Mörder in Uniform? – Wie der Staat Polizisten deckt

Der Asylbewerber Oury Jalloh verbrannte 2005 in einer Dessauer Polizeizelle binnen 20 Minuten bis zur Unkenntlichkeit. Aufgeklärt wurde bis heute nichts. Stattdessen verschwanden wie am Fließband Beweismittel, offensichtlich manipulierte kamen hinzu. Trotzdem sind die Akten voll von Indizien, die auf Misshandlungen und einen anschließenden Verdeckungsmord hindeuten. Nun bestätigten auch acht Gutachter der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau: Der Gefesselte wurde getötet. Als Täter kommt eine Handvoll Polizisten in Betracht. Die Reaktion: Mit einem Trick lässt die Justiz in Sachsen-Anhalt das Verfahren einstellen – offenbar auf Anweisung von oben.

Die Autorin des nachfolgenden Textes, Susan Bonath, recherchiert seit 2011 im Fall Oury Jalloh. Sie verfolgte einen Gerichtsprozess, las Tausende Seiten Ermittlungsakten, traf sich mit Insidern und Hinweisgebern. 

Abgewiesen vom Generalbundesanwalt

Ein Jahr lang geheimgehaltene Versuchsergebnisse, der Abzug der Ermittlungen nach Halle, dann die plötzliche Einstellung des Verfahrens: Das jüngste Prozedere im Fall Oury Jalloh säte zurecht Zweifel. Letzte Woche im Rechtsausschuss des Magdeburger Landtages kam nun ein neuer Skandal an Licht. Befragt von den Parlamentariern, redeten sich Sachsen-Anhalts Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad und die Leitende Oberstaatsanwältin Heike Geyer aus Halle um Kopf und Kragen.

So räumte Konrad auf mehrfaches Nachhaken der Linke-Abgeordneten Henriette Quade ein: Selbst die Dessauer Staatsanwälte, die bis dahin zwölf Jahre lang ins Leere ermittelt hatten, kamen nicht mehr umhin, ihre Selbstmordhypothese ad acta zu legen. Gemeinsam mit acht Gutachtern schlossen sie aus, dass Jalloh das Feuer in der Kellerzelle selbst gelegt haben kann.

Bereits im April schalteten sie deshalb den Generalbundesanwalt in Karlsruhe ein. Es bestehe ein Anfangsverdacht wegen Mordes gegen bestimmte Polizeibeamte aus Dessau. Doch die Bundesanwaltschaft lehnte das Gesuch, die Ermittlungen zu übernehmen, ab. Im Mai schickte sie die Akten nach Sachsen-Anhalt zurück. Generalstaatsanwalt  Konrad zog das Verfahren umgehend aus Dessau ab, die Behörde in Halle übernahm es im Juni. Nur vier Monate später stellte diese die Ermittlungen ein. Ihre Begründung steht der aus Dessau komplett entgegen: Es gebe weiterhin keinen Anhalt für die Beteiligung Dritter, behauptete sie.

Tatverdächtige bleiben unbehelligt

Mehr noch: Die Staatsanwaltschaft benannte in ihrem Schreiben an den Generalbundesanwalt sogar mehrere tatverdächtige Polizisten ganz konkret. Auch das gab Konrad auf nachdrückliche Fragen zu. Allerdings redete er sich heraus: Die Beamten seien gar nicht wirklich tatverdächtig. »Es mussten aber zwei, drei Namen genannt werden, um überhaupt nach Karlsruhe zu kommen«, so Konrad. Ein Verfahren gegen Unbekannt ziehe der Generalbundesanwalt nämlich nicht an sich.

Die Rechtsanwältin des in Guinea lebenden Vaters des Opfers, Beate Böhler, hält diese Erklärung für »juristischen Unsinn«. »Wenn ein Staatsanwalt Personen als tatverdächtig angibt, die er gar nicht dafür hält, wäre das eine Falschbeschuldigung«, sagte sie der Autorin. In den Akten, die sie wenige Tage zuvor auf Antrag zur Einsicht erhalten habe, seien die Namen leider geschwärzt, erklärte sie. Sie werde verlangen, diese herauszugeben. »Nebenklageberechtigte haben das Recht, zu erfahren, wenn es Beschuldigte gibt und wer das ist«, so Böhler.

Aber, so beteuerte Oberstaatsanwältin Geyer aus Halle, ihre Behörde sei nun einmal zu einer anderen Einschätzung gekommen. In knapp drei Monaten – das begründete Einstellungsersuchen  landete schon am 30. August in den Akten – wollen zwei Kollegen sechs Umzugskartons voller Akten gesichtet haben. Alleine aufgrund es Umfangs scheint das unmöglich. Auf eine Anfrage der Autorin, ob sie in dieser kurzen Zeit wirklich alle Akten gelesen habe, antwortete Geyer: »Sie erwarten hoffentlich nicht ernsthaft, dass ich Ihnen auf eine derart unsachliche Anfrage Auskünfte erteile.«

Im Ausschuss betonten Geyer und Konrad erneut, dass alle Gutachter der Staatsanwaltschaft Halle »zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen« gekommen seien. Ihre Ergebnisse bewiesen weder eine Selbstanzündung noch einen Mord. Es gebe schlicht keine Möglichkeit, Täter zu ermitteln.

Acht Gutachter einig: Feuer von Polizisten gelegt

»Auch das ist Quatsch«, konstatierte Anwältin Böhler daraufhin. Ein Blick in die Akten offenbart: Eindeutig kamen die acht Experten – Toxikologen, Gerichtsmediziner und Brandsachverständige – zu dem Schluss: Oury Jalloh war vor Brandausbruch tot oder bewusstlos. Ansonsten hätte man bei ihm einen erhöhten Noradrenalinwert nachweisen müssen. Das Stresshormon bildet sich schon bei geringer Aufregung umgehend.

Fehlendes Kohlenmonoxid im Blut beweise zudem, dass Jalloh keinen Rauch eingeatmet haben kann. Außerdem, so die Experten, sei mindestens eine kleine Menge Brandbeschleuniger im Spiel gewesen. Einen solchen könne der Geschädigte nicht bei sich gehabt haben, heißt es. Und: Das angebliche Selbstmordfeuerzeug war wohl nie am Tatort.

Die Sache mit dem Feuerzeug ist ein Fall für sich: Nachweislich hatte es die Tatortgruppe des LKA Sachsen-Anhalt nicht vor Ort im Brandschutt gefunden. Laut Polizei entdeckten Ermittler das verschmorte Utensil drei Tage später in einer Brandschutttüte. Ordentlich dokumentiert wurde das aber nicht. Sieben Jahre später, 2012, fand die Gerichtsgutachterin Jana Schmechtig heraus: Es sind zwar allerlei Textilfasern darin eingeschmolzen. Nur stammen keine dieser Überreste vom Tatort, weder von der feuerfest umhüllten Matratze, noch von der Bekleidung des Toten. Erst dieser Umstand hatte die neuen Ermittlungen ausgelöst.

Erst misshandelt, dann verbrannt?

Die eindeutigen rechtsmedizinischen Befunde, wonach das Opfer vorher tot oder bewusstlos war, liegen schon seit Jahren vor. Bereits im Frühjahr 2005 hatte eine zweite Obduktion in Frankfurt am Main, finanziert durch Unterstützer der Angehörigen, offenbart, dass Oury Jalloh vor seinem Tod möglicherweise schwer misshandelt worden war.

So ergab die Röntgenuntersuchung der Leiche, welche die Staatsanwaltschaft zuvor verhindert hatte: Das Nasenbein und die Siebbeinplatte des Toten waren gebrochen, die Trommelfelle gerissen. Weil die Mediziner postmortale Verletzungen durch eventuellen unsachgemäßen Umgang mit der Leiche nicht 100prozentig ausschließen konnten, gingen die Ermittler dem nie nach.

Zum Beweis, dass Jalloh noch gelebt haben müsse beim Ausbruch des Brandes, führten die Staatsanwälte ihren eigenen Obduktionsbericht aus Halle an. Demnach habe man dort geringe Rußspuren im Magen und der Luftröhre gefunden. Das steht auf dem Papier, weiter geprüft wurde es nie. Ein angebliches Foto der Luftröhre des Opfers entlarvte der Sachverständige Iain Peck 2015 als Fake. Tatsächlich stelle dieses eine Speiseröhre dar, so Peck. Um herauszufinden, ob der Mann tatsächlich noch lebte, als das Feuer ausbrach, müsse man, so Anwältin Böhler, die Asservate neu checken.

Genau das wollen sie und ihre Kollegin Gabriele Heinecke in der Berliner Charité in Auftrag geben. Doch anderthalb Jahre lang habe die Justiz ihren Antrag darauf ignoriert. Später habe Oberstaatsanwältin Geyer aus Halle ihnen mitgeteilt, es gebe keine Asservate. Im Ausschuss behauptete sie hingegen, sie wisse gar nicht, wo diesse seien. Ihre Aufgabe sei es nicht gewesen, weiterführend zu ermitteln. Sie habe nur Akten prüfen müssen, so Geyer. Die Linke-Abgeordnete Quade will nun, ebenso wie die Anwältinnen, eine klare Antwort: Gibt es noch Asservate oder wurden diese vernichtet? Um ein Ja oder Nein zu bekommen, werde sie eine Anfrage stellen, so Quade.

Die Lüge der Polizistin Beate H.

Von Anfang an ließ die Polizei im Fall Jalloh zahlreiche Beweismittel verschwinden. Es fehlten Polizeijournale, Dienstpläne, Kaufbelege für Matratzen, ein Fahrtenbuch. Eine Handfessel entsorgte der Hausmeister »auf Anweisung von oben« im Müll. Das Tatortvideo bricht nach vier Minuten ab. Ein als Grund behaupteter Stromausfall entpuppte sich als Lüge. Auch vor Gericht logen Polizisten das Blaue vom Himmel herunter. Das konstatierte der Dessauer Richter Manfred Steinhoff 2008 in aller Öffentlichkeit.

Wurden diese Lügen je verfolgt?, wollte Quade in Magdeburg wissen. Konrad sprach von sieben Ermittlungsverfahren, die man darum eingeleitet habe. »Sie mussten aber eingestellt werden, weil wir nicht herausfinden konnten, wer die Wahrheit gesagt hat und wer nicht«, so der Generalstaatsanwalt.

Ganz bei der Wahrheit blieb er dabei nicht. In mindestens einem Fall ist klar, wer gelogen hat. So sagte die Beamtin Beate H. bereits am Tattag und Jahre später vor Gericht aus, Oury Jalloh habe noch um Hilfe gerufen, als ihr Vorgesetzter Andreas S. und ihr Kollege Gerhard M. auf dem Weg in die brennende Zelle gewesen waren. Das habe die damals stellvertretende Dienstgruppenleiterin H. über die Sprechanlage vernommen, die den Zellentrakt und ihren Dienstraum miteinander verband und die zu überwachen ihre Aufgabe gewesen war. Danach müsste Jalloh etwa sieben Minuten nach Anschlagen des Rauchmelders noch »Feuer, mach mich los« gerufen haben. Doch zu diesem Zeitpunkt, so sind sich alle Mediziner einig, war das Opfer längst tot. Verfolgt wurde diese Falschaussage nie. Dabei könnten die Beweggründe Aufschluss darüber geben, was H. tatsächlich von den tatsächlichen Vorgängen weiß.

Weitere ungeklärte Todesfälle im Dessauer Revier

Ebenso brisant ist, dass Oury Jalloh nicht der einzige Gefangene war, der im Dessauer Polizeigewahrsam auf ungeklärte Weise ums Leben kam. Nur gut zwei Jahre zuvor, am 30. Oktober 2002, wurde der damals ebenfalls 36jährige Mario Bichtemann in derselben Zelle wie Jalloh tot aufgefunden. Untersucht hatte ihn zuvor derselbe Arzt, Andreas B. Im Amt war auch derselbe Dienstgruppenleiter, Andreas S.

Auf dem Totenschein Bichtemanns, tags zuvor als »hilflose Person« eingesperrt, konstatiert der Arzt einen Schädelbasisbruch als Ursache. Der und zahlreiche Hämatome entstanden demnach durch stumpfe Gewalteinwirkung. Als Beamte den Toten in der Zelle Nummer fünf im Keller des Reviers entdeckten, war die Leichenstarre bereits voll ausgeprägt. Gewöhnlich ist diese frühestens nach drei, vier Stunden der Fall. Doch  ein Verfahren zum Fall Bichtemann stellte die Staatsanwaltschaft alsbald ein. Interne Ermittlungen beendete die Polizei nach dem Feuertod von Jalloh. Sie habe den Dienstgruppenleiter nicht zu sehr belasten wollen.

Hans-Jürgen Rose hatte im Dezember 1997 zwar noch lebend das Dessauer Polizeirevier verlassen. Doch wenige Meter später brach der Mann zusammen. Laut Medizinern verstarb Rose an schweren inneren Verletzungen. Es gab Gerüchte, dass Polizeibeamte den Mann an eine Säule gefesselt und schwer verprügelt hätten. Tatsächlich fanden Kriminalisten an einer solchen allerlei Spuren des Opfers. Just die Ermittlungen führten ins Leere. Der oder die Täter wurden nie gefasst.

Justiz baut auf öffentliches Desinteresse

Offensichtlich bauen die Behörden in Sachsen-Anhalt, einschließlich der Ministerien für Justiz und Inneres, auf öffentliches Desinteresse. Es geht wohl vor allem darum, Schaden vom Ansehen des Landes Sachsen-Anhalt abzuwenden, und natürlich auch jede Mengen Konsequenzen.

So werfen etwa Kommentatoren unter Artikeln, die freilich die brisanten Akten nicht kennen, mit dem Schlagwort »Verschwörungstheorie« um sich. Die Polizei zünde auf keinen Fall einfach Menschen an, so ihr Weltbild. Viele, zuletzt auch die AfD im Magdeburger Landtag, rechtfertigen die Vorgänge damit, dass es sich schließlich um einen vorbestraften Afrikaner handele.

Tatsächlich wurde Oury Jalloh zuvor mehrfach mit Drogen erwischt. Es lief ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen ihn. Am Morgen der Festnahme war er betrunken aus einer Diskothek gekommen. Weil er sich nicht in der Lage fühlte, alleine zu seiner Unterkunft zu gelangen, wollte er Hilfe holen.

So sprach Jalloh Ein-Euro-Jobberinnen an, die für die Stadt Dessau Grünanlagen pflegten. Er fragte sie, ob er mit ihrem Handy telefonieren dürfe. Die Frauen fühlten sich bedrängt, riefen die Polizei. Als die Beamten Hans-Ulrich M. und Udo S. eintrafen, habe Jalloh weit abseits gestanden, sich aber dagegen gewehrt, seine Papiere zu zeigen. M. und S. nahmen ihn mit, sperrten ihn in die 2,35 mal 4,5 Meter kleine, bis zur Decke geflieste Zelle und ketteten ihn an Händen und Füßen auf einer feuerfest umhüllten Matratze an.

Es waren übrigens diese beiden Streifenpolizisten, die der Zeuge Torsten B. etwa 20 Minuten vor dem Anschlagen des Alarms bei einer undokumentierten Zellenkontrolle gesehen hatte. Jalloh habe dabei still und bewegungslos mit herausgestülpten Hosentaschen dagelegen. Hans-Ulrich M. und Udo S. hätten erklärt, den Gefangenen noch einmal zu durchsuchen.

Dass strafbares oder ordnungswidriges Verhalten kein Grund für Polizeibeamte sein darf, einen Menschen zu misshandeln und anzuzünden, sollte indes selbstverständlich sein. Ebenso haben, zumindest nach dem Gesetz, Angehörige das Recht auf umfassende Aufklärung. Das ist definitiv weder im Fall Jalloh, noch in den Fällen Rose und Bichtemann geschehen. Am Ende bleiben mutmaßliche Mörder in Uniform frei. Sie dürfen weiterhin ungestört »Freund und Helfer« spielen – geschützt von ganz oben.

+++

Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Alle Beiträge von KenFM sind ab sofort auch auf der KenFM App verfügbar: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

29 Kommentare zu: “Mörder in Uniform? – Wie der Staat Polizisten deckt

  1. Gleiches Thema, anderes Land, außer daß man eventuell noch nicht gemordet hat, aber gerne würde:

    Spanische Polizisten: „Hitler war ein guter Mann“
    22. November 2017 Ralf Streck

    Madrider Polizisten wünschen ihrer Bürgermeisterin den langsamen Tod und meinen, die „Schornsteine“ sollten wieder rauchen

    Was so zum Teil in spanischen Polizeikreisen gedacht wird, hat die Zeitung eldiario.es nun der breiten Öffentlichkeit unter die Nase gerieben. Sie hat Nachrichten veröffentlicht, die sich Polizisten in Madrid per WhatsApp zugeschickt haben.
    (…)
    „Töten ist unser Motto“

    Dass man eine rechtsradikale, neofaschistische und nazistische Gesinnung hat, daraus machen die Schreiber keinerlei Hehl. „Faschismus sei Freude“, schreibt einer. Und tatsächlich ist es auch keine kleine Gruppe. Derzeit umfasst sie einen Kreis von 115 Beamten. Und da kann man dann auch lesen, dass „Hitler ein guter Mann“ gewesen sei, mit dem „die Schornsteine wieder rauchen würden“, heißt es in einer der widerlichen Nachrichten. „Dieser Mann wusste, wie man es machen muss.“ Ein anderer Beamter stimmt zu und meint, man sollte „alle islamischen Länder auslöschen“.

    Einwanderer werden als „dreckige Neger und Hurensöhne“ bezeichnet. „Mit Franco gäbe es das nicht“, wird angefügt. Und als ein Teilnehmer Einwände erhebt, wird auch er bedroht. Während das „eine, große und freie Spanien“ beschworen wird, wird geantwortet: „Die Gefahr seid ihr Roten und deshalb muss aufgeräumt werden.“ Als der eine Beamte sich weiter beschwert, wird erklärt. „Wir sind Richter, wir üben das Recht aus.“Was damit gemeint ist, daran wird ebenfalls kein Zweifel gelassen. „Wir sind auf der Straße, wo wir sein müssen: Töten ist unser Motto.“

    Und wie das ablaufen soll, da haben die, die ja das Gesetz schützen sollen, viel Phantasie. Man könne Leuten leere Patronenhülsen ins Genick schlagen oder sie mit Genickschlägen umbringen. „Abwerfen ins Meer, als Fischfutter“, wird unter anderem auch vorgeschlagen. Es entsteht auch eine Debatte, ob man die Gegner steinigen sollte, doch ein anderer Polizist möchte lieber auf die alte Methode zurückgreifen, die schon zur Vernichtung von Juden eingesetzt wurde. „Ich würde den Gashahn öffnen, um sie zu entlausen“, schreibt er.
    (…)
    Polizeigewerkschaften kritisieren den Polizisten, der die Chats öffentlich gemacht und Anzeige erstattet hat

    Keiner der Schreiber wollte gegenüber eldiario.es Rede und Antwort stehen. Die Zeitung kennt ja die Telefonnummern. Angesprochen auf ihre Kommentare wurde aber von einem „witzigen Chat“ gesprochen. Der Teilnehmer der Gruppe, der die Vorgänge auch polizeiintern angezeigt hatte, ohne dass das zu Ermittlungen geführt hätte, hat zwischenzeitlich auch eine 50-seitige Anzeige erstattet und dort zahllose Hass-Beiträge dokumentiert. Er erhält längst Todesdrohungen, weil er Mitglied der Arbeiterkommissionen (CCOO) ist. „Achtung, mit mir wirst du nicht in die Frührente kommen, denn ich kenne schlechte Leute, sehr schlechte“, die für wenig Geld alles regeln. „Wird wie ein Unfall“ aussehen, wird gedroht.
    https://www.heise.de/tp/news/Spanische-Polizisten-Hitler-war-ein-guter-Mann-3897050.html

  2. Die Staatsanwaltschaft in Dessau stellt gerne mal Verfahren ein mit der Begründung kein öffentliches Interesse sei vorhanden.

    Mir persönlich sind 4 Fälle aus meinem Umfeld bekannt. Ich würde ja gerne mal einen Aufruf starten und schauen in wie vielen Fällen die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau die Bürger noch im Stich gelassen hat.

    Ich würde bei den 4 Beispielen, die ich persönlich Kenne auch gerne mal die sachbearbeitende Staatsanwältin vor mir haben und fragen, wie sie handeln würde, wenn sie oder ihr Kind betroffen wäre. Schreibt sie dann auch den Vordruck für ,,Verfahren wird eingestellt,,?

    Bei wem kann man das Handeln der StA überprüfen lassen?

    • Es kann Beschwerde eingelegt werden. Diese wird auch Vorschaltbeschwerde genannt, weil sie Voraussetzung für das Klageerzwingungsverfahren ist für welches dann Anwaltszwang besteht.
      Erfolgsaussichten bei beiden Rechtsmitteln: sehr gering.
      Andere Frage: Als Juristin frage ich mich immer wieder, warum Leute daran glauben, vermittels Rechtsstaatlichkeit zu „ihrem Recht“ zu kommen. Dafür ist der Rechtsstaat nicht da. Auf der strafrechtlichen Ebene geht es ausschließlich darum, der allgemeinen Öffentlichkeit zu zeigen, dass ein Verstoß gegen die abstrakte Norm geahndet wird – der Staat also die normative Kraft per Rechtsprechung, unmittelbarem Zwang und besonderem Gewaltverhältnis aufrecht zu erhalten in der Lage ist. Damit soll allen Staatsbürgern deutlich gemacht werden, dass delinquentes Verhalten – und sei dies auch in Anbetracht der Situation – noch so berechtigt, mit überaus hässlichen Folgen behaftet ist, die durch den Staat zur Erhaltung seiner selbst rücksichtslos durchgesetzt werden. So sind dann die Deserteure des 2. Weltkrieges bis heute nicht rehabilitiert. Gesetze gehören in die Sphäre der bürgerlichen Öffentlichkeit, wo das Allgemeine, also das, was alle angeht, immer nur abstrakt vermittels Interessen geregelt wird mit der Folge, dass die individuelle Person und ihr tatsächliches Er-Leben unter die Norm subsumiert, dieser also untergeordnet wird. Zu beachten ist aber, dass die Anwendung des Rechts in der Abspaltung geschieht. Im Sitzungs“geheimnis“, so der entsprechende Terminus, werden Individuen und tatsächlich Geschehenes in „Tatbestand“ und „Gründe“ verwandelt, die dann bloß noch öffentlich verkündet werden. Ein Schelm, der böses dabei denkt.
      Vor Gericht bekommt man kein „Recht“, sondern ein Urteil.

    • „Als Juristin frage ich mich immer wieder, warum Leute daran glauben, vermittels Rechtsstaatlichkeit zu „ihrem Recht“ zu kommen. Dafür ist der Rechtsstaat nicht da.“

      Es geht nicht darum zu „meinem Recht“ zu kommen. Es geht darum das Gerichte sich völlig ungeniiert und 100% nachvollziehbar und offensichtlich nicht an Recht und Gesetz gebunden fühlen. Da RichterInnen sakrosankt sind, werden die Verbrechen die sie Kraft ihres Amtes begehen, zu 100% nicht geahndet.

      Und genau diese Unmöglichkeit jeglicher Haftung – beliebig handeln ohne jemals eine Konsequenz fürchten zu müssen – führt zu diesem mittlerweile offen kommunuzierten Unrecht“urteilen“.

      Gaben sich früher Richter noch Mühe ihre ihnen selbst bewussten gestzlosen „Urteile“ juristisch langwierig und verquast zu verschleiern, verzichten sie heute vollends darauf und fühlen sich offensichtlich sehr gut dabei.

      Ein renommierter Rechtsanwalt und Freund sagte mir vor über 40 Jahren: Der größte Feind des Mandanten ist der eigene Rechtsanwalt. Richter und Staatsanwälte sind die größten Verbrecher im Staate – Zitat ende.

      Heute kann ich aus eigener vielfältiger Erfahrung sagen: Er hatte und hat zu 100% Recht.

    • Es ist nachvollziehbar und verständlich, wenn Sie als Unrecht empfinden, dass ein „festgestellter Sachverhalt“ anders, als von Ihnen erwartet, unter die abstrakte Norm subsumiert wird.

      Das Problem ist dabei nicht nur die verallgemeinerte Abstraktion als Blaupause eines im voraus festgestellten Ergebnisses, sondern eben auch die Tatsachenfeststellung, die parteilich organisiert ist und ausgerechnet der Staats-Anwaltschaft obliegt. Damit hat es der Staat selbst und als allein Befugter in der Hand, die „Wirklichkeit“ herzustellen, die seinem eigenen unangefochtenen Fortbestehen dienlich ist. Von daher ist das Geschehen in Dessau leider, leider nicht überraschend. Kein Staatssubjekt kann es wünschen, dass es offenbar wird, dass die Ausübenden unmittelbarer Gewalt, vulgo die Polizei, die pikanter Weise zudem und gleichzeitig auch noch Hilfsbeamtin der Staatsanwaltschaft ist, diese Gewalt rassistisch und/oder mit Beseitigungswillen ausübt. Rassistisch ist die Polizei strukturell – und hiermit sind ausdrücklich keine! empirischen Personen gemeint – zwar immer, weil sie das Gewaltmonopol außerhalb der Öffentlichkeit in der Abspaltung unmittelbar ausführt und hier Befehl und Gehorsam sowie Gruppenprozesse wirksam sind, die ermöglichen, mal so richtig den inneren Schweinehund von der Leine zu lassen. In der Abspaltung, also der öffentlich nicht verhandelbaren Sphäre des Staatssubjekts, der sattsam bekannten – gleichwohl abstrakt-mythischen – Nation, geht es zudem seit Anbeginn der Nationalstaatlichkeit um Einschluss und Ausschluss von Menschen. Das ist ein brutaler und zeitweise blutiger Dienst, den der von der Staatsbürgerlichkeit und ihren Bürden der Selbst-Beherrschung per Dienstverhältnis freigestellte Büttel, ohne Befürchtung irgendwelcher unangenehmen Folgen ausüben kann und darf – hier die Treuepflicht des Beamten, dort die Fürsorgepflicht des Dienstgebers, nämlich des Staats.

      Nur angemerkt sei, dass nicht nur im Strafrecht, sondern auch in allen anderen Rechtsgebieten im Instanzenzug die Tatsachenüberprüfung in den beiden letzten Jahrzehnten durch Änderung der Prozessordnungen immer weiter beschnitten wurde. In den meisten Fällen ist der durch die Erstinstanz fixierte Sachverhalt nicht mehr angreifbar, ein Urteil also nur noch daraufhin überprüfbar, ob der Spruchkörper der ersten Instanz die Normen korrekt angewendet hat.

      Mir ging es aber im ersten Beitrag darum, die heilige Kuh der Rechtsstaatlichkeit als solche in den Blick zu nehmen. Solange man Rechtsstaat als Beste-aller-Möglichkeiten voraussetzt, verbleibt man bei bloßer Kritik und damit dem Gegenstand dieser Kritik unübersteigbar verhaftet. Je mehr die Verhältnisse prekär werden und die Ereignisse immer chaotischer werdend sich nicht mehr in die bürgerliche „beste-aller-Welten“ integrieren lassen, um so einfacher wird es, das Ganze wie etwas bereits Vergangenes oder Überholtes anzuschauen … und sich zu wundern, wie es so weit hat kommen können.

    • Danke Petra, auch wenn du es sehr kompliziert ausgedrückt hast :o)

      Ja, die Staatsanwaltschaft will es so, dann sei es so. Wer sieht, was hingegen in den Ermittlungsakten steht und sich nicht vorstellen kann, wie es funktioniert, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Wenn man gewollt hätte, hätte man den Fall schon 2005 aufgeklären können. Man hätte sich nicht weigern müssen, das Feuerzeug zu untersuchen. Man hätte den Rechtsmedizinern glauben können, und nicht deren Ergebnisse in Schubladen verstauen sollen. Man hätte sich einige Beamte, wie Beate H. (siehe oben) oder Uwe H. (ein KOK, der die Nachricht vom Fund des Feuerzeuges verbreitet hat und es plötzlich da hatte, also wissen muss, wie es dort hinkam, zur Brust nehmen können. Man hätte schon damals wissen können, dass sie Märchen erzählen. – Also: Wenn man denn hätte die Täter finden wollen!

      Ich denke, die StA Dessau hatte einfach genug vom Druck durch einzelne Medien und die Unterstützer-Initiative, ohne die überhaupt nix mehr passiert wäre und die ja auch allerlei Repressionen über sich ergehen lassen musste. Ohne sie wären die anderen beiden Fälle – Bichtemann und Rose – auch nicht ans Tageslicht gekommen.

      Also ich kann euch sagen: Nach sechs Jahren Ermittlungsarbeit ist man Kriminalist, Chemiker, Biologe, Rechtsmediziner und Brandforensiker in einem – na ja, mindestens fast. Und dann weiß man, dass das hier einer von den Fällen ist, den man hätte aufklären können. Und den man auch heute noch aufklären könnte. Beate H., Uwe H. und Torsten B. als unbedingte Wisser der wichtigsten Fakten sowie die infrage kommenden Udo S., Hans-Ulrich M. und Birko S. leben alle noch. Bis auf Udo S., der 2013 pensioniert wurde, tragen sie auch alle noch Polizeiunform. Es ist schlicht keiner da, der sich mit ihnen befassen will. Journalisten dürfen leider niemanden vernehmen und ggf. Haftbefehle beantragen. Wie Petra sagt: der Staat bestimmt, was „Recht“ ist und setzt das mit seinem Gewaltmonopol aus x begünstigten Rädchen im Getriebe auch durch.

      Und wenn dieser Staat was nicht rausfinden will, dann wird er es nicht. selbst wenn es schwarz und weiß xmal geschrieben steht. Natürlich werden sie sich die Blöße nicht geben. Man überlege mal, wer da alles beim Vertuschen mit drin hängt. Die wollen doch keine Revolte.

    • Guten Abend Susanne,
      danke ebenso für das Thema.

      Ein wichtiges Problem benennst Du, wenn Du die – sagen wir mal – Sachverständigenebene ansprichst. Als Organ der Rechtspflege, gleich auf welchem Posten, kann kein Jurist mehr aus eigener Anschauung Beweismittel, namentlich Sachverständigengutachten von sich aus nachvollziehen, geschweige denn überprüfen. Es wird nur noch das „Expertentum“ vollzogen und sich dahinter versteckt, wobei dies eben nicht nur im Strafverfahren, sondern überall gilt – besonders fürchterliche Auswirkungen in Betreuungsfällen und im PsychKG (beispielsweise Mollath als Spitze des Eisberges) zeitigt.

      Wenn es denn nur um die Revolte ginge: Repression der bürgerlichen Art ist das letzte, was untergehen wird. Spannend wird es, wenn die Leute („Mensch“ ist eine Reflexionsebene, die leider abstrakt allgemein ist und die Individuen missachtet) ihr Sozialgefüge anders und neu erklären und herstellen. Sie könne das und haben das bereits getan. Die Epochenbrüche legen dafür Zeugnis ab. Es ist ihr ureigenes Können, dass sie bisher immer, sofort nach Hervorbringung, an Geister, Götter und – heutzutage – die Wissenschaft delegieren, wenngleich sie all dies immer selbst hervorgebracht haben. Als Möglichkeit bleibt bestehen, dass die Welt endlich „menschlich“ wird.
      Ihnen und allen hier eine gute und geruhsame Nacht mit Geistesblitzen und Begreifen.

    • Petra sagt: 22. November 2017 at 12:59
      „Mir ging es aber im ersten Beitrag darum, die heilige Kuh der Rechtsstaatlichkeit als solche in den Blick zu nehmen.“

      Hallo Petra

      Und das ist Dir recht ausführlich, offen und verständlich gelungen.

      Mir ging es darum aufzuzeigen, das es diese postulierte Rechtsstaatlichkeit gar nicht gibt und unter den Voraussetzungen/Bedingungen gar nicht geben kann.

      „Solange man Rechtsstaat als Beste-aller-Möglichkeiten voraussetzt, verbleibt man bei bloßer Kritik und damit dem Gegenstand dieser Kritik unübersteigbar verhaftet.“

      Ich weiß nicht wieviele Menschen sich ernsthaft mit dem Problem der Rechtsstaatlichkeit auseinandersetzen, denke und hoofe aber, das jene die es tun erkannt haben, das Rechtssaatlichkeit im Sinne was gemeinhin darunter verstanden wird, keinesfalls gegeben ist. Aber auch die „Wissenden“ haben keine Lösung und beschränken sich daher auf Kritik. Selbst wenn sie eine akzeptable Lösung hätten, könnten sie diese nicht implantieren.

      Ein gravierender – ohne jede Frage nötiger – Umbau des Unrechtssystems, bedingt eine vorherige Neuordnung des Staates, in der Form wie Du schon richtig sagst und die uns allen bewusst oder zumindest „gefühlt bewusst“ ist: „Als Möglichkeit bleibt bestehen, dass die Welt endlich „menschlich“ wird.“

  3. Wenn der Rechtstaat schon vor Oury Jalloh beerdigt wurde, bleibt nur noch die Möglichkeit der internationalen Prüfung durch den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.
    Ansonsten kann man diese Geschichte genauso schwer ertragen wie die um NSU.

  4. Wichtige Ergänzungen:
    Der Staat/ „Sicherheitsorgane und die Naziterrorgruppe NSU => http://www.schorlau.com/Hand_Links.html
    Benno Ohnesorg 1967: http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/benno-ohnesorgs-sohn-findet-die-vertuschung-des-mordes-seines-vaters-durch-die-polizei-schwer-ertraeglich-a2127782.html
    Philipp Müller 1952: http://www.philipp-mueller-1952.de/
    Drei brisante Quellen einer Kette schuldhafter Skandale sogenannter „Sicherheits“organe gegen die Demokratie…

  5. Stellt doch mal bitte jemand die Motivfrage, bevor hier noch Jahrzehnte wild spekuliert wird!!! Das sind doch bisher alles nur Nebelkerzen die gezündet werden um von der eigentlichen Frage abzulenken 🙁

    Um diese Frage stellen zu können müßte meines Erachtens überhaupt erstmal geklärt werden, wer Oury Jalloh tatsächlich war um sein Ableben und die dazu Umstände derart zu verschleiern. Der harmlose alkoholisierte Migrant, der dem Marihuanakonsum zugesprochen hat und der ein oder anderen Frau auf den Schlips getreten ist, war er für diesen Umfang der Maßnahmen mit Sicherheit nicht, denn in dem Zusammenhang hätte ein gewaltsames Ableben in der Dessauer Zelle maximal dem damals amtierenden Innenminister, neben dem ein oder anderen Straf- und Disziplinarverfahren gegen die Verantwortlichen im Revier, den Stuhl gekostet…

    Also, wer war Oury Jalloh?

    • War es überhaupt Mord?

      Mord setzt ziemlich genau und abschließend vier alternative Motive voraus (sonst ist es kein Mord!).

      Zur Erinnerung:
      ———————————————————————————-
      Strafgesetzbuch (StGB)
      § 211 Mord
      (1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
      (2) Mörder ist, wer
      aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
      heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
      um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
      einen Menschen tötet.
      ————————————————————————————

      Alternative Nr. 2 und Nr. 3 können wir durchaus außer Acht lassen, zumindest sind mir in den letzten 12 Jahren keine derartigen Hinweise bekannt geworden. Alternative Nr. 1 und Nr. 4 in den Reihen der Polizei? Das ist starker Tobak den Sie doch bitte zumindest mit Indizien untermauern sollten. Die bloße Vermutung aufgrund bisher ungeklärter Umstände <= das ist einfach nur dünn und hat m.E. nichts mit fundierter Recherche zu tun.

      Ich konstruiere mal ein Szenario, was sich 100-fach jeden Tag im Jahr überall in Deutschland in derartigen Situationen abspielt. Ein völlug betrunkener Mensch, der dann eben aufgrund seiner persönlichen Entwicklung nach genügend Konsum berauschender Mittel aggressiv gegenüber anderen Menschen, Sachen und sich selbst wird, wird von der Polizei aufgegriffen und in Gewahrsam genommen. Er ist in diesem Zustand in den meisten Fällen KEIN FALL für den Rettungsdienst sondern schlicht und ergreifend besoffen und / oder zugekifft und aggrressiv. Das derartige Menschen nicht mit Samthandschuhen angefasst werden können, sondern es da u.U. auch gehörig zur Sache geht, sollte jedem klar sein, der auch nur mit halbwegs gesundem Menschenverstand mal darüber nachdenkt. Der Mensch wird in eine Gewahrsamszelle gesperrt, nachdem er durchsucht wurde. Das dabei Fehler gemacht werden, ist auch einfach nur menschlich. Soll nicht vorkommen, kommt aber vor!

      Der Typ sitzt in der Zelle, möglicherweise (sehr wahrscheinlich sogar) ist auch das nicht auf freiwilliger Samthandschuhtaktik passiert sondern unter Anwendung körperlicher Gewalt und realisiert irgendwann, dass er da drin sitzt und tickt erneut oder weiterhin aus. Er ist aber zu diesem Zeitpunkt in aller Regel allein in der Zelle. Was meinen Sie, wie oft ich live von außen erlebt habe, wie Leute mit voller Wucht mit dem Kopf voran gegen Gitterstäbe, Zellenwände, Toilettenschüsseln, etc. gerannt sind, sich die Handknochen an diesen Gegenständen selbst gebrochen haben, weil sie in ihrem Wahn gar nicht realisiert haben, dass sie damit nichts, aber auch gar nichts an ihrer Situation ändern. Was machen Sie als Polizist, als Mensch, in solch einer Situation? Richtig, sie schauen amüsiert von außen zu, wie sich ihr Deliquent in der Zelle derart schwer selbst verletzt. Nein!!! Sie öffnen die Zellentür und versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln den Deliquenten zu beruhigen, schlussendlich zu fixieren, damit er tatsächlich handlungsunfähig ist (bitte im Wortsinne verstehen, auch ein Arzt kann einen derart aufgebrachten Menschen NICHT medikamentös ruhig stellen).

      Haben Sie schon mal etwas vom lagebedingten Erstickungstod gehört? Wäre es möglich, dass das Anzünden der Leiche lediglich eine völlig mißglückte Vertuschungsaktion für einen zweifellos äußerst tragischen und unter dem o.g. möglichen Szenario mit Sicherheit ungewollten Tod von Oury Jalloh war?

      Untermauern Sie doch bitte einfach mal Ihre Mordthese mit Fakten, d.h. mit einem klaren Motiv!

      Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass 10, 15 oder 20 Menschen innerhalb einer Dienstschicht (und weitere innerhalb einer Polizeidienststelle) einen MÖRDER über nun mittlerweile gut einem Jahrzehnt decken? Welches Motiv hätten sie dies zu tun? Etwa Korpsgeist? Bei der Polizei???

      Sie wissen genau so gut wie ich, dass Fehler nicht eingestanden, sondern eine einmal getroffene Entscheidung politisch nicht zurück genommen wird, sondern unter allen Umständen, selbst wenn deren Unwahrheitsgehalt zum Himmelschreien bewiesen ist, bis zur Vergessenheit aufrecht erhalten wird. Hierbei geht es nicht um Wahrheitsfindung, sondern um das Eingestehen eines Fehlers, um die Überführung eines Lügners und auch das ist leider Gottes einfach nur menschlich.

      Forschen Sie in dieser Richtung, sie werden aller Wahrscheinlichkeit nach weder ein Motiv, noch einen Mörder finden.

    • Es ist völlig unerheblich wer Jalloh war, oder was er zu Lebzeiten verbrochen hat, oder auch nicht.

      Denn NIEMAND ist DESWEGEN berechtigt Straftaten (gegen Jalloh) zu begehen.

    • Oury Jalloh, Mario Bichtemann und Hans-Jürgen Rose hatten also verdient, daß man sie zu Tode foltert?
      Die Opfer waren also Täter? klingt vertraut. Sind also dann die Täter moderne Vigilanten? Selbstjustiz, Lynchjustiz legitimiert.
      Im Grunde ist das konsequent, beachtet man die Achtung der „Regierung“ vor Verfassung und Völkerrecht. Ich finde ja auch, der Adel und seine Landsknechte sollten nach Gutdünken, wieder Richter und Henker in Personalunion sein.

      Anbei ein Artikel zum selben Vorgang, der mit dem NSU endet:

      Vom NSU zu Oury Jalloh

      Die noch bestehende Zivilgesellschaft sollte die Vorstellung, dass in einer Polizeizelle in Deutschland ein Mensch getötet werden kann, nicht als Verschwörungstheorie abtun, sondern sich fragen, wie sie darauf reagiert.

      Wenn nun der Fall Oury Jalloh tatsächlich zu den Akten gelegt wird, und sich höchstens ein paar tausend Menschen aufregen, während die Aufmerksamkeit sonst beim Geplänkel der künftigen Koalitionen liegt, dann ist das ein Signal, dass in Deutschland auch unter Polizeiaufsicht kriminelle Taten begangen werden können, denen nicht nachgegangen wird.

      Soll das zur Gewohnheit werden? Schließlich haben wir ja beim NSU-Komplex erlebt, wie die Angehörigen der Opfer verzweifelt forderten: Ermittelt im rechten Milieu! „Kein 10. Opfer!“, lautete ihre Parole auf Demonstrationen im Jahr 2006.

      Stattdessen wurden sie verdächtigt, verleumdet und überwacht – genau wie die Freunde von Oury Jalloh. Und nachdem sich der NSU vier Jahre später selber aufdeckte, wird bis heute verhindert, dass die Frage, wieviel Staat steckt im NSU, aufgearbeitet wird. Das lässt sich besonders gut an der Personalie des Verfassungsschützers Andreas Temme ablesen.

      Zurzeit kann man im Rahmen der Kunstausstellung Herbstsalon in Berlin einige Installationen zum NSU-Komplex zu sehen. Darunter auch eine Arbeit der Gruppe Forensic Architecture von der Londoner Goldsmith University, die nachgeforscht haben, was in den entscheidenden 9 Minuten und 26 Sekunden geschehen ist, als in einem Kasseler Internetcafé Halit Özgat am 6.April 2006 erschossen wurde, während Temme Gast in dem Café war.

      Das Resultat der Forscher lautet, Temme muss den Mord bemerkt haben. Die aufwendige Untersuchung erfolgte ebenfalls nicht durch die Justiz, sondern durch die Initiative NSU-Komplex auflösen und die Ergebnisse werden von der deutschen Justiz weiter ignoriert.
      https://www.heise.de/tp/features/Oury-Jalloh-das-war-Mord-3893511.html?seite=all

      Und wie weit sind wir dann noch weg von Herrn Niemöllers Zitat? Eine Legislatur? Mehr, weniger?

      Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
      Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
      Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
      Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
      (Martin Niemöller)

    • Nein, Sie sollten schon wissen, wer da angezündet in dieser Zelle lag um daraus möglicherweise ein Motiv ableiten zu können.

      Gibt es kein Motiv für Mord, war es kein Mord.

      Woher nehmen Sie denn die Erkenntnis, dass außer vorsätzlicher Brandlegung, Sachbeschädigung, falscher uneidlicher Aussage und / oder Meineid überhaupt eine Straftat begangen wurde? Aus den bisher aufgestellen Thesen? Sind das nicht einfach nur Verdachtsmomente? Fehlt da nicht bisher jeder Beweis?

    • @ unknow74:

      Fehlt da nicht bisher jeder Beweis?

      Ich möchte diese Links hier nicht posten, aber wenn Sie die Handschellen an Händen und Füßen sehen, können Sie ziemlicher sicher sein, dass nicht zufällig irgendwo ein Feuerschaden entstanden ist…

      Ich frage mich, was es da für Beweise noch braucht, aus Ihrer Sicht?

    • Koenig Ordnung – Ihr Beitrag zur Thematik?

      EBG – Ist es Mord wenn eine Leiche angezündet wird?
      Die Gutachter kommen zum Ergebnis, dass Oury Jalloh aller Wahrscheinlichkeit nach bereits tot war, als das Feuer (wie auch immer entstanden) in der Zelle ausbrach.

      Es fehlt die Kausalität zwischen Feuer und Todeseintritt, damit ist dieser Teil Ihrer beleuchteten Sequenz des Ganzen KEIN MORD, kann er nicht sein.

      Handschellen an Armen und Beinen, ja – ist durchaus üblich und es fehlen auch noch ein drittes paar Handschellen oder Kabelbinder um beide miteinander zu verbinden im Extremfall, um einen völlig austickenden Menschen tatsächlich BEWEGUNGSUNFÄHIG zu machen und es bleibt in aller Regel immer noch der Kopf der nicht fixiert werden kann. Haben Sie das schon einmal erlebt, wenn ein Mensch unter Alkohol- oder Drogeneinfluss völlig austickt? Die dabei entwickelte Schmerzunempfindlichkeit geht soweit, dass die Leute gar nicht spüren, wenn sie zum 10. Mal mit voller Wucht mit dem Kopf voran gegen die Gitterstäbe der Zelle oder gegen einer der Zellenwände gerannt sind. Man kann dann als Außenstehender nur hoffen, dass die Schutzfunktionen des Körpers noch einigermaßen funktionieren und durch den Aufschlag vllt. doch eine Ohnmacht ausgelöst wird. Andernfalls wird es sehr häßlich für alle Beteiligten einen derart in Raserei verfallenen Menschen ruhig zu stellen. Sie können in dem Zusammenhang gern mal Pflegekräfte der Krankenhäuser befragen, die dann regelmäßig auch noch die Polizei zu Hilfe rufen, weil sie den austickenden Leuten nicht Herr werden.

      Was glauben Sie, weshalb gerade von Polizisten in den Zellenbereichen immer wieder Kameras gefordert werden? Um endlich den unabhängigen Zeugen zu bekommen, der sie von regelmäßigen Mißhandlungsvorwürfen im Bildbeweis frei sprechen kann! Natürlich gibt es auch innerhalb der Polizei „schwarze Schafe“ – wie überall in der Gesellschaft, in jeder Branche, in jeder Berufsgruppe!

      Einen möglichen derartigen Hintergrund gilt es mit den Ermittlungen zu klären! Wird er aber nicht – hier wird von Mord gesprochen ohne jedes Motiv, ohne jeden Beweis. Wir haben tatsächlich 2 Fakten, einen Toten und einen Brand in der Zelle die kausal offenbar nichts miteinander zu tun haben. Würde eine Kausalität zwischen beiden bestehen, hätten wir einen Brand in der Zelle und danach einen Toten mit den entsprechenden Spuren des Brandes im Körper <= haben wir nicht! Also, warum wurde der Brand gelegt?

      Um einen Mord oder aber einfach nur einen tragischen Unfall zu vertuschen. Interessanterweise wird der Unfalltheorie gar nicht nachgegangen, weil es kann ja nur Mord sein, es muss Mord sein, weil alle sagen, es war Mord, Polizisten sind Mörder, weil dieser Narrativ so wunderbar in die Idiologie passen würde, die man zum Beweis von irgendetwas ausschlachten könnte. <= DAS ist schlicht und ergreifend eine Meinungsmache aufgebaut auf Behauptungen, Fake-News, Tatsachenbehauptung, usw.

      Bringen Sie den Polizisten der Oury Jalloh
      – aus Mordlust,
      – aus Befriedigung des Geschlechtstriebes,
      – aus Habgier
      – ODER sonst aus niederen Beweggründen

      (…) umgebracht hat, dann haben Sie einen Mörder. Finden Sie diesen Menschen nicht, KANN ES KEIN MORD SEIN (aber möglicherweise Todschlag, Körperverletzung mit Todesfolge <= DAS sind alles Vorsatzdelikte, ein Unfall, etc.)!!!

    • Hm, also Spekulationen kommen vom obigen Kommentator. Also wenn ich Inhalte von Ermittlungsakten und meine untermauerten und belegbaren Recherchen wiedergebe, sind das keine Spekulationen, sondern Fakten. Zumal ich nicht so reich bin, dass ich mir unbedingt eine Unterlassungsklage ans Bein binden lassen will und kann, ohne ruiniert zu werden. Das würde nämlich teuer. Und wissen Sie, wie viele Unterlassungsklagen oder -aufforderungen ich in diesem Fall schon hatte? NULL. Also genau so viele, wie der CO-Hb-Wert im Herzblut des Opfers betrug. NULL. Und es gibt keinen Fall, in dem ein Brandopfer, dass lebendig verbrannt wurde (oder sich selbst verbrannte), kein, also NULL Kohlenmonoxid im Blut hatte. Gibts einfach nicht – außer, dreimal dürfen Sie raten: Oury Jalloh. Und es gibt auch keinen Fall, bei dem ein Feuerzeug am Brandort lag und NULL Spuren von diesem abbekommen hat. Außer – Sie ahnen es: im Fall Oury Jalloh.

      Ich weiß, es ist schwer, Fakten anzuerkennen, die nicht ins eigene Weltbild passen. Ja, die liebe Polizei tut sowas nicht. Die hatte doch gar kein Motiv. Sie argumentieren genauso, wie die Staatsanwälte es über zwölf Jahre lang taten.

      Wissen Sie, wenn man sechs Jahre lang in einem solchen Fall ermittelt, dann wird man zum Brandforensiker, Chemiker, Kriminalisten, Biologen und Rechtsmediziner. Und dann weiß man, dass die den Fall schon 2005 hätten aufklären können. Haben sie aber nicht und sie argumentierten genauso, wie Sie: Bla, die hatten doch gar kein Motiv. Sie haben schlicht nur das ermittelt, was ihre Version stützt und das war so wenig, dass sie das meiste unterm Tisch verschwinden lassen mussten. Geht halt auch einfach, wenn es der Bevölkerung Latte ist, wenn Polizisten einen Schwarzen abfackeln. Und die, die wissen, dass es anders war, ganz einfach, weil Experten das xmal gesagt haben, stempelt man als Verschwörungstheoretiker ab.

      Und man könnte den Fall auch jetzt aufklären. Man schreibe sich die Namen der drei Hauptverdächtigen auf einen Zettel: Udo S., Hans-Ulrich M. und Birko S. – und lasse sie ein wenig beobachten. Derweil zitiere man die beiden Hauptzeugen ran, die wissen, was passiert ist: Beate H. und Uwe H. – letzterer verkündete damals die Nachricht vom angeblich gefundenen Feuerzeug, aber kein anderer weiß wirklich, wie es dahin kam, es gibt keine Übergabeprotokolle, keine Fotos vom Fundort, nix. Nur Uwe H. aus Wanzleben, KOK seines Zeichens, kann das wissen. Man konfrontiere sie mit ihren nachgewiesenen Lügen und drohe ihnen Erzwingungshaft an. Man biete ihnen aber auch zugleich ein umfassendes Schutzprogramm an, wenn sie die Wahrheit sagen wollen. Die überleben nämlich nicht lange, wenn sie das tun. Da hält die Polizei zusammen. Unddann, dann greife man sich die infrage kommenden Beamten. Vorher könnte man auch noch mal überprüfen, ob vielleicht DNA-Spuren am Feuerzeug von ihnen sind. Man fand welche, aber verglich sie nie.

      Also es geht hier um drei Hauptverdächtige. DREI. Und die will man nicht überprüfen können? Ja, kann man, will man aber nicht. Weil dann hier nämlich mächtig was los wäre, wenn ans Licht käme, dass ein ganzer Behördensumpf mit vertuscht hat. Die StA Dessau hat einfach Muffensauen gekriegt, weil es Leute gibt, die die Akten haben und ihre Klappe halten. Der GBA und die GStA wollen abwenden, was noch geht. Dummerweise dürfen Journalisten keine Personen vernehmen und ihnen mit einem Haftbefehl drohen.

    • Und wenn jemand einen Menschen verbrennt, um ein vorangegangene Straftat zu vertuschen, ist es natürlich Mord. Und wenn einer einen Menschen verbrennt, von dem er dachte, er sei tot, aber dies nicht von einem Arzt hat prüfen lassen, ist es auch Mord. Okay. So ein Gesülze, um das eigene Weltbild aufrecht zu erhalten. Mannoman.

    • Sehr geehrte Frau Bonath, wenn jemand einen bereits toten Menschen verbrennt, um eine vorangegangene Straftat (Woher nehmen sie diese Erkenntnis, das es eine solche gegeben hat?) zu vertuschen, ist das kein Mord, dieser Mensch war offenbar (und das schreiben auch die Gutachter in Ihrem Eingangsposting) bereits tot. Die Kausalität zwischen dem Feuer und dem Ableben fehlt schlicht und ergreifend.

      Tun Sie sich doch bitte selbst den Gefallen und setzen Sie die Fakten in die richtige chronologische Reihenfolge.

      Fehlendes Kohlenmonoxid im Blut => die Atmung war zum Ausbruch des Feuers bereits ausgesetzt, d.h. im Umkehrschluss, das OJ aller Wahrscheinlichkeit nach bereits tot war, zumindst aber ohne diese Vitalfunktion in der Zelle lag. Daraus folgert zwangsläufig, dass das Feuer (von wem auch immer gelegt?) nichts mit dem vorherigen Zustand von OJ zu tun haben kann. Es fehlt der kausale Zusammenhang zw. Feuer und dem vorhergehenden Zustand.

      Daraus ergeben sich selbstverständlich hundert andere Fragen die es zu klären gilt und ich bin der letzte, der Ihre Recherche und Ihre Bemühungen unterbinden will. Ich mache Sie lediglich darauf aufmerksam, dass Ihre Ausführung und Fragestellung oben wenig bis gar nichts mit einer sachlichen Auswertung der von Ihnen dem Leser zur Verfügung gestellten Tatsachen (Beweise) einher geht.

      Das fehlende Kohlenmonoid im Blut von OJ ist ein starker Beweis! Allerdings setzen Sie diesen Beweis in den falschen Kontex. Er beweist zum einen, das von mir oben geschriebene (2. Absatz) und darüber hinaus, dass die offizielle Verlautbarung nicht zutreffend ist. Er beweist NICHT, dass es vorher eine andere Straftat gegeben hat, er beweist NICHT, dass das Ableben von OJ Mord war, es ist KEIN Beweis für diese Art von Behauptungen. <= an dieser Stelle beginnt Ermittlungsarbeit, das Aufstellen von möglichen Abläufen von Handlungen der (aller Beteiligten) VOR Ausbruch des Brandes und an dieser Stelle gibt es mehrere alternative Möglichkeiten, die einen Mord nicht zwangsläufig ausschließen!

      Werfen Sie bitte das Feuerzeug nicht sinnfrei auf den großen Beweishaufen und ziehen Sie daraus bitte keine falschen Vermutungen und machen diese zu einer Behauptung. Stützen Sie sich auf die tatsächliche Beweiskraft. Das Feuerzeug beweist auch nur, dass die offizielle Verlautbarung zu den Abläufen so nicht stimmen kann. Nicht mehr, nicht weniger. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass dort aus irgendeinem Grunde manipuliert wurde. Die sich daraus ergebende Frage: Was wurde manipuliert, in welchem Umfang und warum? Die Beantwortung dieser Fragen KANN Mord sein, allerdings NICHT zwangsläufig, denn Unfall, KV mit Todesfolge, Todschlag oder schlicht und ergreifend unterlassene Hilfeleistung oder "einfach nur" das Versäumen von Kontrollpflichten bei Gefangenen als reines Dienstvergehen sind als Alternativen aus der Beantwortung der Fragestellung möglich.

      Sie können ganz sicher annehmen, dass das Feuer gelegt wurde, um etwas zu vertuschen. Finden Sie den Beweis für ETWAS und behaupten bitte nicht gegenüber dem Leser, dass die Polizisten der Dessauer Dienststelle Mörder sind und einen solchen decken würden. Dort arbeiten mittlerweile MENSCHEN, die zum Zeitpunkt des Vorfalles noch nichtmal im Traum daran gedacht haben, zur Polizei zu gehen. Die haben gar nichts, nicht einmal ansatzweise mit dieser Sache zu tun – trotzdem legen Sie diesen Menschen mit Ihren bisher haltlosen Behauptungen eine Bürde auf, die nichts auf deren Schultern zu suchen hat. Mal ganz abgesehen vom dadurch angefachten Spannungsbild zwischen den Dessauer Bürgern, deren Gästen und ihrer Polizei vor Ort – was wollen sie damit erreichen? Gegen das Vergessen ankämpfen?

      Das Sie keine Unterlassungsklagen bekommen, können Sie als "Nah an der Wahrheit" fehlinterpretieren, Sie können es auch einfach ad akta legen als Hinweis darauf, dass kein Fürsorgebestreben des Dienstherren gegenüber seinen Beamten auf dieser Ebene gibt. Stellen Sie sich bitte in diesem Zusammenhang auch immer die Frage, aus welchem Grunde Polizisten, Menschen einen Mörder decken sollten?

      Ich habe Ihnen nicht aus langer Weile den Paragraphen zittiert, denn Mord setzt Vorsatz voraus! Sie können keinen fahrlässigen Mord begehen – vielleicht verstehen Sie diesen Wink mit dem Brückenpfeiler und der Wirkung von Sprache?

    • @unknow74: Sagen Sie mal, wollen Sie uns veräppeln? OJ hatte einen Nasenbeinbruch und eine gebrochene Siebbeinplatte. Wer hat ihn umgebracht, wenn er schon tot war, sie Witzbold? Und okay, stellen wir uns vor, er starb in der Zelle an den Misshandlungen oder meinetwegen auch Alkohol: Wer hat ihn gefesselt und nicht bewacht? Wer hat ihn für hafttauglich erklärt? Okay, dann war es Totschlag. Es ist aber schon etwas geistesgestört, ihn dann anzuzünden, finden Sie nicht? Zumal: OHNE Arzt konnten sie nicht wissen, ob er tot war oder nicht, die werden das kaum mit einem Pulsmessgerät o.ä. untersucht haben. Schließlich haben die Arzt gerufen, was man dann hätte tun müssen, nicht wahr. Und in dem Falle steht dann eben nicht „nur“ die Vertuschung einer vorangegangenen Straftat zur Debatte, sondern auch bewusst in Kauf genommene Tötung aus niederen Motive (Vertuschung einer Straftat). Und so etwas würden Sie allen Ernstes bei Polizisten oder überhaupt tolerieren? Na, dann ist Ihnen wohl mal zu wünschen, selbst in so eine Zelle zu gelangen. Geht schnell, den Mario Bichtemann hatten sie hilflos auf der Straße gefunden. Der hätte einen Arzt gebraucht, sie brachten ihn aber in die Zelle, weil Passanten statt den Notarzt die Polizei gerufen hatten. Also: Sie brauchen bloß mal umzukippen, irgendwer hält Sie für besoffen und schwupps, landen Sie in einer Zelle. Und weil sie Unverständliches Zeug erzählen, haut man ihnen mal noch eine rein. Und dann stellen die Herren Polizisten fest: Oh, wir haben dem schwere Verletzungen zugefügt. Das gibt Ärger, fackeln wir den mal ab und behaupten, der hat sich selbst angezündet. Schwupps, sind Sie tot. Okay, Sie meinen, das könnte Ihnen nicht passiseren, weil sie nicht schwarz, sondern ein juristisch spitzfindiger Beamten-Deutscher sind. Könnten Sie recht haben. Aber mal ehrlich: Ihre Argumentation ist ziemlich daneben.

    • Frau Bonath, ich will Sie nicht veräppeln. Ich will Sie lediglich daran erinnern, dass sie bisher keinerlei Beweis für MORD anbringen. weder Sie, noch irgendwer bisher in den letzten 12 Jahren!!!

      Ganz sicher ist dort in der Zelle eine riesen Sauerei passiert bei der ein Mensch verstorben ist, das gehört aufgeklärt! Daran will ich nicht im entferntesten rütteln oder Ihnen dort irgend etwas absprechen. Mich stört einzig und allein die – entschuldigung – völlig unqualifizierte Fragestellung, faktenfreie Behauptungen ohne auch nur ansatzweise ein Verdachtsmoment überhaupt zu formulieren, etc. Ich habe seit 12 Jahren den Eindruck, das Ergebnis ist bekannt und es wird lediglich versucht, die Beweise zu finden, die auf genau dieses Ergebnis passen statt methodisch vorzugehen und ergebnisoffen die Fakten zu sortieren um daraus belegbare und vor allem nachvollziehbare Schlüsse zu ziehen um daraus schlussendlich auch einen oder mehrere Verantwortliche ihrer Verantwortung zuzuführen..

      „“Okay, dann war es Totschalg“ <= Es ist ein RIESEN Unterschied, ob Sie ein MÖRDER oder TOTSCHLÄGER sind, auch wenn das Ergebnis für beide Beteiligten annährend das gleiche ist. Das hat auch nichts mit Beamtendeutsch oder Juristerei zu tun, das ist schlicht und ergreifend falsch, so Sie keine Beweise für das eine oder andere vorlegen, das ist reine Stimmungsmache.

      Verabschieden Sie sich endlich von Ihrer Behauptung, irgendwer wird auf der Straße grundlos aufgegriffen um denjenigen anschließend in der Gewahrsamszelle mal so richtig zu vermöbeln. Ups, es ist schief gegangen, dann brennen wir den mal an… Darauf basiert Ihre gesamte Kommunikation in Schriftform zur Thematik – das hat nichts mit Ihrem angedeuteten Anspruch zu tun, tatsächlich herauszufinden, was in Dessau mit OJ passiert ist. Deshalb und nur deshalb sind Sie absolut unglaubwürdig.

      Wissen Sie eigentlich, wie schnell ein Nasenbein bricht, je nach Richtung der auftreffenden Kraft auch das Siebbein? Meine Mutter bspw. ist nur beim Umdrehen weil sie etwas vergessen hatte mit der Nase am Türrahmen angestoßen – sicher etwas schwungvoll, weil die gesamte Situation hektisch war – das Nasenbein war durch…

      Wenn jemand gevierteilt vor Ihnen liegt, brauchen Sie als Laie mit Sicherheit keinen Arzt um festzustellen, dass derjenige tot ist. Sie brauchen den Arzt um es amtlich bestätigen zu lassen, denn nur der Arzt darf den Totenschein ausstellen. (soviel zur Juristerei)

      Klären Sie was zwischen Gewahrsamnahme und Brandlegung passiert ist, ergebnisoffen, neutral, auf Fakten basierend – dann sind Ihre Texte glaubwürdig! Alles andere sind Spekulationen, Vermutungen und Stimmungsmache, genau die gleichen Dinge, die u.a. Sie den MMM immer wieder vorwerfen. Ist das tatsächlich Ihr anspruch oder haben Sie sich da in irgendetwas verrannt?

    • …und ich möchte es an dieser Stelle nochmals und ganz deutlich betonen – die Sauerei die dort vor 12 jahren in Dessau passiert ist, gehört AUFGEKLÄRT.

      Die Sauerei die dort offensichtlich durch Manipulation von Beweisen, falschen Aussagen, etc. gedeckt wird, geht so gar nicht!

      Aber – es stellt sich IMMER die Frage – was wird dort gedeckt, durch wen und aus welchem Grund? Cui bono? Dafür ist es notwendig zu klären, wer OJ tatsächlich war. Dafür ist es notwendig zu klären, welche tatsächlichen Gründe am besagten Abend vorlagen, um ihn überhaupt in Gewahrsam nehmen zu können. Dafür ist es selbstverständlich wichtig zu wissen, ob er „Dauergast“ bei der Dessauer Polizei war aufgrund seines Verhaltens, welche AKTIVEN Handlungen er am Abend seines Ablebens (und auch das ist an diesem Punkt der Fragestellung in der Chronologie absolut wertfrei!) getätigt, gegebenenfalls eine Reaktion oder Aktion provoziert oder gar ausgelöst?

      Vergessen Sie bei der gesamten Betrachtung niemals, auch Polizisten sind Menschen, mit Nervenkostüm, fehlerbehaftet und keinesfalls fehlerfrei, sobald sie die Uniform anziehen. Ohne Grund wird niemand (!!!) in einer Gewahrsamszelle an Händen und Füßen gefesselt. Ohne driftigen Grund wird niemand auch nur in die Nähe einer Gewahrsamszelle verbracht, auch nicht bei der Dessauer Polizei! <= Das hat nichts mit dem Akzeptieren oder Tollerieren der Geschehnisse zu tun, sondern ist Grundvoraussetzung für eine proffessionelle Ermittlung, d.h. ein wertfreier und neutraler Standpunkt gegenüber allen Beteiligten und der Tat an sich, auch wenn Sie das Ergebnis der Tat absolut verurteilen.

    • Also ernsthaft, meine Güte. Glauben Sie, das ist alles noch nicht geklärt? OJ war schwer betrunken. Er kam am 7. Januar 2005 am frühen Morgen aus einer Disko. Der 6. Januar ist in Sachsen-Anhalt ein Feiertag. OJ fühlte sich nicht imstande, nach Roßlau zu fahren, die kleinere Nachbarstadt, wo er untergebracht war. Er wollte einen Freund oder eine Freundin anrufen, hatte aber kein Geld auf seiner Handykarte. Da begegnete er vier Ein-Euro-Jobberinnen bei der Stadtreinigung. Die quatschte er an, um zu fragen, ob er mit ihrem Handy telefonieren dürfe, um sich Hilfe zu holen. Die Frauen fühlten sich belästigt, riefen die Polizei. Die kam auch, in Gestalt von Hans-Ulrich M. und Udo S. Als sie ihn aufgriffen, saß er abseits herum, er war ja auch volltrunken. Er weigerte sich, den Polizisten seinen Ausweis zu zeigen. Sie nahmen ihn fest, auch dagegen hat er sich gewehrt. So gingen sie sehr rabiat mit ihm um.

      M. und S. brachten ihn ins Revier, dort stellte der Arzt Andreas B. seine Gewahrsamstauglichkeit fest, M. und S. fesselten ihn an die Matratze – „um ihn vor sich selbst zu schützen“. Der Anruf des Dienstgruppenleiters Andreas S. bei Andreas B. ist auf Band dokumentiert. Angeblich wollte man feststellen, wer er war, obwohl zu diesem Zeitpunkt längst das Dokument vorlag. Er sollte nun zur Ausnüchterung bleiben. Allerdings will der DGL Andreas S. nicht gewusst haben, dass man einen Richter hinzuziehen müsse, um einen Menschen länger als zwei Std. im Gewahrsam festzuhalten. Das sagte er dem LG Magdeburg, auf die Frage, warum es keine richterliche Anordnung gab.

      Vorgeschichte:
      OJ hatte einen Sohn mit einer Dessauerin, geboren 2001. Die Eltern überredeten das Mädchen dazu, das Kind zur Adoption freizugeben, vermutlich, weil es schwarz war. OJs Freund Mouctar Bah berichtete, dass OJ seitdem versucht hatte, seinen Sohn zurückzuholen, weil man ihn nicht gefragt hatte – obwohl er die Vaterschaft anerkannt hatte. Für die Behörden war die Adoption rechtmäßig, weil es dabei irgendeinen Formfehler gab. OJ hielt sich viel in der afrikanischen Gemeinde Dessau auf. Bah betrieb dort ein Internetcafé mit günstigen Tarifen, wo die Leute Kontakt mit ihren Familien aufnehmen und sich unterhalten konnten. Alle paar Wochen stürmte die Polizei den Laden, angeblich um Drogen zu finden. Sie fand nie etwas und stürmte trotzdem den Laden immer wieder.

      Dessau ist eine relativ kleine Stadt mit ca. 70.000 Einwohnern. Man kennt sich da in gewissen bürgerlichen Kreisen. Da OJ seit 1998 dort, also im Nachbarort Roßlau lebte, und mit der Dessauerin liiert war, ist es schon darum wahrscheinlich, dass die Polizei ihn kannte und nicht sonderlich mochte. Weiterhin wurde OJ mehrfach mit Drogen erwischt. Es lief ein Verfahren gegen ihn wegen Verstoßes gegen das BTM-Gesetz.

      Zurück zur Zelle. Gegen 8.30 Uhr ketteten ihn M. und S. dort laut Akten an und durchsuchten ihn ein zweites Mal. Gegen 9.15 Uhr entnahm Dr. Andreas B. (praktiziert bis heute) dort Blut. OJ. lag rücklings auf der Matratze, die eine Handfessel auf der Wandseite war in die Wand eingelassen, die andere am Boden neben dem Podest, auf der die Matratze in leichter Überbreite lag, eingelassen. Die Fußfesseln waren beide seitlich in den Boden eingelassen. Eine Kameraüberwachung gab es nicht, nur eine Gegensprechanlage. Alle halbe Std. sollten Zellenkontrollen stattfinden. (Es ist alleine schon eine Gefährdung, einen Menschen mit 2,98 Promille Alkohol im Blut nicht ins Krankenhaus zu bringen und derart zu fessel. Er hätte sich erbrechen können – was er nicht hat vor dem Brand.) Übrigens im Arztraum hatten Zeugen Blutspuren entdeckt. Diese wurden aber weggewischt, bevor die Spurensicherung kam.

      Zeitlicher Ablauf aus den Akten nach der Blutentnahme:

      10.03 Uhr Kontrolle durch PHM Werner Th.

      10.37 Uhr Kontrolle durch PHM Werner Th.

      11.05 Uhr Kontrolle durch die POM Semmler und Meyer

      2011 berichtete der Zeuge Torsten B. von einer weiteren Zellenkontrolle, die auch Beate H. im DGL-Raum gehört haben will, zwischen 11.30 und 11.40 Uhr. Er habe, wie geschrieben, die POM Hans-Ulrich M. und Udo S. (nicht die von der vorangegangenen Zellenkontrolle) dort bei einer dritten Durchsuchung des Gefangenen gesehen haben. OJ habe still dagelegen, sich nicht gerührt. (War er schon tot oder bewusstlos?), seine Hosentaschen waren nach außen gestülpt. (So viel zum Feuerzeug). Diese Zellenkontrolle war aber nicht, wie vorgeschrieben, im Gewahrsamsbuch vermerkt. Die Schlüssel zum Gewahrsam hingen im DGL-Raum, in dem Beate H. und Andreas S. saßen.

      11.45 Uhr Kontrolle durch Beate H. und Hartmut S. – angeblich habe man mit dem kurz darauf verbrannten noch gesprochen.)

      12.00 Uhr: Anschlagen des Rauchmelders. Andreas S. drückte ihn mehrfach aus, wie später auch den Alarm der Lüftungsanlage. Ca. sieben bis elf min nach Anschlagen des ersten Alarms ging er mit Gerhard M. in die Zelle.

      So und nun zu den Verhältnissen in Dessau: Selbst die bürgerliche Mitteldeutsche Zeitung berichtete kurz vor der Tat in Zelle fünf von massiven Vorwürfen gegen die Polizei. Diese habe sich im Stadtpark regelmäßig mit „Neger“-Klatschen befasst. Einige Zeit zuvor hatte die Polizeidirektion Stendal Aktenvermerkte ins Innenministerum gereicht, dass im Revier massiver Rassismus vorherrsche. Was hat der damalige IM Klaus Jeziorsky (CDU) getan? NICHTS. Warum auch, er wohnte in einem Dorf namens Pretzien in Sachsen-Anhalt mit rund 900 Einwohnern. Mit ihm wohnten neun Verfassungsschützer dort. Pretzien war ausgerechnet die Wirkungsstätte der Neonazi-Kameradschaft Ostelbien, es galt als „national befreite Zone“. Nachdem ein öffentliche Empörung über deren Treiben ausbrach, verbot Jeziorsky die Kameradschaft, kümmerte sich aber fein um die Jungs, die daraufhin den Heimatschutzbund Ostelbien gründeten. Es gibt Fotos, auf denen J. und seine Kumpels vom VS mit diesen Jungs zusammen zu sehen sind, bei Feierlichkeiten usw. So verbrannten die Glatzen dort im Juni 2005 öffentlich das Tagebuch der Anne Frank. Erst die Medien brachten das ans Tageslicht, J. geriet ein bisschen in Erklärungsnot, tags darauf war es vergessen. Im Nachbarort Pömmelte misshandelten und prügelten die Braunen 2006 einen äthiopischen 12jährigen Jungen schwer – einige Jahre später starb dieser an den schweren Folgen. Das alles geschah unter den Augen des IM und neun VS-Leute.

      Zurück zum Motiv: Zwölf Jahre lang orakelte die StA herum, die Polizisten hätten ja gar kein Motiv gehabt. Welches Motiv hatten Dessauer Neofaschisten, als sie 2000 Alberto Adriano totprügelten? Er war ein Zufallsopfer, hieß es später, aus purem Rassismus. Selbstverständlich ist Rassismus ein Motiv und wenn dann sogar noch Frust über ein bestimmtes Verhalten hinzukommt, ist es sogar ein sehr starkes Motiv, mal hart zuzulangen.

      Und die einzig objektive Erklärung für die Verbrennung, die sich aus allem ergibt, ist die Verdeckung einer vorangegangenen Straftat, die entweder selbst zum Tode geführt hat oder die so schwer war, dass die Beamten sich dachten, hier mal die Spuren mit einem Feuer zu verwischen, das man dann dem Opfer selbst anlasten kann. Denn eins konnte sich die Polizei gewiss sein: Jeder Kollege, der etwas sagt, weiß, dass er das nächste Opfer sein kann. Es gab mehrere, die Zweifel angemeldet hatten, unter anderem Swen E. – was ist passiert? Sie wurden brutalst gemobbt, E. ist nach Brandenburg gegangen und aus dem Polizeidienst ausgeschieben – für seine eigene Sicherheit.

      Und dieser Korpsgeist endet nicht an den Mauern eines Reviers, sondern funktioniert behördenübergreifend. Im größeren Rahmen geht es dann darum, dem Land Sachsen-Anhalt oder der BRD keinen Schaden zuzufügen, also deren Ansehen zu schützen. Das ist Motiv genug, nicht aufzuklären und jede Aufklärung zu behindern. Sie fürchten alle um ihren Posten, das ist doch wohl bekannt. Und da will man dann auch nichts wissen, da wird flächendeckend weggeschaut.

      Halten wir fest: Es liegt ein manipuliertes Feuerzeug vor, das nie in der Zelle war. Ein zweites tauchte nie auf. OJ wurde dreimal intensiv durchsucht. Heißt: Er hatte kein Feuerzeug. Weiterhin hatte OJ kein CO im Blut, er kann nicht geatmet haben. Sein Noradrenalinspiegel war nicht erhöht, er kann das Feuer also nicht bewusst erlebt haben. Das Ausmaß des Feuers erklären sämtliche Experten, die danach befragt wurden (viele wurden es von der StA nicht), für nicht erklärbar ohne Brandbeschleuniger. KEIN Versuch konnte ohne BBS ein solches Brandbild erzeugen, nicht mal bei geöffnetem Fenster, wie am 18.08.2016 im sächsischen Schmiedeberg.

      Um nun festzustellen, ob er bei Brandausbruch tot oder lebendig war, müsste man die Lunge auf Rußspuren untersuchen. Laut dem Obduktionsbericht aus Halle seien geringe Rußspuren in der Luftröhre gefunden worden. 2015 stellte aber ein Rechtsmediziner fest, dass im einzigen Nachweisfoto fälschlicherweise die Speiseröhre als Luftröhre deklariert wurde. Es gibt also nur eine einzige Aussage dazu. Um das nachzuprüfen, müsste die Lunge neu untersucht werden. Die Anwältinnen der Familie haben vor zwei Jahren schon beantragt, die relevanten Asservate dafür in die Charité nach Berlin überstellen zu lassen. Die StA Dessau hat nicht reagiert, die StAin Geyer in Halle behauptet, sie wisse nicht, wo die Asservate seien und das sei auch nicht ihre Aufgabe, das zu wissen. Die StA Dessau sagt jetzt, sie sei nicht mehr mit dem Fall befasst. Vermutlich also wurden sie entsorgt.

      Halten wir fest: Ein extrem eng an eine Matratze mit unbrennbarer Hülle (die erst aufgetrennt hätte werden müssen) gefesselter Mann mit fast drei Promille Alkohol im Blut zündet sich ohne Feuerzeug selbst an, atmet dann keinerlei Rauch ein und erleidet auch keinen Stress während des Feuers, das dann so wütet, als wäre dort ein Benzinkanister draufgekippt. Also wenn was ein Märchen ist, dann das.

      Und wenn ich jemanden mit Vorsatz töte, ist es Mord, unabhängig davon, wie es ein Gericht wertet. Und wenn ich jemanden mit Vorsatz anzünde, von dem ich nicht 100prozentig weiß, dass er tot ist, ist es auch Mord. Und wenn ich jemanden so verprügele, dass er daran sterben kann und dann, um das zu vertuschen, nicht umgehend einen Arzt rufe und ihn stattdessen anzünde, um die Misshandlung zu verdecken, ist es auch Mord. Und man könnte selbst dann, wenn er an Erbrochenem erstickt wäre (was er nachgewiesenermaßen nicht ist), fragen: War es bereits versuchter Mord, ihn in diesem Zustand derart rücklings zu fesseln, dass genau das passieren kann?

      Ich hoffe, das reicht Ihnen.

Hinterlasse eine Antwort