Neuer Schwung mit Schwarzweißrot? | Von Hermann Ploppa

Ein massiver Presserummel verhilft der längst eingemotteten Reichsfahne zu neuem Leben.

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Das war ja was an jenem historischen Samstag, dem 29. August 2020.

Da demonstrieren Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen von besorgten Bürgern durch Berliner Straßen, um rund um die Siegessäule das Ende des Corona-Regimes zu verlangen. Das Festival der Freiheit nimmt seinen friedfertigen Verlauf. Die Kundgebungsteilnehmer denken gar nicht daran, Stress in irgendeiner Form anzuzetteln. Selbst das provozierende Auftreten ausgesuchter Bürgerkriegssoldaten bei der Berliner Polizei kann die Harmonie nicht stören.

Das Fest der Freude ist so intensiv, dass ein Klamauk vollkommen untergeht, der wenige hundert Meter weiter vor dem Reichstagsgebäude abgezogen wird. Als Gerüchte durchsickern, eine Handvoll Vollpfosten hätte versucht, den Reichstag zu stürmen, reicht die Reaktion von Kopfschütteln bis zu genervtem Hände-über-den-Kopf-Zusammenschlagen. Dass Provokateure so eine Nummer abziehen würden, war klar. Nur über das „wie“ bestand noch Unklarheit.

Wir wissen es: über die geile Anti-Corona-Regime-Demo an der Siegessäule verloren die Qualitätsmedien kaum ein Wort. Alle Aufmerksamkeit richteten die Hofberichterstatter auf das schrille Happening auf den Stufen des Reichstagsgebäudes. Nun, wir vernehmen es ja immer wieder: die Nachricht ist eine Ware. Und der dumme Pöbel, so lernen wir weiterhin, will keine komplexen Zusammenhänge, sondern Action: Totschlag und Mord, Sex and Crime, Drogen, Intrigen, Titties and Beer – alles begierig hergezeigt an gelackten Promi-Affen. Wer mit wem? Und vor allem: wer gegen wen?

Entsprechend formatiert für derartige Bedürfnisse war die Show vor dem höchsten deutschen Parlament. Eine Frau im klassischen Antifa-Outfit (Rastalocken, Gesichtspiercing) schrillt und zappelt herum wie Hampelmann am Faden: „Trump ist in Berlin! Wir sind frei!“ Schräge Typen mit Sonnenbrillen, denen man keinen Gebrauchtwagen abkaufen würde, verkünden via Megaphon: „Ey Leute, am Reichstag geht jetzt gleich die voll krasse Nummer ab!“ Und schon rennen Schlafschafe die Treppe hoch, um oben ratlos stehenzubleiben. Vor ihnen stehen drei Polizisten in Kampfmontur. Einer von ihnen kämpft Kung Fu, ohne Helm, damit man das telegene Gesicht auch genießen kann. Ein gut aussehender Kerl, Typ sexy Sportlehrer. Könnte Schauspieler sein. Und tatsächlich. Dieser Taschen-Schwarzenegger heißt Karsten Bonack, ist seit dreißig Jahren bei der Polizei im Dienst und spielt in seiner Freizeit in Vorabend-Krimis wie „Achtung Kontrolle“ den flotten Cop. Im Dienst kümmert Bonack sich um arme Drogenteufel vom Kottbusser Tor. Was macht Bonack denn jetzt hier in Sachen Personen- und Objektschutz? <1>

Keine Frage. Es handelt sich um eine Inszenierung nach Drehbuch. Bewusst fehlerhaft unprofessionell, um authentisch zu wirken. Hier ist die Handschrift einer Public Relations-Agentur deutlich erkennbar. Interessant ist nur noch die Frage: Welche PR-Profis sind am Werk? Mittelpunkt dieser Unreality-Show ist allerdings nicht Tamara Kirschbaum in ihrer Rolle als trumpistische Rastafängerin. Und auch nicht Karsten Bonack in seiner Rolle als Kung-Fu-Beschützer des real existierenden Parlamentarismus. Der Star auf den es ankommt, ist ein größeres Stück Synthetikstoff, fixiert an einer Stange. Die so genannte Reichsflagge in den Farben Schwarz-Weiß-Rot, made in China, und in letzter Zeit von gewissen Einzelpersonen in hoher Auflage ab Werk bestellt. Bei der Anti-Corona-Kundgebung am 1. August waren noch sehr wenig Schwarzweißrote am Start. Doch man hat nachgerüstet.

Und wir erfahren aus den Medien: Die von Veranstalter Michael Ballweg so professionell organisierte Anti-Corona-Kundgebung hat bei aller Schönheit und Harmonie einen empfindlichen Fettfleck. Sie wird von Reichsflaggen in den hässlichen Farben Schwarz-Weiß-Rot dominiert! Man sieht es doch: überall Reichsflaggen! Oder etwa nicht? Lauter Reichsbürger, Nazis oder Trump-Anbeter, soweit das Auge reicht.

Eine solche wundersame Vermehrung von Fahnen bestimmter Kombinationen sahen wir, unter uns gesagt, auch schon im Vorfeld der deutschen Wiedervereinigung. Hatten die DDR-Demonstranten zunächst lediglich eine Reform des Sozialismus gefordert, so änderte sich das schnell, als sich immer mehr Schreier für die D-Mark und für die Wiedervereinigung unter die Demonstranten mischten, ausgestattet mit rasch aus der BRD herübergeholten frischen Deutschland-Fahnen, damals noch in den Farben Schwarz-Rot-Gold. <2> Hereinregnende Fahnen haben offensichtlich immer wieder eine große Rolle gespielt, wenn Basisbewegungen in eine bestimmte Richtung gewendet werden. Warum soll das denn diesmal anders sein?

Und: was bedeuten die Fahnen? Wo kommen sie her? Wo gehen sie hin? Wer trägt Fahnen in Schwarz-Weiß-Rot? Schauen wir doch mal nach.

Schwarz-Weiß-Rot: Die Spalterfahne

Gleich vorab: die Fahne in den Farben Schwarz-Weiß-Rot steht nicht für ein Tyrannenregime, wie z.B. die Naziflagge. Schwarz-Weiß-Rot war von 1866 bis 1871 die Farbe des Norddeutschen Bundes, und von 1871 bis 1918 die Fahne des Deutschen Kaiserreichs. Die Weimarer Republik wurde von der Fahne Schwarz-Rot-Gold repräsentiert. In den Jahren von 1933 bis 1935 war dann wieder Schwarz-Weiß-Rot die Nationalflagge. Die Nazis mochten Schwarz-Weiß-Rot jedoch nie sonderlich. Aber solange sie ihre wacklige Macht noch mit rechtskonservativen Kräften teilen mussten, beließen sie es dabei. Ab 1935 saßen die Nazis so fest im Sattel, dass sie auf ihre rechtskonservativen Steigbügelhalter keine Rücksicht mehr nehmen mussten. Ab jetzt wurde die Fahne der Nazis auch gleichzeitig Staatsfahne des Dritten Reichs. Ein Hakenkreuz auf weißem Grund, eingebettet in großflächiges Rot. Das Hakenkreuz kletterte sodann auch auf die Reichskriegsflagge. Heute ist das Vorzeigen aller Fahnen, auf denen das Hakenkreuz prangt, verboten. Und das ist gut so.

Wie gesagt, die Flagge in Schwarz-Weiß-Rot steht, abgesehen von den zwei Nazi-Jahren, nicht für ein Tyrannensystem. Denn das wilhelminische Kaiserreich war eine konstitutionelle Monarchie, und zwar ausdrücklich nach dem Vorbild Englands errichtet. Der Repräsentant einer adligen Dynastie, in diesem Falle der Hohenzollern, stand an der Spitze der Demokratie mit gewählten Parlamentsabgeordneten. Der Monarch war gebunden sowohl an die Verfassung als auch an das Votum der Parlamente. Die stärkste politische Macht im wilhelminischen Kaiserreich war die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die in jenen Jahren effizient die Interessen der Arbeiterklasse vertrat. Kaiser Wilhelm II. hielt sich loyal an die Regeln der Verfassung. Auch zuweilen harsche Kritik aus tausenden unterschiedlichen Tageszeitungen mit unterschiedlichen Meinungen ertrug der Kaiser ohne zu intervenieren. Natürlich war Wilhelms Reich keine Idylle. Die Armut der unteren Schichten war immer noch, trotz aller Verbesserungen, unbeschreiblich, die hygienischen Zustände himmelschreiend. Darin unterschied sich Deutschland jedoch nicht von anderen Ländern.

Schwarz-Weiß-Rot kann also nicht für antidemokratische Demonstrationen herhalten.

Woher kommt diese Farbkombination denn eigentlich?

Die Ursprünge gehen zurück auf das Hochmittelalter, also so etwa rund um das dreizehnte Jahrhundert nach Christi Geburt. Der Deutsche Orden hatte seine Besitzungen im Heiligen Land, in Palästina, verloren und suchte nach neuen Betätigungsfeldern. Diese fand er im Baltikum. Jene ebenso frommen wie militanten Ordensleute vernichteten den Stamm der Prussen. Aus diesem Genozid ging ein Ordensstaat hervor, der wiederum den Humus abgab für den Staat Preußen. Preußen übernahm vom Deutschen Orden die Flaggenfarben schwarz und weiß, sowie das Ordenskreuz, das heute noch im schwarzen Kreuz der Bundeswehr weiterlebt.

Ebenfalls seit dem hohen Mittelalter umspannte die Hanse eine Reihe von wohlhabenden Städten, die mit dem Handel über den Wasserweg reich geworden waren. Ein wirkungsvolles Netzwerk, das wenig Interesse an territorialen Besitzungen hatte und am besten damit vorankam, gleichberechtigt untereinander Handel zu treiben. So geriet die Hanse auch nicht in Konflikt mit dem fleißig expandierenden Preußen. Die Flaggen der Hanse zeigten die Farbkombination Rot-Weiß. Als 1866 aus 22 deutschen Einzelstaaten der Norddeutsche Bund unter Führung Preußens gebildet wurde, lag es nahe, die Farben des Hansebundes und Preußens zusammenzulegen zu einer Schwarz-Weiß-Roten neuen Flagge. Das bedeutete auch eine Festlegung auf einen norddeutsch-protestantischen Raum.

Die Schlacht von Königgrätz im Jahre 1866 erbrachte eine epochale Festlegung, die manche Historiker als verheerend für die weitere deutsche Entwicklung betrachten. Bislang waren die beiden größten Einzelstaaten Preußen und Österreich nämlich in einem deutschen Staatenbund zusammengefasst. Gerade eben hatten Österreich und Preußen 1864 noch Dänemark die Provinzen Schleswig und Holstein entreißen können. Jetzt kam es zum Waffengang von Österreich und Deutschland, in Königgrätz. Preußen gewann die Schlacht, und Ministerpräsident Otto von Bismarck nutzte die Gelegenheit, Österreich aus dem deutschen Staatenbund rauszuschmeißen. Mit seinem militaristischen Bundesgenossen General Albrecht von Roon übertölpelte Bismarck 1870 seinen König und es gelang ihm, einen verlustreichen Krieg gegen Frankreich zu provozieren. 1871 erfolgte im Pariser Vorort Versailles die Einigung eines Rumpfdeutschlands unter preußischer Führung mit der Kaiserkrönung des preußischen Königs als Wilhelm I. Der Einigungsvertrag wurde nicht nur außerhalb Deutschlands besiegelt. Zudem kommt in diesem Vertrag das deutsche Volk gar nicht vor, sondern nur die Namen der deutschen Fürsten, die sich Preußen zum neuen deutschen Reich angeschlossen hatten. Österreich war draußen. Dieser als „kleindeutsche Lösung“ in die Geschichte eingegangene neue Zentralstaat fand aus gutem Grund die „wohlwollende Neutralität Londons“ [soll heißen: Großbritanniens] <3> und auch aller anderen europäischen Großmächte. Ein gespaltenes Deutschland ist immer ein gutes Deutschland – aus dem Blickwinkel konkurrierender Großmächte. Das erklärt zu einem guten Teil, warum Bismarck in diesen Ländern bis heute eine so hohe Wertschätzung genießt …

Historiker sehen darin die Ursache des Niedergangs Deutschlands bis in die heutige Zeit. Ein krampfhaft auf die Bedürfnisse Preußens zugeschnittener Nationalstaat wurde der kulturellen und ethnischen Vielfalt Mitteleuropas nicht gerecht: „Das Erreichte wurde bezahlt mit äußeren Verlusten der historischen Volkssubstanz: erst recht mit inneren. Denn nunmehr durfte das erneuerte harte / urpreußische Wesen das formlose und weiche deutsche überformen, seine militaristisch-politische Zivilisation das große Bündnis schließen mit der wirtschaftlich-technischen. (…) Das Bürgertum verlor vollends sein Selbstvertrauen, eingeklemmt zwischen dem Obrigkeitsstaate und dem vierten Stande (…) Das nationale Wesen vergröberte sich im Geistigen wie im Sittlichen: nach grausamster Verwirrung des Rechtsempfindens wurde es 1866 durch den Erfolg des dämonischen, charismatischen Staatsmannes [Bismarck] neu geprägt (…)“ <4>

So sah es Ludwig Dehio, der unter der Nazi-Diktatur in die innere Emigration gegangen war. Dank Bismarck und seinem cleveren Bankier Bleichröder wurde Deutschland unter preußischer Dominanz zum Nährboden eines international vernetzten Militärisch-Industriellen Komplexes. Für diese Spaltung Deutschlands in einen kriegerischen Preußenstaat vom Vielvölkerstaat Österreich steht die Flagge mit den Farben Schwarz-Weiß-Rot. Weiß der zeitgenössische Träger jener schwarz-weiß-roten Fahne, was sein Emblem ihm erzählen kann?

Wer also demonstriert mit oder unter Schwarz-Weiß-Rot?

Reichsbürger? Staatenlos? QAnon? Wie viele Bundesbürger sind überhaupt dabei?

Der Verfassungsschutzbericht (den wir natürlich mit Vorsicht genießen) für 2020 sagt: „Deutschlandweit sind der Szene im Jahr 2019 etwa 19.000 Personen (2018: 19.000) zuzurechnen; bei circa 950 davon handelt es sich um Rechtsextremisten (2018: 950).“ <5>

So wenige? Selbst wenn alle diese annähernd zwanzigtausend Leute bei der großen Demo in Berlin aufmarschiert wären, hätte man sie kaum bemerkt.

Eine persönliche Annäherung an dieser Stelle: Im Jahre 2012 schaute ich bei einer Ortsgruppe der Bürgerinitiative „Sauberer Himmel“ vorbei. Diese merkwürdigen Streifen am Himmel kamen mir nicht mehr vor wie „normale“ Kondensstreifen. Das hatte ich früher nie erlebt, dass Kondensstreifen einfach sichtbar bleiben und sich aus ihren Resten ein schmieriger Film am Himmel ausbreitet, der das Wetter spürbar verändert. Allerdings musste ich bald feststellen, dass es in dieser Ortsgruppe gar nicht darum ging, den mutierten Kondensstreifen auf den Grund zu gehen. Sehr bald wurde am Stammtisch und in den Mailgruppen über alles Mögliche gezwitschert: über eine geheimnisvolle Krankheit mit Namen Morgellons; magische Steine, unbeschreiblich teuer, sollten böse Strahlen abhalten. Und dann kam die Initiatorin damit aus dem Busch: Wir sollten uns unbedingt mit einer Frau treffen. Die würde uns einen Reichsbürgerausweis ausstellen. Dann sollten wir noch einem selbsternannten Polizeihilfswerk beitreten. Spätestens jetzt wurde es mir zu bunt. Ich brachte in Erfahrung, dass die Initiatoren zuvor versucht hatten, die Stuttgart 21-Bewegung zu infiltrieren. Mir wurde immer wieder die „Junge Freiheit“ vor die Nase gehalten. Zur Ehre der bundesweit aktiven Gruppe „Sauberer Himmel“ muss gesagt werden, dass die besagte Ortsgruppe aus dem Bundesverband ausgeschlossen wurde.

So habe ich unfreiwillig die ersten Zuckungen der heute von der Presse durch übertriebene Publicity künstlich aufgeblähte Reichsbürgerbewegung mitbekommen. Schon damals war ein zentrales Thema, dass die Bundesrepublik kein rechtsgültiger Staat sei, und dass das Deutsche Reich immer noch der legitime Rechtskörper sei, in dem wir uns befinden. Richtig daran ist, dass wir bis heute keinen Friedensvertrag mit den ehemaligen Kriegsgegnern des Nazi-Reiches haben. Fraglich ist allerdings, ob irgendjemand von jenen Leuten, die hier so vehement einen Friedensvertrag einfordern, auch bereit sind, die Kosten zu übernehmen. Denn von den 52 Staaten, die dem Nazireich den Krieg erklärt haben, sind einige Länder dabei, die durch die Kriegsführung der Wehrmacht und der Waffen-SS ganz erheblich geschädigt worden sind. Besonders Griechenland hat immer wieder, vollkommen zu Recht, Entschädigungen von Deutschland gefordert. In Frieden kann man nun einmal erst dann zusammenleben, wenn man vorher miteinander alle Trümmer weggeräumt hat. Auch wenn es wehtut. Polen und die Sowjetunion haben bereits 1953 auf Reparationen verzichtet. Nun hat der berühmte Zwei plus Vier-Vertrag, der die Annexion der DDR durch die Bundesrepublik ermöglichte, ausdrücklich festgehalten, dass es keinen Friedensvertrag mit irgendeinem Staat mehr geben wird. Die Londoner Schuldenkonferenz von 1952 hatte die Frage der Reparationen an den Abschluss von Friedensverträgen gekoppelt. Nun hatten die reichen Länder sich also auf Kosten der armen Länder darauf geeinigt, dass es für alle Zeiten keine Kompensation für Völkermorde und Verwüstungen geben soll. Der damalige BRD-Außenminister Hans-Dietrich Genscher: „Die Forderung nach einem Friedensvertrag konnte also definitiv nicht mehr erhoben werden – damit war uns auch die Sorge vor unübersehbaren Reparationsforderungen von den Schultern genommen.“ <6> Wollen die Reichsbürger also tatsächlich Milliardensummen aus öffentlichen Töpfen aufwenden, um gepeinigten Opferländern des Zweiten Weltkriegs späte Gerechtigkeit angedeihen zu lassen? Schwer vorstellbar.

Das Deutsche Reich ist längst liquidiert. Die Forderung der Alliierten lautete definitiv: „unconditional surrender“, bedingungslose Kapitulation. Die Putschisten um Goerdeler und Graf Stauffenberg hatten vergeblich versucht, Deutschland diese Schmach am 20. Juli 1944 zu ersparen. Schließlich blieb den Wehrmachtsgenerälen Keitel, von Friedeburg und Stumpff nichts anderes übrig, als die bedingungslose Kapitulation zu unterzeichnen. Am 25. Februar 1947 liquidierte das Allierte Kontrollratsgesetz Nummer 46 das Rückgrat des Deutschen Reiches, Preußen nämlich. 1948 schrieben die Amerikaner die Spaltung Deutschlands durch die einseitige Währungsreform in den drei Westzonen fest. Und 1949 wurde die Bundesrepublik gegründet, was dann auch die Sowjets zwang, ihrerseits Abschied zu nehmen vom geeinten Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik auszurufen.

Das sind materielle Fakten. Was nützt uns da jetzt irgendeine Spitzfindigkeit über Lücken im internationalen Recht? Es bedarf solcher Umwege nicht, um festzustellen, dass die Bundesrepublik Deutschland nach wie vor kein souveränes Land ist. Die Sowjetunion hatte sich aus Deutschland zurückgezogen, und auch der Nachfolgestaat Russland behandelt die Bundesrepublik als gleichberechtigten Partner. Dasselbe gilt für Frankreich. Soll durch eine verquaste Reichsbürger-Argumentation davon abgelenkt werden, dass uns die Geheimdienste und das Militär der USA mit ihren angehängten Politikern und Netzwerkorganisationen de facto als ihre Vasallen behandeln? Von Ramstein aus werden Drohnenmorde in aller Welt gesteuert. Deutsche Soldaten und Polizeiangehörige haben dort, auf deutschem Boden wohlgemerkt, keinen Zutritt. Die Bundesbürger werden Tag und Nacht flächendeckend ausgehorcht. In Büchel wechseln gerade jetzt Techniker US-amerikanische Atomsprengköpfe aus. Bei den diversen Reichsbürger-Netzwerken hört man dazu herzlich wenig. Es ist sicher nicht notwendig, zunächst Verfassungen der Kaiserzeit wieder einzuführen, um dann endlich souverän zu werden.

Noch haarsträubender ist die QAnon-„Bewegung“, die ja bei dem „Sturm auf den Reichstag“ das Bild geprägt hat. Von QAnon distanzieren sich übrigens sowohl rechtsradikale Gruppen wie auch die Reichsbürger oder die Staatenlos-Gruppe. QAnon ist unverkennbar von ausländischen Geheimdiensten ferngesteuerte Märchenstunde. Da soll es im direkten Umfeld von US-Präsident Donald Trump einen Whistleblower mit dem Decknamen „Q“ geben. Und weil der anonym zu bleiben wünscht (was ja bei der Brisanz der Informationen ganz verständlich ist, nicht wahr …) nennt man diesen super-wichtigen Informanten „QAnon“. Schlau schlau. „Q“ weiß uns zu berichten, dass Trump seit seiner Amtseinführung unermüdlich Tag und Nacht dabei ist, gegen den so genannten Tiefen Staat vorzugehen. Und wie die Zeugen Jehovas immer wieder auf das Weltende warten, und zwar bislang – toitoitoi! – vergeblich, so warten die Q-Anons Tag für Tag darauf, die Bösen dieser Welt endlich in Handschellen auf der Anklagebank zu sehen, konfrontiert mit den unabweislichen Beweisstücken, die Trump gesammelt hat. Und, hört, hört: Trump ist einem Kinderschänder-Ring auf der Spur. Die Clintons sollen beteiligt sein. Die Reichen dieser Welt sollen angeblich unschuldige Kinder in unterirdischen Gängen gefangen halten. Aus dem Blut der Kinder gewinnen die Superreichen und Mächtigen eine Essenz, die ihnen ein verlängertes Leben garantiert.

Dazu ist zu sagen: Die Geschichte mit den rituellen Kinder-Opferungen ist ein makabres, äußerst perverses Remake. Die Katholische Kirche hatte im Mittelalter und auch noch später im Umlauf gebracht, die Juden würden bei ihren Gottesdiensten rituelle Opferungen vornehmen und das Blut dieser trinken. Das war eine propagandistische Initialzündung für die grässlichen Pogrome gegen Juden im Mittelalter. Und diese Pogrome waren verdammt real. Und: Es gibt gerade jetzt im Zeitalter von Sankt Corona so viele perverse Misshandlungen von Kindern in Schulen, Kitas und Gymnasien. Das ist grausig genug und erfordert härteste Abwehrkämpfe, um diese Perversionen sofort zu beenden. Wir haben auch genug zu tun, um in der Welt real existierende Zwangsprostitution und Freiheitsberaubung sowie die Rekrutierung von Kindersoldaten zu beenden.

Ich musste mir auch mal im Auto eine frohe Botschaft der QAnonisten anhören. Das ging so: „Also Leute, Heinz hat gerade angerufen. Es sind schon 80.000 US-Soldaten in Deutschland eingetroffen. Frau Merkel ist bereits verhaftet. Und auch Papst Franziskus. Leute, lehnt Euch zurück und genießt den tollen Tag! Es kommen herrliche Zeiten!“ Tatsächlich gibt es genug Dummbeutel, die auf so einen Unfug hereinfallen wollen. Als die Polizei die QAnonisten von der Bundestagstreppe zurückdrängte, riefen einige verhinderte Okkupanten ganz enttäuscht: „Also haben uns die Alliierten doch im Stich gelassen!“

Brauchen wir die Reichsbürger, die Staatenlosen oder die QAnonisten um festzustellen, dass Deutschlands Souveränität fortlaufend demontiert wird? Müssen wir ins Märchenland flüchten, um der Erkenntnis zu entkommen, dass die Europäische Union ein illegitimer Mega-Apparat ist, mit dem Konzerne und Kartelle von oben nach unten ohne jedes Votum durch die Menschen draußen im Land einfach ganz frech durchregieren? Die Träger der Reichsfahne Schwarz-Weiß-Rot sollte man dennoch nicht ausgrenzen oder diskriminieren. Man sollte immer wieder das Gespräch mit ihnen suchen und ihnen mit vernünftigen Argumenten begegnen. Zugleich wird es mit unserer Schwarmintelligenz möglich sein, die wirklichen Drahtzieher der drei genannten Strömungen ausfindig zu machen. Dank der sozialen Medien sind kollektive Lernprozesse heutzutage sehr schnell zu erreichen. So bekam ich neulich die Nachricht, bei der Verteidigung des Reichstagsgebäudes sei auch ein bekannter Schauspieler dabei. Ich gab die Nachricht weiter, und nach zehn Minuten wusste ich bereits, dass es sich um den schauspielernden Polizisten Karsten Bonack handelte. Seit dem Entstehen der Anti-Corona-Regime-Bewegung haben die kollektiven Lernprozesse eine atemberaubende Geschwindigkeit angenommen.

Das lässt hoffen.

Quellen und Anmerkungen:

<1> https://www.mimikama.at/aktuelles/polizist-schauspieler/

<2> Otto Köhler: Die grosse Enteignung – Wie die Treuhand eine Volkswirtschaft liquidierte. Berlin 2011. S.36ff

<3> Renate Riemeck: Mitteleuropa – Bilanz eines Jahrhunderts. Freiburg 1966. S.31

<4> Ludwig Dehio: Gleichgewicht oder Hegemonie – Betrachtungen über ein Grundproblem der neueren Staatsgeschichte. Zürich 1996. S.306/7

<5> https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-reichsbuerger-und-selbstverwalter/was-sind-reichsbuerger-und-selbstverwalter

<6> Hans-Dietrich Genscher, Erinnerungen. Siedler, Berlin 1995, S. 846

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Adrian Jurczak / shutterstock

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39 Kommentare zu: “Neuer Schwung mit Schwarzweißrot? | Von Hermann Ploppa

  1. Ist das jetzt die Offenbarung, wofür die "linke" Fraktion bei KenFM in Wirklichkeit steht?
    Dafür, das diffamierende Schubladendenken des alten Mainstream einfach zu übernehmen, wenn etwas nicht so ganz der eigenen Agenda entspricht?
    Es ist immer besser, eine differenzierende Sicht zu pflegen. Ploppas Leistung als Historiker will ich durchaus weiter würdigen, ich habe einiges von ihm gelesen und gehört und das schien mir schon gut zu sein.
    In der Politik aber geht es immer um das "Quo vadis?" An dieser wesentlichen Stelle nun hat er Uns verraten, was er sich in Wirklichkeit für die Zukunft wünscht: Totalitarismus.
    Oder wie soll ich es sonst nennen, wenn einfach zu radikaler Ausgrenzung Andersdenkender umgeschwenkt wird, sobald etwas nicht den eigenen Vorstellungen entspricht?
    Übrigens: Die Politik von heute ist die Geschichte von morgen. Es geht nicht nur darum, welche Zukunft man sich wünscht und welchen Weg man dazu für den richtigen hält. Es geht auch darum, was die anderen Menschen sich wünschen und Was am Ende dann tatsächlich geschieht. Darum ist es schlicht dumm, sich allzu sehr auf eine Variante zu versteifen.

  2. russische-botschaft.ru/de/2020/06/19/75-jahrestag-des-grossen-sieges-gemeinsame-verantwortung-vor-geschichte-und-zukunft/

    Quintessenz: Diese Kriege hatten viele Väter.

    Wir sollten mit Putin über sein Angebot reden, die deutsche Allein-Schuld auf den Scheiterhaufen der Geschichte zu werfen.

    Warum geht nicht einmal die ach so frieliebende Linke darauf ein?

    Gut, ist eh klar, warum.

    • In der "Quintessenz" mag Putin ein wenig richtig liegen, ansonsten, was die Aktivitäten der Sowjetunion angeht, lügt er wie gedruckt. Angeblich rückten die Sowjettruppen nach Polen ein – am 17. September also ganze 17 Tage nach Invasion Deutschlands, weil Großbritannien und Frankreich Deutschland praktisch nicht angriffen und sich Deutsche truppen "Minsk näherten". Ansonsten wollten sie das natürlich nie tun. Die Sowjetunion hat in Wirklichkeit bereits im Geheimvertragsteil des Nichtangriffspaktes dies vorgehabt. Anscheinend waren sie nur zu langsam in der Organisation. Einfach widerlich, wie der da lügt. Auch der Anschluß Lettlands, Litauens und Estlands. "Ihr Beitritt zur UdSSR erfolgte auf vertraglicher Basis, mit Zustimmung der gewählten Behörden." – Wie blöd soll man sein, um das zu glauben. Die wurden einfach erpresst und fertig.

      Den Krieg der UDSSR gegen Finnland hat er wohl als unwichtig angesehen. Tja die friedliebende Sowjetunion eben.
      Stalins sehr reale Ambitionen, die am Grab Lenins geschworenen Worte, die Sowjetunion zu vergrößern und die Weltrevolution zumindestens in ganz Europa zu erweitern, hat er wohl als unwichtig gesehen.
      24.000 sowjetische moderne Panzer gegen 3410 deutsche Panzer im Juni 1941 sind natürlich ein Ausdruck der absoluten Friedensliebe der Sowjetunion. Britische und Amerikanische Riesenlieferungen an Material und Technik (Panzer aus Amerika, tausende Lastwagen und Jeeps etc.) waren wohl egal.
      OK , er kann nicht anders, sonst würde er die Russen beleidigen, die immer noch denken, sie hätten am 9.mai 1945 einen großen Sieg errungen und die tausenden Soldaten, die ein Schukow einfach nur, weil sie halt in der Mehrzahl waren im Feuer verheizt hat wären nicht den Heldentod sondern sinnlos gestorben.

      Fragen Sie mal, seit wann denn der 9.Mai in der Sowjetunion ein Feiertag wurde und Sie werden Erstaunliches erfahren (1965 -erst unter Breschnev!). Stalin nahm nicht einmal die Siegesparade ab – er schickte Schukow vor.

      Auch kein Wort darüber, wie extrem seine "Verbündeten" UK und USA der Sowjetunion Material, Technik und Technologie zur Verfügung stellte um Aufzurüsten. Stattdessen wird nur die ebenfalls merkwürdige "Hilfe" dieser Länder für Deutschland erwähnt.

      Weil die Staats-Führer nach Kritik an eigener Geschichte gefeuert werden machts halt keiner.

    • Ich bin bei Ihnen und es wäre die Aufgabe deutscher Vertreter, Herrn Putins Angebot der Neuaushandlung anzunehmen UND ihn nicht so billig davonkommen zu lassen.

      Aber das Verhalten pro Volk zu verhandeln ist seit Versaille nicht mehr Räson der Staatsführung.

      Wir werden seitdem von Volksverrätern veräppelt – harmlos ausgedrückt.

      Können wir Putins Initiative nicht so aufnehmen, dass es die Eröffnungs eines Debatten(schlacht)feldes ist und eine ERmächtigung und Ermutigung an viele Völker, auf den Tsich zu hauen und auch von Russland ein Schuldeingeständnis zu fordern?

      Putin selbst wird es nicht machen.

      Das ist der deutsche Part in dem Spiel!

  3. Zu Bismarck und seinen "Untaten". Ich verweise darauf, dass dieser Mann stets im geschichtlichen Zusammenhang seiner Zeit gesehen werden sollte.

    Zitat aus seinem Buch Gedanken und Erinnerungen Teil 2, Ausgabe 1921, Seite 105, Frakturschrift:

    "Unbequem wurde sie (*die Kampfeslust Genrals Moltkes/Einfügung Obst_in_AC) mir in der Luxembureger Frage, 1875 und später Angesichts der Erwägung, ob es sich empfehle, einen Krieg, der uns früher oder später wahrscheinlich bevorstand, anticipando (*durch Vorwegnahme) herbeizuführen, bevor der Gegner zu besserer Rüstung gelange. Ich bin der bejahenden Theorie nicht blos zur Luxemburger Zeit, sondern auch später, zwanzig Jahre lang, stets entgegengetreten in der Ueberzeugung, daß auch siegreiche Kriege nur dann, wenn sie aufgezwungen sind, verantwortet werden können und daß man der Vorhersehung nicht so in die Karten sehn kann, um der geschichtlichen Entwicklung nach eigner Berechnung vorzugreifen. Es ist natürlich, daß in dem Generalstabe der Armee nicht nur jüngere strebsame Offiziere, sondern auch erfahrene Strategen das Bedürfnis haben, die Tüchtigkeit der von ihnen geleiteten Truppen und die eigene Befähigung zu dieser Leitung zu verwerthen und in der Geschichte zur Anschauung zu bringen. Es wäre zu bedaueren, wenn diese Wirkung kriegerischen Geistes in der Armee nicht stattfände; die Aufgabe, das Ergebnis derselben in den Schranken zu halten, auf welche das Friedensbedürfnis der Völker berechtigten Anspruch hat, liegt den politischen, nicht den militärischen Spitzen des Staats ob."

    HIer sehe ich keinen Kriegstreiber, der wie die Kriegtreiber von heute losballert, nur weil sie es können, sondern einen verantwortungsbewußten Politiker seiner Zeit dem klar ist, dass das "das Friedensbedürfnis der Völker berechtigten Anspruch hat".

    Ich empfehle den Griff zur Originalquelle Bismarck.

  4. Aus Angstmacherei wegen angeblicher Unsummen soll kein Friedensvertrag besser sein als ein sauberer völkerrechtlicher Schnitt in der Geschichte? Nicht die Deutschen müssen einen Friedensvertrag fürchten sondern die englischen und amerikanischen Kriegstreiber und Hitler-Geldgeber. Auch das Stalin-Regime alias Sowjetunion hat genug Dreck am Stecken. Die 24.000 sowjetischen Panzern, die im Juni 1941 an der Grenze bereits aufgefahren waren und moderner waren als die 3840 deutschen Panzer die ebenfalls dort waren sind ein merkwürdiges Kräfteverhältnis für eine friedliebende Sowjetunion.
    Die Märchen von angeblich wir Zunder brennendnen Sowjetpanzern und deshalb keiner Überlegenheit sind an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.
    Zurück zu Frankreich, UK und USA. Beim Friedensvertrag muss auch rückhaltlos der Anteil dieser Mächte an der Kriegsschuld geklärt werden und dann sieht es schon ganz anders aus mit der Lastenverteilung. Bis heute ist die Besatzung in Kraft – oder wie kann es erklärt werden, dass Kriegsverbrechen wie Bombenterror gegen Flüchtlinge und Zivilbevölkerung nicht als das angeklagt werden darf, was es ist? SHAEF und SMAD lassen grüßen.
    Dann haben wir noch viele weitere Sachen. Rheinwiesen z.B. Und dann haben wir noch den ungültigen "Versailler Vertrag", der durch illegale Nötigung und Erpressung durch Hungerblockade erzwungen wurde. Dieser muss auch rückabgewickelt werden. Und davor muss Deutschland überhaupt keine Angst haben. Sondern die Verbrecher, die schon immer wollten und dies auch gesagt haben, dass Deutschland weg soll.

  5. Ein wichtiger Satz:
    "Dank der sozialen Medien sind kollektive Lernprozesse heutzutage sehr schnell zu erreichen."
    Ich würde diesen – in mir wichtig erscheinender Weise – einschränken (bzw. erweitern):
    "Dank des Internets sind kollektive Lernprozesse heutzutage sehr schnell zu erreichen."
    Aber das Internet ist privat organisiert und nicht in den Händen sich selbst bestimmender Völker. Oder sollte Ihnen entgangen sein, dass die "sozialen" Medien sich in zunehmenden Maße von ihrer asozialen Seite zeigen und sich anmaßen – in ihrer mit bestimmten Interessen verquickten Privatheit (und dreimal dürfen Sie raten, welcher Art diese Interessen sind) – , Inhalte ohne speziellere Begründungen zu blockieren. Reiben Sie sich ruhig zufrieden die Hände: Q-Anon-Beiträge(r) stehen ganz oben auf ihrer Liste. Die Geheimdienste, die sie hinter Q-Anon vermuten, scheinen dort auf ganzer Linie zu versagen. – Ach nee! Herr Ploppa, Ihrer Vermutung nach wird wohl anders herum ein Schuh draus: Die Geheimdienste arbeiten durchtrieben daran, der Q-Anon-Bewegung den Anstrich eines Märtyrerbildes zu geben, dem die Dummbeutel aus falsch verstandenem Trotz dann umso williger folgen, oder?

  6. Lieber Herr Ploppa,
    bitte belegen Sie doch Ihre "krude" Verschwörungstheorie Q-Anon und die These von dessen "unverkennbar von ausländischen Geheimdiensten ferngesteuerte(r) Märchenstunde" etwas näher. Für Sie spricht einzig und allein, dass selbst "unsere" versammelte Presstituierte, die sich ja alle Mühe gibt – wie nicht zu übersehen ist -, bisher nicht gewagt hat, sich so weit aus dem Fenster zu lehnen. Im Trump-Bashing nehmen sie sich beide nichts.
    Sie sind sonst von mir sehr geschätzt als ausgezeichneter Rechercheur. Ich schlage ihnen deshalb einen Untertitel für Ihr neues Buch vor – die Wahl des Titels überlasse ich großzügig Ihnen:

    "Die Eliten der USA als Niederkunft und Ausgeburt von Bestechung und Erpressung"

  7. ich finde den Artikel gelungen.
    was mich nicht davon abhält, in zwei Punkten abzuweichen: die Sache mit dem Fettfleck seh ich komplett anders, und das mit dem Remake ist in der Form Wunschdenken.

    wenn man die Gegenmaßnahmen des Regimes zusammenzählt, die eine Wiederholung des Erfolgs vom "Tag der Freiheit" verhindern sollten — das versuchte Verbot, das ungerechtfertigte Vorgehen der Polizei, der Aufmarsch unechter, geführter Opposition, die Inszenierung eines wannabe stair joke, die einheitliche Hetze der hörigen Medien, die erbärmlichen Lügen der Spitzenfunktionäre, die versuchte Entzauberung Ballwegs im Fernsehn — ergibt das für mich eine beispiellose Ehrerweisung der Macht gegenüber, die "Querdenken" generiert hat. mit der Verzweiflung, die in all dem steckt, als staatlicher Auszeichnung der Sonderklasse.

    das Tausendjährige Reich des Satanismus hat bis heute Bestand. was nichts anderes heißt, Satanismus ist die herrschende Ideologie. Krieg ist Satanismus für die Massen, ohne Satanismus kein Holocaust.

  8. Mit interesse habe ich gelesen was Ploppa da schreibt. Das meiste ist der Fantasie eines kranken
    Menschen entsprungen. Speziell anmerken muss man, das Ploppa sich offensichtlich nie mit der deutschen Freiheitsbewegung Auseinander gesetzt hat. Er bedient eben die faschistischen Narrative der Mainstream Presse. Reichsbürger, Nazi und so weiter. Niemand von den ehrlichen Leuten dort am Reichstag ist ein Reichsbürger oder Nazi. Das sind lediglich die Behauptungen der faschistischen Politiker der im Reichstag sitzenden neuen Blockparteien (Grüne,Linke,SPD,FDP,CDU,CSU und AFD). Ja auch die AFD ist eine Blockpartei, irgendwer muss ja die oppositionellen Bürger bei der Stange halten.
    Als Historiker ist Ploppa ein totaler Versager, er betet einfach das nach was in den Schulbüchern zu lesen ist. Nehmen wir mal die sogenannte Kriegsschuld der Deutschen am 1. Weltkrieg. die ist inzwischen eindeutig wiederlegt. Jeder der die Wahrheit wissen möchte braucht bloß die Asquith Briefe lesen, die der damalige Premier Minister an seine junge Geliebte geschrieben hat und in denen er von den Kriegsvorbereitungen berichtet, Jahre vor Ausbruch des Krieges. solche Fakten gibt es viele. Das deutsche Reich war Opfer aber nicht der Täter. Dann die angebliche Abdankung des Kaisers. Das Dokument ist im Internet zu finden, es ist eine Fälschung. Warum behaupte ich das? Drei Gründe sprechen dafür. erstens Siegelbruch, das heißt Wilhelm hat in das Siegel geschrieben. Dann ist nicht klar welche der drei Personen Wilhelms dort unterschrieben haben, wenn sie es taten. Als Privatmann hat Wilhelm einfach mit Wilhelm unterschrieben, aber er war ja auch noch König von Preußen und deutscher Kaiser. als König hat er ein R (Rex) hinzugefügt und als Kaiser ein IR( Imperator Rex). Diese fehlen bei der Abdankungsurkunde. Als drittes fehlt die Unterschrift von Max von Baden als Reichskanzler der die Richtigkeit beglaubigt wie es in der Reichsverfassung vorgeschrieben ist. Also hat es nie eine ordentliche Abdankung gegeben und seine Nachfahren sind rechtmäßig deutsche Kaiser und König von Preußen. Die Auflösung des Preußischen Staates hat es auch nie gegeben, Das kann nur das Volk selber tun, was aber einen Friedensvertrag voraussetzt, den es nicht gibt. Die andere Möglichkeit wäre die Anektion, die aber auch nicht stattgefunden hat. Als Folge des fortbestehen des Kaiserreiches, gibt es keine Nachfolgestaaten. Das heißt die Weimarer Republik, das dritte Reich und die BRD sind nur Verwaltungskonstrukte, die einen Teil des Reiches verwalten. Also quasi Firmen. Die Firma drittes Reich wurde von den Alliierten in die Firma BRD überführt. Die BRD bestätigt ja selbst das sie Rechtsnachfolger des dritten Reiches ist. Dem Rechtsnachfolger einer Verbrecherorganisation muss niemand nachtrauern. Wir müssen auch keinen Friedensvertrag für die Bandenkriege des dritten Reiches schließen, die gehen uns nämlich nichts an als Bürger eines der 26 Gliedstaaten des Deutschen Reiches. Nur den ersten Weltkrieg müssen wir irgendwie beenden. Der einzige der das laut Verfassung kann ist der deutsche Kaiser und das ist momentan Georg Friedrich von Preußen. Er ist zwar ohne irgendwelche Machtmittel, aber er ist der einzige der eine Frieden schließen kann. An die Stelle, der Zustimmung des Bundesrates setzen wir eine Volksabstimmung. Damit sind wir aus allem heraus, aus der Nato, aus der EU, aus der Schulden Falle, denn das Deutsche Reich ist nie in einer der Organisationen gewesen.. Für irgendwelche Schulden einer Firma muss kein Bürger des Deutschen Reiches gerade stehen, nur die Dummköpfe die sich nicht rechtzeitig um eine richtige Staatsangehörigkeit gekümmert haben die haben schlechte Karten.

  9. Wenn die Inszenierung von Kaiserreich-Fahnen am Reichstag durch die vom BMI genehmigte Reichsbürger-Demo am Reichstag, die "richtigen" Bilder lieferte um die Querdenken-Demonstranten als Rechtsextreme zu diffamieren, sollte Querdenken darüber nachdenken, beim nächsten mal CDU, SPD; Grüne- Fahnen zu schwenken.

    Dann ist das falsche Spiel zu Ende.

    • Das finde ich aber mal eine richtig gute Idee! Jeder soll die Fahne der Partei schwenken, die er bei der letzten Wahl angekreuzt hat. Das sähe sicher interessant aus :-))))

  10. Meine Meinung, darf ich eine Meinung haben(?), ist, das der Artikel von Ploppas nur so von Fehlern strotzt, trotz der wenigen Wahrheiten.
    Es geht doch um das Wesentliche, die schwarz- weiss- rote Flagge, oder?
    Da hat er gesagt, von 1919 gab es (nur?) die schwarz- rot- gold?! Das ist nicht ganz richtig. Bis die Nationalsozialisten ihre Hakenkreuzflagge aufzogen, hatten sie, wie alle vorher, die Schwarz-Weiss-Rote, mit dem kleinen schwarz-rot-goldenen Emblem in der oberen Ecke; in der Handelsschiffahrt.

    Natürlich 'vermuten' ALLE, das Provokateure der Stasi 2.0 dort vor dem Reichstag waren, was aber nicht bewiesen ist.
    Bewiesen, durch die Anwesenheit, ist aber, das Propagandamedien dort in Bereitschaft standen- mehr, als Pozilei.
    ICH wünsche, das dort Deutsche die deutschen Flaggen geschwenkt haben/hätten. Das zeugte von Nationalbewustsein. Nicht zu verwechseln mit Sozialisten.
    Glückauf.

  11. Sehr geschätzter Herr Ploppa, Ihre Konstruktion zum Thema organisierter und ritueller Kindesmissbrauch ist äussert schwach und nicht auf dem Niveau Ihrer anderen Analysen. Gerade bei einem Thema, bei dem man potentiell sehr viel emotionales Leid bei Opfern riskiert, schweigt man besser solange, bis man sich intensiv damit befasst hat. Katholische Kirche und Pogrome – ist ein bisschchen weit hergeholt, nicht? Deshalb ausnahmsweise ein Thumbsdown von mir.

  12. Guter Beitrag. Das einzige was mir fehlt, als Anarchist, ist eine klare Ablehnung von Rassismus. Ein einfacher kleiner Satz würde reichen. Mir ist klar, dass die besagte Flagge nicht automatisch Rassismus impliziert. Aber gerade für mich als "nicht-rechten" wäre es viel einfacher auch rechte Positionen und selbst so romantisch nationalistsische, wie die des Artikels, zu akzeptieren, wenn klar wäre, dass Rassismus nicht geht.
    Rassismus ist ne relativ einfach definierte Sache, wenn man halbwegs bei Sinnen ist.

    • Rainer Mausfeld – Warum schweigen die Lämmer? – Vortrag – DAI Heidelberg
      (ab ca. min. 29)

      (Rechtfertigung von Herrschaft – Rassismus, Kulturrassimus, Klassenrassismus)

      Angst führt immer zu einer Status quo Neigung, die wir sowieso haben. Wir neigen von Natur aus, Teil der Beschaffenheit unseres Geistes, neigen wir dazu den Status quo allen anderen Zuständen vorzuziehen, auch wenn sie objektiv besser sind. Wir lieben den Status quo, hat einen ganz einfachen Grund, wir sind an den Status quo gewöhnt. Der ist für uns berechenbar. Der hat für uns eine gewisse Übersicht, eine gewisse Vertrautheit. Wir wissen was im Status quo passieren kann. Alles Andere, selbst wenn es objektiv vielleicht besser ist, führt immer zu einer Verunsicherung. Wenn sie Ängste erhöhen, wird in der Bevölkerung massiv die Status quo Neigung erhöht.

      Gesellschaftliche Apathie war von Anfang an in der Demokratietheorie der Machteliten eines der wichtigsten Ziele. Demokratie sagen wichtige Politologen und politische Philosophen, Demokratie kann nur funktionieren wenn wir es schaffen den Großteil der Bevölkerung in die politische Apathie zu kriegen.

      Korrespondierend geht das Interesse am Anderen runter. Empathie, Solidarität werden reduziert unter Angst. Autoritäre Neigung und Sehnsüchte auf einen mächtigen schützenden Führer steigen.

      Eine Dämonisierung der Anderen. Die Neigung den Anderen zu dämonisieren. Wir suchen in unserer Not der psychischen Verarbeitung dieser inneren Energie, möglichst in Personalkategorien, einen Verantwortlichen.
      Und der einfachste Trick, kennen sie aus dem Leben, verantwortlich ist, da neigen wir immer dazu, ist immer der Andere. Unter großer Angst neigen wir dazu den Anderen zu dämonisieren. Den Fremden, den äußeren Feind. Und deswegen ist eine der Konsequenzen von großer Binnenangst, eine Erhöhung der Neigung zum Rassismus.

      Das hat für die Machtausübenden den Vorteil, daß sie nun die Angst doppelt nutzen können. Die erste Nutzung war, Angst durch die Erzeugung von Binnenangst, psychische Energie von den eigentlichen Zentren der Macht abzulenken.
      Der zweite Nutzen den man hat, wenn man durch die Erzeugung von Binnenangst die Neigung zum Rassismus erhöht, daß man jetzt den Rassismus nutzen kann, um ihn wieder als Drohgebilde an die Wand zu malen. Und sagen kann, wenn ihr uns nicht wählt oder wenn ihr uns nicht folgt, dann entsteht ja Rassismus.
      Das ist wieder ein infamer Trick weil der Rassismus genau auf diese Weise erst erzeugt worden ist. Und jetzt als zweites Mal, als Drohmittel genutzt wird.
      Also da ist eine ziemlich komplexe Funktionslogik dieser Dinge.

      Diese Sachen erzeugen dann auch gleichzeitig in uns natürlich Deutungsmuster für gesellschaftliche Konflikte die den jeweils Machtausübenden willkommen sind, weil sie wieder den Blick von den Zentren der Macht weg richten, auf Andere.
      Wir kriegen Deutungsmuster; ach so die gesellschaftliche Krise die wir gerade durchleben sind die Anderen.
      Also es werden bestimmte Deutungsmuster induziert indem man vorher entsprechende Ängste aufgebaut hat.

      Schauen wir uns ein paar Bsp. an:
      Angst hat die Deutschen gepackt, Angst vor dem Fremden, Angst um den Arbeitsplatz und vor hohen Mieten, Angst vor Inflation und Rezession, Angst auch vor … usw.
      Das liest sich eigentlich wie ein Bsp., aktuelles Bsp. aus der Tagespresse. Es stammt de facto aber von 1992 (Der Spiegel 15/1992), wo wir diesen Zyklus bereits schon einmal hatten.

      Und interessant ist heute, daß uns die Auseinandersetzung mit dem was damals passiert ist, eigentlich schon wieder aus dem gesellschaftlichen kollektiven Gedächtnis entflutscht ist. Sonst hätten wir heute mehr Möglichkeiten uns mit dem was aktuell passiert auseinander zu setzen. Wir sind bereits durch diese Zyklen durchgelaufen.

      Wenn wir über Rassismus sprechen, als Konsequenz der Angsterzeugung, da muß man sich auch klar machen, das ist ein ganz wichtiger grundsätzlicher Punkt, daß die Funktion von Rassismus nie die Abwehr von Fremden war.
      Sondern die Funktion von Rassismus ist die Kategorie des Fremden als kategoriale Gruppe überhaupt erst zu konstituieren. Der Rassismus erzeugt erst die Kategorie des Anderen.

      (Die Funktion des Rassismus besteht nicht in der Abwehr von „Fremden,“ sondern in deren Hervorbringung > dadurch stiftet der Rassismus Gemeinschaft)

      (…)

      Damit wir auch das richtig einordnen können was da passiert mit dieser Angsterzeugung.
      Gründe: Erzeugung von Rassismus über Angsterzeugung. Ist ein weiterer grundsätzlicher Punkt ganz wichtig. Die permanente Erzeugung von Rassismus ist historisch ganz tief in unserer Gesellschaft verankert.
      Der Kolonialismus war natürlich ein zutiefst rassistisches Programm. Der westliche Kapitalismus erzeugt strukturell rassistische Mechanismen von Ausgrenzung. Ein konstanter bezüglich der Grenzziehung, aber einigermaßen flexibler Rassismus. Der ist sehr subtil, der hat nicht immer einen Aufkleber, „ich bin Rassismus.“

      (Die permanente Erzeugung von Rassismus ist historisch tief in unserer Gesellschaft angelegt.

      Der westliche Kapitalismus erzeugt strukturell rassistische Mechanismen von Ausgrenzung, sei es kulturell oder Klassenrassismus – ein konstanter, bezüglich der Grenzziehungen aber einigermaßen flexibler Rassismus“ (Wallerstein).

      Die mit jeder Form von Rassismus einhergehende Zuschreibung unveränderlicher Eigenschaften zu Gruppen dient der Verfestigung und Stabilisierung von Ausbeutungsverhältnissen.

      > Der globalisierte Kapitalismus kann nur rassistisch sein, weil er extreme Ungleichheit rechtfertigen muß.

      Lit.: Immanuel Wallerstein und Étienne Balibar (1988/2017 Rasse – Klasse – Nation.))
      (Rainer Mausfeld – Warum schweigen die Lämmer? – Vortrag – DAI Heidelberg)

      Oder hier:

      Hr. Mausfeld: Also das Rechts im Sinne … alle Kategorien stammen aus der Zeit der Aufklärung, Liberalismus, Sozialismus, Konservatismus, waren alles Dinge die zu der Zeit entstanden sind.
      Und rechts und konservativ heißt eigentlich, den Status quo bewahren, auch den Politischen. Die waren eben für Monarchie, für die Herrschaft der Kirche, für all so etwas. Insofern ist irgend eine Art dieser Zweiteilung in jeder Gesellschaft da. Ein Teil setzt auf eine emanzipatorische Weiterentwicklung einer Gesellschaft. Das waren dann die die sich links nannten. Und ein Teil setzt auf die Bewahrung des Vorhandenen.

      Jetzt kommt 'ne andere Dimension, die liegt eigentlich quer dazu, das ist die, die rassistisch ist, also die sozusagen sagt, „es gibt Menschen mit einer grundsätzlich höheren Wertigkeit. Die Grenzen sind natürlich immer fließend, weil der Konservatismus natürlich immer eng mit dem Nationalismus verbunden war. Weil er sagt, meine Nation hat natürlich eine andere Wertigkeit als andere Nationen … aber sie zielen darauf (gewandt an Frau Kosubek) daß sie sagen das gehört eigentlich in eine lebendige Demokratie … gehört ein Spektrum von Perspektiven. Wir betonen immer Heterogenität und Pluralität. Damit müssen wir klarkommen. Es gehört auch dazu, daß Leute ihre Meinung sagen, die ich abstoßend finde. Das muß ich in einer Demokratie hinnehmen und muß mich damit auseinandersetzen.

      Gleichzeitig kann natürlich eine Demokratie auch sagen, wir als Vergemeinschaftung von Herrschaft, die wir uns unsere Gesetze und unsere Institutionen mit bewußtem Willen gegeben haben, wir möchten bestimmte Dinge … sei es aufgrund von historischen Erfahrungen … wir möchten bestimmte Dinge nicht, weil wir sagen, da wird es unmenschlich, das führt zu Zivilisationsbrüchen. Rassismus ist sicherlich etwas, was gerade in der deutschen Geschichte zu Zivilisationsbrüchen führt. So daß eine Gesellschaft sich sagen kann. Nein, einen rassistischen Diskurs möchten wir nicht im politischen Raum.

      Nur sieht man auch da wieder wie schnell die Verlogenheit dieses Arguments deutlich wird, wenn sie sich Äußerungen … könnte man auch stundenlang anführen von Politikern … Stoiber beispielsweise mit seiner Warnung vor einer durchmischten und durchrassten Gesellschaft. Merz im Jahre zweitausend mit der Leitkulturdebatte. Das ist Kulturrassismus. Das heißt wir haben ganz viele Arten von rassistischen Ressentiments die in der Politik erlaubt sind. Die nur sehr verborgen sind und auch interessanterweise oder auch nicht interessanterweise auch nicht thematisiert werden. Schäubles Äußerungen über Flüchtlinge in den 90er Jahren. Das war auch eine Art von Rassismus. Und wir haben natürlich einen Klassenrassismus. Wir haben eine Verachtung der Armen. Auch das ist eine Art von Kulturrassismus. Wir haben einen Klassenrassismus, wo wir den Armen sozusagen die Schuld für ihre Situation selber zuschreiben.
      (Rainer Mausfeld zu den „Gelbwesten“, Neoliberalismus, Migration und Elitendemokratie, Gespräch RTdeutsch)

  13. Erfrischend, Ploppas Beitrag und historisch informativ. Nichts aendernd aber vieles entlarvent Aber das ist doch schon mal was. Und es durchschlaegt den ganzen Mythenkram, mit dem viele Rattenfaeger immer wieder versuchen, Stimmen zu fangen. Weiter so!

    • Ganz im Gegenteil! Der Beitrag von Plopas ist mir ein wenig zu indoktrinierend.
      Sage einen Teil der Wahrheit, und verbreite DANN die Indoktrination.
      Wie mit dem 'unsinnigen' Friedensvertrag.
      Die BRvonD, die Verwaltung der Alliierten, DARF/ KANN keinen Friedensvertrag schliessen, mit wem auch immer. WEIL, die BRvonD hat KEINEN Krieg geführt/ verloren. Das war das Deutsche Reich unter der DIKTATUR der Nationalsozialisten!
      DAS wusste auch ein Herr Genscher- damals.
      Immer wieder das Märchen, WIR, das wäre die BRvonD, könnten keine Reparationen zahlen- können.
      Werter Herr Ploppas, WIR, die BRvonD, hat bereits die Reparationen des I.WK in den Sechzigern bezahlt.
      UND, wir,die BRvonD, zahlt bereits Reparationen; durch die gesteuerte Verwaltung, BRvonD.
      Sie können einmal nachfragen, wer alles 'Entwicklungshilfe' bekommt.
      Die Millarden, die in die EU fliessen, fallen meiner Ansicht auch darunter.
      Hätter der Verbrecher, Adenauer, einen Friedensvertrag, die Souveränität, UND die Festigung der Grenzen- im Deutschen Reich, nach 1949, angestrebt, wären WIR, die Deutschen, die Reparationen bereits los.
      ABER, das soll ja gar nicht sein. Bis 2099 soll das Deutsche Reich besetzt, und indoktriniert (siehe Ploppas), bleiben. Also, ZAHLEN WIR Deutschen bis zum NIMMERLEINSTAG!
      Da wünsch ich mir doch lieber das Ende mit Schrecken, …………….
      Bei KEN FM habe ich schon informativere Artikel gelesen.
      Glückauf.

  14. Ich habe den Eindruck, dass in Deutschland – zu allen Zeiten schon? – gern eine krankhafte Form von Romantik grassiert. Dieses basiert auf einem Traum von guten alten Zeiten, einem schönen Mittelalter, das man sich realitätsfern ausdenkt und in das man zurückkehren möchte, mitsamt aller Ritterromantik. Das war auch im 3. Reich weit verbreitet – man träumte von über den slawischen Raum verteilte Ordensburgen, von denen aus die slawischen Untermenschen (Sklaven) von den arischen Helden auf ihren Burgen sitzend, verwaltet würden. Nicht umsonst gab es Gemälde von Adolf in "schimmernder Ritterrüstung". Und die Schwarz-Weiß-Roten haben sich längst ein ganz wunderbares, wilhelminisches Kaiserreich ausgemalt, in dem Milch und Honig fließen und in das sie zurück möchten. Insofern ist "Romantik" nicht nur schön, sondern auch "spinnert" und kann sogar gefährlich werden. (Randbemerkung: Auch die Engländer litten zur Zeit des Prä-Raphaelitismus an so etwas, was immerhin recht schöne Malereien hervorbrachte und letztlich den Jugendstil).
    Fällt mir noch ein Wort ein… nur bedingt im Zusammenhang… "Deutsche Schrebergartenritter?" 🙂

  15. Mit diesem Beitrag outet sich Hermann Ploppa
    als Handlanger globalistischer Machtinteressen .

    Ob die Farben einer Fahne "hässlich" sind liegt im Auge des subjektiven Betrachters .
    "hässlich" ist kein politisches Kriterium .
    Ebenso tief untergriffig ist dazu die Behauptung "Spalterfarbe"

    Wenn der Hr. Hermann Ploppa behauptet, es gebe keinen Friedensvertrag ob der geforderten Reparationszahlungen
    muss darauf verwiesen werden, dass Deutschland vermutlich Reparationszahlungen in der Höhe einzigartig in der Geschichte geleistet hat und diese kein Argument sondern Vorwand ist .

    Dass Q.Anon Werk ausländischer Geheimdienste ist, ist unbewiesene Verschwörungstheorie .
    Und wenn er auch noch die Zeugen Jehovas bemüht,
    ist es naheliegend besser die Zeugen Jehovas in Zusammenhang mit Corona zu bemühen .

    Es liegt mir fern die deutsche Reichsflagge in Schutz zu nehmen , noch Q.Anon .
    Die Argumentation des Hermann Ploppa ist einfach schlecht und einschlägig .

  16. Schwarz-Rot-Weiß steht, im Gegensatz zu Schwarz-Rot-Gold, für die prinzipielle Verneinung von Demokratie, sei es nun in bürgerlicher oder aber in sozialistischer Ausprägung. Es steht für "Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht!", für den Griff nach der Weltmacht und Wilhelms verbrecherischen Ersten Weltkrieg, für die blutige Konterrevolution nach 1918, für den Kapp-Putsch, für die Harzburger Front und zuschlechterletzt für den Tag von Potsdam. Kein Wunder, daß von interessierter Seite die unselige Fahne auf der Demo vielfach, ganz besonders konzentriert aber beim provokatorischen Sturm auf die Reichstagstreppen, platziert wurde. In einer breit angelegten GRUNDRECHTE-Demo gegen das Corona-Regime hat diese Fahne der Firma Kartätschenprinz & Söhne nicht verloren! Wenn denn unbedingt Nationalfahne, dann immer noch – trotz all der unter dieser Fahne stattfindenden unrechtmäßigen Bundeswehr-Einsätze –
    die seit sieben Jahrzehnten geltende schwarz-rot-goldene.

    • Richtig so. Und das die Sozialisten auf deutsche Soldaten haben schiessen lassen (Ebert). Ach, das war gar nicht im Kaiserreich!?
      Ob der I. WK verbrecherisch war, behaupten die Kommunisten, und Sozialisten, die die Wehrmacht 1918 sabotiert haben (Soldatenräte).
      Dann sind SIE auch der Ansicht, das Großbritanien eine Verneinung der Demokratie hat/ ist.

      Vielleicht sollten sie etwas 'leichteres' rauchen- zuviel davon vernebelt auch den Geist.
      Glückauf.

    • An Karl. Wenn denn der 1. Weltkrieg nicht verbrecherische gewesen sein sollte – was er war, wie alle Kriege – dann war er auf jeden Fall DUMM. Genau wie der 2. Weltkrieg. Mit ein wenig Intelligenz, Vernunft und Geschick hätte man sich beide sparen können.

    • PS: Gerade wenn Du "Oberschlesien" erwähnst. OHNE Krieg wäre D um Einiges größer. Allein daran kann man schon das DUMM erkennen. Abgesehen von D als Trümmerlandschaft 1945. Abgesehen von unzähligen Opfern auf allen Seiten. Sowas lässt man sich weder frei Haus liefern, noch macht man sich selbst auf diesen Weg, wie geschehen. Es ist einfach DUMM.

    • "OHNE Krieg wäre D um Einiges größer." – Naja, ohne diesen WK I und mit dem ewigen Frieden vielleicht, aber auch nicht ganz sicher, denn so etwas wie Sezession hätte es ja auch geben können. Aber das ist nebensächlich.

      So herum müsste man auch sagen, dass es das rote Russland noch gäbe, wenn die nicht so dumm gewesen wären, Afghanistan anzugreifen.

      Deutschland hat den WK I nicht angefangen. Und der Kaiser hat ihn auch nicht gewollt, weil er nämlich nicht dumm war.

      Diesen Krieg wollten andere Kräfte.

  17. Interessanter Beitrag zu den geschichtlichen Hintergründen. Ich befürchte die wenigsten dieser Fahnenträger kennen diese. Für Politik und Medien ist das leider ein gefundenes Fressen, was natürlich genüsslich medial empörend verarbeitet wird.
    Die historische Betrachtung würde dabei nur stören.

  18. Danke Herr Ploppa für diesen Beitrag.

    Es ist immer wieder erfrischend und auch immens Wichtig geschichtliche Hintergründe aufzuzeigen. Dafür gebührt Ihnen großer Respekt.

    Vom geschichtlichen Standpunkt mal abgesehen muss ich auch für die Analyse bezüglich Friedenvertrag und dessen Notwendigkeit bzw. die Reichsbürgerbewegung und die Inkonsistenz dieser Bewegung, bzw. dessen teilweise Fremdsteuerung danken. Es ist schön, dass viele hinter diese Vorhänge blicken wollen. Die Möglichkeiten sind noch vorhanden.

    Auch ich halte die QAnon Bewegung für False Flag oder gesteuerte Opposition.
    Dessen Zweck ist ein Hinhalten und PR für Trump und Co., bzw. eine andere Oligarchengruppe, aus meiner Sicht.

    Aber sie wischen die rituellen Kindermorde und organisierte Pädophelie allzuleicht vom Tisch und machen dieses Thema teilweise und auf eine profane Art lächerlich.
    Die Fakten existierten hierüber schon vor und unabhängig von QAnon. Ich denke das Ziel von Q ist letztendlich auch, dieses Thema zu diskreditieren, sobald rauskommt, dass die Bewegung eben False Flag ist.

    Ich stimme mit Ihnen auch überein, dass auch im Mittelalter das Thema für politische Zwecke missbraucht wurde. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch zu der Zeit dokumentiert wurde, dass nicht alles nur Fake war.

    Wer sich an solchen unsagbaren Verbrechen letzendlich beteiligt ist im Schatten, da, wie auch bei Q eindrucksvoll zu sehen, das Thema mit einer politischen Augenklappe instrumentalisiert wird und immer nur die Seite beleuchtet wird, die den Hintermännern passt um Ihre Propaganda zu festigen.

    Das ändert aber nichts und wirklich rein gar nichts an der Tatsache, dass die Verbrechen stattfinden und die Eliten (ob Geldadel oder Adel) rein zufällig immer irgendwie auf wundersame Weise damit in Verbindung stehen und dennoch alle weiße Westen haben. Egal an welchen Punkt der Geschichte.

    • Hallo medium,nicht zurückkehren zu einer alten Verfassung sondern in einer amerik. Verfassung landen unsere Suveränität einfach wegschmeissen.
      Der Bericht hat so gut begonnen und endete wie 99% der Berichte in amerik. Propaganda von Q Anon über den symbolischen Kniefall vor dem globalistischen Fakepräsidenten Trump.Der übliche Putschpräsident und natürlich ein Freund aller Deutschen😄 der uns als Retter und Menthor verkauft wird.Die übliche miesse Nummer uns den korrupten amerik. Staat über einen diplomatischen Mittelsmann schmackhaft zu machen um unser Land ganz friedlich an die US Globalistenwirtschaft abzutreten und uns dabei noch toll und gerettet zu fühlen und alles weil wir so toll auf der Strasse gegen Corona demonstriert haben dürfen wir als Volk jetzt unsere Verfassung neu schreiben und Trump hilft uns dabei weil er uns so mag!🤣Ja, Trump ist natürlich auch ein Freund der Reichsbürger und würde diesen mit erobern .Trump der Mann aus dem Volk🙈🤪!Wenn Trump das Vorbild für unsere Patrioten ist dann haben diese Leute nicht bemerkt das ihr Vorbild von den US Globalisten dafür geschaffen wurde den deutschen Wiederstand auf seine Seite zu ziehen und diesen mit Schmeicheleien und Kampfgeschrei zu überlisten und ruhig zu stellen.Es gibt keine Rettung für Deutschland nur listige Pläne gegen uns!Keine friedliche Demo der Welt wird uns von unseren Eroberern und Plünderern befreien,das sollte jedem klar sein!Wir würden zu Multikulti vereint ,die Grenzen bleiben offen und es scheint fast jedem scheissegal geworden zu sein.So das wäre schön einmal geschafft.Jetzt wird noch der gemeinsame Kampf aller Nationen gegen Corona gestärkt und wenn das geschafft ist wird unser Deutschland zur amerik. Wirtschaftskolonie erzogen.
      Manometer da freue ich mich schon drauf!🥁
      m.f.G.

    • Werweißdasschon:

      Geopolitik und Pädokriminalität
      Publiziert: Januar 2019; Aktualisiert: Juli 2020

      Der folgende Beitrag bietet eine Übersicht und Referenzen zum Themenkomplex der organisierten Pädokriminalität im Kontext von Geopolitik, Elitenmanagement, und westlichem Mediensystem.

      Hinweis: Keine aktive Leseempfehlung; nur gedacht für Personen, die sich ohnehin mit dieser Themati­k befassen (möchten). Nicht geeignet für minderjährige oder sensible Personen.

      Vorwort

      Geopolitische Machtstrukturen erfordern effektive Führungsinstrumente. Eines der wirkungs­vollsten Führungs­instrumente ist seit jeher die Erpressung, und die ultimative Form der Erpressung beruht insbesondere in westlichen Ländern auf der Involvierung in Pädokriminalität.

      Wie die folgende Übersicht zeigt, deuten verschiedene Untersuchungsverfahren und Opferaussagen, aber auch sabotierte Ermittlungen und ermordete Zeugen, auf eine potentiell einflussreiche Rolle pädo­krimineller machtpolitischer Elitennetzwerke in Europa und den USA hin.

      Im Falle Italiens ist beispielsweise dokumentiert, dass der frühere italienische Militärgeheim­dienst SIFAR im Auftrag der CIA über 150.000 Dossiers zu »irregulärem Verhalten« erstellte und damit die ge­sell­schaf­tliche Elite Italiens während Jahrzehnten erpressen und kontrollieren konnte.

      Etablierte transatlantische Medien berichten – von Ausnahmefällen abgesehen (s.u.) – kaum zeitnah und investigativ über diese Thematik. Dabei ist zu bedenken, dass diese Medien zumeist in dieselben geopolitischen Machtstrukturen eingebunden sind wie die fraglichen Akteure selbst.

      So war ein von belgischen Zeugen identifizierter Pädokrimineller unter anderem Vizepräsident der Europäischen Kommission sowie Vorsitzender und später Ehrenpräsident der bekannten Bilder­berg-Kon­fe­renz, zu der die transatlantische Elite aus Politik, Wirtschaft, Militär und Medien geladen ist.

      Ein weiterer von Zeugen identifizierter Pädokrimineller verhinderte als belgischer Justizminister die Aufklärung von Terroranschlägen und verfügte 1992 die vorzeitige Haftentlassung von Marc Dutroux; später wurde der Mann Richter und Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof.

      Auch ein späterer NATO-Generalsekretär wurde von einer belgischen Zeugin als Beteiligter genannt. Diese und zahlreiche weitere Persönlichkeiten wurden bis heute nicht juristisch belangt.

      In vielen Fällen sind Kinderheime oder Kinderhilfswerke direkt oder indirekt in die pädokriminellen Netzwerke eingebunden; in anderen Fällen werden die Kinder aus Problemfamilien rekrutiert oder durch Entführungen beschafft. Manche dieser Kinder wurden letztlich ermordet.

      Während aus gesellschaftlicher Sicht integre und vorbildliche Persönlichkeiten als Eliten­ wün­schens­wert sind, sind aus machtpolitischer Sicht im Gegenteil erpressbare und korrumpierbare Personen gefragt. Hieraus ergibt sich ein grundlegender Widerspruch mit weitreichenden Folgen.
      (SWPRS)

      Serox:

      Wir sind, was volkt!
      27. Dezember 2018 Richard Winterstein
      Neofaschisten skandieren griffige Parolen und offenbaren darin ihr gestörtes Verhältnis nicht nur zur deutschen Sprache, sondern auch zu deren Bedeutungsinhalten. Aber nicht nur das!
      (…)
      "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!"

      Eine wahrhaft revolutionäre Parole! "Deutschland den Deutschen …!" Deutschland ins Eigentum der Deutschen, d.h. aller Deutschen überführen – das hat was! So sei das aber gar nicht gemeint? Wie denn dann? Aha, der zweite Teil der Parole darf dabei nicht unterschlagen werden: Die Ausländer müssen natürlich außer Landes geschafft werden, denn darauf kommt's in erster Linie an. Und wenn die dann alle weg sind, gehört Deutschland endlich wieder den Deutschen allein. Will heißen: Die Anwesenheit von Ausländern im Land ist verantwortlich dafür, dass Deutschland eben nicht den Deutschen gehört. Wenn das so ist: Gehört Deutschland heutzutage dann den Ausländern? Kann man so auch nicht sagen, denn die haben uns Deutschen Deutschland allein aufgrund ihrer Anwesenheit ja eigentlich gar nicht weggenommen. Es ist noch da und gehört überwiegend deutschen Eigentümern. Was also will uns die Parole sagen?

      Mit der Eigentumsfrage hat die genau genommen gar nichts zu tun. Es geht dabei auch gar nicht um den Verteilungsmodus deutschen Eigentums, denn das ist bekanntlich selbst unter Deutschen höchst ungleich verteilt: Wenige besitzen sehr viel, viele sehr wenig! Das soll in den Augen derer, die diese Parole skandieren, auch gefälligst so bleiben! Deutschland soll, geht es nach dieser Parole, also gar nicht als Heimat krasser sozialer Ungleichheit denunziert, sondern als nationalistisch einheitlich strukturiertes Gebilde eingefordert werden. Deutschland ist unser Deutschland, wenn alle Ausländer weg sind! Und es hat auch dann immer noch unser Deutschland zu sein, wenn der Mehrheit der Bevölkerung wenig mehr als vielleicht ein Auto und die Wohnungseinrichtung gehört.

      Die reale Einkommens- und Eigentumsverteilung hat für das deutsch-nationale Einheitsempfinden überhaupt keine Rolle zu spielen. Das nationale Wir-Gefühl hat es nicht nötig, sich mit lästigen Besitzverhältnissen herumzuschlagen. Als deutscher Landsmann steht uns der größte Mietwucherer noch immer um ein Vielfaches näher, als unser besitzloser Mieternachbar mit ausländischer Herkunft, der unter der gleichen Wuchermiete leidet, wie wir. Soziale Gegensätze, mit denen die Nation reichlich ausgestattet ist, sind dem überzeugten Neofaschisten überhaupt kein hinreichender Grund, seine Identifikation mit dem nationalen Ganzen in Frage zu stellen.
      (…)
      "Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!"

      Neofaschisten fordern, dass die Staatsbürger ihr Land "lieben" sollen, andernfalls hätten sie es zu verlassen. Als "Liebe" wird gemeinhin jenes Gefühl bezeichnet, in dem sich eine besonders starke emotionale Hinwendung zu einem Menschen ausdrückt. Ein solch starkes Gefühl soll die Staatsbürger nach Vorstellung der Neofaschisten also auch mit dem Land, in dem sie beheimatet sind, verbinden.

      Nun stellt sich zu allererst die Frage, ob sich ein solch abstraktes Konstrukt wie die Nation (oder "Deutschland") überhaupt als Objekt von Liebe eignet. Dass es einen beträchtlichen, allein physischen Unterschied zwischen einem menschlichen Liebespartner und der Nation gibt, werden selbst radikale Nationalisten nicht leugnen. Liebesgefühle spielen sich in der Regel zwischen zwei Menschen ab, manchmal auch zwischen dreien oder mehreren, werden gegeben und erwidert, gründen auf Nähe und Vertrautheit, auf Vertrauen und Wahrhaftigkeit und besitzen zudem eine körperliche Komponente. Das alles soll sich in etwa auch zwischen einem Staatsbürger und seiner Nation abspielen?

      Das Land, die Nation hingegen ist kein Lebewesen, sondern ein abstraktes und fiktives Gebilde – dem Inhalt nach eine Ansammlung der unterschiedlichsten materiellen und lebendigen Bestandteile -, welches in seiner begrifflichen Form als Einheit nur erscheint, in seinen konkreten Ausprägungen aber voller Interessengegensätze ist, die es wahrlich ziemlich schwer, wenn nicht gar unmöglich machen, sich mit einem konsistenten positiven Gefühl darauf zu beziehen. Um die Gesellschaft als Ganzes als Bezugspunkt für positive Gefühle welcher Art auch immer überhaupt in den Blick zu bekommen, muss von all den existierenden Gegensätzen und unangenehmen Sachverhalten, die in einer kapitalistischen Gesellschaft zugange sind, großzügig abstrahiert werden. Und nur unter der Voraussetzung eines fiktionalen Bezuges auf das Ganze kann überhaupt davon ausgegangen werden, dieses auch noch mit einem der Liebe gleichwertigen Gefühl belegen zu können.

      Was veranlasst Neofaschisten dazu, einen solch starken Gefühlsbegriff wie "Liebe" überhaupt für ihr Verhältnis zur Nation zu verwenden? Mit Liebe im zwischenmenschlichen Sinn dürfte das eher weniger zu tun haben. Vielmehr geht es hierbei um eine ziemlich kernige Forderung, die die Neofaschisten den Staatsbürgern damit in Anschlag bringen: Die sollen sich nämlich als solche den Ansprüchen der Staatsgewalt möglichst widerspruchslos unterwerfen! Sie sollen das geltende Eigentumsregime und den daraus resultierenden Klassencharakter der bürgerlichen Gesellschaft samt allen damit einher gehenden Zumutungen, Benachteiligungen und Schädigungen als unbedingt und alternativlos gültig anerkennen.
      (Telepolis)

    • Vielen Dank Box für die weiteren Hintergründe.

      Noch aus Aktualität, sei der Fall Epstein zu nennen an dieser Stelle.

      Selbstverständlich wird auch der Fall instrumentalisiert und nur aus einem bestimmten politischen Blickwinkel betrachtet, um machtpolitische Ziele zu erreichen bzw. die Spaltung in der Gesellschaft weiter zu fördern.
      Aber das Ganze ändert nichts an der Tatsache, dass die Verbrechen stattfanden und diese im höchsten Maße organisiert waren (sind). Des Weiteren wird hier auch nur die kleinste Spitze des Eisberges beleuchtet und die tiefen Abgründe komplett ausgeblendet.
      Noch einmal Herr Ploppa: Dass Sie das so einfach vom Tisch wischen wollen ist doch zumindest merkwürdig, wenn man bedenkt, dass gewisse Äußerungen in anderen Interviews von Ihnen darauf hindeuten, dass Ihnen die Sachlage alles andere als unbekannt ist.

      Zu der Souveränität sei noch angemerkt:
      Eine Souveränität, die von Gnaden anderer bzw. aufgrund von Verträgen und sonstigen illegitimen Konstrukten raus entsteht, ist keine Souveränität. Zumindest ist es nicht von Bestand, da diese immer von Launen abhängig sein wird.
      Unsere Misäre hier im Lande, eigentlich weltweit (da nicht nur ein rein deutsches Problem), liegt meines Erachtens nicht am Mangel von Souveränität, sondern die Akzeptanz der breiten Korrumpiertheit der sog. Eliten und Machtbesessenen Menschen die an den Helbeln sind, durch die Völker.
      Wenn Begriffe wie Lobbyismus allgemein als normal angesehen werden, und das nicht als synonym für Korupptes Verhalten verstanden wird, dann ist es wohl klar, dass man sich nicht als Souverän betrachtet.
      Wenn man akzeptiert, dass eine transatlantische Mafia die Geschicke lenkt und diesen Haufen über Jahrzehnte hinweg immer wieder auch noch wählt und feiert, dann braucht man nicht von Souveränität zu sprechen.
      Wenn man akzeptiert, dass nächste Generationen von solchen mafiösen Handlangern in Ausbildungsschmieden bereits herangezogen werden und uns als sog. Alternativen präsentiert werden, dann kann man den Souverän auch nicht ernst nehmen.
      Souveränität ist etwas, wozu man sich selbst erheben muss bzw. erhebt, und nicht von der Meinung oder Verträgen anderer Staaten oder Gruppierungen abhängig macht. Alles andere ist Augenwischerei und wird die Handlanger nicht vertreiben.

  19. Und das ist ja auch sehr interessant:

    Quelle: Bundestag.de

    https://www.bundestag.de/presse/hib/2015_06/380964-380964

    Berlin: (hib/AHE) Das Bundesverfassungsgericht hat in ständiger Rechtsprechung festgestellt, dass das Völkerrechtssubjekt "Deutsches Reich" nicht untergegangen und die Bundesrepublik Deutschland nicht sein Rechtsnachfolger, sondern mit ihm als Völkerrechtssubjekt identisch ist. Darauf verweist die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/5178) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke zum Potsdamer Abkommen von 1945 (18/5033). Die Abgeordneten hatten sich unter anderem nach der "These von der Fortexistenz des Deutschen Reiches" erkundigt und gefragt, ob die Bundesregierung diese als öffentlich als unhaltbar zurückweisen werde, "damit diese Behauptung nicht von Neonazis und der so genannten Reichsbürgerbewegung für ihren Gebietsrevisionismus gegenüber den EU-Nachbarländern instrumentalisiert werden kann".

    • Ich kann mich noch gut an Diskussionen in der Schulzeit erinnern, wo ein Freund sagte, bei einer Auswanderung z.B. in die USA würde man über auf dem Ausweis über den Nachweis der Staatsangehörigkeit als Reichsbürger bezeichnet. Habe es immer für einen Scherz gehalten, aber in dem Interview

      Kai Stuht Creative Caravan – Im Interview mit Michael Fritsch & Bernd Bayerlein
      https://www.youtube.com/watch?v=Dqsz_EF_rcU

      Ab Minute 10:30 – 11:30 wird hierüber ja auch diskutiert. Würde auch erklären, warum die Reichsbürgerflagge ansich so beliebt ist ^^

    • Wenn also das Deutsche Reich nicht untergegangen ist UND wir zu einem Friedensvertrag kämen, der dann naowendigerweise das Verwaltungskonstrukt BRD auflösen würde, in welche Verfassung würden wir dann zurückkehren?

    • Hallo medium, das ist einfach zu recherchieren.
      Da ALLE Verfassungen, und Gesetze, nach 1918, in unfreiheit / mangels Souveränität beschlossen wurden, ist nur die letzte Gültige, vo 1871 übrig; sowie BGB(in der Originalfassung) und HGB.
      Die Verfassung ist aber unser geringstes Problem. Eine Lösung ist im Geltungsbereich, UND Friedensvertag (den Herr Ploppas ja negiert) zu finden.

      Hallo Sucher von Frieden, das VV der BRvonD hat genau das gesagt/ geschrieben, was die 'Sucher' der Freiheit, ewig sagen. Nämlich, identisch I S T gleich; DAS ist immer noch nicht DASSELBE.
      Viele Andere, Professor Carlo Schmid (…wir haben keinen Staat zu…..) 1949, oder Kultusminister von Bayern 1979 Meyer (Spiegel) sagt,das den Schülern ALLE Teile des Deutschen Reich näher gebrachtwerden soll, oder Theo Waigel 1989 in Hannover (Tagesschau), sagen, daß das Deutsche Reich eben NICHT untergegangen ist. Sogar VSAmerikanische Gerichte, beziehen sich, bei Streitigkeiten, auf das Deutsche Reich – nicht auf die BRvonD.
      Glückauf.

    • Mein Gefühl sagt mir auch, dass die WR ein privates Regime war.

      Und der Logenbruder Papen hat für den Vatikan den Mann ins "Amt" gehievt, der dann das Konkordat endlich unterzeichnet hat.

      Und damit hat Hitler ein lange Phase des deutschen Widerstands gegen den Vatikan, also den deep state, verraten.

      Der alte Fritz hat dem Papst die Stirn geboten, übrigens auch der Zar. Und deshalb mussten bei mit dem WK I weg.

      Für mich geht der Weg dorthin zurück. Zum einen, weil es der schnellste Weg nach dem Friedensvertrag, zur Souveränität wäre, oder nicht?

      Und von dort aus, können wir in Ruhe aushandeln, wie es weiter gehen soll.

      Der Vatikan kontrolliert doch sowohl Bildung / Medien / Wissenschaft sowie die Finanzen. Wir müssen nicht pber Soros oder Rithschidl lamentieren, das sind nur Lakaien der vatikanischen Junta.

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