Mrs. EU

Ein Kommentar von Laurent Stein.

Und plötzlich ist sie die Hauptfavoritin. Nachdem sich die Staats- und Regierungschefs der EU weder auf den Bayern Manfred Weber (CSU) noch auf den Niederländer Frans Timmermans (PvdA) als Präsidenten der EU-Kommission einigen konnten, ist aus dem nichts ein Name aufgetaucht, den vermutlich nur die wenigsten auf dem Zettel hatten: Ursula von der Leyen. Am Abend des 2. Juli wurde die deutsche Verteidigungsministerin offiziell als Kommissionspräsidentin nominiert. Nun muss sie durch das Europäische Parlament bestätigt werden.

Was sich zunächst wie eine faustdicke Überraschung anhört, klingt in den Ohren der EU – die von demokratischen Zuständen inzwischen so weit entfernt ist, wie der Hamburger SV von seiner siebten deutschen Meisterschaft – nur allzu logisch. Denn von der Leyen bringt alles mit, um die Brüsseler Republik auch weiterhin im Sinne der herrschenden Finanzoligarchie zu führen. Allem voran: Einen bedingungslosen Gehorsam. Diesen hat sie in ihrer bisherigen Tätigkeit als – Achtung: Euphemismus! – Verteidigungsministerin, mehr als nur einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Wenn z.B. Donald Trump von Deutschland fordert, sich künftig noch stärker der transatlantischen Aufrüstungsspirale zu unterwerfen, so ist von der Leyen die Erste, die sich symbolisch zum Zwei-Prozent-Ziel der NATO bekennt. Dass Deutschland, mit seiner Geschichte, damit zum Land mit den drittgrößten Rüstungsausgaben der Welt aufsteigen würde, hat für sie allem Anschein nach nicht einmal den Hauch von etwas Perversem. Und wenn in Syrien die westliche Wertegemeinschaft seit Jahren das Völkerrecht mit Füßen tritt, ist es wiederum von der Leyen, die eine weitere militärische Intervention „nicht ausschließen möchte“.

Mit einer solchen emotionalen Kälte ist von der Leyen wahrlich die ideale Nachfolgerin von Jean-Claude Juncker. Schließlich ist von diesem Musterdemokraten folgendes Zitat überliefert:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

Was also denken Sie, lieber Leser? Wird es mit Ursula von der Leyen als EU-Komissionspräsidentin bei einem möglichen neuen TTIP-Vorstoß ein Zurück geben?

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildquelle: Alexandros Michailidis/ Shutterstock

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14 Kommentare zu: “Mrs. EU

  1. Als heute Morgen die Ursula von den Laien im Radio als neue EU Hoffnung präsentiert wurde, musste ich laut lachen………………Na da ist die EU ja in besten Händen, fragt doch mal bei der Bundeswehr nach?
    Zitat Lord Hastings (1. Nato Generalsekretär 1952 „Die Nato wurde gegründet um Russland draussen die USA drinnen und Deutschland unten zu halten“…………Und genau dies passiert mithilfe von “ Laien“ 😉

  2. Danke Herr Stein!
    Was aber beschweren sich die Herrschaften hier und in aller Welt? Schließlich tragen wir diesen und die anderen Vereine, aus denen regelmäßig so etwas kriecht auf dem Schild! Wahlen und so…. und still halten, aber maulen! Ich hätte ja die C. Roth vorgeschlagen. Überall geht es nicht um die Sache sondern nur wer wo was und wen hinbrezeln kann, um seinen persönlichen Vorteil zu sichern. Alle Medien reden nur von Personalien, ob nun in diesem Fall oder allgemein. Es stört niemanden, dass sich keine Partei oder Kommission oder kein Parlament mit ihren eigentlichen Aufgaben beschäftigt.
    Immer nur wer wie in welchen Sessel pubsen darf. Hier besteht dringender Korrekturbedarf! Es ist irre! Stellt euch vor, euer Bäcker um die Ecke würde die gesamte Öffnungszeit mit dem Personal darüber streiten, welches Brötchen auf welchen Platz auf dem Backblech soll. Gebacken wird aber dann nun nicht mehr. Danke!

  3. UvdL passt sehr gut zur EU. Sie ist sowas wie ein Symbol für undemokratisches Feudalherrengetue. Quasi das Krönchen der EU.

    Wer ihren Werdegang und ihre Familiengeschichte kennt, weiß dass dunkelste Zeiten auf uns zukommen. Sie ist sehr viel mächtiger, als alle denken. Und sehr viel bösartiger!

    • dem kann ich nur zustimmen, denn sie hat von dem „besten“ , also dem allerschlimmsten, hinterhältigsten gelernt, den die deutsche politik hervorgebracht hat, ihrem vater ! und das will etwas heißen, bei den barschels, kohls,adenauers usw… – dazu noch verbunden mit einer der recihten familien deutschlands. so jemand kann nur mit list und tücke – vielen dank frau merkel – in solche ämter gehievt werden. wenn hier nochmal einer etwas von demokratie, unseren werten u.ä. blödsinn faselt, schickt den gleich in den steinbruch !

  4. Es wird die Dame EU-Kommissinspräsidentin, die 2011 als Ministerin „für Arbeit und Soziales“ mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (zu Art.1 der Würde des Menschen und der Berechnungsgrundlage der Hartz-IV-Regelsätze) in eindrucksvoller Weise umging, was die Einstellung der Dame zu Rechtsstaatlichkeit, wenn ein hohes Gericht von Politik(ern) Einhaltung der Gesetze fordert, demonstrierte.

    Aber was ihr damaliger Mitspieler Guido Westerwelle – der spätrömische Dekadenz bei Menschen am finanziellen Existenzminimum sah – schon nicht kapierte, ist eben diese spätrömische Dekadenz.
    Reiter-DarstellerInnen zappeln auf toten Pferden rum, Frisur sitzt.

  5. Überraschend war ihre Nominierung nicht unbedingt, durfte sie doch erstmals an der diesjährigen Bilderberger-Konferenz (30.5.-2.6.) teilnehmen (vgl. Tagesdosis bei KenFM vom 1.6.2019). Dass sie gewählt wird, dürfte bereits klar sein, was sie dann macht, auch.

    • Sehr richtig. Dort werden mitunter geheime Absprachen und Vorentscheidungen ausgelotet und arrangiert.
      Demokratie und Kapitalismus sind ein Widerspruch in sich. Das zeigt sich immer mehr im Konstrukt der EU.
      Alles Gute.

    • UvdL ist Stammgast bei den Bilderbergern. Sie war 2015, 16, 18 und 19 dabei. Das zeigt mal wieder wie sinnvoll es ist, wählen zu gehen. Washington und die Bilderberger haben entschieden mehr Einfluss auf die Wahl des Kommissions-Präsidenten als der EU- Wähler, bzw. das EU-Parlament.

    • Sorry, dann lag ich mit „erstmals“ falsch und nur im übrigen richtig:)

    • die war schon zum 4ten mal bei den Bilderberger wenn ich micht nicht irre.
      Klar dass sowas folgen musste.
      Gibt es jemand besseren für diesen Posten als Zensursula (kann sich noch jemand erinnern?! — man vergisst so schnell…).
      Diese Frau mit dem Powerfrau-image hat es wahrlich in sich. Hochadelige Abstammung, die Familie hat schon im 18ten Jahrhundert ganz oben mitgemischt. Dann die Mär von der Powerfrau die Familie und Karriere unter einen HUt bringt… ja, was ist schon dabei wenn man Dutzende Haushälterinnen und Kinderfrauen hat?!…
      Dann hat sie ihr Studium abgebrochen, dann Arzt dran gehängt, als Assistenzärztin hat sie dann innerhalb von drei Jahren verschiedeste Ärtze geschwängert und auch hingeschmissen glaube ich, dann hat sie ihnen nächsten Mann kennen gelernt (mit noch mehr Geld als ihre eigene Familie) mit dem ist sie nach Californien…
      Was sie aber besonders qualifiziert ist Korruption und Seuergelderveruntreuung in Milliardenhöhe.
      Wer gut FReund oder in der Familie oder der Fam nahe steht, bekommt Milliarden-Aufträge fürs Nichtstun aus Steuergeldern…
      Was kann man sagen?
      Passt doch!
      Die Menschen lassen es mit sich machen.
      Wenn die jetzt zum Teil beginnen aufzuwachen ist es schon reichlich spät.
      Aber es gibt ja noch einen großen Teil der gegen seine ureigensten Interessen handelt, teilweise sogar dafür auf die Straße geht.
      D und Europa ist auf diesem Wege nicht mehr zu helfen.
      Es wird ganz gewaltig finster hier.
      Es kommen stürmische Zeiten, spätestens dann, wenn die Völker den Kanal so richtig voll haben.
      Aber dafür gibt es dann ja eine Eu-Armee und die Lissabon Verträge nicht wahr?!…

    • jep, lesenswert!
      Nachdenkseiten sollte man ohnehin in seine Informationsquellen mit einbeziehen. Tun immer noch zu wenige.

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