Niveauregulierung – eine Kolumne (35)

von Bernhard Loyen.

Vor gut zwei Wochen kam es zu den nicht überraschenden Ereignissen in Hamburg, rund um den G-20 Gipfel. Diverse Gemüter beruhigen sich weiterhin nur langsam. Die Archivschubladen wurden jedoch schon geöffnet. Es wird abgeheftet und gespeichert. Immer wieder liest man jedoch in neuen Resümees und Aufarbeitungen über einen vermeintlich anhaltenden Schock, über die ausgeuferte Aggressivität der beteiligten Gruppierungen. Ist bzw. war das wirklich so neuwertig in der Erfahrung?

Nach grober statistischer Wertung, liegt dabei das Mitgefühl für die Opfer der sogenannten Krawalle, zumindest in den Leitmedien und den tausenden Foren- Beiträgen, eindeutig bei der Polizei.

Opfer bei Demonstrationen sind immer bedauerlich, aber nie zu vermeiden. Verletzte auf beiden Seiten gehören schon immer zum Ergebnisbild, wenn kritische Bürger auf kritische Staatsmacht treffen. Die für mich neue und überraschende Qualität liegt aber bei der Inszenierung, die Staatsmacht, also die Polizisten und Polizistinnen, als die Hauptopfergruppe anzusehen.

Seit Tagen kursieren sehr genaue Zahlen über Verletzte und Opfer, jedoch nur für die Polizei und ihren Kollegen von den SEKs. In Bezug auf die Bürger, gibt es bis dato nur schwammige Andeutungen. Unbekannt, grobe Schätzung, ungefähr, noch nicht endgültig bekannt. Warum?

Die Darstellung des gesamten Wochenendes wird auf die Ereignisse an einer Straßenecke, sowie einem auffällig einsamen und ungestörten Randalespaziergang reduziert. Dies medial immer wieder im Wiederholungsloop komprimiert, bleiben als die herausragenden Ereignisse in Hamburg, nachhaltig in den Köpfen.

In der Sendung Maischberger vom 12.07.2017,sprach die Bundesfamilienministerin Katarina Barley überraschende Sätze. Trotz einer intensiven 18 monatigen Vorbereitung, sei man über die Gewalt auf Seiten der Demonstranten, des sogenannten schwarzen Blocks, überrascht und schockiert gewesen. Auf der Mediathek Seite wird sie wie folgt zitiert: „Die schrecklichen Ausschreitungen seien insbesondere auch von Gewalttätern begangen worden, die aus ganz Europa eingereist seien, sagt die frisch gekürte Familienministerin. ‚Wieso konnten trotz vorliegender Erkenntnisse so viele Gewalttäter aus den Nachbarländern nach Deutschland einreisen?‘, fragt Katarina Barley.“

Ich möchte sie auf einen Spiegel Artikel hinweisen, den ich gefunden habe und Absätze zitieren:

„Der Tag danach: Behörden und Veranstalter geben sich erschüttert über die Bilanz der rohen Gewalt. Bei einer der schwersten Straßenschlachten der vergangenen Jahre wurden fast tausend Menschen verletzt. Autonome und Polizei hatten sich stundenlang härteste Auseinandersetzungen geliefert.

Es waren Szenen rohen Hasses: Vermummte Radikale lieferten sich mit der Polizei eine der heftigsten Straßenschlachten, die das Land in den vergangenen zwanzig Jahren gesehen hatte. Autonome schleuderten Steine, Knüppel und Flaschen in die Reihen der Polizei, behelmte Ordnungshüter stürmten immer wieder gegen die Demonstranten. Stundenlang tobte auf den Straßen der Mob, steigerte sich in eine Orgie der Gewalt.

Heute heißt es von Seiten der Polizei, auf Seiten der Autonomen hätten sich viele Ausländer beteiligt. Polizeisprecher Axel Falkenberg zufolge waren unter den 125 festgenommenen Demonstranten aus dem Autonomen-Block Bulgaren, Österreicher, Japaner, Schweden, Spanier, Franzosen und Russen.

Zahlreiche Polizisten hatten sich offenbar erst nach Ende des Einsatzes am Hafen als verletzt gemeldet, sagte der Polizeisprecher. Sie hatten vor allem Reizungen durch Gas und Rauch erlitten.“

Ein Artikel aus dem Jahre 2017, den Ereignissen in Hamburg? Knapp daneben. Dieser Artikel erschien im Spiegel des Jahres 2007. Die geschilderten Ereignisse betrafen den G8 Gipfel in Rostock.

Hamburg, Juli 2017. Alles neu, noch nie dagewesen? Gewalt gegen Polizei wie noch nie erlebt? Da wären wir in den angesprochenen Tiefen der Archive. Der Mensch vergisst schnell. Wer sich vermeintlich 18 Monate vorbereitet hat und das auch noch intensiv, sollte auch existierende Archive nutzen, wenn jemals dazu eine Absicht vorhanden war.

Am 13.07.2017 erhielten ausgesuchte Polizisten und Polizistinnen ein Gratiskonzert in der Hamburger Elbphilharmonie. Organisiert von der Stadt, dem Bürgermeister und dem Konzerthaus. Das Konzertmotto lautete: „Respekt!“ Respekt für den Einsatz der Beamten, aber auch der Appell an die Gesellschaft, Respekt zu üben.

Ich möchte mir eine Frage erlauben, mit der ich mir wahrscheinlich wenige Freunde machen werde: Wo bleibt das Gratiskonzert für die Bürger, den Normalo Hamburger? Wo bleibt der Respekt für die Opfer von Polizeigewalt nach Ausübung eines Grundrechts, dem des Protestes gegen eine fragliche Politik, geschützt durch eine martialisch ausgerüstete Polizei?

Einseitig Respekt üben?  So wird Politikverdrossenheit auch gefördert.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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7 Kommentare zu: “Niveauregulierung – eine Kolumne (35)

  1. Aus traumatisierten Kindern werden gehorsame, außengesteuerte Erwachsene

    Die Geschichte der Kindheit, wie sie z.B. von Herausgeber und Psychohistoriker Lloyd de Mause in seinem Buch Hört ihr die Kinder weinen? ausführlich beleuchtet wird, ist eine wahrhaft traurige Geschichte, denn sie belegt nicht nur traditionelle Grausamkeiten gegen Kinder, sondern ist zudem den meisten heute lebenden Menschen vollkommen unbekannt.
    http://www.suhrkamp.de/buecher/hoert_ihr_die_kinder_weinen-ute_anhagen_27939.html?d_view=inhaltsverzeichnis
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/kindheit-im-kuehlschrank/764172.html

    Seit Beginn der menschlichen Zivilisation wurden und werden bis auf den heutigen Tag Kinder zu gehorsamen Untertanen erzogen, in der Hauptsache von ihren Eltern, in vielen Fällen aber auch durch Institutionen wie Kinder- und Erziehungsheime. Auch die Schulen tragen einen großen Teil dazu bei, daß aus einst mit überschwenglicher Empathiefähigkeit und nur von Gefühlen und Bedürfnissen erfüllte Menschenwesen zu gehorsamen Robotern werden, die ihr von anderen vorbestimmtes Schicksal ohne zu murren anzunehmen scheinen. Zu Recht fragt daher Rainer Mausfeld – ein vielseitiger Professor, der sich in der Hauptsache mit Wahrnehmungspsychologie, Konitionspsychologie und kognitiven Neurowissenschaften befaßt: Warum schweigen die Lämmer? Sie schweigen, weil sie als Opfer-Lämmer nie wirklich sprechen gelernt haben. Über das, was sie nicht wahrnehmen dürfen, können sie nicht sprechen.

    Der Ursprung von Gewalt und Zerstörerischem liegt in unserem Umgang mit unseren Kindern. Durch die sechstausend Jahre alte Geschichte der Kindheit in den sogenannten Hochkulturen zieht sich wie ein roter Faden die Ablehnung der Lebendigkeit und des Eigenlebens der Kinder. Wir verstehen ihre Sprache nicht. Und wir machen uns gar nicht erst die Mühe, denn in unserer selbstgefälligen Machtpositon erleben wir uns als so gut, so fortschrittlich, so allwissend. Unsere Sprache hat keine Worte für unsere Erlebnisse während unserer frühesten Kindheit. Erst heute befaßt sich die Forschung (u.a. Stern 1992, Dolto 1988) damit, und dies noch gegen großen Widerstand, als wollten wir nicht wahrhaben, was so traumatisierend auf Kinder und ihre Entwicklung wirkt. (Arno Gruen in seinem Buch Der Verlust des Mitgefühls).

    Daß Menschen sich meist nicht mehr daran erinnern können, was man ihnen in ihrer Kindheit angetan hat, trägt nicht dazu bei, diese Dinge ans Tageslicht zu befördern. Die Ursache für diese Amnesie liegt in einer Verschiebung der Wahrnehmung, vom Empathischen zum Intellektuellen, die unser Bewußtsein spaltet, ausgelöst durch das Nicht-Erkennen und Ausnutzen der kindlichen Hilflosigkeit. Intellektualität ist Denken ohne Fühlen, abstraktes Sondieren und Sortieren, zählen und schließen, ohne emotionale Verbindung mit dem Gegenstand des Gedachten.

    Die Basis, auf der die frühere wie auch die heutige Zivilisation gründet, liegt in der frühkindliche Identifikation mit dem Aggressor. Gruen:

    Dem Kind in seinen Bedürfnissen nicht entgegenzukommen, auch wenn die Eltern sich ihm verpflichtet fühlen und glauben, alles zu seinem Wohlergehen zu tun, ist eine Art von Gewalttätigkeit. Sie wirkt sich zwar nicht so direkt traumatisierend aus wie körperliche Bestrafung, ist aber genauso fatal. Die Folgen, die sie zeitigt, etwa die Wachstumsstörungen, werden auch als »Shaheen-Syndrom« bezeichnet. Solange Eltern ihre Mißachtung der kindlichen Bedürfnisse für Liebe halten und darin keine Grenzverletzungen erkennen, solange werden sie sich nicht im klaren darüber sein, welchen Schaden sie eigentlich anrichten. Ein alltägliches Beispiel: Ein Säugling schreit, weil er ein Bedürfnis nach körperlichem Kontakt hat. Die Eltern versuchen, ihn mit einem Schnuller oder einem Spielzeug abzulenken. Doch obwohl sie glauben, das Richtige zu tun, entsprechen sie mit ihrem Tun eher ihren eigenen Bedürfnissen als denen des Kindes. Die hieraus resultierende Hilflosigkeit des Kindes läßt seine Muskeln erschlaffen, bringt seine Affekte zum Erlöschen. Um seine Beziehung zu den Eltern aufrechtzuerhalten, versucht das Kind, ihre Erwartungen zu erraten und ihnen zu entsprechen. Es wird alles tun, um seine beängstigende Hilflosigkeit nicht wieder aufkommen zu lassen.

    Das ist nur eines von zahlreichen Beispielen, die darlegen, wie noch heute die allermeisten Kinder nicht ihren Bedürfnissen entsprechend heranwachsen können. Wäre es anders, hätten wir längst Generationen von authentisch und autonom handelnden und denkenden Menschen, die sich längst dazu aufgemacht hätten, ihre Gesellschaft so zu verändern, wie es ihren wahren Bedürfnissen entspricht. Diese Menschen gibt es vielleicht tatsächlich, allein ich habe noch keinen getroffen, auf den dies zuträfe, auch wenn die allermeisten sich für traumafrei und völlig unbeschädigt aus Kindheit, Schule und Pubertät hervorgangen wähnen. Das ist wie mit den Fritten und Burgern, dem täglichen TV-Glotzen, dem Lesen von Revolverblättern und der exzessiven Hinwendung zu Video-Spielen: Keiner tut es, aber die Umsätze steigen ständig (naja, zugegeben, die Presse hat da schon ein Problem sein einigen Jahren, aber das ist ein anderes Thema). Anstelle des autonomen Selbst tragen sie einen narzißtischen Schild vor sich her: Die standardisierte Person (persona, die Maske), die mit ihren erlernten Posen sich selbst und dem jeweiligen Publikum vorspielt, wie gut sie angepaßt. Political Corectness, die unabhängig von der eigenen Überzeugung geforderten Statements, deren Ausbleiben gesellschaftlich sanktioniert wird, sind nur ein Ausruck dieser weitverbreiteten Selbstbelügerei.

    Hilfreiche und sinnvolle Grenzen zu etablieren setzt ein Mitschwingen mit dem Kind in seinen Affekten und Wahrnehmungen voraus. Aarne Siirala (1964a) brachte es auf folgenden Nenner: »Das Wachstum jedes Kindes wird gestört, wenn es nicht wie ein Entdecker leben kann.« Für den Erziehenden stellt sich also die Frage: Kann ich die Entdeckungslust des Kindes genießen, sie miterleben und unterstützen? Grenzen setzen bedeutet hier, das Kind in seinem Wunsch, Neues innerhalb und außerhalb seiner selbst zu entdecken, zu unterstützen, indem man es davor schützt, von einer Reizflut überwältigt zu werden. Denn gerade ein Zuviel an Reizen verhindert Lernen. Fuller (1967) zeigte experimentell, daß ein Lebewesen nichts lernen kann, wenn es ihm unmöglich wird, sich in einer Reizsituation auf wichtige Bestandteile dieser Situation zu konzentrieren, indem es andere Elemente ignoriert. Um ein eigenes Lernen des Kindes zu ermöglichen, muß die Mutter es intuitiv vor Reizüberflutung schützen. Das Kind wird ebenfalls mithelfen, denn es lernt schnell, sobald es den entscheidenden Anstoß bekommen hat, die unwesentlichen Reize auszuschalten. Unsere allgemein verbreitete Selbstüberschätzung jedoch, derzufolge wir schon im voraus zu wissen glauben, was für ein Kind wichtig ist, führt nicht zu Grenzsetzungen, die auf die inneren Möglichkeiten des Kindes abgestimmt sind, sondern zu einer fatalen Grenzüberschreitung. Findet sich das Kind in den Reaktionen der Eltern nicht gespiegelt, fehlt eine elterliche Resonanz, ein Echo, auf seine Erwartungen und Bedürfnisse, dann kippt die Sicherheit des Aufgehobenseins weg, und traumatisierende Hilflosigkeit entsteht. (Gruen a.a.O.)

    Traumatherapeuten wissen nicht nur ein Lied davon zu singen, welche oft trivial und unwichtig erscheinenden Geschehnisse den jeweiligen Patienten so schwer traumatisiert hatten, daß er sein Leben lang darunter leidet. Störungen in der Entwicklung des Kindes sind umso nachhaltiger, je früher sie stattfinden. Gewöhnlich beginnen sie bald nach der Geburt, weil die Eltern selbst nicht ihre angeborene Empathiefähigkeit weiterentwickeln durften und daher nachvollziehbar auch das eigene Kind nicht in seinem ganzen Selbst empathisch warnehmen können. Gruen:

    Seelische Schmerzen als solche zu erkennen, würde für die Eltern bedeuten, ihre Beziehung zu ihrem Kind in Frage stellen zu müssen, was einer Minderung ihres Selbstwerts gleichkäme. Darüber hinaus erlaubt die Verlagerung des Schmerzes ins Körperliche den Eltern, ihr Kind zu bemitleiden. Das verschafft ihnen die Illusion, empathisch zu reagieren und auf das Kind einzugehen, ohne seinen wahren Seelenzustand wahrnehmen zu müssen.

    Lyn S. Walker und ihre Mitarbeiter (1993) führten eine Studie mit 236 Familien durch, in denen Kinder mit Bauchschmerzen ohne organische Befunde lebten. Anlaß für diese Studie war, daß bis zu dreißig Prozent aller Kinder und Jugendlichen in den USA an dieser Art Schmerzen leiden. Walker fand heraus, daß ihre Schmerzpatienten größere emotionale Probleme hatten als Kinder ohne solche Schmerzsymptome. Sie litten an größerer Angst als die Kinder und Jugendlichen der Kontrollgruppe, sie waren zudem gehemmt und in ihrem Sozialverhalten überangepaßt. In ihren Familien wurde ihnen allerdings Mitleid für ihre Schmerzen entgegengebracht. Doch dieses Mitleid führt, wie Osborne (1989) in einer anderen Studie zeigt, dazu, daß Kinder allmählich verlernen, etwas für sich selbst zu tun. Was hier vor sich geht, verläuft zwar im Verborgenen, aber ganz im Sinne der gesellschaftlichen Zielsetzung:

    Indem das Kind seinen seelischen Schmerz nicht ausdrücken darf, das Ausdrücken des somatischen Schmerzes dagegen genehmigt ist, wird es in seinem selbständigen Handeln eingeschränkt. Das Mitleid der Eltern treibt das Kind in eine Abhängigkeit hinein, obwohl diese glauben, nur das Beste für die Gesundheit ihres Kindes zu tun. Mit dem »falschen« Mitleid (nicht das Mitleid selbst, sondern das Objekt des Mitleids ist falsch) wird jedoch die Wahrnehmung der tatsächlichen emotionalen Vorgänge unterdrückt und ins Unbewußte abgeschoben, während die kognitiven Formeln der Eltern ihren Platz einnehmen. Wieder ein Sieg für das reduzierte Bewußtsein. Ein solches Mitleid ist nur verkleidete Arroganz: Der Bemitleidete wird klein und schwach gemacht, damit sich der Bemitleidende um so stärker, großzügiger und erhabener fühlen kann. Dieses Mitleid gibt uns das Gefühl, richtig zu handeln, so daß wir uns dafür lieben können. Daß dies auf Kosten der Herabwürdigung des anderen geht, wird sowohl von dem Bemitleidenden als auch von dem Bemitleideten verneint.

    Aus der Not unserer abhängigen Lage heraus versuchen wir als Kinder, den Erwartungen der Erwachsenen zu entsprechen. Das macht uns abhängig von ihnen, wir sind auf sie angewiesen und später in ähnlicher Weise auf Überlieferungen, Regeln und Vorschriften, um vermeintlich zwischen Feind und Freund differenzieren zu können. Wir haben Schwierigkeiten, zwischen gut und böse zu unterscheiden, wir halten ehrliche Menschen für unehrlich, zerstörerische für friedfertig. Unsere Wahrnehmung anderer Menschen verläuft auf vorprogrammierten Bahnen, wir sind nicht offen und sehen sie deshalb nicht so, wie sie sind.

    Deshalb erkennen wir auch nicht die Posen zahlreicher Menschen als das, was sie sind: Zur Schau gestellte angebliche Gefühlsäußerungen, ohne das entsprechende Gefühl wirklich zu empfinden. Derjenige, der aufrichtig auf seine eigenen Empfindungen hört und infolge dessen auch hin und wieder mal aneckt, wird gemieden und isoliert. Wer aber die richtigen Posen vorführt, dem glaubt man unkritisch seine dargestellte Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, auch wenn bekannt ist, daß er hier und dort gelogen hat oder die Leute über den Tisch zieht. Anders ist es nicht zu erklären, daß man immer wieder die Leute in politische Ämter wählt, die den Karren bereits in den Dreck gefahren haben und somit immer wieder dieselben Böcke zu Gärtnern macht.

    Diese ganze Thematik ist so unheimlich komplex und für den unbedarften Leser mit Sicherheit erstmal auch sehr verwirrend. Ich kann hier deshalb nicht alle Aspekte der frühkindlichen Entfremdung darstellen, die zur Abspaltung unerwünschter Selbstanteile und damit zu Gehorsam, Unterwürfigkeit, Obrigheitshörigkeit und Narzißmus als Ersatz für das gebrochene Selbst führt. Dafür gibt es z.B. das Buch Der Verlust des Mitgefühls von Arno Gruen. Lest dieses Buch doch bitte mal in Ruhe durch und seht dann selbst, ob ihr die darin ausgeführten Zusammenhänge nachvollziehen könnt. Es ist keine leichte Lektüre, und so mancher wird sie vielleicht sogar wütend von sich weisen, weil er sich nicht mit Pfui-Psycho-Kram belasten will oder sich gar in den darin dargestellten Szenen wiederfindet und sogleich die Angst spürt, daß da was lange Vergrabenes hochzukommen droht. Ich selbst lese Gruens Bücher seit vielen Jahren immer wieder, weil sie dabei helfen, mich selbst und das, was mir wie auch den meisten anderen Menschen angetan wurde, zu verstehen.

    http://www.irwisch.de/pdf/Gruen-Verlust_Mitgefuehl.pdf

  2. Daß derartige geplante Gewalt-Inszenierungen, wie sie von Bernhard Loyen dargestellt, teilweise auch nur angedeutet wurden, existieren, daran habe ich schon lange keinen Zweifel mehr. Politik bzw. Regierung basieren auf Angst der Bevölkerung. Geht es einer Bevölkerung zu gut, muß man aus Sicht der Polit-Marionetten Rechtfertigungen für Regierunsansprüche produzieren – und genau das findet nicht erst seit gestern in nahezu allen Gesellschaften statt.

    Wie nicht nur aus Ganses Buch über die NATO-Geheimarmeen hervorgeht, bedient man sich vorwiegend gewaltbereiter käuflicher Menschen, um dieses Ziel zu erreichen.

    »Sie haben nun seit Jahren die Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens verlangt. Glauben Sie nicht, daß Gundolf Köhler der Täter war?«, fragte der Journalist Platzer. Der Vater der Opfer antwortete: »Nein, zu viele Anzeichen sprechen dagegen. Weshalb sollte jemand, der so etwas plant, einen Ausweis mit sich tragen, anhand dessen er sofort identifiziert wer­den konnte? Zumindest war er nicht allein. Ich habe lange Zeit gekämpft, um zu erfahren, wer es wirklich war oder wer die Leute waren, die dahintersteckten. Ich mußte jedoch lernen, daß ich auf diese Frage niemals eine ehrliche Antwort be­kommen werde.« Worauf der Journalist nachfragte: »Sie haben aufgehört, eine Aufklärung zu fordern?« Worauf Platzer den Schluß zog: »Ich habe angefangen zu verstehen, daß man nur in Schwierigkeiten kommt, wenn man beharrlich bleibt.«

    Ganser beginnt sein Buch mit einem Terroranschlag in Italien, der lange Jahre den Linken in die Schuhe geschoben wurde, bis man herausfand, daß er von Rechten im Auftrag der NATO begangen wurde, um die Linken zu diskreditieren, indem man der Bevölkerung Angst vor den Linken machte. Es folgen zahlreiche weitere Anschläge, die nachweislich von GLADIO, der NATO-Geheimarmee, begangen wurden, um sie Linken anzulasten und die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu halten, damit sie Einschränkungen ihrer Bürgerrechte zustimmen. Neben Italien geht Ganser auf Staatsterror in den Ländern Großbritannien, den Vereinigten Staaten von Amerika, in Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, Niederlanden, Luxemburg, Dänemark, Norwegen, Deutschland, Griechenland und in der Türkei ein. Überall wurden nicht etwa Gegner der Linken, wie es zu erwarten wäre, wenn Linksextremisten Anschläge verüben würden, getötet und verletzt, sondern hauptsächlich wahllos zufällig anwesende Bürger, Passanten ins Jenseit befördert. Wie beim Fall Herrhausen, der sich, bevor er ermordet wurde, dazu entschieden hatte, als Vorstand der Deutschen Bank Dritte-Welt-Ländern die Schulden zu erlassen, traf es sogar einen Menschen mit einer linken Position.

    Am 7. Juli 2005 explodierten in London in einem Bus und in drei Untergrundbahnen Bomben, welche 56 Todesopfer und 700 Verletzte for­derten. Für den Anschlag wurden militante Muslime verantwortlich gemacht. Gerhard Wisnewski weist in seinem Buch Verschlußsache Terror minutiös nach, daß die offizielle Darstellung wie bei zahlreichen anderen Fällen auffällige Widersprüche zeigt, die zudem Zeugenaussagen von Passanten widersprechen:

    Hat sich hier ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt? »Ich erinnere mich an niemanden, der an der Stelle gewesen wäre, wo die Bombe war, auch an keine Tasche«, so der Zeuge Bruce Lait über einen der U-Bahn-Anschläge in London am 7. Juli 2005. »Das Metall war nach oben gebogen, als hätte sich die Bombe unter dem Zug befunden.« Unter dem Zug? Handelte es sich denn nicht um Selbstmordattentate? Und wenn nicht: Wer steckt dann wirklich hinter dem Terror? Wem nützen diese und noch kommende Anschläge? Ausgehend von den Attentaten in London und Madrid, setzt sich Gerhard Wisnewski auf die Spur der wirklichen Terrorverschwörung. Er bringt auch die Attentate des 11. September der Aufklärung ein gutes Stück näher und entwirft ein beklemmend realistisches Szenario, in dem die Terroristen nur Schachfiguren in einem größeren Plan sind. Droht in Wahrheit die Gefahr von einer ganz anderen Seite?

    In seinem Schlußwort resümiert Ganser: »Umsichtige Vorsorge oder Quelle des Terrors?«, fragte die internationale Presse poin­tiert, als die geheimen Stay-behind-Armeen der NATO nach den Enthüllungen über Gladio Ende des Jahres 1990 in ganz Westeuropa entdeckt wurden. Nach langjährigen Recherchen ist für mich als Historiker die Antwort eindeutig: Die Geheimarmeen waren beides.

    Die geheimen Stay-behind-Armeen der NATO waren jedoch auch eine Quelle des Ter­rors, was die nun verfügbaren Beweise ebenfalls zeigen. Es ist dieses zweite Charakte­ristikum der Geheimarmeen, welches auch ich als Wissenschaftler scharf kritisieren muß und das auch in der Zukunft noch weiter untersucht und recherchiert werden muß. Bis heute weisen die Quellen darauf hin, daß die Regierungen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens nach dem Krieg nicht nur eine sowjetische Invasion befürchteten, sondern auch Angst vor kommunistischen und sozialistischen Parteien hatten. Das Wei­ße Haus und Downing Street befürchteten, daß in mehreren Staaten Westeuropas, vor allem aber in Italien, Frankreich, Belgien, Finnland und Griechenland, die Kommunis­ten in einflußreiche Positionen in der Exekutive kommen und die militärische Allianz NATO von innen her zerstören könnten, indem sie militärische Geheimnisse an die So­wjetunion verraten würden. In diesem Sinn trat das Pentagon zusammen mit der CIA, dem MI6 und der NATO in einen geheimen Krieg ein und benutzte die Stay-behind-Ar­meen als Instrument, um die Demokratien Westeuropas von innen her zu manipulieren und zu kontrollieren, was aber weder die europäische Bevölkerung noch die Regierun­gen wissen durften. Diese Strategie führte zu Terror und Angst, ebenso zur »Erniedri­gung und Mißhandlung demokratischer Institutionen«, wie die europäische Presse ganz richtig kritisierte.

    Diese Methoden finden nach wie vor Anwendung. Die „Anschläge“ vom 11. September 2001 waren genauso inszeniert wie die U-Bahn-Anschläge in London. Zudem gleichen sich die Anschläge viel zu sehr, um es auf Zufall schieben zu können. Bei Free21 findet man ein Dokument, das den Titel trägt: Fünf Anti-Terror-Übungen, die wahr wurden:
    http://www.free21.org/wp-content/uploads/2015/11/03-Hansen_Anti-Terror-%C3%9Cbungen_reloaded5.pdf

    Die Methoden wurden zwar mit der Zeit ein wenig subtiler, doch die Vorgehensweise bleibt im großen und ganzen dieselbe: Terror gegen unschuldige Bürger, um dieselben leichter an ihrer Angst packen zu können. Noch einmal Ganser:

    Es kann nicht hingenommen werden, daß Steuergelder dafür verwendet werden, Bürger zu töten, welche selber diese Steuern einbezahlt hatten, im Vertrauen, der Staat werde ihnen Sicherheit bieten und Verbrechen aufklären. Die Fakten über Gladio zeigen, daß die Legislative nicht in der Lage war, die versteckteren Zweige der Exekutive zu kon­trollieren, und es in den Demokratien auf beiden Seiten des Atlantiks keine parlamenta­rische Kontrolle der Geheimdienste gibt oder, wenn es sie gibt, sie nicht funktioniert. Schon lange ist bekannt, daß totalitäre Staaten eine ganze Reihe unterschiedlicher, weit­gehend unkontrollierter Geheimdienste und Geheimarmeen unterhielten. Doch solche ernsthaften Fehlfunktionen auch in zahlreichen Demokratien zu entdecken ist zumindest überraschend.

    Weshalb die Bürger in Europa, den USA und anderswo sich das dennoch gefallen lassen, soll Thema eines gesonderten Beitrags werden, den ich im Anschluß an diesen hier schreiben werde.

  3. Erst dachte ich: Gäähn, noch ein Artikel zum G20-Gipfel. Aber Herr Loyen hat wirklich noch einen unterbelichteten Aspekt aufgezeigt: Dass die ganze Inszenierung und Täter-Opfer-Kategorisierung viel eindeutiger ausgefallen ist in den MSM als früher. Noch nicht mal mehr die Zahl der Opfer auf Nicht-Polizei-Seite interessiert irgendjemanden. Nach dem Motto: Die hatten’s ja sicher alle verdient.

  4. Ich möchte da dann auch mal diese frisch gekürte Familienministerin beim Wort nehmen: „Wieso konnten trotz vorliegender Erkenntnisse so viele Gewalttäter nach Deutschland einreisen?“
    Ja, da fragen Sie doch mal die Verantwortlichen, die Politiker und ihre Polizei, Frau Ministerin! interessant hierzu ist die sehr gut recherchierte Doku über Genua 2001, die DEUSSEMPERMAJOR woanders hier verlinkt hat. Beide Ereignisse zeigen jedenfalls eines ganz deutlich: Zwischen dem „schwarzen Blog“ und der Polizei gibt es immer Übereinkünfte. Das ist der üble Trick dabei. So hat man bei solchen brisanten Demos immer zuverlässig die Randale und rohe Gewalt dabei, die man dann den LINKEN oder wer auch immer gerade in der Volksmeinung schlecht da stehen soll, in die Schuhe schieben kann.

  5. Herr Loyen,

    etwas einseitig und flach betrachtet das Ganze!

    Wenn Sie einen neuen Computer zum Schreiben Ihrer Texte brauchen, weil Ihr Alter schlicht und ergreifend nicht mehr kann, kaufen Sie sich einen Neuen oder rüsten den Alten auf und bringen ihn noch für ein paar Jahre auf einen Stand, auf dem Sie mit ihm weiter arbeiten können – richtig?

    Wenn die Polizei dies mit ihrer Ausrüstung tut, ist das ein Grund zum anprangern? Wen wollen Sie mit der aktuellen Polizeimunition und deren Mannstoppwirkung hinter einem Briefkasten aufhalten – doch nicht etwa den Sprengstoffgürtel tragenden Terroristen, der mit einer Kalaschnikow bewaffnet auf alles schießt, was ihm in die Quere kommt? Wollen Sie sich diesem Typen in einem SW4 nähren, von dem Sie wissen, dass er das in die Jahre gekommene Gerät durchlöchert wie einen Schweizer Käse? Nur zu – solche Helden braucht das Land! Sie können ja anschließend darüber berichten in einer Ihrer Kolumnen…

    Es ist schlimm genug das wir in einer Situation sind, in der Gewalt als Lösung des Problems mit dem anderen akzeptiert und toleriert wird!

    • Es ist für mich die Frage der Verhältnismäßigkeit wann welche Ausrüstung wozu zum Einsatz kommt. Genau wie beim Computer rüste ich nicht gleich mit der bis dato best möglichen Hardware auf wenn es nicht meinem Use-Case entspricht.

      In meinen Augen ist eine Aufrüstung der Streifenbeamten zu Soldaten völlig unnötig, was sich als Aufrüstung liest – klingt eher nach Aushebung einer Armee.

      Für das beschriebene Szenario eines „Sprengstoffgürtel tragenden Terroristen, der mit einer Kalaschnikow bewaffnet auf alles schießt“ – um mal bei dem Beispiel zu bleiben, gibt es doch bereits entsprechende Counterparts in Form von Einsatzkommandos, die jahrelang sowohl im Umgang mit solchen Situation wie auch der Ausrüstung ausgiebig trainiert sind. Mangels Erfahrung lässt sich somit kaum vermeiden dass Streifenpolizisten die neue Ausrüstung auch bei weniger gefährlichen Situationen zum Einsatz bringen und damit härter als vielleicht nötig reagiert.

      Anschläge mit Sprengstoffgürtel arbeiten mit dem Überraschungsmoment und eine Kalashnikov (gilt auch für andere bewaffnete Gewalttaten) würde auch eher erst zum Einsatz kommen, nachdem die nahe Umgebung ausreichend sondiert wurde. Soll heißen in solchen Fällen würde die Polizei erst alarmiert und zum Ort des Geschehens hin müssen, dann kann auch gleich ein Einsatzkommando anrücken. Daraus ergibt sich kaum ein Vorteil für neue Ausrüstung für „jedermann“ gegenüber bereits vorhandener der Einsatzkommandos mit Hinblick auf eine terroristische Bedrohungslage, für die die Ausrüstung ja eigens angeschafft werden soll.

      Natürlich müssen sich Polizisten schützen und man liest häufig dass die Gewalt gegen Polizei zunimmt. Man kann auch versuchen die Unzufriedenheit der wütenden und gewaltbereiten Ziegelsteinwerfer und Konsorten zu ergründen, statt lediglich als Status Quo-Bewahrer die Polizei aufzurüsten.

    • Gut erkannt!

      Der Streifenbeamte wird nicht zum Soldaten ausgerüstet, auch wenn deren Gefährdungspotenzial mittlerweile deutlich angestiegen ist.

      Die BFE-Einheiten gibt es seit Ende der ’80er als man erkannte, dass mit den schwerfälligen Einsatzhundertschaften mit langem Knüppel und sperrigem Schild rund um die Startbahn-West kein Durchkommen war (merken Sie da was?). Gerichtet haben’s anno dazumal die SEK’s mit Tonfa und Mannausrüstung, frei beweglich und flexibel. Aus dieser Erkenntnis heraus wurden die BFE-Einheiten geschaffen, deren Ausrüstung aus einer anno dazumal noch sackschweren Körperschutzausrüstung mit innen gummigepolsterten Stahlplatten für Schienenbeine, Knie, Unterarme und Ellebogengelenken und eben der rund 20kg schweren Stich- und Schlagschutzweste (ebenfalls mit Stahlplatten gepanzert), einem Tiefschutz und dem Helm bestand.

      Die heutige Schlagschutzausrüstung ist wesentlich leichter und läßt auch mal einen 300m-Sprint im Gegensatz zur damaligen Ausrüstung zu und wird praktischerweise über der Uniform getragen, was ein deutlich leichteres und schnelleres Anlegen der Ausrüstung ermöglicht. Das die BFE-Einheiten auf spezielle Gefahrenlagen trainiert und ausgerüstet werden, quasi als SEK-light, ist einfach der Tatsache geschuldet, dass die Anzahl der SEK’s für oben beschriebene Szenarien gar nicht ausreicht. das was da so martialisch ausschaut, ist im Grunde nur eine Arbeitsschutzausrüstung, vergleichbar mit Sicherheitsschuhen S3 auf dem Bau – Schienenbeintritte sind auf beiden Seiten der Konfrontationslinie schmerzhaft – oder haben Sie noch nie in der ersten Reihe gestanden?

      Was die Bewaffnung angeht – Mitte der ’90iger wurde für die „normalen“ Polizeibeamten, zu denen auch die BFE-Einheiten gehören, mit Munition mit Mannstoppwirkung ausgerüstet. Die vorhandenen Schusswesten schaffen eine normale 9mm Patrone, Geschosse aus Kriegswaffen gehen durch wie ein heißes Messer durch Butter <= dort ist dringender Nachholebedarf, denn DIE POLIZEI sind in aller Regel diejenigen, die den Kopf dafür hinhalten, damit andere möglichst nicht zu Schaden kommen und bis ein SEK mit entsprechender Bewaffnung und Schutzausrüstung vor Ort ist, vergeht einige Zeit in der eine ganze Menge passieren kann.

      Was die "Panzer" angeht – die einzigen Sonderwagen mit Schutzausrüstung gg. leichten Beschuss sind derzeit die SW-4 aus den 80igern, die nach 30 Dienstjahren durchaus ersetzt werden können. Es gibt zwar ein Aufrüstkit aber es bleibt die Frage der Ersatzteilbeschaffung für die Fahrzeuge. Irgendwann lohnt es einfach nicht mehr, teuer zu reparieren und notfalls aus zwei Fahrzeugen eines zu machen. Laut Beschreibung paßt in den Turm des SW-4 ein Maschinengewehr, allerdings haben die deutschen Polizeien keine derartige Waffen. Die Standardbewaffnung ist die Maschinenpistole MP5 von Heckler & Koch mit 9x19mm Standardpolizeimunition, d.h. mit Mannstoppwirkung und deren Wirkung endet bekanntermaßen an jedem Mäuerchen aus Poroton.

      Auch wenn das erst einmal nach marzialischer Aufrüstung aussieht, wird doch hier auch nur ein massiver Investitionsstau der letzten 20 – 30 Jahre punktuell ausgeglichen – es fehlt nach wie vor an grundlegendem "Werkzeug" und damit meine ich nicht einmal Bewaffnung oder dergleichen, sondern einfach qualitativ brauchbare (um nicht zu sagen hochwertige) Uniform, Rechner, Kommunikationsmittel, Fahrzeuge, Büroausstattung, etc, etc, etc…

      Sicherheit darf nix kosten – diesen Grundsatz verfolgen die Landesregierungen nicht erst seit Schäubles schwarzer Null und niemand will den netten Cop vom Kiez mit weißer Mütze einem gewaltbereiten schwarzen Block gegenüber stellen – niemand will das!!!

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