibt auch:
      „Mit Reagans Machtantritt ändert sich die Strategie der USA im Kalten Krieg grund-
      legend: Angriff statt Verteidigung. Sein geheimes „Komitee für Täuschungs-
      operationen“, dessen Existenz in dieser Dokumentation zum ersten Mal von Zeit-
      zeugen bestätigt wird, plante brillante und perfide Geheimdienst-Operationen –
      gegen die Sowjets, aber auch gegen die Entspannungspolitik des schwedischen
      Ministerpräsidenten Olof Palme.
      Mit seinem Machtantritt im Jahre 1981 bestimmt Ronald Reagan die Strategie der
      USA im Kalten Krieg neu: Angriff statt Verteidigung. Sein „Komitee für Täuschungs-
      operationen“ ist neben der Aufrüstung eines der wichtigsten Instrumente im Kampf
      gegen die Sowjetunion. Gasleitungen werden mit eingeschleusten Computerchips
      und Trojanern sabotiert, Flug- und Seemanöver vor dem wichtigsten Stützpunkt
      der Sowjets in Murmansk durchgeführt. Das Ziel: Verunsicherung und Demütigung
      bei gleichzeitiger Demonstration von Stärke und technischer Überlegenheit.
      Diese Aktionen bringen die Welt an den Rand des Atomkrieges. Als in den 80er
      Jahren der schwedische sozialdemokratische Ministerpräsident Olof Palme mit
      Willy Brandt und Egon Bahr seine Strategie der gemeinsamen Sicherheit vor-
      schlägt und Schweden nicht mehr als „unsinkbaren Flugzeugträger“ der Nato zur
      Verfügung stellen will, macht er sich nicht nur die konservativen Machteliten im
      eigenen Land zum Feind. Sein Ansatz ist auch Reagan schon früh ein Dorn im Auge,
      denn ein Einlenken der Sowjetunion im Wettrüsten des Kalten Krieges wäre für
      seine Strategie kontraproduktiv. So werden die Annäherungsgespräche sabotiert
      und die Person Palme diskreditiert. Im Februar 1986 wird Palme von einem unbe-
      kannten Täter ermordet.
      Der Film zeigt die Bedeutung der geheimen Kriegsführung der USA im Kalten
      Krieg unter Bezugnahme auf hochkarätige Zeitzeugen und exklusives Filmmaterial.
      Einmal mehr wird deutlich, dass die USA zur Durchsetzung eigener Interessen
      auch vor der Souveränität demokratischer Staaten nicht Halt machte. Eine Thematik,
      die gerade in Anbetracht der aktuellen politischen Lage und der jüngsten Geheim-
      dienstskandale von beachtenswerter Aktualität ist.“
      https://www.youtube.com/watch?v=rc0jThe2F4Q

    • Wow! Genau das wollte ich auch schreiben! Obwohl ich im großen Ganzen diese Entwicklung schon im Kopf hatte, war dieses Interview noch einmal erschütternd, wissensvertiefend und denkanregend zugleich! Herzlichen Dank dafür! Ich sehe immer deutlicher, wie dringend notwendig eine breite Friedensbewegung wäre, ein Aufwachen in allen Schichten der Bevölkerung! Natürlich bräuchten wir auch einzelne Personen in der Politik vergleichbar mit Olof Palme, Egon Bahr etc. Aber ohne eine deutlich spürbare, sichtbar breite Unterstützung aus der Bevölkerung gefährden sich solche Individuen ja letztendlich dann immer nur selbst. Sie werden einfach beseitigt, wie es immer wieder zu beobachten ist!

    • @ DEUSSEMPERMAJOR – was mir auffällt im Video – danke für den Link übrigens – die Parallelen zum zukünftigen Präsidenten der USA. Am Anfang des Videos wird recht interessant die Rolle Reagens, dessen Bild in der Öffentlichkeit dargestellt, „der zweitklassige Schauspieler“. Gedenkminute, mal setzen lassen und dann Kameraschwenk auf Trump!

      Rein hypothetisch, was wäre wenn er von Anfang an Wunschkandidat war und im US-Wahlkampf von vornherein ein völlig abgekartetes Spiel auf einer derartigen Ebene stattgefunden hat? Offenen Konfrontationskurs hatten wir die letzten Jahre, angefangen mit Jugoslawien. Mittlerweile sind Russland und China zum einen, Bricks zum anderen, parallel, lokale Größen wie Türkei und Iran, aber auch Inien und Pakistan doch die realere Bedrohung?

      Im Grunde ist, oder war doch Clintons offensichtlicher Konfrontationskurs für keinen vernünftig denkenden Amerikaner wählbar. Die eMailaffäre, die eingestellten FBI-Ermittlungen, das interne Abservieren von Sanders als möglicherweise einzig gefährliche Alternative, dieses ganze Theater drumherum war doch mit etwas Abstand betrachtet, ziemlich dick aufgetragen. gerade im Hintergrund zum Interview ist doch eine offene Bedrohung nicht zielführend. Die eigentliche Bedrohung des Imperiums kommt doch von der „bipolaren Weltordnung“ und für genau diese Art von Bedrohung wäre doch ein Präsident im Schlage eines „zweitklassigen Schauspielers“, eines „eigentlich untragbaren Menschen Trump mit platten Sprüchen in alle Richtungen“, der politikunerfahrene, fianziell unabhängige Baulöwe, doch genau der richtige Mann?

      Wie veralbere ich am besten die eigene Wählerschaft um genau die Person ins Amt zu hiefen, die ich dort für die nächsten 4 – 8 Jahre brauche? Indem ich sie gegen Visionäre und Reformer im Schlage eines Sanders antreten lasse? Wohl kaum – das ist nicht glaubhaft zu gewinnen. Sanders muss ich anders loswerden, am besten in den eigenen Reihen.Ich kann ihn doch nur als Außenseiter gegen eine an sich unwählbare Person antreten lassen, die lange genug im Schaltkreis der Macht ihr Unwesen trieb um schon deshalb die unkontrollierbar große Zahl der Zweifler im eigenen Land DEN richtigen wählen zu lassen.

      Das ist möglicherweise etwas kompliziert gedacht, aber im Grunde vorstellbar. Man müßte sich mal ansehen, wie Reagen ins Amt gekommen ist? Ein zweites Mal wird der Trick auf dieser Ebene nicht funktionieren, aber Trumps Annährungsversprechen an Russland mit dem Verweis in China auf den Putz hauen zu wollen, paßt doch zu 100% in die aktuelle Doktrin der USA, sich im Pazifikraum wesentlich stärker zu angagieren. Was liegt da näher, als durch die vorhergehenden Administrationen in Europa und mittlerwen Osten alles erreichbare in Schutt und Asche zu legen, für Kriesen zu sorgen, die auch in den nächsten Jahrzehnten nicht gelöst werden können und befeuere diese geschaffenen Konflikte für die nächsten jahre einfach auf Sparflamme weiter, erzeuge damit die illusion einer Annährung und Zusammenarbeit und setze einen anderen Teil der Erde in Brand. Reine Spekulation, reine Vermutung meinerseits.

    • Hallo unknow74,
      „… was wäre wenn er von Anfang an Wunschkandidat war und im US-Wahlkampf
      von vornherein ein völlig abgekartetes Spiel auf einer derartigen Ebene stattge-
      funden hat?…“
      Im nachfolgenden Gespräch wird eine ähnliche Frage formuliert.

      https://www.youtube.com/watch?v=yqJOx4iskkQ
      Ab 27:27 „“… als hätte SIE der Blitz getroffen …““
      Bei 33:33 „“… Trump fast ein Glücksfall ist, wenn man nur die Replublikaner sieht …““

    • @ DEUSSEMPERMAJOR – danke. Ein recht konfuses Interview, auf Fragen wurde leider recht wenig geantwortet – Schade, ich habe mir mehr erhofft, bzw. mehr erwartet. Wobei ich das keineswegs den Interviewpartnern ankreiden will, es liegt denke ich vielmehr an fehlender Analyse der vorhandenen Puzzleteilchen um diese in den richtigen Zusammenhang zueinander zu setzen. Ich bin da wahrscheinlich durch die KenFM-Interviews verwöhnt 😉

      Und die wichtigste Frage wurde doch gar nicht gestellt, sondern beide folgten immer wieder der Inszenierung.

    • …der Inszenierung dieses Wahlkampfes (so man Trump als Wunschkandidaten zugrunde legen würde).

      Wir wissen ja alle nicht, was dort tatsächlich gelaufen ist. Presse durch „firmeninterne“ Berichterstattung zu manipulieren, sprich Unsummen für Wahlkampf auszugeben, die Inszenierung als Medienereignis als solche zu veranstalten, etc., ist ein Selbstläufer. Die (Mainstream-)Presse stürzte sich wie die Geier auf solch ein Ereignis, wie ja hinreichend zu beobachten war – d.h. die Presse hat dort erwartungsgemäß funktioniert. Der eigentliche Clou an der Sache ist doch, das Sanders nach seiner Ausbotung seine Anhänger „pro Clinton“ umstimmen wollte und die internen Proteste dagegen wurden ja nur am Rande medial begleitet. Sanders war abgeschossen, damit sprichwörtliche mediale Ruhe im Puff. Mich würde interessieren, wieviele Demokraten danach aus Wut und Frust pro Trump gestimmt haben, nur um die verhasste Clinton mit ihrer Foundation nicht an die Macht zu bringen?

      Kennt Ihr den Film „Lucky Number Slevin“, den darin als Ablenkungsmanöver bezeichneten „Kansas City Shuffle“? – Genau so kommt mir dieser Wahlkampf im Nachinein vor. Alle schauen in eine Richtung, während in der anderen Richtung der eigentliche Clou unbemerkt vonstatten geht – quasi das Spiel im Spiel.

      Es wurde doch alles daran gesetzt, um Clinton auf diese Position zu hiefen, wirklich alles. Selbst der amtierende Präsident hat sich verbal entgegen aller Gepflogenheiten in den laufenden Wahlkampf eingemischt. Der Fokus der öffentlichen Wahrnehmung lag zu 99,9% auf Clinton.

      Unter der Maßgabe, dass es keinen US-Präsidenten geben wird, der nicht u.a. vom militärisch-industriellen Komplex abgesegnet wurde, konnte doch der vermeintliche Aussenseiter Trump im Grund erzählen was er wollte. Es musste doch lediglich dafür Sorge getragen werden, dass Clinton unwählbar wurde. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen beider konnte ich nicht beobachten, eine direkte Konfrontation, Inhalte gegen Inhalte, Mensch gegen Mensch, da war doch nichts dergleichen wahrnehmbar!

      Selbst eine Wikileaks-Plattform läßt sich indirekt für solch ein Manöver mißbrauchen. Sie haben ja immer wieder beteuert, dass die DNC-Leaks keine Einmischung in den Wahlkampf darstellen. Der Leak selbst wurde aber zeitlich perfekt gesetzt, sodass Wikileaks auch nur funktioniert hat, wie es mit der Veröffentlichung und dem Schutz der Quelle zu erwarten war. Mit Sicherheit haben Leute hinter Wikileaks das nicht erkennen können und waren froh über diese Quelle. Natürlich war das auch Politik – Clinton war doch tatsächlich mit ihrer bisher bekannten Karriere im Grunde nicht wählbar.

      Ich brauche für solch eine Nummer eine handvoll Leute an den richtigen Schaltknoten der Macht, keinen riesengroß aufgebauschten Wahlkampfstab, keine Unsummen an Geld, keine unnötigen Wahlversprechen, nichts dergleichen! Ich empfehle sogar dem FBI-Chef beim wöchentlichen Golfspielen die Ermittlungen gg. Clinton zur Wahrung der Neutralität im Wahlkampf hin einzustellen, um nicht den Anschein zu erwecken, das FBI als Behörde mische sich als solche in den laufenden Wahlkampf ein. Der FBI-Chef wird dies sogar aus nachvollziehbaren Gründen freiwillig tun, um seine Behörde raus zu halten (so er nicht Mitwisser war).

      Das klingt nach Verschwörungstheorie – natürlich – im reinen Wortsinne und wir haben ALLE Beteiligten die zur Umsetzung einer solchen Theorie, eines solchen Planes nötig wären, tatsächlich vor Ort. Vor allem gibt es bei einem solchen Lowbudgetplan keine oder wenig im Nachgang nachvollziehbaren Geldströme aufzudecken, was natürlich ungemein von Vorteil ist mit dem Wissen, dass man derartiges heutzutage nicht mehr wirklich verschleiern kann. Selbst Trump vermute ich hinter solch einer Umsetzung nicht zwingend als Mitwisser. Er war willfähiger Kandidat und politisch derart unterbelichtet, dass ich ihm nicht zutraue, ein derartiges Spiel zu durchschauen. Allein seine Reaktion auf die tatsächlich gewonnene Wahl läßt diesen Schluss zu. abgesehen mal davon, brauchte niemand den Wahlkampf Trump finanziell zu unterstützen, weil er den ja offiziell selbst bezahlt hat. D.h. im Umkehrschluss brauchte sich niemand im Vorfeld die Blöße zu geben eine Kandidaten zu unterstützen, der von aller Welt als Aussenseiter und als defakto chancenlos wahrgenommen wurde.

      Alles nur Vermutungen, ich habe keinerlei Beweise – aber wenn es tatsächlich so oder so ähnlich war, ziehe ich meinen Hut vor einer solchen Leistung im Verstehen, wie derartige Spielchen funktionieren.

    • Was ist denn die Aufgabe von Geheimdiensten? Wir haben ja im verlinkten Film zu Olof Palme sehr eindrucksvoll gesehen, dass es einer kleinen Gruppe von Entscheidungsträgern unbehelligt möglich ist, über Jahre entgegen einem gewählten Parlament, entgegen den erklärten Interessen eines Staates, entgegen den erklärten Interessen der jeweiligen Regierung und natürlich der Bevölkerung mit ihren eh eingeschränkten Möglichkeiten, erfolgreich Politik zu machen. Wir erleben das täglich am eigenen Leib, sobald es in Richtung führender Landes- oder Bundespolitik geht ganz offizeill sogar. Wir erleben ganz offiziell sogar als Ursache des Ganzen, dass die Kontrollmechanismen der Demokratie nicht funktionieren, schon gar nicht, wenn es die 4. Säule der Demokratie – eine unabhängigen Presse – defakto nicht mehr gibt und alle anderen drei Säulen aufgrund der Einmischung über Politik, gleichbedeutend mit Macht und Einfluss gleichgeschaltet wurden. In einem solchen sich selbst korrumpierenden System halte ich es für absolut möglich, das eine derartige Nummer gelaufen ist und auch in Zukunft laufen kann.

      Man kann das ja sehr schön an jeder Firma beobachten, die ab einer gewissen Größe zum intern verwaltungstechnischen Supergau wird, sprich die linke Hand nicht mehr weiß, was die rechte eigentlich macht. Und genau dort wird angesetzt, im kleinen wie im großen! 😉

    • unknow74,
      „… wenn es tatsächlich so oder so ähnlich war, ziehe ich meinen Hut vor einer
      solchen Leistung im Verstehen, wie derartige Spielchen funktionieren…“
      Also verehrst DU die Lüge?

    • Nein!

      Anerkennung und Respekt einer Leistung haben etwas mit der Einschätzung des Gegenübers zu tun, nicht mit Verehrung seiner Taten oder seinen Zielen. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wahrheit oder Lüge – ich weiß nicht, wie sie hierbei auf Verrehrung kommen – je nach Standpunkt des Betrachters gibt es immer mehrere Wahrheiten, auch ist das Weglassen von Informationen keine Lüge. Das Geheimdienst- oder Verschwörungstheoriegeschäft in den seltesten Fällen ein Spiel mit offenen Karten und das offensichtliche i.d.R. nicht (Haupt-)Zielrichtung – je nachdem, wie intensiv man dieses Spiel betreibt.

      Wie oft in Ihrem Leben haben Sie bereits jemandem links auf die Schulter getippt, nur um ihn dann von rechts zu überraschen? <= DAS ist das Spiel, zwei Nummern größer!

    • unknow74,
      „… Anerkennung und Respekt einer Leistung haben etwas mit der Einschätzung
      des Gegenübers zu tun …“
      Vor einer Täuschung aus niederen Beweggründen?

  7. Besonders gut erklärt wird die jetzige Situation , ernüchternd sind die Medienlügen die Menschen Europas und Schweden zu bewegen dass das neutrale Land doch bald der Nato beitreten sollte ,um dann zusammen mit den schon existierenden Natostaaten endlich Krieg gegen das ach so böse und übermächtige Russland führen zu können ,diese perfide amerikanische Agressionspolitik,die in der EU angekommen ist finde ich zum kotzen….gerade JETZT als wieder tausende amerikanische Panzer von Bremerhafen aus an die ukrainische Grenze rollen
    https://deutsch.rt.com/inland/45044-us-aufmarsch-in-europa-panzer-bremerhaven/
    sollten wir endlich aufwachen , uns vehement für Frieden einsezten ,Militärkolonnen blockieren,solange es noch eine MÖGLICHKEIT GIBT ,DIESEN VON AMERIKA AUS GEPLANTEN KRIEG MIT RUSSLAND ZU STOPPEN !!!!! EUROPA WACH ENDLICH AUF !!!!!

    • mit „87 Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams“ gegen eine Atommacht?
      Selbst wenn man alle Panzer dazu zählt, die in schwedischen und norwegischen Bunkern rumlungern oder auf den aktuellen Basen in russischen Grenzländern (Polen, Baltikum….) dazu zählt – keine einzige Kette wird auf russischen Boden landen, weil vorher taktische Nuklearwaffen daraus einen geschmolzenen Schrotthaufen machen.
      Die Zeit der offensiven Panzerkriege gegen hochgerüstete Gegner wie Russland ist schon lange vorbei.
      Spätestens seitdem es Waffen wie HOT, Milan gab, wo eine Rakete mit 99,8% Wahrscheinlichkeit für 100.000€ einen Panzer für 40 Millionen aus dem Verkehr zieht, ist der für offene Feldschlachten obsolet geworden.
      Städtekampf – o.k., aber da muss er erst mal hinkommen.

      Die defensive Option sieht vor, dass quer über die Ostukraine ein atomarer Riegel gelegt wird, falls je Panzertruppen in kritischer Größenordnung sich Richtugn Russland in Marsch setzen sollten und nach Bedarf auch über die polnische Grenze, da sollte man sich keinen Illusionen hingeben – warum kleckern, wenn klotzen maximal effektiv ist.

      Das sollten eigentlich sogar die dilettantischen Amerikaner wissen.

    • Ich gebe mal zu bedenken, dass dieBedrohung durch die Kampfkraft einer solchen Brigade – egal wem die nun gehört – immer in mehrere Richtungen wirkt!

      Geplante Truppenverlegungen hin oder her – diese Brigade steht innerhalb von 8h auf dem Alex und dieses Jahr stehen auch hier Wahlen an.

      Das mal bitte im Hinterkopf behalten.

    • Ja, das ist die zusätzliche Option: Panzer können ihre Geschütztürme auch drehen und kehrt machen.
      Gegen die eigenen ‚Vasallen‘, sofern da was aus der Reihe tanzt oder eine Art Bürgerkrieg ausbräche, um Tumulte in Städten zu ‚befrieden‘ oder Regierungsviertel zu besetzen und den Allierten-Vorbehaltsrechten Geltung zu verleihen.
      An den Russlandkrieg glaube ich solange nicht, solange Putin immer noch nicht die Russische Zentralbank verstaatlicht hat und diese in/direkt durch die CoL kontrolliert wird.
      Wie schon Mayer Amschel Rothschild vor über 200 Jahren so treffend sagte:
      „Laß mich das Geld einer Nation drucken und kontrollieren, und ich mache mir nichts daraus, wer die Gesetze schreibt.“ – oder eben regiert…

    • Das Erschreckende ist, dass vermutlich nicht an einer einzigen Autobahnbrücke von Bremerhafen bis zur Lausitz auch nur ein einziges Plakat mit „Army go home!“ hängen wird. Wo ist eigentlich der Aufruf der LogführerGEWERKSCHAFT, diese Züge im Hafen stehen zu lassen?

    • Welch Idiotie beim Beitragsbild auf RT, die amerikanischen Panzer von Loks russischer Bauart quer durch Deutschland ziehen zu lassen?! Das wäre eine gute Gelegenheit beim Anfahren mal richtig Gas zu geben, um den Zughaken raus zu reißen.

    • Leider geht diese Diskussion genau so unter wie alle anderen. spätestens ab Seite 2 der „aktuell wichtigsten Beiträge“ kehrt hier (Friedhofs-)Ruhe ein!

      @ KenFM – da solltet Ihr dringend etwas tun, das Konzept irgendwie ändern – aktuell verläuft es sich einfach nur im Sande…

  8. GROSSARTIGES INTERVIEW mit einem grossartigem Menschen,der ehrlich und glasklar erklären kann,warum es zum Mord an Olof Palme,den ich damals schon sehr bewunderte ,kommen musste !
    amerikanische Politik, Vietnamkrieg ,Reagan,Gorbatschow alles auf wunderbare Weise erklärt,Vielen Dank lieber FANNNNTASTISCHER KEN JEBSEN für wieder mal einen wunderbaren Beitrag zur Wahrheitsfindung,alles Liebe,paul wallner

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