KenFM im Gespräch mit: Nino Schrepfer

Post an KenFM:

„Sehr geehrter Herr Jebsen,

ich arbeite in einer Werbeagentur, die zu 90 Prozent Produkte von Monsanto bewirbt sowie in extrem dekadenter Weise Nahrungsmittel auf den Werbeträgern abbildet, die den Konsum unverhältnismäßig verherrlichen.

Ich bin seit 3 Jahren in der Werbebranche als Texter und Konzeptioner tätig, und ich habe erkannt, dass auch mein Job, mein Wissen und mein Können zum Negativen missbraucht werden können. Dennoch gibt es, selbst in der Werbebranche, Nischen, die ohne die Rüstungsindustrie, Gen-Food oder ähnlich Unmenschliches anzupreisen existieren können. Die gilt es zu finden.

Ich bekomme hier vielleicht mehr Geld als anderswo, dennoch steige ich aus. Ich habe selbst schon gemerkt, dass ich für Produkte, die von Monsanto stammen, weniger schöne Texte schreibe, als für Produkte, die auch ich kaufen würde.

Die Entscheidung fiel, als ich eine ältere Dame in der S-Bahn sah, die die „Genusswelt“ von P**** bei sich hatte. Da spürte ich, dass ich nicht mehr dafür verantwortlich sein möchte, dass eine ältere Dame vermutlich darauf vetraut, was ich getextet habe. Und zudem noch ihren Enkeln in gutem Gewissen etwas zu essen gibt, dass nichts mehr mit Nahrung zu tun hat.

Warum ich Ihnen das mitteile?

Weil es sich richtig anfühlt. Weil ich es satt habe, allein gegen eine Mauer von Unwissenheit anzukämpfen. Und vielleicht auch, weil ich eine letzte Bestätigung brauche, dass meine Unterschrift unter meiner folgenden Kündigung nicht umsonst ist.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Engagement die Menschen aufmerksamer zu machen, Ihre Zeit und das Lesen meiner Nachricht.

Mit einem freundlichen Lächeln,
Nino Schrepfer“

Der Zweifel bietet dem Menschen die Möglichkeit, den eingeschlagenen Kurs zu überprüfen. „Ist das, was ich tue, wirklich in Ordnung, oder belüge ich mich selbst?“ Nino Schrepfer, Werber aus München, stellte sich diese Frage im Dezember 2013 und kam zu der Antwort: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Als er es uns genehmigte, obige Mail zu veröffentlichen, wusste er, dass darauf seine Kündigung folgen würde. Er behielt recht, bereut diesen Schritt aber keineswegs. Wir haben Nino Schrepfer in München getroffen – einen Menschen der sich entschloss, nicht weiter einfach nur zu „funktionieren“, sondern seinem Gewissen zu folgen. Bravo!

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12 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Nino Schrepfer

  1. Hallo, Ihr Lieben,

    ein sehr eindeutiges Interview, jedoch werden hier wieder künstlich erzeugte Dinge Nahrungsmittel genannt. Wenn überhaupt, isst der Mensch ausschliesslich Früchte vom Baum, Nüsse vom Strauch und Wildkräuter von der unverseuchten Wiese – das war’s! Fleisch und Wurst besteht aus Tieren – keine Nahrungsmittel, Brot ist kein Nahrungsmittel, sondern die Todesursache Nr. 1 weltweit und Milchprodukte sind auf Platz 2. Haupttodesursache weltweit ist gekochte, gebratene, gedünstete Nahrung.

    Kopf einschalten und gesund sein!
    Alles Gute,
    Tom

  2. Großen Respekt Nino Schrepfer! Es gehört wohl viel Mut dazu, so einen Schritt zu machen, und das auch noch Öffentlich. In der heutigen Zeit ist Mut schon etwas Seltenes geworden. Ich freue mich auch über KenFM der das Öffentlich gemacht hat. Du hast nun sowas wie einen kleinen Heldenstatus! Und ich hoffe du wirst ihn leben. Jeder Mensch der aufrecht geht, darf und sollte das auch zeigen. Schade eigentlich, dass zu viele Leute die falschen Stars haben. Ich werde meinen Kindern von von dir erzählen, (so wie meine Mutter mir damals von Mut und aufrechten Gang erzählt hat.) Ich hoffe, dass auch sie eines Tages in der Lage sein werden, über den Tellerrand hinaus zu gucken.

    Beste Grüße: Rene

  3. Ja, es ist richtig, seinen eigenen Überzeugungen zu folgen.

    Den Pessimismus zur Form des Wandels teile ich nicht. Die Lösung ist, wie immer, einfach:
    mache Dich unabhängig vom Kollektivbewusstsein, unabhängig von Angst. Stell Dir eine Gesellschaft vor, in der Du leben möchtest und für die Du Dich engagieren wirst. Lass Dir nicht einreden, dass Du keine Chance hast gegen „die da Oben“. Wir sind nicht die 99%, aber wir sind sehr viele, die eine lebenswerte Zukunft erschaffen .

    Nebenbei hat Nino Schrepfer mit seiner Bescheidenheit sich erst die Möglichkeit geschaffen, so zu handeln. Wer wirklich frei sein will, sollte keine Kredite oder laufende Raten haben. Schulden haben schon über die Wortenergie eine Wirkung, die uns Energie entzieht wie die Angst.
    Alles, was wir aus innerer Klarheit und mit Liebe machen bekommt energetische Unterstützung.
    Die Anhäufung von Geld ist nicht anderes als immer höhere und stärkere Mauern der Burgen, hinter denen sich der Adel sicher fühlte.
    Die Mauern haben sie nicht geschützt. Die Mauern wurden meist nicht durch das Volk gestürmt, es waren andere Burgbesitzer, die das taten……

  4. Steuern fließen überwiegend in die Rüstung anstatt in Bildung, Kultur und Sozialwesen.
    Gelder werden monatlich in babylonischen Mengen durch Pharmakonzerne über die Krankenkassen eingetrieben – um uns zu vergiften.
    Seit 2007 gibt es ein Gesetz, das alle zum zahlen zwingt!
    Mittlerweile wird sogar von Prostituierten Schutzgeld über das Gewerbeamt eingetrieben. Der Staat ist ein
    Wer bezahlt, wird nicht behelligt. Wer sich weigert, wird gesucht und eingesperrt.
    Wer es sich leisten kann, sollte passiven Widerstand leisten und verweigern.

  5. Lieber Ken, lieber Nino,

    euch beiden möchte ich mein herzlichen Dank für den konsequenten Widerstand aussprechen. Das fordert sicherlich nicht nur mir Respekt ab.
    Ich für meinen Teil verweigere mich seit einiger Zeit durch Nichtbezahlung der Schutzgelder in Form von Steuern und diversen anderen Beiträgen.
    Solange Geld in Rüstung und fließt, kann sich tatsächlich nichts ändern.

  6. Super, dass Du soviel Mut beweist. Es gibt doch einige Leute – auch in meinem Bekanntenkreis – die ähnlich denken und z. B. solche Produkte bewusst versuchen, nicht zu kaufen. Wir müssen nur noch mehr zusammenkommen und immer wieder jeden Einzelnen darauf aufmerksam machen und aufklären.
    Ich denke, wenn jeder von uns mehr Eigencourage übernimmt, dann klappt das auch!

  7. Der Niedergang sowie die Auferstehung ist bei Oswald Spenglers Untergang des Abendlandes letztes Kapitel der Staat für meinen Geschmack sehr gut geschrieben. Die weltweite Globalisierung muss zuerst vollendet (wirtschaftlich kulturellen Tiefpunkt) werden, damit das neue Wirken kann. Es geht nicht um Jahre sondern Jahrzehnte und mehr.

  8. Allen „Respekt !“ an deiner Entscheidung und deiner Tat. Es braucht in einigen Situationen im Leben sehr viel Mut und Selbstvertrauen seine Prinzipien zu „Leben“ und nicht nur aus zu sprechen. Man kann seine Mitmenschen nur durch das Vorleben seiner Einstellung dazu bewegen etwas zu verändern und, ich bin mir sicher dass durch die Veröffentlichung deiner Tat sich einige nach ihrem Selbstvertrauen fragen werden. Ich wünsche dir dass diese Kraft und dieser Mut dich dein ganzes Leben begleiten werden auch wenn sich die Vorzeichen und Verpflichtungen (Familie, Kinder u.s.w) vieleicht ändern und dich stärker belasten werden.
    Konkret krasse Umsetzung deiner Persönlichkeit und viel Glück und Kraft bei weiteren Entscheidungen ;-))
    `s Bobbelsche

  9. Ich freue mich sehr über diesen Beitrag und finde mich darin. Habe selbst in einer Werbeagentur gearbeitet die hauptsächlich für Nestle tätig ist und deswegen aufgehört. Wohlwollende, wache Grüße.
    P.S.: Ken, deine Arbeit ist supergut! Danke.

  10. ich bin sehr begeistert von dem jungen mann und wäre super stolz auf ihn als mutter! (auf meinen sohn bin ich auch stolz, der wehrt sich per zivilem ungehörsam. (gerade noch nicht anders, aber bald)
    wenn mehr solcher junger menschen aufwachen, dann ist hoffnung für den planeten, aber nur dann.
    ich will nicht aufschreiben, was ich leider stattdessen tagtäglich sehe, höre, lese……ihr wißt es selbst.
    dickes fettes danke an nino!!
    mutter und großmutter manuela

  11. Eigentlich müssten die Menschen nach Boston (Terrormanagement), oder Syrien, Ukraine, Genmais 1507, Griechenland und und und ja eigentlich mal wach werden. Denke aber ähnlich wie Herr Schrepfer, dass es entschieden zu wenig sind und auch nicht mehr werden. Ich kenne in unserem Ort, (Zwanzigtausend Einw. mit Eingemeindungen), nicht einen,(wenn ich meine 22jährige Tochter mal herausnehme), der/die die offizielle 9/11 Version nicht glaubt, was nicht heißen muss, dass es sie nicht gibt.
    Und wenn der Hunger kommt, nach dem Finanzcrash, wird sich auch nicht zwangsläufig der Verstand einschalten, eher Panik ausbrechen und der Feind von den Massenmedien bestimmt werden, so wie immer. Vermutlich wieder die NPD oder der Islam, die NPD, die es ohne VS und B/LKA vielleicht schon gar nicht mehr geben würde.
    Ist wohl auch zu viel verlangt von der Jugend, dass aus diesen unseren Schulen (nach)denkende Menschen entschlüpfen könnten. Herrn Schrepfer wünsche ich viel Erfolg, in dem was er tut. Leider lässt er sich nicht klonen. Ich meine sein Inneres, nicht sein Äußeres. Alles Gute!

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