Muttertag? Nein Danke!

Ein historisch kontaminierter Feiertag gehört abgeschafft. Und die Sonderrolle der Mutter auch. Denn: der Mensch wird kein besserer Mensch nur dadurch, dass er Kinder hat. Mütter sind Menschen wie andere auch. Ihre Glorifizierung ist nicht mehr zeitgemäß. Und setzt sie überdies selbst unter den Druck des Leistenmüssens. Der Plan stattdessen: Mütter zu entlasten. Dafür muss auch die Alleinherrschaft der Kleinfamilie über die eigenen Kinder aufgegeben werden. Kinder sind keine Untertanen. Und sie gehören niemandem. Wir alle, ob Eltern oder nicht, sind verantwortlich, mit unserer Kraft und unserem Bewusstsein so zu haushalten, dass Kinder zu sich selbst kommen dürfen und sich nicht verleugnen müssen. Was auch bedeutet, dass wir uns, wo notwendig, einmischen müssen. Im Vertrauen darauf, dass Mütter, die in sich selbst sicher stehen, das verkraften. Und das gelingt umso besser, wenn sie ihren Thron endlich verlassen können. Und Mensch sein dürfen. Wie ihre Kinder eben auch.

Von Sylvie-Sophie Schindler.

Medea ist natürlich ein ganz schlechtes Beispiel. Sie hat ihre beiden Söhne getötet. Keine Pralinen, keine Blumen, für Medea fällt der Muttertag aus. Die besten Mamas der Welt sind anderswo. Statt große Tragödinnen der griechischen Mythologie sind sie wahre Heldinnen des Alltags. Alleine der Berliner Prenzlberg, der, sorry, mal wieder herhalten muss, ist voll von Lara Crofts mit Still-BHs unter den Bio-Shirts, die mit Kampfkinderwägen von Spielplatz zu Spielplatz donnern und notfalls über zwei, drei Passanten. Gibt´s Verletzte, regelt das die windelverpackte Leonore-Chiara oder der schnullerwerfende Elias-Torben, die mit ihren knapp achtzehn Monaten im dritten Semester Jura studieren. Mamas ganzer Stolz darf freilich kein Loser sein. Nein, das ist kein Mama-Bashing, sondern ein Mama-Test über die Befähigung zur Selbstironie. Mama-Bashing wäre nämlich keine gute Idee, sondern parasuizidal. Das Motto bei Beerdigungen heißt: De mortuis nil nisi bene -über Tote soll man nur Gutes reden. Für Mütter gilt das bereits vor dem Exitus. Gemäß den nur leicht abgewandelten Gedichtzeilen von Friedrich von Schiller: „Ehret die Mütter! Sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben.“ Manche gehen sogar so weit, sie mit religiösem Impetus zu einer Mater dolorosa zu verklären, eine, die sich gnadenlos aufopfert für ihre Nachkommen. Was heutzutage keine Heim-und-Herd-Verpflichtung mehr bedeutet, aber wochenlanges, nervenaufreibendes Mutter-Kind-Pauken, damit es der Spross aufs Gymnasium schafft. Bei so viel oxytocingesteuertem Engagement ist der Muttertag ja wohl das Mindeste. Tatsächlich?

Die Nationalsozialisten haben den Muttertag zwar nicht erfunden, er stammt ursprünglich aus den USA und lässt sich sogar bis ins antike Griechenland zurückverfolgen, aber sie haben ihn ab 1933 zum offiziellen Feiertag erklärt, um ihre Mutter-Propaganda zackig voranzutreiben. Zwei Tage vor dem Muttertag bekam ich eine E-Mail: „Rezepte mit Herz.“ Propaganda light oder einfach nur eine „endnice“ Geste zum Muttertag? Natürlich geht es nicht in jeder Familie so abgründig zu wie in Thomas Vinterbergs Dogma-Film „Das Fest“, Muttertage können sicher ganz hübsch sein, dennoch, sie bleiben historisch kontaminiert. Eine weitere Instrumentalisierung nicht ausgeschlossen. Die Glorifizierung der Mutterrolle, hervorgehoben durch den Feiertag, spielt weiterhin Parteien in die Hände, die reaktionäre Frauenbilder vertreten und die Produktion von, und das bitte zahlreich, deutschstämmigen Nachwuchs vorantreiben wollen; das Mutterkreuz lässt grüßen. Ein anderes Argument ist der Exklusionsgedanke: Lebensmodelle außerhalb der traditionellen Mutter-Vater-Kind-Konstellation werden entwertet. Und das ist ebenso wenig zeitgemäß wie etwa das Fliegen. 

Der Trend des Schämens könnte also von der Flugscham weiterführen zur, nennen wir es mal ungelenk so, Muttertags-Scham. Oder mindestens dazu, dass, wie es mehrere mitteljunge Mütter mir gegenüber formulierten, dieser Tag „sowas von egal“ ist. Bravo. Das nämlich ist der nächste Schritt. Er könnte beitragen zur Befreiung aus der Etikettierung „gute Mutter/schlechte Mutter“. Wer maßt sich überhaupt an, sich solcher Prädikate zu bedienen? Ontologisch betrachtet ist der Mensch schlicht ein Seiender im Sein. Bewertungen entwerten. Friedrich Nietzsche folgend sind wir alle jenseits von Gut und Böse ohnehin am besten aufgehoben. Mit Rumi, einem persischen Mystiker, poetisch formuliert: „Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort. Dort treffen wir uns.“  

Daher: Mütter sind Menschen wie jeder andere auch. Wer ihr Danke sagen will, kann das jederzeit tun. Sie brauchen keine Sonderrolle. Der Mensch wird ja nicht mehr Mensch nur dadurch, dass er Kinder hat. Sein Lebensentwurf steht gleichwertig neben anderen. Wenn überhaupt, dann liegt bereits im Menschsein die Anstrengung. Elternschaft als besondere Leistung hervorheben zu wollen, zeigt nur die fehlende Abnabelung von kapitalistischen Denkmustern, und erweist Müttern und Vätern noch dazu einen Bärendienst. Denn wer leistet, muss noch mehr leisten. Wer kennt nicht Eltern, die sich müde, erschöpft und ausgelaugt fühlen. Parentales Burnout. Mit einem Plädoyer für die Abschaffung des Muttertags wird die Mutter also mitnichten entwertet, sondern entlastet. Auch so kann gesundheitliche Prophylaxe aussehen. Aber damit wären wir noch nicht durch. Die Abschaffung genügt mir nicht. Vielleicht, und dazu will ich anregen, kann es gelingen, stattdessen mehr Bewusstsein zu schaffen für die, die eine Mutter erst zu einer Mutter machen. Für die Kinder. Ein Anliegen, das mich nicht loslässt. Kurz zu meinem Hintergrund: Ich bin nicht nur seit 18 Jahren Journalistin, sondern auch ausgebildete Erzieherin und hatte mit weit mehr als tausend Kindern und Eltern zu tun.

Auf Anfang. Vor dem Muttersein steht das Mutterwerden. Auch hier: wie außergewöhnlich ist es eigentlich, sich fortzupflanzen? Der Vorgang ist trotz Komplexitätserweiterung durch die Reproduktionsmedizin durchschaubar: eine Frau und ein Mann hatten Geschlechtsverkehr, der, was sich spätestens neun Monate später zeigt, nicht folgenlos blieb. Väter dürfen sich übrigens genauso angesprochen fühlen. Auch mit der Frage, warum sie überhaupt Kinder wollen. Lassen wir dem Kinderrechtler Ekkehard von Braunmühl den Vorrang, präziser zu werden. In seinem antipädagogischen (!) – nicht: antiautoritären-  Plädoyer „Zeit für Kinder“, das sich für alle zu lesen lohnt, die an Kinderfreundlichkeit interessiert sind, schreibt er: „Wer sich ein Kind wünscht, hat noch die Chance, sich rechtzeitig darüber klar zu werden, ob er sich wirklich einen Sklaven wünscht, ein Spielzeug, ein lebendiges Schmusetier, einen Blitzableiter für den Alltagsstress, ein Objekt für seinen Ehrgeiz und Stolz oder gar einen Sinn für sein Leben.“ Und weiter: „Solche Gefühle und Ideen wären die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für ein Kind.“ Wäre noch zu klären, wie das biologische Bedürfnis, sich fortpflanzen zu wollen, einzuordnen ist. Nochmal von Braunmühl: „Weder für eine Frau noch für einen Mann „gehört es dazu“, ein Kind zu haben. Wir leben nicht mehr im Urwald.“

Geht das überhaupt jemanden was an, warum andere Kinder kriegen? Jahrhundertelang wurden Kinder als Besitz ihrer Eltern betrachtet. Was sie mit ihnen taten oder nicht taten, war deren Angelegenheit. Außenstehende hatten sich da nicht einzumischen. Der Reflex mag nachvollziehbar sein. Auch heutzutage verweigern sich Eltern in der Regel, wenn andere ihnen sagen wollen, wie sie es zu machen haben. Doch Meinungsdiktatur von außen ist ebenso abzulehnen wie elterliche Alleinherrschaft, die durch das Konzept der hermetisch abgeschlossenen Kleinfamilie nur noch weiter gestützt wird. Kinder sind keine Untertanen. Und sie gehören niemandem. Auch nicht den Menschen, die sie gezeugt und geboren haben. Dass der menschliche Säugling allein nicht lebensfähig ist, mag denen, die sich um ihn kümmern, Bedeutung verleihen. Impliziert aber die Gefahr, das frühkindliche Angewiesensein auszunutzen. 

Von Odysseus haben wir gelernt, bei Sirenengesang rechtzeitig vorzusorgen. In der daran angelegten Metaphorik gesprochen, gilt es, die Ohren mit Wachs zu verschließen. Nicht hinhören auf die Verführung, der Mütter durch die einstige Nabelschnurverbundenheit sehr wahrscheinlich viel stärker erliegen können. „Die meisten Mütter können von ihrem Narzissmus, der ihnen vom Kind widergespiegelt wird und der ihnen vormacht, dass sie die einzig wirklich Geliebte sind, nicht lassen“, schreibt beispielsweise Barbara Vinken in ihrem Buch „Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos“. Auch bereits verstorbene Kinderforscherin Alice Miller schilderte in ihren Reflexionen über die eigene Mutter den toxischen Mechanismus: „Dass meine Mutter zu dem einzigen Mittel der Macht griff, das die Gesellschaft ihr als Frau immer schon als die einzige „Belohnung“ für alle zugefügten Demütigungen bot. Mit der uneingeschränkten Herrschaft über den Körper und die Seele eines kleinen Kindes schenkte sie ihr ein immenses Königreich.“

Ein Königreich, das verteidigt werden will. Sag mal einer Mutter, sie soll mit ihrem Kind nicht so schreien, dann ist aber was los. Nur: es darf uns nicht egal sein. „Sind so kleine Ohren….darf man nie zerbrüllen, werden davon taub“, sang die Liedermacherin Bettina Wegner in den späten 70er-Jahren. Wenn das Kind noch nicht in der Lage ist, für sich selbst einzustehen, dann braucht es Menschen, die das für es tun, und wenn das gerade nicht die Eltern sein können, aus welchen Gründen auch immer, müssen wir uns verantwortlich fühlen. Gemäß Grundgesetz Artikel 6, Absatz 2: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ Mütter, und freilich auch Väter, die sicher in sich selbst stehen, werden verkraften, und hoffentlich die meisten auch wünschen, dass auch wir anderen einen wachen Blick haben. Laut der Angaben der Berliner Rechtsmediziner Saskia Guddat und Michael Tsokos werden jeden Tag in Deutschland mehr als 500 Kinder von Erwachsenen aus ihrem familiären Umfeld misshandelt. Wir sprechen hier von den schweren Fällen. Die Dunkelziffer ist naturgemäß hoch. Doch Gewalt ist nicht immer offensichtlich. Gerade emotionale Misshandlung, ein leider noch viel zu wenig beachtetes Thema, geschieht oft en passant, so nebenbei, fast als wäre sie nicht geschehen. 

Also doch Mama-Bashing? Die Psychologie lehrt, dass nur derjenige sich angegriffen fühlt, der glaubt, ertappt worden zu sein. In der Regel geschieht das unbewusst. Eine Verteidigung ist deshalb meist auch ein Eingeständnis. Statt sich in die nächste Erregungswelle zu stürzen, will ich dazu inspirieren, und das bei allem, was schief und krumm laufen kann, dass wir alle, ob Eltern oder nicht, mit unserer Kraft und unserem Bewusstsein so haushalten, dass Kinder zu sich selbst kommen dürfen und sich nicht verleugnen müssen. Weil Alice Miller mir voraushat, in „Das Drama des begabten Kindes“ bereits formuliert zu haben, wie das aus Kindersicht aussehen kann, überlasse ich ihr die letzten Worte: „Ich darf traurig oder glücklich sein, wenn mich etwas traurig oder glücklich macht, aber ich bin niemandem eine Heiterkeit schuldig und muss nicht meinen Kummer oder Angst oder andere Gefühle je nach Bedürfnissen Anderer unterdrücken. Ich darf böse sein, und niemand stirbt daran, niemand bekommt Kopfweh davon…“ 

+++

Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier:https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

25 Kommentare zu: “Muttertag? Nein Danke!

  1. Die „Idee“ eines Muttertages ist an sich doch gar nicht so schlecht, oder irre ich mich da so sehr?

    Seinerzeit wahrscheinlich von irgendwo nach irgendwohin kanalisiert – aber wenn man sich die heutigen Verhältnisse in unserer Gesellschaft anschaut, ist es doch kein Fehler neu abzuwägen, was der Gedanke mal war und was er heute bedeutet.

    Unterstützung und Anerkennung für die „Mutigeninnen“ könnten sich doch auch – abgesehen von früher zweifelsfrei ideologisch belasteten Sachverhalten – in eine neue, eigenständig verstandene Richtung entwickeln.

    Nicht alle Mütter in diesem Land haben Ehegatten, Lebensgefährten oder Partner oder sonstwas, die sie auf Wolken im SUV-Panzer durch ihr Dasein tragen. Seid solidarisch mit den Frauen, die wirklich gesellschaftliche Unterstützung brauchen.

    Nennt es Muttertag, oder nennt es anders. Nur eine Bitte dabei:
    FRAGT NICHT MERKEL – UND FRAGT BLOß NICHT URSULA VON DER LEICHEN!

  2. welt.de/debatte/kommentare/article193441283/Wolfgang-Kubicki-Bevoelkerungswachstum-drosseln-um-das-Klima-zu-retten.html

    Auch die FDP hat es endlich gerafft:

    Mütter sind jetzt schuld an der Erderwärmung!

    • Da greift wohl jemand nach dem letzten Strohhalm 😉 und zwar „EU-weit“.
      Aus Ihrem Link:
      „Es gibt viele sinnvolle, aber mindestens genauso viele sinnlose Ideen zur Rettung der Welt. Eine Bepreisung von CO2 ist zweifelsohne ein zukunftsweisender Vorschlag. (Anmerkung: Oh, ja, soooo sinnvoll! Auf was für eine Art von Zukunft wird hier wohl gewiesen?) Ob aber eine Maßnahme wie das EU-weite Strohhalmverbot ab 2021 als umweltpolitisches Vorbild für die aufstrebenden Entwicklungsländer angesehen wird, darf angezweifelt werden.“

      So die „Welt“

      CO2 dürfte auf diesem Forum ja längst durchdiskutiert sein.
      Aber Gegenmaßnahmen zur, vor allem afrikanischen, Bevölkerungsexplosion, halte ich durchaus für sinnvoll.
      Und das hat überhaupt gar nichts mit der wichtigen Rolle der Mutter zu tun; mit dem essentiell Wesentlichen des Mütterlichen.
      Keine von uns wäre hier ohne eine Mutter.
      Keine Ahnung, was so schlimm daran sein soll, für das Geschenk des Lebens wenigstens einmal pro Jahr zu danken. Und die oft aufopferungsvolle Rolle der Mutter und der Mütter zu würdigen.
      Für mich war das immer ein beglückendes Ritual.
      Selbstverständlich schwingt dieser Dank das ganze Jahr hindurch auf das Mütterliche zu, das eine Manifestation der Liebe ist.
      Und genau die hat die Autorin in sich abgetötet und tritt in Ihren Eingangsbehauptungen ganz oben auf wie ein tödlicher Diktator. Anders kann ich es nicht sehen.

      Die Autorin sollte unbedingt mal ihre Beziehung zur Mutter klären. (Hellinger; Familienstellen)
      Und desweiteren die zu ihren Kindern, wenn sie welche hat. (Was ich bezweifle.)

      Aber wie gesagt, das hat mit dem Thema der Bevölkerungsexplosion nichts zu tun.
      Um wieviele Menschen steigt in Afrika die Zahl der Menschen jährlich? Waren das 60 oder eher 80 Millionen?
      (Was den, der es wissen will, ganz schnell am Sinn der Migrationspolitik zweifeln läßt.)

      „Auf einen Blick

      Ohne die Frauen geht gar nichts

      Bis 2100 könnte die Bevölkerung Afrikas von heute 1,2 Milliarden auf 3 oder gar mehr als 6 Milliarden steigen, falls es bei den hohen Geburtenziffern bleibt. Das unerwartet starke Bevölkerungswachstum gefährdet die Lebensgrundlagen – nicht nur in Afrika.

      Ein deutlicher Rückgang der Geburtenziffer lässt sich nur erreichen, wenn die Frauen bessere Bildungs- und Berufschancen, sowie mehr soziale und politische Mitsprache bekommen. Außerdem brauchen sie leichteren Zugang zu Verhütungsmitteln.

      Die Männer müssen lernen, über die Anzahl ihrer Kinder nicht allein zu entscheiden. Und sie müssen aufhören, ihren Frauen Gewalt anzutun, sobald diese Verhütung praktizieren.“

      (So R. Engelmann (nicht Engelmacher) in „Spektrum“)

    • Etwas unverständlich ist mir allerdings, daß die meisten von uns immer noch fest von einem Fortbestand der Menschheit ausgehen und alle Zeichen und Informationen, die uns eines Besseren belehren, ignorieren.
      Nicht der Muttertag oder die Mütter sind der Feind. Es ist der Militärkomplex und sein Krieg geben die Bevölkerungen der Erde.
      Keine zehn Jahre mehr für uns alle, falls das nicht gestoppt werden kann.

  3. Ja; Mütter erleben 365 Tage im Jahr, wie sie in der Gesellschaft gestellt sind.
    Da ist so ein Extra-Tag geradezu Hohn.

    Zu einer Kleinigkeit möchte ich noch meinen Senf dazu geben:
    “ … Etikettierung „gute Mutter/schlechte Mutter“. Wer maßt sich überhaupt an, sich solcher Prädikate zu bedienen?“

    Gegebenenfalls die Kinder später.
    Das nötige Wissen zum Thema, bzw. die Literatur aus der ja auch im Artikel zitiert wird, ist seit den späten 1970ern auf dem Tisch.
    Wenn ein Kind erwachsen wird und feststellt, dass die „Mutter“ ihm geschadet hat, und zwar auf eine Art&Weise, die vermeidbar gewesen wäre, wenn die „Mutter“ das vorhandene Wissen nicht ignoriert hätte, dann entsteht die Frage, warum die „Mutter“ dieses Wissen ignoriert(e).
    Und damit entsteht die Frage nach Verantwortung / Verantwortungslosigkeit.

    „Mutter“ ist begrifflich so eine Sache, denn es bedeutet im positiven Sinne einiges mehr als nur „Gebärmutter“, weswegen eine „schlechte Mutter“ ein Widerspruch wäre.
    Das alles gilt natürlich genauso für Männer, wo der Begriff Erzeuger durchaus üblich ist, weil man die körperliche Abwesenheit von Erzeugern optisch sieht, während die mentale Abwesenheit von Erzeugerinnen auf den ersten Blick nicht so auffällt.

    Wer das Glück hatte, eine Mutter (bzw. einen Vater) gehabt zu haben, wunderbar.
    Derjenige / diejenige wird ohne weiteres für seine Kinder da sein können.
    Man sollte sich aber klar sein, dass es nicht aufgeht, wenn 95% glauben, sie würden zu den 5% gehören.

  4. Jeder ,sollte froh sein ,wenn er seine Mutter ( Vater) noch hat. Mir fehlt sie ,sehr sogar. Ich höre sie nicht mehr lachen, es gibt keine Telefongespräche mehr , keine Feste ,kleinen leckeren Erdbeerkuchen, keine schön gestrickten Pullover, keine mahnende Worte und keine tiefe Gedanken über das Leben.
    Meiner Mutter ,war dieser Tag nie wichtig und auch für mich ist er nicht wichtig. Für Nähe , Liebe und Anerkennung benötigt man keinen Feiertag . Denke ich mir so ,bei mir… Als mir jedoch meine Söhne , heute eine Strauss Tulpen gepflückt haben und meine Enkelkinder, mir ein Blümchen geschenkten , habe ich mich sehr gefreut. Warum, sollte nun dieser Tag abgeschafft werden? Ich weiß es nicht… Leben leben lassen….Ich empfinde diesen Text ,als sehr verbittert.

    • Ihnen kann ich nur zustimmen.
      Das einzige was mir stinkt, ist der Kommerz – in unserer Gesellschaft wird alles vermarktet, aber das muss man ja nicht mitmachen!

  5. Was ist das für ein Geschwurbel? Waren Sie eine schlechte Mutter und kommen Sie mit Ihren Schuldkomplexen nicht zurecht? Ich liebe meine Mutter und will ihr natürlich das ganze Jahr Gutes tun. Aber wenn es einen Tag gibt, den wir gemeinsam unterstützen und der ein Ehrentag für unser aller Mütter sein soll, so unterstütze ich das. Ohne irgendwelche ideologischen Geschmäckle.

  6. Echt jetzt?
    „Dafür muss auch die Alleinherrschaft der Kleinfamilie über die eigenen Kinder aufgegeben werden. “

    Schafft die Natur doch gleich ab, die hat sich in Milliarden von Jahren eh nur geirrt! Wie wärs komplett im Reagenzglas à la Brave New World? Globalistisches Social Engineering wohl schon mit der Muttermilch (he, he) eingesogen?

    Meine, Fresse, meine Fresse…

  7. Sie behaupten: „Mit einem Plädoyer für die Abschaffung des Muttertags wird die Mutter also mitnichten entwertet, sondern entlastet. Auch so kann gesundheitliche Prophylaxe aussehen.“
    Mir entgeht hier die Logik! Wie soll ein Plädoyer jemanden entlasten. Und Sie nennen das auch gesundheitliche Prophylaxe! Echte Entlastung sieht anders aus. Und wenn Mutter entlastet werden müssen, ist etwas bereits schief gelaufen. (Vielleicht die Notwendigkeit Muttersein und Berufsleben zu jonglieren? Für viele Frauen seit immer eine Selbstverständlichkeit. Für die Mittelschichtfrauen in Deutschland erst eine freiwillige Be“reich“erung, inzwischen bei Großstadtmieten eine Notwendigkeit.) Warum Kinder bekommen? Damit wir nicht aussterben? In jedem Falle hängt unsere Rente und unsere Pflege im Alter davon ab, dass zumindest jemand anders Kinder bekommt.
    Es scheint mir, Sie haben beruflich keine gute Erfahrungen mit Kindern und Eltern gemacht.

  8. Einmal im Jahr die Mama zum Essen einladen, sonst steht immer sie in der Küche und kocht. Ja das schaffen wir besser ganz ab, dann können die Kinder das ganze Jahr über sich bedienen lassen und müssen sich nicht erinnern lassen dass es auch anders gehen kann. Theoretisch könnte man auch jeden Tag zum Muttertag machen, oder jeden Sonntag oder so. Aber das wäre ja zuviel der Nettigkeiten. Mann könnte auch jeden Tag seiner Frau Komplimente machen oder Blumen schenken. Aber ehrlich, ne da sind wir lieber das ganze Jahr über unfreundlich und damit das nicht sauer hochkommt schaffen wir alle netten Dinge besser ganz ab. Das berührt nur so komisch. Ich würde sagen streichen wir noch alle Häuser grau und schneiden alle Bäume um und reißen alle Blumen aus, sind sowieso nur im Weg und braucht auch keiner.
    Also, Hochzeitstag bitte auch abschaffen und den Geburtstag sowieso. Alt werden tut man von alleine, Frechheit das sowas überhaupt gefeiert wird und dann noch Geschenke kaufen. Und das Begräbnis auch abschaffen, davon hat man selber ja nix mehr. Jeden Tag mit schwarzem Kapuzenpulli , dunkler Sonnenbrille, Schlagring und antifaschistischer Fahne irgend jemanden niederschlagen oder anspucken, am Besten die eigenen Eltern diese Nazis. So soll das Leben sein. Ah ich fühle mich so gut auf der richtige Seite zu stehen.

    Aber ich hätte noch einen viel besseren Vorschlag, wir machen den Muttertag zum Mutti Merkel Tag.

    • Da haben sie so gut angefangen und kippen dann wieder in Richtung Antifa und Merkel.
      Ohne Feindbilder gehts nicht?

    • Das ist ja alles so bedenklich.
      Die Geburt könnte man noch abschaffen. Aber das kommt bestimmt demnächst auch noch.

    • 🙂 Also der Mutti Merkel Tag lag halt auf der Zunge und ja, ich hab auch so meine Feindbilder. Ist nicht gut, da haben Sie recht. Aber wir sollten schon auch darüber sprechen was Faschismus ist, bevor wir den Muttertag abschaffen sollten wir sprechen ob die Antifa nicht eine mit Steuergeld finanzierte Schlägertruppe ist. Also ich würde sagen da wäre eher eine Reform notwendig. Menschen wegen ihrer politischen Meinung niederschlagen, ihre Häuser und Türen mit Farbe beschmieren, genau das haben die NAZIs gemacht mit den gleichen Methoden.
      Das ist Faschismus und nicht Aufklärung über Faschismus.
      Und was kann meine Mama dafür das Hitler oder was diesen Tag eingeführt haben. Da sollten wir vorher doch mal die Autobahnen abreißen, die hat auch Hitler bauen lassen und die sind tatsächlich ein viel hässlicheres Überbleibsel.
      Ich bin für einen zweite Muttertag, einer ist einfach zu wenig.

  9. Vielen Dank Sylvie-Sophie Schindler!
    Es ist tatsächlich eine Belastung für mich, den ich möchte kein Grund oder ein Tag haben, meine Mutter für ihr Muttersein zu belohnen. Es war ihre Entscheidung mich zu wollen und nicht zu wollen. Ich musste Sie ertragen mit all ihrer Überforderung und war als Kind ausgeliefert. Ich habe nicht nur Alice Miller „Das Drama…“ gelesen auch interessant das Buch von Catherine Herriger „Die böse Mutter….“. Ich bin im Alltag oft Zeuge von Mütter dieser Sorte. Ich meine zu sagen, dass die Gesellschaft sich dafür uninteressiert blind stellt. Dabei sagt das Afrikanische Sprichwort so viel in welcher Verantwortung jeder einzelner ist. Ich liebe dieses Sprichwort: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“. In Deutschland und sonst auf der Welt kümmern sich Hauptsächlich nur die Mütter um die ihre Kinder und dabei läuft vieles nicht ganz richtig. Ich hasse diesen erfunden Tag und „..wer hoats erfunden..“ ein Mensch mit seiner Begrenztheit, dinge ständig zu benennen zu wollen und somit es zu begrenzen. Ich hasse meine Mutter nicht, aber ich liebe sie auch nicht so wirklich. Etwas ist da und mein Gefühl spricht und will sich von ihr nur Abgrenzen. Ich bin froh und dankbar in Deutschland zu leben, denn in China oder Länder wie Türkei wo Familie vor allem Mutter so hoch und heilig angesehen wird ist es ein Tabu eine Gegenteilige Meinung haben zu dürfen. Wo mir der Mund, meine Meinung verbietet wird, bin ich froh in einem Land zu Leben wo ich noch meine Meinung frei äußern darf. Ich bin genug Konditioniert worden aus der Erziehung. Es kostet mich mein halbes Leben mich zu finden. Und ich denke vielen ist das nicht mal klar, weil sie sich mit sich selbst nicht beschäftigen von arbeit und Ego geleitet. Habt einen stinknormalen schönen Sonntag!

    • @Sanna
      „Und ich denke vielen ist das nicht mal klar, weil sie sich mit sich selbst nicht beschäftigen“

      Schlimmer noch, viele kommen selbst dann nicht auf die Idee, sich mit sich selbst zu beschäftigen, wenn sie mit ihrem Kind nicht klarkommen.
      Dann ist das Kind falsch, aber das bei ihnen selbst was falsch sein könnte, in die Richtung denken die gar nicht.
      Die versuchen dann am Kind rumzuerziehen, statt ihre Probleme aufzuarbeiten.

  10. Danke Frau Schindler. Dieser Beitrag trifft den Nerv der Zeit.
    Die Abschaffung des Muttertags entlastet die Mütter inklusive ihrer Kinder, die auch „Leistungsdruck“ bekommen. Parallel sollte der Vatertag ebenso abgeschafft werden, der ohnehin schon erfolgreich entkommerzialisiert ist.

    Ich bin davon überzeugt, dass die Traumaforschung in diesem Gebiet ebenfalls stark verknüpft ist. Geht man dem eigenen Trauma aus dem Weg, wird es sicher nicht besser und in vielen Fällen erzieherisch vererbt.
    Auch Ihr letzter Absatz ist sehr wichtig, um sich evtl. seiner Gefühle getriggert zu bemerken.

    Leider befürchte ich, es wird nicht mal eine angebrachte „Mütter-Test VS Mütter-Bashing“ Diskussion geben aus fehlender Reichweite.

    Peace.

  11. Ein Text wie ein Grabstein.
    Ich glaube nicht, daß die Autorin das Mütterliche erfühlen kann.
    Was für eine Härte, was für ein Abgestorbensein, was für eine intellektuelle Anmaßung!
    Es gäbe noch mehr zu sagen, aber dazu ist mir meine Zeit
    ehrlich gesagt zu schade.

    • Ich habe jetzt bei Facebook 3 Geschlechter beantragt:

      Perverse Drecksau
      Kinderficker
      und Wixxer

      Also ich erwarte mir schon das die Politiker dann auch zu ihren „Geschlechtern“ stehen.

    • Oh Mann (oh je, was sage ich nur?), nur drei, das ist aber eine arge Einengung, quasi schon Fixierung, Sie müssen sich aus Ihrem Gefängnis schon lösen wollen. Geben Sie Ihren Ichs Raum!

      Also so rein LGBT-technisch ist da sicher noch viel mehr im Verborgenen.

Hinterlasse eine Antwort